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Freund hat aggressions probleme

29. Oktober 2015 um 0:18

Hallo miteinander. Ich habe mir extra einen Account erstellt, weil ich nicht mehr weiter weiß und dringend Rat von Außenstehenden brauche. Ich (w17) und mein Freund (m21) sind nun anderthalb Jahre zusammen. Von Anfang an warnte er mich vor, das er eine sehr schwierige Persönlichkeit hatte und unter anderem erwähnte er auch seine Probleme mit Aggressionen. Unsere anfangs Zeit war wirklich schön. Trotz vielen Problemen, von meiner Familie aus. Sagen wir so, mein Freund war/ist eher die Art streuner. Er hat einen festen Wohnsitz, jedoch ist er immer und überall unterwegs gewesen. Hat Erfahrungen mit Drogen gemacht und war auch eine Zeitlang abhängig. Heute konsumiert er ab und zu noch Cannabis, was jedoch nie wirklich ein großes Problem für mich war. Er hatte eine sehr sehr schwere Kindheit. Wurde von seinem Vater tyrannisiert, bis er die Hälfte seines Lebens im Heim verbrachte, dort auch abgehauen war usw. Er hat eine sehr liebe Art, er ist etwas anhänglich, aber das ist ja nicht schlimm. Ich muss dazu sagen, er ist mein erster fester Freund, er ist der erste den ich an mich ran gelassen habe, der erste, bei dem ich Gefühle zugelassen habe, denn ich wurde mit 14 sexuell missbraucht und leide seit ich klein bin an schweren Depressionen. Er baut mich auf, er liebt mich mit seinem ganzen Herzen. Er ist der erste dem ich vertrauen geschenkt habe und ich würde ihm blind vertrauen. Nunja.. das Problem ist einfach seine Aggressionen. Er wurde als er klein war, mit Ritalin ruhig gestellt, was ich mir grauenhaft vorstelle. Nun ist es aber so, das er sehr schnell auf 180 ist. Wenn wir diskutieren, reicht ein falsches Wort, das er komplett austickt. Er schlägt mich nicht körperlich - aber verbal. Es war vor einigen Monaten soweit, das ich ihn vor die Wahl gestellt hatte. Entweder er macht eine Therapie, oder es ist Schluss. Er machte es. Er fing die Therapie an, hat sie aber nie beendet, sondern abgebrochen. Ich stand währenddessen immer hinter ihm, er war von morgens bis nachmittags in Betreuung und ich besuchte ihn, sagte ihm immer wieder wie stolz ich auf ihn war deswegen. Er hat immense geldprobleme und auch da steh ich ihm immer bei Seite und helfe so gut es mir möglich ist. Als er die Therapie abgebrochen hat, war ich sauer auf ihn deswegen. Ich hab mit seiner Mutter geredet und sie hat mir gute Worte vor die Füße gelegt. So wie er. Und ja, es wurde wirklich besser. Er rastet weniger aus und es eskalierte zwischen uns nicht mehr so schlimm, doch gestern ist ihm der Kragen geplatzt. Er beleidigte mich wirklich schlimm. Ich sei eine Fot**, ein ... und er sagte ich solle doch verrecken. Ich hab ihm darauf eine Ohrfeige verpasst, daraufhin ist er irgendwann gegangen. Ich hatte Schluss gemacht, weil es nicht das erste mal war. Er hat mich vor meinen Freunden gedemütigt, mich fertig gemacht, mich festgehalten, mich mit seinen Worten seelisch und physisch echt fertig gemacht. Er ist für mich wirklich die größte stütze in meinem Leben, er hat mich aus meinen miserablen rausgeholt immer und immer wieder und wenn er seine Aggressionen bekommt, dann weiß ich nicht mehr weiter. Er ist der einzige dem ich so sehr vertraue. Ich brauche ihn, ich kann niemanden mehr so sehr vertrauen wie ihm. Selbst wenn es noch andere gibt. Dieses besondere hat nur er, weil er derjenige ist, der mich wieder ins Leben gerufen hat. Ich weiß nicht was ich machen soll. Seine Mutter kommt am Wochenende ihn besuchen, ich hab ihr meine Situation geschildert und sie meinte, sie wolle mit mir reden. Ich weiß das seine Aggressionen krankhaft sind - das es eine ernste Krankheit ist, kann ich ihn denn dafür verantwortlich machen?. Er hat sich beruhigt und sich danach bei mir entschuldigt. Das war schon sooft der Fall und ich weiß echt nicht mehr weiter. Ich liebe ihn, ich war/bin immer für ihn da, auch mit seinen Aggressiven verhalten - ich weiß das er die Sachen sagt wegen seinem wutrausch, selbst der Arzt hatte mir gesagt, er sagt die Sachen indem Moment unüberlegt und das man einfach nicht drauf hören soll. Aber das kann ich nicht - das konnte ich noch nie, weil es so weh tut!. Morgen bat er mich nochmal mit ihm unter 4 Augen, bei einem Spaziergang, darüber zu reden. Soll ich es wagen oder lieber nicht?.

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29. Oktober 2015 um 7:03

Und was passiert dann,
wenn du dich nochmal mit ihm triffst und ihr darüber redet?

du wirst ihm wieder verzeihen, du hast ihm ja schon eine permanente carte blanche ausgestellt. er ist schliesslich derjenige, dem du als einzigem vertrauen kannst, du brauchst ihn.

er sieht offenbar die tatsache nicht, dass er an sich arbeiten muss.
das wird er auch erst begreifen, wenn er drastische konsequenzen seines tuns zu spüren bekommt, sei es, dass wichtige personen sich von ihm zurückziehen, sei es, dass er irgendwann durch seine aggressivität wirklich schweren schaden anrichtet, jemanden verletzt bei einer schlägerei etc.

du unterstützt ihn mit deiner hingabe und deiner abhängigkeit von ihm. bei dir weiss er, dass er sich nicht ändern muss, denn es folgen keinerlei konsequenzen aus seinem handeln.

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30. Oktober 2015 um 3:21

Liebe kessebee!
Ja ich pack`s ja nicht! Wo bin ich denn hier? Bevor ich jetzt loslege, muss ich Dir sagen, dass ich "Ritalin" kenne. Neiiin, ich habe es nicht genommen. Ach, das ist ja ...

Dein so geliebter Freund, für den Du alles tun würdest, bezeichnet Dich als "F ...", er beleidigt Dich, er sagt: "V...", demütigt Dich, macht Dich psychisch und physisch fertig, er ist hochgradig aggressiv ... treibt sich in der Gegend rum, ist sehr schnall auf 180, nimmt Cannabis, hat finanzielle Schwierigkeiten, bricht die Therapie ab ... Ja ... ehrlich, mir fehlen die Worte! Doch Du LIEBST Ihn! Sag` mir mal bitte, wie man einen Menschen derart lieben kann, der so - ich sag`s mal sehr vorsichtig -, hässlich zu einem ist? Das musst Du mir unbedingt erklären, weil ich das nicht verstehe!

Du wurdest mit 14 Jahren sexuell missbraucht, hast seit dieser Zeit schwere Depressionen. Was macht man da als fürsorglicher Freund? Man hilft und unterstützt seine Freundin, setzt ALLES daran, dass sie wieder gesund wird, hört sich Ihre Probleme an, kümmert sich um sie etc. Und was tut ER? Dem bist Du doch völlig wurscht! Verstehst Du das nicht? Wie stellt sich Dein Freund Eure Zukunft vor? Ist es eine Zukunft im Nebel, oder ist es der Nebel des Grauens? Und Du bist auch noch dazu bereit Ihm zu vertrauen, gibst Ihm eine 2te Chance, opferst Dich für Ihn auf!

Sag` Ihm, klipp und klar, dass es vorbei ist, wenn er sich nicht schlagartig ändert, und zwar ENDGÜLTIG vorbei, weil es eine dritte Chance nicht geben darf und nicht geben kann!

Weißt Du, liebe kessebee, ich habe sehr viel Verständnis für Menschen, die etwas Schreckliches durchgemacht haben, ich bin kein Mensch, der sofort "urteilt". (In Anführungszeichen, ich bin kein Richter und ich möchte auch keiner sein!), aber, was zu weit geht, geht zu weit, und dafür habe ich keinerlei Verständnis, weil man nicht immer und immer wieder mit diesem Argument "Kindheit" antanzen kann. Wenn nämlich das so wäre, dann hätten Millionen von Menschen Narrenfreiheit, keiner würde sich an die Gesetze halten, das Faustrecht würde wieder herrschen. Mord und Totschlag wären an der Tagesordnung! Nein, nein, so geht das nicht! Und genau das sagst Du Ihm, Okay? Und dann gibst Du mir Bescheid, ja? Danke.


Alles Gute!

Liebe Grüße,


lib

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30. Oktober 2015 um 5:29

Hallo kessebee!
ich will jetzt nicht so schimpfen mit dir, wie lib das gemacht hat (weil sie sich halt so aufgeregt hat, sonst ist sie eine ganz Liebe), aber ich kann dir sagen, dass die Entscheidung, ob du mit jemandem beisammen sein möchtest, immer eine Sache deines Herzens ist. Da will und kann ich dir nicht dreinreden.

Andererseits gibt es eine Entscheidung darüber zu treffen, ob du mit diesem Menschen eine Beziehung führen möchtest und das auch kannst. Da sehe ich deshalb schwarz für euch, weil er sich nicht in passender Weise bemüht. Krankheit hin oder her, das sind alles tolle Erklärungen, aber wenn jemand die Grundlagen für eine Beziehung nicht mitbringt, kann er sich entweder um Änderung bemühen (das kann ich hier nicht erkennen) oder du musst die Beziehung beenden.

Oder natürlich, Alternative zum vorigen Plan, du wirst einfach hauptberufliche Masochistin und lernst seine wiederholten Demütigungen, Zurückweisungen und Unzuverlässigkeiten einfach zu GENIEßEN.

Die Entscheidung kannst nur du treffen, ich wünsche dir alles Gute dafür!

Freundliche Grüße,
Christoph

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30. Oktober 2015 um 7:12

Depressionen sind nicht lustig
Darum brauchst Du an Deiner Seite jemanden, der Dich unterstützt und auf den Du Dich verlassen kannst.

NICHT jemanden, der weitere Probleme bringt und selber ernsthaft psychisch krank ist.

Du bist 17, es wird bessere Männer geben.
Und Finger weg von Drogis!

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30. Oktober 2015 um 11:16
In Antwort auf py158

Hallo kessebee!
ich will jetzt nicht so schimpfen mit dir, wie lib das gemacht hat (weil sie sich halt so aufgeregt hat, sonst ist sie eine ganz Liebe), aber ich kann dir sagen, dass die Entscheidung, ob du mit jemandem beisammen sein möchtest, immer eine Sache deines Herzens ist. Da will und kann ich dir nicht dreinreden.

Andererseits gibt es eine Entscheidung darüber zu treffen, ob du mit diesem Menschen eine Beziehung führen möchtest und das auch kannst. Da sehe ich deshalb schwarz für euch, weil er sich nicht in passender Weise bemüht. Krankheit hin oder her, das sind alles tolle Erklärungen, aber wenn jemand die Grundlagen für eine Beziehung nicht mitbringt, kann er sich entweder um Änderung bemühen (das kann ich hier nicht erkennen) oder du musst die Beziehung beenden.

Oder natürlich, Alternative zum vorigen Plan, du wirst einfach hauptberufliche Masochistin und lernst seine wiederholten Demütigungen, Zurückweisungen und Unzuverlässigkeiten einfach zu GENIEßEN.

Die Entscheidung kannst nur du treffen, ich wünsche dir alles Gute dafür!

Freundliche Grüße,
Christoph

@christoph
lib ist übriges m.

Herzlichen Dank für Deine lieben Worte!

Liebe Grüße,

lib

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30. Oktober 2015 um 12:18

"Ich weiß das seine Aggressionen krankhaft sind ...
... - das es eine ernste Krankheit ist, kann ich ihn denn dafür verantwortlich machen?"

Nein.
Aber dafür, dass er das Problem nicht löst, sehr wohl.

Bis er das nicht im Griff hat, kann er keine Beziehung führen. Weder mit Dir noch mit irgend wem anders.
Ob nun über eine Therapie (ich gestehe, meine Meinung von Therapien ist nicht so die beste) oder anders sei dahin gestellt. Aber nach dem Motto "wird schon alles wieder gut / wird schon klappen / etwas Magie und morgen bin ich geheilt" - bestimmt nicht. "Ich reiss mich mal zusammen" funktioniert nun einmal auf Dauer eben auch nicht. *Weil* es eine Krankheit ist. Eine Lungenentzündung wird jetzt auch nicht besser, wenn man den Husten unterdrückt - dies ist bei psychischen Krankheiten leider nicht anders.

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