Forum / Liebe & Beziehung

Geschieden, Kind mit einem neuen Mann, dennoch verzweifelt

12. Februar um 16:15 Letzte Antwort: 12. Februar um 18:53

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe mich angemeldet da ich im "echten" leben nicht weiß mit wem ich darüber sprechen soll. Ich versuche mich kurz zu fassen aber die ganze Geschichte ist jetzt schon elf Jahre lang.

Ich war mit einem Mann verheiratet, es war die große Liebe und wir waren sehr glücklich. Leider ist diese Liebe zerstört worden, dadurch dass mein Exmann Depressionen bekommen hat, ich konnte und wollte dieses Leben nicht mehr führen mit ihm, es war einfach zu schwer. Ich habe ihn so sehr geliebt aber ich konnte die Last und ihn nicht mehr alleine tragen und bin daran zerbrochen. Alles was wir uns aufgebaut hatten war irgendwie nicht mehr das was ich mir einfach vorgestellt hatte. 
Wir hatten ein schönes Einfamilienhaus und als ich mich von ihm getrennt habe, habe ich erst festgestellt wie naiv ich war denn ich wurde nie im Grundbuch eingetragen das Haus hat er vor unserer Ehe gekauft, ich habe das Darlehen mit abbezahlt- sprich ich hatte keinen Anspruch auf nichts. Mir war allerdings nie bewusst dass er trotz seiner Erkrankung wohl noch ganz klar berechnend war und es nie geplant war das ich etwas von unserem Leben mitnehmen sollte falls ich gehe. Mir ging es nur um uns und das ich ihn liebte ich habe solche Details nie hinterfragt und wir waren ja auch verheiratet. Aufgrund dessen, dass die Situation für mich nicht mehr tragbar war mit ihm bin ich also ausgezogen mit zwei Koffern und ansonsten gar nichts. In ein möbliertes Zimmer, ohne alles. In der Zwischenzeit habe ich einen Arbeitskollegen kennen gelernt, der mir ganz klare avancen machte. Ich hatte eigentlich kein Interesse an einer neuen Beziehung, aber er ließ nicht locker und ich habe mich darauf eingelassen nach und nach das ganze dauert fast zwei Jahre aber wir kamen dann zusammen und er half mir über die ganze Situation hinweg. Ich habe nie meinen Exmann vergessen und die Gefühle die ich für ihn hatte, aber ich habe sie ganz bewusst verdrängt, da ich ja selbst gegangen bin. Ich habe mir nicht eingestanden, dass ich eigentlich gar nicht gehen wollte aber ich mich irgendwann dann dazu genötigt fühlt weil ich das dann "durchziehen" wollte schließlich war es ja mein Wunsch. Mein gesamtes Umfeld hatte zunächst kein Verständnis für meine Entscheidung da es mir ja in dem alten Leben so gut ging. Irgendwann jedoch haben Sie verstanden dass meine neue Beziehung einfach viel besser für mich ist und mein Exmann ganz klar berechnend war. Ich habe natürlich allen erzählt wie er zu mir war und das ich kein Geld bekam etc.
All das was ich mir vorher gewünscht hatte-  nämlich Verständnis für meine Situation und meine Entscheidung wurde mir dann irgendwann entgegengebracht als sie verstanden haben das mein exmann wohl doch nicht so ein Traummann war. Mein neuer Partner wurde dann sehr liebevoll aufgenommen in der Familie und die ganze Familie hat mir mir der Scheidung auch finanziell geholfen. Es hätte nicht schöner sein können, das war das perfekte happy and zu dieser nicht sehr schöne Geschichte.

Inzwischen bin ich mit dem neuen Mann seit 5 Jahren zusammen. Es hat lange gedauert aber nun haben wir sogar ein Kind, die kleine ist inzwischen sechs Monate alt. Durch die ganze Schwangerschaft und die BabyZeit hatte ich viel Zeit zum nachdenken, leider hat sich das auch bei mir in Postportalen Depression niedergeschlagen, so dass ich viel Zeit zum grübeln hatte. Ich bin auch in Therapie. Von Tag zu Tag werde ich unglücklicher zu Hause, an dem Mann ist nichts verkehrt mit dem ich zusammen lebe,  er ist ein wunderbarer Vater. Meine Tochter ist ein wunderbares Kind, alles könnte schön sein wir leben in einem schönen Haus mit einem großen Garten. Doch ich kann mich an allem gar nicht erfreuen, bei jedem Spaziergang bin ich mit meiner Tochter alleine im Wald und starre nur in der Gegend herum und wünsche mir mein altes Leben zurück - nicht mal so sehr ohne meine Tochter, aber mit den Gefühlen die ich für meinem Exmann hatte.

Nun ist natürlich alles zu spät denn ich bin in einem ganz anderen Punkt in meinem Leben und ich habe Angst das ist das nun war für mich im Leben. Ich weiß das ich meinen  Exmann nie wieder sehe und es gab und gibt auch seit der Scheidung keinen Kontakt mehr zwischen uns. Ich weiß überhaupt nicht was aus ihm geworden ist vielleicht ist er inzwischen längst wieder verheiratet hat ebenfalls Kinder. Aber er geht mir einfach nicht aus dem Kopf, ich verbringe Tage und Nächte damit mir alte Fotos anzuschauen und es kommt mir ja alles so schlecht vor. Ich habe hier ein kleines Kind was mich braucht, einen Mann der mich liebt, und was mache ich? Ich liege nachts wach und denke an meinen Exmann. Ich weiß nicht wie ich so bis ans Ende meiner Tage weitermachen soll wenn er doch ständig in meinen Gedanken auftaucht! Es gibt doch überhaupt keinen Weg mehr zurück. Und das alles lässt mich sehr verzweifeln. Ich weiß nicht was ich mir von euch erhoffe aber ich wollte das einfach mit euch teilen. Denn niemand in meinem Umfeld ahnt, dass ich auch nur einen Gedanken an ihn verschwenden  würde. Alle meinen ich wäre sauer auf ihn und ich könnte ja so froh sein das ich von ihm los gekommen bin und nun mit der neuen Familie glücklich bin. Manchmal frage ich mich ob ich das den andern einfach nur ein geredet habe und ich nun keinen Weg mehr zurück für mich habe. Danke fürs lesen 

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12. Februar um 16:39

Deinem Ex-Mann kannst du nicht vorwerfen, dass du dich nicht erkundigt hast, wie ein Grundbrucheintrag abläuft. Hast du geglaubt, das ginge mit der Heirat automatisch? Das nur mal nebenbei.

Zum Rest: Du bist vor 6 Monaten Mutter geworden. Deine Hormone müssen sich erst einmal einpendeln. Ich würde alle Fotos in eine Kiste packen und vorerst nicht wieder rausholen.  Sprichst du mit deinem Therapeuten über deine Gefühle und Zweifel?
 

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12. Februar um 17:02
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Deinem Ex-Mann kannst du nicht vorwerfen, dass du dich nicht erkundigt hast, wie ein Grundbrucheintrag abläuft. Hast du geglaubt, das ginge mit der Heirat automatisch? Das nur mal nebenbei.

Zum Rest: Du bist vor 6 Monaten Mutter geworden. Deine Hormone müssen sich erst einmal einpendeln. Ich würde alle Fotos in eine Kiste packen und vorerst nicht wieder rausholen.  Sprichst du mit deinem Therapeuten über deine Gefühle und Zweifel?
 

Hallo, danke für deine Nachricht. Ja, meine Therapeutin und ich sprechen darüber. Mir macht nur diese Endgültigkeit meiner Entscheidung Angst. 

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12. Februar um 17:08
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Hallo, danke für deine Nachricht. Ja, meine Therapeutin und ich sprechen darüber. Mir macht nur diese Endgültigkeit meiner Entscheidung Angst. 

Kommt dir deine Entscheidung erst endgültig vor, seitdem deine Tochter auf der Welt ist? Was sagt denn deine Therapeutin? Geht sie davon aus, dass deine Ängste mit der postnatalen Depression zusammenhängen?

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12. Februar um 17:15

Hmm, sagen wir mal die Geburt meiner Tochter hat mir die Endgültigkeit nochmal richtig vor Augen geführt aber die Zweifel hab ich immer mal wieder gehabt. Meistens wenn im "neuen" Leben nicht alles rund lief 

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12. Februar um 17:25
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Hmm, sagen wir mal die Geburt meiner Tochter hat mir die Endgültigkeit nochmal richtig vor Augen geführt aber die Zweifel hab ich immer mal wieder gehabt. Meistens wenn im "neuen" Leben nicht alles rund lief 

Ich kann dir nur den Rat geben, alle Gedanken und Gefühle (und mögliche Pläne und Entscheidungen) offen mit deiner Therapeutin zu besprechen. Und ich wünsche dir von Herzen, dass du innerlich zur Ruhe kommst. 

Womöglich verklärst du momentan deinen Ex-Mann, weil ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat und du dich überfordert fühlst. Gerade die Hausgeschichte ist interessant. Wie schon gesagt, ist meine Meinung, dass du naiv warst und dich nicht gekümmert hast. Aber hat dein Ex sich ebenfalls nicht gekümmert oder dich bewusst belogen - nach dem Motto "keine Sorge, ich kümmere mich darum"/"Schatz, ich habe dich eintragen lassen"....? Gab es schlechte Seite an ihm, die du dir wieder ins Gedächtnis rufen musst?



 

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12. Februar um 17:35

Ich glaube du vergisst und verharmlost den Grund  warum du gegangen bist.

Natürlich wolltest du gehen. Du warst auch nicht mehr glücklich mit deinem depressiven Exmann.

Unser Gehirn spielt und leider gerne Streiche und lässt uns die negativen Sachen schnell vergessen, während die positiven auf einem Podest zu stehen scheinen.

Warum wünscht du dir ein Leben zurück, in dem du kaputt gegangen bist ?

Natürlich hast du große Gefühle für deinen Ex gehabt aber die waren nicht mehr da, als du gegangen bist und sie werden auch nicht wieder kommen.

Eure Zeit ist unwiderruflich vorbei. Die Gefühle gehören der Vergangenheit an und werden auch, wenn du ihn wieder hättest, nicht wieder da sein sein. 

Wenn sich deine Gedanken nicht verändern, dann sei so fair und trenne dich von deinem Mann. Er hat es nicht verdient, im Schatten deines erträumt perfekten Exmannes zu stehen.

Vielleicht sehnst du dich auch nur nach dem Leben ohne Kind zurück. Und das verkörpert nun mal dein Exmann.

Ich habe selber ein 5 Monate alten Wurm Zuhause und weiß, wie sehr sich das Leben, die Beziehung und die Gefühle mit einem Baby verändern. Wie eingeschränkt man ist, wie man plötzlich für ein hilflosen Lebewesen, statt für sich selbst lebt.

Das zerrt an den Nerven und an den Kräften. Vielleicht holst du dir etwas Entlastung durch einen Babysitter, eine Putzhilfe etc und versuchst etwas aus deinem "Mami-Sumpf" heraus zu kommen.

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12. Februar um 17:44
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Ich kann dir nur den Rat geben, alle Gedanken und Gefühle (und mögliche Pläne und Entscheidungen) offen mit deiner Therapeutin zu besprechen. Und ich wünsche dir von Herzen, dass du innerlich zur Ruhe kommst. 

Womöglich verklärst du momentan deinen Ex-Mann, weil ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat und du dich überfordert fühlst. Gerade die Hausgeschichte ist interessant. Wie schon gesagt, ist meine Meinung, dass du naiv warst und dich nicht gekümmert hast. Aber hat dein Ex sich ebenfalls nicht gekümmert oder dich bewusst belogen - nach dem Motto "keine Sorge, ich kümmere mich darum"/"Schatz, ich habe dich eintragen lassen"....? Gab es schlechte Seite an ihm, die du dir wieder ins Gedächtnis rufen musst?



 

Ja es gab viele negativ Seiten und er hat mich bewusst getäuscht. Ich wusste das ich nicht im Grundbuch bin, ich war sehr naiv und hab ihn einfach nur geliebt. Auf meine Frage wann wir zum Notar gehen meinte er immer das sei zu teuer, ich müsste ihm vertrauen wir seien verheiratet da könnte nichts passieren. Ich war dumm und blöd und das wird mir nie wieder passieren! Er hat das Haus zum doppelten Preis verkauft und sich danach 2 Häuser kaufen können und ich hatte wie gesagt gar nichts. Die Scheidung hat er dann auch nicht bezahlt. Da mussten mir meine Eltern dann aushelfen. Es war sehr unschön am Ende. 

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12. Februar um 17:47
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Ich glaube du vergisst und verharmlost den Grund  warum du gegangen bist.

Natürlich wolltest du gehen. Du warst auch nicht mehr glücklich mit deinem depressiven Exmann.

Unser Gehirn spielt und leider gerne Streiche und lässt uns die negativen Sachen schnell vergessen, während die positiven auf einem Podest zu stehen scheinen.

Warum wünscht du dir ein Leben zurück, in dem du kaputt gegangen bist ?

Natürlich hast du große Gefühle für deinen Ex gehabt aber die waren nicht mehr da, als du gegangen bist und sie werden auch nicht wieder kommen.

Eure Zeit ist unwiderruflich vorbei. Die Gefühle gehören der Vergangenheit an und werden auch, wenn du ihn wieder hättest, nicht wieder da sein sein. 

Wenn sich deine Gedanken nicht verändern, dann sei so fair und trenne dich von deinem Mann. Er hat es nicht verdient, im Schatten deines erträumt perfekten Exmannes zu stehen.

Vielleicht sehnst du dich auch nur nach dem Leben ohne Kind zurück. Und das verkörpert nun mal dein Exmann.

Ich habe selber ein 5 Monate alten Wurm Zuhause und weiß, wie sehr sich das Leben, die Beziehung und die Gefühle mit einem Baby verändern. Wie eingeschränkt man ist, wie man plötzlich für ein hilflosen Lebewesen, statt für sich selbst lebt.

Das zerrt an den Nerven und an den Kräften. Vielleicht holst du dir etwas Entlastung durch einen Babysitter, eine Putzhilfe etc und versuchst etwas aus deinem "Mami-Sumpf" heraus zu kommen.

Du hast recht. Vieles ist begründet weil ich total überfordert bin mit dem Kind. Ich sehne mich sehr nach dem alten Leben und das fühlt sich schrecklich an da ich meine Tochter so gewünscht habe!! 

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12. Februar um 18:02
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Du hast recht. Vieles ist begründet weil ich total überfordert bin mit dem Kind. Ich sehne mich sehr nach dem alten Leben und das fühlt sich schrecklich an da ich meine Tochter so gewünscht habe!! 

Du musst dich nicht schlecht fühlen.

So geht es ganz, ganz vielen Frauen. Da wird nur nie drüber gesprochen, es ist ein Tabuthema.

Deine Gedanken ändern absolut nichts, an der Liebe zu deinem Baby. 

Ich kann dir das Buch "artgerecht" empfehlen, dort steht gut beschrieben, warum viele heutzutage überfordert sind mit einem Baby.

Sprich mit deinem Mann und deiner Familie, dass sie dich etwas entlasten.

Das ist wirklich ganz, ganz wichtig. Es ist keine Schande überfordert zu sein. So ein Baby klebt 24/7 an einem dran, man wird zur laufenden Milchbar und vieles was man vorher getan hat, fällt weg.

Bitte schäme dich nicht für deine Gefühle. Sie sind völlig normal und machen dich nicht zu einer schlechten Mutter.

Sag deinem Mann, dass du mehr Hilfe brauchst, lass einmal die Woche deine Mama oder die Schwiegereltern kommen,damit du Ruhe und Zeit für dich hast.

Denk daran:

"Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen".

Und du bist nur eine einzige Person.



 

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12. Februar um 18:53

Danke für deine lieben Worte!!!!

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