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Freundin ist Depressiv und will mich verlassen

3. Februar 2014 um 16:57 Letzte Antwort: 5. Februar 2014 um 19:29

Hallo,

Ich bin 29 Jahre alt und bin nun seit 6 1/2 Jahren mit Freundin (26 Jahre) zusammen. Und ich bin total verzweifelt, esse und schlafe seit Tagen kaum noch. Entschuldigt bitte wenn ich grad nicht immer alles richtig tippen kann.

Wir haben uns immer sehr geliebt und viele Zärtlichkeiten ausgetauscht. Ein Abend ohne miteinander zu kuscheln war selten und wenn der andere mal über Tage weg gegangen ist zur Familie etc. waren wir immer sehr traurig.

Meine Freundin war schon immer jemand der mit sich selbst zu kämpfen hatte. Wenig Selbsvertrauen, sehr sensibel, mit Ihrem Körper nicht zufrieden, Introvertiert,konfliktscheu, möchte es immer allen Leuten Recht machen und bei allem was sie tut immer perfekt sein. Ausserdem hat 1-2 mal monatlich immer eine schwere Migräne.

Ich war immer begeistert und stolz darüber wie tapfer sie sich Ihren Ängsten immer wieder gestellt hat und solche Leistungen zustandegebracht hat (unter anderem 1er Studium). Wenn ich merkte das es ihr schlecht ging habe ich immer versucht mit Ihr zu reden und sie zu trösten und ich hatte auch das Gefühl das ihr das hilft und Ihr Kraft gegeben hat weiter zu machen.

Über ihre Arbeit in einer PR-Agentur, wo sie ihr Volontariat gemacht hat und schliesslich auch eingestellt wurde (alles seit 3 Jahren etwa), hat sie mir immer wieder erzählt wie stressig das alles für sie ist. Sie ist die jüngste Mitarbeiterin und blitzschnell aufgestiegen und hat eine weile sogar mehr Geld verdient als alle anderen Mitarbeiter.

In den letzten 4-5 Monaten etwa gab es eine Veränderung die schleichend kam aber immer krasser wurde. Sie hat zunächst Ihre Ernährung umgestellt und ist Vegetarierin geworden. Den Tieren zuliebe. Und das obwohl sie weder Käse mag und noch nie ein besonderer Fan von Gemüse war. Das macht sie zu einem grauenhaften Vegetarier. Sie hat sich nie groß Gedanken über Ihre Ernährung gemacht und auch nicht bei Ihrer Umstellung und ob Ihr dadurch nicht etwas fehlen könnte. Meiner Meinung nach isst sie auch viel zu wenig. Sie Frühstückt nie und Abends wenn sie nach Hause kommt hat sie immer seltener Appetit oder Hunger.Ich habe mir sorgen gemacht ob Ihr nicht auf Dauer etws fehlt. Ich habe extra für Sie vegetarische Rezepte rausgesucht und für Sie gekocht, aber sie wollte noch nichtmal davon probieren was mich auch wieder etwas verletzt hat.

Dann hat sie mit Sport angefangen. Angefangen ist falsch weil sie schon immer etwas getrieben hat aber in letzte Zeit ist es krasser geworden. Die steht 4 mal während der Arbeitswoche um 6 Uhr auf (arbeit beginnt um 9) und geht bei Wind und wetter joggen. Abends macht sie dann noch manchmal ein sehr anstrengendes Workout.

Sie ist jetzt so dünn wie seit langem nicht mehr (45 KG bei 1,58 m). Sie sagt das training tut ihr gut und hilft den Kopf freizukriegen und der Migräne ein wenig vorzubeugen.

Sie ist immer so unsäglich müde. Die liegt eigentlich nur noch auf dem Sofa herum und schaut sich irgend eine dumme Sendung auf dem berieselungskanal an. Trotzdem rappelt sie sich in so einem Zustand dann noch auf und sagt " ich muss noch mein training machen". Sie redet oft über Ihre ARbeit , hauptsächlich negativ, wie stressig immer alles sei. Wenn mal ein Kunde oder kollege unfreundlich war oder der Chef eine Ihrer Arbeiten korrigiert hat ist sie immer sehr niedergeschlagen. Sie geht auch Arbeiten wenn Sie Krank ist oder sogar Migräne hat. Dagegen hat sie sich Schmerztabletten geholt damit sie weiter arbeiten kann. Diese Tabletten nam sie später aber dann auch noch daheim an Wochenenden (nur bei migräne natürlich) was eine sehr lange Zeit lang nicht der Fall war.

Die gravierendste veränderung ist aber das sie von sich aus keine Nähe mehr sucht obwohl sie immer das krasse gegenteil war. Wenn ich im Raum bin ist gut, wenn nicht auch gut. Sie sagte mir aber immer wieder das sie mich liebt.

Es wurde immer schlimmer und sie hat bald schon überhaupt ncihts mehr von sich aus gemacht und auch keien Emotionen mehr gezeigt. Als ob sie in sich selbst irgendwo versteckt sei. Ich wurde über dieletzten Wochen immer verzweifelter und habe versucht mit ihr zu reden was den los sei. Sie selber wusste selber nicht was sie hat, nur das sie unglüclich ist und nicht weiss wieso.Ich habe angefangen ein wenig zu recherchieren und geschaut ob sie nicht krasse Mangelerscheinung bekommen hat. Hinzu kommt das sie nix als Dunkelheit hat wenn sie morgends aus dem Haus geht und Abends von der ARbeit wieder kommt. Ich habe ihr vorgeschlagen mal zum Doc zu gehen und sich Blut abnehmen zu lassen um wenigstens dies ausschliessen zu können was sie aber ablehnte. Ich habe mich um sie gekümmert, Ihr alles ans sofa gebracht, gekocht, sie gestreichelt, massiert, mehr Hausarbeiten übernommen, und war einfach für sie da ,aber was ich auch tat, es wurde einfach nicht besser und sie ignorierte mich. Ich finge dann vor zwei-drei Wochen etwa an sehr launisch zu werden. Ich konnte nur sehr schlecht schlafen , war die meiste Zeit über total verwirrt, war manchmal ängstlich, dann habe ich eien Wut in mir gespürt wie ich sie noch nie kannte,dann habe ich Sie auch einfach mal ignoriert und war dann wieder einfach nur um Sie besorgt und zum schluss habe ich mich meist einafch nur noch unendlich hilflos gefühlt. Die hilflosigkeit Ihr nicht helfen zu können mit Ihrem leid tat mir am meisten weh. Sie hatte dann auch ganz kurze momente wo sie auf mich reagiert hatte wo bei mir deutlich anzusehen war das ich neben der Spur bin.

Vor 3 Tagen aber bin ich dann nach einer schlaflosen Nacht bei der die Gedanken nur um diese Thema gekreist sind, explodiert. Ich habe mich sehr in die Sache hineingesteigert und Sie damit konfrontiert was das den alles soll und was ich eigentlich von Ihr in der Beziehung noch habe weil sie schliesslich nichts mehr für mich tuen mag und mich ignoriert und ich selber nicht weiss was ich noch alles unternehmen soll. Ich war dabei extrem emotional und sturköpfig . Sie war auch kurz sehr emotional und wurde später dann wieder kalt und hat dann plötzlich gesagt das sie Abstand braucht und Zeit zum Nachdenken und nicht weiss ob sie mit mir zusammen bleiben möchte mich aber noch liebt. Sie könne sich im moment nicht auch noch um mich Sorgen machen. Noch am gleichen Abend hat sie fröhlich die Melodie von Starwars vor sich hingeträllert als ob nichts gewesen wäre.

Am nächsten morgen habe ich ihr gesagt wie leid mir alles tut. An Ihrer Meinung hat sich nichts geändert und sie sagte das sie Zeit zum Nachdenken bräuchte und nicht weiss wies weitergehen soll und abstand zu mir haben möchte. Ich habe eine für mich sehr schwierige Entscheidung getroffen und habe Ihr diesen Freiraum gelassen. Ich bin jemand der probleme sofort und auf der Stelle lösen muss und ich weiss genau das ich sie niemals in Ruhe gelassen hätte wenn ich dageblieben wäre. Und das weiss sie auch. ALso habe ich einen Kofer gepackt und bin zu meinen Eltern gefahren.

Ich bin auch jemand der seine Gefühle für sich vor anderen verbirgt und nicht mit anderen Leuten(nichtmals der Familie) darüber redet oder gar öffnet, ausser zu ihr. Das habe ich nun meinen Eltern gegenüber getan obwohl das nichtmals geplant war und ich mich selber auch überrascht hatte. Und es hat so gut getan. Ich habe den Kopf freibekommen und die ganze Sache mal insgesamt von oben betrachten können. Mir wurde klar das ich völlig menschlich reagiert habe und sie auch ganz entsprechend ihrere Situation. Mir war nicht bewusst das meine Freundin Krank war und zwar richtig Krank. Eine Deppresion. Ich und sie selbst haben das immer wieder als Phase abgetan und das das unglücklich sein auch immer wieder vergeht aber jetzt weiss ich das das nie möglich war und ich auch gar keine chance hatte Ihr irgendwie zu helfen. Bei all dem ganzen Stress den Sie hat, hatte sie einfach nicht noch die Kraft sich auch noch mit mir zu befassen. Sie braucht Ihre Energie ganz für sich aleine bevor sie explodiert.

Ich war also über Nacht bei meinen Eltern und bin dann gestern wieder nach Hause gefahren . Ich habe sie gebeten mir bloß zuzuhören , sie brauchte nichts dazu zu sagen , konnte sich mehr zeit zum nachdenken nehmen oder auch nicht. Ich habe ihr klar gemacht das ich jetzt besser begreife was mit ihr ist, ihr mitgeteilt das sie krank ist und ich ihr nicht wirklich helfen kann. Ich kann sie bloß unterstützen aber nicht helfen/heilen. Das kann nur sie selber indem sie selber die Entscheidung trifft sich helfen zu lassen und zu einem Spezialisten geht. Ich habe ihr gesagt das ich ihr alle Freiräume lasse die sie braucht, sie Abends in Ruhe lassen, nicht mir ihr Rede etc. wenn sie das so haben möchte und ich dann auch gar kein grund mehr habe mich verletzt und abgewiesen zu fühlen weil sie schliesslich krank ist.

Und dann kam der Knaller das sie ausziehen möchte und zwar so schnell wie möglich. Sie sagt das sie mich zwar liebt aber zeit für sich braucht. Sie sagt das sie das problem ganz aleine lösen möchte und nicht weiss ob wir zusammen bleiben können. Sie sagt das alles gar nicht so schlimm sei und das die Arbeit sie fokussieren täte und ihr gut täte. Ich war seltsamerweise total cool drauf und mit allem was sie sagt sehr verständnsivoll. Sie hat schliesslich eine üble Krankheit. Mir ist klar geworden wie sehr ich sie liebe und das ich zu gewaltigen veränderungen bereit wäre nur damit sie wieder gesund wird. Zwar wären mir andere Methoden lieber die ich ihr genannt habe aber wenn Ihr Vorschlag das ist was sie braucht um wieder Gesund zu werden dann werde auch ich alle Kraft aufwenden und sie lassen. Den Rest des Tages sind wir uns aus dem Weg gegangen so wie sie sich das gewünscht hat und sie tat nach aussen hin meist so als ob wieder nichts gewesen wäre.

Das war gestern. Ich komme mir heute wie ein totaler Trottel vor und glaube das das ganz falsch war. Ihr ganzes Leben hat sie sich selbst überfordert,immer selber an sich gezweifelt wollte dann immer alles alleine schaffen und sich was beweisen und genau das ist es doch was zu Ihrer Depression letzlich geführt hat. Sie überfordert sich selber total. Und jetzt soll sie auch noch völlig aleine sein damit sie sich selber Beweisen kann das sie damit fertig wird? Das ist doch wieder genau das gleiche Muster welches sie Ihr leben lang befolgt und wird Ihre Depression nur schlimmer machen und nicht besser. Ich habe panische angst das ich dann von fremder Quelle erfahrung muss das sie mit nem Burn-outSyndrom ins Krankenhaus eingeliefert werden muss oder einfach nur an von Ihrem ARbeitsplatz umkippt und nicht wieder aufsteht. Ich kann keinen moment daran denken das ihr was schlimmes passiert ohne nicht gleich loszuheulen. Ich hätte sie dann im stich gelassen in dem moment wo sie mich doch am allermeisten gebraucht hat selbst wenn ihr das selber nicht in Ihrem Zustand klar sein kann.

Ich bin so verzweifelt, bitte helft mir. Was tue ich bloß?

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3. Februar 2014 um 18:58


Ich habe auch den Eindruck - derjenige der Hilfe bräuchte ist momentan wahrscheinlich eher er. Das Verhalten der Freundin klingt mir auch nicht nach einer wirklichen Depression - sondern eher nach einer Frau, die sich nach sechs Jahren fragt , ob sie ihre Beziehung noch will und sich deshalb emotional entfernt.

Das Verhalten des TE, der ihr daraufhin erklärt sie sei psychisch krank, wird sicher nicht dazu führen, dass sie wieder glücklich werden.


Du lieber TE hast jetzt erstmal alles getan. Es ist dir hoch anzurechnen, dass du immer für deine Freundin da warst. Aber nun solltest du dich erstmal darauf konzentrieren dass du selbst wieder Halt im Leben findest.

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4. Februar 2014 um 21:43

Danke
Hey, vielen dank schon mal für die vielen Antworten. Bin grad so kaputt. Ich werde die Tage ausführlicher auf eure Antworten eingehen. Was ich aber wohl noch hätte erwähnen sollen in meinem Text , ist das sie es selber war die zuerst gesagt hat das sie Depressiv sei. Ich habe das als Unwissender zunächst als ein anderes Wort für "Unglücklich sein" übersetzt und nicht richtig verstanden was das überhaupt bedeutet. Wir haben das alle beide als Phase abgetan das bestimmt wieder verginge.

grüße

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5. Februar 2014 um 1:50

Nimms mir nich übel...
...aber so von weiblicher Warte geguckt, würdest du mir an ihrer Stelle auch auf den Gong gehen.
Ich glaube, das Letzte, was ich in der Situation deiner Freundin brauchen könnte, wäre ein dauerbesorgter Freund mit "panischer Angst", der "gleich losheulen" könnte und mir bescheinigt, dass mir dies und das in meinem Zustand aufgrund meiner üblen Krankheit "gar nicht klar sein" kann.

Du behandelst deine Freundin wie einen Pflegefall!
Es mag gut sein, dass sie da grad' totalen Raubbau mit sich betreibt und ernstlich am Abschmieren ist mit ihrem perfektionistischen Hau Ruck-Stil- aber ich werde dennoch beim Lesen irgendwie das Gefühl nicht los, dass sich eure Muster irgendwie gegenseitig bedingen; und mehr Abstand eine ziemlich gute Idee ist... und zwar für euch BEIDE.

Ich bin sicher, du liebst sie, und meinst es auch furchtbar gut...bist fürsorglich, kümmerst dich gern, machst dir Sorgen.

Aber was machst du FÜR DICH?
Du klebst ständig an ihr und ihrer Befindlichkeit, bedienst sie, berätst sie, forderst ihre Aufmerksamkeit, sonst fühlst du dich "abgewiesen".
Ja, ist kein Zuckerschlecken mit gestressten Partnern mitunter.
Aber ich fänd' dich klettig und unsexy, glaube ich.
Und hätte vielleicht gern mal fünf Minuten meine Ruhe, um einfach im Jogger 'ne Runde Trashfernsehen zu gucken.

Lerne, mehr mit dir selbst zu beschäftigen. Ernsthaft jetzt.
Sie muss das selber für sich auf Reihe kriegen- und du musst lernen, dass "Zeit für sich nehmen" nicht dasselbe ist wie "verlassen werden".

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5. Februar 2014 um 19:29

He Cyrikson
Deine ehrgeizige Freundin, die nach glänzendem Studienabschluss auch beruflich seit über 3 Jahren ununterbrochen auf Hochtouren läuft, leidet an schweren, halbmonatlich wiederkehrenden, also chronischen Migräneanfällen. Sämtliche von dir beschriebenen Symptome können darauf zurückzuführen sein und machen es ohne fachärztliche Seriosität schwierig, hiervon eine Depression abzugrenzen. Dass deine Freundin schon im Sinne einer Burn-Out-Prophylaxe eine andere Rhythmik braucht, liegt auf der Hand.

Es kann allerdings nicht um ihre Verantwortlichkeit für die eigene Veränderung gehen. Die liegt allein bei ihr, niemand kann sie ihr abnehmen. Unter von dir geschilderten Umständen ist sie vielleicht sogar auch schon einen Schritt weiter und sucht ihren Bezug zum Leben außerhalb des Beruflichen, weil sie begriffen hat, dass ihre Aufmerksamkeit nur auf die Karriere zu konzentrieren und alles Private auszublenden sie in einen Tunnelblick geführt hat. Jedenfalls zweifelt sie doch ganz offenbar, ob sie überhaupt noch in Beziehung zu dir ist. Fragt sich, zu was anderem sonst noch, oder wie es in Bezug auf sie selbst aussieht. Du wirst sie nicht aufhalten können, so schwer wie sie es sich hierbei macht, was im Kern ja immer auch trotzig und resignativ wirkt. Es kann angenommen werden, dass sie es sogar von dir erwartet.

Guß, Lukas

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