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Freund ist autosüchtig

23. November 2015 um 23:24

Hallo,
mein Freund und ich führen seit einem Jahr eine fernbeziehung. Er ist 22 und ich bin 23 Jahre alt und uns trennen 300 km. Er macht beruflich etwas mit Autos und auch privat gibt es für ihn mehr oder weniger Kein anderes Thema. Ich Finde das auch toll, seine Leidenschaft für alte und neue Autos, seine Disziplin und Selbständigkeit. Ich unterstütze ihn auch so gut es geht. Bin z. B. mit ihm 200 km weit gefahren, als er letztes mal über ein Wochenende bei mir war, um ein Auto abholen. Das war auch sehr schön, aber in letzte zeit geht mir das Thema Auto sehr an die Nieren. Vor zwei Wochen war ich bei ihm, und als ich gefragt habe, wann wir uns wiedersehen, sagte er nur, Hm, er wüsste nicht. Er hat kein Geld wegen der ganzen gekauften Autoteile und muss erstmal schauen, wie und wann es geht. Er ist 1000 Euro im Minus, und kauft trotzdem ein neues Auto. Mich verletzt es, wenn er mal wieder sagt "oh, wenn ich dich das nächste mal besuche, können wir das ja mit dem abholen der Teile verbinden. Sind 'nur' 300 km von dir". Für mich fühlt sich das manchmal so an als ob er nur zweitrangig wegen mir kommt. Wenn ich etwas darüber sage, blockt er ab oder tut so, als wäre ich grundsätzlich dagegen. Erst heute hat er vorgeschlagen, zwischen Weihnachten und Silvester, wo er bei mir sein wird, 400 km weit Teile abzuholen. Als ich gesagt habe, dass das in dieser Zeit nicht unbedingt vernünftig ist, wegen Verkehr und kalte evtl Eis und Schnee, war er enttäuscht und sagte, er kann auch alleine fahren. Es kommt dann so rüber als ob ich keine Lust hatte. Ist es denn wirklich so verkehrt von mir, es wahnsinnig zu finden, zwischen Weihnachten und Neujahr an einem oder zwei Tagen 800 km zu fahren für Autoteile? Bin ich eine schlechte Freundin? Ixh weiß wirklich nicht, wie ich damit noch umgehen soll. Bitte gebt mir Ratschläge. Ich will ihn nicht verlieren.

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24. November 2015 um 9:29

Die männliche Autosucht
dürfte wohl das Pendant zum weiblichen Schuhtick sein - bloß, dass der Schuhtick teurer ist...

Wenn du mit ihm nicht klar kommst, wirst du dich damit auseinander setzen msüssen, egal, welche Sucht er hat.

Du bist keine schlechte Freundin, aber du wirst es nicht hören wollen, dass wir dir raten, dch von dem Loser zu trennen. Also musst du halt noch ein Weilchen leiden, bis du selber auf den Trichter kommen wirst...

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24. November 2015 um 11:45

Steh für dich und deine Bedürfnisse ein
Ihr führt eine Beziehung. Das bedeutet Engagement und gegenseitiges Eingehen auf eure Bedürfnisse.

Du kannst ihm doch klar sagen, dass es ab und zu ok ist, wenn ihr solche Reisen unternehmt, aber du diese Zeit gerne mit ihm geniessen willst.

Grundsätzlich geht es gar nicht um die Art seines Hobbys, sondern den Umgang damit.
Hättest du zum Beispiel ein Pferd und jedes Mal, wenn er bei dir ist, müsste er 4h mit in den Stall kommen (obwohl es ihn nicht interessiert), wäre er ja auch zu recht nicht erfreut. Wenn ihr schon eine Fernbeziehung habt, sollt ihr die Zeit zusammen auch mit etwas verbringen, das euch beiden Spass macht.

Natürlich kannst du dich auch mal bereit erklären, mitzufahren, aber das musst du nicht, es ist sein Hobby. Und wenn er dann sein Wochenende lieber mit Herumfahren verbringt, ist das seine Sache, aber dann muss er auch dafür besorgt sein, wie ihr diese Zeit nachholen könnt.

Am besten wäre es, ihr trefft eine Vereinbarung, wie viel Zeit ihr beide der Beziehung widmen wollt. ZB jedes Wochenende, aber einmal im Monat hat jeder ein Wochenende für sich. Oder einen Tag vom Wochenende. Dann kann er ja gerne seine Teile holen.
Wenn ihr aber Zeit für euch nehmt, dann weder für deine Hobbys, noch für seine, sondern nur für euch. Natürlich kann er fragen, ob ihr an eurem Wochenende diese Teile holen könnt, aber wenn du dann keine Lust hast, ist das legitim. Dann soll er es an einem anderen Tag selbst machen.

Das Geld ist ein zweites Thema. Sein Hobby ist sein Hobby. Es kann nicht sein, dass eure Beziehung dann drunter leidet oder du immer zu ihm fahren musst. Auch da helfen klare Rahmenbedingungen. Du kannst ja mit ihm vereinbaren, dass einmal im Monat Kino / Essen whatever drinliegen muss finanziell. Was und wie oft müsst ihr halt besprechen. Wenn er dazu dann ja gesagt hat, muss er halt schauen, wo er das Geld her bekommt, das ist nicht dein Problem. Aber du hast dann die Zusage und kannst dich darauf beziehen. Und er kann sich dann nicht rausreden mit irgendwas.

Wenn er nicht weiss, was du von ihm erwartest, kann er es dir ja auch nicht recht machen. Von daher sind gewisse Rahmenbedingung wichtig. Diese müssen dann ja nicht pingelig eingehalten werden, aber es gibt dir eine gute Grundlage für Gespräche, ohne dass es Streit gibt oder er findet, dass du nörgelst.

Eine Beziehung ist immer auch Arbeit. In erster Linie Arbeit an sich selbst. Aber es bedeutet auch finanziellen und zeitlichen Aufwand. Wie viel ihr in die Beziehung investieren wollt, ist euch überlassen, aber es sollte einigermassen passen für euch beide. Oder du sagst, du bist bereit, mehr zu investieren und zB die Ferien zu bezahlen, weil ihm das nicht wichtig ist. Dann ist das auch eine klare Abmachung.

Schlussendlich könnt ihr eure Beziehung so definieren, wie ihr wollt, aber ihr solltet euch beide über die Definition einig sein. Das fängt beim Thema Treue an, geht aber auch weiter zu Zeit und Geld. Unausgesprochene Erwartungen führen immer zu Enttäuschungen.

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