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GEHEN oder BLEIBEN?

11. August um 13:42 Letzte Antwort: 11. August um 17:55

Hallo liebe Community,

lange habe ich mit dem Gedanken gehadert hier meine Geschichte zu erzählen und konnte mich nie dazu durchdringen. Nun ist es soweit und ich möchte gerne fremde Meinungen zu meiner aktuellen Situation einholen. Nur vorab: das wird ein sehr langer Text, weshalb ich die Oberthemen schon mal nennen möchte #Interkulturelle Beziehung #Unterstützung #Staatsexamen #schwiegermutter #Narzissmus #Fehlkommunikation. Ich möchte mich auch vorab dafür entschuldigen, dass das alles so unübersichtlich wird.

Ich, w, 28 Jahre alt, mein Partner 29 sind seit 5,5 Jahren zusammen. Seit ca. 1,5 Jahren läuft es nicht mehr gut. Das letzte Jahr lief ziemlich schlecht und seit einigen Monaten ist es nur noch die Hölle.

Mittlerweile bin ich auch an einem Punkt an dem ich eingesehen habe, dass die Beziehung keinen Zweck mehr macht. Die letzten Monate war ich mehrmals von diesem Gedanken überzeugt, doch hat mich die Liebe zu ihm immer davon abgehalten den letzten Schritt zu gehen. Was ich mir von diesem Posting erhoffe, weiß ich selbst nicht. Vermutlich nur eine Einschätzung bzw. Bestätigung, ob ich denn die Sitation realistisch einschätze.

Wir haben uns während des Studiums kennen gelernt und anfangs war alles noch sehr schön, intensiv und hat sich einfach richtig angefühlt. Dazu muss ich sagen, ich war immer seine Traumfrau und er war hin und weg von mir. Konnte seine Augen gar nicht von mir lassen - das ging die ersten 1,5 Jahre so. Bin schon nach 3 Monaten nach und nach zu ihm gezogen und ab dem Tag waren wir so gut wie unzertrennlich. Dazu muss ich sagen er ist eigentlich der Typ Mann, den sich jede Schwiegermutter für die Tochter wünscht. Ehrlich, freundlich, erfolgreich uvm. Er ist der Typ Mann, der sich gerne bindet.

Unsere Beziehung hat sich seit dem Tod meines Vaters sehr zum negativen entwickelt. Dazu muss ich aber vorab sagen, dass unserer Beziehung sehr unter dem Aspekt interreligiöse Beziehung leidete. Mein Vater hat bis zu seinem Tod nichts von meinem christlichen Freund erfahren. Das passte nicht zu seinen Wertevorstellungen. Nicht weil Christen keine guten Menschen oder Heiratspartner seien, sondern aus dem Grund, weil wir (auch ich) an den Koran glauben und darin steht, dass eine interreligiöse Religion nicht von Gott akzeptiert wird. Es war also der Gedanke, dass die Tochter eine vor Gott ungültige Ehe führen würde, der diesen Umstand zum Tabu machte.
Meiner Familie und mir war bewusst, dass mein Vater das mit meinem deutschen, christlichen Freund insgeheim wusste, sicg jedoch nie traute mich zu fragen. Ich wollte es ihm immer sagen, doch haben meine Schwester und meine Mutter mich enorm unter Druck gesetzt und mir gedroht: "Wenn er deinetwegen einen Herzinfarkt erleidet, dann hast du gegen mich zu kämpfen". Solche Aussagen waren Standard und ich habe mich davon leider einschüchtern lassen.Es stimmte zwar, dass mein Vater ein sehr schwaches Herz hatte, doch war er ein sehr gütiger und liberaler Mensch, der mir NIE irgendlweche Grenzen im Leben setzte. Im Gegenteil: er ermöglichte mir das Studium außerhalb vom Elternhaus und etliche Auslandsreisen. Im Nachhinein bin ich mir sicher, er hätte mir seinen Segen erteilt. Jedenfalls habe ich mich nach seiner Krebsdiagnose erst Recht nicht getraut ihn mit meinem Doppelleben zu konfrontieren. Leider war es so, dass zwischen meinem Vater und mir vieles unausgesprochen blieb, wofür ich mir viele Vorwürfe mache.
Mein Partner leidete natürlich sehr unter diesem Thema. Er wollte meinen Vater doch unbedingt kennen lernen. Er fühlte sich immer "versteckt", was ich teilweise auch gut nachvollziehen kann.
Meine Mutter und Geschwister kennen und mögen ihn sehr und für sie war es nie ein Problem, dass er aus einer anderen Kultur stammt. Meine Familie ist sehr religiös, weshalb wir an den oben genannten Glaubenssatz glauben, allerdings haben sie mir niemals die Beziehung versucht schlecht zu reden oder mir deshalb Vorwürfe gemacht. Das scheint in Anbetracht dessen, dass sie mir in Beziehung auf meinen Vater in die Quere gekommen sind, paradox - ich weiß.

Auch seine Mutter war von Anfang gegen die Beziehung. An der Stelle möchte ich gar nicht zu tief einholen. Ihr müsst mir nur glauben: die Mutter (Hausfrau trotz zwei Staatsexamina, nie gearbeitet) ist eine Narzistin, die ihre Kinder und ihren Mann manipuliert. Es ist sehr traurig und kaum mehr mit anzusehen, weshalb ich den Kontakt zu ihr möglichst vermeide. Sie hat ihren eigenen Mann (Prof. an der Uniklinik) so zermartert, dass er in die Klapse musste, um ihn dann wieder aus eigenen Stücken da heraus zu holen - was für eine Wohltat. Alles dreht sich nur um sie und sie hat immer Recht. Wehe jemand fällt ihr ins Wort, dann kann er sich erst mal eine Standpauke mit anschließendem "In-Tränen-Ausbrechen" und "Wie kannst du nur so undankbar sein"-show reinziehen. Immer dasselbe Schema und niemand traut sich etwas zu sagen in dieser Familie. Meiner Ansicht nach ist diese Frau boshaft. Sie freut sich nur über die Erfolge ihrer Kinder/Mannes um damit zu prahlen. Aber ihnen gegenüber muss sie ständig kund geben, was sie alles falsch machen. Was mich angeht: mal ist sie (hyperaufgesetzt) "nett" oder sie erniedrigt mich. Ein Beispiel: Einen Tag nach dem 1.Todestag meines Vaters mussten wir kurz zu seinen Elten fahren, weil mein Freund sinnloserweise drauf bestad Schrauben abzuholen. Alle merkten, dass etwas nicht mit mir stimmte. Ich war einfach völlig fertig von der muslimischen Trauerfeier, die einen Tag zuvor statt gefunden hatte. Das erzählte ich der Schwester nachdem sie mich mehrmals fragte was los sei. Daraufhin ging sie runter zur Mutter und erzählte ihr das. Anstatt mich in Ruhe zu lassen (an ein tröstliches Wort ist gar nicht zu denken) fing sie an mich anzuecken: "boah siehts du fertig aus. Lern nicht mehr so viel ja? du siehts ja ungesund aus" Ich war geschockt über so viel Boshaftigkeit und meinte nur: "es ist sehr nett, dass du dir Sorgen um micht machst". Allen war es peinlich. Nur mein Partner bekam nichts mit, da er wieder mit sich selbst beschäftigt war.
Zu der Sache mit der Lernerei: ich bin relativ erfolgreich in dem was ich mache und die Mutter kann das nicht ab. Sie muss es so darstellen als würde ich mich dumm und dämlich lernen, was aber schlicht und ergreifend nicht der Wahrheit entspricht.

Das nun zum Grundlaster, das stark durch meine familiären Beziehungen geprägt wurde. Aber nun kommen wir zum eigentlichen Problem: Mein Partner hat sich total verändert, seit dem er arbeitet (seit 1 Jahr). Er ist zu einem egozentrischen, empathielosen Menschen mutiert. Daneben ist er extrem spießig geworden, äußert sogar teilweise fremdenfeindliche Ansichten (er hat etwas gegen den Islam und ist Flüchtlingsgegner, damit das Gegenteil von meinen Wertevorstellungen) und ist ein Drillinstructor.

Es geht immer darum, dass bei ihm alles gut läuft, weil er ja arbeitet. Ich bin noch Referendarin. Habe im Juni diesen Jahres das 2. Staatsexamen (Jura) geschrieben, was auch eine Belastungsprobe für unsere Beziehung war, wobei ich auch seine Staatsexamina mitgemacht habe und dabei ALLES (das war im Nachhinein ein Fehler) für ihn gemacht habe. Jedenfalls steht er immer im Mittelpunkt und redet meine Ausbildung klein. Ständig kommen so Kommentare wie "du bist ja noch Studentin" oder "du hast eh nichts zu tun" "du bist auszubildende". Er redet mich einfach klein. Witzigerweise hat er selbst Jura studiert und weiß, wie anspruchsvoll das Studium und Referendariat ist (insb. in Bayern).

Seine Egozentrik äußert sich im Alltag stark aus: er muss immer die Filme aussuchen, die Restaurants die wir besuchen, immer machen wir was mit SEINEN FREUNDEN, von meinen Freunden ist er genervt. Am schlimmsten ist er aber wenn es um das Thema ESSEN geht.
Der ein oder andere wird sich nun sicherlich an den Kopf fassen... Was das Thema angeht ist er meiner Ansicht nach auf der Stufe eines Kindes stehen geblieben. Sobald er Hunger hat, wird er zum Monster und brüllt deshalb auch schon mal herum. Peinlich ist es, wenn wir unteregs sind. Das ist dann sowieso unser Streitthema Nr. 1: wo wird gegessen, was wird gegessen? was vegetarisch- willst du mich verarschen, ich habe Hunger! Kein Hipsterscheiss, ich habe Hunger! - das sind so Standardsätze. Letztens habe ich ihn dazu überreden können in einem Restaurant meiner Wahl essen zu gehen. Boah musste ich mir was anhören... er hat mir dort die Hölle heiß gemacht. Nur weil wir ein mal das gemacht haben, was ich wollte. Ich hingegen war die letzten 5,5 Jahre immer flexibel und fand Gefallen an seinen Vorschlägen, die mir in den ersten Jahren auch mehr zugesagt haben.

In der Lockdownphase ist es mir extrem aufgefallen. Er hat von mir jeden Mittag warmes Essen erwartet. Damit meine ich jetzt nicht mal Nudeln mit Pesto, sondern Braten mit Sößle usw - so wie bei Mama halt ne Das furchtbare daran: das war wenige Wochen vor meinem 2. jurist. Staatsexamen und Corona hat mir damals sowieso den Rest gegeben. Er hat nach wie vor extreme Ansprüche an mich. Dummerweise habe ich seine Ansprüche bisher immer erfüllt, weshalb ich die Schuld auch bei mir sehe. Ich habe ihn die letzten Jahre sehr verwöhnt. Ich kann sehr gut kochen, bin einfach "zackig" und selten überfordert. Ich bin sehr belastbar, was mir leider oft zum Nachteil gereicht. Meine Belastbarkeit hat er gnadenlos ausgenutzt.

Nicht nur er, sondern auch meine Familie, die mich während der Krankheitsperiode meines Vaters, die knapp 6 Monate andauerte, alleine ließ. Ich, wurde immer vorgeschickt und musste alle Fachgespräche mit den Ärzten führen und hatte niemanden der mir die Hand hielt, als der Arzt mir ins Gesicht sagte, mein Vater habe höchstens noch ein Jahr zu leben. Schlimm war es dann, dass ich diese schlimmen Nachrichten alleine überbringen musste und dafür auch noch von meiner Mutter und meinen Geschwistern runter gemacht wurde. Wie ich das replizieren könne, was der Arzt sage. Das stimme nicht, dass er sterbe usw... das war die Hölle für mich. Ich hatte niemanden, mit dem ich meine Trauer teilen konnte und musste die anderen trösten, die sich schwächer als ich darstellten. Das war nur eine Info am Rande, damit ihr wisst, das meine Belastbarkeit und Gutmütigkeit oftmals ausgenutzt wurde.

Ein weiteres Problem das ich mit meinem Partner habe: das Thema Heirat und Kinder. Tatsächlich war ich so dumm und habe mir trotz all der schlimmen Dinge, die mir widerfahren sind eine Ehe mit ihm gewünscht. Ich weiß, dass ich damit mein Unglück womöglich besiegeln würde, doch hat mich dieser Wunsch seit ca. einem halben Jahr nicht losgelassen.
Dazu muss ich aber sagen, dass neben religiösen Aspekten auch der soziale Druck diesen Umstand beeinflusste. Leider bin ich in der Hinsicht eine Frau wie viele andere. Wenn die Freundin einen Antrag bekommt, ist man auch verführt von dem Gedanken und so kam es, dass ich mir Gedanken darüber machte.
Früher glaubte ich, dass er mich sofort heiraten würde, das nur nicht ginge wegen meiner ungeklärten familiären Verhältnisse. Doch wendete sich das Blatt nach all den Geschehnissen, die ich oben schilderte. Als ich ihn dann auf das Thema Verlobung usw ansprach, war er total überrascht. Er meinte ich solle erst mal meine Ausbildung abschließen. Er machte mir auch im weiteren Verlauf klar, dass er einfach nicht wollte.
Die Tatsache, dass er mich nicht wollte, machte mich fertig. Denn ich bekommen das nicht nur von Freunden zu hören, sondern weiß es selbst: ich bin eine sehr begehrte Frau. Ich bin sehr klug, erfolgreich (super Examen), aufgeschlossen und einfühlsam. Daneben sehe ich - das soll nicht eingebildet klingen - sehr gut aus. Habe nach den Aussagen meiner Freunde und Verwandte "ein wunderschönes Gesicht" und auch eine gute Figur. Ich bin super wifey, kann fingerlickinggood- kochen und backen. Was will man(n) mehr, denkt man sich? Das dachte ich auch, weshalb ich mich immer mehr zur verbissenen, frustrierten Stresserin entwickelte. Die ganze Situation muss so sehr an meinem Selbstwertgefühl gekratzt haben, dass ich mich situativ in eine Furie verwandelte. Ich fing an ihn aufs übelste zu beleidigen. Das waren Beleidigungen unter der Gürtellinie. Es kam auch vor, dass ich seine Mutter beleidigte. Ich weiß, dass das ganz schlimm ist und nicht zu rechtfertigen ist, aber ich wusste nicht was mit mir geschah. Ich wurde ohne Beleidigungen oder Audrücke erzogen. Mich schockierte es selbst, was so situatiiv aus meinem Mund rausschoss. Das ging ca. 2 Monate so. Dafür entschuldigte ich mich immer wieder, aber diese Beleidigungen haben sich bei ihm eingebrannt. Ich mache das auch nicht mehr, seitdem ich mir das fest vorgenommen habe.

Ich war sehr gefrustet, weil er mir ausdrücklich sagte, dass er mich nicht wollte und das, obwohl ich aus meinem Blickwinkel ein guter Fang für ihn war. Das hat mich innerlich zerstört, weshsalb ich mich wohl zu einer Furie entwickelte.

Meine Verbissenheit empfinde ich im Nachhinein als elendig. Ich sprach ihn immer und immer wieder auf das Thema an. Er wurde oftmals spöttisch oder manchmal explodierte er auch und gab mir dann ausdrücklich zu verstehen: "glaubst du echt, ich will dich heiraten? du bist die hölle für jeden Mann." Das musste ich erst mal schlucken und spätestens hier werden alle Leser sich denken: wieso ist sie noch mit ihm zusammen.
Nach einem Nervenzusammenbruch war das aber auch est mal vedrängt und es ging so beschissen weiter wie zuvor. 

Nun ist es so, dass wir vor einem Trümmerhaufen stehen und nur noch aneinander vorbei reden. Er sieht in mir eine Stresserin, die ihm das Leben mit all ihren Beschwerden zur Hölle macht. Ich hingegen fühle mich behandelt wie ein Stück Sch****, eine ungewollte Frau, die madig gemacht wird und nur eine Nebenrolle in seinem Leben spielt.

Mir ist durchaus bewusst, dass ich nur die negativen Aspekte der Beziehung genannt habe. Diese überwiegen im Moment aber erheblich und ich habe einfach keine Kraft mehr. Er hingegen will die Beziehung nicht beenden, weil er behauptet, dass er mich liebt..

Übrigens wohnen wir zusammen, was für mich aber kein Hindernis für eine Trennung ist.

Ich habe Angst meine Zeit mit einem Mann zu vergeuden, der mich unglücklich macht. Es passt vorne und hinten nicht. Manchmal frage ich mich auch: bin ich zu kompliziert? erwarte ich zu viel vom Leben? ich denke eigentlich nicht.

Ich würde gerne Eure Meinungen dazu hören.

Viele Grüße

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11. August um 14:09

Was zum Teufel hält dich noch bei diesem Mann, der gar nicht daran denkt, dich zu heiraten und dich noch nicht mal liebt.

Du bist für ihn ein nützliches "Objekt" , das gnadenlos ausgebeutet und abserviert wird, wenn er etwas Besseres findet.

Mehr braucht man zu deinem Roman gar nicht zu sagen. 

Die verschiedenen Religionen lasse ich jetzt mal außen vor, da sonst die Rassismus-Keule kommt.

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11. August um 14:50

Das erste was mir  hier aufgefallen ist, das du seine Mutter bewertest. Du findest leider keine guten Worte für sie. Es mag sein das sie kein feiner Mensch ist, doch ist mein Empfinden so, das du ja nicht einmal verwandt mit ihr bist und dir trotzdem so etwas erlaubst.

Du findest leider auch für alles andere keine guten Worte und beim Blick zurück, fällt dir sicherlich auf, wo ihr beide angekommen seid.

Du beschreibst dich selbst sehr stolz Das Kleinmachen deines Partners könnten seine Befürchtungen wiederspiegeln, du könntest einmal mehr Erfolg haben als er. Spätestens dann, so fürchte ich, wird er dich entgültig wegbeissen.

Das mit den Beleidigungen der Mutter gegenüber..naja...zugestanden hätte dir das auch wieder nicht. Dennoch ist es wohl eine emotionale Explosion gewesen und aufgestauter Frust hat sich entladen.

Er will dich nicht heiraten, er liebt dich nicht, auch er findet keine guten Worte für dich !

Du bist eine wunderschöne erfolgreiche junge Frau ! Warum willst du bleiben ?
Selbst als Single würde es dir besser gehen.

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11. August um 15:15

Vielen Dank für eure Einschätzung... Ich sehe es ja selbst so, doch fällt es mir trotzdem so schwer loszulassen. Immer wieder rede ich mir ein, dass ich selbst an der Situation schuld bin und versuche mich zu verbiegen, in der Hoffnung, alles werde wieder wie früher. In meiner Wunschvorstellung sieht es so aus, dass er wieder liebevoll und verständnisvoll mir gegenüber ist, wir uns wieder lieben und dann kommt alles andere automatisch. Das Verbiegen klappt naürlich nicht, da mich spätestens 24 Stunden wieder die negativen Gefühle von Ungeliebtsein überkommen und ich so wieder in meine Trutzwerhhaltung verfalle. 
Mir fehlt im Moment noch der Mut die Trennung zu vollziehen. Hätte ich mehr Selbstachtung, würde mir das wohl leichter fallen.

Zu der Sache mit der Mutter: ich wollte das Thema nicht ausufern lassen. Aber nun sehe ich mich in Erklärungsnot. Damit wir uns verstehen: nichts auf der Welt rechtfertigt Beleidigungen oder gar negative Werturteile über die Mutter des Partners. Das war nicht in Ordnung und dafür habe ich mich sehr oft entschuldigt.
Seine Mutter ist sehr schwierig und ich war ihr schon von Anfang an ein Dorn im Auge. Sie klammert sehr bei ihrem Sohn und erwartet, dass er sie jeden Tag anruft. Als sie bemerkte, dass ich die neue Frau in seinem Leben war, fing sie an, bei mir anzuecken. Sie mäkelte nicht nur an mir herum, sondern wollte mir gegenüber ein schlechtes Bild von meinem Partner vermitteln, in dem sie andauernd Jugendfauxpais erzählte und sowas sagte wie "boah du bist echt schlimm, ich würds nicht mit dir aushalten" etc.
Es hatte sich also in den ersten zwei Jahren schon ziemlich viel auf beiden Seiten angestaut. Eine Premiere gab es dann vor ca. 3 Jahren bei einem Abendessen bei den Eltern meines Freundes. Zu dieser Zeit befand sich der Vater auf Geschäftsreise. Das nutzte die Mutter aus, um mir mal richtig ihre Meinung zu geigen. Der Vater mag mich sehr und hätte eine solche Szene niemals zugelassen. Sie war total betrunken und sprach mich immer wieder auf meine Kultur und die gesellschaftlichen Konflikte an, wobei ich ihr entgegnete, dass ich darin kein Problem sehe. Sie wollte aber unbedingt, dass ich etwas sage, um ein Feuer bei ihr zu entfachen. Dies tat ich nicht, was sie nicht davon abhielt unsere Beziehung abzuwerten. Es fielen Sätze wie "Es wird sehr schwierig für euch - habt ihr euch das wirklich gut überlegt? Unsere Kulturen passen einfach nicht zusammen" uvm. Und das war zu einer Zeit als wir uns noch blendend verstanden haben. Ich war der Frau einfach nicht gut genug, weil ich eine Muslima bin, die aus einer Arbeiterfamilie stammt.
Als der Vater dies später mitbekam war er sehr erzürnt und sagte mir gegenüber, dass seine Frau leider rassistische Tendenzen aufzeige und dass es ihm sehr leid tue.

Ich erzähle nur die Spitze des Eisbergs. Ich wollte das nur noch loswerden, um der Situation eine weitere Perspektive zu geben.

LG

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11. August um 15:35

Im Grunde genommen wird dir gezeigt, das du nicht erwünscht bist.

Du musst ja nicht heute oder morgen Konsequenzen ziehen. Dir wird es so lange gezeigt, bis du es kapiert hast und einsiehst, das du es so nicht mehr kannst.

 

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11. August um 17:55
In Antwort auf beate44

Im Grunde genommen wird dir gezeigt, das du nicht erwünscht bist.

Du musst ja nicht heute oder morgen Konsequenzen ziehen. Dir wird es so lange gezeigt, bis du es kapiert hast und einsiehst, das du es so nicht mehr kannst.

 

Sehr konstruktiver Kommentar...

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