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Freund arbeitslos und die Beziehung am Abgrund

7. Februar 2003 um 13:25

Hallöchen miteinander

Ich weiss langsam nicht mehr weiter und hoffe, es hat ein paar von euch, die mir weiterhelfen können oder denen es ähnlich ergeht wie mir.

Mein Freund ist arbeitslos und in letzter Zeit ziemlich schlecht gelaunt. Er muss nicht mal was sagen, sein Gesichtsaudruck zeigts deutlich. Auch meinen Bekannten fällt das langsam auf und es ist mir wirklich peinlich. Ich habe keine Lust, jedesmal wenn wir mit jemandem weg sind ihn ständig zu fragen, obs ihm gut gehe, nur weil er so ein grimmiges Gesicht zieht. Zudem gibts in unserer Beziehung nur noch ein Thema: seine Bewerbungen und ob er wohl bald was findet.

Irgendwie habe ich langsam keine Nerven mehr. Ich reisse mir den "Arsch" auf um ihm zu helfen und werde dann auch noch blöd angemotzt. Ein Beispiel:

Ich suche für ihn Bewerbungen im Internet. Ich rufe ihn dann an und sage ihm was ich gefunden habe und was für Anforderungen dort benötigt werden. Ist dann viellicht eine Anforderung, die er nicht hat aber bewerben kann na sich ja trotzdem immer und dass muss er ja auch wegem Arbeitsamt. Dann sagt er mir ist ok und ich solle die Bewerbungsinfo mitnehmen. Er werde sich bewerben. Ca. 2 Tage später hat er die Bewerbung gschrieben aber niemanden gefunden bei dem er den Brief ausdrucken kann (ich habe keine Tintenpatrone im Moment im Drucker). Da hab ich ihm gesagt, er solle doch aufs Arbeitsamt, sei doch nicht so teuer um auszudrucken. Dann meint er plötzlich, er bewerbe sich doch nicht, er habe ja eh keine chance wegen den Anforderungen.....so was macht mich doch einfach wütend. Dann soll er doch von Anfang an sagen, dass es ihn nicht interessiert und ich mache mir auch noch die Mühe zum rumzuschauen und auszudrucken.....und dass ist nicht das erste Mal. Ich habe ihn ziemlich angschnauzt er solle doch seinen Scheiss in Zukunft selber machen, wenn er so weitermache. Und dann muss ich mir doch tatsächlich anhören, dass er sagt ja okay er mache es selber. Dann spielt er den Beleidigten......er hat sich später bei mir entschuldigt aber dass isch doch kein Zustand. Und wenn ich ihn nicht helfe ist es auch nicht recht und ich habe das Gefühl ich müsse ihm dauernd hinterher rennen und schauen ob er seine Sachen (Bewerbungen, Telefonate) gemacht hat. Ich glaube, ich überlasse ihn wirlich mal seinem Schicksal und kümmere mich nicht darum.....kann er selber schauen, habe langsam keine Nerven mehr!

Jetzt hat er zwar einen Nebenjob. Er kann jeweils Donnerstags und Freitags in einer Discothek arbeiten. Wenigstens etwas und es macht ihm noch Spass bis jetzt. Aber von den Bewerbungen her noch nichts positives. Nur etwas, er kann sich bald bei einer Firma vorstellen gehen.

Tja und dann hätte ich da noch meine Ausbildung für die ich lernen sollte.....habe aber absolut keine innere Ruhe und Nerven dafür.....muss glaube ich bald mal was an der Situation ändern. Ist nur relativ schwierig.

Ich weiss wirklich nicht was ich machen soll. Im Moment nervt mich seine Anwesenheit nur noch und ich habe einfach jedesmal Angst wenn ich ihn sehe, dass unser Gesprächsstoff nur um die Arbeit geht.

Und zuerst hat er mir gesagt er müsse am Samstag-Abend arbeiten. Jetzt muss er doch nicht und ich habe mir den Abend schon so schön ruhig vorgestellt. Ich wollte gemütlich kochen, etwas lernen und friedlich vor dem Fernseher sitzen. Evtl. kommt meine Freundin noch vorbei. Tja und jetzt hat er doch frei. Ich habe ihn gefragt, ob er nicht mit einem Freund weggehen möchte, ich hätte den Abend gerne für mich. Wir telefonieren noch heute Nachmittag aber ich hoffe, er reagiert nicht wieder beleidigt. Im Moment möchte ich einfach Zeit für mich haben und nicht ständig für ihn da sein müssen. Ich helfe ihm ja wirklich gerne aber möchte nicht dauernd nur für ihn beschäftigt sein.

Ich habe ihn auch schon gefragt, ob es beim Arbeitsamt nicht die Möglichkeit gäbe, mit einem Psychologen oder jemand anderem zu reden, so dass er professionelle Unterstützung bekommt und nicht ich alles machen muss. Er hat dann gemeint, er frage beim nächsten "obligatorischen" Gespräch. Aber wenn ich ihm doch so wichtig wäre, dann hätte er sich doch gleich um eine Antwort gekümmert oder wie seht ihr das? Ich hätte das für meinen Partner gemacht, um ihn auch ein bisschen zu entlasten. Schliesslich kann ich nichts dafür, dass er arbeitslos ist.

Könnt ihr mir wohl weiterhelfen oder ist jemand in der ähnlichen Situation?

Ich danke euch.

Eine verzweifelte Sniffi

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7. Februar 2003 um 14:35

Hallo liebe Sniffi,
Ja ich kann Dich genau verstehen. Ich habe so einen ähnlichen Quälgeist zu Hause. Naja inmoment hat er ja wieder Arbeit.

Also bei mir ist es so. Ich stecke in einer ähnlichen Situation. Bin mit meinem Freund 5 Jahre zusammen und bis vor ca. 10 Monaten hatte er einen Job. Hat bei seinem Cousin im Restaurant gearbeitet. Doch dann so wie der Zufall es will ist er arbeitslos geworden. (Zudem hat er auch nichts gelernt) was die Situation noch erschwert.
Naja ich habe ihm versucht zu helfen wo es nur geht. Habe auch im Internet beim Arbeitsamt nach stellen geschaut, ihm immer wieder was ausgedruckt und gesagt er soll sich da bewerben. Ja bei manchen, ungefähr 5 von 50 hat er angerufen, (könnte man sich ja auch direkt vorstellen). Naja und dann war das alles nicht das richtige. Ich bin manchmal auch regelrecht ausgerastet, weil ich ihm wieder helfen wollte, und von ihm immer nur kam: Ja morgen geh ich dahin, oder morgen ruf ich da an. Irgendwann habe ich es dann aufgegeben und siehe da: Er hat selber was gefunden!

Liebe Sniffi, ich würde dir auch raten, konzentriere Dich lieber auf Deine Arbeit! Und laß Deinen Freund selber was suchen. Du mußt Dich für Deine Prüfung fit machen und Dich nicht durch Ihn fertig machen lassen. Auch wenn Du ihm natürlich nur helfen willst.

Denke mal nur an Dich und kopf hoch!

Liebe Grüße lunastella

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7. Februar 2003 um 14:41

Hallo Werdandi
Ich glaube Du hast mich missverstanden. Ich fordere von ihm nicht, dass er mich entlasten soll. Sondern dass er sich auch wirklich dahinterhängt. Wie gesagt, ich habe ewig das Gefühl, dass wenn ich ihn nicht dauernd fragen würde, ob er sich beworben hat, er dass ganze nicht so ernst nimmt. Ich hab ihm dass auch schon gesagt aber ich habe das Gefühl, er nimmt es etwas auf die leichte Schulter. Und ich bin auch kein böser Drache der in mit der Peitsche antreibt. Und ich weiss auch dass es sehr sehr schwierig ist im Moment was zu finden. Zumal er nicht auf dem Beruf arbeiten möchte, den er gelernt hatte.

Ich kenne ihn und weiss, dass er gewisse Dinge gerne mal liegen lässt und denkt, dass erledigt sich dann schon und dass ist eben auch meine Befürchtung und meine Angst in dieser Situation.

Grüsse
Sniffi

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