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Gehen oder Bleiben

9. März um 13:37

Hallo liebe Community,

ich habe gerade das Gefühl, alles falsch zu machen.
Ich habe vor 2,5 Jahren einen wunderbaren Mann kennen gelernt. Die Art und Weise, wie wir zusammen gekommen sind, könnte man schon als schicksalshaft bezeichnen. Es lief nie so gut wie mit ihm, sodass wir auch recht schnell zusammen gezogen sind und uns für ein Kind entschieden haben.

Seid unser Kind auf der Welt ist, sind wir durch einige Höhen und Tiefen gegangen. Die Schlafsituation war 10 Monate lang katastrophal. Was den Alltag angeht, sind wir absolut kompatibel und es gibt sehr viele Seiten, die ich an ihm schätze. Er kocht sehr gut, ist genauso reinlich wie ich, statt rülpsend vor der Glotze Bier zu saufen, trinken wir lieber gemeinsam einen Wein miteinander, wir haben immer noch viele Gesprächsthemen etc.

Wenn eine Sache nicht wäre und das ist unsere Streitkultur. Sobald wir streiten, wird er richtig eklig, reagiert für meine Begriffe nur mit Unverständnis, wird verachtend, manchmal sogar richtig feindselig. Ich fühle mich auch jedes Mal provoziert und kann dem Streit nicht entfliehen. Schließe (oder knalle) ich eine Tür, dann kommt er trotzdem hinterher und treibt mich in die Enge, bis ich mich irgendwann gar nicht mehr im Griff habe und nur noch brülle.

Das bekommt natürlich auch unsere Tochter mit.
Ich bin schon mehrere Male deswegen mit ihr in mein Elternhaus geflüchtet und habe erst kürzlich wieder mal die Trennung ausgesprochen und mich nach Wohnungen umgesehen.

Wenn ich mit ihm zusammen bin, spüre ich oftmals eine Mauer in mir, sodass ich nur wenig Nähe zulasse. Sobald ich die Trennug ausspreche, frage ich mich, wie blöd ich bin, das alles weg zu schmeißen, weil es bis auf die Streits so gut passt. Wir leiden dann beide wie die Hunde, liegen uns heulend in den Armen und versuchen uns dennoch als gute Eltern liebevoll um unser Kind zu kümmern. Dann sind wir sehr feinfühlig füreinander und harmonieren wieder so perfekt, dass man es doch wieder miteinander versuchen will.

Bisher waren wir einmal bei einer Paarberatung deswegen.

Ich frage mich: Bin ich nicht in Ordnung? Bin ich vielleicht bindungsphobisch, weil ich es nie lange bei jemanden ausgehalten habe bisher? Hab ich vielleicht gerade so wenig Selbstvertrauen, dass ich einfach den Absprung nicht schaffen will? Ist er einfach ein Arsch, den ich abschießen sollte, weil es vielleicht doch nicht so gut funktioniert?

Ich bin echt überfordert mit der Situation...
Hat jemand Rat?

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9. März um 13:57

Das erste Gespräch dient ja erst einmal dem Kennen Lernen und dem Definieren des Problems. Dennoch hatten wir danach mehr Verständnis füreinander. Wir fanden es gut und dann war erstmal alles ok. Mittlerweile stritten wir aber schon wieder 1-2 Mal pro Woche und immerhin heftig genug, dass ich in Tränen ausgebrochen bin.

Neulich ist es eben wieder richtig eskaliert. Das grundlegende Thema ist, dass ich mich oft bevormundet fühle und meine Worte und Ansichten offenbar weniger zählen als seine. So mein Eindruck. Und das widerum zeigt sich eben in alltäglichen Kleinigkeiten, beispielsweise, wenn jeder Schritt, den ich in der Küche mache, kommentiert wird. Wenn ich dann normal anspreche, dass mich das stört, reagiert er sofort abwertend und sagt dann Sachen wie: "Mein Gott, jetzt bauscht du wieder Kleinigkeiten so auf. Am besten wir verbringen den Abend heute getrennt, auf sowas habe ich keine Lust".
Und das empfinde ich dann wieder als völlig überzogene Reaktion und als Herabwürdigung meines Standpunktes. Ich sage, was mich stört und es wird sofort abgeschmettert und findet keine Beachtung. Das bloße Ansprechen eines Missstandes rechtfertigt jedoch eine solche Reaktion wie gerade beschrieben.

Ich hoffe, ich konnte mic hverständlch ausdrücken...

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9. März um 14:29

Der Trennungsgedanke kam bisher immer von mir. In der Paarberatung wurde klar, dass das offenbar am Elternhaus liegt und ich überlege jetzt, noch in Einzelberatung zu einem Psychologen zu gehen, um Vergangenes aufzuarbeiten und eventuelle Bindungsphobie zu behandeln...

Er nörgelt nicht. Er kommentiert mehr. Aber so, dass ich mich behandelt fühle, als wäre ich ein Kleinkind. Als müsste er mir alles erklären. Aber ich bin eine gestandene Frau und immer durchs Leben gekommen.

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9. März um 15:26

Es gibt ja verschiedene Ausprägungen einer Bindungsphobie. Ich empfinde das Thema Ehe zum Beispiel sehr beängstigend. Ist für mich wie Knast. Freu mich aber für jeden, der diesen Bund engeht und wirklich das Gefühl hat, jemanden fürs Leben getroffen zu haben. Und dann bedauere ich mich selbst, dass ich das nicht kann.

Voll bescheuert

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9. März um 22:12
In Antwort auf kietzemaze

Hallo liebe Community,

ich habe gerade das Gefühl, alles falsch zu machen.
Ich habe vor 2,5 Jahren einen wunderbaren Mann kennen gelernt. Die Art und Weise, wie wir zusammen gekommen sind, könnte man schon als schicksalshaft bezeichnen. Es lief nie so gut wie mit ihm, sodass wir auch recht schnell zusammen gezogen sind und uns für ein Kind entschieden haben.

Seid unser Kind auf der Welt ist, sind wir durch einige Höhen und Tiefen gegangen. Die Schlafsituation war 10 Monate lang katastrophal. Was den Alltag angeht, sind wir absolut kompatibel und es gibt sehr viele Seiten, die ich an ihm schätze. Er kocht sehr gut, ist genauso reinlich wie ich, statt rülpsend vor der Glotze Bier zu saufen, trinken wir lieber gemeinsam einen Wein miteinander, wir haben immer noch viele Gesprächsthemen etc.

Wenn eine Sache nicht wäre und das ist unsere Streitkultur. Sobald wir streiten, wird er richtig eklig, reagiert für meine Begriffe nur mit Unverständnis, wird verachtend, manchmal sogar richtig feindselig. Ich fühle mich auch jedes Mal provoziert und kann dem Streit nicht entfliehen. Schließe (oder knalle) ich eine Tür, dann kommt er trotzdem hinterher und treibt mich in die Enge, bis ich mich irgendwann gar nicht mehr im Griff habe und nur noch brülle.

Das bekommt natürlich auch unsere Tochter mit.
Ich bin schon mehrere Male deswegen mit ihr in mein Elternhaus geflüchtet und habe erst kürzlich wieder mal die Trennung ausgesprochen und mich nach Wohnungen umgesehen.

Wenn ich mit ihm zusammen bin, spüre ich oftmals eine Mauer in mir, sodass ich nur wenig Nähe zulasse. Sobald ich die Trennug ausspreche, frage ich mich, wie blöd ich bin, das alles weg zu schmeißen, weil es bis auf die Streits so gut passt. Wir leiden dann beide wie die Hunde, liegen uns heulend in den Armen und versuchen uns dennoch als gute Eltern liebevoll um unser Kind zu kümmern. Dann sind wir sehr feinfühlig füreinander und harmonieren wieder so perfekt, dass man es doch wieder miteinander versuchen will.

Bisher waren wir einmal bei einer Paarberatung deswegen.

Ich frage mich: Bin ich nicht in Ordnung? Bin ich vielleicht bindungsphobisch, weil ich es nie lange bei jemanden ausgehalten habe bisher? Hab ich vielleicht gerade so wenig Selbstvertrauen, dass ich einfach den Absprung nicht schaffen will? Ist er einfach ein Arsch, den ich abschießen sollte, weil es vielleicht doch nicht so gut funktioniert?

Ich bin echt überfordert mit der Situation...
Hat jemand Rat?

Also vor ihm hast Du es nie lange mit jmd ausgehalten. Das bedeutet nimm es mir nicht uebel, schon nach jmd etwas „ schwierigerem“.

Wie sueht es d bei ihm aus. Hatte er vor Dir auch solche Probleme.. weisst Du da etwas?

Ansonsten solltet Ihr eine ordentliche Streitkultur erlernen.

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