Home / Forum / Liebe & Beziehung / Freund ist Alkoholiker -wer hat Erfahrung?

Freund ist Alkoholiker -wer hat Erfahrung?

27. Juli 2007 um 17:10

nun bin ich fast schon ein Jahr mit meinem Freund liiert. Das war ein hartes Jahr für mich. Nach und nach kam ich dahinter, dass er ein großes Alkoholproblem hat. Er trinkt mehrmals die Woche, auch heimlich, er wird sehr ausfallend, wenn er säuft, hat Exzesse. Er ruft mich stockbesoffen mitten in der Nacht an und ich kann mir dann noch Beleidigungen anhören. Am nächsten Tag tut er so, als wäre nichts gewesen, hat ein schlechtes Gewissen und ist wahnsinnig lieb zu mir. Dann ist alles wieder vergegssen. Oft merke ich, dass er nervös und hektisch ist. Dann weiß ich, dass wieder ein Rausch bevor steht. Er hat schon zwei mal den Führerschein wegen Alk verloren. Er erscheint auch besoffen in der Arbeit. Eine Verwarnung hat er schon bekommen. Er macht große Schulden, um seinen Suff zu finanzieren. Wenn man ihn auf seine Probleme ansprechen möchte, reagiert er aggressiv oder weicht aus. Nur wenn es ihm ganz dreckig geht, kann man zu ihm durchdringen und er gibt sein Problem zu. Aber Tage später ist alles wieder vergessen. Trotz allem liebe ich ihn sehr und möchte mich nicht trennen! Er bedeutet alles für mich! Wenn er nüchtern ist habe ich den größten Spaß mit ihm wir sind auf einer wellenlänge. Leider führen wir eine Fernbeziehung, sind fast 1000 km von einander getrennt. Deswegen möchten wir zusammen ziehen. Genau gesagt, ich möchte zu ihm ziehen. Seine Mutter warnt mich davor. Sie meint, ich werfe mein junges Leben für einen Alkoholiker weg, der es nicht wert ist. Auf Grund des Alkohols "spürt" er mich sowieso nicht richtig. Ich soll am Besten meine Sachen packen und weit weg laufen - weg von ihm. Doch selbst wenn ich wollte, könnte ich es nicht! Das Wort "Coabhängigkeit" ist mir ein Begriff. Es trifft voll und ganz auf mich zu. Und das nicht ohne Grund. Meine Eltern sind ebenfalls schon mein ganzes Leben lang Alkoholkrank. Ich weiß, dass ich beziehungssüchtig bin. Das aller schlimmste auf dieser Welt wäre es für mich, wenn ich ihn verlieren würde. Auch, wenn es mir oft seinetwegen sehr schlecht geht und ich depressiv bin. Ich war auch eine Zeit lang bei einer Therapie, bei den AlAnons und lese unzählige Bücher über diese Themen. Doch eigentlich hat sich nichts verändert! An der Situation nicht, an mir nicht und an ihm nicht.
Habt ihr Erfahrungen, wie es ist, mit einem Alkoholiker zusammen zu leben? Ich kenne es zwar von meinen Eltern, aber mit einem Partner ist es wieder ganz anders. Was wird auf mich zukommen? Gibt es nicht doch eine Chance, dass er irgendwann, irgendwie von dem Zeug weg kommt? (Ich weiß, so lange ER es nicht für sich möchte, kann ihm kein anderer helfen..) BITTE schreibt mir eure Erfahrungen und Meinung dazu ..vielleicht findet sich auch für mich eine passende Lösung..

Mehr lesen

27. Juli 2007 um 18:00

Hallo
ich hatte vor etwa 5 jahren mal ein kurzes intermezzo mit einem alkoholiker, ich habe es allerdings echt nicht lange ausgehalten!

Meine tochter war damals drei jahre alt als ich ihn durch eine bekannte kennengerlernt habe, er hat mich dann zu sich nach hause eingeladen, er hatte immerhin ein eigenes haus und war wohl auch gut angesehen, zumindest war das oberflächlich so, am anfang habe ich von seiner sucht auch nichts mitbekommen, er hat immer wodka getrunken, daher hatte er auch keine fahne.

Ich wunderte mich nur über dieses merkwürdige verhalten, er hatte immer so glasige augen und fing an so seltsam zu reden.

Nach einiger zeit war es dann allerdings offensichtlich für mich, er trank zeitweise so viel, das er hinviel und sich das gesicht aufgeschlagen hat, aggressiv war er bis dahin allderdings nicht, nur halt total seltsam.

Ich muss dazu sagen, dass ich ihn eigentlich schon in den wind schiessen wollte, schon meinem kind zuliebe, aber er flehte mich an und wollte mir beweisen, dass er es auch ohne alkohol schafft, er lud mich dann ein mit ihm in den urlaub zu fahren.

Er versprach mir dort nichts zu trinken, gut jeder soll halt seine chance haben und ich bin mit ihm in den urlaub gefahren, was im nachhinein ein grosser fehler war, denn ich lag meistens alleine am strand, während er sich an der strandbar besoffen hat, er sagte mir dann ganz frech, dass es normal wäre im urlaub alkohol zu trinken, das würde jeder machen, ich muss sagen da ich ja wieder nach hause wollte und er die tickets hatte habe ich gute miene zum bösen spiel gemacht, bin halt nach möglichkeit ihm aus den weg gegangen.

Wieder zu hause angekommen, hab ich ganz schnell die flucht ergriffen, ich kam gerade in meine wohnung an, da hatte ich ihn schon an der strippe, ich werde jetzt einen entzug machen, ich will dich ja nicht verlieren!!!

Gut und nochmal habe ich mich auf diesen typen eingelassen, bin noch mit ihm zusammen in die entzugsklinik und habe ihm in gegenzug versprochen, das rauchen sein zu lassen, was ich auch geschafft habe.

Nach drei tagen entzug rief er mich an, hier sind nur penner und überhaupt habe ich das alles gar nicht nötig!!!

Dieses wochenende war dann unser letztes gemeinsames, der a.... hat mich scheinbar für so dumm gehalten, dass ich nicht merke, dass er sich heimlich wieder betrinkt, er lief nämlich immer in richtung garage, als ich ihn dann folgte, habe ich 3 komplett leere flaschen wodka gefunden und eine war schon angebrochen, ich bin direkt zu ihn un habe ihn unmissverständlich klar gemacht, dass dies der letzte abend sein wird, ich bin nur aus höflichkeit geblieben, da freunde kamen unter anderen auch meine bekannte und man das so kurzfristig nicht mehr absagen konnte.

Der abend ist dann völlig eskaliert, ich fing tierisch an mich vor ihm zu ekeln und habe ich dann als penner und ekelsäufer beschimpft, er haute mir sein telefon um die ohren und schmiess noch eine volle flasche bier hinter mir her, ich habe nur noch fluchtartig zusammen mit meiner tochter sein haus verlassen, der besuch war mir schnuppe!!!

Was ist damit sagen will, ich würde niemals wieder mit einem alkoholiker eine beziehung führen wollen, übrigens hat auch seine mutter mir dringenst von ihm abgeraten, ich habe ihn zu beginn der beziehung echt geliebt, aber diese liebe ist bei mir in puren hass und ekel umgeschlagen, ich möchte dir jetzt echt keine angst machen, aber überlege dir gut ob du die kraft besitzt einem alkoholiker beizustehen, ich habe früh genug erkannt, dass das nichts für mich ist, ich hoffe aber dennoch für dich, das du eine gute lösung für dich findest!

Lg silke

Gefällt mir

27. Juli 2007 um 18:15

Auwei...
...schau dass du da raus kommst bevor Du zu grfunde gehst...hör auf seine Mutter...sie wird ausnahmsweise mal recht haben und in Dir keineswegs ein Rivalin sehen , die sie von Ihrem Sohn fernhalten will...Du kennst es von Deinen Eltern...kannst Du behaupten dass du eine schöne Kindheit hattest????? Und nun willst du den Rest deines Lebens auch so verbringen?? Was versprichst du dir davon...das wird nur noch schlimmer wenn er keinen Entzug macht und dann auch trocken bleibt!!!

Gefällt mir

27. Juli 2007 um 18:51

Lust auf eine Wette?
Er hat ganz bestimmt gesagt, daß er sich dir so nicht zumuten kann und möchte Abstand und was weiß ich nicht noch alles.

So einfach wird eine solche Beziehung ganz sicher nicht sein und wenn du beziehungssüchtig bist sogar noch schwerer, weil du dich richtig reinhängst. Ich hab zwar keinen Alkoholiker, aber einen Beziehungsgestörten Freund und das ist auch schwer.

Gefällt mir

27. Juli 2007 um 20:36
In Antwort auf mallacas

Lust auf eine Wette?
Er hat ganz bestimmt gesagt, daß er sich dir so nicht zumuten kann und möchte Abstand und was weiß ich nicht noch alles.

So einfach wird eine solche Beziehung ganz sicher nicht sein und wenn du beziehungssüchtig bist sogar noch schwerer, weil du dich richtig reinhängst. Ich hab zwar keinen Alkoholiker, aber einen Beziehungsgestörten Freund und das ist auch schwer.

Lust auf eine Wette
Nein das hat er nicht gesagt, ganz im Gegenteil! ..er ist froh, dass er mich hat, ich bedeute alles für ihn, er schätzt sich glücklich, dass er mich hat ..! (alles was Frau so gerne hört) Er möchte mehr als alles andere, dass ich sobald wie möglich zu ihm ziehe.

Wer weiß, vielleicht kommt das noch irgendwann, dass er Abstand braucht. Vielleicht dann, wenn er das Gefühl hat, dass er seine Sucht besser ausleben kann, wenn er alleine ist?! ..ich weiß auch nicht

Gefällt mir

27. Juli 2007 um 20:37

...
Liebe pez04

erstmal: Hut ab, dass du NACHDENKST - und auch in die Richtige richtung denkst - zumindest bezüglich der Einschätzung deiner SElbst und eigentlich auch der Situation.

Schlimm ist "nur", dass du nicht handelst - oder auch vielleicht nicht handeln KANNST. Ich weiß, wie es ist, wenn man aus Mustern herauskommen will, die man schon von Kind auf kennt.

Aber ich weiß auch - das es - trotz eines steinigen Weges - geht!! Zwar langsam und in ganz kleinen SChritten und mit dem ein oder anderen Rückfall in das alte Schema..

Aber die Mühe lohnt..

Wenn du - nachdem du den Weg, den du ja schon siehst - erstmal beschritten hast und du dich nach einer Zeit umdrehst, wirst du nurnoch den Kopf schütteln könnnen, was du dir früher angetan hast und wie krank die Menschen waren, mit denen du dich umgeben hast - weil auch DU krank warst.

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: Willst du, das deine Kinder einmal das gleiche mitmachen wie du????? Weißt du noch, wie beschissen du dich oft gefühlt hast, als du klein warst? Wie traurig du oft warst, weil eure Familie so krank war??? Möchtest du in Kauf nehmen, dass deine Kinder das gleiche durchmachen? Du siehst selbst, wie schwer es ist, da auszubrechen - sollen sie auch freudlos udn abhängig ihr Leben "fristen"???

Ob er wegkommt vom Alkohol und ihr dann irgendwann eine PERFEKTE WELT habt - ist eine Co-abhängige Frage - aber das weißt du selbst schon.

Die passendste Lösung ist in so einem Fall immer: Rette DEIN eigenes Leben und mach bitte bitte bitte nicht den Fehler und ziehe zu ihm.
Wenn du schon nicht die KRaft hast, die Beziehung zu beenden, dann bewahre dir wenigstens noch diese Grenze. Wirf dich nicht weg - sei dir selbst etwas wert und verwende die Kraft, die du in sein "Trockenwerden" ( ha ha ha) stecken würdest für DEINE Gesundung!

Gefällt mir

27. Juli 2007 um 20:44

Wenns bloß so einfach wäre..
..habe ich keine eigenen Probleme? Ich weiß nicht mehr so genau. Immerhin dreht sich alles um ihn ..und er lenkt mich von allem anderen ab

Ich hab schon eine Therapie gemacht. Doch der Therapeut hat mehr oder weniger abgebrochen. Er wollte, dass ich Schluss mache und ich habs nicht geschafft. Ich setzte noch einen drauf und sagte, ich will zu ihm ziehen. Es blieb ihm nicht übrig, als mir Glück zu wünschen ..

pezal

Gefällt mir

27. Juli 2007 um 21:04
In Antwort auf traubenkern

...
Liebe pez04

erstmal: Hut ab, dass du NACHDENKST - und auch in die Richtige richtung denkst - zumindest bezüglich der Einschätzung deiner SElbst und eigentlich auch der Situation.

Schlimm ist "nur", dass du nicht handelst - oder auch vielleicht nicht handeln KANNST. Ich weiß, wie es ist, wenn man aus Mustern herauskommen will, die man schon von Kind auf kennt.

Aber ich weiß auch - das es - trotz eines steinigen Weges - geht!! Zwar langsam und in ganz kleinen SChritten und mit dem ein oder anderen Rückfall in das alte Schema..

Aber die Mühe lohnt..

Wenn du - nachdem du den Weg, den du ja schon siehst - erstmal beschritten hast und du dich nach einer Zeit umdrehst, wirst du nurnoch den Kopf schütteln könnnen, was du dir früher angetan hast und wie krank die Menschen waren, mit denen du dich umgeben hast - weil auch DU krank warst.

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: Willst du, das deine Kinder einmal das gleiche mitmachen wie du????? Weißt du noch, wie beschissen du dich oft gefühlt hast, als du klein warst? Wie traurig du oft warst, weil eure Familie so krank war??? Möchtest du in Kauf nehmen, dass deine Kinder das gleiche durchmachen? Du siehst selbst, wie schwer es ist, da auszubrechen - sollen sie auch freudlos udn abhängig ihr Leben "fristen"???

Ob er wegkommt vom Alkohol und ihr dann irgendwann eine PERFEKTE WELT habt - ist eine Co-abhängige Frage - aber das weißt du selbst schon.

Die passendste Lösung ist in so einem Fall immer: Rette DEIN eigenes Leben und mach bitte bitte bitte nicht den Fehler und ziehe zu ihm.
Wenn du schon nicht die KRaft hast, die Beziehung zu beenden, dann bewahre dir wenigstens noch diese Grenze. Wirf dich nicht weg - sei dir selbst etwas wert und verwende die Kraft, die du in sein "Trockenwerden" ( ha ha ha) stecken würdest für DEINE Gesundung!

..
Lieber Traubenkern,

vielen vielen Dank für deine Meinung. Das tut echt gut, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können. Ich kann mit fast niemandem über diese Problem sprechen. Und die Menschen, denen ich mich anvertrauen kann, sind heillos überfordert.

Du hast es genau auf den Punkt gebracht. Ich handle nicht. Aber ich denke nach. Ich mache nichts anderes, als nachzudenken! ..im Büro, im Kino, in meinen Träumen.. Ich fürchte mich, zu handeln. Ich fürchte mich, einen Stein ins Rollen zu bringen, den ich möglicherweise nicht mehr aufhalten kann! Ich fürchte mich, dass danach nichts mehr so ist, wie es war. Dass ich danach ganz "alleine" da stehe, ohne meinen Freund, der mir in schlechten Zeiten Halt gibt, ohne seine Familie, zu der ich mittlerweile einen besseren Draht habe, als zu meiner eigenen.

Ich möchte ja aus diesem Teufelskreis entfliehen. Aber wie? Von einem Tag auf den anderen Schluss zu machen, kann ich nicht.

Natürlich möchte ich NICHT, dass meine Kinder mal das gleiche erleben müssen, wie ich es musste. Doch wie jede typische Co-abhängige glaube ich, dass es besser werden kann. Dass er sich ändern kann, wenn er sich nur Hilfe sucht. Außerdem hätte ich ewig Schuldgefühle, ihn im Stich gelassen zu haben! Er hatte doch auch eine schreckliche Kindheit, die er bis heute nicht verkraftet!

..vielleicht sollte ich wieder zur Selbsthilfegruppe gehen und einen anderen Therapeuten aufsuchen, der besser zu mir passt.

Ach, warum muss alles so kompliziert und verdammt schwer sein?

Danke dass ihr da seid

Gefällt mir

27. Juli 2007 um 21:39

Meine Gedanken sind klar aber meine Gefühle taub
Liebe cefeu,

danke auch für deinen Beitrag, ..der mich sehr zum Nachdenken bringt.

..wie du mich gleich durchschaust, nach einem kurzen kühlen Text, den ich in einer traurigen Minute verfasst habe.

Wahnsinn oder ..ich bin mir aller Konsequenzen bewusst, und möchte nichts mehr, als in mein Unglück zu rennen. Ich kanns mir selbst nicht erklären. So kenne ich mich gar nicht, so hilflos, nahezu unfähig, etwas zu unternehmen. Ich leide lieber jeden Tag ein bisschen (mehr oder weniger), als einmal ganz heftig - aber danach ist es so vorbei.

Tja, das ist unser Problem in Mitteleuropa. Wir wissen nicht zu schätzen, was wir haben. Ein Dach über dem Kopf, einen vollen Kühlschrank, sauberes Wasser ist doch selbstverständlich. Wir ärgern uns über Sachen, die es nicht wert sind. Wir haben alles, aber doch wieder nichts. Aber es werden auch noch härtere Zeiten auf uns zukommen ..Flutkatastrophen, Brände usw.

Mich durchfährt ein kalter Schauder, wenn ich deine Worte lese, was auf mich zukommen wird. Obwohl ich es eigentlich genau weiß. Aber Verdrängen, das kann ich gut, darin bin ich Meisterin.

Die Fachbücher übermitteln mir eigentlich immer das Gefühl, dass es gar nicht so schlimm ist, mit einem Suchtkranken zusammen zu leben. Ich muss halt "bloß" versuchen, mein eigenes Leben zu leben und ihn nicht zu unterstützen. So lange, bis er sich Hilfe sucht.

Obwohl mir zur Zeit irgendwie die Kraft fehlt, was zu ändern, gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sich für irgendwann mich alles zum Guten wenden wird. Dass ich es schaffe, meine Krankheit zu überwinden und wenn es sein muss, von ihm weg zu kommen.

vlg pez

Gefällt mir

27. Juli 2007 um 21:43

Jaaa
ich weiß. Mach das mal jemandem klar, der fast keinen Tag ohne Alkohol übersteht. Keine Chance

Gefällt mir

27. Juli 2007 um 22:11
In Antwort auf natascha98

Hallo
ich hatte vor etwa 5 jahren mal ein kurzes intermezzo mit einem alkoholiker, ich habe es allerdings echt nicht lange ausgehalten!

Meine tochter war damals drei jahre alt als ich ihn durch eine bekannte kennengerlernt habe, er hat mich dann zu sich nach hause eingeladen, er hatte immerhin ein eigenes haus und war wohl auch gut angesehen, zumindest war das oberflächlich so, am anfang habe ich von seiner sucht auch nichts mitbekommen, er hat immer wodka getrunken, daher hatte er auch keine fahne.

Ich wunderte mich nur über dieses merkwürdige verhalten, er hatte immer so glasige augen und fing an so seltsam zu reden.

Nach einiger zeit war es dann allerdings offensichtlich für mich, er trank zeitweise so viel, das er hinviel und sich das gesicht aufgeschlagen hat, aggressiv war er bis dahin allderdings nicht, nur halt total seltsam.

Ich muss dazu sagen, dass ich ihn eigentlich schon in den wind schiessen wollte, schon meinem kind zuliebe, aber er flehte mich an und wollte mir beweisen, dass er es auch ohne alkohol schafft, er lud mich dann ein mit ihm in den urlaub zu fahren.

Er versprach mir dort nichts zu trinken, gut jeder soll halt seine chance haben und ich bin mit ihm in den urlaub gefahren, was im nachhinein ein grosser fehler war, denn ich lag meistens alleine am strand, während er sich an der strandbar besoffen hat, er sagte mir dann ganz frech, dass es normal wäre im urlaub alkohol zu trinken, das würde jeder machen, ich muss sagen da ich ja wieder nach hause wollte und er die tickets hatte habe ich gute miene zum bösen spiel gemacht, bin halt nach möglichkeit ihm aus den weg gegangen.

Wieder zu hause angekommen, hab ich ganz schnell die flucht ergriffen, ich kam gerade in meine wohnung an, da hatte ich ihn schon an der strippe, ich werde jetzt einen entzug machen, ich will dich ja nicht verlieren!!!

Gut und nochmal habe ich mich auf diesen typen eingelassen, bin noch mit ihm zusammen in die entzugsklinik und habe ihm in gegenzug versprochen, das rauchen sein zu lassen, was ich auch geschafft habe.

Nach drei tagen entzug rief er mich an, hier sind nur penner und überhaupt habe ich das alles gar nicht nötig!!!

Dieses wochenende war dann unser letztes gemeinsames, der a.... hat mich scheinbar für so dumm gehalten, dass ich nicht merke, dass er sich heimlich wieder betrinkt, er lief nämlich immer in richtung garage, als ich ihn dann folgte, habe ich 3 komplett leere flaschen wodka gefunden und eine war schon angebrochen, ich bin direkt zu ihn un habe ihn unmissverständlich klar gemacht, dass dies der letzte abend sein wird, ich bin nur aus höflichkeit geblieben, da freunde kamen unter anderen auch meine bekannte und man das so kurzfristig nicht mehr absagen konnte.

Der abend ist dann völlig eskaliert, ich fing tierisch an mich vor ihm zu ekeln und habe ich dann als penner und ekelsäufer beschimpft, er haute mir sein telefon um die ohren und schmiess noch eine volle flasche bier hinter mir her, ich habe nur noch fluchtartig zusammen mit meiner tochter sein haus verlassen, der besuch war mir schnuppe!!!

Was ist damit sagen will, ich würde niemals wieder mit einem alkoholiker eine beziehung führen wollen, übrigens hat auch seine mutter mir dringenst von ihm abgeraten, ich habe ihn zu beginn der beziehung echt geliebt, aber diese liebe ist bei mir in puren hass und ekel umgeschlagen, ich möchte dir jetzt echt keine angst machen, aber überlege dir gut ob du die kraft besitzt einem alkoholiker beizustehen, ich habe früh genug erkannt, dass das nichts für mich ist, ich hoffe aber dennoch für dich, das du eine gute lösung für dich findest!

Lg silke

Glückwunsch,
dass du den Absprung von diesem Mann geschafft hast. Wie wäre dein Leben wohl verlaufen, hättest du es nicht so gemacht. Sicher um einiges unschöner.

Gut dass du das Thema Urlaub angeschnitten hast. Wir möchten vielleicht auch weg fliegen. Ich sehe mich schon alleine am Strand sitzen, so wie du damals, während sich er die Kanne gibt. Dass es normal ist, im Urlaub zu trinken, habe ich von seiner Seite auch schon gehört. Was ist schon dabei, einige Cocktails zu schlürfen.

Mein Freund würde wahrscheinlich genau so reagieren, wie dieser Mann. Er würde versuchen, davon los zu kommen, aber es nicht schaffen, weil er es eigentlich gar nicht will.

Es tut mir sehr leid für dich, dass du das erleben musstest. Das war sicher ein kräftiger Schock für dich, wenn dir jemand eine volle Bierflasche nachschmeißt und das Telefon um die Ohren Aber du wurdest sicher wachsamer im Umgang mit "solchen" Männern.

Soll ich dir was trauriges sagen. Manchmal wünschte ich, mir könnte so etwas ähnlich passieren. Wenn er mich verletzen würde, würde es leichter sein, einen Schlussstrich zu ziehen. Er verletzt mich im Suff "nur" emotional, aber nicht körperlich. Er weiß genau, wie weit er gehen kann.
Vielleicht hasse ich ihn eines Tages auch dafür. Ekeln tu ich mich manchmal, wenn er nach Alkohol stinkt. Alkoholiker haben ja einen eigenen Geruch. Wenn die schwitzen, riecht das ganz anders, viel penetranter. Das ist unmöglich, abzudecken. Da nützt alles Parfüm nichts.

Weißt du eigentlich, was aus diesem Mann wurde, hat er den Entzug geschafft?

Ich hoffe und bete, dass ich eine gute Lösung für mich finden werde. Immerhin kann mir das keiner abnehmen. Ich muss mit allen Konsequenzen leben. Und 1000 km entfernt ist es bestimmt nich einfacher.

Lg & alles Liebe dir und deinen süßen Töchtern
Petra

Gefällt mir

27. Juli 2007 um 22:19
In Antwort auf slysmile66

Auwei...
...schau dass du da raus kommst bevor Du zu grfunde gehst...hör auf seine Mutter...sie wird ausnahmsweise mal recht haben und in Dir keineswegs ein Rivalin sehen , die sie von Ihrem Sohn fernhalten will...Du kennst es von Deinen Eltern...kannst Du behaupten dass du eine schöne Kindheit hattest????? Und nun willst du den Rest deines Lebens auch so verbringen?? Was versprichst du dir davon...das wird nur noch schlimmer wenn er keinen Entzug macht und dann auch trocken bleibt!!!

Ach
ich weiß nicht. Ich hab das Gefühl, ich weiß gar nichts

meine Kindheit war ..mal schön, mal traurig, aber meistens überschattet von Angst. Angst, meine Eltern könnten sich trennen. Angst, was wohl morgen wieder passiert.

Nein. Eigentlich habe ich mir geschworen, lieber gar keine Beziehung zu haben, als so eine kaputte wie die meiner Eltern.

Keine Ahnung, was ich mir genau davon verspreche. Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Keine Ahnung

Gefällt mir

28. Juli 2007 um 11:42
In Antwort auf pez024

..
Lieber Traubenkern,

vielen vielen Dank für deine Meinung. Das tut echt gut, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können. Ich kann mit fast niemandem über diese Problem sprechen. Und die Menschen, denen ich mich anvertrauen kann, sind heillos überfordert.

Du hast es genau auf den Punkt gebracht. Ich handle nicht. Aber ich denke nach. Ich mache nichts anderes, als nachzudenken! ..im Büro, im Kino, in meinen Träumen.. Ich fürchte mich, zu handeln. Ich fürchte mich, einen Stein ins Rollen zu bringen, den ich möglicherweise nicht mehr aufhalten kann! Ich fürchte mich, dass danach nichts mehr so ist, wie es war. Dass ich danach ganz "alleine" da stehe, ohne meinen Freund, der mir in schlechten Zeiten Halt gibt, ohne seine Familie, zu der ich mittlerweile einen besseren Draht habe, als zu meiner eigenen.

Ich möchte ja aus diesem Teufelskreis entfliehen. Aber wie? Von einem Tag auf den anderen Schluss zu machen, kann ich nicht.

Natürlich möchte ich NICHT, dass meine Kinder mal das gleiche erleben müssen, wie ich es musste. Doch wie jede typische Co-abhängige glaube ich, dass es besser werden kann. Dass er sich ändern kann, wenn er sich nur Hilfe sucht. Außerdem hätte ich ewig Schuldgefühle, ihn im Stich gelassen zu haben! Er hatte doch auch eine schreckliche Kindheit, die er bis heute nicht verkraftet!

..vielleicht sollte ich wieder zur Selbsthilfegruppe gehen und einen anderen Therapeuten aufsuchen, der besser zu mir passt.

Ach, warum muss alles so kompliziert und verdammt schwer sein?

Danke dass ihr da seid

@pez024
Danke, für dein Feedback, dass ich nicht ganz so falsch mit meinen Vermutungen lag..

Er gibt dir Halt? Meinst du das denn wirklich? Denkst du ernsthaft, jemand, der so krank ist, kann dir einen Halt geben?? Überleg mal, wie sehr du drauf bedacht ist, dass es IHM besser geht... diese Energie hast du und es ist deine Verantwortung, wofür du sie einsetzt... Du brauchst also keine Angst zu haben, alleine dazustehen - überleg mal, wieviel Enregie frei wird, dich um DICH zu kümmern und FÜR DICH da zu sein..wenn du erstmal "frei" bist?!

Außerdem - ich möchte dich darauf hinweisen: Du lässt gerade DICH SELBST sträflichst im Stich! DU musst vor allem anderen kommen im moment - nicht ER!!!

Ich fände es gut, wenn du dir einen anderen Therapeuten suchst. Kann ich dich nur bestärken in dieser Sicht!! Und eine Selbsthilfegruppe solltest du sowieso besuchen - besonders dann, wenn du akut in einer Co-Abhängigen Beziehung steckst!!!

Es ist schwer - und es muss schwer sein - denn daran merkst du, dass sich was tut!


Gefällt mir

28. Juli 2007 um 11:46

Buch
Ach ja. Hast du das Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben " von Robin Norwood schon gelesen??? Wenn nicht, kann ich es dir wärmstens ans Herz legen..

Gefällt mir

28. Juli 2007 um 12:26
In Antwort auf pez024

Glückwunsch,
dass du den Absprung von diesem Mann geschafft hast. Wie wäre dein Leben wohl verlaufen, hättest du es nicht so gemacht. Sicher um einiges unschöner.

Gut dass du das Thema Urlaub angeschnitten hast. Wir möchten vielleicht auch weg fliegen. Ich sehe mich schon alleine am Strand sitzen, so wie du damals, während sich er die Kanne gibt. Dass es normal ist, im Urlaub zu trinken, habe ich von seiner Seite auch schon gehört. Was ist schon dabei, einige Cocktails zu schlürfen.

Mein Freund würde wahrscheinlich genau so reagieren, wie dieser Mann. Er würde versuchen, davon los zu kommen, aber es nicht schaffen, weil er es eigentlich gar nicht will.

Es tut mir sehr leid für dich, dass du das erleben musstest. Das war sicher ein kräftiger Schock für dich, wenn dir jemand eine volle Bierflasche nachschmeißt und das Telefon um die Ohren Aber du wurdest sicher wachsamer im Umgang mit "solchen" Männern.

Soll ich dir was trauriges sagen. Manchmal wünschte ich, mir könnte so etwas ähnlich passieren. Wenn er mich verletzen würde, würde es leichter sein, einen Schlussstrich zu ziehen. Er verletzt mich im Suff "nur" emotional, aber nicht körperlich. Er weiß genau, wie weit er gehen kann.
Vielleicht hasse ich ihn eines Tages auch dafür. Ekeln tu ich mich manchmal, wenn er nach Alkohol stinkt. Alkoholiker haben ja einen eigenen Geruch. Wenn die schwitzen, riecht das ganz anders, viel penetranter. Das ist unmöglich, abzudecken. Da nützt alles Parfüm nichts.

Weißt du eigentlich, was aus diesem Mann wurde, hat er den Entzug geschafft?

Ich hoffe und bete, dass ich eine gute Lösung für mich finden werde. Immerhin kann mir das keiner abnehmen. Ich muss mit allen Konsequenzen leben. Und 1000 km entfernt ist es bestimmt nich einfacher.

Lg & alles Liebe dir und deinen süßen Töchtern
Petra

Hallo
um nochmal auf deinen beitrag einzugehen, mein damaliger ex hat es bis heute nicht geschafft vom alkohol loszukommen, ich muss dazu sagen, dass ich so keinen kontakt mehr zu ihm habe, andere haben es mir erzählt, also immer noch keine einsicht!

Kenne noch eine andere geschichte, zum glück bin ich aber nur indirekt betroffen, irgendwie verfolgt auch mich das thema alkohol, obwohl ich wirklich nichts trinke, ich bin zum glück normal aufgewachen, mein vater war so der mensch, der abends nach feierabend sein bierchen getrunken hat und vielleicht noch einen kurzen hinterher aber er war nie betrunken oder hätte uns irgendwie bedroht.

Mein mann musste leider anderes erleben, er trinkt übrigens auch gar nichts, denn das war nach der erfahrung mit dem ex für mich die grundvoraussetzung einer neuen beziehung, bei ihm sinds auch die eltern, die getrunken haben, sein vater, der mitlerweile 72 ist, trinkt zeitweise so viel, dass er sich völlig einnässt, er liegt dann nur noch auf dem boden und sabbert vor sich hin, eigentlich müsste man ihn ja bemitleiden, aber sobald er getrunken hat, ruft er zu jeder tag und nachtzeit die leute an, er beschimpft einen und setzt böse gerüchte in die welt, daher mag ich ihn auch nicht, aus anstand und weil ich halt ein sehr toleranter mensch bin, besuche ich ihn trotzdem zeitweise, wenn er denn mal nüchtern ist, die ganze wohnung riecht nach urin, es sind essenreste auf dem boden und und und, er steht zwar unter obhut, es hilft aber alles nichts.

Mein mann geht sehr respektlos mit ihm um, anfangs hatte ich da meine probleme mit, aber er meinte zu mir, dass er es nicht anders verdient hätte und ich ja nicht seine kindheit durchmachen musste!

Jetzt leider das traurige, die mama meines mannes ist sehr früh verstorben, sie hatte auch vergebens versucht ihn vom alkohol abzuhalten, mit der zeit wurde sie selbst abhängig, sie konnte es anders einfach nicht mehr ertragen, aber sie war halt nicht so stark, mit nur 49 jahren verstarb sie dann an den folgen des hohen alkohlkonsums, sie war wohl so voller wasser, dass ihr herz einfach nicht mehr weiter geschlagen hat, laut meinem mann war sie eine ganz liebe mama, der vater gibt jeden anderen die schuld für ihren tod, obwohl er sie hat stundenlang so liegen lassen, ich glaube, das ist auch eine begleiterscheinung diesen krankheitsbildes, alkoholiker geben immer anderen die schuld für ihr elend, sein vater ist übringes wie auch mein ex ein schlag mensch, wenn sie nüchtern sind bekommen sie das maul kaum auf, sie sind total gehemmt und überlieb, aber sobald sie getrunken haben kommt ein ganz anderes gesicht, meistens leider ein nicht so positives zum vorschein.

Meine beiträge wirken sicher haarsträubend auf dich, es ist aber leider tatsächlich so, der alkohol zerstört einen menschen und man muss echt super stark sein um einen abhänigen dazu zu bringen einen entzug durchzuhalten, ich hätte es nicht geschafft, meine tochter hat mich wohl vor meinen untergang gerettet, die mama meines mannes hat es leider auch nicht geschafft, sie war wohl einfach zu schwach!

Ich wünsche dir ganz viel glück und hoffe, dass du den richtigen weg wählst,

lg silke

Gefällt mir

28. Juli 2007 um 19:32
In Antwort auf traubenkern

Buch
Ach ja. Hast du das Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben " von Robin Norwood schon gelesen??? Wenn nicht, kann ich es dir wärmstens ans Herz legen..

Jaaa
das habe ich schon gelesen, so vor einem halben Jahr. Aber ich glaube, ich werde es nochmals lesen. Darin sind so viele Informationen, die muss man erst mal verdauen Zur Zeit lese ich "Um die Kindheit betrogen" von Janet G.Woititz, das ist ebenfalls sehr gut

Gefällt mir

28. Juli 2007 um 23:02

Hallo
Du hast doch selber schon Deine Co-Abhängigen-Strukturen erkannt. Alles dreht sich nur um ihn und seine Sucht. Du hast Angst vor was anderem, ein Leben als Co-Abhängige kennst Du, das sind vertraute Strukturen, die suchst Du Dir, weil Du Dich da auf keine Experimente einlassen mußt. Du weißt, daß es anstrengend ist, Du weißt, daß es Dich irgendwann auffressen und kaputt machen wird, aber immer noch besser als wenn Du überhaupt nicht weißt, was auf Dich zukommt. Nichts macht einen Co-Abhängigen unsicherer als fremdes Terrain. Eine normale Beziehung? Es kann doch keine Liebe sein, wenn man nicht gebraucht wird! Tut ein anderer einem einfach nur Gutes, dann ist da ein Haken dran, oder man fühlt sich sogar nicht geliebt, weil man nicht weiß wie sich das Richtige anfühlt. Geliebt werden heisst "er braucht mich"! Das muß man fühlen, es MUSS weh tun, es MUSS anstrengend sein, sonst ist es keine Liebe! Alles andere kommt gar nicht erst bei einem an...

Hinzu kommt, daß es mehr als gelegen kommt, daß die Sucht einen so in Anspruch nimmt. Man muß sich um den anderen kümmern, man muß kontrollieren ob und wieviel er trinkt, man muß jeden Tag kämpfen. Hat man mal eine Minute zum Durchschnaufen denkt man trotzdem nur an sein nächstes Glas. Schön praktisch so ein Helfersyndrom, man muß sich nie mit sich selber auseinandersetzen! Das ist man selber auch gar nicht wert. Man muß immer schön hinter dem anderen und seinem Problem zurückstehen, denn da ist Dein Platz - ganz hintendran. Und irgendwann hat man vielleicht sogar den Wunsch dazu auch mal sich selber zu helfen oder auch nur an sich zu denken, aber dann hat er gerade wieder ein Problem - und sein Problem und er sind schließlich die wahren und einzig wichtigen Probleme.

Ich kann Dir nur eins sagen: DU BIST ES DIR HEUTE SELBER NICHT WERT, DICH UM DICH SELBER ZU KÜMMERN UND DICH SELBER WICHTIG ZU NEHMEN UND VORNE ANZUSTELLEN- UND SPÄTER HAST DU DAZU NICHT MEHR DIE KRAFT, DANN HAT ER DICH KAPUTT GEMACHT!

"Gibt es nicht doch eine Chance, dass er irgendwann, irgendwie von dem Zeug weg kommt? (Ich weiß, so lange ER es nicht für sich möchte, kann ihm kein anderer helfen..) "
Diese Frage ist falsch gestellt, denn es geht wieder mal nur um ihn. DEIN Problem sollte so formuliert sein: Gibt es nicht doch eine Chance, daß Du von dem Typen wegkommst? (Ich weiß, so lange DU das nicht für Dich möchtest, kann Dir leider auch hier kein anderer helfen...)

Genau wie der Weg weg vom Alkohol macht auch der aus der Co-Abhängigkeit Angst, wird immer aufgeschoben und tut weh. Ja, es tut richtig weh sich selbst zu erkennen und genau hinzugucken. Es tut auch weh, seine Eltern so zu sehen wie sie sind. Abgesehen davon ist die Vorstellung auch schwierig, daß man sich so viel mit sich selber beschäftigen soll, das bisschen ist ja schnell abgearbeitet. Da geht man mal eben zur Therapie - die Gott sei Dank nichts bringt, und der Therapeut meint auch... Da lass ich es auch besser wieder! Bringt eh nix! Mensch Mädchen, wenn ich Dich rütteln könnte!!! Wende mal nur ein Viertel Deiner Kraft, die Du in sein Problem steckst für Dich auf. Und vor allem: Guck endlich auf DICH und auf DEIN Problem.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und daß Du den Absprung findest bevor es zu spät ist. Wenn Du mit ihm zusammen ziehst, sehe ich schwarz für Dich.

Alles Liebe, Zelda.

Gefällt mir

28. Juli 2007 um 23:51
In Antwort auf pez024

Lust auf eine Wette
Nein das hat er nicht gesagt, ganz im Gegenteil! ..er ist froh, dass er mich hat, ich bedeute alles für ihn, er schätzt sich glücklich, dass er mich hat ..! (alles was Frau so gerne hört) Er möchte mehr als alles andere, dass ich sobald wie möglich zu ihm ziehe.

Wer weiß, vielleicht kommt das noch irgendwann, dass er Abstand braucht. Vielleicht dann, wenn er das Gefühl hat, dass er seine Sucht besser ausleben kann, wenn er alleine ist?! ..ich weiß auch nicht

Vielleicht dann, wenn er das Gefühl hat, dass er seine Sucht besser ausleben kann, wenn er alleine i
Er weiß, daß er seine Sucht viel besser ausleben kann wenn Du da bist, denn Du regelst dann alles für ihn, was er selber im Suff nicht mehr auf die Reihe kriegt, Du fängst ihn auf, wenn er Scheiße gebaut hat, Du gibst im Halt und er saugt sich Deine Energie, wenn er keine mehr hat. Weiterhin wirst Du ihm irgendwann Gründe für's Trinken liefern, wenn er seinen Job wegen der Sauferei verliert sicherst Du ihm die Existenz. Er wird nicht im eigenen Dreck vergammeln, denn Du wirst alles sauberhalten, alles regeln, nach außen hin die Fassade versuchen mit aufrecht zu halten. Ich könnte Dir noch 100000 Gründe nennen, warum ein Alkoholiker seinen Co-Abhängigen braucht und benutzt. Er liebt Dich über alles, mit krankhafter Inbrunst wird er diese Worte immer wieder benutzen, um Dich zu halten, was anderes hat er ja auch nicht anzubieten. Ja, "er liebt Dich über alles, aber er wird sich trotzdem immer für die Flasche entscheiden, wenn man ihn vor die Wahl stellt.

Gefällt mir

30. Juli 2007 um 20:29
In Antwort auf zelda1111

Hallo
Du hast doch selber schon Deine Co-Abhängigen-Strukturen erkannt. Alles dreht sich nur um ihn und seine Sucht. Du hast Angst vor was anderem, ein Leben als Co-Abhängige kennst Du, das sind vertraute Strukturen, die suchst Du Dir, weil Du Dich da auf keine Experimente einlassen mußt. Du weißt, daß es anstrengend ist, Du weißt, daß es Dich irgendwann auffressen und kaputt machen wird, aber immer noch besser als wenn Du überhaupt nicht weißt, was auf Dich zukommt. Nichts macht einen Co-Abhängigen unsicherer als fremdes Terrain. Eine normale Beziehung? Es kann doch keine Liebe sein, wenn man nicht gebraucht wird! Tut ein anderer einem einfach nur Gutes, dann ist da ein Haken dran, oder man fühlt sich sogar nicht geliebt, weil man nicht weiß wie sich das Richtige anfühlt. Geliebt werden heisst "er braucht mich"! Das muß man fühlen, es MUSS weh tun, es MUSS anstrengend sein, sonst ist es keine Liebe! Alles andere kommt gar nicht erst bei einem an...

Hinzu kommt, daß es mehr als gelegen kommt, daß die Sucht einen so in Anspruch nimmt. Man muß sich um den anderen kümmern, man muß kontrollieren ob und wieviel er trinkt, man muß jeden Tag kämpfen. Hat man mal eine Minute zum Durchschnaufen denkt man trotzdem nur an sein nächstes Glas. Schön praktisch so ein Helfersyndrom, man muß sich nie mit sich selber auseinandersetzen! Das ist man selber auch gar nicht wert. Man muß immer schön hinter dem anderen und seinem Problem zurückstehen, denn da ist Dein Platz - ganz hintendran. Und irgendwann hat man vielleicht sogar den Wunsch dazu auch mal sich selber zu helfen oder auch nur an sich zu denken, aber dann hat er gerade wieder ein Problem - und sein Problem und er sind schließlich die wahren und einzig wichtigen Probleme.

Ich kann Dir nur eins sagen: DU BIST ES DIR HEUTE SELBER NICHT WERT, DICH UM DICH SELBER ZU KÜMMERN UND DICH SELBER WICHTIG ZU NEHMEN UND VORNE ANZUSTELLEN- UND SPÄTER HAST DU DAZU NICHT MEHR DIE KRAFT, DANN HAT ER DICH KAPUTT GEMACHT!

"Gibt es nicht doch eine Chance, dass er irgendwann, irgendwie von dem Zeug weg kommt? (Ich weiß, so lange ER es nicht für sich möchte, kann ihm kein anderer helfen..) "
Diese Frage ist falsch gestellt, denn es geht wieder mal nur um ihn. DEIN Problem sollte so formuliert sein: Gibt es nicht doch eine Chance, daß Du von dem Typen wegkommst? (Ich weiß, so lange DU das nicht für Dich möchtest, kann Dir leider auch hier kein anderer helfen...)

Genau wie der Weg weg vom Alkohol macht auch der aus der Co-Abhängigkeit Angst, wird immer aufgeschoben und tut weh. Ja, es tut richtig weh sich selbst zu erkennen und genau hinzugucken. Es tut auch weh, seine Eltern so zu sehen wie sie sind. Abgesehen davon ist die Vorstellung auch schwierig, daß man sich so viel mit sich selber beschäftigen soll, das bisschen ist ja schnell abgearbeitet. Da geht man mal eben zur Therapie - die Gott sei Dank nichts bringt, und der Therapeut meint auch... Da lass ich es auch besser wieder! Bringt eh nix! Mensch Mädchen, wenn ich Dich rütteln könnte!!! Wende mal nur ein Viertel Deiner Kraft, die Du in sein Problem steckst für Dich auf. Und vor allem: Guck endlich auf DICH und auf DEIN Problem.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und daß Du den Absprung findest bevor es zu spät ist. Wenn Du mit ihm zusammen ziehst, sehe ich schwarz für Dich.

Alles Liebe, Zelda.

Hallo
Liebe Zelda,

ich konnte dir nicht gleich auf deinen Beitrag antworten, zu schockiert war ich. Ich muss mir deine Worte und Sätze öfters durchlesen, um zu begreifen, um mir vieles einzugestehen. Läuft das denn bei allen Alkoholikern und Co-Abhängigen gleich ab, dass du so viel über mich / über das Thema weißt, sind wir so leicht durchschaubar?? Du triffst mich mitten ins Herz. Mir kamen die Tränen beim Durchlesen deiner Zeilen. Ich bin verwirrt. Ich konnte die letzten zwei Nächte kaum schlafen. Meine Gedanken kreisen ununterbrochen.

Du hast recht, er wird mich benutzen. Er hat schon viele Andeutungen gemacht. Wenn ich bei ihm zu Besuch bin, sind wir schon ein eingespieltes Team. Ich mache sauber, das Kochen teilen wir uns und ich fahre ihm um 4 Uhr morgens (!) zur Frühschicht, 30 km entfernt, da er ja keinen Führerschein hat und Bahn um die Uhrzeit noch nicht fährt. Und das, obwohl es mein verdienter Urlaub ist und ich eigentlich ausschlafen könnte. Aber das wird meine Aufgabe sein, wenn ich mal bei ihm wohne, haben er und seine mum mir klar gemacht. Dann bin ich für ihn zuständig. Bisher hat seine Mutter die Helferrolle übernommen.

Ich habe in meinem Leben schon viele nette Männer kennen gelernt. Doch die waren halt bloß nett. Bei allen fehlte das gewisse Etwas. Mein Ex hatte es und mein Freund auch. Von Anfang an war dieses Kribbeln im Bauch, dieses unbeschreibliche Gefühl! Das musste doch "Liebe" sein. Beide hatten ein Alkoholproblem. Blöder Zufall? Wohl kaum. Es verfolgt mich. Es lässt mich nicht los. Alle Leute um mich herum trinken. Ich möchte gar nicht mehr ausgehen. Alle sind besoffen.

Du hast so recht mit jedem deiner Worte. Tut mir jemand was Gutes, was nicht oft vorkommt, habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich versuche, das doppelte wieder zurück zu geben. Ich habe anscheinend so ein geringes Selbstwertgefühl, dass ich mich anscheinend für meinen Freund aufopfern würde Und das, obwohl ich es gar nicht nötig hätte. Ich fühle mich innerlich zerrissen. Die ganzen Beiträge, meine innere Stimme, alle sagen, ich soll besser die Finger von ihm lassen. Und mein Herz weiß nicht, wo es hin gehört. Ich hab so Angst, so große Angst. Und keiner kann mir helfen. Das muss ich alleine durchstehen. Es ist meine Entscheidung, mein Leben. Keiner kann es mir abnehmen. Ich selbst bin dafür verantwortlich, für mich verantwortlich.

Bis jetzt musste ich mich nie mit mir auseinandersetzen. Ich bin immer geflüchtet. Es macht mir Angst, dass ich dann so viel Zeit für mich habe. Wohin mit der ganzen Zeit? Irgendwie macht nichts Sinn ...noch nicht. Aber eines ist sicher. Egal was kommt, nichts wird so, wie es vorher einmal war.

Lg
Petra

Gefällt mir

Frühere Diskussionen

Diskussionen dieses Nutzers

Beliebte Diskussionen

Wir machen deinen Tag bunter!
instagram

Das könnte dir auch gefallen