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Freund behindert

19. April 2004 um 10:37

hallo, bin durch zufall auf diese seite gestossen,
und haette gerne vielleicht ein paar tips von euch...
habe also seit 2 monaten einen neuen freund, tooootaal lieb und humorvoll und wir verbringen unglaublich schoene tage miteinander.
er hat sein rechtes bein vor 2 jahren durch unfall verloren, kann keine prothese tragen und laeuft also an kruecken. leider geschieht es immer wieder dass leute nicht wissen, wie sie darauf reagieren sollen, starren ihn mit mitleidigen blicken an, und obwohl ers nicht zeigt, spuere ich, dass es ihn sehr belastet. ich war von anfang an sehr offen mit seiner behinderung umgegangen, doch wenn andere leute nichts als mitleidige blicke fuer ihn uebrig haben, komme ich schnell auf 180. er sagt dann immer es sei nicht so schlimm, aber ich komm nicht klar mit der situation. hat jemand von euch aehnliche erfahrungen oder an wen kann man sich da wenden?
danke fuers mitlesen und wuerd mich auf eure hilfe freuen,
t

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19. April 2004 um 10:48

Hallo Tuk1!
Ehrlich gesagt, verstehe ich dein Problem nicht ganz!!

Das ist doch toll, dass er von dir das Verständnis hat und dass du mit seiner Behinderung so gut umgehen kannst. Und eigentlich sollte es doch reichen, oder?!Geht es dir um ihn bei diesem Problem, oder um die anderen? Du kannst es den Leuten nicht übel nehmen, wenn sie ihn so mitleidig anschauen. Das ist doch ganz normal und nicht jeder kann so gut damit umgehen wie du. Was erwartest du denn von den Leuten, dass sie gleichgültig wegschauen?? Ich muss ehrlich sagen, dass wenn ich einen behinderten Menschen auf der Straße sehe, kann ich auch nicht einfach so wegschauen. Denn ich finde, das wäre total gestellt und verlogen. Und wenn ich diese Menschen ansehe, ist das einfach nur pures Interesse (sie sehen nunmal anders aus als ich) und natürlich auch oft Mitleid (kommt auf die Behinderung an), aber was ist bitteschön falsch an Mitleid!!!! Ich kann natürlich auch die Seite der behinderten Menschen verstehen, wenn sie wollen, dass man sie genauso behandelt wie andere. Aber erstens geht es oft nicht und zweitens muss man das auch erstmal lernen. Was ich eigentlich mit dem ganzen sagen will ist: das Wichtigste ist doch, dass er von dir ganz normal behandelt wird und deine Liebe und Unterstützung hat. Mehr kannst du wohl nicht tun, als ihm das jeden Tag zu zeigen.

lg
duschka

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19. April 2004 um 11:25

Hallo Tuk
das mit den mitleidigen bis "angewiederten" Blicken kenne ich zur Genüge. Auch durfte ich mir viele Fragen anhören, wie ich denn mit "so einem" zusammen sein könne. (geredet wurde ja schließlich viel)

ich war viele Jahre mit einem Mann zusammen, dessen Gesicht durch Ärztepfusch entstellt war. Sein Augenlid lag nicht mehr richtig an (Gewebeproben), er hatte einige Narben im Gesicht, etc. Dazu hatte er noch durch einen Immundefekt viele Warzen an den Händen.

Wenn wir zusammen fort waren, sind wir auch meistens sofort aufgefallen und meine Geduld wurde öfters auf eine harte Probe gestellt, weil eben die Wenigsten gefragt haben, sondern nur mitleidig geschaut oder noch schlimmer "geglotzt". *grrrrrrr*

Machen kannst Du gegen die Blicke nichts, Du kannst nur versuchen Dir nur ein dickes Fell zulegen und bedingnungslos hinter Deinem Freund zu stehen. Und wenn Du mal wirklich kurz vor dem Platzen sein solltest, hilft ab und zu mal die gaffende Person anzureden. Ob er/sie denn nun genug gesehen hat, oder so was in der Art. Tut ab und zu unheimlich gut und nimmt den innern Druck etwas.

Einen anderen Tipp habe ich Dir leider auch nicht. Je selbstbewußter Du Dich mit Deinem Freund zeigst umso eher hören die Blicke auf oder werden zumindest weniger.

Liebe Grüße und viel Kraft
Buffy

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19. April 2004 um 11:33

Du liebst ihn
Wie andere reagieren, kann doch unwichtig sein, oder? Lerne, nichts in Blicke hineinzuinterpretieren. Lerne sie nicht zu beachten.
Andererseits: etwas Aufmerksamkeit, Anteilnahme braucht jeder Mensch. Vielleicht kannst du es auch so sehen? Die Menschen sind nicht so gleichgültig wie es oft heißt? Sie sehen den Anderen, halten ihm die Tür auf, wenn er dies nicht so gut kann weil er 2 Stützen hat, oder einen Kinderwagen schiebt oder geben ihm den Raum den er braucht trotz Gedrängel.Geben ihm den letzen Einkaufswagen, der noch da ist. Was ist dagegen zu sagen? Wäre es anders, würdest du vielleicht bemängeln dass sie rücksichtslos wären?

Was lässt dich nicht klarkommen, mit dieser Situation? Wo ist dein Problem?

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19. April 2004 um 11:37
In Antwort auf maud_12699340

Hallo Tuk
das mit den mitleidigen bis "angewiederten" Blicken kenne ich zur Genüge. Auch durfte ich mir viele Fragen anhören, wie ich denn mit "so einem" zusammen sein könne. (geredet wurde ja schließlich viel)

ich war viele Jahre mit einem Mann zusammen, dessen Gesicht durch Ärztepfusch entstellt war. Sein Augenlid lag nicht mehr richtig an (Gewebeproben), er hatte einige Narben im Gesicht, etc. Dazu hatte er noch durch einen Immundefekt viele Warzen an den Händen.

Wenn wir zusammen fort waren, sind wir auch meistens sofort aufgefallen und meine Geduld wurde öfters auf eine harte Probe gestellt, weil eben die Wenigsten gefragt haben, sondern nur mitleidig geschaut oder noch schlimmer "geglotzt". *grrrrrrr*

Machen kannst Du gegen die Blicke nichts, Du kannst nur versuchen Dir nur ein dickes Fell zulegen und bedingnungslos hinter Deinem Freund zu stehen. Und wenn Du mal wirklich kurz vor dem Platzen sein solltest, hilft ab und zu mal die gaffende Person anzureden. Ob er/sie denn nun genug gesehen hat, oder so was in der Art. Tut ab und zu unheimlich gut und nimmt den innern Druck etwas.

Einen anderen Tipp habe ich Dir leider auch nicht. Je selbstbewußter Du Dich mit Deinem Freund zeigst umso eher hören die Blicke auf oder werden zumindest weniger.

Liebe Grüße und viel Kraft
Buffy

Manches
wird eher akzeptiert als anderes. Kraft erfordert es immer.

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19. April 2004 um 11:59
In Antwort auf rumpelstilzchen2

Du liebst ihn
Wie andere reagieren, kann doch unwichtig sein, oder? Lerne, nichts in Blicke hineinzuinterpretieren. Lerne sie nicht zu beachten.
Andererseits: etwas Aufmerksamkeit, Anteilnahme braucht jeder Mensch. Vielleicht kannst du es auch so sehen? Die Menschen sind nicht so gleichgültig wie es oft heißt? Sie sehen den Anderen, halten ihm die Tür auf, wenn er dies nicht so gut kann weil er 2 Stützen hat, oder einen Kinderwagen schiebt oder geben ihm den Raum den er braucht trotz Gedrängel.Geben ihm den letzen Einkaufswagen, der noch da ist. Was ist dagegen zu sagen? Wäre es anders, würdest du vielleicht bemängeln dass sie rücksichtslos wären?

Was lässt dich nicht klarkommen, mit dieser Situation? Wo ist dein Problem?

Danke!!
fuer eure beitrage!
bin oder war grad einfach ein bisschen am verzweifeln da grad sowas erlebt wie im beitrag von bufy (im stil von mit "so nem" typen bist du zusammen??) und
ich wusste nicht mehr weiter. ich moechte einfach meinen freund unterstuetzen und helfen wo ich kann, aber da er selber sagt, das er kein mitleid will, weiss ich manchmal selber nicht, wo die grenzen sind und zuviel oder zuwenig hilft. deswegen hatte ich meine probleme damit, dass leute geglotzt haben und vielleicht in blicke zuviel interpretiert...
ganz liebe gruesse
t

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19. April 2004 um 12:03

Hallo imandra
ja, ich wuerd jetzt auch nicht einen fremden anquatschen oft ist es so, dass gerade kinder leichter damit umgehen koennen.einmal ist wohl ein maedchen zu meinem freund gekommen und hat einfach gefragt, wo denn das andere bein sei.. ich glaube ich muss mich halt auch drangewoehnen, und mir ist es dann auch schnurz. aber 2 monate sind halt noch nicht so lang.
liebe gruesse t

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