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Fremdgeknutscht & Gefühlschaos

3. Mai 2018 um 18:51

Hallo ihr lieben,
Bisher war ich stille Mitleserin, aber nun schildere ich euch auch mal mein Anliegen/Problem - wie auch immer man das nennen möchte. Ich hoffe, dass ich keine allzubösen Antworten bekomme, weil ich echt Mist gebaut habe, aber vielleicht kann mir trotzdem jemand einen guten Rat geben. (Der Text wird jetzt etwas ausführlicher)

Ich war ca. 4,5 Jahre mit meinem jetzt inzwischen Exfreund zusammen. Ich bin übrigens 25 und er 28. Wir sind relativ schnell zusammengezogen, da meine Oma vor 4 Jahren verstorben ist und wir in ihr Haus eingezogen sind. Sie hat uns damals zusätzlich zu dem Haus einen alten lieben hund und 4 Katzen hinterlassen. Ich war damals total glücklich, dass mein Partner das alles mit mir mitgemacht hat, da wir gerade mal ein halbes Jahr zusammen waren und es wirklich sehr sehr viel Arbeit war. Insbesondere auch mit den Tieren, da diese alle wirklich schon alt waren und dementsprechend auch am kränkeln, viel dreck durch Inkontinenz usw. Das hätte niemals ein Mann freiwillig mitgemacht, wenn er mich nicht wirklich lieben würde. (Wir konnten die Tiere nicht einfach ins Heim stecken, da wären sie doch nur eingegangen)
Wir haben uns seitdem wir dort gewohnt haben wirklich was aufgebaut, einen gemeinsamen alltag irgendwie gefunden und im prinzip war alles ganz gut. Praktisch lief die Beziehung super, er hatte das nötige Bargeld, um gut im hier und jetzt zu leben und ich hatte das Ersparte, sodass wir uns auch mal neue Anschaffungen leisten konnten. Auch vom Haushalt her lief alles, da wir beide im Schichtdienst tätig sind und so einer meistens zu Hause war und die täglichen Aufgaben super aufgeteilt wurden. Wir sind sehr zusammengewachsen, haben auch traurige momente zusammen erlebt, wie zum Beispiel die 'Beerdigung' des Hundes, den meine Oma uns hinterlassen hat. 
Ich konnte mir ein Leben mit ihm vorstellen, weil es irgendwie gepasst hat. Er war im übrigen meine erste richtige Beziehung von längerer Dauer.
naja, so viel zum praktischen zusammenleben. 
gefühlstechnisch war am Anfang alles super, nach knapp anderthalbjahren war die Luft irgendwie raus. Im Bett lief immer weniger, ich hatte das Gefühl, dass wir nicht mehr viel miteinander unternehmen und uns auch gar nicht mehr vernünftig unterhalten konnten. Trotzdem dachte ich mir, dass das ja normal ist und so läuft eine beziehung halt nach einer gewissen Zeit. Je länger wir zusammen waren, desto mehr hat mir gefehlt. Er hatte ständig schlechte laune, was unter anderem mit seinem job zu tun hat, weil er damit nicht zufrieden ist, er hat ständig an mir rumgenörgelt weil ich ihm zu chaotisch bin und vorallem hat er sich selber immer Stress gemacht, mit sachen die noch erledigt werden müssen und hat mich da mit reingezogen, obwohl ich der Meinung bin, dass gewisse sachen auch mal liegen bleiben können, um an unserem einzigen gemeinsamen freien tag mal was zu unternehmen. Wir hatten uns ständig in den haaren, auch aus diversen anderen Gründen und für mich war das nachher alles nicht mehr schön. Vor ca. Einem halben jahr wollte ich schließlich die Trennung. Ich habe ihm viele dinge aufgezählt, die mir fehlen bzw. Die mich stören. Er hatte null verständnis, hat mir das auch gesagt und meinte, dass das doch alles normal sei in einer beziehung. Letztendlich fing ich an mir selber zu zweifeln an, hab mir die schuld für vieles gegeben und bin wieder zurück zu ihm. Wir haben lange geredet über unsere Probleme, was uns in der Beziehung fehlt (auch von seiner seite aus) und es lief besser.. Für ca. Einen monat... ich hatte es ganz schnell bereut, dass ich nicht entgültig schluss gemacht habe. Es ist dann so weit gekommen, dass ich auf einer Party vor einem monat mit einem anderen Typen rumgeknutscht habe. Das habe ich meinem Ex 2 tage später gebeichtet und er hat sich darauf hin getrennt. Er meinte, dass er mir theoretisch verzeihen könnte, wenn vorher nicht schon so einiges passiert wäre an heftigen auseinandersetzungen mit bösen Vorwürfen und vor allem mein trennungsversuch ein halbes jahr vorher. Eigentlich wusste ich, dass er sich trennen würde. So blöd es sich anhört und so dumm ich mir vorkomme, ich wollte, dass er sich trennt, weil ich es nicht hinbekommen habe, einen Schlussstrich zu ziehen. Ich weiß, dass es feige und egoistisch ist. Ich wusste es einfach nicht besser..
heute hatten wir nochmal ein Gespräch, wie es jetzt weiter geht mit der gemeinsamen wohnung usw. Da kamen wir auch auf das thema wie es so weit kommen konnte mit der fremdknutscherei. Ich hatte ihm nochmal versucht zu erklären, was mir gefehlt hat und womit ich nicht klar gekommen bin. Er hat es mehr oder weniger nur so abgetan und meinte, dass das alles keine Gründe sind um unglücklich zu sein. Aber das sind doch einfach meine Gefühle. Ich fange jetzt wieder an, an meiner eigenen wahrnehmung zu zweifeln, ob es wirklich alles so schlimm war. Ich glaube es besteht noch eine kleine Möglichkeit, die beziehung zu retten, nur habe ich einfach totales gefühlschaos und weiß gar nicht ob ich das will. Natürlich vermisse ich ihn nach so einer langen gemeinsamen zeit, aber ich kann nicht von mir behaupten, dass ich totalen liebeskummer hatte. Ich habe einfach nur panik, bald wieder alleine in dem haus zu sein und vorallem auch, niemanden mehr zu finden, der mich ansatzweise so liebt, wie mein ex es getan hat. Auserdem fühle ich mich ihm gegenüber total schlecht, weil ich sein ganzes leben gerade durcheinander gebracht habe. Wir hatten nachher noch einen gemeinsamen hund zusammen geholt, die bei mir bleibt und die ich ihm jetzt sozusagen weg nehme, sein zu hause verliert er (er möchte da nicht mehr wohnen bleiben) und verletzt habe ich ihn auch total.
war jemand schonmal in einer ähnlichen situation? Wie seid ihr damit umgegangen? Soll ich doch nochmal versuchen etwas zu retten?
Danke schonmal für eure antworten (ich weiß selber gar nicht, was ich eigentlich hören möchte)
LG

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3. Mai 2018 um 19:17
In Antwort auf jane93

Hallo ihr lieben,
Bisher war ich stille Mitleserin, aber nun schildere ich euch auch mal mein Anliegen/Problem - wie auch immer man das nennen möchte. Ich hoffe, dass ich keine allzubösen Antworten bekomme, weil ich echt Mist gebaut habe, aber vielleicht kann mir trotzdem jemand einen guten Rat geben. (Der Text wird jetzt etwas ausführlicher)

Ich war ca. 4,5 Jahre mit meinem jetzt inzwischen Exfreund zusammen. Ich bin übrigens 25 und er 28. Wir sind relativ schnell zusammengezogen, da meine Oma vor 4 Jahren verstorben ist und wir in ihr Haus eingezogen sind. Sie hat uns damals zusätzlich zu dem Haus einen alten lieben hund und 4 Katzen hinterlassen. Ich war damals total glücklich, dass mein Partner das alles mit mir mitgemacht hat, da wir gerade mal ein halbes Jahr zusammen waren und es wirklich sehr sehr viel Arbeit war. Insbesondere auch mit den Tieren, da diese alle wirklich schon alt waren und dementsprechend auch am kränkeln, viel dreck durch Inkontinenz usw. Das hätte niemals ein Mann freiwillig mitgemacht, wenn er mich nicht wirklich lieben würde. (Wir konnten die Tiere nicht einfach ins Heim stecken, da wären sie doch nur eingegangen)
Wir haben uns seitdem wir dort gewohnt haben wirklich was aufgebaut, einen gemeinsamen alltag irgendwie gefunden und im prinzip war alles ganz gut. Praktisch lief die Beziehung super, er hatte das nötige Bargeld, um gut im hier und jetzt zu leben und ich hatte das Ersparte, sodass wir uns auch mal neue Anschaffungen leisten konnten. Auch vom Haushalt her lief alles, da wir beide im Schichtdienst tätig sind und so einer meistens zu Hause war und die täglichen Aufgaben super aufgeteilt wurden. Wir sind sehr zusammengewachsen, haben auch traurige momente zusammen erlebt, wie zum Beispiel die 'Beerdigung' des Hundes, den meine Oma uns hinterlassen hat. 
Ich konnte mir ein Leben mit ihm vorstellen, weil es irgendwie gepasst hat. Er war im übrigen meine erste richtige Beziehung von längerer Dauer.
naja, so viel zum praktischen zusammenleben. 
gefühlstechnisch war am Anfang alles super, nach knapp anderthalbjahren war die Luft irgendwie raus. Im Bett lief immer weniger, ich hatte das Gefühl, dass wir nicht mehr viel miteinander unternehmen und uns auch gar nicht mehr vernünftig unterhalten konnten. Trotzdem dachte ich mir, dass das ja normal ist und so läuft eine beziehung halt nach einer gewissen Zeit. Je länger wir zusammen waren, desto mehr hat mir gefehlt. Er hatte ständig schlechte laune, was unter anderem mit seinem job zu tun hat, weil er damit nicht zufrieden ist, er hat ständig an mir rumgenörgelt weil ich ihm zu chaotisch bin und vorallem hat er sich selber immer Stress gemacht, mit sachen die noch erledigt werden müssen und hat mich da mit reingezogen, obwohl ich der Meinung bin, dass gewisse sachen auch mal liegen bleiben können, um an unserem einzigen gemeinsamen freien tag mal was zu unternehmen. Wir hatten uns ständig in den haaren, auch aus diversen anderen Gründen und für mich war das nachher alles nicht mehr schön. Vor ca. Einem halben jahr wollte ich schließlich die Trennung. Ich habe ihm viele dinge aufgezählt, die mir fehlen bzw. Die mich stören. Er hatte null verständnis, hat mir das auch gesagt und meinte, dass das doch alles normal sei in einer beziehung. Letztendlich fing ich an mir selber zu zweifeln an, hab mir die schuld für vieles gegeben und bin wieder zurück zu ihm. Wir haben lange geredet über unsere Probleme, was uns in der Beziehung fehlt (auch von seiner seite aus) und es lief besser.. Für ca. Einen monat... ich hatte es ganz schnell bereut, dass ich nicht entgültig schluss gemacht habe. Es ist dann so weit gekommen, dass ich auf einer Party vor einem monat mit einem anderen Typen rumgeknutscht habe. Das habe ich meinem Ex 2 tage später gebeichtet und er hat sich darauf hin getrennt. Er meinte, dass er mir theoretisch verzeihen könnte, wenn vorher nicht schon so einiges passiert wäre an heftigen auseinandersetzungen mit bösen Vorwürfen und vor allem mein trennungsversuch ein halbes jahr vorher. Eigentlich wusste ich, dass er sich trennen würde. So blöd es sich anhört und so dumm ich mir vorkomme, ich wollte, dass er sich trennt, weil ich es nicht hinbekommen habe, einen Schlussstrich zu ziehen. Ich weiß, dass es feige und egoistisch ist. Ich wusste es einfach nicht besser..
heute hatten wir nochmal ein Gespräch, wie es jetzt weiter geht mit der gemeinsamen wohnung usw. Da kamen wir auch auf das thema wie es so weit kommen konnte mit der fremdknutscherei. Ich hatte ihm nochmal versucht zu erklären, was mir gefehlt hat und womit ich nicht klar gekommen bin. Er hat es mehr oder weniger nur so abgetan und meinte, dass das alles keine Gründe sind um unglücklich zu sein. Aber das sind doch einfach meine Gefühle. Ich fange jetzt wieder an, an meiner eigenen wahrnehmung zu zweifeln, ob es wirklich alles so schlimm war. Ich glaube es besteht noch eine kleine Möglichkeit, die beziehung zu retten, nur habe ich einfach totales gefühlschaos und weiß gar nicht ob ich das will. Natürlich vermisse ich ihn nach so einer langen gemeinsamen zeit, aber ich kann nicht von mir behaupten, dass ich totalen liebeskummer hatte. Ich habe einfach nur panik, bald wieder alleine in dem haus zu sein und vorallem auch, niemanden mehr zu finden, der mich ansatzweise so liebt, wie mein ex es getan hat. Auserdem fühle ich mich ihm gegenüber total schlecht, weil ich sein ganzes leben gerade durcheinander gebracht habe. Wir hatten nachher noch einen gemeinsamen hund zusammen geholt, die bei mir bleibt und die ich ihm jetzt sozusagen weg nehme, sein zu hause verliert er (er möchte da nicht mehr wohnen bleiben) und verletzt habe ich ihn auch total.
war jemand schonmal in einer ähnlichen situation? Wie seid ihr damit umgegangen? Soll ich doch nochmal versuchen etwas zu retten?
Danke schonmal für eure antworten (ich weiß selber gar nicht, was ich eigentlich hören möchte)
LG

Ja.. eine Beziehung bedeutet Arbeit. Das sehen leider einige nicht. Arbeit in dem Sinne, dass man sich immer wieder um den anderen bemüht, dass man anspricht, wenn einen etwas stört und zwar nicht erst wenn es zu spät ist. Lieben bedeutet auch nachsichtig zu sein, zu verstehen, dass Veränderungen Zeit brauchen und positive Verstärkung. Rücksicht auf den anderen zu nehmen und auch einfach gewisse Dinge zu akzeptieren. Natürlich alles auf Gegenseitigkeit. Dennoch wird man immer Mal wieder Auseinandersetzungen haben, verschiedene Ansichten, für die man einen Nenner suchen muss, oder man einen anderen Weg findet. 

Heutzutage sind viele zu schnell dabei, das Handtuch zu werfen und andere widerum halten an Beziehungen fest, die sie in den seelischen Ruin treiben.

Was du tun möchtest, musst du schon selbst wissen. Jedoch solltest du dich nicht von Mitleid lenken lassen. Ich halte nicht viel von aufgewärmten Beziehungen, aber bei manchen ist es wohl gut gegangen. Das geht aber nur wenn beide ihre Fehler einsehen und daran arbeiten.

Viel Glück bei deiner Entscheidung

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