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Gespannt wie ein Flitzebogen

11. Januar 2016 um 13:34

bin ich auf die Wallraff-Sendung (RTL um 21:15 Uhr) heute Abend.

Im Juli letzten Jahres habe ich Herrn Wallraff diese Mail geschickt:

Sehr geehrter Herr Wallraff,

Schon seit langem kämpfe ich für die Abschaffung der Behindertenwerkstätten, die es in anderen europäischen Ländern nie gegeben hat und wo Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden.

Ich selbst bin das beste Beispiel.

Geboren: 1953 und seit frühester Kindheit bewegungs- und sprachgestört. Nach meinem Realschulabschluss wollte mich niemand in Deutschland als Arbeitskraft haben. Oftmals wurde ich von denjenigen Firmen, bei denen ich mich vorgestellt hatte, gedemütigt und verhöhnt.

In England dagegen fand ich nicht nur problemlos Arbeit, dort wurde ich auch immer mit Respekt und als vollwertige Arbeitskraft behandelt und auch so bezahlt. Diese positiven Erfahrungen habe ich nicht nur in London gemacht, wo ich bei der Lebensmittelkette Sainsburys beschäftigt war, sondern auch Jahre später in Ripon, North Yorkshire und Portadown,Nordirland. Heute kann ich nicht mehr arbeiten und beziehe meine Rente aus Großbritannien.

Wieder zurück in Deutschland wurde ich im Jahr 2010 arbeitsunfähig geschrieben. Trotzdem wurde ich von der Amtärztin für eine Beschäftigung bei der Intec Siegburg vorgeschlagen. Meine Erfahrungen bei der persönlichen Vorstellung bei Intec Siegburg im Januar 2011 habe ich in meinem Blog Blumenfee3.de festgehlten.

http://www.blumenfee3.de/blog/2011/01/12/Die-INTEC-Siegburg-Teil-2.aspx


Damals haben diese Werkstätten für Behinderte ca. 1% der Mitarbeiter an den 1. Arbeitsmarkt vermittelt. Vier Jahre später hatte ich Kontakt mit den Elbe-Werkstätten, die ihrer Aussage nach knapp 30% ihrer behinderten Arbeiter an den 1. Arbeitsmarkt vermitteln, was mir persönlich unrealistisch hoch vorkommt, denn diese Werkstätten sind zwingend auf leistungsfähige Behinderte angewiesen, sonst könnten die ihre Betriebe dicht machen. Noch mehr vom Sumpf gibt es hier zu lesen.

http://www.blumenfee3.de/blog/2015/07/10/Nach-dem-Rinteln-Forums-Rauswurf.aspx


Und obwohl Deutschland schon im Jahr 2006 die internationale Behindertenrechts-Konvention unterzeichnet und sich verpflichtet hat, Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft zu integrieren, bauen viele Behindertenwerkstätten ihre Plätze aus statt ab.

Es wäre schön, wenn Sie meinen Hinweis aufnehmen und recherchieren könnten, was WIRKLICH passiert.

Mein Verdacht: es geht um MILLIARDENBETRÄGE, die zu Gunsten der Behinderten gespendet, locker gemacht und erwirtschaftet wurden, aber nicht bei den Behinderten ankommen. Nämlich DIE werden für ihre Arbeit mit Mini-Taschengeldern abgespeist.

Mit freundlichen Grüßen:

Ende Oktober erhielt ich von seiner Mitarbeiterin eine Mail, dass in dieser Sache recherchiert wird.

Jetzt bin ich natürlich gespannt, ob dies heute Abend das Thema der Sendung sein wird....

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11. Januar 2016 um 19:44

Offensichtlich ist das Wallraff-Team
mit den Recherchen über mein Thema noch nicht fertig, denn heute kommt ein Bericht über Krankenhäuser in Deutschland.

Hat RTL gerade bekannt gegeben.

http://www.rtl.de/cms/team-wallraff-profit-statt-gesundheit-wenn-krankenhaeuser-fuer-patienten-gefaehrlich-werden-2635472.html

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11. Januar 2016 um 20:13

Die wollten mit mir ein Interview führen
und wären am Recherchieren. Allerdings lag ich im Krankenhaus, als die Mail von Frau Lobig kam.

Ich schrieb nach meiner Entlassung aus dem KH auch an Frau Lobig, dass ich sie unterstützen würde, aber mich auf Grund meiner Hör- und Sprechprobleme als Interview-Partnerin nicht eigne.

Danach habe ich nichts mehr von ihr gehört.

Muss mal nachhaken bei ihr, wie weit die Recherchen gediehen sind.

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12. Januar 2016 um 11:08

Mail geschrieben, - und zwar diese:
Guten Morgen, Frau Lobig,

Gestern Abend habe ich den Bericht über den Zustand der Krankenhäuser in Deutschland bis zum ersten Werbeblock gesehen. Aber da ich kürzlich selbst fünf Wochen lang in 3 verschiedenen Krankenhäusern gelegen habe, war mir alles schon bekannt.

Heute möchte ich mich erkundigen, wie Ihre Recherchen zum Thema "Behinderten-Werkstätten" vorangehen und ob ich Sie irgendwie unterstützen kann? - Mir liegt das Thema sehr am Herzen. Da ich schon in Rente bin, habe ich viel Zeit zum Recherchieren.

In dieser interessanten Facebook-Gruppe bin ich Mitglied: "Leben mit infantiler Zerebralparese"

https://www.facebook.com/groups/538749252917633/


Einige dieser Mitglieder sind in Behinderten-Werkstätten beschäftigt.

Mit freundlichen Grüßen:

Ich bin gespannt, was sie antwortet....

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