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Fremdgehen oder nur ein Ausrutscher?

16. August 2006 um 17:54

Hallo Zusammen,

ich bin jetzt seit 1,5 Jahren mit meinem Freund zusammen und trotz einiger kleiner Unstimmungkeiten und Streitereien sind wir immer sehr glücklich gewesen und verstehen uns super. Daher habe ich ihm bisher auch immer blind vertraut, vor allem weil mir einige seiner engsten Freunde gesagt haben, dass sie für ihn 100 % die Hand ins Feuer legen würden, dass er NIEMALS fremd geht.

Vor zwei Wochen war ich einige Tage bei meinen Eltern und wir haben uns Freitags ganz normal verabschiedet und Abends auch noch telefoniert. Er wollte sich mit ein paar Kumpels treffen und ein bisschen rausgehen. Allerdings nichts großes oder wildes, weil alle am nächsten Tag lernen wollten oder Termine hatten. Daher hab ich mir auch nichts dabei gedacht und auch die nächsten Tage immer wieder mit ihm telefoniert und gesimst. Das einzige, was mich gewundert hat, war, dass er irgendwie unterkühlt und abweisend am Telefon war. Das hat mich schon etwas irritiert, aber ich hab mir nicht weiter was dabei gedacht. Mittwochs bin ich dann wieder zurück gekommen und hab mich tierisch auf ihn gefreut. Dann kam er allerdings die Türe rein und sagte mir sofort, dass er einen riesen Fehler gemacht hätte und mit ner Anderen rumgeknutscht hat er war total fertig und hat mir erzählt, dass es ihm wahnsinnig leid tut, er völlig besoffen war und sich überhaupt nicht erklären kann, wie das passieren konnte. Er würde mich wahnsinnig lieben und Alles dafür tun, um mein Vertrauen zurückzugewinnen und das wieder gut zu machen. Zuerst hab ich ihn rausgeschmissen und drei Tage lang nichts gegessen und nur geheult. Das sitzt soooo tief, ich kann es nicht in Worte fassen. Wenn man einem Menschen völlig vertraut und dann sowas passiert, stellt man einfach ALLES in Frage. Im Endeffekt hab ich kurz nachdem ich ihn rausgeworfen habe schon gemerkt, dass ich ihn liebe und mich nicht von ihm trennen möchte. Trotzdem ist nichts mehr wie zuvor und ohne Ankündigung kommen mir immer wieder ganz plötzlich die Tränen und ich frage ihn immer wieder, wie er mir das antun konnte und warum er das gemacht hat....es ist einfach nur ätzend. Er hat mir versprochen sich alkoholtechnisch in Zukunft sehr zusammen zu reißen (dass war bei ihm schön häufiger ein Problem) und nichts zu machen, was mich verletzten oder beunruhigen könnte. Ich möchte einfach nur meine normale Beziehung zurück haben und alles ungeschehen machen, weil ich es nicht ertragen kann, dass eine Andere MEINEN geliebten Freund geküsst hat und dass er in diesem Moment nicht an mich und die Konsequenzen gedacht hat. Er sagt es waren nur 5 Minuten, er weiß weder ihren Namen noch wie sie aussah und es hat ihm nichts bedeutet...aber riskiert man wegen sowas seine Beziehung???? Wir hatten soviel vor und mir kommt gerade alles wie Hohn und Spott vor. Liebe basiert doch auf Vertrauen, oder? Soll man so einen (einmaligen) Ausrutscher verzeihen? was meint ihr?

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16. August 2006 um 18:42

Vertrauen
Ich stimme Dir voll und ganz zu, daß Liebe auf Vertrauen basiert. Jetzt stellt man sich aber die Frage, wie man Vertrauen gewinnen und wie man Vertrauen verspielen kann. Dein Freund hat einen Fehler gemacht, indem er, offensichtlich entgegen eurer Abmachung, mit einer anderen Frau geknutscht hat. Er hat Vertrauen dadurch verloren, daß er mit ihr geknutscht hat. Aber andererseits hat er direkt von sich aus, ohne daß Du (z.B. wegen eines Verdachts) hast nachhaken müssen, Dir ehrlich und offen gesagt, was er gemacht hat. Dies zeigt natürlich auch, dass für ihn Offenheit und Vertrauen wichtig sind. Ich denke, daß es nur wenige Menschen gibt, die sowas so offen zugeben würden. Die Meisten würden sich sagen "das hatte keine Bedeutung" und es einfach "vergessen" mitzuteilen. Sogesehen, finde ich auch, daß Dein Freund großen Respekt verdient hat für seine offene Art.

Nicht zu seiner Verteidigung sondern allgemein für Deine Überlegungen solltest Du bedenken, daß Alkohol natürlich eine stark enthemmende Wirkung hat. Wenn er mit dem Alkohol (ab und zu) ein Problem hat, solltet ihr hier vielleicht auch sehr offen darüber sprechen, was er dagegen unternehmen möchte.

Ob Du ihm verzeihen kannst, liegt ganz daran, wie sehr Du das Vertrauen verloren siehst. Ganz aus meiner Sicht würde ich, an Deiner Stelle, eher mein Vertrauen durch das offene Geständnis gestärkt sehen, allerdings auch ein verstärktes Bedürfnis nach klärenden Gesprächen haben.

Eine Anmerkung hätte ich aber noch zu Deinen Worten:
"Ich möchte einfach nur meine normale Beziehung zurück haben und alles ungeschehen machen, weil ich es nicht ertragen kann, dass eine Andere MEINEN geliebten Freund geküsst hat"

Du schreibst das MEINEN groß, womit bei mir eine stark besitzergreifende Verbindung gelegt wird. Ich würde allerdings behaupten, daß jeder Mensch frei ist, keiner keinem gehört, also Dein Freund auch ein selbstständiges Wesen ist, was freie Entscheidungen treffen kann. Dazu gehört natürlich auch, daß man selbst die Konsequenzen für sein Handeln tragen muß.

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16. August 2006 um 18:50
In Antwort auf ilias_12247478

Vertrauen
Ich stimme Dir voll und ganz zu, daß Liebe auf Vertrauen basiert. Jetzt stellt man sich aber die Frage, wie man Vertrauen gewinnen und wie man Vertrauen verspielen kann. Dein Freund hat einen Fehler gemacht, indem er, offensichtlich entgegen eurer Abmachung, mit einer anderen Frau geknutscht hat. Er hat Vertrauen dadurch verloren, daß er mit ihr geknutscht hat. Aber andererseits hat er direkt von sich aus, ohne daß Du (z.B. wegen eines Verdachts) hast nachhaken müssen, Dir ehrlich und offen gesagt, was er gemacht hat. Dies zeigt natürlich auch, dass für ihn Offenheit und Vertrauen wichtig sind. Ich denke, daß es nur wenige Menschen gibt, die sowas so offen zugeben würden. Die Meisten würden sich sagen "das hatte keine Bedeutung" und es einfach "vergessen" mitzuteilen. Sogesehen, finde ich auch, daß Dein Freund großen Respekt verdient hat für seine offene Art.

Nicht zu seiner Verteidigung sondern allgemein für Deine Überlegungen solltest Du bedenken, daß Alkohol natürlich eine stark enthemmende Wirkung hat. Wenn er mit dem Alkohol (ab und zu) ein Problem hat, solltet ihr hier vielleicht auch sehr offen darüber sprechen, was er dagegen unternehmen möchte.

Ob Du ihm verzeihen kannst, liegt ganz daran, wie sehr Du das Vertrauen verloren siehst. Ganz aus meiner Sicht würde ich, an Deiner Stelle, eher mein Vertrauen durch das offene Geständnis gestärkt sehen, allerdings auch ein verstärktes Bedürfnis nach klärenden Gesprächen haben.

Eine Anmerkung hätte ich aber noch zu Deinen Worten:
"Ich möchte einfach nur meine normale Beziehung zurück haben und alles ungeschehen machen, weil ich es nicht ertragen kann, dass eine Andere MEINEN geliebten Freund geküsst hat"

Du schreibst das MEINEN groß, womit bei mir eine stark besitzergreifende Verbindung gelegt wird. Ich würde allerdings behaupten, daß jeder Mensch frei ist, keiner keinem gehört, also Dein Freund auch ein selbstständiges Wesen ist, was freie Entscheidungen treffen kann. Dazu gehört natürlich auch, daß man selbst die Konsequenzen für sein Handeln tragen muß.

Danke
Da hast du absolut recht. Ich danke dir für deine offenen Worte und kann sie gut nachvollziehen. Dass ich das MEIN Freund groß geschrieben habe, sollte nur zum Ausdruck bringen, dass er mein Vertrauen gebrochen hat und dass dieses Fremdgehen MICH betrifft. Bei anderen Leuten hat man immer leicht reden mit guten Ratschlägen, aber wenn es einen dann selber trifft sieht die Welt ganz anders aus.

Ich finde auch, dass ich sehr zu schätzen wissen sollte, dass er mir direkt gesagt hat, was er getan hat. Trotzdem macht es mich halt echt wahnsinnig, dass es überhaupt passiert ist wenn er sich noch nicht mal für das Mädel interessiert hat und nicht mal mehr weiß, wie sie aussieht oder wie sie hieß, dann hätte er doch genauso gut nach Hause fahren können, oder? Meinst du nicht, dass er es in dem Moment einfach mal austesten wollte? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sooo besoffen ist, dass man gar nichts mehr kontrollieren kann. Sie wird ihn ja nicht zum knutschen gezwungen haben, oder? ich möchte ihm liebend gerne verzeihen und mit ihm gemeinsam ein neues Fundament für unsere Beziehung aufbauen. Aber zwischendurch kommen halt immer wieder große Zweifel. Und das schlimmste ist glaub ich mein verletzter Stolz. Es ist einfach ein beschissenes Gefühl betrogen worden zu sein!!!

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16. August 2006 um 19:58
In Antwort auf lillie_12747504

Danke
Da hast du absolut recht. Ich danke dir für deine offenen Worte und kann sie gut nachvollziehen. Dass ich das MEIN Freund groß geschrieben habe, sollte nur zum Ausdruck bringen, dass er mein Vertrauen gebrochen hat und dass dieses Fremdgehen MICH betrifft. Bei anderen Leuten hat man immer leicht reden mit guten Ratschlägen, aber wenn es einen dann selber trifft sieht die Welt ganz anders aus.

Ich finde auch, dass ich sehr zu schätzen wissen sollte, dass er mir direkt gesagt hat, was er getan hat. Trotzdem macht es mich halt echt wahnsinnig, dass es überhaupt passiert ist wenn er sich noch nicht mal für das Mädel interessiert hat und nicht mal mehr weiß, wie sie aussieht oder wie sie hieß, dann hätte er doch genauso gut nach Hause fahren können, oder? Meinst du nicht, dass er es in dem Moment einfach mal austesten wollte? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sooo besoffen ist, dass man gar nichts mehr kontrollieren kann. Sie wird ihn ja nicht zum knutschen gezwungen haben, oder? ich möchte ihm liebend gerne verzeihen und mit ihm gemeinsam ein neues Fundament für unsere Beziehung aufbauen. Aber zwischendurch kommen halt immer wieder große Zweifel. Und das schlimmste ist glaub ich mein verletzter Stolz. Es ist einfach ein beschissenes Gefühl betrogen worden zu sein!!!

Noch eine kurze Antwort
Sicherlich hat jeder Mensch einen gewissen Drang, bestimmte Dinge auszuprobieren. Dieser Drang ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wenn man aber jemand versprochen hat, diesem Drang nicht nachzugeben, weil man in einer Beziehung ist, so steht ein gewisses Maß an Vertrauen auf dem Spiel wenn man gegen dieses Versprechen verstößt.

Alkohol macht einen natürlich nicht willenlos, man kann sich dann auch noch kontrollieren (was aber auch auf die Menge ankommt), aber es die Hemmungen werden geringer. Genau diese Wirkung kennt man aber vom Alkohol und aus diesem Grund ist das keine Entschuldigung, weil man den Alkohol wissentlich getrunken hat. So gesehen, würde ich das nicht als Argument gelten lassen, wenn er sich damit verteidigt. Allerdings würde ich es für die eigenen Überlegungen, wie stark das Vertrauen geschädigt wurde, wohl mildernd mit einbeziehen.

Für mich persönlich und auch in meiner Beziehung gilt knutschen, ohne daß der Partner darüber informiert ist, nicht als Betrug, aber das ist natürlich eine Definition, die von den Absprachen in der Beziehung gemacht worden sind, abhängt.

Aber was eure Beziehung jetzt wieder voran bringen könnte, ist vielleicht eine intensive Kommunikation. Erst wenn man weiß, was den Partner bewegt (hat) und man das auch glaubt, entsteht ein Gefühl des Vertrauens. Dabei ist es natürlich auch wichtig, daß Du ihm mitteilst, was Dir genau weh tut, wie es in Dir aussieht.

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16. August 2006 um 20:30

...
"Ich finde auch, dass ich sehr zu schätzen wissen sollte, dass er mir direkt gesagt hat, was er getan hat."

Das sehe ich anders! Generell bin ich immer für Offenheit, aber man sollte wissen, wann sie angebracht ist, und wann man besser den Mund hält. Mal ganz davon abgesehen, dass ich fremdknutschen nicht soooo wahnsinnig tragisch finde (nicht schön, aber es gibt wesentlich schlimmeres)...bei Dir hat er mit seinem "Geständnis" ne Menge angerichtet und sicher auch einiges kaputtgemacht. Und man fragt sich in dem Moment natürlich auch, ob es bei dem "einen Mal" bleibt (und ob er sich nicht vlt. noch andere Sachen leistet) und ob man ihm überhaupt noch vertrauen kann, wenn er alleine mit Freunden unterwegs ist. Und wofür das alles? Es hatte für ihn keinerlei Bedeutung...er kam lediglich mit seinem schlechten Gewissen nicht klar und wollte es erleichtern, indem er Dir die Story auf die Nase bindet. In diesem Fall wäre es eindeutig klüger/besser gewesen, die Schnauze zu halten und mit seinem Gewissen alleine klarzukommen. Das ist dann halt der Preis, den man dafür zahlen muss. Und es hält einen in Zukunft sicher davon ab, so eine Dummheit nochmal zu begehen.

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16. August 2006 um 21:10
In Antwort auf rachyl_12739318

...
"Ich finde auch, dass ich sehr zu schätzen wissen sollte, dass er mir direkt gesagt hat, was er getan hat."

Das sehe ich anders! Generell bin ich immer für Offenheit, aber man sollte wissen, wann sie angebracht ist, und wann man besser den Mund hält. Mal ganz davon abgesehen, dass ich fremdknutschen nicht soooo wahnsinnig tragisch finde (nicht schön, aber es gibt wesentlich schlimmeres)...bei Dir hat er mit seinem "Geständnis" ne Menge angerichtet und sicher auch einiges kaputtgemacht. Und man fragt sich in dem Moment natürlich auch, ob es bei dem "einen Mal" bleibt (und ob er sich nicht vlt. noch andere Sachen leistet) und ob man ihm überhaupt noch vertrauen kann, wenn er alleine mit Freunden unterwegs ist. Und wofür das alles? Es hatte für ihn keinerlei Bedeutung...er kam lediglich mit seinem schlechten Gewissen nicht klar und wollte es erleichtern, indem er Dir die Story auf die Nase bindet. In diesem Fall wäre es eindeutig klüger/besser gewesen, die Schnauze zu halten und mit seinem Gewissen alleine klarzukommen. Das ist dann halt der Preis, den man dafür zahlen muss. Und es hält einen in Zukunft sicher davon ab, so eine Dummheit nochmal zu begehen.

Schweigen
Ich halte Schweigen grundsätzlich für keine lobenswerte Alternative, da man so Informationen darüber, was man gemacht hat, zurückhält. Wenn man damit den Partner schützen will, könnte dies eine entgegengesetzte Wirkung entfalten: einerseits ist es möglich, daß der Partner über Umwege von dem "Mißgeschick" erfährt. Dann wäre sicherlich das Vertrauen stärker geschadet als bei einer direkten, offenen Mitteilung. Zum anderen ist es ja auch so, daß wenn man den Partner nicht informiert, ihn also dumm hält, man ihn damit auch direkt oder indirekt nicht in der Lage sieht mit der Wahrheit umzugehen. Dies würde meines Erachtens nicht gerade von Vertrauen in den Partner zeugen.
Wenn man einfach offen die Wahrheit ausspricht, dann kann der Partner selbst entscheiden, was er damit anfängt. Und wenn man ein Mal mit einem kleinen Geheimnis anfängt, dann kommt unter Umständen noch eins dazu, und noch eins und irgendwann ist die Vertrauensbasis der Beziehung vollständig untergraben.

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16. August 2006 um 21:30
In Antwort auf ilias_12247478

Schweigen
Ich halte Schweigen grundsätzlich für keine lobenswerte Alternative, da man so Informationen darüber, was man gemacht hat, zurückhält. Wenn man damit den Partner schützen will, könnte dies eine entgegengesetzte Wirkung entfalten: einerseits ist es möglich, daß der Partner über Umwege von dem "Mißgeschick" erfährt. Dann wäre sicherlich das Vertrauen stärker geschadet als bei einer direkten, offenen Mitteilung. Zum anderen ist es ja auch so, daß wenn man den Partner nicht informiert, ihn also dumm hält, man ihn damit auch direkt oder indirekt nicht in der Lage sieht mit der Wahrheit umzugehen. Dies würde meines Erachtens nicht gerade von Vertrauen in den Partner zeugen.
Wenn man einfach offen die Wahrheit ausspricht, dann kann der Partner selbst entscheiden, was er damit anfängt. Und wenn man ein Mal mit einem kleinen Geheimnis anfängt, dann kommt unter Umständen noch eins dazu, und noch eins und irgendwann ist die Vertrauensbasis der Beziehung vollständig untergraben.

...
Ich sehe das eher als "Kosten/Nutzen". Und hier muss man sich eindeutig die Frage stellen, was ihm (ihr, und der Beziehung) seine Offenheit gebracht hat. Das Vertrauen ist (zumindest erstmal) im Arsch (fraglich ist zudem, ob sie das je wieder aufbauen können, denn ein Stachel wird vermutlich immer bleiben)...und das alles wegen einer absolut unbedeutenden Sache.

Wenn ich fremdgehe, weil in meiner Beziehung was nicht stimmt, hat mein Partner das Recht, es zu erfahren...es hätte den Nutzen, dass man GEMEINSAM schauen kann, was in der Beziehung falsch gelaufen ist und man hätte die Gelegenheit, was dran zu ändern.

Diesen Nutzen sehe ich hier nicht (offensichtlich ist Unzufriedenheit in der Beziehung ja nicht der Auslöser gewesen) und deswegen bleibe ich bei meiner Meinung, dass es IN DIESEM FALL besser gewesen wäre, den Vorfall zu verschweigen.

Wenn ich mir gerade vorstelle, dass ich in ihrer Situation wäre: ich würde es nicht wissen wollen. Es macht mehr kaputt als es gut macht.

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16. August 2006 um 22:19
In Antwort auf rachyl_12739318

...
"Ich finde auch, dass ich sehr zu schätzen wissen sollte, dass er mir direkt gesagt hat, was er getan hat."

Das sehe ich anders! Generell bin ich immer für Offenheit, aber man sollte wissen, wann sie angebracht ist, und wann man besser den Mund hält. Mal ganz davon abgesehen, dass ich fremdknutschen nicht soooo wahnsinnig tragisch finde (nicht schön, aber es gibt wesentlich schlimmeres)...bei Dir hat er mit seinem "Geständnis" ne Menge angerichtet und sicher auch einiges kaputtgemacht. Und man fragt sich in dem Moment natürlich auch, ob es bei dem "einen Mal" bleibt (und ob er sich nicht vlt. noch andere Sachen leistet) und ob man ihm überhaupt noch vertrauen kann, wenn er alleine mit Freunden unterwegs ist. Und wofür das alles? Es hatte für ihn keinerlei Bedeutung...er kam lediglich mit seinem schlechten Gewissen nicht klar und wollte es erleichtern, indem er Dir die Story auf die Nase bindet. In diesem Fall wäre es eindeutig klüger/besser gewesen, die Schnauze zu halten und mit seinem Gewissen alleine klarzukommen. Das ist dann halt der Preis, den man dafür zahlen muss. Und es hält einen in Zukunft sicher davon ab, so eine Dummheit nochmal zu begehen.

Antwort
Du hast absolut Recht damit, dass er wahnsinnig viel damit zerstört hat und mein Vertrauen völlig vernichtet ist im Moment und vielleicht auch noch für eine sehr lange Zeit. Ich weiß nicht, ob es ohne sein Geständnis rausgekommen wäre. Der Idiot hat mitten auf ner Tanzfläche in einem bekannten Club rumgeknutscht, so dass ihn theoretisch ein Haufen Freunde von mir hätten sehen können - das spricht allerdings auch wieder dafür, dass er SEHR besoffen sein musste, sonst wäre er wohl wenigstens in irgendne Ecke verschwunden.

Ich bin halt auch irgendwie total gefrustet, dass ich die ganze Zeit super treu war und mir soviel mit ihm vorgenommen habe und dann knutscht er einfach so mit ner Fremden rum, erzählt mir das und ich hab plötzlich das Gefühl einen ganz anderen Mann vor mir zu haben, der mich betrogen hat und mich daher nicht wirklich lieben kann. Ich bin selbst mit 16 schon mal fremd gegangen (also nur geknutscht) weil ich super unzufrieden in meiner Beziehung war und ich kenne aus meinem Umfeld auch nur Leute die fremdgegangen sind, weil sie

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18. August 2006 um 13:00
In Antwort auf ilias_12247478

Noch eine kurze Antwort
Sicherlich hat jeder Mensch einen gewissen Drang, bestimmte Dinge auszuprobieren. Dieser Drang ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wenn man aber jemand versprochen hat, diesem Drang nicht nachzugeben, weil man in einer Beziehung ist, so steht ein gewisses Maß an Vertrauen auf dem Spiel wenn man gegen dieses Versprechen verstößt.

Alkohol macht einen natürlich nicht willenlos, man kann sich dann auch noch kontrollieren (was aber auch auf die Menge ankommt), aber es die Hemmungen werden geringer. Genau diese Wirkung kennt man aber vom Alkohol und aus diesem Grund ist das keine Entschuldigung, weil man den Alkohol wissentlich getrunken hat. So gesehen, würde ich das nicht als Argument gelten lassen, wenn er sich damit verteidigt. Allerdings würde ich es für die eigenen Überlegungen, wie stark das Vertrauen geschädigt wurde, wohl mildernd mit einbeziehen.

Für mich persönlich und auch in meiner Beziehung gilt knutschen, ohne daß der Partner darüber informiert ist, nicht als Betrug, aber das ist natürlich eine Definition, die von den Absprachen in der Beziehung gemacht worden sind, abhängt.

Aber was eure Beziehung jetzt wieder voran bringen könnte, ist vielleicht eine intensive Kommunikation. Erst wenn man weiß, was den Partner bewegt (hat) und man das auch glaubt, entsteht ein Gefühl des Vertrauens. Dabei ist es natürlich auch wichtig, daß Du ihm mitteilst, was Dir genau weh tut, wie es in Dir aussieht.

Also ICH
würde es meinem Freund nie im Leben erzählen, wenn ich im Suff mit einem anderen rumgeknutscht hätte, denn er würde garantiert Schluss machen. Was Blödsinn wäre, denn ich liebe ihn ja trotzdem und EIN Kuss ... mein Gott, so schlimm ist das auch wieder nicht? Klar ist das scheiße, aber kein Grund, Schluss zu machen.

Da sollte man lieber mal Ursachenforschung betreiben, was denjenigen zu einem Fremdkuss verleitet hat. Ich würde mir zumindest so meine Gedanken machen, wieso so was passieren kann - da stimmt dann ja was nicht in der Beziehung, sonst hat man Fremdküsserei nicht nötig.

Tut mir leid, harte Worte, aber so isses doch?

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19. August 2006 um 22:37
In Antwort auf flower_12854374

Also ICH
würde es meinem Freund nie im Leben erzählen, wenn ich im Suff mit einem anderen rumgeknutscht hätte, denn er würde garantiert Schluss machen. Was Blödsinn wäre, denn ich liebe ihn ja trotzdem und EIN Kuss ... mein Gott, so schlimm ist das auch wieder nicht? Klar ist das scheiße, aber kein Grund, Schluss zu machen.

Da sollte man lieber mal Ursachenforschung betreiben, was denjenigen zu einem Fremdkuss verleitet hat. Ich würde mir zumindest so meine Gedanken machen, wieso so was passieren kann - da stimmt dann ja was nicht in der Beziehung, sonst hat man Fremdküsserei nicht nötig.

Tut mir leid, harte Worte, aber so isses doch?

Art der Beziehung
Jede Beziehung ist natürlich unterschiedlich. Allerdings spreche ich aus meinen Erfahrungen und aus meiner Sichtweise.
Allerdings machen ein paar Aussagen von Dir mich irgendwie neugierig: Du schreibst, daß wenn Du rumgeknutscht hättest und Dein Freund das erfahren würde, würde er garantiert Schluss machen. Für Dich wäre das aber kein Grund, Schluss zu machen. Also habt ihr bezüglich dieses Punktes unterschiedliche Ansichten, vermeidet aber die Konfrontation, damit dies nicht zum Reibungspunkt wird.
(Klar, das kann ich nachvollziehen, allerdings käme es für mich persönlich nicht in Frage, da ich Ehrlichkeit in der Beziehung auf der Prioritätenliste ganz weit oben habe. Ein Kuss wäre für mich kein Grund Schluß zu machen, das Herausfinden von verschwiegenen Tatsachen je nach schwere schon.)
Des Weiteren schreibst Du noch, dass ein Fremdkuss den Schluss zuläßt, das etwas in der Beziehung nicht stimmt. Allerdings wäre das kein Grund, Schluss zu machen. Letztendlich würde Dein Handeln also von der Angst bestimmt. Also aus einer Emotion heraus. Das hört sich für mich nicht nach einer starken Vertrauensbasis in der Beziehung an.

Und noch einige allgemeine Fragen bzw. Bemerkungen:
-Gibt es überhaupt eine Beziehung, (außer vielleicht eine gerade angefangene) in der alles stimmt, also der Partner in jeder Beziehung den Bedürfnissen des Partners entsprechen kann?
-Ist nicht jeder Mensch anders und in diesem Fall, deswegen auch die Erfahrung eines Kusses mit einem anderen Menschen als den eigenen Partner eine neue Erfahrung, also etwas anderes? Die meisten Menschen haben ja eine recht große Neugier nach neuen Erfahrungen und ein Kuss mit einem anderen Menschen braucht aus meiner Sicht kein Hinweis auf ein Problem in der Beziehung zu sein. Allein die Neugier eines Menschen kann schon ausreichend Veranlassung zum Probieren geben.

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23. August 2006 um 20:52

Ich weiss, was du meinst
Mir ist vor einem Monat was ähnliches passiert. Ich bin mit meinem freund jetzt fast 2 Jahre zusammen, war 2-3 wochen bei meinen eltern, dann zurück, die selbe kälte, die du meinst, hat mich auch zum nachdenken gebracht. dann hat er mir erzählt, dass er besoffen mit ner frau abgestürzt ist. Dass er sich schämen würde und es ihm leid tut, dass er mir so weh getan hat.. Ich weiss leider keine antwort auf deine frage.. Ich kann genauso wenig mit ihm schluss machen.. Aber es ist nichts dasselbe.. Zudem noch schickt sie noch sms und soweiter.. Und ich werde ihm nicht sagen, du darfst kein kontakt mit ihr haben. Er muss schon selber darauf kommen. Muss man wirklich für etwas, woran man sich nicht einmal erinnern kann, alles aufs spiel setzen.. Ich bin schon ganz paranoid geworden. Bin eigentlich überhaupt kein eifersüchtiger mensch. Aber wenn ich anrufe und er nicht drangeht, denke ich, dass er mt ihr ist. Was ich mache ist, nach vielen schmerzhaften und mit streiten und tränen geschmückten wochen, einfach alles mal sein lassen. Vielleicht wirds besser. Vielleicht auch nicht. Werden wir sehen. Hoffe, für uns beide läuft alles ab jetzt besser. Wenn diese typen einfach arschlöcher sind, die sich wie 15jährige benehmen wollen, dann bitte ohe mich.

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23. August 2006 um 22:42
In Antwort auf kaija_12341546

Ich weiss, was du meinst
Mir ist vor einem Monat was ähnliches passiert. Ich bin mit meinem freund jetzt fast 2 Jahre zusammen, war 2-3 wochen bei meinen eltern, dann zurück, die selbe kälte, die du meinst, hat mich auch zum nachdenken gebracht. dann hat er mir erzählt, dass er besoffen mit ner frau abgestürzt ist. Dass er sich schämen würde und es ihm leid tut, dass er mir so weh getan hat.. Ich weiss leider keine antwort auf deine frage.. Ich kann genauso wenig mit ihm schluss machen.. Aber es ist nichts dasselbe.. Zudem noch schickt sie noch sms und soweiter.. Und ich werde ihm nicht sagen, du darfst kein kontakt mit ihr haben. Er muss schon selber darauf kommen. Muss man wirklich für etwas, woran man sich nicht einmal erinnern kann, alles aufs spiel setzen.. Ich bin schon ganz paranoid geworden. Bin eigentlich überhaupt kein eifersüchtiger mensch. Aber wenn ich anrufe und er nicht drangeht, denke ich, dass er mt ihr ist. Was ich mache ist, nach vielen schmerzhaften und mit streiten und tränen geschmückten wochen, einfach alles mal sein lassen. Vielleicht wirds besser. Vielleicht auch nicht. Werden wir sehen. Hoffe, für uns beide läuft alles ab jetzt besser. Wenn diese typen einfach arschlöcher sind, die sich wie 15jährige benehmen wollen, dann bitte ohe mich.

Boah tut das gut
Hey. Du glaubst gar nicht wie gut es tut, nicht alleine mit seinen Sorgen zu sein und zu wissen, dass Anderen so etwas auch passiert. Neben den ganzen anderen Einträgen hier fühle ich mich schon ein bisschen seltsam, weil er ja eigentlich NUR einmal mit ner Anderen rumgeknutscht hat und das auch noch besoffen und es total bereut. Das kann man natürlich nicht mit monatelangen Affären oder Fremdgehen mit der besten Freundin vergleichen. Für mich ist es trotzdem ein großer Vertrauensbruch und Schlag ins Gesicht gewesen und alles was du schreibst, kann ich nur bestätigen!!! Er triffst sich gerade mit 2 Kumpels zum "DVD gucken". Normalerweise überhaupt kein Ding und nichts, wo ich auch nur ne Sekunde drüber nachdenke. Jetzt sitze ich hier ganz nervös und frage mich die ganze Zeit, ob er mir auch die Wahrheit gesagt hat oder ob er jetzt schon wieder besoffen irgendwo in ner Kneipe sitzt und gleich mit den Jungs um die Häuser zieht und das gleiche wieder passiert. VÖLLIG BESCHEUERT, weil ich genau weiß, dass es ihm eine große Lehre war und er mir absolut beweisen will, wie ernst es ihm mit mir ist und dass ich ihm vertrauen kann. Trotzdem ist da dieses ständige Mißtrauen und dieses ewige "Auf der Hut sein", weil er mir ja wieder soo weh tun könnte. Super fies diese Gefühle. Klar, kann er sich nicht mehr dran erinnern und ich weiß auch, dass man für sowas keine Beziehung aufs Spiel setzen sollte: Trotzdem tuts immer noch sehr weh und ich frage mich, wann ich ihm wieder voll vertrauen kann und ob es wirklich einmalig war...hattest du auch zwischenzeitlich so einen Drang, es ihm heimzuzahlen und das gleiche zu machen, damit er mal merkt wie es sich anfühlt und um irgendwie eine Art Ausgleich zu schaffen und sich nicht mehr so scheisse zu fühlen? Bescheuert. Würd ich auch nie machen, hab ich gar nicht nötig...aber die Gedanken kommen manchmal. Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel kraft und dass die Zeit alle wunden heilt!!! Männer sind doch echt Schweine

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