Forum / Liebe & Beziehung

Freund klammert, will aber auch viel alleine sein

24. Februar um 22:19 Letzte Antwort: 19. März um 14:24

Ich bin schon seit mehreren Jahren mit meinem Freund zusammen und würde gerne eine ernsthaftere Beziehung mit ihm eingehen. Er ist sehr anhänglich, stößt mich aber auch immer wieder weg. Er hatte eine schwere Kindheit und ist sehr introvertiert, ist das der Grund, warum er mich manchmal wochenlang nicht sehen will und dann wieder angekrochen kommt? Wenn wir uns dann doch sehen, sind wir sehr verliebt und können nicht genug voneinander bekommen. Er ist selbst sehr eifersüchtig, ich bin mir aber schon sicher, dass er keine andere Frau hat.  
Ich hatte immer gehofft, dass das etwas ist, woran man mit der Zeit arbeiten kann. Aber was, wenn er die Art Mensch ist, die ihr ganzes Leben lang drängt und drückt und mich dann doch wieder wegstößt? Wir haben viel über das Thema geredet und auch gestritten, bis hin zu einer vorübergehenden Trennung, aber ich habe immer noch keine Klarheit. Ich würde ihm gerne Zeit geben und ihn nicht unter Druck setzen, aber ich muss auch langsam anfangen, meine eigene Zukunft zu planen und weiß nicht, wie ich mit seinem Bedürfnis, alleine zu sein, klar kommen soll. Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach nie in der Lage war, aus ihm schlau zu werden? Führt meine eigene Unsicherheit vielleicht dazu, dass ich IHN unbewusst wegstoße? Was kann ich am Besten tun? Helft bitte!
 

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25. Februar um 6:04

Wie alt seid ihr denn? Und was heißt wochenlang und wie oft kommt das vor?
Hat er evtl Depressionen, die das auslösen?
Schwierig, denn ich denke, wenn er keine Therapie macht, wird er immer wieder und wieder sich so verhalten.
Was sagt er über zusammen ziehen?

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25. Februar um 7:29

Wer lieblos grossgeworden ist in seiner Kindheit, der kann das nicht einfach so. Da brauchst du viel Liebe, Geduld und Verständnis. Liebe kann man nur in dem Maße geben, wie man sie erhalten hat. Wenn er das innerlich aufarbeitet, also seine Kindheit ansieht und loslässt, dann kann die Liebe in ihm selbst wieder wachsen und somit kann er auch anderen mehr geben. Es ist wie eine Heilung, die er braucht. Ich denke, dass er die Vergangenheit nicht loslassen kann und sie immer noch präsent ist. Es ist dann vermutlich für ihn schwer mit jemand anderem. Wahrscheinlich ist dann Nähe in solchen Phasen zuviel für ihn. Sag ihm, dass du ihm Raum lässt und biete ihm an über die Erlebnisse zu sprechen. Du kannst ihm da helfen. Auffangen trösten, wenn das vergangene präsent wird. Vielleicht spricht er ja mit dir darüber. In jedem Fall brauchst du Geduld.

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27. Februar um 10:43
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Wie alt seid ihr denn? Und was heißt wochenlang und wie oft kommt das vor?
Hat er evtl Depressionen, die das auslösen?
Schwierig, denn ich denke, wenn er keine Therapie macht, wird er immer wieder und wieder sich so verhalten.
Was sagt er über zusammen ziehen?

Wir sind beide in den Zwanzigern, wobei er älter ist als ich. Wächst sich ein Kindheitstrauma nicht irgendwann von selbst aus?  
Er fühlt sich nach dem Aufwachen oft grundlos echt besch..., hat einen ganz miesen Gesichtsausdruck und schafft es manchmal den ganzen Tag nicht, aufzustehen. Er hatte schon mehrere Therapien begonnen, ist aber immer nach kurzer Zeit wieder ausgestiegen.  
Er tut mir zwar leid, dass er das ertragen musste, was er in seiner Jugend erlebt hat, aber für mich ist das halt auch das ein Zeichen von Unzuverlässigkeit. Wir alle versuchen schließlich, irgendwie weiterzuleben.

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27. Februar um 10:45
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Wer lieblos grossgeworden ist in seiner Kindheit, der kann das nicht einfach so. Da brauchst du viel Liebe, Geduld und Verständnis. Liebe kann man nur in dem Maße geben, wie man sie erhalten hat. Wenn er das innerlich aufarbeitet, also seine Kindheit ansieht und loslässt, dann kann die Liebe in ihm selbst wieder wachsen und somit kann er auch anderen mehr geben. Es ist wie eine Heilung, die er braucht. Ich denke, dass er die Vergangenheit nicht loslassen kann und sie immer noch präsent ist. Es ist dann vermutlich für ihn schwer mit jemand anderem. Wahrscheinlich ist dann Nähe in solchen Phasen zuviel für ihn. Sag ihm, dass du ihm Raum lässt und biete ihm an über die Erlebnisse zu sprechen. Du kannst ihm da helfen. Auffangen trösten, wenn das vergangene präsent wird. Vielleicht spricht er ja mit dir darüber. In jedem Fall brauchst du Geduld.

Vielen Dank für deine netten Worte, und danke, dass du mein Bedürfnis verstehst, zu versuchen, die bestmögliche Zeit mit dem Menschen zu verbringen, den ich liebe. Es ist meine Hoffnung, dass er in Zukunft Frieden mit seiner eigenen Vergangenheit schließen kann. Es ist wahrscheinlich wirklich so, wie du sagst, dass man nur so viel Liebe geben kann, wie man bekommt, also werde ich es weiter mit Geduld und viel Zärtlichkeit versuchen.

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27. Februar um 12:02
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Wir sind beide in den Zwanzigern, wobei er älter ist als ich. Wächst sich ein Kindheitstrauma nicht irgendwann von selbst aus?  
Er fühlt sich nach dem Aufwachen oft grundlos echt besch..., hat einen ganz miesen Gesichtsausdruck und schafft es manchmal den ganzen Tag nicht, aufzustehen. Er hatte schon mehrere Therapien begonnen, ist aber immer nach kurzer Zeit wieder ausgestiegen.  
Er tut mir zwar leid, dass er das ertragen musste, was er in seiner Jugend erlebt hat, aber für mich ist das halt auch das ein Zeichen von Unzuverlässigkeit. Wir alle versuchen schließlich, irgendwie weiterzuleben.

Nein das geht nicht von alleine weg, das klingt depressiv und dazu braucht er dringend ärztliche Hilfe und Beistand.

Verweigert er sich dem komplett und lässt sein Umfeld darunter leiden (Wochenlang den eigenen Partner nicht sehen) wäre das Thema Beziehung irgendwann für mich gegessen.

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27. Februar um 14:40

Leider gehen solche Erlebnisse nicht von alleine weg. Die Therapien bricht er ab, weil es für ihn schmerzhaft ist. Du musst dir vorstellen, dass er als Beobachter das alles nochmal erlebt. Das löst viele Emotionen aus. Aber nur dadurch kann man frei werden. Es kostet auch viel Kraft und Energie diese negativen Emotionen zu unterdrücken. Frag ihn, ob er nicht doch mit einem Therapeuten sprechen würde, wenn du ihn begleitest. Du könntest ihm anbieten, es mit ihm durchzustehen. Seine Seele will jetzt geheilt werden und ich denke, dass du der Schlüssel bist. Du bist stark, mutig und du hast diese Liebe in dir, die er sich gerne spüren würde. Ich hoffe du verstehst was ich meine. Nur wenn er sich den Erlebnissen der Vergangenheit stellt, ist er frei. Dann würde er fröhlicher, wacher und mehr geben können.

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27. Februar um 15:23
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Ich bin schon seit mehreren Jahren mit meinem Freund zusammen und würde gerne eine ernsthaftere Beziehung mit ihm eingehen. Er ist sehr anhänglich, stößt mich aber auch immer wieder weg. Er hatte eine schwere Kindheit und ist sehr introvertiert, ist das der Grund, warum er mich manchmal wochenlang nicht sehen will und dann wieder angekrochen kommt? Wenn wir uns dann doch sehen, sind wir sehr verliebt und können nicht genug voneinander bekommen. Er ist selbst sehr eifersüchtig, ich bin mir aber schon sicher, dass er keine andere Frau hat.  
Ich hatte immer gehofft, dass das etwas ist, woran man mit der Zeit arbeiten kann. Aber was, wenn er die Art Mensch ist, die ihr ganzes Leben lang drängt und drückt und mich dann doch wieder wegstößt? Wir haben viel über das Thema geredet und auch gestritten, bis hin zu einer vorübergehenden Trennung, aber ich habe immer noch keine Klarheit. Ich würde ihm gerne Zeit geben und ihn nicht unter Druck setzen, aber ich muss auch langsam anfangen, meine eigene Zukunft zu planen und weiß nicht, wie ich mit seinem Bedürfnis, alleine zu sein, klar kommen soll. Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach nie in der Lage war, aus ihm schlau zu werden? Führt meine eigene Unsicherheit vielleicht dazu, dass ich IHN unbewusst wegstoße? Was kann ich am Besten tun? Helft bitte!
 

Hallo,

ich denke, dass das zutreffend ist. Durch deine Unsicherheit ziehst du dich, vielleicht unbeabsichtigt von ihm zurück. Das spürt er und bestätigt seine Gedanken. "Ich bin nicht liebenswert". 
Vertrauen ist in dem Fall enorm wichtig, Geduld auch und die Fähigkeit nicht mehr Nähe einzufordern, als aushaltbar für den Partner ist. Seine Angst vor einem Verlust steigert sich noch einmal durch deine Wünsche bezüglich eurer Zukunftsplanung. Nehmen deine Wünsche oder Erwartungen an ihn überhand, ist der letzte Ausweg die Distanz zu dir. Er wird dann vermutlich einen Streit vom Zaun brechen oder sich aus heiterem Himmel trennen. Du wirst vermutlich an den Punkt gelangen dich zu fragen, inwieweit du diesen Weg mit ihm gehen kannst ohne selbst darunter zu leiden oder das Gefühl zu haben, du selbst kommst auf ganzer Strecke zu kurz. 

LG Sis

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27. Februar um 15:36
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Wir sind beide in den Zwanzigern, wobei er älter ist als ich. Wächst sich ein Kindheitstrauma nicht irgendwann von selbst aus?  
Er fühlt sich nach dem Aufwachen oft grundlos echt besch..., hat einen ganz miesen Gesichtsausdruck und schafft es manchmal den ganzen Tag nicht, aufzustehen. Er hatte schon mehrere Therapien begonnen, ist aber immer nach kurzer Zeit wieder ausgestiegen.  
Er tut mir zwar leid, dass er das ertragen musste, was er in seiner Jugend erlebt hat, aber für mich ist das halt auch das ein Zeichen von Unzuverlässigkeit. Wir alle versuchen schließlich, irgendwie weiterzuleben.

Leider wächst sich ein Kindheitstrauma nicht von allein aus. Wie ein Mensch traumatische Erfahrungen verarbeitet ist sehr individuell. Manchmal ist das gar nicht möglich, weil eine Auseinandersetzung mit den Inhalten das Trauma reaktiviert. Auch ist das Ausmaß der Erlebnisse immer so, wie der Betroffene dies empfindet. Hätte ich z.B. etwas Schreckliches erlebt müsste es für dich, wenn du gleiches erlebtest, nicht die gleiche Intensität haben. Es kommt darauf an, welche Möglichkeiten der Verarbeitung zur Verfügung stehen. Geschieht so ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit wiegen sie meistens schwerer, weil überhaupt keine Möglichkeit zur Verfügung steht oder stand mit einer belastenden Situation umzugehen. 
LG Sis

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15. März um 19:37
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Leider gehen solche Erlebnisse nicht von alleine weg. Die Therapien bricht er ab, weil es für ihn schmerzhaft ist. Du musst dir vorstellen, dass er als Beobachter das alles nochmal erlebt. Das löst viele Emotionen aus. Aber nur dadurch kann man frei werden. Es kostet auch viel Kraft und Energie diese negativen Emotionen zu unterdrücken. Frag ihn, ob er nicht doch mit einem Therapeuten sprechen würde, wenn du ihn begleitest. Du könntest ihm anbieten, es mit ihm durchzustehen. Seine Seele will jetzt geheilt werden und ich denke, dass du der Schlüssel bist. Du bist stark, mutig und du hast diese Liebe in dir, die er sich gerne spüren würde. Ich hoffe du verstehst was ich meine. Nur wenn er sich den Erlebnissen der Vergangenheit stellt, ist er frei. Dann würde er fröhlicher, wacher und mehr geben können.

Ja, er hat sehr viel zu geben und ist durchsetzungsfähig, aber halt auch unbelehrbar. Seine Medikamente möchte er auch nicht nehmen, obwohl sie ihm und auch unserer Beziehung gut tun. Ich hoffe, er entgleitet mir nicht.

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19. März um 14:24
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Ich bin schon seit mehreren Jahren mit meinem Freund zusammen und würde gerne eine ernsthaftere Beziehung mit ihm eingehen. Er ist sehr anhänglich, stößt mich aber auch immer wieder weg. Er hatte eine schwere Kindheit und ist sehr introvertiert, ist das der Grund, warum er mich manchmal wochenlang nicht sehen will und dann wieder angekrochen kommt? Wenn wir uns dann doch sehen, sind wir sehr verliebt und können nicht genug voneinander bekommen. Er ist selbst sehr eifersüchtig, ich bin mir aber schon sicher, dass er keine andere Frau hat.  
Ich hatte immer gehofft, dass das etwas ist, woran man mit der Zeit arbeiten kann. Aber was, wenn er die Art Mensch ist, die ihr ganzes Leben lang drängt und drückt und mich dann doch wieder wegstößt? Wir haben viel über das Thema geredet und auch gestritten, bis hin zu einer vorübergehenden Trennung, aber ich habe immer noch keine Klarheit. Ich würde ihm gerne Zeit geben und ihn nicht unter Druck setzen, aber ich muss auch langsam anfangen, meine eigene Zukunft zu planen und weiß nicht, wie ich mit seinem Bedürfnis, alleine zu sein, klar kommen soll. Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach nie in der Lage war, aus ihm schlau zu werden? Führt meine eigene Unsicherheit vielleicht dazu, dass ich IHN unbewusst wegstoße? Was kann ich am Besten tun? Helft bitte!
 

Hi, da du ihn offensichtlich sehr magst, ist dein Verhalten verständlich.
Du musst dich halt aber fragen, möchtest du noch jahrelang das auf dich nehmen?
Fast jeder Mensch hat das eine oder andere Problem aber die meisten schaffen es, es zu verdrängen oder durch andere Verhaltensweisen zu kompensieren.
(Viel Arbeit oder Sport usw...)
Wenn dein Freund das halt nicht schafft, wie stellst du dir das vor, wenn du mal ein ernstes Problem hast?
Möchtest du so weiter leben?
LG Sven

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