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Gibt es noch einen Weg aus der Krise?

5. August 2014 um 9:27 Letzte Antwort: 2. September 2014 um 14:29

Hallo,

ich schreibe hier, weil ich nicht mehr weiter weiß. Ich bin seit ziemlich genau 2 Jahren mit meinem Mann verheiratet. Es war eine Heirat aus tiefster Überzeugung, ich lieb(t)e diesen Mann.
Nach der Hochzeit jedoch kamen einige Dinge ans Licht, die es mir schwer machten, glücklich zu sein in der Ehe. Kurz nach der Hochzeit (etwa 3 Monate danach) fand ich heraus, dass mein Mann hohe Schulden hat - knapp 20.000 Euro. Ich war geschockt. Wir hatten vor der Ehe noch darüber gesprochen, weil ich alte Briefe gefunden hatte, die auf Schulden und entsprechende Verfahren hinwiesen - er sagte damals, das sei alles beglichen und nicht mehr aktuell. Ich habe ihm geglaubt. Die Schulden haben wir gemeinsam mit einer sehr guten Schuldnerberaterin und einem sehr guten Vergleich zu unseren Gunsten innerhalb eines Jahres abzahlen können. Die Initiative dazu kam allerdings von mir - was ich damals schon recht schwierig fand (er hatte eher die Kopf-in-den-Sand-Strategie).
Dann hatten wir also damit keine Probleme mehr. Ich freute mich, dass wir jetzt wieder nach vorn schauen können. Dann fand ich heraus, dass er sehr oft log. Wegen unbedeutender Kleinigkeiten (z.B. Erledigungen, die er hätte machen müssen, aber nicht machte), aber hin und wieder auch mal größere Dinge - beispielsweise Blitzer, die er bezahlen wollte und die hernach bei uns mit ordentlicher Mahngebühr aufliefen etc. Er sagte mir, dass er aufhören wolle zu rauchen (auf eigene Initiative - nicht auf drängen von mir!), rauchte aber heimlich und so weiter. Ich bat ihn mehrfach, nicht zu lügen und lieber ehrlich zu sein, wenn mal was blödes passiert. Doch es nützt(e) nichts, er log weiter. Seine Begründung: Er will mir ja nicht weh tun.

Das letzte große Lügendrama brachte eine weitere Leiche aus seinem Keller: Er spielt - mit und um Geld. Zwar nicht dauernd, aber wohl schon seit Jahren und hin und wieder auch mal so, dass er kein Geld mehr hat. Wir haben getrennte Konten, ich die Finanzen im Griff - insofern bin ich zumindest abgesichert, dass wir nicht irgendwann ohne Kohle da stehen. Aber schön ist ja doch was anderes ... Als Konsequenz hat er jetzt seine Karte abgegeben bei mir, damit er nicht unkontrolliert Geld abheben kann, sagt aber, dass er hin und wieder mal mit 20 Euro spielen will. Von mir hat er dafür kein Go, aber natürlich kann ich ihn nicht abhalten davon.
Wir hatten die Vereinbarung, dass er mir in diesem Fall aber auf jeden Fall sagt, dass er spielen war - der Ehrlichkeit wegen. Letzte Woche war er spielen, hat mich aber wieder belogen. Und zugegeben hat er es letztlich nur, weil ich ihm gesagt hab, das seine "Ausrede" keinen Sinn ergibt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin der Meinung, dass man eine Ehe nicht beendet, wenn mal dunkle Wolken auftauchen. Aber ich habe auch bisher jedes Mal das Gefühl gehabt, dass nur ich die Probleme anpacke, obwohl es genau genommen ja seine sind. Heute früh habe ich wieder entdeckt, dass er mich anlügt - er raucht im Auto, obwohl er mir versprochen hatte, dass er das nicht mehr tut. Ständig verspricht er aus eigenem Antrieb Dinge, die er nicht hält. Langsam glaube ich, dass er ein krankhafter Lügner ist. Thema Spielen: Da haben wir drüber gesprochen, aber er sagt, er hat es im Griff und versteht nicht, wieso mich das so annervt, dass er es gar nicht aufgeben will. Zitat: Er kann sich ja von den 20 Euro auch CDs kaufen, dann sind die auch weg. Er fühlt sich kontrolliert von mir. Und er geht davon aus, dass er in zwei Monaten seine Geldkarte wieder benutzen kann, weil ja dann die Zweifel meinerseits ausgeräumt sind.

Ich habe grundsätzlich ein Problem damit, dass er so viel lügt. Er versteht nicht, warum ich ihm in so vielen Dingen nicht mehr Vertrauen kann. Zitat: "Na das ist ja toll, dass du alles so in Frage stellst."

Ich erwische mich mehr und mehr dabei, dass ich mich frage, ob wir überhaupt eine Chance haben. Er sieht sich meist nur als "Opfer", das man doof anmacht, weil er ja alles kann und alles im Griff hat. Ich sehe das anders. Heute morgen habe ich ihm gesagt, dass er meiner Meinung nach gar keinen Respekt vor mir hat. Er hat darauf gar nichts gesagt, ist ins Büro gefahren und hat mich nochmal angerufen - wobei meine Aussage aber kein Thema war. Alles wird immer unter den Teppich gekehrt, damit man sich möglichst nicht damit auseinander setzen muss. Und wenn der Dreckhaufen unterm Teppich dann irgendwann so groß ist, dass man schier drüber stolpert, dann guckt man doof.

Ich würde so gern unsere Ehe retten. Aber mir fehlt die Initiative von ihm. Er möchte, dass ich ihm alles "vorgebe" - was soll er tun, wann und wo. Er ist aber doch erwachsen. Es tut mir sehr weh, dass es ihm offenbar egal ist, das alles den Bach runter geht, so lang er nicht aus seiner Komfortzone muss.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Was kann man denn tun? Ich bin sehr traurig. Und unglücklich.

Ist viel geworden - danke fürs lesen.

Gruß
lanie

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5. August 2014 um 9:55

Er wird sich keine Hilfe holen
... denn er hat ja gar kein Problem. Wir waren gestern zusammen bei meiner Therapeutin (bin dort aus einem anderen Grund, der nichts mit ihm zu tun hat). Sie hat ihm reinen Wein eingeschenkt und er war hinterher nur sauer, wie sie ihn so behandeln konnte, obwohl sie ihn ja gar nicht kennt. Sie hat gesagt, dass seine Lügerei erbärmlich ist und dass sie noch nie einen Klienten hatte, der bspw. eine Spielsucht unter Kontrolle hatte. Sein Fazit: Sie sieht alles viel zu schwarz.
Danach hat er sich immerhin bei mir entschuldigt, dass er mit diesen beiden Lügen (Spielsucht und Schulden) in die Ehe gegangen ist. Da hätte sie schon recht, das wäre echt scheiße gewesen, aber ich muss wissen ,dass ich die wichtigste Person für ihn bin und er mich nicht verlieren will.

Ja. Nur Worte sind keine Taten. Ich bin einfach fertig. Und ihn interessiert das null.

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5. August 2014 um 11:06

Das habe ich auch schon überlegt
... nur bin ich mir nicht so klar darüber, wie ich das machen soll. Wir wohnen zusammen (logisch) und arbeiten beide voll, Urlaub ist nicht in Sicht.
Wenn ich eine Auszeit haben wollte, dann will ich die Zeit für mich haben - sprich: allein sein. Das geht aber in der Situation nicht.

Es könnte alles so einfach sein - wir haben eigentlich alles, was wir brauchen. Wieso das alles? Wieso gibt man das so leichtfertig weg?

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5. August 2014 um 11:59

Das heißt dann unterm Strich ...
... es gibt eh nichts mehr zu tun? Diese Frage ist ernst gemeint und ich bin weder wütend noch sonst irgendwie sauer wegen deiner Antwort.
Ich dachte nur, dass man nicht einfach aufgeben sollte, ohne alles versucht zu haben. Irgendwie habe ich das ja schon ... oder nicht ... mir ist gerade total schlecht während ich das schreibe.
Ich merke ja selbst, wie bei mir eine Veränderung einsetzt - ich beschäftige mich mit Trennung usw. Das würde ich nicht tun, wenn ich felsenfest davon überzeugt wäre, dass es einen Weg gibt, die Ehe zu retten. Ich weiß auch, dass du Recht hast cefeu, mit der Aussage, dass er ohne Einsicht niemals was tun wird. Und ja, ich finde es dennoch leichtfertig, die Augen zu verschließen und so zu tun, als müsste man nur lang genug ausharren, bis alles wieder gut ist. Er braucht Hilfe, klar. Deswegen verhält er sich so. Vielleicht verstehe ich das nicht, weil es mir noch nie so ging, dass ich gelogen habe oder süchtig war.

Ich hänge nur nach wie vor an meinem Eheversprechen. "... und in schlechten Tagen ..." Offenbar habe ich noch nicht realisiert, was letztlich klar ist. Dafür brauche ich Zeit. Oder ein Wunder, dass er doch noch klar sieht. Sch****

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5. August 2014 um 12:21

Danke
... für deine Worte. Sie sind wahr. Und sie tun mir weh. Aber du hast recht. Brauch grad mal ne Pause ... mir dreht sich der Boden unter den Füßen.

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5. August 2014 um 12:27
In Antwort auf ren_12040286

Das heißt dann unterm Strich ...
... es gibt eh nichts mehr zu tun? Diese Frage ist ernst gemeint und ich bin weder wütend noch sonst irgendwie sauer wegen deiner Antwort.
Ich dachte nur, dass man nicht einfach aufgeben sollte, ohne alles versucht zu haben. Irgendwie habe ich das ja schon ... oder nicht ... mir ist gerade total schlecht während ich das schreibe.
Ich merke ja selbst, wie bei mir eine Veränderung einsetzt - ich beschäftige mich mit Trennung usw. Das würde ich nicht tun, wenn ich felsenfest davon überzeugt wäre, dass es einen Weg gibt, die Ehe zu retten. Ich weiß auch, dass du Recht hast cefeu, mit der Aussage, dass er ohne Einsicht niemals was tun wird. Und ja, ich finde es dennoch leichtfertig, die Augen zu verschließen und so zu tun, als müsste man nur lang genug ausharren, bis alles wieder gut ist. Er braucht Hilfe, klar. Deswegen verhält er sich so. Vielleicht verstehe ich das nicht, weil es mir noch nie so ging, dass ich gelogen habe oder süchtig war.

Ich hänge nur nach wie vor an meinem Eheversprechen. "... und in schlechten Tagen ..." Offenbar habe ich noch nicht realisiert, was letztlich klar ist. Dafür brauche ich Zeit. Oder ein Wunder, dass er doch noch klar sieht. Sch****

Mama?
Und wenn du Pech hast landest du nach noch ein paar Jahren Kampf in der Mami-Schiene und er sucht sich eine andere die er als Frau sieht. Weil das mit Karte abgeben usw klingt eher nach Mutter und Sohn!

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2. September 2014 um 14:29

Take the money and run
Hallo,
ich hatte zwar nicht geheiratet, aber so einen bekommst du nicht unter Kontrolle.
ich hab das lang genug mitgemacht und kann sagen, einen Spieler zu ändern ist unmöglich. Woher weißt du, ob er sich nicht Geld von Freunden leiht. Ich könnte eine solche Beziehung auchnicht führen.
Ich weiß wie verzweifelt man ist und lass dir sagen, seit ich meinen Kerl abgeschossen habe, geht es mir besser.
Lg
Truthi

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