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Freund halbes Jahr im Ausland und ich kann nicht alleine sein

28. Dezember 2011 um 20:59

Hallo,
es gibt hier bestimmt ähnliche Beiträge, aber ich wollte gerne mal meine Situation schildern und diesbezüglich Erfahrungen und Anregungen austauschen.
Wie der Titel schon sagt, wird mein Freund, wahrscheinlich im April dieses Jahres, für ein halbes Jahr ins Ausland gehen (aber soweit weg, dass ich ihn kein einziges Mal sehen könnte). Durch diese Situation merkte ich erstmal wieder, wie abhängig ich von ihm bin. Bei dem Gedanken an diese Zeit und auch die "Verabscheidungszeit" davor bekomme ich so eine Panik, dass ich mich kaum noch bewegen kann, es zieht sich alles zusammen, ich habe Albträume und wache weinend auf, kann an nichts anderes mehr denken ... Für mich steht fest, dass ich ein halbes Jahr definitv nicht aushalten kann, will ihm aber auch nicht diese Möglichkeit nehmen. Darüber gespochen haben wir schon (ob es denn Kompromisse gibt etc., ob er sich zum Beispiel auch mit 3 Monaten zufrieden geben würde und er später nocheinmal 3 Monate fährt usw., aber so richtig zufrieden ist er damit auch nicht und somit gibt es keinen Kompromiss. Natürlich könnte ich Schluss machen, doch würde ich mich dadurch wohl auch nicht besser fühlen und würde letztendlich doch auf ihn warten... Ich weiß nicht, ob es auch die Angst ist, dass wenn er zurückkommt alles anders ist und wir uns letztlich nach all dieser Warterei doch trennen (zumal wir jetzt die erste Krise gerade mal überstanden haben) oder ob es nur die Angst vorm Allein sein ist...
Wir sind nun seit 2,5 Jahren zusammen und führen seit 8 Monaten eine Wochenendbeziehung, im nächsten Monat würde ich jedoch wieder in seine Heimatstadt ziehen. Diese Zeit in der wir nur Wochenenden hatten, war für mich schon der reinste Horror, ich kann einfach nicht mehr...
Ich habe einfach auch so Angst alleine, fühle mich einsam und traurig, könnte die ganze Zeit nur heulen und würde am liebsten alles hinschmeißen. Wenn er nicht dabei ist, freu ich mich über gar nichts und es war schon jedesmal eine Katastrophe, wenn wir uns mal ein Wochenende nicht sahen. Ich hab so eine Angst vor der Zeit ohne ihn, dass ich am liebsten nicht leben wöllte, das kanns doch aber auch nicht sein.
Ich war aufgrund anderer Änste auch in Therapie, musste sie aufgrund meines Umzuges jedoch für einige Monate unterbrechen, denkt ihr, dass diese mir auch in diesen Dingen weiterhelfen könnte? Vielleicht habt ihr auch ein paar Tipps, die ihr mir geben könnt oder habt selbst solche Ängste, die euch von eurem Partner oder anderen nahestehenden Personen abhängig machen?
Würde mich über Antworten sehr freuen.



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29. Dezember 2011 um 7:01

Erstmal danke für die schnellen Antworten.
@ seldarius
Es dauert eben noch eine Weile bis ich wieder in Therapie bin und selbst wenn ich es dann wieder wäre, weiß ich nicht wie ein Psychologe mir sowas "beibringen" kann. Es scheint eben gerade alles ein wenig ausweglos. Ich hatte eben einen Verhaltenstherapie wegen verschiedener Zwänge und Ängste angefangen...

@glyzinie
Ich liebe ihn, aber bringt das ihm und mir scheinbar mal gar nichts und scheint das ganze eher zu komplizieren. Außerdem schrieb ich, dass ich letztendlich doch auf ihn warten würde in der Hoffung, dass danach wieder alles in Ordnung kommt, darum fällt diese Option ja wohl auch weg. Manchmal wünschte ich mir, dass er mir egal wäre, dann würde er seinen Hirngespinsten in aller Ruhe nachjagen können und ich würde nicht dabei kaputt gehen. Aber dann wären wir wohl auch nicht mehr zusammen.
Meine Familie lebt etwas weiter weg (ich sehe sie nur ca.4 mal im Jahr), wirkliche Freundschaften habe ich eine und ich telefoniere eben oft mit meiner Familie, aber das alles hilft mir nichts. Hobbys hab ich sogut wie keine, ich habe auch einfach keinen Antrieb mehr neben der Arbeit irgendwas zu tun.

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29. Dezember 2011 um 9:19

Hi
Mein Freund geht schon im März auch für 6 Monate ins Ausland. Leider auch so weit weg dass ich ihn wohl nicht besuchen kann (wegen Geld und auch wegen meiner Arbeit). Ob wir regelmäßig Kontakt halten weiß ich auch nicht, da die Zeitverschiebung schon sehr krass ist.

Aber lass dich nicht runterziehen! Mach es am besten so wie ich jetzt. Ich schaue, dass ich jetzt schon selbständiger werde und meinen Freundeskreis vergrößere. Auch sagen meine Freunde jetzt schon das sie sich in dieser Zeit mehr für mich Zeit nehmen und ich mit ihnen in Urlaub fahren soll. Ich habe mir 2 neue Hobbys gesucht, die mir sehr viel Spaß machen und ich habe mir auch sehr viel in diesen 6 Monaten vorgenommen (Weiterbildung, Urlaube etc.), was ich für mich selber gerne mal ausprobieren möchte, wo die Zeit bisher gefehlt hat. Seh das ganze positiv. Schau am besten dass du aus dieser Abhängigkeit rauskommst! Mach wirklich diese Therapie weiter. Du hast Verlustängste und Angst vor dem Alleinsein, das kannst du mit einer Therapie sehr gut in den Griff bekommen! Vermissen wirst du ihn natürlich. Aber mit einer Therapie wirst du dich nicht mehr so hilflos fühlen, du wirst dich nicht fühlen als würdest du innerlich sterben.

Ich z.b. weiß jetzt dass ich damit klarkommen werde. Ich schaue dass ich Spaß am Leben habe, - auch ohne meinem Freund. Auch wenns schwer ist... ich weiß das ich es schaffen werde weil mein Freund nicht mein Lebensmittelpunkt ist. Ich hab ja auch noch Familie, Freunde, Job und Hobbys und Dinge die mir Spaß im Leben machen.

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29. Dezember 2011 um 17:26

...
@ Gina
Ich musste bei meinem ehemaligen Psychologen so einen Beck Depressions-Inventar-Test machen und danach wäre ich hochgradig depressiv (sehe es aber selber nicht so, deswegen verwunderte mich dieses Ergebnis sehr).
Ich würde zurzeit unbedingt die Therapie weiter machen, musste sie aber umzugsbedingt abbrechen und jetzt kann ich wahrscheinlich erst Ende März zu einem neuen Therapeuten gehen...
Die Krise kam letzendlich hauptsächlich durch meine Sozialphobie zu Stande ... dadurch haben wir nicht viel unternommen und ich war noch nie bei seiner Familie, was ihn sehr belastet. Das war letztlich der Grund, weshalb ich die Therapie anfing... Mittlerweile erkennt er meine Bemühungen an (auch wenn es nur kleine Schritte sind) und es läuft eigentlich wieder soweit sehr gut zwischen uns.
Ich erkenne an, dass er das machen will und ich bin bereit an mir zu arbeiten. Ich möchte, dass er dorthin kann und ich ihm dabei nicht im Weg stehe, doch würde es mich eben freuen, wenn er die Zeit um 3 Monate verkürzen würde und er somit auch einen Schritt auf mich zumachen würde und mich in seine Entscheidung einbezieht. Diese drei Monate, die bleiben, wären für mich auch eine Katastrophe (ich dreh ja schon bei zwei Wochen durch), aber das ist dann mein Problem und ein großer Schritt für mich, den ich auf ihn zugehe, da ich nicht möchte, dass er wegen mir hierbleibt.

Ist es denn das Normalste der Welt, dass eine Beziehung aus Lust und Laune eines Teils der Beziehung komplett für ein halbes Jahr aussetzt und ich darüber nichts sagen darf, weil der jenige sich das so in den Kopf gesetzt hat?
Gilt es in dieser Situation nicht auch, einen Kompromiss zu finden mit dem beide klar kommen?

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