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Für meine allerbeste Freundin...

12. November 2005 um 23:56

Hallo meine Süsse,

als wir vorhin telefonierten erzählte ich dir von dieser Geschichte...

Es ist eine wunderbare Geschichte, die mir sehr geholfen hat, wenn meine Welt einmal nicht mehr rund sondern viereckig war und es somit ganz schön holperte, wenn sie sich weiterdrehte.

Somit habe ich sie jetzt kurz rausgesucht, weil ich dir damit eine kleine Freude machen will.

Ich freue mich, dich als meine allerbeste Freundin bezeichnen zu dürfen. Es ist eine unglaublich schöne Freundschaft, die ich niemehr missen wollte.

Es ist so schön, dass man mit dir über alles reden kann. Wir sind wirklich füreinander da, lachen, weinen, leiden und freuen uns miteinander. Ziehen uns gegenseitig wieder auf die Spur, wenn eine von uns sich mal wieder von der Bahn geschossen hat.

Dafür möchte ich dir von ganzem Herzen danken.

So jetzt kommt deine Geschichte...

Deine Dr.H.c. Sichtweise

Heute habe ich mich selbst gesucht. Ich kann gleich sagen, ich habe mich nicht gefunden. Dabei habe ich wirklich überall nachgeschaut. Sogar dort, wo ich eigentlich am Wenigsten hätte sein können. Gefunden hab ich mich trotzdem nirgends.
Ständig habe ich um Ecken und unter Schränke geschielt. Immer auf der Suche nach mir. Irgendwann dann hatte ich das fast untrügerische Gefühl, mir selbst auf den Fersen zu sein, hätte mich schon fast erwischt. Aber: Nichts. Nirgends! Kein Stück von mir zu sehen. Wie kann das sein, wollte ich mich gerne fragen. Doch das ging ja nicht, ich war ja nicht bei mir... Also, dachte ich, ich setze mich am Besten erstmal hin und warte ab. -Vielleicht komm ich ja dann zu mir.Also saß ich. Und wartete. Eine Stunde, zwei. Doch: Wieder nichts. Keine Spur von mir.
So langsam wurde ich nun doch ungeduldig. Zumal der Tag sich seinem wohlverdienten Ende neigte und ich ihn gern mit mir beenden wollte.
So machte ich kurzen Prozess: Ich schrieb mir einen Brief!
Hier nun meine Zeilen an mich:
Mein liebes Ich!
Ich hoffe, es geht dir gut!? Habe heute den ganzen Tag an dich gedacht und auch nach dir gesucht, doch leider fand ich dich nirgends... Hätte dich so gern mal wieder bei mir gehabt. Wir gehören doch zusammen. -Jedenfalls erwartet das jeder von uns! Man fragt mich schon nach dir. Was soll ich nur den Leuten sagen? Dass du mich verlassen hast? Mich nicht mehr leiden kannst? Auf Urlaub bist? Weißt du, die Leute reagieren eigenartig auf solche Antworten.
Komm zu mir zurück. Die Zeit mit dir war so schön für mich. So leicht und irgendwie vollkommen. Ich hatte gleich das Gefühl, dass das Leben genau so sein sollte. Nicht anders. Doch nun bist du verschwunden und ich habe das Gefühl nicht existieren zu können, ohne dich. Verlass mich nicht für immer, ja!? Komm zu mir zurück. Ich brauch dich doch.
Mein liebes Ich, nur DU vervollständigst mich!
Ich ewiger Hingabe,
Ich."
Ich habe das Gefühl, das könnte etwas bringen. Mein kleines Ich ist eigentlich nicht böse oder hart. Eigentlich auch nicht abweisend oder unbeständig.
Ich glaube, ich hab es einfach falsch behandelt, mein Ich. Manchmal war ich nicht gerade nett zu ihm... Ehrlich gesagt, hab ich es hin und wieder sogar beschimpft und vor anderen bloßgestellt. Über es Witze gemacht und schrecklich laut gelacht. Lauter als all die anderen um mich herum. Ja, fast schon geschrieen vor Lachen, hab ich. Das war nicht fair. Mein Ich stand nämlich meistens zu mir. Gerade in schwierigen Situationen konnte ich mich auf mein Ich verlassen. Mehr als auf jeden anderen sogar. Doch dann, letzte Woche, habe ich das Fass wohl zum überlaufen gebracht. Ich und mein ich waren spazieren. Mein Ich hatte mir gesagt, es gäbe Einiges zu klären. Also liefen wir. Mein Ich weinte, es sagte, dass es so nicht mehr weiter machen könne. Dass ich ihm doch wenigstens hin und wieder mal meine Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit schenken müsse. Nicht immer nur den Anderen. Ich wäre das Wichtigste für mich, sagte mein Ich. Ich schwieg. Wie immer, wenn ich nicht weiter weiß. Ich hatte keine Lust, groß zu reden, also sagte ich nur, dass wir es dann wohl lieber sein lassen sollten miteinander. Ich käme auch allein ganz gut klar, hätte mich eh nie SO wohl mit meinem Ich gefühlt. Würde mir einfach ein anders Ich zulegen. Zu gegebener Zeit. Mein Ich zitterte. Und dann, schwupsdiwups, war es weg. Gegangen.
Anfangs fand ich das toll, ehrlich gesagt. So ganz frei und ohne mich. Vogelfrei!
Doch schon nach zwei Tagen, begann ich, mich zu vermissen. Und nun habe ich das Gefühl, mein Herz zerspringt vor Sehnsucht nach mir. Naja, mein Ich meldet sich nicht. Braucht wohl noch ein bisschen Zeit. Hoffentlich wird das wieder...Wissen Sie, seien Sie lieber nett zu sich. Sie sind sich nämlich eigentlich ziemlich wichtig. Ja, Sie sind wirklich unbezahlbar für sich selbst. Also verscherzen Sie sichs nicht mit sich! Das geht schneller als man denkt, liebt man sich nicht genug...von Nina Märtens

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13. November 2005 um 0:20

Total schön
sag ma wo habt ihr euch kennengelernt und wo gibts sowas süßes..
hab keine beste freundin besser gesagt hab gar keine meine ex besten freundinnen haben mich fallen lassen irgendwas war immer

wieos is das alles nur so ungerecht will nur freundschaft!!!

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13. November 2005 um 0:59
In Antwort auf baby899

Total schön
sag ma wo habt ihr euch kennengelernt und wo gibts sowas süßes..
hab keine beste freundin besser gesagt hab gar keine meine ex besten freundinnen haben mich fallen lassen irgendwas war immer

wieos is das alles nur so ungerecht will nur freundschaft!!!

Hallo Baby,
das ist eine ganz lange Geschichte und eigentlich hätten wir uns überall treffen können. Aber wir haben uns im Web kennen gelernt. Wir kennen uns auch einige Jahre und die Freundschaft hat sich ganz langsam entwickelt.

Wir mochten uns von Anfang an... das heißt, sie mochte das was ich schrieb und ich was sie schrieb... Ich war voller Ehrfurcht und dachte boah ist das eine Frau. Uns trennt halb Deutschland und es ist daher auch nicht so, dass wir uns täglich sehen. Natürlich haben wir uns auch schon real getroffen ! Aber unser Kontakt besteht im täglichen Telefonieren... Stundenlang versteht sich.

Weißt, ich habe auch bei Freundinnen das eine oder andere Mal ins Klo gegriffen. Auch habe ich eine sehr langjährige Freundschaft aufrecht erhalten, die letztlich durch Verrat ihrerseits gescheitert ist. Sie war damals meine wichtigste Bezugsperson und ich war am Boden zerstört, als sie mich verraten hat.

Aber dass ist alles Schnee von gestern und auch nicht mehr wichtig.

Wichtig ist, dass man eine Basis findet wo niemand die *erste Geige* spielen und keine die andere beherrschen, manipulieren oder unterwandern möchte. Jemanden so anzunehmen, wie er ist, ist in einer Freundschaft sehr wichtig. Vielleicht fällt es uns deshalb so leicht miteinander klar zu kommen, weil wir ähnliche Schicksale haben, was hilfreich ist, sich in den anderen einzufühlen.

Es ist ein sehr wertvolles Geschenk, wenn man mit einer Freundin die komplette Palette des Miteinander ausleben kann. Wir können herrlich lästern. Intimste Geheimnisse ausplaudern. Alltägliche Dinge schildern, die uns gerade bewegen. Dampf ablassen, wenn uns was gegen den Strich geht. Zusammen lachen, weinen, sich gegenseitig trösten, uns beim anderen fallenlassen. Politisch völlig unkorrekt sein usw...

Was man dafür tun muss, um in den Genuss einer solchen innigen Freundschaft zu kommen... Keine Ahnung !

Vielleicht einfach so sein, wie man ist...authentisch. Nichts erwarten, nichts einfordern, Offen sein, Flächen bieten, wo der andere *andocken* kann. Ehrlich sein. Den anderen respektieren. Grenzen wahren !

Es gibt viele Dinge die so unscheinbar sind und doch den Verlauf einer Freundschaft bestimmen.

Erst jetzt im Alter kann ich für mich mit Bestimmheit sagen, was für mich in einer Freundschaft wirklich wichtig ist. Man muss sich ergänzen, in nahezu allen Lebenslagen. Und gerade das macht (diese) Freundschaft so wertvoll, weil sie eben nicht x-beliebig austauschbar ist.

Du bekommst auch noch eine richtige Freundin, wenn du es zulässt, dass man dich findet.

Liebe Grüße

Die Sichtweise

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