Forum / Liebe & Beziehung

Für neuen Kollegen verlassen.

30. Dezember 2020 um 15:01 Letzte Antwort: 11. Januar um 12:55

Hallöchen. 

Ich bin momentan in einer unschönen Situation und denke, es kann nicht schaden, abseits von Familie und Freunden auch mal vor Fremden darüber zu reden.  

Kurz zu meiner Lage. Ich (m, 22) war die letzten drei Jahre mit jemandem - sagen wir mal 'Anna' (22) - zusammen. Insgesamt kennen wir uns über 10 Jahre und waren vorher einige Jahre gut befreundet. Die komplette Beziehung über haben wir zusammen gewohnt und uns recht schnell gegenseitig als Teil der Familie betrachtet. Die Art der Beziehung war auch sehr gebend und liebevoll. (Mir war/ist es besonders wichtig, ihr Vertrauen und Rückhalt zu geben, da sie aus einer schwierigen Familie kommt, von der sie immer wieder angezweifelt wird. Man kann sagen, wir beide waren die drei Jahre stets so gut für einander da, wie wir nur irgendwie konnten)
Laute Auseinandersetzungen oder Vorwürfe gab es während der Beziehung nicht und wir haben auch die schwierigen Themen in Ruhe diskutiert.

Zwei Sachen haben sie immer mal wieder belastet. Zum einen ist in meinem alten Freundeskreis eine Person, in die ich vor der Beziehung mal verliebt war. Hab es dieser Person gesagt, sie hat nichts dergleichen empfunden und wir sind lieber Freunde geblieben. Sie ist dann recht weit weg gezogen und da ich mit Beginn meiner Beziehung wusste, wie Anna das verletzen würde, wenn ich weiter viel Kontakt zu ihr habe, hab ich mich darauf beschränkt, ihr eins, zwei mal pro Jahr zu Geburtstag/Weihnachten Grüße zu schreiben, maximal kurz zu fragen, was sie so macht und anderweitig den Kontakt zu unterlassen. Das hab ich Anna auch offen so mitgeteilt aber sie hat bis zuletzt Angst gehabt, dass ich irgendwo noch Gefühle für diese Person hab.
Das zweite Problem für Anna war, dass sie immer mal wieder Angst hatte, dass sie mir nicht genüge. Sie macht nach ihrem abgebrochenen Studium gerade eine Ausbildung, ich studiere Raumfahrttechnik, bzw. bin ich hier und da ein kleiner Nerd und sie hat manchmal Angst gehabt, dass es mich stört, wenn sie irgendwo nicht mitreden kann oder mag. Jedoch denke ich, dass das gut ist, wenn jeder auch mal ein oder zwei Interessen ganz für sich hat, bzw man sich dadurch gegenseitig bereichert. 

Wir haben irgendwann angefangen über unsere Zukunftsvorstellungen zu reden und waren uns da bei allem sehr einig. Ab dem letzten Jahr bis zur Woche vor der Trennung haben wir auch regelmäßig über wegziehen/heiraten/Familie gründen geredet. 

So viel zu unserer Beziehung. 

Ab August hatte sie wegen ihrer Ausbildung ein 11-Wochen Pflegepraktikum. Dadurch haben wir uns unter der Woche kaum gesehen, haben jedoch versucht, das ganze durch Wochenendausflüge schön zu machen, bzw ich hab zuhause so viel wie möglich an Aufgaben übernommen um sie ein bisschen zu entlasten. 

Drei, vier Wochen vor der Trennung ist dann ein Mitarbeiter ihrer Praktikumsstelle - sagen wir 'Thomas' (Mitte 30) - aus dem Urlaub wiedergekommen. Dessen Freundin (23) hat ihn um die Zeit für wen anderen verlassen und er hat auf Arbeit hauptsächlich mit Anna darüber geredet. Zum einen hat Anna die Entscheidung von Thomas' Ex verurteilt, zum anderen sich aber regelmäßig beschwert, dass Thomas unverantwortlich sei und sich bei der Arbeit oft aus Aufgaben rausrede. 

Eine Woche vor der Trennung ist dann in der Einrichtung ein tödlicher Unfall passiert. Da musste das komplette Team sehr doll für einander da sein. Anna war dann an dem Tag erst mit ein paar Kolleginnen und dann mit Thomas was trinken, ist dann zu mir und ich hab bis in die Nacht versucht, ihr Trost zu spenden. Die folgenden Tage war sie weiterhin sehr traurig, jedoch auch zunehmend distanziert bzw ist sauer geworden, wenn ich versucht hab, für sie da zu sein. Sie war in der Zeit zwei, drei mal nachmittags bei Thomas (hat mir das aber offen so gesagt) und meinte, dass sie sich gerade distanziert fühlt und ein wenig Zeit für sich braucht, um den Tod zu verarbeiten.

Ende der Woche meinte sie dann plötzlich, dass sie sich für eine Weile trennen möchte und dass sie in Thomas verliebt ist und erstmal ihre Gefühle sortieren muss. Eine Trennung auf bestimmte Zeit wollte sie nicht, meinte aber, dass wir nach ein paar Monaten schauen können wie eine Zukunft zwischen uns aussieht. Die komplette Trennung lief persönlich, aber ohne Streit oder sonstige Sachen ab. 

Ich bin dann in meine Heimatstadt um ihr die Distanz zu geben, bis sie eine neue Wohnung gefunden hat. Als ich wegen ein paar Möbeln nochmal vorbeikommen musste, hat sie mir dann vor Ort mitgeteilt, dass sie mittlerweile mit Thomas was am laufen hat und gerade bei ihm wohnt, bis sie ihre Wohnung hat. Zu unserer Trennung und dem Distanzplan meinte sie dann, dass sie das nicht will und die Trennung habe sich ja schon lange angekündigt und das mit Thomas sei halt nebenbei passiert und er sei so lieb und habe wegen der Sache auch ein ganz schlechtes Gewissen.

Danach hab ich ihr ehrlich gesagt, dass sie sich wirklich erstmal Zeit für sich nehmen und sich nicht in die nächste Beziehung stürzen soll, gerade auch weil Anna und Thomas in so ziemlich jeder großen Zukunftsfrage unterschiedlicher Meinung sind und er gerade erst aus einer Beziehung kommt. 

Die Trennung ist jetzt knapp drei Monate her. Vor zwei Wochen haben wir uns auf ihr Bestreben hin erstmals für ein paar Stunden auf was zu trinken getroffen. Anderen Kontakt hab ich bis auf organisatorische Sachen nicht. Von ihr selber weiß ich, dass sie von der neuen Wohnung enttäuscht ist, dass sie sich einsam fühlt und seit der Trennung ziemliche finanzielle Probleme hat. Vor ein paar Tagen hab ich mal einen guten gemeinsamen Freund gefragt, wie es ihr so geht. Sie ist immer noch mit Thomas zusammen, bzw will das auch immer noch, hat aber anscheinend schon seit ein paar Wochen Zweifel, ob er sie liebt oder nur über seine Ex wegkommen will.

Ich weiß nicht, worauf das ganze hinausläuft aber ich habe wirklich große Angst, dass er sie ausnutzt. 

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30. Dezember 2020 um 17:30

Es tut mir sehr leid, was mit euch passiert ist. An deiner Stelle würde ich diese Freundin nicht wieder zurück nehmen. Wer dich so einfach und schnell wegwirft, wird das bald wieder machen. Du bist viel zu gut für diese Freundin und sie schätzt dich nicht. Es wird mit ihr immer wieder das Gleiche passieren. Sie ist innerlich sowieso nicht auf gleicher Augenhöhe mit dir und wird sie auch nie sein. Aus diesem Minderwertigkeitskomplex heraus würde sie dich nicht richtig lieben, weil sie sich immer in Konkurrenz mit dir sieht, wobei sie denkt, sie sei die Verliererin. Sie ist nicht selbstbewusst und wird sich einen anderen suchen, der ihr das Gefühl gibt, sie sei die Bessere. Bei Thomas denkt sie, sie ist die jüngere und schönere. Bei dir kann sie nicht mal mindestens damit glänzen. 
Du musst ein paar Beziehungen durchleben, bevor du heiratest. Alles Gute!

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31. Dezember 2020 um 18:59

Hallo Jan, 

das tut mir wirklich leid. 

Ich glaube, sie hat tatsächlich gravierende Probleme mit dem Selbstbewusstsein und ist wahrscheinlich momentan in einer Krise (u.A. vielleicht auch durch den Unfall). 

Gerade ihre Familiensituation und das was du beschreibst, auch mit schneller Trennung, sich schnell in den andern verlieben und mit ihm zusammen ziehen, lässt mich zum Schluss kommen, dass es am besten wäre, wenn sie es mal mit einer Therapie oder entsprechender Unterstützung versucht, einfach um mit diesen Minderwertigkeitsgefühlen zu lernen umzugehen bzw. diese los zu werden. 

Ich denke, erst dann wird sie bereit für eine richtige Beziehung sein. 

Und ich kann dir versichern, diese neue Beziehung wird nicht lange halten. Das geht sowieso nicht gut. Kann sein, dass sie dann wieder bei dir ankommt. Dann stellt sich die Frage, ob du noch willst. 

Du bist jung, du kannst noch viele andere Beziehungen haben. Solltest du dich trotzdem nochmal für sie entscheiden (ich entnehme deinem Post dass sie dir schon viel bedeutet), würde ich ihr an deiner Stelle wirklich mit Nachdruck raten, vorher ihre Probleme aufzuarbeiten. 

Ansonsten glaube ich kaum, dass ihr längerfristig glücklich werdet, bzw. ähnliche Situationen werden euch (also sie) immer wieder einholen. 

Dir wünsche ich an dieser Stelle alles Gute, und bin sicher, du wirst das richtige tun, wenn es so kommt. 

LG

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1. Januar um 4:51
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Hallo Jan, 

das tut mir wirklich leid. 

Ich glaube, sie hat tatsächlich gravierende Probleme mit dem Selbstbewusstsein und ist wahrscheinlich momentan in einer Krise (u.A. vielleicht auch durch den Unfall). 

Gerade ihre Familiensituation und das was du beschreibst, auch mit schneller Trennung, sich schnell in den andern verlieben und mit ihm zusammen ziehen, lässt mich zum Schluss kommen, dass es am besten wäre, wenn sie es mal mit einer Therapie oder entsprechender Unterstützung versucht, einfach um mit diesen Minderwertigkeitsgefühlen zu lernen umzugehen bzw. diese los zu werden. 

Ich denke, erst dann wird sie bereit für eine richtige Beziehung sein. 

Und ich kann dir versichern, diese neue Beziehung wird nicht lange halten. Das geht sowieso nicht gut. Kann sein, dass sie dann wieder bei dir ankommt. Dann stellt sich die Frage, ob du noch willst. 

Du bist jung, du kannst noch viele andere Beziehungen haben. Solltest du dich trotzdem nochmal für sie entscheiden (ich entnehme deinem Post dass sie dir schon viel bedeutet), würde ich ihr an deiner Stelle wirklich mit Nachdruck raten, vorher ihre Probleme aufzuarbeiten. 

Ansonsten glaube ich kaum, dass ihr längerfristig glücklich werdet, bzw. ähnliche Situationen werden euch (also sie) immer wieder einholen. 

Dir wünsche ich an dieser Stelle alles Gute, und bin sicher, du wirst das richtige tun, wenn es so kommt. 

LG

Goldensun,

schließe mich vollinhaltlich an, sehr gute Analyse!

Pi
 

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1. Januar um 16:09
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Goldensun,

schließe mich vollinhaltlich an, sehr gute Analyse!

Pi
 

Danke! 

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3. Januar um 18:11
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Hallo Jan, 

das tut mir wirklich leid. 

Ich glaube, sie hat tatsächlich gravierende Probleme mit dem Selbstbewusstsein und ist wahrscheinlich momentan in einer Krise (u.A. vielleicht auch durch den Unfall). 

Gerade ihre Familiensituation und das was du beschreibst, auch mit schneller Trennung, sich schnell in den andern verlieben und mit ihm zusammen ziehen, lässt mich zum Schluss kommen, dass es am besten wäre, wenn sie es mal mit einer Therapie oder entsprechender Unterstützung versucht, einfach um mit diesen Minderwertigkeitsgefühlen zu lernen umzugehen bzw. diese los zu werden. 

Ich denke, erst dann wird sie bereit für eine richtige Beziehung sein. 

Und ich kann dir versichern, diese neue Beziehung wird nicht lange halten. Das geht sowieso nicht gut. Kann sein, dass sie dann wieder bei dir ankommt. Dann stellt sich die Frage, ob du noch willst. 

Du bist jung, du kannst noch viele andere Beziehungen haben. Solltest du dich trotzdem nochmal für sie entscheiden (ich entnehme deinem Post dass sie dir schon viel bedeutet), würde ich ihr an deiner Stelle wirklich mit Nachdruck raten, vorher ihre Probleme aufzuarbeiten. 

Ansonsten glaube ich kaum, dass ihr längerfristig glücklich werdet, bzw. ähnliche Situationen werden euch (also sie) immer wieder einholen. 

Dir wünsche ich an dieser Stelle alles Gute, und bin sicher, du wirst das richtige tun, wenn es so kommt. 

LG

Dankeschön für deinen Rat. Dem stimme ich auf jeden Fall zu. 

Mal schauen, was das neue Jahr so hervorbringt. Ich denke, so oder so brauche ich noch etwas Zeit bis zu einer neuen festen Beziehung aber bis dahin ist single sein mit ein paar guten Freunden um mich rum gar nicht mal so schlimm. : )

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11. Januar um 10:08
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Hallo Jan, 

das tut mir wirklich leid. 

Ich glaube, sie hat tatsächlich gravierende Probleme mit dem Selbstbewusstsein und ist wahrscheinlich momentan in einer Krise (u.A. vielleicht auch durch den Unfall). 

Gerade ihre Familiensituation und das was du beschreibst, auch mit schneller Trennung, sich schnell in den andern verlieben und mit ihm zusammen ziehen, lässt mich zum Schluss kommen, dass es am besten wäre, wenn sie es mal mit einer Therapie oder entsprechender Unterstützung versucht, einfach um mit diesen Minderwertigkeitsgefühlen zu lernen umzugehen bzw. diese los zu werden. 

Ich denke, erst dann wird sie bereit für eine richtige Beziehung sein. 

Und ich kann dir versichern, diese neue Beziehung wird nicht lange halten. Das geht sowieso nicht gut. Kann sein, dass sie dann wieder bei dir ankommt. Dann stellt sich die Frage, ob du noch willst. 

Du bist jung, du kannst noch viele andere Beziehungen haben. Solltest du dich trotzdem nochmal für sie entscheiden (ich entnehme deinem Post dass sie dir schon viel bedeutet), würde ich ihr an deiner Stelle wirklich mit Nachdruck raten, vorher ihre Probleme aufzuarbeiten. 

Ansonsten glaube ich kaum, dass ihr längerfristig glücklich werdet, bzw. ähnliche Situationen werden euch (also sie) immer wieder einholen. 

Dir wünsche ich an dieser Stelle alles Gute, und bin sicher, du wirst das richtige tun, wenn es so kommt. 

LG

Kleines Update. Besagter Freund hat es vorgestern nicht lassen können mir zu erzählen, wie es Anna geht und da das ganze für mich immer noch ziemlich schwer ist, hab ich den Fehler gemacht ihn nicht daran zu hindern. 

Ich glaube, ich rede mir hier nur mal kurz meine Verwirrtheit und ein bisschen Frust aus dem Kopf, weil ich sie immer weniger verstehe. Auf der einen Seite hat sie Depressionen und ist selber nachwievor unsicher, was aus den beiden wird. Sie meinte anscheinend letzte Woche wieder, dass sie nicht mal weiß, ob Thomas sie liebt und dass er sie oft im Gespräch mit seiner Ex vergleicht und auch wenn ich es abgelehnt habe, glaubt sie scheinbar immer noch dran, dass wir einfach weiter gute Freunde sein können.

Auf der anderen Seite schwärmt sie, wie verliebt sie in ihn ist und will nach 3 Monaten Beziehung schon mit Familienplanung anfangen, weil Thomas schon arbeitet und älter sei und dafür will sie so ziemlich ihre kompletten Pläne in Sachen Ausbildung/nachträgliches Studium im Ausland/dauerhaft hier wegziehen/etc. auf Eis legen bzw. meint, dass das ja danach schon irgendwie klappt. Soviel zu ihrer Situation.

Ich habe in letzter Zeit so langsam Erfolg gehabt, die Sache mit ihr nicht mehr an mich ranzulassen aber ehrlich gesagt macht mir das Angst.

Vorallem kenne ich die Situation ihrer Familie und Annas Mutti hatte mal haargenau die gleiche Idee, dass sie mit wem zusammenkommt der älter ist und bei dem sie das Gefühl hat, die "höherwertige" Person der Beziehung zu sein. Dann hat sie beschlossen, dass sie jung und mit dem noch sehr neuen Freund Kinder haben möchte und dass das restliche Leben (rumreisen/aktiv sein/feiern gehen/toller Job/etc.) schon einfach nebenher unverändert machbar ist.

Das Ende vom Lied war dann, dass sie nach ihrer Ausbildung einen Job annehmen musste, den sie bis heute nicht mag, weil sie für andere berufliche Wege keine Zeit gefunden hat, dass sie sich lange von dem Typen trennen wollte, als die Verliebtheit aufgehört hat und sie sich wegen dem gemeinsamen Kind erst getraut hat, als Anna 5 war, dass sie heute mit Mitte 40 als zweifache Mutti ihre feier-gehen-Phase nachholt, weil sie dafür nie Zeit hatte und dass sie jetzt seit 10 Jahren in einer neuen mehr oder weniger unglücklichen Beziehung mit dem nächsten Typen ist, mit dem sie ebenso recht schnell ein Kind wollte.

Annas Mutti kann bis heute nahezu garnicht über diese Sache reden und ich hab noch nie eine Person erlebt, die bis auf wenige Momente dauerhaft so gestresst und unzufrieden mit ihrer Situation ist. Dazu kommt, die Sache mit dem leiblichen Vater ist noch vor den Streits zwischen Anna und ihrem Stiefvater der Grund für Annas deutlichstes Trauma. 

Jap... soweit also dazu. Naja ich hab jetzt den Kontakt zu unseren gemeinsamen Freunden im Einverständnis mit diesen erstmal ein wenig runtergefahren, weil es nicht ist, wenn ich weiß, was sie macht. Sorgen macht es mir trotzdem. 

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11. Januar um 10:10
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Kleines Update. Besagter Freund hat es vorgestern nicht lassen können mir zu erzählen, wie es Anna geht und da das ganze für mich immer noch ziemlich schwer ist, hab ich den Fehler gemacht ihn nicht daran zu hindern. 

Ich glaube, ich rede mir hier nur mal kurz meine Verwirrtheit und ein bisschen Frust aus dem Kopf, weil ich sie immer weniger verstehe. Auf der einen Seite hat sie Depressionen und ist selber nachwievor unsicher, was aus den beiden wird. Sie meinte anscheinend letzte Woche wieder, dass sie nicht mal weiß, ob Thomas sie liebt und dass er sie oft im Gespräch mit seiner Ex vergleicht und auch wenn ich es abgelehnt habe, glaubt sie scheinbar immer noch dran, dass wir einfach weiter gute Freunde sein können.

Auf der anderen Seite schwärmt sie, wie verliebt sie in ihn ist und will nach 3 Monaten Beziehung schon mit Familienplanung anfangen, weil Thomas schon arbeitet und älter sei und dafür will sie so ziemlich ihre kompletten Pläne in Sachen Ausbildung/nachträgliches Studium im Ausland/dauerhaft hier wegziehen/etc. auf Eis legen bzw. meint, dass das ja danach schon irgendwie klappt. Soviel zu ihrer Situation.

Ich habe in letzter Zeit so langsam Erfolg gehabt, die Sache mit ihr nicht mehr an mich ranzulassen aber ehrlich gesagt macht mir das Angst.

Vorallem kenne ich die Situation ihrer Familie und Annas Mutti hatte mal haargenau die gleiche Idee, dass sie mit wem zusammenkommt der älter ist und bei dem sie das Gefühl hat, die "höherwertige" Person der Beziehung zu sein. Dann hat sie beschlossen, dass sie jung und mit dem noch sehr neuen Freund Kinder haben möchte und dass das restliche Leben (rumreisen/aktiv sein/feiern gehen/toller Job/etc.) schon einfach nebenher unverändert machbar ist.

Das Ende vom Lied war dann, dass sie nach ihrer Ausbildung einen Job annehmen musste, den sie bis heute nicht mag, weil sie für andere berufliche Wege keine Zeit gefunden hat, dass sie sich lange von dem Typen trennen wollte, als die Verliebtheit aufgehört hat und sie sich wegen dem gemeinsamen Kind erst getraut hat, als Anna 5 war, dass sie heute mit Mitte 40 als zweifache Mutti ihre feier-gehen-Phase nachholt, weil sie dafür nie Zeit hatte und dass sie jetzt seit 10 Jahren in einer neuen mehr oder weniger unglücklichen Beziehung mit dem nächsten Typen ist, mit dem sie ebenso recht schnell ein Kind wollte.

Annas Mutti kann bis heute nahezu garnicht über diese Sache reden und ich hab noch nie eine Person erlebt, die bis auf wenige Momente dauerhaft so gestresst und unzufrieden mit ihrer Situation ist. Dazu kommt, die Sache mit dem leiblichen Vater ist noch vor den Streits zwischen Anna und ihrem Stiefvater der Grund für Annas deutlichstes Trauma. 

Jap... soweit also dazu. Naja ich hab jetzt den Kontakt zu unseren gemeinsamen Freunden im Einverständnis mit diesen erstmal ein wenig runtergefahren, weil es nicht ist, wenn ich weiß, was sie macht. Sorgen macht es mir trotzdem. 


[...], weil es nicht *gut* ist, [...]

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11. Januar um 12:55
In Antwort auf

Hallöchen. 

Ich bin momentan in einer unschönen Situation und denke, es kann nicht schaden, abseits von Familie und Freunden auch mal vor Fremden darüber zu reden.  

Kurz zu meiner Lage. Ich (m, 22) war die letzten drei Jahre mit jemandem - sagen wir mal 'Anna' (22) - zusammen. Insgesamt kennen wir uns über 10 Jahre und waren vorher einige Jahre gut befreundet. Die komplette Beziehung über haben wir zusammen gewohnt und uns recht schnell gegenseitig als Teil der Familie betrachtet. Die Art der Beziehung war auch sehr gebend und liebevoll. (Mir war/ist es besonders wichtig, ihr Vertrauen und Rückhalt zu geben, da sie aus einer schwierigen Familie kommt, von der sie immer wieder angezweifelt wird. Man kann sagen, wir beide waren die drei Jahre stets so gut für einander da, wie wir nur irgendwie konnten)
Laute Auseinandersetzungen oder Vorwürfe gab es während der Beziehung nicht und wir haben auch die schwierigen Themen in Ruhe diskutiert.

Zwei Sachen haben sie immer mal wieder belastet. Zum einen ist in meinem alten Freundeskreis eine Person, in die ich vor der Beziehung mal verliebt war. Hab es dieser Person gesagt, sie hat nichts dergleichen empfunden und wir sind lieber Freunde geblieben. Sie ist dann recht weit weg gezogen und da ich mit Beginn meiner Beziehung wusste, wie Anna das verletzen würde, wenn ich weiter viel Kontakt zu ihr habe, hab ich mich darauf beschränkt, ihr eins, zwei mal pro Jahr zu Geburtstag/Weihnachten Grüße zu schreiben, maximal kurz zu fragen, was sie so macht und anderweitig den Kontakt zu unterlassen. Das hab ich Anna auch offen so mitgeteilt aber sie hat bis zuletzt Angst gehabt, dass ich irgendwo noch Gefühle für diese Person hab.
Das zweite Problem für Anna war, dass sie immer mal wieder Angst hatte, dass sie mir nicht genüge. Sie macht nach ihrem abgebrochenen Studium gerade eine Ausbildung, ich studiere Raumfahrttechnik, bzw. bin ich hier und da ein kleiner Nerd und sie hat manchmal Angst gehabt, dass es mich stört, wenn sie irgendwo nicht mitreden kann oder mag. Jedoch denke ich, dass das gut ist, wenn jeder auch mal ein oder zwei Interessen ganz für sich hat, bzw man sich dadurch gegenseitig bereichert. 

Wir haben irgendwann angefangen über unsere Zukunftsvorstellungen zu reden und waren uns da bei allem sehr einig. Ab dem letzten Jahr bis zur Woche vor der Trennung haben wir auch regelmäßig über wegziehen/heiraten/Familie gründen geredet. 

So viel zu unserer Beziehung. 

Ab August hatte sie wegen ihrer Ausbildung ein 11-Wochen Pflegepraktikum. Dadurch haben wir uns unter der Woche kaum gesehen, haben jedoch versucht, das ganze durch Wochenendausflüge schön zu machen, bzw ich hab zuhause so viel wie möglich an Aufgaben übernommen um sie ein bisschen zu entlasten. 

Drei, vier Wochen vor der Trennung ist dann ein Mitarbeiter ihrer Praktikumsstelle - sagen wir 'Thomas' (Mitte 30) - aus dem Urlaub wiedergekommen. Dessen Freundin (23) hat ihn um die Zeit für wen anderen verlassen und er hat auf Arbeit hauptsächlich mit Anna darüber geredet. Zum einen hat Anna die Entscheidung von Thomas' Ex verurteilt, zum anderen sich aber regelmäßig beschwert, dass Thomas unverantwortlich sei und sich bei der Arbeit oft aus Aufgaben rausrede. 

Eine Woche vor der Trennung ist dann in der Einrichtung ein tödlicher Unfall passiert. Da musste das komplette Team sehr doll für einander da sein. Anna war dann an dem Tag erst mit ein paar Kolleginnen und dann mit Thomas was trinken, ist dann zu mir und ich hab bis in die Nacht versucht, ihr Trost zu spenden. Die folgenden Tage war sie weiterhin sehr traurig, jedoch auch zunehmend distanziert bzw ist sauer geworden, wenn ich versucht hab, für sie da zu sein. Sie war in der Zeit zwei, drei mal nachmittags bei Thomas (hat mir das aber offen so gesagt) und meinte, dass sie sich gerade distanziert fühlt und ein wenig Zeit für sich braucht, um den Tod zu verarbeiten.

Ende der Woche meinte sie dann plötzlich, dass sie sich für eine Weile trennen möchte und dass sie in Thomas verliebt ist und erstmal ihre Gefühle sortieren muss. Eine Trennung auf bestimmte Zeit wollte sie nicht, meinte aber, dass wir nach ein paar Monaten schauen können wie eine Zukunft zwischen uns aussieht. Die komplette Trennung lief persönlich, aber ohne Streit oder sonstige Sachen ab. 

Ich bin dann in meine Heimatstadt um ihr die Distanz zu geben, bis sie eine neue Wohnung gefunden hat. Als ich wegen ein paar Möbeln nochmal vorbeikommen musste, hat sie mir dann vor Ort mitgeteilt, dass sie mittlerweile mit Thomas was am laufen hat und gerade bei ihm wohnt, bis sie ihre Wohnung hat. Zu unserer Trennung und dem Distanzplan meinte sie dann, dass sie das nicht will und die Trennung habe sich ja schon lange angekündigt und das mit Thomas sei halt nebenbei passiert und er sei so lieb und habe wegen der Sache auch ein ganz schlechtes Gewissen.

Danach hab ich ihr ehrlich gesagt, dass sie sich wirklich erstmal Zeit für sich nehmen und sich nicht in die nächste Beziehung stürzen soll, gerade auch weil Anna und Thomas in so ziemlich jeder großen Zukunftsfrage unterschiedlicher Meinung sind und er gerade erst aus einer Beziehung kommt. 

Die Trennung ist jetzt knapp drei Monate her. Vor zwei Wochen haben wir uns auf ihr Bestreben hin erstmals für ein paar Stunden auf was zu trinken getroffen. Anderen Kontakt hab ich bis auf organisatorische Sachen nicht. Von ihr selber weiß ich, dass sie von der neuen Wohnung enttäuscht ist, dass sie sich einsam fühlt und seit der Trennung ziemliche finanzielle Probleme hat. Vor ein paar Tagen hab ich mal einen guten gemeinsamen Freund gefragt, wie es ihr so geht. Sie ist immer noch mit Thomas zusammen, bzw will das auch immer noch, hat aber anscheinend schon seit ein paar Wochen Zweifel, ob er sie liebt oder nur über seine Ex wegkommen will.

Ich weiß nicht, worauf das ganze hinausläuft aber ich habe wirklich große Angst, dass er sie ausnutzt. 

Das ist doch aber alles nicht mehr dein Problem?! Sie ist erwachsen und hat von sich aus Schluss gemacht, dann soll sie doch auch von sich aus die Scherben auflesen.

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