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Gewalt in Partnerschaft - Endlich breche ich das Schweigen

14. Februar 2010 um 12:23

Vor rund 4 Jahren habe ich meinen Partner in an einem BBQ in einer schönen Villa am See kennen gelernt. Ich war zuvor lange Single, ganz 5 Jahre und wirklich glücklich in einem schönen Umfeld mit tollen Freunden. Sozusagen zufrieden und glücklich mit meiner damals 10jährigen Tochter. Das erste Jahr mit Nick (Name geändert) war wie im Paradies. Ich wurde stehts ausgeführt zum Essen, bekam sehr oft Blumen geschenkt, Liebesbriefe, Foto's von uns in schönen Bilderrahmen, Herzen in Steinform und der Kühlschrank war immer gefüllt mit meinem Lieblings-Speisen. Rundum war ich glücklich, hatte die schönste Musik zuhause von Musikern weltweit und ein Traumappartment mit Seeblick. Beneidenswert, nicht?! Nach einem Jahr, als wir bei meinen Freunden zu einer BBQ - Feier waren rastete Nick in mitten meiner Freunde total aus, weil ich von einem anderen Mann, dem Hausfotografen, angemacht wurde. Ich hatte rein gar nichts gewollt und null interesse an diesem Typ. Ich war auf Wolke 7 mit meinem Freund, total verliebt wie noch selten zuvor und alle meine Handlungen und pläne waren nur für die Beziehung mit Nick und meinem Kind ausgerichtet. Ich verliesst die Party mit Nick. Wollte mich nicht schämen mit ihm. Auf dem Heimweg hat er mich entweder angeschrien oder mit Ignoranz bestraft. Als wäre ich ein unartiges Kind, dessen Wille und Wünsche gebrochen werden müssen. Zuhause angekommen schrie er los und hat unter Tränen die ganze Diele verwüstet. Mir hat es das Herz zerrissen, ich konnte gar nicht fassen was da abging. Mein Traummann darf das doch nicht?!!! Ich hätte damals einen Schluss-Strich ziehen müssen. Denn das war der Punkt, wo es immer schlimmer wurde...Er hat mich eingeschlossen, mich in die Lippen gebissen und gesagt es war nur ein Kuss, er hat mir den Weg abgeschnitten, wenn ich "fliehen" wollte, mich stundenlang angeschrien, weil ich eines Abend zu einem Freund ging aus Angst vor ihm. Er hat in meiner Wohnung gesessen und auf mich gewartet, damit er mich kontrollieren kann und gleichzeitig hat er mich ignoriert und das Telefon nicht abgenommen, wenn er wusste ich möchte mit ihm etwas in ruhe bereden. Nick war äusserst aggressiv, hat mich angeflucht und alle meine Selbstwerte erkennen wollen um sie willentlich zu zerstören. Ich war und bin teilweise kaum mehr fähig, etwas gutes zu tun und erfolg zu spüren. Er nannte mich und mein ganzes Umfeld schlampe, hat nur geflucht und dann am anderen Tag wieder alles bereut, dass ich dachte irgendwo spürt er seine Grenzen ja doch!!! Bewusstsein sei da und er wolle sich mit Privatlektionen in Yoga und Hypnose helfen lassen.
Gewalt ob verbal und physisch waren jede Woche in meinem Leben. Nick wurde zum Bettnässer, hat des öfteren in der Nacht ins Bett gepinkelt und machte mich dafür verantwortlich. Ich sei der grösste Stress in seinem Leben. Ich nehme auch an, dass er mich mit Nicole betrogen hat. Denn sein Handy war immer ausgeschaltet, wenn ich bei ihm war. Ausser das eine mal...Da hat diese Frau angerufen, weil er scheinbar etwas vergessen habe auf dem Tisch im Restaurant. Natürlich war mein Gefühl andersweitig ausgerichtet und so kontrollierte ich sein Handy als er unter der Dusche stand. Die beiden schrieben sich die genau gleichen Worte wie Nick mir. Identische Leidenschaften wurden ausgetauscht. Nur dass diese Frau wohl keine Gewalt erfahren hat, die ging ganz auf mein Konto. Meine Tochter hat gott sei dank nur einmal miterlebt, wie dieser Mann ausrastet und manipuliert. Er wollte mich als Vollpsycho abstempeln, gegenüber meiner Kind. Als wäre ich am durchdrehen und er der Gute im Spiel. Da habe ich die Polizei gerufen und ihn entfernen lassen, weil er mein Haus nicht verlassen wollte. Er stand vor der Türe und hat diese fast eingeschlagen, als ich ihn rausgeworfen habe. Er wurde an dem Abend wieder total ausfällig, hat mich in der Küche gedemütigt und mich in die Lippen gebissen und mich getreten. Da wollte ich als Bad, um mir zu überlegen was ich tun solle und Schutz holen hinter einer verschlossenen Türe. Nick hat mich geschupst, mich nicht durchlassen wollen - Macht ausüben, damit ich in seinem Spiel das Opfer bin. Bei sich zuhause waren die Abende noch schlimmer. In oberen Stock des Penthouse stand sein Schlagzeug in einem Lärmschutz-Zimmer. Niemand hat hören können, wie ich geschrien habe, als er mich in diesem Raum umhergeworfen hat und gelacht hat dabei. Nick sagte immer ich habe das verdient und er sei ja nicht der erste Mann der mich schlägt. Als wäre das eine Entschuldigung. Mit der Zeit konnten wir keine Stunde mehr zusammen verbringen, wo er nicht ausgerastet ist. Oftmals hat er sich selbst geschlagen, mitten ins Gesicht und mit voller Wucht. Die Hauswand mit der Faust angeschlagen und Löcher in die eigenen Wände gehauen. Ich habe immer Herzen um die Löcher gemalt, wollte ich doch so sehr, dass unser erstes Jahr wie im Himmel wieder zurück kehrt. In Thailand wurde es Lebensbedrohlich für mich. Unter Alkohol hat er total den Faden verloren und wollte mich zu Analsex zwingen. Ich habe abgeblockt und da rastete er total aus. Er hat mich aufs Bett gedrückt und wollte was weiss ich mit mir anstellen. Da habe ich seine wichtigsten Dinge gepackt, seinen I-Pod und die Boxen, und aus dem Zimmer geworfen. Ich wusste das war alles für ihn und er würde diesem I-Pod hinterher-springen. So hatte ich ihn aus dem Zimmer!!! Ich verriegelte die Türen mit Möbel, damit er nicht mehr reinkommen kann und flieh durch das Fenster im hinteren Zimmer auf die Strasse. Ich rannte zu einem Freund, der in der Nachbarschaft wohnte. Er hat mich sofort aufgenommen und als Nick dort antanzte und nach mir fragte, hat der Freund mich beschützt. Er sagte ich sei nicht da. So konnte ich in aller ruhe schlafen und meinen Seelenstress beruhigen. Heute bin ich getrennt und lebe ohne diesen Mann weiter. Es hat viel Überwindung gekostet und Kraft, diesen Mann zu verlassen, den ich über alles geliebt habe. Es kostete mich meine ganze Kraft, da ich doch noch ein Kind zu versorgen habe und Geld verdienen muss. Aber ich konnte loslassen und mich auf einen neuen Weg begeben. Heute arbeite ich an diesem Trauma, um wieder eine Frau zu werden welche mit Vertrauen Leben und Lieben kann. Es ist ein harter, langer Weg. Er kostet mich viel und ich muss eine ganze Reihe von Depressions-Schüben aushalten. Oftmals fehlt mir sogar die Kraft ganz einfache Dinge zu verrichten, wie Kochen, Putzen, eine Freundin anrufen....Weil dieses Trauma ganz viel in sich trägt, das verarbeitet werden muss. Diese Erniedrigungen als Frau zu erfahren, das angeschlagene Selbstwertgefühl und die Angst nochmals an so einen Mann zu geraten welcher über eine ganz lange Zeit der Traum bedeutet und dann zum Alptraum wird. Die Gewalt sitzt mir noch in den Knochen, das Gefühl von 1000 Messerstichen heesucht zu werden, wie ein Tier das Angst vor dem Tod hat. Kalter Schweiss, starr vor Angst...Als wäre dieser Mann noch immer neben mir! Ich habe mir Hilfe geholt und das Unterstützt mich sehr auf meinem Weg. Gott sei Dank habe ich die richtigen Menschen um mich, welche mir helfen diese Gewalt welche ich erleben musste zu verarbeiten. Damit ich geben kann ohne dabei etwas schlechtes zu fühlen und damit ich wieder lernen kann liebe, vertrauen und respekt anzunehmen. Und auch um das Gefühl loszuwerden, wehrlos zu sein. Um zu lernen anerkennt zu werden und zu differenzieren. Dass diese eingeredeten Schuldgefühle verschwinden. Werte wieder Platz finden und
schöne Moment wie vor diesen schrecklichen Erfahrung. Genau jetzt würde Liebe und Wärme so gut tun und ich glaube das ist es, was einem länger in einer Gewalt-Beziehung lässt wie man selber möchte. Dieses Thema hat in der Gesellschaft wenig Gehör, alle schauen weg. Doch genau das macht es noch schlimmer, niemand gibt einem Halt, Kraft und Liebe. Die braucht man so sehr von aussen, um wegzukommen von dem Mann, welcher mit einem Lebt Tag und Nacht. Dort wo man eigentlich Geborgenheit, Respekt und Vertrauen vermutet hat. In den eigenen 4 Wänden. Drückt mir die Daumen, dass sich mein inneres Gefühl wieder normalisiert und die Kraft nicht nachlässt weiter nach vorne zu sehen um die Normalität zu leben. Es tat gut hier zu schreiben was mir seit langen auf der Seele sitzt. Als Werkzeug auf dem Weg zurück in ein liebevolles Leben. Mille Merci. Sunnysoul1

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14. Februar 2010 um 12:54

Sehr bewegende Geschichte

Ich finde gut, dass du dich aktiv damit auseinandersetzt und wünsche dir die Kraft diese schrecklichen Erlebnisse aufzuarbeiten und das Leben wieder geniessen zu können.

Klar kann man sagen, du hättest viel früher gehen können oder sogar müssen, da du ja auch eine Tochter hast, für die du verantwortlich bist. Nur ist es für Menschen, die so etwas nie erlebt haben, immer leicht so zu urteilen. Wichtig ist, dass du gegangen BIST und zwar von selbst. Glückwunsch zu dieser Kraft, sie zeigt dir, dass ein Teil von dir sich für so wertvoll hält dass du eine solche Behandlung nicht verdienst. Diesen Teil gilt es zu stärken und auszubauen. Man kann immer mal an den falschen geraten aber wenn man ein gesunde Eigenliebe in sich trägt, wird man rechtzeitig die Notbremse ziehen. Eine Liebe gepaart mit Disrespekt und Gewalt ist alles mögliche aber bestimmt nicht die Liebe, nach der du dich sehnst.

Finde heraus, warum du das so lange mitgemacht hast, warum du denkst du hättest keine Liebe ohne negative Begeleiterscheinungen verdient. Offensichtlich war das ja nicht die erste schlechte Erfahrung in diese Richtung, wenn ich seine Aussagen richtig verstehe. Ich wünsch dir die Erfahrung dich selber mit allen schönen Seiten und Fehlern so anzunehmen, dass du voll zu dir stehen kannst und zur Not dich auch ohne Mann als wertvolles einzigartiges Wesen begreifst. Dass du keine Angst mehr hast eine ungesunde Beziehung zu beenden, nur weil du nicht allein sein möchtest. Wenn du dich selbst liebst bist du niemals ganz allein. Lerne deine beste Freundin zu sein, die auch mal verständnisvoll verzapften Blödsinn verzeiht.

Ich wünsch dir auf deinen Weg zu Dir selbst viel Glück und alles Gute. Versuch deiner Tochter ein Vorbild an Eigenständigkeit und Selbstliebe zu sein. Wenn das keine Motivation ist

So liebe sonnige Seele, ich wünsch dir einen schönen Sonntag und viele zulünftige sonnige Tage.

LG

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14. Februar 2010 um 13:00

Abgesehen
von dem langen Text, hört sich der ganze Wirrwarr doch sehr nach einem fake an, dachte, ich lese einen schlecht geschriebenen Groschenroman...

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14. Februar 2010 um 14:47
In Antwort auf kilie_12351775

Sehr bewegende Geschichte

Ich finde gut, dass du dich aktiv damit auseinandersetzt und wünsche dir die Kraft diese schrecklichen Erlebnisse aufzuarbeiten und das Leben wieder geniessen zu können.

Klar kann man sagen, du hättest viel früher gehen können oder sogar müssen, da du ja auch eine Tochter hast, für die du verantwortlich bist. Nur ist es für Menschen, die so etwas nie erlebt haben, immer leicht so zu urteilen. Wichtig ist, dass du gegangen BIST und zwar von selbst. Glückwunsch zu dieser Kraft, sie zeigt dir, dass ein Teil von dir sich für so wertvoll hält dass du eine solche Behandlung nicht verdienst. Diesen Teil gilt es zu stärken und auszubauen. Man kann immer mal an den falschen geraten aber wenn man ein gesunde Eigenliebe in sich trägt, wird man rechtzeitig die Notbremse ziehen. Eine Liebe gepaart mit Disrespekt und Gewalt ist alles mögliche aber bestimmt nicht die Liebe, nach der du dich sehnst.

Finde heraus, warum du das so lange mitgemacht hast, warum du denkst du hättest keine Liebe ohne negative Begeleiterscheinungen verdient. Offensichtlich war das ja nicht die erste schlechte Erfahrung in diese Richtung, wenn ich seine Aussagen richtig verstehe. Ich wünsch dir die Erfahrung dich selber mit allen schönen Seiten und Fehlern so anzunehmen, dass du voll zu dir stehen kannst und zur Not dich auch ohne Mann als wertvolles einzigartiges Wesen begreifst. Dass du keine Angst mehr hast eine ungesunde Beziehung zu beenden, nur weil du nicht allein sein möchtest. Wenn du dich selbst liebst bist du niemals ganz allein. Lerne deine beste Freundin zu sein, die auch mal verständnisvoll verzapften Blödsinn verzeiht.

Ich wünsch dir auf deinen Weg zu Dir selbst viel Glück und alles Gute. Versuch deiner Tochter ein Vorbild an Eigenständigkeit und Selbstliebe zu sein. Wenn das keine Motivation ist

So liebe sonnige Seele, ich wünsch dir einen schönen Sonntag und viele zulünftige sonnige Tage.

LG

Ich finde es gut,
dass du den mut gefunden hast über diese beziehung zu berichten. denn gewaltbeziehungen sind nach wie vor absolutes tabuthema in der gesellschaft.

folgenden hilfreichen link habe ich hier von einer userin gefunden. http://www.re-empowerment.de.

ich selbst habe mich auch in einer gewaltbeziehung befunden, erleide aber keine nachfolgenden schäden . denn ich habe mich nach einem monat beziehung getrennt, was mir ebenfalls schwer fiel,da nach wie vor gefühle meinerseits da waren.

diesen link kann ich uch noch empfehlen:
http://www.schotterblume.de/index.php?navid=14

da wird genau beschrieben, wie wie eine solche beziehung konstruiert ist, opfer-,täterpart und vorallendingen die ursachen einer solchen beziehung.

lg

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