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Gedanken an Ex-Freund trotz neuer Beziehung

Letzte Nachricht: 7. August um 17:35
kathii56
kathii56
05.08.22 um 16:31

Hallo ihr lieben, ich hätte mal eine Frage an euch und ich bitte euch einfach normal zu antworten. Ich bin selbst etwas ratlos und meine Freunde können mir auch nicht wirklich helfen, deswegen wollte ich es hier mal reinschreiben

Ich war 6 Jahre lang in einer Beziehung. Während der Beziehung haben wir uns einmal getrennt und sind wieder zusammengegangen. Ich hab während der Beziehung schon gemerkt, dass ich mit meinem Partner nicht glücklich war. Trotzdem konnte ich mich nicht trennen - vermutlich aus der Angst heraus, ansonsten alleine zu sein und wegen Selbstwertproblemen. In meiner Beziehung habe ich immer wieder andere Männer attraktiv gefunden, konnte mich aber trotzdem nicht trennen. Erst als ich mich stark mit der Psychologie auseinandergesetzt hab, hab ich die Stärke dazu entwickelt, mich langsam mit dem Gedanken einer Trennung auseinanderzusetzen. Zeitgleich ist dann ein Mann in mein Leben getreten, der mir völlig den Boden unter den Füßen wegzog. Ich hatte so starke Schmetterlinge im Bauch, wie noch nie zuvor. Ich habe mich von meinem Partner getrennt und bin dann draufgekommen, dass der Mann auch Gefühle für mich hat. Zwei Monate später bin ich dann eine Beziehung mit ihm eingegangen. (und ja ich weiß... nach so einer langen Beziehung ist es nicht gut, sofort in eine neue Beziehung zu gehen :/) Meine Gefühle waren einfach richtig stark für diesen Mann. Jetzt sind wir knappe 6 Monate zusammen und es war bis jetzt wunderschön, aber auf einmal attackieren mich meine Gdanken in Bezug auf meinen Ex-Freund. Ich weiß, dass ich keine Beziehung mehr mit ihm möchte, doch habe ich Schuldgefühle gegenüber meinen jetzigen Partner, weil ich zurzeit öfters an meinen Ex-Freund denken muss. Ich kommuniziere viel mit meinem neuen Partner und er ist einfach unglaublich reif und toll. Meine größte Angst ist einfach, dass ich zwar gedacht habe, dass ich meine Vergangenheit aufgearbeitet habe, aber mein Herz das doch noch nicht hat.

Meine Frage ist an euch: Was kann ich so einer Situation tun? Ich möchte dieses Glück gerade nicht aufgeben. Ich würde sogar behaupten, dass ich mir mit diesem Mann eine Zukunft vorstellen kann, doch diese blöden Gedanken machen mir Sorgen. 
Danke im Voraus, liebe Grüße!

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G
globetrotter
05.08.22 um 17:38

Hallo,

ich denke vieles wird im Unterbewusstsein verarbeitet und dann blubbert es allmählich in das Bewusstsein. Du warst ja schnell wieder in einer neuen Beziehung und jetzt fällt das Hochblubbern in die neue Beziehung.

Aber das ist doch nicht schlimm. Nimm die Gedanken neutral an und setze dich damit auseinander. Du willst ja nicht wieder zu deinem Ex zurück aber du bist einfach mit dem Verarbeitungsprozess noch nicht fertig.

Eine alte Beziehung zu verarbeiten dauert Monate und ist ja nicht mit dem Beginn einer neuen Beziehung abgeschlossen.

Solange du deinen Ex nicht mehr liebst, musst du meiner Meinung nach keine Schuldgefühle haben.

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K
kassandra80
05.08.22 um 17:55

Ich persönlich finde auch, dass es nie gut ist direkt von einer Beziehung zur anderen zu wechseln. Das hast Du ja selbst schon festgestellt. Einfach weil man höchstwahrscheinlich noch nicht abgeschlossen hat, nichts aufgearbeitet und gar keine Gelegenheit dazu hat sich selbst zu reflektieren oder die eigenen Gefühle und potentiellen Wünsche zu erkennen. Das kann dann dazu führen, dass einen die Vergangenheit wieder einholt und man plötzlich wieder mit alten Problemen konfrontiert wird - nur dass man dann oft zusätzlich den neuen Partner mit hineinzieht. Was ich als unfair diesem gegenüber empfinde. Jeder von uns hat Altlasten, aber die Chance dass diese zu einem Problem für die nächste Beziehung werden ist deutlich geringer, wenn man wirklich über die letzte Beziehung hinweg ist. 

Aber sind wir mal ehrlich - es gibt genügend Leute die ihre Ex-Beziehungen niemals aufarbeiten und die ganzen unbewältigten Probleme immer und immer wieder mit in die nächste Beziehung ziehen. Egal wie lange diese schon her ist und dass sie genügend Zeit gehabt hätten, sich damit zu beschäftigen. Und das führt dann zu den gleichen Probleme in Dauerschleife. 

In Deinem Fall ist es nunmal wie es ist. Vielleicht hast Du nicht unbedingt die beste Ausgangslage geschaffen, aber es kann trotzdem funktionieren, wenn Du ehrlich mit Deinem Partner bist und dieser Verständnis zeigt. Was bei Euch ja der Fall zu sein scheint. 

Was ich bei Dir aber noch zusätzlich vermute ist, durch den erwähnten mangelnden Selbstwert, dass Du Dich selbst und Dein Glück sabotieren könntest, weil Du unbewusst denkst das Glück nicht verdient zu haben. Kann das sein? Du suchst den Haken bei der Sache, weil alles viel zu gut und reibungslos läuft. Wenn das der Fall sein sollte, könntest Du versuchen Dich in dieser Richtung schlau zu machen bzw. Dir helfen zu lassen. 

Was für Gedanken hast Du denn in Richtung Ex-Freund? Welche Themen sind es die Dich hier noch beschäftigen? 

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kathii56
kathii56
05.08.22 um 19:07
In Antwort auf globetrotter

Hallo,

ich denke vieles wird im Unterbewusstsein verarbeitet und dann blubbert es allmählich in das Bewusstsein. Du warst ja schnell wieder in einer neuen Beziehung und jetzt fällt das Hochblubbern in die neue Beziehung.

Aber das ist doch nicht schlimm. Nimm die Gedanken neutral an und setze dich damit auseinander. Du willst ja nicht wieder zu deinem Ex zurück aber du bist einfach mit dem Verarbeitungsprozess noch nicht fertig.

Eine alte Beziehung zu verarbeiten dauert Monate und ist ja nicht mit dem Beginn einer neuen Beziehung abgeschlossen.

Solange du deinen Ex nicht mehr liebst, musst du meiner Meinung nach keine Schuldgefühle haben.

Vielen Dank für deine Antwort! du hast auf jeden Fall recht finde ich. Der Gedanke hilft mir schon weiter lg

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kathii56
kathii56
05.08.22 um 19:17
In Antwort auf kassandra80

Ich persönlich finde auch, dass es nie gut ist direkt von einer Beziehung zur anderen zu wechseln. Das hast Du ja selbst schon festgestellt. Einfach weil man höchstwahrscheinlich noch nicht abgeschlossen hat, nichts aufgearbeitet und gar keine Gelegenheit dazu hat sich selbst zu reflektieren oder die eigenen Gefühle und potentiellen Wünsche zu erkennen. Das kann dann dazu führen, dass einen die Vergangenheit wieder einholt und man plötzlich wieder mit alten Problemen konfrontiert wird - nur dass man dann oft zusätzlich den neuen Partner mit hineinzieht. Was ich als unfair diesem gegenüber empfinde. Jeder von uns hat Altlasten, aber die Chance dass diese zu einem Problem für die nächste Beziehung werden ist deutlich geringer, wenn man wirklich über die letzte Beziehung hinweg ist. 

Aber sind wir mal ehrlich - es gibt genügend Leute die ihre Ex-Beziehungen niemals aufarbeiten und die ganzen unbewältigten Probleme immer und immer wieder mit in die nächste Beziehung ziehen. Egal wie lange diese schon her ist und dass sie genügend Zeit gehabt hätten, sich damit zu beschäftigen. Und das führt dann zu den gleichen Probleme in Dauerschleife. 

In Deinem Fall ist es nunmal wie es ist. Vielleicht hast Du nicht unbedingt die beste Ausgangslage geschaffen, aber es kann trotzdem funktionieren, wenn Du ehrlich mit Deinem Partner bist und dieser Verständnis zeigt. Was bei Euch ja der Fall zu sein scheint. 

Was ich bei Dir aber noch zusätzlich vermute ist, durch den erwähnten mangelnden Selbstwert, dass Du Dich selbst und Dein Glück sabotieren könntest, weil Du unbewusst denkst das Glück nicht verdient zu haben. Kann das sein? Du suchst den Haken bei der Sache, weil alles viel zu gut und reibungslos läuft. Wenn das der Fall sein sollte, könntest Du versuchen Dich in dieser Richtung schlau zu machen bzw. Dir helfen zu lassen. 

Was für Gedanken hast Du denn in Richtung Ex-Freund? Welche Themen sind es die Dich hier noch beschäftigen? 

Vielen Dank für deine Antwort! Deine sachliche und ehrliche Antwort hat mir auch geholfen. Du hast auf jeden Fall recht. Ich finde auch, dass man es nicht beschönigen sollte, wenn man von einer Beziehung in die nächste geht. Ich empfinde mich als reflektierten Menschen und deswegen ist es so herausfordernd für mich, weil wie du schon gesagt hast - ich mir die Lage ja selbst geschaffen hab. Ja, mein Partner ist sehr verständnisvoll. Das liegt vielleicht auch daran, dass er ähnliche Probleme hatte. Und ja es stimmt - ich glaube, ich kann vieles nicht so ganz glauben und suche gern den Haken. Mein Partner fragt mich eh manchmal, ob ich noch ganz normal bin, weil ich manchmal Dinge sehe, die gar nicht existieren. (also mir Gedanken mache über Dinge, die für diese Beziehung nicht relevant sind). Das hängt eben glaub ich mit der Vergangenheit zusammen, die ich noch mittrage und es ist auf jeden Fall meine Verantwortung, dass ich das für mich aufarbeite. Ich tue meinen Partner damit ja auch nichts Gutes :/

Gedanken, die in Bezug auf meinen Ex-Freund auftauchen, sind Schuldgefühle. Ich habe erfahren, dass er jetzt viel mehr trinkt und einfach ein anderes Leben führt, wie zuvor und ich hab mir dafür die Schuld gegeben. Jetzt hat er angeblich eine Freundin und ich hoffe, dass er jetzt glücklich ist. Ich denke manchmal an seine Familie bzw. werde an sie erinnert, weil sie sehr lieb zu mir war oder manchmal erinnere ich mich an Aussagen von ihm. Ich glaube, das ist aber normal. Nicht normal ist aber glaube ich, dass ich Angst davor habe, wieder so zu fühlen, wie ich bei ihm gefühlt habe. Ich war zu ihm nicht ehrlich und meine größte Angst ist irgendwie, dass ich zu meinem jetzigen Partner irgendwann auch nicht mehr ehrlich bin. Also egal, ich möchte jetzt nicht zu viel Gefühlsdusselei starten, aber wie man erkennt, liegt das Problem eh bei mir. Ich muss daran arbeiten, ansonsten kann es wirklich genauso passieren, wie du beschrieben hast :/ und das möchte ich nicht! vielen Dank für deine Antwort! liebe Grüße

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D
det92
06.08.22 um 8:42

Liebe Kathie,

Du bist wirklich sehr selbstreflektiert

Im Endeffekt hast du dir die (meine) Antwort schon selber gegeben in deiner Eröffnung.

ich weiß... nach so einer langen Beziehung ist es nicht gut, sofort in eine neue Beziehung zu gehen (1)

vermutlich aus der Angst heraus, ansonsten alleine zu sein (2)

und wegen Selbstwertproblemen (3)


(1) Wäre mein Ratschlag gewesen (es ist eigentlich zu früh)

Die anderen beiden Punkte sind vermutlich der Grund, warum du so schnell wieder in was neues gehüpft bist. Nun sind die ersten Schmetterlinge verflogen, welche dies eine Zeitlang verdrängt haben. Nun holt es dich ein 

Nach einer gescheiterten Beziehung hilft es oft, erst mal alleine zu sein und an den beiden Punkten zu arbeiten. Sonst drohen in der nachfolgenden Beziehung die gleichen Probleme wieder. 

Es ist nicht unrealistisch, das nach der entgültigen Verarbeitung/Verdrängung von Trennung 1 ein Mann in den Leben tritt, der dich wirklich verzaubert. Ein Seelenverwandter. Dann stehst du wieder vor der schweren Entscheidung gehen oder bleiben.

Gefühle kann man weder erzwingen(für den auf dem Papier "Traummann" und Neuen) noch sollte man sie unterdrücken (Erinnerungen an den Ex).

Mein Ratschlag: Nicht zwingend die Trennung, aber maximale Transparenz. ☺️

Spreche mit deinem derzeitigen Partner über die Länge deiner Single-Zeit. Dann hast du weniger schlechtes Gewissen und er weiß worauf er sich einlässt. Werden die Gedanken an den Ex stärker, offenbar ihm auch dies. Das Risiko der Trennung hätten dann beide und nicht er. Wäre doch fair, oder ?




 

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D
det92
06.08.22 um 8:44

*und nicjt nur er alleine, wenn du dich trennst, weil es nicht reicht.

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K
kassandra80
06.08.22 um 12:32
In Antwort auf kathii56

Vielen Dank für deine Antwort! Deine sachliche und ehrliche Antwort hat mir auch geholfen. Du hast auf jeden Fall recht. Ich finde auch, dass man es nicht beschönigen sollte, wenn man von einer Beziehung in die nächste geht. Ich empfinde mich als reflektierten Menschen und deswegen ist es so herausfordernd für mich, weil wie du schon gesagt hast - ich mir die Lage ja selbst geschaffen hab. Ja, mein Partner ist sehr verständnisvoll. Das liegt vielleicht auch daran, dass er ähnliche Probleme hatte. Und ja es stimmt - ich glaube, ich kann vieles nicht so ganz glauben und suche gern den Haken. Mein Partner fragt mich eh manchmal, ob ich noch ganz normal bin, weil ich manchmal Dinge sehe, die gar nicht existieren. (also mir Gedanken mache über Dinge, die für diese Beziehung nicht relevant sind). Das hängt eben glaub ich mit der Vergangenheit zusammen, die ich noch mittrage und es ist auf jeden Fall meine Verantwortung, dass ich das für mich aufarbeite. Ich tue meinen Partner damit ja auch nichts Gutes :/

Gedanken, die in Bezug auf meinen Ex-Freund auftauchen, sind Schuldgefühle. Ich habe erfahren, dass er jetzt viel mehr trinkt und einfach ein anderes Leben führt, wie zuvor und ich hab mir dafür die Schuld gegeben. Jetzt hat er angeblich eine Freundin und ich hoffe, dass er jetzt glücklich ist. Ich denke manchmal an seine Familie bzw. werde an sie erinnert, weil sie sehr lieb zu mir war oder manchmal erinnere ich mich an Aussagen von ihm. Ich glaube, das ist aber normal. Nicht normal ist aber glaube ich, dass ich Angst davor habe, wieder so zu fühlen, wie ich bei ihm gefühlt habe. Ich war zu ihm nicht ehrlich und meine größte Angst ist irgendwie, dass ich zu meinem jetzigen Partner irgendwann auch nicht mehr ehrlich bin. Also egal, ich möchte jetzt nicht zu viel Gefühlsdusselei starten, aber wie man erkennt, liegt das Problem eh bei mir. Ich muss daran arbeiten, ansonsten kann es wirklich genauso passieren, wie du beschrieben hast :/ und das möchte ich nicht! vielen Dank für deine Antwort! liebe Grüße

Es spricht sehr für Dich, dass Du Deinem Ex-Freund alles Gute wünscht, aber Du bist dafür nicht verantwortlich. Er muss selbst dafür sorgen, dass sein Leben rundläuft und es ihm gut geht. Schuldgefühle in dem Sinne sind also eigentlich nicht angebracht. Dass Du diese aber trotzdem hast, liegt vermutlich (teilweise) an der nahezu unbewältigten Vergangenheit. 

Für mich klingt es so als hättest Du irgendwann in Eurer Beziehung die Position derjenigen angenommen die sich für alles verantwortlich fühlt, sich kümmert und eine Art Mutterersatz oder Therapeutin war. Kann das sein? Es war nicht in Ordnung, dass Du nicht ehrlich zu ihm warst, aber auch das könnte sich in Eurer Beziehungsdynamik begründen. Evtl. hast Du vermutet (vielleicht auch unbewusst), dass er mit der Wahrheit nicht viel anfangen kann oder sogar überfordert sein könnte.

Wenn Du sogar Angst hast Dich wieder so zu fühlen, würde ich Dir raten Dich in jedem Fall damit weiter zu beschäftigen. Das hast Du ja auch schon selbst gesagt. Könntest Du Dir denn vorstellen Dir von professioneller Seite helfen zu lassen? Ein Psychotherapeut könnte Dir hier sicher unterstützend beistehen. Vielleicht möchtest Du das ja einmal ausprobieren. 

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bissfest
bissfest
07.08.22 um 2:35

Ich vermute, dass ich ein bisschen älter bin als du, weshalb ich manches, was du schreibst, vielleicht in der einen oder anderen Form selbst erlebt oder im Umfeld beobachtet habe. 

Ich schreibe jetzt rundheraus, was ich mir denke. Bitte nimm es mir nicht übel und sei dir meiner guten Gesinnung gewiss. Wenn ich falschliege, dann schreib es mir einfach: 

Ich vermute, dass du gewissermaßen einen Schub in Richtung "ganz erwachsen werden" machst und dass du gerade dabei bist, die folgenden Lektionen zu lernen:

Zum Schlussmachen gehört eine gewisse Härte und es ist nie schön, jemandem wehzutun.

Man muss es als Verlassender auch aushalten, dass man jemandem wehtut und dass das möglicherweise nicht alle im Umfeld verstehen. Gerade, wenn man ein Mensch ist, der es allen recht machen will (aus deinen Worten schließe ich, dass du so bist bzw. sein könntest), fallen diese beiden Punkte mitunter schwer. Ich glaube, dass daher auch dein schlechtes Gewissen gegenüber den Eltern deines Exfreundes rührt. Vielleicht aber haben diese die Probleme zwischen deinem Exfreund und dir auch bemerkt. Sicher werden sie nicht erfreut darüber sein, dass ihr Sohn verletzt ist, aber vielleicht gehören sie auch zu den Menschen, die schlau genug sind, um zu wissen, dass es immer eine zweite Seite gibt und dass es sehr oft im Leben auch einen positiven Aspekt in einer schwierigen Situation gibt. 

Es ist auch bis zu einem gewissen Grad normal, dass es einem nicht egal ist, wie es jemandem, mit dem man ein Stück des Weges gegangen ist, geht, nachdem man ihn verlassen hat. 
Dass dein Freund einige Monate nach der Trennung noch leidet, ist nicht überraschend. Gib dir noch etwas Zeit. Ich bin zuversichtlich, dass dein Ex-Freund irgendwann wieder richtig glücklich sein wird, falls er es nicht schon ist. Aber selbst wenn er aus irgendeinem Grund die Trennung zwischen euch nie verkraften sollte, so wäre dies nicht deine Schuld. Ich denke, es ist für dich sehr wichtig, das zu wissen.
Man hat immer das Recht, zu gehen. Man ist für andere nicht verantwortlich. Zurückweisungen und Verletzungen gehören zum Leben. Ein gesunder und normaler Mensch leidet zwar und ist verletzt, er hält es aber aus.

Wenn man in einer Beziehung unglücklich ist, darf und soll man gehen. Man muss und soll sich nicht opfern. Des Weiteren soll man auch nicht warten und hoffen, dass sich die Probleme von alleine lösen. Es ist legitim, Schluss zu machen, wenn es nicht mehr passt. Ich vermute, dass du viel zu lange gewartet hast. Deshalb hast du nach der Trennung auch nicht gleich gelitten wie dein Freund. Aber eigentlich ist es gar nicht relevant, ob du getrennt bist oder nicht. Denn du hast immer noch Schuldgefühle gegenüber deinem Exfreund, die dich gewissermaßen in einer Art Beziehung mit ihm gefangen halten (wenn auch in keiner offiziellen mehr). 

Ich glaube, es wäre wirklich wichtig für dich auch innerlich (nicht nur offiziell) mit deinem Ex-Freund Schluss zu machen. Damit meine ich nicht, dass du noch romantische Gefühle für ihn hast. Ich meine Verantwortungs- und Schuldgefühle. 


 

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kathii56
kathii56
07.08.22 um 17:32

Vielen Dank für deine Antwort! Die hat mir auch sehr geholfen

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kathii56
kathii56
07.08.22 um 17:35
In Antwort auf bissfest

Ich vermute, dass ich ein bisschen älter bin als du, weshalb ich manches, was du schreibst, vielleicht in der einen oder anderen Form selbst erlebt oder im Umfeld beobachtet habe. 

Ich schreibe jetzt rundheraus, was ich mir denke. Bitte nimm es mir nicht übel und sei dir meiner guten Gesinnung gewiss. Wenn ich falschliege, dann schreib es mir einfach: 

Ich vermute, dass du gewissermaßen einen Schub in Richtung "ganz erwachsen werden" machst und dass du gerade dabei bist, die folgenden Lektionen zu lernen:

Zum Schlussmachen gehört eine gewisse Härte und es ist nie schön, jemandem wehzutun.

Man muss es als Verlassender auch aushalten, dass man jemandem wehtut und dass das möglicherweise nicht alle im Umfeld verstehen. Gerade, wenn man ein Mensch ist, der es allen recht machen will (aus deinen Worten schließe ich, dass du so bist bzw. sein könntest), fallen diese beiden Punkte mitunter schwer. Ich glaube, dass daher auch dein schlechtes Gewissen gegenüber den Eltern deines Exfreundes rührt. Vielleicht aber haben diese die Probleme zwischen deinem Exfreund und dir auch bemerkt. Sicher werden sie nicht erfreut darüber sein, dass ihr Sohn verletzt ist, aber vielleicht gehören sie auch zu den Menschen, die schlau genug sind, um zu wissen, dass es immer eine zweite Seite gibt und dass es sehr oft im Leben auch einen positiven Aspekt in einer schwierigen Situation gibt. 

Es ist auch bis zu einem gewissen Grad normal, dass es einem nicht egal ist, wie es jemandem, mit dem man ein Stück des Weges gegangen ist, geht, nachdem man ihn verlassen hat. 
Dass dein Freund einige Monate nach der Trennung noch leidet, ist nicht überraschend. Gib dir noch etwas Zeit. Ich bin zuversichtlich, dass dein Ex-Freund irgendwann wieder richtig glücklich sein wird, falls er es nicht schon ist. Aber selbst wenn er aus irgendeinem Grund die Trennung zwischen euch nie verkraften sollte, so wäre dies nicht deine Schuld. Ich denke, es ist für dich sehr wichtig, das zu wissen.
Man hat immer das Recht, zu gehen. Man ist für andere nicht verantwortlich. Zurückweisungen und Verletzungen gehören zum Leben. Ein gesunder und normaler Mensch leidet zwar und ist verletzt, er hält es aber aus.

Wenn man in einer Beziehung unglücklich ist, darf und soll man gehen. Man muss und soll sich nicht opfern. Des Weiteren soll man auch nicht warten und hoffen, dass sich die Probleme von alleine lösen. Es ist legitim, Schluss zu machen, wenn es nicht mehr passt. Ich vermute, dass du viel zu lange gewartet hast. Deshalb hast du nach der Trennung auch nicht gleich gelitten wie dein Freund. Aber eigentlich ist es gar nicht relevant, ob du getrennt bist oder nicht. Denn du hast immer noch Schuldgefühle gegenüber deinem Exfreund, die dich gewissermaßen in einer Art Beziehung mit ihm gefangen halten (wenn auch in keiner offiziellen mehr). 

Ich glaube, es wäre wirklich wichtig für dich auch innerlich (nicht nur offiziell) mit deinem Ex-Freund Schluss zu machen. Damit meine ich nicht, dass du noch romantische Gefühle für ihn hast. Ich meine Verantwortungs- und Schuldgefühle. 


 

Vielen lieben Dank für deine Antwort! ich hab dir die Antwort keinesfalls übel genommen. Mir hat das sehr geholfen. Generell die "realistischen" Antworten von euch und mal andere Blickwinkel zu hören, hilft mir sehr. Vielen Dank!

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