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Freund ist oft gereizt ... Trennung? Ich brauche Hilfe!

26. Oktober um 14:55

Hallo liebe Mitglieder,
 
bei mir wird es etwas komplexer und ich brauche etwas fremden Input & Gedanken, da ich nicht mehr so richtig weiß, was ich noch tun kann.
 
Mein Freund und ich sind seit 2,5 Jahren zusammen, Da wir in verschiedenen Städten wohnten, sind wir recht zeitnah zusammen gezogen. Da wir uns sonst aufgrund  seiner Schichtarbeit fast gar nicht gesehen haben und es eine arge Belastung gewesen wäre. Wir wohnten ca Fahrtzeit 1h entfernt. Wir haben auch ein paar Monate schon bei ihm auf Probe gewohnt, nachdem ich aus einem längeren Auslandsaufenthalt zurück war. Alles hat immer super geklappt. Mein Freund ist 5 Jahre jünger als ich. Allerdings stört mich das nicht so, wo die Liebe halt hinfällt. Ich bin 30, er ist 25.
 
Ich bin in einem recht anstrengenden Elternhaus aufgewachsen. Meine Mutter ist und war psychisch krank. Weswegen ich sehr sporadisch Gefühle zeigen und fast überhaupt nicht aussprechen kann. Er kennt jedoch die Hintergründe und weiß darüber Bescheid. Ich zeige meine Gefühle dann über andere Wege. Aufgrund dieser Erfahrungen ist es mir sehr wichtig, Frieden im Umgang mit meinen Mitmenschen zu haben. Ich glaube ich lege darauf mehr Wert als viele andere Menschen. Zudem bin ich sehr sensibel. Streit und Anfeindungen nehmen mich sehr mit. Ich hasse Streit, Lästern, unnötige Spannungen. Jeder ist mal mies drauf oder ärgert sich, das habe ich auch. Aber ich mag zB. nicht, wegen einem zerbrochenem Glas oder anderen Lappalien, schlecht Stimmung zu verbreiten. Da es doch viel schlimmere Dinge gibt und ein Lächeln doch viel besser in so einer Situation hilft.
 
Jedenfalls ist mein Freund da eher nicht so. Er regt sich oft wegen solchen Dingen auf. Am Anfang unserer Beziehung war es jedoch nicht so. Es ist so, als ob die Hemmschwelle gesunken ist, und er nun an mir ungefiltert auslässt. Was bei Freunden eben so nicht passieren würde. Das erste Mal ist mir dieses Verhalten aufgefallen, als er bei sich für uns Essen gemacht hat. Es gab Salat und dazu noch ein gekochtes Ei. Ich wollte das Ei aufschlagen und habe es zu doll auf den Tellerrand geknallt, so dass ich es in und auf meiner Hand hatte, jedoch nicht mehr essbar. Eben eine kleine Sauerei. Ich wollte gerade beginnen zu lachen da es doch recht witzig war, wie trottelig ich mich angestellt hatte. Da begann er auch schon leicht wütend / genervt zu werden, er habe sich doch solche Mühe gegeben und ich gehe dann so damit um. Vll kann jemand verstehen was ich meine. Ich habe einfach gar nichts verstanden. So kommt es nun oft. Er meinte oft er will das ändern. Aber nach fast 1 Jahr im Kreis drehen, sagt er nun gestern zu mir, ich sei daran Schuld, dass er so unausgeglichen ist. Ich würde jede Handlung von ihm beobachten und analysieren.
 
Wenn ich ihn dann in der Situation darauf anspreche, dass sein Ton nicht ganz so schön ist, wird er noch wütender und verlässt oft den Raum oder es kommt zum mega Streit. Er sieht es nicht ein, fühlt sich angegriffen und schlägt verbal um sich. Dabei wünsche ich mir doch nur einen höflichen Umgangston. Er sagt immer, ich würde mit ihm sprechen wie die Mutter zum Sohn. Wobei ich mir doch solche Mühe gebe, es ordentlich zu verpacken.
 
Ich habe manchmal das Gefühl, dass diesen Verhalten bei mir irgendwas triggert, es mich quasi in die Kindheit zurück versetzt. Ich musste mir viele Dinge hart erarbeiten. Es war für mich früher z.B. unerträglich, in ein Fitnessstudio zu gehen, wegen der vielen Menschen. Blicke anderer Menschen oder Beurteilungen, damit hatte ich immer sehr zu kämpfen. Ganz normal wird man wohl nie, mit einer geprägten Kindheit, aber ich habe gekämpft.  Jedenfalls fällt mir all das wieder zunehmend schwerer, ich erwische mich in letzter Zeit sogar wieder dabei, dass ich mich in der Wohnung einigele. Das sind alles Dinge die ich schon lange im Griff hatte. Was ein Warnsignal für mich ist. Mir geht es nicht mehr gut.
 
Ich weiß in mir drin, dass ich für sein Verhalten nicht die Ursache bin. Aber natürlich ist es auch schwer, wenn man unter zerrütteten Verhältnissen aufgewachsen ist, noch die Wahrheit zu erkennen, da man ja sowieso oft an sich zweifelt. Ich fühle mich daher sehr schlecht und weiß nicht mehr, was richtig oder falsch ist. Im Streit sagt er sehr oft viele Dinge, bei denen ich mir denke "Okay, der Satz war wirklich einer zu viel". Ich denke mir, so etwas sagt man nicht, eigentlich weiß ich dann, dass diese Beziehung nix für immer sein kann. Aber wie es so ist, vergisst man auch wieder. Gestern meinte er auch, er hat wenigstens eine Familie, die ihn so liebt wie er ist. Er sagte das zu mir, obwohl er weiß, dass ich diese Sicherheit und Geborgenheit nicht habe. Ich frage mich, wie herzlos man sein kann, jemanden der keine intakte Familie hat, so etwas an den Kopf zu knallen. Ich hatte das Gefühl er wollte mich richtig treffen. Jedenfalls kommt er dann am nächsten Tag, quasi heute an, und versucht die Situation mit Witz zu entspannen. Aber ich kann langsam nicht mehr und bin emotional am Boden. Wenn ich darauf nicht eingehe, verlässt er wieder sauer den Raum.
 
Ich bin natürlich auch kein einfacher Mensch. Ich bin eine Frau und habe auch meine Zickerein und bin sehr anspruchsvoll. Dadurch das ich zeitig allein zurecht kommen musste, bin ich neben der Kälte und Unnahbarkeit auch sehr auf "Zack". Ich weiß mir immer zu helfen und finde schnell eine Lösung. Nennen wir es mal Tough. Da habe ich manchmal auch das Gefühl, dass er sich mir benachteiligt oder klein fühlt und gewinnen möchte. Was auch immer es zu gewinnen gibt ...
 
Achja, wir haben auch weniger bis gar keinen Sex mehr. Er meint zu mir das würde ihn so machen. Er sagt mir quasi, wenn es Sex geben würde, wäre alles anders. Ich sage ihm allerdings schon seit einer Ewigkeit, dass sein Verhalten mich trifft und immer wieder emotional zurückwirft. Ich kann nun mal nicht mit jemandem schlafen, mit dem ich mich ständig im Krieg stehe. Meine Gefühle sind auch gefühlt schon richtig weg. All die gesagten Dinge, kann ich nicht vergessen. Ich frage mich auch manchmal, ob er all das was er zu mir sagt, am nächsten Tag noch weiß, oder er im Tunnel zu mir spricht.
 
Er ist sonst ein sehr bemühter Freund, er macht viel im Haushalt, macht mir gern auch mal ein Geschenk. Er liebt mich sehr. Das weiß ich. Es könnte alles so schön sein, wenn dieses Verhalten nicht da wäre. Für mich war ein Mann noch nie so da, wie er. Aber im Gegenzug nimmt er mir all diese Geborgenheit wieder binnen weniger Sekunden. Er versteht glaube ich nicht, was emotional bei mir los ist.
 
Ich kann leider auch nur Mutmaßungen anstellen, jedoch ist es als Partnerin auch schwer, zumal ich mich selbst nie von außen betrachten und so nur begrenzt mein eigenes Verhalten reflektieren kann.
 
Ich nehme mir oft vor, mal nicht auf sein Verhalten zu reagieren/ anzuspringen. Aber leider gelingt es mir nicht so...
 
Ich hoffe, jemand hat sich die Mühe gemacht & bis hier hin gelesen...
 
Ich freue mich über jede Antwort & Anregung
 
 
 
 
 
 

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26. Oktober um 15:50

Eure Beziehung ist total gelaufen. Du bist eine enorm schwierige Person. Ich denke, du treibst ihn dazu. Er kann nicht mehr. Beim lesen fühle ich mich erdrückt von dir.  Schrecklich 

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26. Oktober um 16:59
In Antwort auf bibabu23

Hallo liebe Mitglieder,
 
bei mir wird es etwas komplexer und ich brauche etwas fremden Input & Gedanken, da ich nicht mehr so richtig weiß, was ich noch tun kann.
 
Mein Freund und ich sind seit 2,5 Jahren zusammen, Da wir in verschiedenen Städten wohnten, sind wir recht zeitnah zusammen gezogen. Da wir uns sonst aufgrund  seiner Schichtarbeit fast gar nicht gesehen haben und es eine arge Belastung gewesen wäre. Wir wohnten ca Fahrtzeit 1h entfernt. Wir haben auch ein paar Monate schon bei ihm auf Probe gewohnt, nachdem ich aus einem längeren Auslandsaufenthalt zurück war. Alles hat immer super geklappt. Mein Freund ist 5 Jahre jünger als ich. Allerdings stört mich das nicht so, wo die Liebe halt hinfällt. Ich bin 30, er ist 25.
 
Ich bin in einem recht anstrengenden Elternhaus aufgewachsen. Meine Mutter ist und war psychisch krank. Weswegen ich sehr sporadisch Gefühle zeigen und fast überhaupt nicht aussprechen kann. Er kennt jedoch die Hintergründe und weiß darüber Bescheid. Ich zeige meine Gefühle dann über andere Wege. Aufgrund dieser Erfahrungen ist es mir sehr wichtig, Frieden im Umgang mit meinen Mitmenschen zu haben. Ich glaube ich lege darauf mehr Wert als viele andere Menschen. Zudem bin ich sehr sensibel. Streit und Anfeindungen nehmen mich sehr mit. Ich hasse Streit, Lästern, unnötige Spannungen. Jeder ist mal mies drauf oder ärgert sich, das habe ich auch. Aber ich mag zB. nicht, wegen einem zerbrochenem Glas oder anderen Lappalien, schlecht Stimmung zu verbreiten. Da es doch viel schlimmere Dinge gibt und ein Lächeln doch viel besser in so einer Situation hilft.
 
Jedenfalls ist mein Freund da eher nicht so. Er regt sich oft wegen solchen Dingen auf. Am Anfang unserer Beziehung war es jedoch nicht so. Es ist so, als ob die Hemmschwelle gesunken ist, und er nun an mir ungefiltert auslässt. Was bei Freunden eben so nicht passieren würde. Das erste Mal ist mir dieses Verhalten aufgefallen, als er bei sich für uns Essen gemacht hat. Es gab Salat und dazu noch ein gekochtes Ei. Ich wollte das Ei aufschlagen und habe es zu doll auf den Tellerrand geknallt, so dass ich es in und auf meiner Hand hatte, jedoch nicht mehr essbar. Eben eine kleine Sauerei. Ich wollte gerade beginnen zu lachen da es doch recht witzig war, wie trottelig ich mich angestellt hatte. Da begann er auch schon leicht wütend / genervt zu werden, er habe sich doch solche Mühe gegeben und ich gehe dann so damit um. Vll kann jemand verstehen was ich meine. Ich habe einfach gar nichts verstanden. So kommt es nun oft. Er meinte oft er will das ändern. Aber nach fast 1 Jahr im Kreis drehen, sagt er nun gestern zu mir, ich sei daran Schuld, dass er so unausgeglichen ist. Ich würde jede Handlung von ihm beobachten und analysieren.
 
Wenn ich ihn dann in der Situation darauf anspreche, dass sein Ton nicht ganz so schön ist, wird er noch wütender und verlässt oft den Raum oder es kommt zum mega Streit. Er sieht es nicht ein, fühlt sich angegriffen und schlägt verbal um sich. Dabei wünsche ich mir doch nur einen höflichen Umgangston. Er sagt immer, ich würde mit ihm sprechen wie die Mutter zum Sohn. Wobei ich mir doch solche Mühe gebe, es ordentlich zu verpacken.
 
Ich habe manchmal das Gefühl, dass diesen Verhalten bei mir irgendwas triggert, es mich quasi in die Kindheit zurück versetzt. Ich musste mir viele Dinge hart erarbeiten. Es war für mich früher z.B. unerträglich, in ein Fitnessstudio zu gehen, wegen der vielen Menschen. Blicke anderer Menschen oder Beurteilungen, damit hatte ich immer sehr zu kämpfen. Ganz normal wird man wohl nie, mit einer geprägten Kindheit, aber ich habe gekämpft.  Jedenfalls fällt mir all das wieder zunehmend schwerer, ich erwische mich in letzter Zeit sogar wieder dabei, dass ich mich in der Wohnung einigele. Das sind alles Dinge die ich schon lange im Griff hatte. Was ein Warnsignal für mich ist. Mir geht es nicht mehr gut.
 
Ich weiß in mir drin, dass ich für sein Verhalten nicht die Ursache bin. Aber natürlich ist es auch schwer, wenn man unter zerrütteten Verhältnissen aufgewachsen ist, noch die Wahrheit zu erkennen, da man ja sowieso oft an sich zweifelt. Ich fühle mich daher sehr schlecht und weiß nicht mehr, was richtig oder falsch ist. Im Streit sagt er sehr oft viele Dinge, bei denen ich mir denke "Okay, der Satz war wirklich einer zu viel". Ich denke mir, so etwas sagt man nicht, eigentlich weiß ich dann, dass diese Beziehung nix für immer sein kann. Aber wie es so ist, vergisst man auch wieder. Gestern meinte er auch, er hat wenigstens eine Familie, die ihn so liebt wie er ist. Er sagte das zu mir, obwohl er weiß, dass ich diese Sicherheit und Geborgenheit nicht habe. Ich frage mich, wie herzlos man sein kann, jemanden der keine intakte Familie hat, so etwas an den Kopf zu knallen. Ich hatte das Gefühl er wollte mich richtig treffen. Jedenfalls kommt er dann am nächsten Tag, quasi heute an, und versucht die Situation mit Witz zu entspannen. Aber ich kann langsam nicht mehr und bin emotional am Boden. Wenn ich darauf nicht eingehe, verlässt er wieder sauer den Raum.
 
Ich bin natürlich auch kein einfacher Mensch. Ich bin eine Frau und habe auch meine Zickerein und bin sehr anspruchsvoll. Dadurch das ich zeitig allein zurecht kommen musste, bin ich neben der Kälte und Unnahbarkeit auch sehr auf "Zack". Ich weiß mir immer zu helfen und finde schnell eine Lösung. Nennen wir es mal Tough. Da habe ich manchmal auch das Gefühl, dass er sich mir benachteiligt oder klein fühlt und gewinnen möchte. Was auch immer es zu gewinnen gibt ...
 
Achja, wir haben auch weniger bis gar keinen Sex mehr. Er meint zu mir das würde ihn so machen. Er sagt mir quasi, wenn es Sex geben würde, wäre alles anders. Ich sage ihm allerdings schon seit einer Ewigkeit, dass sein Verhalten mich trifft und immer wieder emotional zurückwirft. Ich kann nun mal nicht mit jemandem schlafen, mit dem ich mich ständig im Krieg stehe. Meine Gefühle sind auch gefühlt schon richtig weg. All die gesagten Dinge, kann ich nicht vergessen. Ich frage mich auch manchmal, ob er all das was er zu mir sagt, am nächsten Tag noch weiß, oder er im Tunnel zu mir spricht.
 
Er ist sonst ein sehr bemühter Freund, er macht viel im Haushalt, macht mir gern auch mal ein Geschenk. Er liebt mich sehr. Das weiß ich. Es könnte alles so schön sein, wenn dieses Verhalten nicht da wäre. Für mich war ein Mann noch nie so da, wie er. Aber im Gegenzug nimmt er mir all diese Geborgenheit wieder binnen weniger Sekunden. Er versteht glaube ich nicht, was emotional bei mir los ist.
 
Ich kann leider auch nur Mutmaßungen anstellen, jedoch ist es als Partnerin auch schwer, zumal ich mich selbst nie von außen betrachten und so nur begrenzt mein eigenes Verhalten reflektieren kann.
 
Ich nehme mir oft vor, mal nicht auf sein Verhalten zu reagieren/ anzuspringen. Aber leider gelingt es mir nicht so...
 
Ich hoffe, jemand hat sich die Mühe gemacht & bis hier hin gelesen...
 
Ich freue mich über jede Antwort & Anregung
 
 
 
 
 
 

Hallo,

ich möchte nicht arg zu viel herum psychologisieren da ich glaube du übernimmst diesen Part ausreichend. 

Zu erst einmal denke ich persönlich das 25 Jahre eine magische Grenze darstellt. Irgendwie noch Kind und weniger erwachsen als es den Anschein hat. Mit 30 Jahren ändert sich häufig schlagartig die komplette Lebenseinstellung. 

Jetzt zum Knackpunkt. Er hat etwas, was du dir wünscht dir aber fehlt. Das führt zusammen mit seiner mangelnden Reife zu Spannungen. Wichtig für dich zu erkennen, dass ein Satz zuviel tatsächlich einer zuviel ist. 

Alles Gute
Sis

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26. Oktober um 20:53

Hallo Bibabu,

ich kann Dich absolut gut verstehen.
Menschen, die schon vom Elternhaus wenig Geborgenheit hatten, stets stark sein mussten und viel Kummer erlebten, suchen später diesen Halt oft in einer eigenen Familie oder in einer Beziehung.
Du bist verständlicherweise harmoniesüchtig und siehst mit Deiner bisherigen Erfahrung kleine Pannen nicht als Katastrophe.
Das zeichnet Dich aus, wie auch Dein positives Denken und die Dinge mit Humor zu nehmen.

Für einen Partner, der diese Erfahrungen nie machen musste, kann das jedoch manchmal schwierig sein bzw schwer verständlich, weil er ganz anders tickt.
Hinzu kommt, dass Menschen mit so einer schweren Vergangenheit sehr verunsichert sind neben dem Wunsch, dass eine Partnerschaft endlich den gewünschten harmonischen Halt bietet.
Es ist daher kein Wunder, wenn Du kaum mit stärkeren ausgelassenen Emotionen deines Partners umgehen kannst, Dich oft angegriffen fühlst und wahrscheinlich über jede Handlung, jedes Wort, jede Geste, die nicht Deiner Vorstellung entspricht, verzweifelst.

Wie gesagt, ich kann Dich verstehen.
Doch letztlich fühlt sich Dein Partner immer mehr an den Pranger gestellt und weiß gar nicht mehr, wie er er selbst sein kann.
Ihr beide verkrampft immer mehr.

Ich rate Dir, an erster Stelle, Dir selbst zu helfen.
(Ob Selbsthilfegruppe, Tiefenpsychologische Unterstützung oder Eigeninitiative durch viel Lesen und Arbeit an Dir selbst, alles Deine Entscheidung.)

Keine Beziehung kann Deine Last tragen! Sei Dir dessen bewusst.
Du bist stark. Du schafft das.




 

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27. Oktober um 16:02
In Antwort auf bibabu23

Hallo liebe Mitglieder,
 
bei mir wird es etwas komplexer und ich brauche etwas fremden Input & Gedanken, da ich nicht mehr so richtig weiß, was ich noch tun kann.
 
Mein Freund und ich sind seit 2,5 Jahren zusammen, Da wir in verschiedenen Städten wohnten, sind wir recht zeitnah zusammen gezogen. Da wir uns sonst aufgrund  seiner Schichtarbeit fast gar nicht gesehen haben und es eine arge Belastung gewesen wäre. Wir wohnten ca Fahrtzeit 1h entfernt. Wir haben auch ein paar Monate schon bei ihm auf Probe gewohnt, nachdem ich aus einem längeren Auslandsaufenthalt zurück war. Alles hat immer super geklappt. Mein Freund ist 5 Jahre jünger als ich. Allerdings stört mich das nicht so, wo die Liebe halt hinfällt. Ich bin 30, er ist 25.
 
Ich bin in einem recht anstrengenden Elternhaus aufgewachsen. Meine Mutter ist und war psychisch krank. Weswegen ich sehr sporadisch Gefühle zeigen und fast überhaupt nicht aussprechen kann. Er kennt jedoch die Hintergründe und weiß darüber Bescheid. Ich zeige meine Gefühle dann über andere Wege. Aufgrund dieser Erfahrungen ist es mir sehr wichtig, Frieden im Umgang mit meinen Mitmenschen zu haben. Ich glaube ich lege darauf mehr Wert als viele andere Menschen. Zudem bin ich sehr sensibel. Streit und Anfeindungen nehmen mich sehr mit. Ich hasse Streit, Lästern, unnötige Spannungen. Jeder ist mal mies drauf oder ärgert sich, das habe ich auch. Aber ich mag zB. nicht, wegen einem zerbrochenem Glas oder anderen Lappalien, schlecht Stimmung zu verbreiten. Da es doch viel schlimmere Dinge gibt und ein Lächeln doch viel besser in so einer Situation hilft.
 
Jedenfalls ist mein Freund da eher nicht so. Er regt sich oft wegen solchen Dingen auf. Am Anfang unserer Beziehung war es jedoch nicht so. Es ist so, als ob die Hemmschwelle gesunken ist, und er nun an mir ungefiltert auslässt. Was bei Freunden eben so nicht passieren würde. Das erste Mal ist mir dieses Verhalten aufgefallen, als er bei sich für uns Essen gemacht hat. Es gab Salat und dazu noch ein gekochtes Ei. Ich wollte das Ei aufschlagen und habe es zu doll auf den Tellerrand geknallt, so dass ich es in und auf meiner Hand hatte, jedoch nicht mehr essbar. Eben eine kleine Sauerei. Ich wollte gerade beginnen zu lachen da es doch recht witzig war, wie trottelig ich mich angestellt hatte. Da begann er auch schon leicht wütend / genervt zu werden, er habe sich doch solche Mühe gegeben und ich gehe dann so damit um. Vll kann jemand verstehen was ich meine. Ich habe einfach gar nichts verstanden. So kommt es nun oft. Er meinte oft er will das ändern. Aber nach fast 1 Jahr im Kreis drehen, sagt er nun gestern zu mir, ich sei daran Schuld, dass er so unausgeglichen ist. Ich würde jede Handlung von ihm beobachten und analysieren.
 
Wenn ich ihn dann in der Situation darauf anspreche, dass sein Ton nicht ganz so schön ist, wird er noch wütender und verlässt oft den Raum oder es kommt zum mega Streit. Er sieht es nicht ein, fühlt sich angegriffen und schlägt verbal um sich. Dabei wünsche ich mir doch nur einen höflichen Umgangston. Er sagt immer, ich würde mit ihm sprechen wie die Mutter zum Sohn. Wobei ich mir doch solche Mühe gebe, es ordentlich zu verpacken.
 
Ich habe manchmal das Gefühl, dass diesen Verhalten bei mir irgendwas triggert, es mich quasi in die Kindheit zurück versetzt. Ich musste mir viele Dinge hart erarbeiten. Es war für mich früher z.B. unerträglich, in ein Fitnessstudio zu gehen, wegen der vielen Menschen. Blicke anderer Menschen oder Beurteilungen, damit hatte ich immer sehr zu kämpfen. Ganz normal wird man wohl nie, mit einer geprägten Kindheit, aber ich habe gekämpft.  Jedenfalls fällt mir all das wieder zunehmend schwerer, ich erwische mich in letzter Zeit sogar wieder dabei, dass ich mich in der Wohnung einigele. Das sind alles Dinge die ich schon lange im Griff hatte. Was ein Warnsignal für mich ist. Mir geht es nicht mehr gut.
 
Ich weiß in mir drin, dass ich für sein Verhalten nicht die Ursache bin. Aber natürlich ist es auch schwer, wenn man unter zerrütteten Verhältnissen aufgewachsen ist, noch die Wahrheit zu erkennen, da man ja sowieso oft an sich zweifelt. Ich fühle mich daher sehr schlecht und weiß nicht mehr, was richtig oder falsch ist. Im Streit sagt er sehr oft viele Dinge, bei denen ich mir denke "Okay, der Satz war wirklich einer zu viel". Ich denke mir, so etwas sagt man nicht, eigentlich weiß ich dann, dass diese Beziehung nix für immer sein kann. Aber wie es so ist, vergisst man auch wieder. Gestern meinte er auch, er hat wenigstens eine Familie, die ihn so liebt wie er ist. Er sagte das zu mir, obwohl er weiß, dass ich diese Sicherheit und Geborgenheit nicht habe. Ich frage mich, wie herzlos man sein kann, jemanden der keine intakte Familie hat, so etwas an den Kopf zu knallen. Ich hatte das Gefühl er wollte mich richtig treffen. Jedenfalls kommt er dann am nächsten Tag, quasi heute an, und versucht die Situation mit Witz zu entspannen. Aber ich kann langsam nicht mehr und bin emotional am Boden. Wenn ich darauf nicht eingehe, verlässt er wieder sauer den Raum.
 
Ich bin natürlich auch kein einfacher Mensch. Ich bin eine Frau und habe auch meine Zickerein und bin sehr anspruchsvoll. Dadurch das ich zeitig allein zurecht kommen musste, bin ich neben der Kälte und Unnahbarkeit auch sehr auf "Zack". Ich weiß mir immer zu helfen und finde schnell eine Lösung. Nennen wir es mal Tough. Da habe ich manchmal auch das Gefühl, dass er sich mir benachteiligt oder klein fühlt und gewinnen möchte. Was auch immer es zu gewinnen gibt ...
 
Achja, wir haben auch weniger bis gar keinen Sex mehr. Er meint zu mir das würde ihn so machen. Er sagt mir quasi, wenn es Sex geben würde, wäre alles anders. Ich sage ihm allerdings schon seit einer Ewigkeit, dass sein Verhalten mich trifft und immer wieder emotional zurückwirft. Ich kann nun mal nicht mit jemandem schlafen, mit dem ich mich ständig im Krieg stehe. Meine Gefühle sind auch gefühlt schon richtig weg. All die gesagten Dinge, kann ich nicht vergessen. Ich frage mich auch manchmal, ob er all das was er zu mir sagt, am nächsten Tag noch weiß, oder er im Tunnel zu mir spricht.
 
Er ist sonst ein sehr bemühter Freund, er macht viel im Haushalt, macht mir gern auch mal ein Geschenk. Er liebt mich sehr. Das weiß ich. Es könnte alles so schön sein, wenn dieses Verhalten nicht da wäre. Für mich war ein Mann noch nie so da, wie er. Aber im Gegenzug nimmt er mir all diese Geborgenheit wieder binnen weniger Sekunden. Er versteht glaube ich nicht, was emotional bei mir los ist.
 
Ich kann leider auch nur Mutmaßungen anstellen, jedoch ist es als Partnerin auch schwer, zumal ich mich selbst nie von außen betrachten und so nur begrenzt mein eigenes Verhalten reflektieren kann.
 
Ich nehme mir oft vor, mal nicht auf sein Verhalten zu reagieren/ anzuspringen. Aber leider gelingt es mir nicht so...
 
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Ich freue mich über jede Antwort & Anregung
 
 
 
 
 
 

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Von: lisahue
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26. Oktober um 19:26

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