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Gestörte "Beziehung"

17. Januar 2016 um 20:16 Letzte Antwort: 26. Januar 2016 um 14:46

ich bin 28 und seit 4 Jahre in einer sehr schwierigen Beziehung. Er behandelt mich sehr oft respektlos und wie Dreck. Solange ich das graue naive Mäuschen spiele und ihm immer zuhöre und nicht ins Wort falle, seine schlechte Laune über mich ergehen lasse funktioniert es einigermaßen. Versuche ich mich gegen diese Behandlung zu wehren bricht jedesmal ein riesen Streit aus von wegen ich bin ein "Trampel, dumm, weltfremd" . Er macht mich immer für seine schlechte Laune verantwortlich. Es gibt selten Tage, wo er gut drauf ist, aber auch dann muss ich aufpassen nichts falsches zu sagen. Eigentlich war es immer so. Es war und ist meiner Meinung nach nie wirklich Liebe gewesen, mehr eine Art "Zweckbeziehung". Da muss ich vielleicht einiges erklären und ein bisschen von früher erzählen.

Ich hatte immer schon massive Probleme mit Menschen Beziehungen aufzubauen. Zu meinen Eltern habe ich ein ziemlich schlechtes Verhältnis insbesondere zu meinem Vater. Echte Freunde hatte ich nie. Ab und an nur oberflächliche Kontakte, aber mit Männern hatte ich bis ich 25 Jahre alt war 0,000 % Erfahrung. Sprich keine Smalltalk, Kuss, Petting oder sonst irgendwas, gar nichts. Er ist also mein erster Freund gewesen. Das hat mich über Jahre massiv belastet, dann hatte ich das "Glück" bzw. "Unglück" und habe ihn kennengelernt. Der Kontakt ist auch nur deshalb zustande gekommen, weil er auf mich zugegangen ist. Ich muss dazu auch sagen, dass ich damals in einer sehr schwierigen Lebenssituation war und er der einzige Mensch war mit dem ich reden konnten und teilweise hat er mir auch oft geholfen. Er war von Anfang an nicht mein Typ, äußerlich fand bzw. finde ich ihn nach wie vor nicht attraktiv. Dazu kommt, dass er auch innerlich sehr mies drauf ist. Er ist oberflächlich ohne Ende, schaut nur schönen Frauen hinterher, ist narzistisch hoch zehn, macht immer Bemerkungen was ihm an mir nicht alles passt, vor seinen Freunden macht er verbal fertig etc... . Auch ist er immer cholerisch drauf, leichte Gewalttätigkeiten gab es auch, allerdings kann ich mich zur Wehr setzen. Das kommt aber selten vor. Nun gut ich habe damals gedacht ich lasse mich auf ihn ein, da ich sonst vermutlich nie wieder Gelegenheit bekomme einen Mann kennen zu lernen, also quasi den nächstbesten nehmen der sich anbietet... . Nun ja glücklich bin ich mit der Situation nicht, ich habe zwar endlich Erfahrungen sammeln können, ansonsten wäre ich wahrscheinlich bis zum bitteren Ende als Jungfrau durchs Leben gegangen, aber mit Liebe hat das was wir haben nicht wirklich was zu tun. Ich habe aber durchaus berechtigte Befürchtungen, dass ich mit 95% Wahrscheinlichkeit alleine bleiben werde, wenn ich das Weite suche und das will ich nicht, da ich weiß was es heißt jahre lang einsam vor sich hin zu vegetieren, ohne dass das Telefon läutet oder sonst wer sich für einen interessiert. Früher war ich noch naiv und dachte der Richtige wird schon noch kommen, aber leider ist es nicht so. Ich leide unter bestimmten medizinischen Erkrankungen, die eine Therapie nötig machen, daher auch die Befürchtung. Er weiß natürlich davon und setzt mich unter Druck, dass ich nie wen finden werde.
Ich habe mich damit irgendwie arrangiert. Glücklich ist was anderes. Aber irgendwie kann ich mich von ihm auch nicht loskommen. Er ist der einzige den ich habe und irgendwie habe ich auch Mitleid mit ihm. Er hat selber Probleme, ist arbeitslos will auch nicht mehr arbeiten. Ich habe ihm oft gesagt, er soll sich ändern, aber das tut er nicht. Ich bin von Bildungsstand etwas höher als er, habe jetzt einen einigermaßen guten Job gefunden, allerdings muss ich dazu sagen, dass ich auch emotional sehr instabil bin (nehme Tabletten dagegen) und daher ist fraglich wie lange ich den Job behalten werde, bis ich rausfliege. Aber ich versuche es zumindest. Tja eigentlich gibt es für mich nicht wirklich eine Lösung. Trennung habe ich schon oft versucht, aber jedesmal kam entweder ich zu ihm nach einer Woche zurückgekrochen, wegen der Einsamkeit oder er hat sich wieder bei mir eingenistet. Und irgendwie verdanke ich ihm auch so einiges, nur sein Charakter ist einfach *kotz*.

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20. Januar 2016 um 13:19

Trenn dich einfach von ihm!
hi

wenn man deinen Text liest, kommst du einem nicht unsympathisch vor, im Gegenteil du erzählst sehr interessant, weiß was der Leser an welcher Stelle evtl. denkt und beantwortest die Fragen. Ich verstehe nicht ganz genau warum du sonst keine Freunde hast?

Ich finde es auch sehr mutig alles hier so direkt zu beschreiben.

Ich will nicht behaupten dass es so ist, aber so wie du es beschrieben hast, seid ihr nur zusammen, weil ihr beide nichts Besseres findet. Und wenn einer von euch einen oder eine Bessere gefunden habt, dann ist der Andere weg... Und vielleicht solltest du deshalb die Trennung wagen, da er vielleicht auch irgendwann mal weg ist, wenn er jmd. gefunden hat, die er noch lieber mag. Also warum dann nicht einfach trennen und versuchen neu anzufangen, bevor er sich trennt und mit einer anderen wegzieht? Du denkst wahrscheinlich gerade, "passiert sowieso nicht", aber warum nicht?

Ich finde auch du solltest ein bisschen an dir arbeiten. Vielleicht ein bisschen unter Menschen kommen. Wenn du sonst so sprichst wie du gerade schreibst, dann kann ich mir gar nicht vorstellen, dass man nicht mit dir reden will. Man kann doch ganz vernünftige Gespräche mit dir führen

Vielleicht lernst du jem. nettes auf Arbeit kennen. ABer trenn dich bitte von ihm, er zieht dich sonst früher oder später in das Alte Leben zurück. Stell dir mal vor du lernst deine Arbeitskollegen kennen und die kommen dich besuchen und sehen ihn dann... dann sind sie doch gleich wieder weg.

Anna

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26. Januar 2016 um 14:46

Hallo
Erst einmal nöchte ich Dir sagen, dass ich ähnlich gestrickt bin/war wie Du. Ich habe auch erst sehr spät meinen ersten Freund gehabt (mit dem ich immer noch zusammen bin, aber glücklich).
Ich bin jahrelang zur Verhaltenstherapie gegangen, da mich mein einsames Leben fertig gemacht hat. Ich hatte immer nur eine handvoll Freunde, mit meinen Eltern zwar ein gutes Verhältnis aber ich fühlte mich trotzdem immer sehr einsam und hatte das Gefühl, ich werde einsam sterben und niemanden haben. Habe mir sogar als Ziel gesetzt, mich umzubringen, wenn meine Eltern nicht mehr sind, da ich ja sonst niemanden habe würde. Ich hab gemerkt, dass mein Leben so nicht weiter gehen kann und bin in Therapie gegangen. Anfangs wurde ich auch medikamentös behandelt, aber die Gesprächstherapie hat mir so sehr geholfen und es ging wieder bergauf mit mir.
Dann irgendwann habe ich es selbst in die Hand genommen und versucht jemanden über Internet kennenzulernen. Es war wirklich sehr hart und schwer und grundätzlich ist dieses Dating nichts für Zart-Besaitete, aber es hat sich am Ende für mich gelohnt.
Nur durch meine Therapie habe ich wieder etwas Selbstvertrauen finden können und konnte dann auch gut abschätzen, wer mir guttut und wer nicht, und ich wusste irgendwann NEIN zu sagen.
Dein Freund scheint Dir wirklich nicht gut zu tun. Er ist schlecht für Dich und Deine Persönlichkeit und es ist absoluter Bullshit, wenn man denkt: Dann nehme ich lieber den, als gar keinen zu haben. Wir sind alle auf unsere Art besonders und irgendwo wird es jemanden geben, der deine Art lieben wird. Und der, der Dich nicht so zu schätzen weiß, wie Du bist, der hat Dich nicht verdient! Punkt, aus!

Daher rate ich Dir: Suche Dir psychologische Hilfe und trenne Dich von Deinem Freund. Er tut Dir nicht gut und er versucht dich von ihm abhängig zu machen.
Warum glaubst Du, dass du dein Leben lang allein bleibst? Das ist Quatsch!
Du musst aber auch etwas dafür tun. Der Prinz klopft nicht an Deine Tür. Egal welchen Weg Du gehst (mehr ausgehen, Internetdating, oder suche Dir ein Hobby, geh in Volkshochschulkursen o.ä.), versuche es einfach!
Auch wenn es noch ein paar Monate oder Jahre dauert, bis Du den Richtigen findest - am Ende kannst Du dir nicht vorwerfen, du hättest es nicht versucht. Das hab ich mir immer gesagt, wenn das zigste Date wieder schief lief und der Typ sich nicht gemeldet hat. Selbstmitleid bringt da nix.
Es ist sau hart, aber am Ende wirst Du vielleicht belohnt dafür.

Ich wünsche Dir alles Gute!

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