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Freundschaften und soziale Beziehungen

1. April 2014 um 19:38

Hallo zusammen,
nach längerem Überlegen möchte ich euch doch mal zu Rate ziehen. Das Problem ist folgendes: Ich bin nicht gut darin Freundschaften zu schließen und zu halten und selbst bei meiner weiteren Verwandtschaft und Bekanntschaften zweifle ich stark daran, dass mich die Menschen so wirklich mögen.

Mich belastet die Situation fürchterlich weil ich es mir einfach so sehr wünsche, dass es mit Freundschaften etc. besser klappt und ich dadurch richtig unter Druck stehe ...irgendwie denke ich, dass ich etwas an mit habe, was Menschen abschreckt oder etwas weshalb man mich nicht so richtig, richtig mögen kann.
So ein kleines bisschen habe ich die Sorgen schon seit meiner Kindheit immer wieder, inzwischen bin ich 24 und man sollte meinen alt genug reflektierter zu denken. Trotzdem neige ich dazu jedes Verhalten meiner Freunde auf mich zu beziehen und zu denken, dass sie mich sicher nicht mehr mögen oder ich irgendwas falsch gemacht habe/nicht genug bin. Kennt das jemand von euch oder bin ich total schief gewickelt ?

Ich kann nicht sagen, dass ich keine Freunde habe...so ist es nicht. Ich hatte immer Freunde und habe auch heute einen Freundskreis mit ein paar richtig guten Freunden und einen ganz soliden Bekanntenkreis. Trotzdem denke ich immer wieder, dass ich vielleicht nicht gut genug bin, die Freudnschaften vielleicht nicht halten und vor allem, dass ich sie mehr mag als sie mich. Ich habe das Gefühl immer sehr viel mehr Arbeit und Mühe zu investieren und ich das nicht im selben Maße zurück bekomme ... und denjenigen vielleicht garnicht soooo wichtig bin. Ich tue mir auch mit neuen Freundschaften schwer, irgendwie denke ich aus der Erfahrung heraus, dass man mich wohl eh nicht richtig mögen kann aber ich leide stark darunter, weil ich mir mehr Freunde und Bekannte wünsche und auch gerne bereit bin dafür auch etwas zu geben ...
Alles in allem bin ich ein einfühlsamer Mensch, der gut zuhören kann und eigentlich ziemlich viel Spaß und Mist mitmacht. Ich bin allgemein eher pessimistisch eingestellt ...das könnte ein Problem sein, ist aber etwas, was sich in den letzten Jahren sehr gebesser hat. Auch sonst habe ich ein paar Einschränkungen durch Allergien etc. die vielleicht etwas anstrengender sind als bei vielen anderen Menschen, aber ich bin gut darauf eingerichtet und eigentlich in der Lage alles mit zu machen.
Ich hatte noch nie die Situation, dass ich gemobbt wurde oder mir irgendwer negativ entgegen getreten ist, aber ich war eben auch nie richtig, richtig beliebt und diejenige die wirklich auf keiner Party fehlen durfte ... Ich habe glaube ich im Grund genommen keine schlechten Voraussetzungen, ich sehe ganz ansehnlich aus, habe gerade einen guten Uniabschluss gemacht, hab Dinge die mir Spaß machen, Eltern, die zwar getrennt sind,mich aber trotzdem beide unterstützen, eigentlich immer genug Geld, immer dafür gearbeiter und nicht irgendwie total verwöhnt und hatte immer Möglichkeiten zu Reisen etc. Es sollte alles okay sein ...und trotzdem ist das mein wunder Punkt! Auch im Studium ...ich hab nette Menschen kennengelernt, mit denen ich mich gut verstehe und alles ...und trotzdem kommt von denen sehr viel weniger bis garkein Bemühen ...Selbst bei meiner Familie habe ich immer das Gefühl, dass keinem so richtig was an mir liegt ...es ist sehr oberflächlich und es wird auch gerne mal vergessen zu meinem Geburtstag anzurufen...so Kleinigkeiten eben, die mich aber direkt treffen.

Ich traue euch total viel Menschenkenntnis zu und ihr habt sicher auch eure Erfahrungen gemacht und ich würde mich wirklich total über neuen Input zu dem Thema freuen ...in meinem Kopf dreht sich ja doch nur alles im Kreis.

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1. April 2014 um 21:19

Wenn ich ehrlich bin...
... finde ich Deine Beschreibung von Dir wirklich abschreckend.

Was nicht heisst, dass Du kein guter Mensch bist, sondern, dass Du ein Mensch bist, mit dem ich ziemlich sicher nicht klar kommen würde.
Das ist schon mal das erste. Es ist völlig normal und gar nicht anders möglich, als dass einen manche Menschen mögen, manche nicht und die meisten mit einem klar kommen, ohne dass es tiefer gehen wird. Es ist völlig normal und nicht anders möglich, als das die eigenen Handlungen und Entscheidungen manchem gefallen, von manchen Beifall, von anderen Buh-Rufe und von vielen ein Schulterzucken ernten.

Das nächste ist, dass fehlendes Selbstbewusstsein und jemand, der sehr, sehr leicht etwas persönlich nimmt, (pardon) leicht sehr anstrengend sein können.

Menschen, die "gerne geben" aber damit eine ganz grosse Erwartungshaltung verbinden... Hm, das ist kein Geschenk, sondern eine Dienstleistung und noch dazu eine unfreiwillige. Ja, das ist überspitzt ausgedrückt, aber dieses "fishing for" geht einfach ziemlich häufig gegen die Wand. Wenn Menschen nicht so viel "Arbeit und Mühe investieren" ist das oft auch ein Zeichen dafür, dass sie auch nicht mehr haben wollen. Nicht weil sie Dich nicht mögen, sondern weil Karamell-Bonbons sehr lecker und etwas tolles sind. Aber von 1kg davon werden die nicht toller und der Genuss nicht besser, es gibt nur Bauchweh. Es gibt bei allem auf dieser Welt Grenzen, bis zu denen etwas Tolles toll ist - und darüber hinaus kippt es. Dazu kommt dass dieses "wenn ich Dir zeige, dass Du mir ganz tolle wichtig bist, weil ich so viel für Dich tue, wirst Du mir auch das Gefühl geben, dass ich Dir ganz tolle wichtig bin" - selten funktioniert.

Der letzte Punkt: Meiner Meinung nach sollte man, wenn man sich selbst definiert, das *nie* über andere Personen tun. Nie. Natürlich sollte es einem nicht egal sein, wie andere einen sehen, es ist eine wichtige Rückmeldung. Aber niemals mehr. Sich darüber definieren darf man nicht.

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2. April 2014 um 0:52
In Antwort auf avarrassterne

Wenn ich ehrlich bin...
... finde ich Deine Beschreibung von Dir wirklich abschreckend.

Was nicht heisst, dass Du kein guter Mensch bist, sondern, dass Du ein Mensch bist, mit dem ich ziemlich sicher nicht klar kommen würde.
Das ist schon mal das erste. Es ist völlig normal und gar nicht anders möglich, als dass einen manche Menschen mögen, manche nicht und die meisten mit einem klar kommen, ohne dass es tiefer gehen wird. Es ist völlig normal und nicht anders möglich, als das die eigenen Handlungen und Entscheidungen manchem gefallen, von manchen Beifall, von anderen Buh-Rufe und von vielen ein Schulterzucken ernten.

Das nächste ist, dass fehlendes Selbstbewusstsein und jemand, der sehr, sehr leicht etwas persönlich nimmt, (pardon) leicht sehr anstrengend sein können.

Menschen, die "gerne geben" aber damit eine ganz grosse Erwartungshaltung verbinden... Hm, das ist kein Geschenk, sondern eine Dienstleistung und noch dazu eine unfreiwillige. Ja, das ist überspitzt ausgedrückt, aber dieses "fishing for" geht einfach ziemlich häufig gegen die Wand. Wenn Menschen nicht so viel "Arbeit und Mühe investieren" ist das oft auch ein Zeichen dafür, dass sie auch nicht mehr haben wollen. Nicht weil sie Dich nicht mögen, sondern weil Karamell-Bonbons sehr lecker und etwas tolles sind. Aber von 1kg davon werden die nicht toller und der Genuss nicht besser, es gibt nur Bauchweh. Es gibt bei allem auf dieser Welt Grenzen, bis zu denen etwas Tolles toll ist - und darüber hinaus kippt es. Dazu kommt dass dieses "wenn ich Dir zeige, dass Du mir ganz tolle wichtig bist, weil ich so viel für Dich tue, wirst Du mir auch das Gefühl geben, dass ich Dir ganz tolle wichtig bin" - selten funktioniert.

Der letzte Punkt: Meiner Meinung nach sollte man, wenn man sich selbst definiert, das *nie* über andere Personen tun. Nie. Natürlich sollte es einem nicht egal sein, wie andere einen sehen, es ist eine wichtige Rückmeldung. Aber niemals mehr. Sich darüber definieren darf man nicht.

Puh..
Vielen Dank für die Antwort.
Du sprichst sicherlich viele richtige Punkte an ... ich meinte das mit der Arbeit und der Mühe mehr so, dass ich jetzt nicht jemand bin, der auf seinem Sofa sitzt und schmollt weil ihn keiner mag und selbst aber auch irgendwie nix tut. Ich glaube nichtmal, dass ich extrem viel gebe ... sondern es ist einfach so, dass ich die menschen um mich rum wichtig nehme und meine freundschaften schon pflege. Zumindest in meinem Augen ...aber das ist ja der springende Punkt, eventuell mache ich ja einfach grundlegend etwas falsch
Warum meinst du, würdest du mit mir nicht auskommen? Ist wirklich interessant aus was du das jetzt schließt, von dem was ich geschrieben habe.

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2. April 2014 um 1:41

Fragen
Warum schreibst du über dich, dass du pessimistisch eingestellt bist? Damit kommst du vielleicht in einer bestimmten Szene gut an, aber damit bist du sicher nicht der ultimative Garant für gute Laune.

Für dich zum Nachdenken: Wärst du gerne mit dir befreundet?

Und zum Abschluss kann ich mich nur anschließen: solange du dich über die Anzahl der Freundschaften definierst, wird das nix mit dir. Du schreibst, dass du einige ganz solide Freundschaften hast und einen ordentlichen Bekanntenkreis. Warum reicht dir das nicht? Warum suchst du nach mehr oder anderen Freunden?

Zur Info: ich selbst habe keinen großen Freundeskreis, durch viele Umzüge und Neuanfänge habe ich auch noch nie wirklich lange andauernde Freundschaften genossen. Ergebnis: meine Mama ist meine beste Freundin, die meisten Glückwünsche zur Geburt meiner Tochter habe ich aus ihrem Umfeld und von meinen Arbeitskollegen erhalten. Trotzdem denke ich, dass ich mit meiner Situation glücklich bin. Ich habe gelernt, dass Freundschaften sich entwickeln und nicht erzwungen werden können. Ich habe gelernt, dass eine gute Freundschaft dort zu finden ist, wo man nicht sucht. Und ich behaupte, dass ich deutlich leichter und schneller Freunde finde, seit ich nicht mehr nach ihnen suche. Mit der Zeit ist mir auch aufgefallen, dass die besten Freunde die sind, bei denen der Kontakt einschlafen kann und man sich nicht böse ist, sondern einfach irgendwann mal wieder eine Mail schreibt. So kommt jetzt über das kommende Wochenende eine Freundin zu Besuch, die ich VIER Jahre nicht gesehen habe und mit der ich in der Zeit vielleicht zehnmal telefoniert habe. Ich weiß jedoch, dass es so sein wird wie immer.

In diesem Sinne: versuche nicht, den Fehler zu finden, sondern es positiv zu sehen: Du hast ein soziales Umfeld, das höchstwahrscheinlich mehr Wert ist, als du denkst.

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2. April 2014 um 14:20
In Antwort auf vanillemilchjunkie

Fragen
Warum schreibst du über dich, dass du pessimistisch eingestellt bist? Damit kommst du vielleicht in einer bestimmten Szene gut an, aber damit bist du sicher nicht der ultimative Garant für gute Laune.

Für dich zum Nachdenken: Wärst du gerne mit dir befreundet?

Und zum Abschluss kann ich mich nur anschließen: solange du dich über die Anzahl der Freundschaften definierst, wird das nix mit dir. Du schreibst, dass du einige ganz solide Freundschaften hast und einen ordentlichen Bekanntenkreis. Warum reicht dir das nicht? Warum suchst du nach mehr oder anderen Freunden?

Zur Info: ich selbst habe keinen großen Freundeskreis, durch viele Umzüge und Neuanfänge habe ich auch noch nie wirklich lange andauernde Freundschaften genossen. Ergebnis: meine Mama ist meine beste Freundin, die meisten Glückwünsche zur Geburt meiner Tochter habe ich aus ihrem Umfeld und von meinen Arbeitskollegen erhalten. Trotzdem denke ich, dass ich mit meiner Situation glücklich bin. Ich habe gelernt, dass Freundschaften sich entwickeln und nicht erzwungen werden können. Ich habe gelernt, dass eine gute Freundschaft dort zu finden ist, wo man nicht sucht. Und ich behaupte, dass ich deutlich leichter und schneller Freunde finde, seit ich nicht mehr nach ihnen suche. Mit der Zeit ist mir auch aufgefallen, dass die besten Freunde die sind, bei denen der Kontakt einschlafen kann und man sich nicht böse ist, sondern einfach irgendwann mal wieder eine Mail schreibt. So kommt jetzt über das kommende Wochenende eine Freundin zu Besuch, die ich VIER Jahre nicht gesehen habe und mit der ich in der Zeit vielleicht zehnmal telefoniert habe. Ich weiß jedoch, dass es so sein wird wie immer.

In diesem Sinne: versuche nicht, den Fehler zu finden, sondern es positiv zu sehen: Du hast ein soziales Umfeld, das höchstwahrscheinlich mehr Wert ist, als du denkst.


Weil ich glaube, dass das eine sehr prägende Charaktereigenschaft von mir ist...die ich schon ein Leben lang nicht wirklich los werde. Ich rechne grundsätzlich mit dem schlimmsten...wobei ich das schon wirklich gut in den Griff bekommen habe, weil ich selbst gemerkt habe, dass es mir nicht gut tut. Aber eine Grundtendenz ist da...war nicht heißt, dass ich keinen Spaß haben kann...im Gegenteil, aber es ist eben ein Teil von mir...ich fand ihn erwähnenswert, weil ich weiß, dass es einer der Bereiche ist, in dem ich bei anderen Menschen vielleicht anecken könnte ...
Ich bin mir der Anzahl der Freundschaften schon zufrieden, ich bin mir nur immer nicht sicher ob ich ihnen denn auch so viel bedeute wie sie mir, möglich, dass das nur in meinem Kopf so ist ... das mit der Anzahl ist mehr so gemeint, ich lebe in keiner Beziehung und bin damit total zufrieden, nur wäre es schön, wenn ich ein paar mehr Menschen kennen würde, mit denen man mal spontan was unternehmen kann, weil in meinem Freundeskreis auch viele Paare sind, die natürlich auch Zeit für sich wollen.
Aber ich danke dir wirklich sehr, vielleicht muss ich meine Einstellung und Sichtweise ändern ...aber das erscheint schwer, wenn es schon so ein bisschen ein Muster aus Kindertagen ist.

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2. April 2014 um 14:37
In Antwort auf mavie_12969862

Puh..
Vielen Dank für die Antwort.
Du sprichst sicherlich viele richtige Punkte an ... ich meinte das mit der Arbeit und der Mühe mehr so, dass ich jetzt nicht jemand bin, der auf seinem Sofa sitzt und schmollt weil ihn keiner mag und selbst aber auch irgendwie nix tut. Ich glaube nichtmal, dass ich extrem viel gebe ... sondern es ist einfach so, dass ich die menschen um mich rum wichtig nehme und meine freundschaften schon pflege. Zumindest in meinem Augen ...aber das ist ja der springende Punkt, eventuell mache ich ja einfach grundlegend etwas falsch
Warum meinst du, würdest du mit mir nicht auskommen? Ist wirklich interessant aus was du das jetzt schließt, von dem was ich geschrieben habe.

Ja
schon klar, dass Du "die Beziehung pflegen" meinst.
Aber es steckt eine andere Einstellung dahinter, wenn jemand im Nebensatz schreibt "ich weiss, dass man dafür etwas tun muss, mach ich schon" als sich über "Arbeit und Mühe" (allein die Wortwahl...) zu äussern, darüber, dass man auch genau verfolgt, was da jetzt auch zurück kommt (ich würde da nie "mitrechnen"!) - weisst Du, was ich meine?

Warum ich das meine?
"Fishing for" (etwas tun zum Zwecke, dass etwas "zurückkommt") ist ein Verhaltensmuster, was ich nicht ausstehen kann.
Mit Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl komme ich nicht gut zurecht.
Mit Menschen, die etwas leicht persönlich nehmen (" ...neige ich dazu jedes Verhalten meiner Freunde auf mich zu beziehen und zu denken, dass sie mich sicher nicht mehr mögen...") komme ich gar nicht gut zurecht.
Mit Menschen, die überdurchschnittlich hilfsbereit sind, komme ich nicht gut zurecht, ich ziehe Menschen, die etwas überdurchschnittlich egoistisch sind, vor.
Mit Menschen, die sich durch die Augen anderer definieren, auch nicht.
Ach ja: ich vergesse meinen eigenen Geburtstag und meinen eigenen Hochzeitstag und den Geburtstag von Eltern, Partner, Geschwistern, ... regelmässig, das ist nichts persönliches und hat null damit zu tun, dass mir jemand nicht wichtig ist - mit jemandem, der es trotzdem immer (und sei mehr oder minder unbewusst) so empfinden würde, würde ich auch nicht sonderlich gut klar kommen.
Überhaupt mit Menschen, die in diesem feinen Netz von "Kleinigkeiten", die ihnen "das Gefühl geben, dass mir etwas an ihnen liegt" eine so hohe Bedeutung sehen, komme ich nicht sonderlich gut klar, weil das Dinge sind, die für mich selbst erstens null Bedeutung haben, die ich zweitens vermutlich zum grossen Teil nicht einmal wahrnehme und die ich drittens einem Menschen, der anders nicht wahrnimmt, dass er mir wichtig wäre, nur "liefern" kann, wenn ich ganz bewusst und aktiv mir aufschreibe, was ich wie zu tun und zu sagen, wie zu reagieren habe - und dann nach Drehbuch handle.

Aber all das sind persönliche Punkte von mir, nicht allgemein zu Deiner Frage.
Selbstbewusstsein spielt aber allgemein eine grosse Rolle, deswegen sprach ich das an.
Ausserdem möchte ich vanillemilchjunkie noch mal ausdrücklich Recht geben - was Bitte soll denn an "Ich hatte immer Freunde und habe auch heute einen Freundskreis mit ein paar richtig guten Freunden und einen ganz soliden Bekanntenkreis. " nicht genug sein?
Um es mal gesagt zu haben: diejenigen, die total beliebt sind und "auf keiner Party fehlen dürfen" sind nie Freunde für diejenigen, die sie einladen. Das sind Bekannte. In dem Moment, wo sie ihren "Unterhaltungswert" verlieren, weil es ihnen gerade nicht gut geht oder ein neuer Stern am Himmel aufging, werden die aber auf *jeder* Party fehlen. Das willst Du sein? Glaube ich aber nicht

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3. April 2014 um 0:01
In Antwort auf avarrassterne

Ja
schon klar, dass Du "die Beziehung pflegen" meinst.
Aber es steckt eine andere Einstellung dahinter, wenn jemand im Nebensatz schreibt "ich weiss, dass man dafür etwas tun muss, mach ich schon" als sich über "Arbeit und Mühe" (allein die Wortwahl...) zu äussern, darüber, dass man auch genau verfolgt, was da jetzt auch zurück kommt (ich würde da nie "mitrechnen"!) - weisst Du, was ich meine?

Warum ich das meine?
"Fishing for" (etwas tun zum Zwecke, dass etwas "zurückkommt") ist ein Verhaltensmuster, was ich nicht ausstehen kann.
Mit Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl komme ich nicht gut zurecht.
Mit Menschen, die etwas leicht persönlich nehmen (" ...neige ich dazu jedes Verhalten meiner Freunde auf mich zu beziehen und zu denken, dass sie mich sicher nicht mehr mögen...") komme ich gar nicht gut zurecht.
Mit Menschen, die überdurchschnittlich hilfsbereit sind, komme ich nicht gut zurecht, ich ziehe Menschen, die etwas überdurchschnittlich egoistisch sind, vor.
Mit Menschen, die sich durch die Augen anderer definieren, auch nicht.
Ach ja: ich vergesse meinen eigenen Geburtstag und meinen eigenen Hochzeitstag und den Geburtstag von Eltern, Partner, Geschwistern, ... regelmässig, das ist nichts persönliches und hat null damit zu tun, dass mir jemand nicht wichtig ist - mit jemandem, der es trotzdem immer (und sei mehr oder minder unbewusst) so empfinden würde, würde ich auch nicht sonderlich gut klar kommen.
Überhaupt mit Menschen, die in diesem feinen Netz von "Kleinigkeiten", die ihnen "das Gefühl geben, dass mir etwas an ihnen liegt" eine so hohe Bedeutung sehen, komme ich nicht sonderlich gut klar, weil das Dinge sind, die für mich selbst erstens null Bedeutung haben, die ich zweitens vermutlich zum grossen Teil nicht einmal wahrnehme und die ich drittens einem Menschen, der anders nicht wahrnimmt, dass er mir wichtig wäre, nur "liefern" kann, wenn ich ganz bewusst und aktiv mir aufschreibe, was ich wie zu tun und zu sagen, wie zu reagieren habe - und dann nach Drehbuch handle.

Aber all das sind persönliche Punkte von mir, nicht allgemein zu Deiner Frage.
Selbstbewusstsein spielt aber allgemein eine grosse Rolle, deswegen sprach ich das an.
Ausserdem möchte ich vanillemilchjunkie noch mal ausdrücklich Recht geben - was Bitte soll denn an "Ich hatte immer Freunde und habe auch heute einen Freundskreis mit ein paar richtig guten Freunden und einen ganz soliden Bekanntenkreis. " nicht genug sein?
Um es mal gesagt zu haben: diejenigen, die total beliebt sind und "auf keiner Party fehlen dürfen" sind nie Freunde für diejenigen, die sie einladen. Das sind Bekannte. In dem Moment, wo sie ihren "Unterhaltungswert" verlieren, weil es ihnen gerade nicht gut geht oder ein neuer Stern am Himmel aufging, werden die aber auf *jeder* Party fehlen. Das willst Du sein? Glaube ich aber nicht

Woran denkst du denn, dass deine Freunde merken könnten, dass sie dir viel bedeuten?
Ich denke an irgendeinem verhalten macht man das doch schon aus, auch wenn man nicht alles auf die Goldwaage legt ...aber irgendwas löst ja das empfinden aus, ja der Mensch mag mich und dem bin ich wichtig.
Selbstbewusstsein ... wahrscheinlich habe ich davon nicht genug, ich bin irgendwie extrem kritisch mit mir und finde zu viele Sachen an mir selbst nicht sonderlich liebenswert, was dann wieder zu der Angst führt, dass andere das auch so sehen und ich sie irgendwann verliere. Ein Teufelskreis irgendwie... Am Ende glaube ich schon, dass man abgesehen vom Umgang mit dem Thema, dem Selbstbewusstsein und der Einstellung jemand sein kann der für andere einfach nicht liebenswert ist ... das gibts wohl schon
Ne Das mit der Party war natürlich eine leichte Übertreibung, ich hab einfach versucht ein Bild von mir zu zeichnen ... dass ihr euch zumindest ein bisschen vorstellen könnt, wer hier um Hilfe bittet.

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3. April 2014 um 15:14
In Antwort auf mavie_12969862

Woran denkst du denn, dass deine Freunde merken könnten, dass sie dir viel bedeuten?
Ich denke an irgendeinem verhalten macht man das doch schon aus, auch wenn man nicht alles auf die Goldwaage legt ...aber irgendwas löst ja das empfinden aus, ja der Mensch mag mich und dem bin ich wichtig.
Selbstbewusstsein ... wahrscheinlich habe ich davon nicht genug, ich bin irgendwie extrem kritisch mit mir und finde zu viele Sachen an mir selbst nicht sonderlich liebenswert, was dann wieder zu der Angst führt, dass andere das auch so sehen und ich sie irgendwann verliere. Ein Teufelskreis irgendwie... Am Ende glaube ich schon, dass man abgesehen vom Umgang mit dem Thema, dem Selbstbewusstsein und der Einstellung jemand sein kann der für andere einfach nicht liebenswert ist ... das gibts wohl schon
Ne Das mit der Party war natürlich eine leichte Übertreibung, ich hab einfach versucht ein Bild von mir zu zeichnen ... dass ihr euch zumindest ein bisschen vorstellen könnt, wer hier um Hilfe bittet.

Grob gesehen...
... gibt es für so etwas immer zwei Wege: direkt und indirekt.

"dass genau so viel zurück kommt" meint üblicher Weise den indirekten Weg.

Hmpf, anders herum, ich nehme mal ein anderes Beispiel als "ich bin Dir nicht wichtig, weil Du nicht an meinen Geburtstag denkst".

Stell Dir vor, Du würdest umziehen. Ich würde fragen "brauchst Du Hilfe?" Du würdest es wahrscheinlich höflich finden, erst einmal so etwas zu sagen wie "Nein, geht schon" - Nun, für mich ist Respekt und Achtung für den anderen, eine klare Äusserung so anzunehmen und nicht in Frage zu stellen, also nicht noch uffzig mal zu fragen, ob ich jetzt nicht doch lieber... weil es mir auch auch wirklich nichts ausmacht (wäre eh gelogen und würde ich deshalb nicht sagen, natürlich macht es mir etwas aus, aber es gibt eben Menschen, die es mir wert sind und den anderen biete ich das gar nicht erst an) und ich auch wirklich gern helfen möchte (nein, gern mache ich das ganz sicher auch nicht - würde ich nicht sagen, auch wenn ich weiss, dass Du mit dem gleichen Satz meinen würdest, dass Du demjenigen gern hilfst, nicht gern Umzugskisten schleppst) usw. usw. usw.
Ich hasse es, wenn ich etwas ablehne und dann noch 999mal gefragt werde, ob ich nicht vielleicht doch möchte - das empfinde ich als respektlos und nervig. Lehnt jemand ein Angebot von mir ab, fahre ich die Nummer auch nicht. Ich würde nicht noch mal fragen. Was bei Dir so ankäme, als hätte ich nur pro forma gefragt und Dir sowieso nie helfen wollen. (Falsch, dann hätte ich gar nicht gefragt).
In der gleichen Handlung kann man Anerkennung und Zurückweisung sehen - und natürlich kann man mit der gleichen Handlung auch Anerkennung und Zurückweisung ausdrücken

Ansonsten ist es eine Frage der Prioritäten. Bei Freunden ist mir wichtig, dass sie mich akzeptieren, wie ich bin (was Kritik nicht ausschliesst, im Gegenteil, wenn ich Mist mache, möchte ich schon, dass mir das auch Bitte jemand sagt), dass sie mir gegenüber ehrlich und loyal sind, sich von meinem Lachen anstecken lassen, wenn ich lache, mich stützen, wenn ich stolpere, schöne Zeiten mit mir teilen, in schweren an meiner Seite stehen. Dass ich mit ihnen interessante Gespräche führen kann, neue Ideen finde, meine Ideen teilen kann etc. - nicht dass sie zum Geburtstag anrufen, mir zu Weihnachten etwas schenken und als kostenlose Umzugshelfer auf der Matte stehen, wenn ich umziehe. Genau so zeige ich anderen auch, dass sie mir wichtig sind.

Ja, Menschen mit geringem Selbstbewusstsein *sind* für andere häufig "nicht liebenswert" - wie soll Dich jemand anders mögen, wenn Du Dich nicht einmal selbst magst?

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3. April 2014 um 20:02
In Antwort auf avarrassterne

Grob gesehen...
... gibt es für so etwas immer zwei Wege: direkt und indirekt.

"dass genau so viel zurück kommt" meint üblicher Weise den indirekten Weg.

Hmpf, anders herum, ich nehme mal ein anderes Beispiel als "ich bin Dir nicht wichtig, weil Du nicht an meinen Geburtstag denkst".

Stell Dir vor, Du würdest umziehen. Ich würde fragen "brauchst Du Hilfe?" Du würdest es wahrscheinlich höflich finden, erst einmal so etwas zu sagen wie "Nein, geht schon" - Nun, für mich ist Respekt und Achtung für den anderen, eine klare Äusserung so anzunehmen und nicht in Frage zu stellen, also nicht noch uffzig mal zu fragen, ob ich jetzt nicht doch lieber... weil es mir auch auch wirklich nichts ausmacht (wäre eh gelogen und würde ich deshalb nicht sagen, natürlich macht es mir etwas aus, aber es gibt eben Menschen, die es mir wert sind und den anderen biete ich das gar nicht erst an) und ich auch wirklich gern helfen möchte (nein, gern mache ich das ganz sicher auch nicht - würde ich nicht sagen, auch wenn ich weiss, dass Du mit dem gleichen Satz meinen würdest, dass Du demjenigen gern hilfst, nicht gern Umzugskisten schleppst) usw. usw. usw.
Ich hasse es, wenn ich etwas ablehne und dann noch 999mal gefragt werde, ob ich nicht vielleicht doch möchte - das empfinde ich als respektlos und nervig. Lehnt jemand ein Angebot von mir ab, fahre ich die Nummer auch nicht. Ich würde nicht noch mal fragen. Was bei Dir so ankäme, als hätte ich nur pro forma gefragt und Dir sowieso nie helfen wollen. (Falsch, dann hätte ich gar nicht gefragt).
In der gleichen Handlung kann man Anerkennung und Zurückweisung sehen - und natürlich kann man mit der gleichen Handlung auch Anerkennung und Zurückweisung ausdrücken

Ansonsten ist es eine Frage der Prioritäten. Bei Freunden ist mir wichtig, dass sie mich akzeptieren, wie ich bin (was Kritik nicht ausschliesst, im Gegenteil, wenn ich Mist mache, möchte ich schon, dass mir das auch Bitte jemand sagt), dass sie mir gegenüber ehrlich und loyal sind, sich von meinem Lachen anstecken lassen, wenn ich lache, mich stützen, wenn ich stolpere, schöne Zeiten mit mir teilen, in schweren an meiner Seite stehen. Dass ich mit ihnen interessante Gespräche führen kann, neue Ideen finde, meine Ideen teilen kann etc. - nicht dass sie zum Geburtstag anrufen, mir zu Weihnachten etwas schenken und als kostenlose Umzugshelfer auf der Matte stehen, wenn ich umziehe. Genau so zeige ich anderen auch, dass sie mir wichtig sind.

Ja, Menschen mit geringem Selbstbewusstsein *sind* für andere häufig "nicht liebenswert" - wie soll Dich jemand anders mögen, wenn Du Dich nicht einmal selbst magst?

Ich hätte da ein gutes Beispiel für dich
Ich habe (da war ich süße 16) an zwei Jungs eine SMS geschickt: "Ich bin leider krank, wir können nicht Skifahren gehen. Evas Vorschlag: Krankenparty bei mir am Bett."
Es kamen zwei Antworten:
1. Auch gut, wann soll ich da sein?
2. Ohje, gute Besserung!

Mit Nr. 1 bin ich nun seit 6 Jahren verheiratet, wobei Nr. 2 zuvor wirklich aktiv um mich geworben hatte...
Nr. 2 hört sich für mich nach der TE an, während du Nr. 1 wärst, oder?

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3. April 2014 um 20:15
In Antwort auf vanillemilchjunkie

Ich hätte da ein gutes Beispiel für dich
Ich habe (da war ich süße 16) an zwei Jungs eine SMS geschickt: "Ich bin leider krank, wir können nicht Skifahren gehen. Evas Vorschlag: Krankenparty bei mir am Bett."
Es kamen zwei Antworten:
1. Auch gut, wann soll ich da sein?
2. Ohje, gute Besserung!

Mit Nr. 1 bin ich nun seit 6 Jahren verheiratet, wobei Nr. 2 zuvor wirklich aktiv um mich geworben hatte...
Nr. 2 hört sich für mich nach der TE an, während du Nr. 1 wärst, oder?

Denke eher nicht
die TE wäre sicher sofort am Krankenbett, wenn sie direkt oder indirekt gerufen wird, zu Party oder nicht. Aber für micht ist ein "Vorschlag" immer etwas, wo man sich *gleichberechtigt* für ja oder nein entscheiden kann, ohne dass eines davon negativ verstanden wird.

Das gleiche in der Version als "Ich mag trotzdem nicht allein sein, kommst Du statt dessen zu mir?" - klar.
Aber in der Version als "ein Vorschlag" = wenn Du lieber Ski fahren willst, dann geh, bin ich Dir nicht böse (bin ja krank und sollte mich irgendwo sowieso auch ausruhen, ist also nicht schlimm), wenn Du Lust hast - komm rum. -> käme halt darauf an, was ich an dem Tag vor gehabt hätte.

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