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Gefühlsachterbahn

2. Januar 2006 um 18:50 Letzte Antwort: 2. Januar 2006 um 20:44

Hallo Ihr da draußen,

ich weis mir einfach keinen Rat mehr und bitte Euch um Eure Meinung zu folgender Situation.

Seit vielen Jahren schon kenne ich einen Mann, zu dem ich mich schon immer hingezogen gefühlt habe. Ihm ging es genauso. Aber zusammen gekommen sind wir in all den Jahren nicht. Wir sind auch eigentlich gar nicht unserer Typ, was wirklich auf Gegenseitigkeit beruht. Aber wir hatten schon immer gelegentlichen Telefonischen Kontakt, der früher immer von seiner Seite aus ging. Kurz Hallo sagen und fragen, wie es einem geht. Und ich muß zugeben, ich hatte immer Herzklopfen, wenn er sich meldete.

Aber immer war einer von uns in einer Beziehung und vor 10 Jahren hatte er sogar geheiratet. Mit dieser Frau hat er eine jetzt 9-jährige Tochter, die er über alles liebt.

Die Ehe hielt nicht lange u. er lebt schon seit 5 Jahren von seiner Frau getrennt.
Und auch ich bin seit einiger Zeit wieder alleine.
Alles Esay sollte man meinen, oder?
Endlich können wir versuchen, ob wir zusammen passen.
Das wäre zu schön, um war zu sein.

Ich muß noch dazu sagen, daß er immer nur Pech mit seinen Frauen hatte.
Er wurde belogen, betrogen und sogar von seiner Ex-Frau geschlagen. Die Ehe bestand schon kurz nach der Hochzeit nur aus Schläge, Schreierrei und Lieblosigkeit von Ihrer Seite aus. Bis er sein Bündel gepackt hat.

Er hatte aus Liebe geheiratet, aber da sie Türkin ist, vermutet er im Nachhinein, das sie ihn nur geheiratet hat, um in Deutschland bleiben zu können.

Nach all diesen schrecklichen Erfahrungen hat er nun Beziehungsängste. Was ich nachvollziehen kann, denn er ist ein sehr sensibler und ehrlicher Mann.

Jedenfalls hatte er schon immer zu mir Vertrauen. Unsere Freundschaft ist schon seit vielen Jahren was ganz besonderes.

Seit einigen Wochen telefonieren wir jeden Tag, wobei meistens er sich meldet. Sehen können wir uns nicht, da er 100 km entfernt wohnt u. unter der Woche arbeiten muß. Wochenends hat er oft seine Tochter bei sich.

Da seine Ex-Frau auch das Kind sehr lieblos behandelt, möchte die Kleine natürlich so oft es geht bei ihrem Papa sein.
Beide genießen die Zeit und ich freue mich auch für ihn.

Inzwischen haben unsere Telefonate sehr intime und liebevolle Züge angenommen. In einer schwachen Stunde hat er mir gestanden, das er mich liebt, das ich ihm fehle und das er auf meinen Ex-Freund Eifersüchtig war.
Ich war so happy, denn ich hatte längst tiefere Gefühle für ihn entwickelt. Er hatte das bemerkt, ist aber nicht daruf eingegangen.
Die Angst, wieder enttäuscht zu werden, ist einfach zu groß.

Ich habe ihn schon einfach mal überraschen wollen u. zu ihm fahren.
Aber das geht überhaupt nicht.
Wenn die Kleine bei ihm wäre, könnte ich gleich auf dem Absatz umdrehen.
Und als wir vor ein paar Tagen telefoniert hatten, da klingelte es bei ihm u. ich habe mit gehört, wie seine Frau vor der Tür steht und ihm die Kleine bringt, weil sie nur nach ihrem Papa weint. Dann hat die Frau in die Wohnung gedrängt u. in die Zimmer geschaut.
Er hat sie rausgeschmissen u. die Tochter da behalten.

Weil seine Ex-Frau so ist, will er auch nicht, das die Tochter von einer anderen Frau in seinem Leben erfährt. Denn die hofft natürlich immer noch, das Mama u. Papa sich wieder vertragen.
Er will sein Kind schützen u. vermeidet jede Auseinandersetzung, wenn das Mädchen dabei ist.
Das finde ich eigentlich sehr gut von ihm, aber seine Ex-Frau weis das auch u. kann sich dementsprechend natürlich einiges rausnehmen.
Wegen der Kleinen hatte er mir auch schon 5x abgesagt.

Ich bin hin und her gerissen. Einerseits kann ich ihn verstehen, andrerseits ist es sehr verletzend wegen einem Kind immer Absagen zu kassieren.

Auf Grund dieser Situation bleibt uns leider nichts anderes übrig als SMS zu schreiben und zu telefonieren.

Aber gestern war er bei mir!
Er war bei seiner Mutter, die in meiner Nähe wohnt u. ist Abends, bevor er wieder nach Hause gefahren ist überraschend hier aufgetaucht.
Ich bin ihm um den Hals gefallen, konnte nicht viel sagen.
Obwohl er nur 3 Std. für mich Zeit hatte, war ich überglücklich.
Es war sehr schön.
Wir haben uns gegenseitig vermisst u. die kurze Zeit einfach nur genossen.

Wann wir uns Wiedersehen weis ich nicht.
Heute Abend wird er wieder anrufen u. wir sprechen wieder bis spät in die Nacht.

Ich habe mich in ihn verliebt, aber irgendwie weis ich nicht, wie es ihm geht.
Würde er mich nicht öfter sehen wollen, wenn er auch so empfinden würde?

Müßte er nicht erkennen, das er bei mir keine Beziehungsängste haben muß?

Weis er nicht, wie weh es tut, immer versetzt zu werden?

Ich kann sein Verhalten nicht richtig einschätzen u. bitte deshalb nach Eurer Meinung.

Noch habe ich Verständnis u. Geduld, aber ich weis nicht, wie lange noch.

Diese Gefühlsachterbahn macht mich noch verrückt.


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2. Januar 2006 um 19:38

Hi Flamingo
100 km, das ist in Normalfall keinen unüberwindliche Distanz. Jeder fährt 50 km und schon ist man an einem Ort und kann zusammen was trinken gehen. Oder wohnt ihr so abgelegen bzw. habt ihr so seltsame Arbeitszeiten dass das unmöglich ist während der Woche?

Wochenends habe er oft seine Tochter bei sich, schreibst du. Wie muss man sich das vorstellen, gibt es da keine genaueren Absprachen zwischen der Mutter und ihm?

Aber das alles sind nur Äusserlichkeiten sozusagen. Ich glaube, du brauchst sehr viel Geduld. Mach dir nicht so viele Gedanken wenn möglich um ihn uns seine Ex und das Kind und überhaupt. *Da seine Ex das Kind so lieblos behandelt möchte der Kleine so oft wie möglich bei Papa sein*, schreibst du. Ich meine, das spielt für dich und euch gar keine solche Rolle, du versuchst damit (und mit anderen Äusserungen), irgendwelche Erklärungen für sein zurückhaltendes Verhalten zu finden. Ich vermute jedoch, es geht bei ihm eigentlich um etwas anderes.

*Müßte er nicht erkennen, das er bei mir keine Beziehungsängste haben muß?* Nein, das müsste er nicht erkennen, das kann er vielleicht überhaupt nicht erkennen,. Und du kannst es ihm vielleicht auch nicht beweisen, zeigen oder was immer. Bei den letztem Malen hatte er ja auch ein gutes Gefühl, er hat den Partnerinnen ja auch vertraut. Aber er hat sich getäuscht. Das passiert gelegentlich, bloss stecken das nicht alles gleich gut weg. Er kann vielleicht seinen eigenen Gefühlen derzeit nicht trauen, weil er sich mehrmals getäuscht hat. Das muss er wieder können, seinen eigenen Gefühlen, seiner Intuition, sich selber trauen. Das kann er aber bloss selber, da kannst du nicht viel dafür tun. Weil er eben sich zuerst vertrauen muss und erst dann dir vertrauen kann.

Das alles tönt jetzt nicht gerade besonders positiv. Es sind auch nur Vermutungen, ich vermute eben, dass es so ähnlich aussehen könnte für ihn.

Alles Gute, wassertropfen

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2. Januar 2006 um 20:20
In Antwort auf rahat_12382376

Hi Flamingo
100 km, das ist in Normalfall keinen unüberwindliche Distanz. Jeder fährt 50 km und schon ist man an einem Ort und kann zusammen was trinken gehen. Oder wohnt ihr so abgelegen bzw. habt ihr so seltsame Arbeitszeiten dass das unmöglich ist während der Woche?

Wochenends habe er oft seine Tochter bei sich, schreibst du. Wie muss man sich das vorstellen, gibt es da keine genaueren Absprachen zwischen der Mutter und ihm?

Aber das alles sind nur Äusserlichkeiten sozusagen. Ich glaube, du brauchst sehr viel Geduld. Mach dir nicht so viele Gedanken wenn möglich um ihn uns seine Ex und das Kind und überhaupt. *Da seine Ex das Kind so lieblos behandelt möchte der Kleine so oft wie möglich bei Papa sein*, schreibst du. Ich meine, das spielt für dich und euch gar keine solche Rolle, du versuchst damit (und mit anderen Äusserungen), irgendwelche Erklärungen für sein zurückhaltendes Verhalten zu finden. Ich vermute jedoch, es geht bei ihm eigentlich um etwas anderes.

*Müßte er nicht erkennen, das er bei mir keine Beziehungsängste haben muß?* Nein, das müsste er nicht erkennen, das kann er vielleicht überhaupt nicht erkennen,. Und du kannst es ihm vielleicht auch nicht beweisen, zeigen oder was immer. Bei den letztem Malen hatte er ja auch ein gutes Gefühl, er hat den Partnerinnen ja auch vertraut. Aber er hat sich getäuscht. Das passiert gelegentlich, bloss stecken das nicht alles gleich gut weg. Er kann vielleicht seinen eigenen Gefühlen derzeit nicht trauen, weil er sich mehrmals getäuscht hat. Das muss er wieder können, seinen eigenen Gefühlen, seiner Intuition, sich selber trauen. Das kann er aber bloss selber, da kannst du nicht viel dafür tun. Weil er eben sich zuerst vertrauen muss und erst dann dir vertrauen kann.

Das alles tönt jetzt nicht gerade besonders positiv. Es sind auch nur Vermutungen, ich vermute eben, dass es so ähnlich aussehen könnte für ihn.

Alles Gute, wassertropfen

Ich danke...
... Euch für Eure Antworten u. muß zugeben, das ich damit gar nicht so schnell gerechnet habe.
Aber auf Euch im Forum ist halt verlass!

Zu glutorange kann ich nur sagen:
was meinst Du denn, warum es gestern so schön war?
(verlegenes Grinsen meinerseits)

@wassertropfen:
Dir möchte ich danken, denn Du hast mir einiges zum Nachdenken gegeben.
Manchmal braucht halt wirklich einen kleinen Schups, damit man von der Leitung kommt auf der man steht.
Die Idee mit dem entgegenfahren der halben Strecke finde ich eigentlich ganz Super.
Nur ist es leider so, das er bis 18:00 arbeitet und erst gegen 19:30 zu Hause ist. Außerdem muß er körperlich schwer arbeiten u. ist Abends recht kaputt.
Du siehst, hier ist einiges nicht ganz so einfach, wie man es gerne hätte. (Oder ich gerne hätte, bessergesagt)

Also noch mal vielen Dank.

Lg flamingo

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2. Januar 2006 um 20:44
In Antwort auf an0N_1215303899z

Ich danke...
... Euch für Eure Antworten u. muß zugeben, das ich damit gar nicht so schnell gerechnet habe.
Aber auf Euch im Forum ist halt verlass!

Zu glutorange kann ich nur sagen:
was meinst Du denn, warum es gestern so schön war?
(verlegenes Grinsen meinerseits)

@wassertropfen:
Dir möchte ich danken, denn Du hast mir einiges zum Nachdenken gegeben.
Manchmal braucht halt wirklich einen kleinen Schups, damit man von der Leitung kommt auf der man steht.
Die Idee mit dem entgegenfahren der halben Strecke finde ich eigentlich ganz Super.
Nur ist es leider so, das er bis 18:00 arbeitet und erst gegen 19:30 zu Hause ist. Außerdem muß er körperlich schwer arbeiten u. ist Abends recht kaputt.
Du siehst, hier ist einiges nicht ganz so einfach, wie man es gerne hätte. (Oder ich gerne hätte, bessergesagt)

Also noch mal vielen Dank.

Lg flamingo

Als Zusatz...
... was mir manchmal auch so Kopfzerbrechen macht, möchte ich noch dazu sagen, das ich manchmal wirklich nicht weis, ob wir jeden Abend miteinander telefonieren, weil ich ihm fehle oder weil er mich als eine Art "Freizeitvergnügen" sieht. Will er sich nur den Abend mit mir verkürzen, um nicht alleine rumzusitzen?
Ich habe ihn das, natürlich etwas anders formuliert, gefragt. Er sagt:"Nein. Würde ich jeden Abend mit Dir telefonieren, wenn mir nichts an Dir liegen würde?"
Irgendwie hat er ja Recht, oder?
Warum ist alles so kompliziert?

Lg nochmals von flamingo

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