Forum / Liebe & Beziehung

Fühle mich einsam

26. Oktober 2020 um 15:39 Letzte Antwort: 27. Oktober 2020 um 13:53

Hallo ihr Lieben

Ich bin schon lange eine stille Mitleserin und bräuchte jetzt doch mal Ratschläge.

Wie der Titel schon sagt: ich fühle mich einsam.

Vor x Jahren bin ich (gebürtige Deutsche) in die Schweiz ausgewandert. Während viele meiner Freunde/Bekannte es schon früher gesagt haben, ist mir das nie so aufgefallen. Und zwar die Tatsache, dass man es schwer hat, hier wirkliche Freunde zu finden.
Jetzt durch Corona ist es aber auch für mich extrem geworden.

Ich habe zwar einige Bekannte hier, aber während des Lockdowns im Frühjahr beschränkten sich meine Kontakte auf die Leute im Büro. Mit dem Rest nur per Telefon/whatsapp. Oft habe ich auch das Gefühl, dass ich diejenige bin, die sich nach den anderen erkundigt/nach ihrem Befinden, die ein offenes Ohr hat. Umgekehrt ist das nicht wirklich der Fall. Auch ein bekanntes Phänomen: die andere hat Probleme mit einem Mann, ich höre mir das alles an, gebe Ratschläge usw. Meine Probleme sind eher uninteressant/zweitrangig. Sie sagen mir dann auch immer, was ich für eine tolle Freundin bin, wie loyal usw. Auch dass ich witzig und intelligent bin, wird mir gesagt. Es ist also nicht so, dass niemand gerne Zeit mit mir verbringt, aber auf der Prioritätenliste stehe ich weiter unten.

Ich bin im Vorstand eines Vereins, habe dort auch oberflächliche Bekannte, genauso wie durch die Arbeit, den Nebenjob, die Fortbildung oder im Fitnesscenter. Es ist also nicht so, dass ich mich nur zu Hause einschliesse und es nicht versuche. Ich gehe z.B. gerne Skifahren oder wandern, finde aber auch kaum Leute, die dazu Lust haben oder mal für einen Tag. Aber wenn es um Urlaub geht, dann gehen sie mit ihren Partnern/Partnerinnen. 

Ich war also alleine im Urlaub, was an sich nicht so ein Problem ist. Ausser dann beim Essen, wenn man als einzige allein rumsitzt... Nun steht bei uns der nächste Lockdown an (Fitnesscenter sind zu, Sport erstmal abgesagt usw.) und mir graut davor. Wieder ständig alleine rumsitzen. 

Kennt ihr das? Was macht ihr dagegen?

Das zweite Problem sind die Männer Früher hatte ich nie Probleme, aber jetzt... Ich hatte seit 3 Jahren keinen Sex mehr (ein Versuch, aber da hat er keinen hochbekommen), in den letzten 10 Monaten einen Mann geküsst (der hat noch erzählt, er sei kein ONS-Typ, aber im Endeffekt hat er wohl auch keinen Bock auf mich gehabt). Jetzt nach so langer Zeit habe ich gedacht, ich probier Tinder mal wieder aus. Erst aus Langeweile mit einem Fakeprofil (damit niemand auf mich kommt, einfach kein Bild, wo ein Mensch drauf ist), da hatte ich dann auch Matches und Nachrichten. Jetzt habe ich ein richtiges gemacht, mit Fotos von mir. Das Deprimierende: kaum Matches, nur eine Nachricht, von einem, der seinen Fetisch ausprobieren will. Das frustet mich schon. Ich bin zwar keine Modellschönheit, aber auch nicht abgrundtief hässlich, die Figur ist auch normal, deswegen würd ich nicht sagen, dass ich abstossend bin. Es ist auch nicht so, dass ich verzweifelt auf der Suche bin und in jedem Mann einen potenziellen Freund sehe, aber langsam wäre es doch mal wieder schön. 

Auch hier wieder die Frage: Kennt ihr das? Was tut ihr dagegen? Wo lernt man in der coronazeit jemanden kennen? Oder sollte ich "das Schicksal" einfach akzeptieren und zehn Katzen kaufen.  

Entschuldigung für den langen Text, aber ich musste mich einfach mal ausheulen. 
 

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26. Oktober 2020 um 18:13

Hab dir eine PN geschrieben 

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26. Oktober 2020 um 20:38
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Hallo ihr Lieben

Ich bin schon lange eine stille Mitleserin und bräuchte jetzt doch mal Ratschläge.

Wie der Titel schon sagt: ich fühle mich einsam.

Vor x Jahren bin ich (gebürtige Deutsche) in die Schweiz ausgewandert. Während viele meiner Freunde/Bekannte es schon früher gesagt haben, ist mir das nie so aufgefallen. Und zwar die Tatsache, dass man es schwer hat, hier wirkliche Freunde zu finden.
Jetzt durch Corona ist es aber auch für mich extrem geworden.

Ich habe zwar einige Bekannte hier, aber während des Lockdowns im Frühjahr beschränkten sich meine Kontakte auf die Leute im Büro. Mit dem Rest nur per Telefon/whatsapp. Oft habe ich auch das Gefühl, dass ich diejenige bin, die sich nach den anderen erkundigt/nach ihrem Befinden, die ein offenes Ohr hat. Umgekehrt ist das nicht wirklich der Fall. Auch ein bekanntes Phänomen: die andere hat Probleme mit einem Mann, ich höre mir das alles an, gebe Ratschläge usw. Meine Probleme sind eher uninteressant/zweitrangig. Sie sagen mir dann auch immer, was ich für eine tolle Freundin bin, wie loyal usw. Auch dass ich witzig und intelligent bin, wird mir gesagt. Es ist also nicht so, dass niemand gerne Zeit mit mir verbringt, aber auf der Prioritätenliste stehe ich weiter unten.

Ich bin im Vorstand eines Vereins, habe dort auch oberflächliche Bekannte, genauso wie durch die Arbeit, den Nebenjob, die Fortbildung oder im Fitnesscenter. Es ist also nicht so, dass ich mich nur zu Hause einschliesse und es nicht versuche. Ich gehe z.B. gerne Skifahren oder wandern, finde aber auch kaum Leute, die dazu Lust haben oder mal für einen Tag. Aber wenn es um Urlaub geht, dann gehen sie mit ihren Partnern/Partnerinnen. 

Ich war also alleine im Urlaub, was an sich nicht so ein Problem ist. Ausser dann beim Essen, wenn man als einzige allein rumsitzt... Nun steht bei uns der nächste Lockdown an (Fitnesscenter sind zu, Sport erstmal abgesagt usw.) und mir graut davor. Wieder ständig alleine rumsitzen. 

Kennt ihr das? Was macht ihr dagegen?

Das zweite Problem sind die Männer Früher hatte ich nie Probleme, aber jetzt... Ich hatte seit 3 Jahren keinen Sex mehr (ein Versuch, aber da hat er keinen hochbekommen), in den letzten 10 Monaten einen Mann geküsst (der hat noch erzählt, er sei kein ONS-Typ, aber im Endeffekt hat er wohl auch keinen Bock auf mich gehabt). Jetzt nach so langer Zeit habe ich gedacht, ich probier Tinder mal wieder aus. Erst aus Langeweile mit einem Fakeprofil (damit niemand auf mich kommt, einfach kein Bild, wo ein Mensch drauf ist), da hatte ich dann auch Matches und Nachrichten. Jetzt habe ich ein richtiges gemacht, mit Fotos von mir. Das Deprimierende: kaum Matches, nur eine Nachricht, von einem, der seinen Fetisch ausprobieren will. Das frustet mich schon. Ich bin zwar keine Modellschönheit, aber auch nicht abgrundtief hässlich, die Figur ist auch normal, deswegen würd ich nicht sagen, dass ich abstossend bin. Es ist auch nicht so, dass ich verzweifelt auf der Suche bin und in jedem Mann einen potenziellen Freund sehe, aber langsam wäre es doch mal wieder schön. 

Auch hier wieder die Frage: Kennt ihr das? Was tut ihr dagegen? Wo lernt man in der coronazeit jemanden kennen? Oder sollte ich "das Schicksal" einfach akzeptieren und zehn Katzen kaufen.  

Entschuldigung für den langen Text, aber ich musste mich einfach mal ausheulen. 
 

Hey ,ich bin aus Basel und vor 6 Jahren ausgewandert .Hab dir Pn geschrieben 

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27. Oktober 2020 um 10:09

Nun, es ist nicht die Aufgabe der Schweiz, der Schweizer oder irgend welcher anderer Nationen oder Nationalitäten, dich aus deiner ganz persönlichen Einsamkeit herauszuholen. Einsamkeit findet im Kopf statt und hat mit der Umgebung rein gar nichts zu tun, vorausgesetzt du bist nicht auf einer Robinsonade im Indischen Ozean oder der Hocharktis. 
Was mich irritiert ist, dass du den Begriff "auswandern" verwendest. Käme mir nie in den Sinn. Ich bewege mich zwischen Berlin, München, Zürich und Milano in einer Heimat, und ob ich wo wie viele Freunde habe hängt einzig und alleine von mir ab, wie ich auf Menschen zugehe, auf sie wirke, und einen Sinn, ein Verständnis für die Feinheiten vor Ort entwickelt habe.
Fremdelst du mit der Fremde? Das würde dann aber auch bedeutet, dass du nicht ganz freiwillig dort bist wo du bist. Ein Problem vieler Expats ist oftmals auch, dass sie sich nicht wirklich einlassen, nur des Jobs wegen, der Karriere, des Geldes wegen eine Stadt, ein Land wählen. Kein Wunder, dass es sich dann auch so anfühlt. Steril, grau, kalt - und genau so sieht man dann selber aus.

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27. Oktober 2020 um 10:35
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Nun, es ist nicht die Aufgabe der Schweiz, der Schweizer oder irgend welcher anderer Nationen oder Nationalitäten, dich aus deiner ganz persönlichen Einsamkeit herauszuholen. Einsamkeit findet im Kopf statt und hat mit der Umgebung rein gar nichts zu tun, vorausgesetzt du bist nicht auf einer Robinsonade im Indischen Ozean oder der Hocharktis. 
Was mich irritiert ist, dass du den Begriff "auswandern" verwendest. Käme mir nie in den Sinn. Ich bewege mich zwischen Berlin, München, Zürich und Milano in einer Heimat, und ob ich wo wie viele Freunde habe hängt einzig und alleine von mir ab, wie ich auf Menschen zugehe, auf sie wirke, und einen Sinn, ein Verständnis für die Feinheiten vor Ort entwickelt habe.
Fremdelst du mit der Fremde? Das würde dann aber auch bedeutet, dass du nicht ganz freiwillig dort bist wo du bist. Ein Problem vieler Expats ist oftmals auch, dass sie sich nicht wirklich einlassen, nur des Jobs wegen, der Karriere, des Geldes wegen eine Stadt, ein Land wählen. Kein Wunder, dass es sich dann auch so anfühlt. Steril, grau, kalt - und genau so sieht man dann selber aus.

Danke für deine Antwort, Steinundwasser.

Ich hatte früher auch einen Beruf, wo ich weltweit unterwegs war. Eigentlich jede Woche in einem anderen Land. Mal mit den gleichen Leuten unterwegs, mal mit verschiedenen. Daher habe ich auch Bekannte auf der ganzen Welt verstreut. Einige bezeichne ich auch als Freunde. 

Aber hier in der Schweiz habe ich Bekannte (vor allem auch aus Finnland) oder auch Schweizer, aber eben nicht das, was ich als gute Freunde bezeichne. Diejenige, die ich als gute Freundin bezeichnen würde (aber auch die ist in einer Beziehung und hat dann Zeit gehabt, wenn er anderweitig eschäftigt war), ist jetzt nach Schweden gezogen. Oberflächliche Bekanntschaften mit denen man per whatsapp Kontakt hat, gibt es genug. Aber solche mit denen man sich phyisch trifft eben wenige und die sind alle in einer Beziehung. 

Wie nennst du das denn dann, wenn du in ein anderes Land ziehst. Du sagst, du pendelst zwischen den Orten. Wo ist dein Lebensmittelpunkt? Und Züri ist übrigens auch was anderes. Das ist eine Stadt, wo sehr viele Menschen aus aller Welt (auch viele Deutsche) und aus der ganzen Schweiz leben und arbeiten. Die sind um einiges offener. Das Land mag ich sehr gerne, ich bin auch viel unterwegs, um möglichst viel davon kennenzulernen. Aber Freundschaften schliessen ist schwer (da gibt es auch ein lustiges Video dazu), das ist eine Beobachtung, die ich schon von vielen Leuten gehört habe. Und dabei sind auch welche, die sehr offen/charmant/lustig sind und sonst überall richtigen Anschluss gefunden haben. 

Fremdeln? Ich weiss nicht, eigentlich bin ich kein so heimatverbundender Mensch, sondern war schon immer schnell irgendwo heimisch. Vielleicht hat aber auch die ganze Corona-Situation was in mir ausgelöst, dass ich unbewusst Heimweh habe? Kein Plan. Eigentlich kann ich mich auch gut selbst beschäftigen und alleine sein. Aber im Moment fühl ich mich eben extrem einsam.

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27. Oktober 2020 um 11:02
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Hallo ihr Lieben

Ich bin schon lange eine stille Mitleserin und bräuchte jetzt doch mal Ratschläge.

Wie der Titel schon sagt: ich fühle mich einsam.

Vor x Jahren bin ich (gebürtige Deutsche) in die Schweiz ausgewandert. Während viele meiner Freunde/Bekannte es schon früher gesagt haben, ist mir das nie so aufgefallen. Und zwar die Tatsache, dass man es schwer hat, hier wirkliche Freunde zu finden.
Jetzt durch Corona ist es aber auch für mich extrem geworden.

Ich habe zwar einige Bekannte hier, aber während des Lockdowns im Frühjahr beschränkten sich meine Kontakte auf die Leute im Büro. Mit dem Rest nur per Telefon/whatsapp. Oft habe ich auch das Gefühl, dass ich diejenige bin, die sich nach den anderen erkundigt/nach ihrem Befinden, die ein offenes Ohr hat. Umgekehrt ist das nicht wirklich der Fall. Auch ein bekanntes Phänomen: die andere hat Probleme mit einem Mann, ich höre mir das alles an, gebe Ratschläge usw. Meine Probleme sind eher uninteressant/zweitrangig. Sie sagen mir dann auch immer, was ich für eine tolle Freundin bin, wie loyal usw. Auch dass ich witzig und intelligent bin, wird mir gesagt. Es ist also nicht so, dass niemand gerne Zeit mit mir verbringt, aber auf der Prioritätenliste stehe ich weiter unten.

Ich bin im Vorstand eines Vereins, habe dort auch oberflächliche Bekannte, genauso wie durch die Arbeit, den Nebenjob, die Fortbildung oder im Fitnesscenter. Es ist also nicht so, dass ich mich nur zu Hause einschliesse und es nicht versuche. Ich gehe z.B. gerne Skifahren oder wandern, finde aber auch kaum Leute, die dazu Lust haben oder mal für einen Tag. Aber wenn es um Urlaub geht, dann gehen sie mit ihren Partnern/Partnerinnen. 

Ich war also alleine im Urlaub, was an sich nicht so ein Problem ist. Ausser dann beim Essen, wenn man als einzige allein rumsitzt... Nun steht bei uns der nächste Lockdown an (Fitnesscenter sind zu, Sport erstmal abgesagt usw.) und mir graut davor. Wieder ständig alleine rumsitzen. 

Kennt ihr das? Was macht ihr dagegen?

Das zweite Problem sind die Männer Früher hatte ich nie Probleme, aber jetzt... Ich hatte seit 3 Jahren keinen Sex mehr (ein Versuch, aber da hat er keinen hochbekommen), in den letzten 10 Monaten einen Mann geküsst (der hat noch erzählt, er sei kein ONS-Typ, aber im Endeffekt hat er wohl auch keinen Bock auf mich gehabt). Jetzt nach so langer Zeit habe ich gedacht, ich probier Tinder mal wieder aus. Erst aus Langeweile mit einem Fakeprofil (damit niemand auf mich kommt, einfach kein Bild, wo ein Mensch drauf ist), da hatte ich dann auch Matches und Nachrichten. Jetzt habe ich ein richtiges gemacht, mit Fotos von mir. Das Deprimierende: kaum Matches, nur eine Nachricht, von einem, der seinen Fetisch ausprobieren will. Das frustet mich schon. Ich bin zwar keine Modellschönheit, aber auch nicht abgrundtief hässlich, die Figur ist auch normal, deswegen würd ich nicht sagen, dass ich abstossend bin. Es ist auch nicht so, dass ich verzweifelt auf der Suche bin und in jedem Mann einen potenziellen Freund sehe, aber langsam wäre es doch mal wieder schön. 

Auch hier wieder die Frage: Kennt ihr das? Was tut ihr dagegen? Wo lernt man in der coronazeit jemanden kennen? Oder sollte ich "das Schicksal" einfach akzeptieren und zehn Katzen kaufen.  

Entschuldigung für den langen Text, aber ich musste mich einfach mal ausheulen. 
 

Hey,

"richtige" Freunde finden, ist heutzutage fast unmöglich.
Kenne ich leider auch nur zu gut.Man hilft,man macht und es wird immer gesagt wie toll man doch ist aber in wirklichkeit wird man doch nur ausgenutzt.
In dieser digitalen Zeit läuft alles nur noch über Whatsapp bzw Apps.
Ob Freunde finden oder Partner,es ist immer das gleiche.
Was man dagegen machen kann?Gute Frage.Ich nehme dann auch bitte einmal die Lösung.

LG

PS:sorry,leider aber wohl keine Hilfe für Dich aber fühle Dich wenigstens verstanden.

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27. Oktober 2020 um 11:27
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Hey,

"richtige" Freunde finden, ist heutzutage fast unmöglich.
Kenne ich leider auch nur zu gut.Man hilft,man macht und es wird immer gesagt wie toll man doch ist aber in wirklichkeit wird man doch nur ausgenutzt.
In dieser digitalen Zeit läuft alles nur noch über Whatsapp bzw Apps.
Ob Freunde finden oder Partner,es ist immer das gleiche.
Was man dagegen machen kann?Gute Frage.Ich nehme dann auch bitte einmal die Lösung.

LG

PS:sorry,leider aber wohl keine Hilfe für Dich aber fühle Dich wenigstens verstanden.

Ja, da fühlt man sich nicht ganz so wie ein unsympathischer Freak
Es geht mir tatsächlich auch so, dass ich da bin, wenn jemand einen Fahrer braucht, Hilfe beim Umzug, ein offenes Ohr oder was auch immer. Ich biete auch immer Unterstützung an, aber wie du sagst, zurück kommt wenig.

Den letzten, der mir gefallen hat, hab ich ganz klassisch im realen Leben getroffen. Aber die Entfernung war wohl zu gross... Mit Apps klappt`s bei mir gar nicht (s.o.) 

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27. Oktober 2020 um 11:36
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Danke für deine Antwort, Steinundwasser.

Ich hatte früher auch einen Beruf, wo ich weltweit unterwegs war. Eigentlich jede Woche in einem anderen Land. Mal mit den gleichen Leuten unterwegs, mal mit verschiedenen. Daher habe ich auch Bekannte auf der ganzen Welt verstreut. Einige bezeichne ich auch als Freunde. 

Aber hier in der Schweiz habe ich Bekannte (vor allem auch aus Finnland) oder auch Schweizer, aber eben nicht das, was ich als gute Freunde bezeichne. Diejenige, die ich als gute Freundin bezeichnen würde (aber auch die ist in einer Beziehung und hat dann Zeit gehabt, wenn er anderweitig eschäftigt war), ist jetzt nach Schweden gezogen. Oberflächliche Bekanntschaften mit denen man per whatsapp Kontakt hat, gibt es genug. Aber solche mit denen man sich phyisch trifft eben wenige und die sind alle in einer Beziehung. 

Wie nennst du das denn dann, wenn du in ein anderes Land ziehst. Du sagst, du pendelst zwischen den Orten. Wo ist dein Lebensmittelpunkt? Und Züri ist übrigens auch was anderes. Das ist eine Stadt, wo sehr viele Menschen aus aller Welt (auch viele Deutsche) und aus der ganzen Schweiz leben und arbeiten. Die sind um einiges offener. Das Land mag ich sehr gerne, ich bin auch viel unterwegs, um möglichst viel davon kennenzulernen. Aber Freundschaften schliessen ist schwer (da gibt es auch ein lustiges Video dazu), das ist eine Beobachtung, die ich schon von vielen Leuten gehört habe. Und dabei sind auch welche, die sehr offen/charmant/lustig sind und sonst überall richtigen Anschluss gefunden haben. 

Fremdeln? Ich weiss nicht, eigentlich bin ich kein so heimatverbundender Mensch, sondern war schon immer schnell irgendwo heimisch. Vielleicht hat aber auch die ganze Corona-Situation was in mir ausgelöst, dass ich unbewusst Heimweh habe? Kein Plan. Eigentlich kann ich mich auch gut selbst beschäftigen und alleine sein. Aber im Moment fühl ich mich eben extrem einsam.

Du fragst nach (meinem) Lebensmittelpunkt. Meine Antwort darauf ist: In mir selber. So wie ich "meine Koffer der unverzichtbaren Dinge" trage, trage ich mich selber. Meine Berufung, meine Arbeit, meine Freunde. Heimat ist mir da, wo ich mit guten Menschen Zeit teile, Projekte realisiere, helfe, mir geholfen wird. Heimat ist mir da, wo meine Partnerin lebt, wo wir gemeinsame Zeit verbringen, wo wir uns um nichts ausser um uns selber kümmern dürfen. Und ich besitze ein kleines Haus weitab, wo ich sage, mein Haus, mein Tal, mein Berg. Und ja, ich bin ein Mensch, der auch gut mit sich selber alleine zu recht kommt, obwohl ich das nicht bewusst suche.
Erstaunlich, ausgerechnet dieses etwas verrückte Jahr, mit Covid, beschert mir viele Begegnungen, neue Menschen, und alte, die man neu kennen lernte. Mehrheitlich sehr intensive Kontakte, die Krise als Chance, die Spreu vom Weizen trennt.
Was mir übrigens stets geholfen hat: Ich bin unangepasst aber nicht ideologisch. Ich zeige was ich mache und motiviere damit andere, auch ihr Ding zu tun. Darin wird man erkannt, von Interessierten, von Gleichgesinnten, von Gegnern. Daraus sind (fast) immer spannende Begegnungen, eigentliche Beziehungen entstanden. Gesucht habe ich nie, gefunden habe ich oft.        

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27. Oktober 2020 um 11:45
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Hey,

"richtige" Freunde finden, ist heutzutage fast unmöglich.
Kenne ich leider auch nur zu gut.Man hilft,man macht und es wird immer gesagt wie toll man doch ist aber in wirklichkeit wird man doch nur ausgenutzt.
In dieser digitalen Zeit läuft alles nur noch über Whatsapp bzw Apps.
Ob Freunde finden oder Partner,es ist immer das gleiche.
Was man dagegen machen kann?Gute Frage.Ich nehme dann auch bitte einmal die Lösung.

LG

PS:sorry,leider aber wohl keine Hilfe für Dich aber fühle Dich wenigstens verstanden.

"Richtige" Freunde zu finden, war vermutlich noch nie einfach. Inflationär ist letztlich auch der Begriff Freund und Freundschaft in unserem Sprachgebrau, in unserer Erwartungshaltung. Eher neuer auch die Erscheinung "bester Freund", "beste Freundin".
Das Leben der Menschen ist, denke ich, eine Schicksals- und Zufallsgemeinschaft. Selten alleine selbst gewählt, fast immer etwas fremd bestimmt. Verändert haben sich der Radius unserer Kontakte, die Formen der Kontaktaufnahme, die Länge und das Tempo unserer Lebenszeit. Und je grösser die (vermeintliche) Auswahl, desto schwieriger die Entscheidung.   

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27. Oktober 2020 um 12:55
In Antwort auf

Hallo ihr Lieben

Ich bin schon lange eine stille Mitleserin und bräuchte jetzt doch mal Ratschläge.

Wie der Titel schon sagt: ich fühle mich einsam.

Vor x Jahren bin ich (gebürtige Deutsche) in die Schweiz ausgewandert. Während viele meiner Freunde/Bekannte es schon früher gesagt haben, ist mir das nie so aufgefallen. Und zwar die Tatsache, dass man es schwer hat, hier wirkliche Freunde zu finden.
Jetzt durch Corona ist es aber auch für mich extrem geworden.

Ich habe zwar einige Bekannte hier, aber während des Lockdowns im Frühjahr beschränkten sich meine Kontakte auf die Leute im Büro. Mit dem Rest nur per Telefon/whatsapp. Oft habe ich auch das Gefühl, dass ich diejenige bin, die sich nach den anderen erkundigt/nach ihrem Befinden, die ein offenes Ohr hat. Umgekehrt ist das nicht wirklich der Fall. Auch ein bekanntes Phänomen: die andere hat Probleme mit einem Mann, ich höre mir das alles an, gebe Ratschläge usw. Meine Probleme sind eher uninteressant/zweitrangig. Sie sagen mir dann auch immer, was ich für eine tolle Freundin bin, wie loyal usw. Auch dass ich witzig und intelligent bin, wird mir gesagt. Es ist also nicht so, dass niemand gerne Zeit mit mir verbringt, aber auf der Prioritätenliste stehe ich weiter unten.

Ich bin im Vorstand eines Vereins, habe dort auch oberflächliche Bekannte, genauso wie durch die Arbeit, den Nebenjob, die Fortbildung oder im Fitnesscenter. Es ist also nicht so, dass ich mich nur zu Hause einschliesse und es nicht versuche. Ich gehe z.B. gerne Skifahren oder wandern, finde aber auch kaum Leute, die dazu Lust haben oder mal für einen Tag. Aber wenn es um Urlaub geht, dann gehen sie mit ihren Partnern/Partnerinnen. 

Ich war also alleine im Urlaub, was an sich nicht so ein Problem ist. Ausser dann beim Essen, wenn man als einzige allein rumsitzt... Nun steht bei uns der nächste Lockdown an (Fitnesscenter sind zu, Sport erstmal abgesagt usw.) und mir graut davor. Wieder ständig alleine rumsitzen. 

Kennt ihr das? Was macht ihr dagegen?

Das zweite Problem sind die Männer Früher hatte ich nie Probleme, aber jetzt... Ich hatte seit 3 Jahren keinen Sex mehr (ein Versuch, aber da hat er keinen hochbekommen), in den letzten 10 Monaten einen Mann geküsst (der hat noch erzählt, er sei kein ONS-Typ, aber im Endeffekt hat er wohl auch keinen Bock auf mich gehabt). Jetzt nach so langer Zeit habe ich gedacht, ich probier Tinder mal wieder aus. Erst aus Langeweile mit einem Fakeprofil (damit niemand auf mich kommt, einfach kein Bild, wo ein Mensch drauf ist), da hatte ich dann auch Matches und Nachrichten. Jetzt habe ich ein richtiges gemacht, mit Fotos von mir. Das Deprimierende: kaum Matches, nur eine Nachricht, von einem, der seinen Fetisch ausprobieren will. Das frustet mich schon. Ich bin zwar keine Modellschönheit, aber auch nicht abgrundtief hässlich, die Figur ist auch normal, deswegen würd ich nicht sagen, dass ich abstossend bin. Es ist auch nicht so, dass ich verzweifelt auf der Suche bin und in jedem Mann einen potenziellen Freund sehe, aber langsam wäre es doch mal wieder schön. 

Auch hier wieder die Frage: Kennt ihr das? Was tut ihr dagegen? Wo lernt man in der coronazeit jemanden kennen? Oder sollte ich "das Schicksal" einfach akzeptieren und zehn Katzen kaufen.  

Entschuldigung für den langen Text, aber ich musste mich einfach mal ausheulen. 
 

@
Hallo bin Schweizer und wohne zw. den Kt. Zürich und Schaffhausen. Kannst mir gerne eine PN senden.

Hast du keine Hobbys oder Interessen ?

Ich denke auch das es eher ein gesellschaftliches Problem ist, wir leben nun einmal in einer ICH Gesellschaft und ob es wahre Freundschaft noch gibt die auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten ?
 

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27. Oktober 2020 um 13:53
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@
Hallo bin Schweizer und wohne zw. den Kt. Zürich und Schaffhausen. Kannst mir gerne eine PN senden.

Hast du keine Hobbys oder Interessen ?

Ich denke auch das es eher ein gesellschaftliches Problem ist, wir leben nun einmal in einer ICH Gesellschaft und ob es wahre Freundschaft noch gibt die auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten ?
 

Ja ,diese Freundschaften gibt es.Nur leider viel zu wenig.
Wie du so schön schriebst,wir leben in einer Wegwerf und Ich Zeit.Leider.

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