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Freund schottet sich von allem ab, verdrängt Probleme

9. Februar 2014 um 14:23

Hallo Leute,
nachdem ich mir nun seit Wochen den Kopf zermartere, dachte ich mir, ich frage euch nach einem Rat bzw eurer Meinung zu einem Problem, das ich habe und stoße auf offene Ohren
Achtung extrem langer Text Will es möglichst real beschreiben

Ich bin nun seit fast 2 Jahren mit meinem Freund zusammen, wir führen eine schöne Beziehung, verstehen uns super, sind beide gleich verrückt und teilen gemeinsame Hobbies, wie zB PC-Spiele, Konsolenspiele größtenteils.
Mein Freund hatte vor mir nur eine kurze enttäuschende Beziehung, ich bin also sozusagen seine erste große Liebe. Deshalb hat er oft kalte Füße bekommen am Anfang (was er selbst gesagt hat) und war manchmal abweisend zu mir, hat an uns gezweifelt, brauchte viel Zeit für sich usw.

Seit mehreren Monaten läuft es aber super bei uns. Ich bin schon fast bei ihm eingezogen, da ich ansonsten nicht auf die Arbeit kommen würde.
Vor paar Wochen hat es allerdings damit angefangen, dass er von allem genervt wurde, ständig ist er am fluchen, nichts passt ihm, die ganze Welt ist doch Blödsinn und niemand kann ihn so recht beruhigen. Er sucht seit mindestens 2 Jahren shcon nach einer Ausbildung, bemüht sich, aber nie geht es weiter als bis zum Vorstellungsgespräch, weder Arbeit noch Ausbildung findet er und das frustriiert natürlich, weil noch dazu kommt, dass er wegen noch bestehenden Verträgen in Schulden ist.
Ich habe Arbeit gefunden und bringe uns so einigermaßen über die Runden (er wohnt noch bei seinen Eltern und ich sozusagen jetzt mit ihen). Das frustriert natürlich noch mehr. Verstehe ich zwar alles, aber er beginnt, sich abzuschotten von allen, denkt nicht wirklich an Ausbildung und Schulden begleichen, weil er frustriert ist und denkt dass es eh nichts bringt und er hat ja "eh keine lust mehr auf den ganzen Mist, es klappe ja eh nix und würde nur schlimmer".

Weil er immer daheim sitzt, stürzt er sich in Spiele, seit einer Zeit befasst er sich nur noch mit einem Online-Spiel, das er mit Online-Freunden spielt, ist ja nicht der Rede wert, solange er sich bemüht und sich auch um die Beziehung kümmert.

So. Das Problem ist nun aber, dass er NUR NOCH das Spiel sieht, er befasst sich fast den ganzen Tag damit, er spielt es um die 3-4 Stunden am Tag (weil ich da bin und mit ihm ab und zu was anders spielen will oder mal ein Film kucken will zusammen, sonst würde er länger), aber in unserer Zeit schaut er auch öfters ins Forum darüber, zeichnet Charaktre daraus, schreibt selbst neue Charaktere dazu, ist also voll und ganz damit konzentriert, denkt ständig und passiv daran.
Habe oft mit ihm geredet, aber er beteuert, er übertreibe es nicht, habe es unter Kontrolle und es mache ihm zur Zeit einfach am meisten Spaß.
Er macht aber kaum was anderes mehr. Wenn ich arbeiten bin, spielt er, Sonntags gehe ich extra heim, damit er den Tag mal für sich hat, da spielt er auch den ganzen Tag, nun spielt er das SPiel auch nicht nur normal, sondern in einem Ranking-System, obwohl er es nicht wollte usw. Es weitet sich also zum Übertriebenen aus, weil ich teilweise echt lange warten muss, dass er endlich aufhört zu spielen und was geplantes mit mir macht, wie zB film kucken, teilweise schaue ich mir einen sogar fast komplett alleine an und er bekommt nix davon mit weil er so konzentriert ist und macht dann doch noch ein bis zwei spiele mehr als er eigentlich vorhatte und meint dann immer, er könne ja auch nix dazu dass es jetzt so lange gedauert hat, er wollte halt noch ein mal wenigstens gewinnen.

Zur Zeit lasse ich ihn einfach machen, weil er vor zwei drei wochen damit ankam, ich wäre herrrisch, würde immer alles planen wollen und ihm den Tag planen wollen und es nerve ihn, er wolle freier sein. Da ich weiß, dass ich sehr anhänglich bin, will ich das natürlich lockern, ich will ihn nicht einschränken oder verplanen, deshalb sagte ich ihm, er solle seinen Tag selbst in die Hand nehmen (verantwortungsbewusst natürlich, weil ich bin ja dennoch da) und dass ich ihm das Vertrauen gebe selbst seine Grenzen zu kennnen.
Es läuft besser und er fühlt sich besser, aber wirklich glücklich bin ich dabei nicht. Es kommt mir jetzt so vor, dass ich ihm die komplette Freiheit lasse und selbst alles zurückstecken muss und es einfach alles nach seiner Pfeife läuft, wiel er manchmal einfach doch über seine Grenzen geht.

Teilweise planen wir gemeinsame Sachen nach dem Spiel ("du spielst heute ab so und so viel Uhr, also könnten wir dann um so und so viel Uhr ungefähr das und das machen"), das schreckt mich schon etwas ab, weils immer noch ein Spiel ist und ich finde, gemeinsame Sachen sollten Vorrang haben.
Ich kann auch kein schelchtes Wort mehr darüber verlieren, sobald ich nur ein Mal vorsichtig sage, dass er sich doch nicht so aufregen soll wenn er verloren hat und er rumflucht, noch Minuten nach dem Spiel, motzt er gleich zurück und beginnt damit, mit mir könne man nicht reden, alle Frauen seien so komisch in Gesprächen (er ist eigentlich gar nicht der typ für klischees aber seine Freunde bestärken ihn in sowas glaube ich manchmal), ich motze an allem rum usw obwohl ich das seit Wochen eingestellt habe und selbst nach Besserung strebe und ihm seine Freiheiten lasse und er derjenige ist, der nur noch schlecht gelaunt in den Tag geht und sich mit jedem Tag mehr in das Spiel steigert. Damals hat er sich gar nicht aufgeregt wenns schlecht läuft, heute schreit er teilweise rum, flucht was er eigentlich auch selten macht im Normalfall usw.

Was denkt ihr über das Ganze? Mache ich was falsch, oder wie soll ich eher damit umgehen? Wenn er wütend ist, schweige ich meistens und mache mich rar bis er sich beruhigt hat. Wegen der Arbeit unterstütze ich ihn in seinen Entscheidungen, dränge ihn zu nichts, aber er kümmert sich manchmal auch nicht um wichtige Sachen, zB wegen den Schulden soll er sich beim Gerichtsvollzieher melden, tut es aber nicht, verdrängt es eher, obwohl seine Mum ihm angeboten hat wenisgtens einen Teil davon zu zahlen, das er dann später mal abbezahlen kann. Ich traue mich manchmal nicht zu fragen, weil er dann gleich schlechte Laune bekommt und alles andere mit in den Dreck zieht, darunter auch die Beziehung.

Mich macht es unglaublich traurig, dass wir eine wundervolle innige Beziehung führen und diese einfach nicht klappen will, weil er so Probleme hat und sich dann abschottet, er sagt ständig, er ist ein Mensch zum alleine sein, er komme mit allen nicht aus, wobei er auch selbst betont dass es an ihm liege. Dabei kommen wir super aus, würde er sich selbst nicht im Weg stehen....
Hättet ihr da Ratschläge was man machen kann oder was besser gesagt ich jetzt am besten tun soll, verlassen ist keine Option für mich, das wäre die einfachste Lösung, aber ich möchte schon alles versuchen, was geht, danach kann man immer noch darauf zurückgreifen ;(

Danke jetzt schonmal an alle die sich die Zeit nehmen diesen Roman zu lesen

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9. Februar 2014 um 15:43

Danke für die Antwort
Er versucht es trotzdem immer weiter, manchmal setzt er sich hin und schreibt gleich 20 bewerbungen und schickt sie raus, aber komischerweise nimmt ihn keiner, alle sind zufrieden mit ihm beim Gespräch und dann kommt nichts bzw wird abgesagt.

Ich verstehe ihn da schon dass er frustriert ist weil er es immer versucht, aber es wird einfach nicht, trotz gutem Abschluss, und so hohe Anforderungen hat er nicht mal, er hat schon ein Kompromiss mit sich selbst gemacht was den Beruf angeht und trotzdem klappt es nicht.

Ehrenamtlich haben wir uns auch schon überlegt, aber er druckst da rum, ich denke das liegt daran, dass er eigentlich schon eine Ausbildung will, die ihm auch wirklich gefällt. Er ist wählerisch und kommt nicht in die Puschen hab ich das Gefühl, aber wenn ich damit anfange, bin ich natürlich der Miesepeter, der nur nervt :/
Manchmal denkt er sehr erwachsen und vernünftig und am anderen Tag ist er wie ein Kind...

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9. Februar 2014 um 21:33

Da hast du recht...
Also ich sehe das mit der Beschäftigung als Hauptproblem, er hat zu viel Zeit zum nachdenken...

Das hat er auch versucht, aber er wurde auch nicht genommen, dazu gibt es hier in unserer Nähe nicht viel an Jobs, da sieht es also noch schlechter aus als Ausbildung...

Eine Überlegung war auch wieder in die Schule zu gehen, Abi nachholen, aber selbst da kommt er einfach nicht in die puschen, ich hab das Gefühl, er drückt sich weil ihm nichts wirklich richtig gefällt. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll ohne dass er gleich genervt und verbittert ist.
Wenn ich ihn vorsichtig darauf anspreche, stimmt er öfters zu und versteht es aber dann kommt danach wieder nichts, er spielt dann einfach sein Spiel weiter und macht sich damit Arbeit :/

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