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"Getrennte" Intimität

18. November 2013 um 17:33 Letzte Antwort: 18. November 2013 um 20:33

Guten Tag,

ich bin nun seit anderthalb Jahren mit meinem Freund zusammen und auch sehr glücklich.Für ihn bin ich die, mit der er sein Leben verbringen will- anders herum natürlich genauso.
Mit ihm habe ich auch mein erstes Mal erlebt. Er allerdings hatte schon früh und reichlich Geschlechtsverkehr. Wir können über Probleme in unserer Beziehung offen sprechen und nehmen Rücksicht auf den Partner.

Beim Geschlechtsverkehr mit mir passiert es aber oft, dass er den Orgasmus zu früh bekommt- ich dagegen bin in der gesamten gemeinsamen Zeit mit ihm nur zweimal gekommen.
Er spricht nicht gern über sein Sexualverhalten. Zu mir ist er lieb und zärtlich, lustig sogar, obwohl er von sich aus sagt, dass er eigentlich immer sehr ernst war. Er sprach sogar einmal davon, dass ich ihn "weich" machen würde. Doch sobald wir Geschlechtsverkehr haben, wird er etwas grob, egoistisch, in der Hinsicht: So mach ich das halt.
Oft fühle ich mich danach, umgangssprachlich ausgedrückt, wie ein Stück benutztes Fleisch. Manchmal habe ich deswegen geweint, weil es sich demütigend und furchtbar angefühlt hat. Wir haben neulich darüber gesprochen und er sagte zu mir, dass er Sex und Liebe nicht verbinden könne. Ich hingegen kann es mir nicht auseinander denken. Er glaubt, ich wäre jemand, der recht viel Zärtlichkeit bräuchte, bei dem man schon etwas vorsichtiger sein sollte. Da ich an ihn meine Unschuld verloren habe, ist diese Überlegung nicht abwegig. Ich weiß auch, dass es normal ist, sich beim Geschlechtsverkehr etwas vorzustellen, welches einen stimuliert. Auch er tut das. Er stellt sich keine Frauen vor, die er persönlich kennt, sondern eher "diese Sache mit diesem Körper".
Ich weiß, er will mich nicht verletzen und liebt mich. Aber es schmerzt mich, zu wissen, dass ich in diesem Moment nur Mittel zum Zweck zu sein scheine. Ich KANN mir nichts anderes vorstellen, als ihn, in diesem intimen Moment. Leider bin ich weder besonders "versaut", oder pervers, noch sehr erfahren. Eine gute Freundin sagte mir, es wäre sehr viel "Kopfsache". Oft habe ich mich gefragt, ob ich das Problem sein könnte. Er sagte, die Frau, die er im Bett haben wollen würde, könne er nicht lieben..und umgekehrt.
Ich weiß, er meint dies nicht böse. Dennoch verletzt es mich sehr. Ich wünsche mir, für ihn eine gute Frau zu sein, in allen Bereichen natürlich. Und meiner Meinung nach ist er von seinen vorherigen Beziehungen, bei denen er den Geschlechtsverkehr ebenso gehändelt hat, gefühlsmäßig abgestumpft. Er lässt sich in dieser, für mich sehr wichtigen, intimen Phase nicht voll und ganz auf mich ein, weil er es "verlernt" hat.

Ich weiß natürlich nicht, ob das stimmt. Doch ich bitte um Hilfe, denn obwohl er sagt, dass Sex für ihn niemals wichtiger sei, als unsere Beziehung und ich ihm das glaube, fürchte ich, dass jenes, manchmal, steife Erlebnis doch zu einem Problem werden könnte. Gibt es eine Möglichkeit, ihn zu sensibilisieren, oder für mich, etwas zu ändern? Ich würde mich sehr über Hilfe freuen.

Gruß

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18. November 2013 um 20:33

Hallo, Cefeu
Ja, darüber habe ich mir auch Gedanken gemacht. Oft sogar. Denn es stimmt wirklich, dass er keine leichte Kindheit mit seiner Mutter hinter sich hat. Zwar war sie sehr liebevoll- doch gab es eine Zeit, in der wegen des Vaters Probleme aufkamen und sie nicht so für ihn da sein konnte, wie sie vielleicht "gemusst" hätte. Damals ging das Vertrauen zu ihr kaputt. Er hatte eine recht wilde Jugend, lief von Zuhause fort, hatte mehrere Beziehungen, die nicht allzu lang hielten..etc.
Als er mich kennen gelernt hat, war er völlig anders, als seine und meine Freunde ihn kannten. Ich hatte auch das Gefühl, dass ich ihm..einen gewissen "Halt" gebe, den er damals verloren hatte und all die Zeit gesucht hat. Danke für deine Antwort, es half mir sehr : )

Gruß

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