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Frage: Partner/in mit Kind- NoGo?

15. Januar um 23:48 Letzte Antwort: 21. Januar um 1:18

Hallo Ihr Lieben,

meine letzte Beziehung ging u.a. in die Brüche, weil mein Ex eine kleine Tochter (im Wochenwechsel betreut) hatte. 
Ich (kinderlos, 38) dachte nie, dass Kinder generell ein No-Go seien, fand es aber sehr anstrengend, weil ich denke:

Kind sollte immer Nr. 1 sein
Druck des Mannes da war, wieder eine Familie zu sein- was nicht meine Rolle ist.
Es schwieig war meine Rolle zu finden: Fand viele Erziehungsentscheidungen seinerseits Mist (Helikopter!) und musste mit den Konsequenzen leben (uneigenständiges, verwöhntes Kind), durfte aber nix sagen. 
Absprachen mit der Mutter waren nervig

Ich habe generell das Gefühl, dass es bei Diskussionen mit Patchwork zumeist um das Wohl der Kinder geht- das ist gut so! Trotzdem musste ich erfahren, dass die "Stiefelternrolle" eine undankbare ist- erziehen unerwünscht, aber Bespaßen und Klappe halten bitte sehr.

Ich finde es toll und eigentlich selbstverständlich, , wenn sich Eltern verantwortungsbewusst und engagiert um ihre Kinder mit der/dem Ex kümmern. Aber dieses Wechselmodell und andere Faktoren sind sehr schwierig, für den neuen Partner, oder? 
 

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16. Januar um 0:45

Ich fühle dich so! Bin jetzt seit 1.5Jahren in einer Beziehung mit meinem Freund. Er hat ein Sohn 11J. Auch ich finde es gut dass er sich so um das Kind kümmert. Aber dabei wird er nur verwöhnt und verzogen. Meine Meinung ist dabei klar nicht erwünscht. Ich fliehe dann immer aus unserem gemeinsamen Zuhause. Den meisten wird nur an der Konsole gegspielt... meine Ideen von etwas basteln oder unternehmen sind nie gut genug. Und sowieso.. er streitet lieber mit mir als mal seiner Ex zu sagen was man eventuell gemeinsam verändern sollte... ich muss mich so zusammen reissen.

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16. Januar um 0:58

Mann mit Kind ist ein absolutes NoGO. Ich mag keine Kinder und ärgere mich sicher nicht mit dem Kind von jemand anderen rum. 

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16. Januar um 4:47

Das ist eine sehr schwierige Situation. Wenn man selber Kinder hat, kann ein Partner ohne Kinder einen garnicht verstehen. Sucht man sich jemand mit Kindern ist es genauso schwierig. Die eigenen stehen einem am nächsten und ein zusammen wohnen ist noch schwieriger. Am besten Single bleiben , die Kinder alleine groß ziehen und dann neu starten. 

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16. Januar um 8:16
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Hallo Ihr Lieben,

meine letzte Beziehung ging u.a. in die Brüche, weil mein Ex eine kleine Tochter (im Wochenwechsel betreut) hatte. 
Ich (kinderlos, 38) dachte nie, dass Kinder generell ein No-Go seien, fand es aber sehr anstrengend, weil ich denke:

Kind sollte immer Nr. 1 sein
Druck des Mannes da war, wieder eine Familie zu sein- was nicht meine Rolle ist.
Es schwieig war meine Rolle zu finden: Fand viele Erziehungsentscheidungen seinerseits Mist (Helikopter!) und musste mit den Konsequenzen leben (uneigenständiges, verwöhntes Kind), durfte aber nix sagen. 
Absprachen mit der Mutter waren nervig

Ich habe generell das Gefühl, dass es bei Diskussionen mit Patchwork zumeist um das Wohl der Kinder geht- das ist gut so! Trotzdem musste ich erfahren, dass die "Stiefelternrolle" eine undankbare ist- erziehen unerwünscht, aber Bespaßen und Klappe halten bitte sehr.

Ich finde es toll und eigentlich selbstverständlich, , wenn sich Eltern verantwortungsbewusst und engagiert um ihre Kinder mit der/dem Ex kümmern. Aber dieses Wechselmodell und andere Faktoren sind sehr schwierig, für den neuen Partner, oder? 
 

Du verwechselst da etwas, denn laut deinem letzten Thread aus dem Jahr 2019, hat der Vater sein eigenes 5 Jähriges Kind geschlagen. Demnach schließe ich das eure Beziehung nicht (!) am Kind gescheitert ist, sondern an deiner falschen Partnerwahl.

Er hätte dir eines Tages ebenso verbal oder körperlich Gewalt angetan, bei jeder Überforderung. 

Warum erwähnst seine Empathielosigkeit nicht?

Warum sollte das Kind am Charakter des Vaters Schuld sein? 

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16. Januar um 8:43

Ein No go war hier der unmögliche Kerl und weniger das Kind.
 
aber zum Thena: Ein Partner mit Kind ist natürlich kein No go, wir sind ja keine Monster. Aber man braucht dafür auch Empathie, Geduld und Verständnis, man muss mit vielen Faktoren klar kommen, u.a. dass ein Ex ggf ständig präsent ist. Dass das Kind No 1 ist, eh klar. An das kommt kein Partner ran. Auch Erziehung ist für viele Kinderlose ein Mysterium, entweder man vernachlässigt das Kind oder verwöhnt es 😎. Ich finde es vollig okay, zu sagen, dass ds snix für einen ist. Lieber ehrlich als jahrelang gute Miene zum bösen Spiel. 

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16. Januar um 8:57
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Hallo Ihr Lieben,

meine letzte Beziehung ging u.a. in die Brüche, weil mein Ex eine kleine Tochter (im Wochenwechsel betreut) hatte. 
Ich (kinderlos, 38) dachte nie, dass Kinder generell ein No-Go seien, fand es aber sehr anstrengend, weil ich denke:

Kind sollte immer Nr. 1 sein
Druck des Mannes da war, wieder eine Familie zu sein- was nicht meine Rolle ist.
Es schwieig war meine Rolle zu finden: Fand viele Erziehungsentscheidungen seinerseits Mist (Helikopter!) und musste mit den Konsequenzen leben (uneigenständiges, verwöhntes Kind), durfte aber nix sagen. 
Absprachen mit der Mutter waren nervig

Ich habe generell das Gefühl, dass es bei Diskussionen mit Patchwork zumeist um das Wohl der Kinder geht- das ist gut so! Trotzdem musste ich erfahren, dass die "Stiefelternrolle" eine undankbare ist- erziehen unerwünscht, aber Bespaßen und Klappe halten bitte sehr.

Ich finde es toll und eigentlich selbstverständlich, , wenn sich Eltern verantwortungsbewusst und engagiert um ihre Kinder mit der/dem Ex kümmern. Aber dieses Wechselmodell und andere Faktoren sind sehr schwierig, für den neuen Partner, oder? 
 

Ich denke, es ist kompliziert und alles muss passen. Aber dass es schwer ist, mit neuen Partnern.

Man sollte dann schon gemeinsame Überlegungen haben. Man kann sich am neuen Partner eben dann nicht nur die Rosinen rauspicken. Wenn man eine Stiefelternrolle hat, sollte man auch "Stiefelternrechte" haben, und sich auch aktiv in die "Erziehung" einbringen. Und das ist auch wieder ein Problem: Da hat ja jeder seine eigene Vorstellung, wie mit Kindern umgegangen werden sollte. Und ich denke, dass es grundsätzlich nicht funktioniert, wenn der neue Partner nicht grundsätzlich Kinder mag.

Ich denke, dass Stiefelternsein nicht grundsätzlich undankbar ist. Aber das hängt eben von vielen Faktoren ab. Von J. Juul gibts zu dem Thema ein Buch. Stiefeltern werden dort als "Bonuseltern" betrachtet, aber er lehnt das klassische "erziehen" sowieso ab. Ihm geht es um wertschätzenden Umgang und Intergrität. Ich denke, dass auf diese Wiese harmonisches Patchworkleben möglich sit.

Aber viele getrennte Paare haben das Problem, dass zumindest einer ein schlechtes Gewissen mit dem fehlenden Setzen von (persönlichen) Grenzen kompensieren möchte.

Wie gesagt: Ich denke Patchwork ist für alle schwierig, nicht nur für den neuen Partner.
Ich finde es aber gut, wenn du sagst: Da sist nichts für mich! Und deine Konsequenzen ziehst. Anstatt das irgendwie durchwurschteln zu wollen.

Dann ist eben ein Partner mit Kidn ein no-go. Du hast es probiert, es ist nichts. Das ist ok. No-gos sollte man meiner Meinung nach meist erst festlegen, wenn man es zumindest versucht hat.

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16. Januar um 9:07
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Ein No go war hier der unmögliche Kerl und weniger das Kind.
 
aber zum Thena: Ein Partner mit Kind ist natürlich kein No go, wir sind ja keine Monster. Aber man braucht dafür auch Empathie, Geduld und Verständnis, man muss mit vielen Faktoren klar kommen, u.a. dass ein Ex ggf ständig präsent ist. Dass das Kind No 1 ist, eh klar. An das kommt kein Partner ran. Auch Erziehung ist für viele Kinderlose ein Mysterium, entweder man vernachlässigt das Kind oder verwöhnt es 😎. Ich finde es vollig okay, zu sagen, dass ds snix für einen ist. Lieber ehrlich als jahrelang gute Miene zum bösen Spiel. 

Das mit dem Mysterium stimmt allerdings, ist noch gar nicht lange her als ich auch mal so dachte, von daher kann ich diese Denkweise, " Kids sind zu verwöhnt oder vernachlässigt " recht gut nachvollziehen. 

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16. Januar um 9:09

Ich antworte Dir mal nicht aus "erster Hand", da ich zusammen mit meiner Partnerin -und unseren Kindern- nur die ungeteilte leibliche Elternschaft kenne, und wir auch immer ein Paar waren.
Aber aus dem Freundeskreis kennt man ja Debatten zu dem Thema.
Ich sage Dir: stehe zu dem, was Du empfindest. Es gibt ja nun den Zeitgeist, der Patchwork mit Wechselmodell etc. in den Himmel lobt, und ein Ansprechen der Schattenseiten ist mit Tabu belegt. Insofern möchte ich Dich bestärken, das auszusprechen, was Du empfindest.
In Eurem "Viereck" (Du, sie, das Kind, der leibliche Vater) scheint es ja ausgesprochen schlecht gelaufen zu sein. Ich will damit nicht sagen, dass das immer schiefgehen muss.
Ich kenne etliche Familien, wo "im zweiten Versuch" eine solche draus wurde - und auch sehr gut funktionierende, soweit man das vom Horizont des Freundeskreises aus sagen kann.
Ich sehe es wie Du, dass ich an "Patchwork" Zweifel habe. Am Modell des Zahlvaters übrigens nicht minder.
Ein "Betroffener" packte es mal in die saloppe Formulierung:
"Vater ist derjenige, der das Fahrrad repariert."
Ich denke, da steckt eine Menge Wahrheit drinn, und ebendiese Rolle ist Dir wohl verwehrt geblieben, gescheitert am Velikoptervater aus der "Patchwork"-Konstellation.
Ich kenne es von einem anderen, der sagte es klipp und klar: alles außer Adoption ist Mist.
Ich kenne mehrere Familien, wo der Erzeuger ihres Ersten irgendwo weit im Hintergrund war. Aus der Sicht dieses Mannes kann man das als ein tragisches Schicksal betrachten - er hat neben der Frau auch sein Kind (weitgehend) verloren. An einen anderen Mann, um es mal klar zu sagen. Aber immerhin war auf diese Weise eine stabile Familie entstanden.
Ich hätt noch eine Formulierung: Vater ist derjenige, der mit der Mutter das Bett teilt. Das würde der klassischen Adoption nahekommen.
Wenn Du -was ich Deinen Worten entnehme- offen für Liebe und Erziehungsverantwortung für ihr Kind bist, dann denke auch drüber nach, ob Du bereit wärst, wirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen - ergo, ihn aus der Zahlungspflicht zu entlassen.
Ich wünsche Dir alles Gute - egal ob Du mal in die Elternschaft von der Zeugung an, oder in der hier beschriebenen Weise findest. 
 

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16. Januar um 11:27
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Ich antworte Dir mal nicht aus "erster Hand", da ich zusammen mit meiner Partnerin -und unseren Kindern- nur die ungeteilte leibliche Elternschaft kenne, und wir auch immer ein Paar waren.
Aber aus dem Freundeskreis kennt man ja Debatten zu dem Thema.
Ich sage Dir: stehe zu dem, was Du empfindest. Es gibt ja nun den Zeitgeist, der Patchwork mit Wechselmodell etc. in den Himmel lobt, und ein Ansprechen der Schattenseiten ist mit Tabu belegt. Insofern möchte ich Dich bestärken, das auszusprechen, was Du empfindest.
In Eurem "Viereck" (Du, sie, das Kind, der leibliche Vater) scheint es ja ausgesprochen schlecht gelaufen zu sein. Ich will damit nicht sagen, dass das immer schiefgehen muss.
Ich kenne etliche Familien, wo "im zweiten Versuch" eine solche draus wurde - und auch sehr gut funktionierende, soweit man das vom Horizont des Freundeskreises aus sagen kann.
Ich sehe es wie Du, dass ich an "Patchwork" Zweifel habe. Am Modell des Zahlvaters übrigens nicht minder.
Ein "Betroffener" packte es mal in die saloppe Formulierung:
"Vater ist derjenige, der das Fahrrad repariert."
Ich denke, da steckt eine Menge Wahrheit drinn, und ebendiese Rolle ist Dir wohl verwehrt geblieben, gescheitert am Velikoptervater aus der "Patchwork"-Konstellation.
Ich kenne es von einem anderen, der sagte es klipp und klar: alles außer Adoption ist Mist.
Ich kenne mehrere Familien, wo der Erzeuger ihres Ersten irgendwo weit im Hintergrund war. Aus der Sicht dieses Mannes kann man das als ein tragisches Schicksal betrachten - er hat neben der Frau auch sein Kind (weitgehend) verloren. An einen anderen Mann, um es mal klar zu sagen. Aber immerhin war auf diese Weise eine stabile Familie entstanden.
Ich hätt noch eine Formulierung: Vater ist derjenige, der mit der Mutter das Bett teilt. Das würde der klassischen Adoption nahekommen.
Wenn Du -was ich Deinen Worten entnehme- offen für Liebe und Erziehungsverantwortung für ihr Kind bist, dann denke auch drüber nach, ob Du bereit wärst, wirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen - ergo, ihn aus der Zahlungspflicht zu entlassen.
Ich wünsche Dir alles Gute - egal ob Du mal in die Elternschaft von der Zeugung an, oder in der hier beschriebenen Weise findest. 
 

Naja, was soll es schon für Schattenseiten geben? Da gibt es Schattenseiten in der Erziehung und Betreuung wie bei jeder Familie auch, augenscheinlich etwas anders ausgetragen. Eltern die ihre Verantwortung übernehmen, tun dies auch nach der Trennung, es wird innerhalb einer Partnerschaft helikoptert und außerhalb. Zoff und Konfliktgespräche über unterschiedliche Ansichten und Einstellungen gibt ebenfalls innerhalb und außerhalb des herkömmlichen Familienlebens. 

Zoff muss auch mal sein, aber kein vernichtender über den Rücken der Kinder ausgetragener Konflikt.  

Ich verbuche das unter Vielfalt und Flexibilität. Unser Kind wächst im Wechsmodell auf. Sein Vater und ich sind im Bedarfsfall täglich erreichbar, und auch physisch verfügbar wenn Notwendigkeit besteht. Dann vertreten wir uns bei Bedarf gegenseitig in der Betreuung. Stursein, unflexibel oder pingelig sein, und das Abwiegen von "mein und dein" wenn es um das Kind geht schadet Kindern...so oder so.  Ich erfahre im Allgemeinen viel mehr Unzufriedenheit  bzw. Konflikte und Unstimmigkeiten im Alltag, wenn ich unflexibel und rechthaberisch bin....das ist nach der Trennung bei der Betreuung der Kinder nicht anders. 

Was mir persönlich oftmals auffällt, ist, dass viele ihre Trennung nicht abschließend verarbeitet haben und -wie in jedem Lebensmodell auch- die eigenen Defizite, das eigene Leid/ den Kummer auf das Kind projizieren. 
 

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16. Januar um 14:26

Also ich selbst war Stiefmutter, mein Kind ist jetzt ebenfalls ein Stiefkind und muss sagen - nein, das muss nicht so sein. Es kommt aber immer darauf an. Die Mutter meiner Stiefkinder war recht offen für Anregungen und mit ihr konnte man gut reden, sobei ich mich eher als Freundin für die Kinder gesehen habe. Jetzt nach meiner Trennung wurde es aber teilweise recht anstrengend, weil mein Ex-Partner ebenfalls neu liiert ist und die neue Beziehung extrem eifersüchtig war bzw teilweise auch immer noch ist. Mir wurde noch Interesse am Ex unterstellt (nee bitte, den hab ich ja freiwillig abgegeben) und auch ständig über die Erziehung der Kinder gemeckert und das teilweise SEHR unwürdig. Da musste ich schon einige Ansagen loslassen und hab auch klar meinem Ex gesagt, dass er unser Kind nur noch alleine sehen darf, wenn sich das nicht bessert. Das hat etwas genützt.
Bei mir selbst neuem Partner hat alles gut geklappt, mein Kind ist aber auch sehr offen und pflegeleicht... Die hat ihn einfach von Beginn an quasi adoptiert. Wobei ich nie einen Vaterersatz gesucht habe, den gibts ja auch noch. Auch, dass mein Ex noch ständig hier rumhüpft ist und wir quasi ständig im Kontakt stehen ist kein Problem für ihn. Ich kann mir aber vorstellen, dass genau der Punkt für viele schwer zu verdauen ist. Ich stimme meiner Vorschreiberin zu, man muss flexibel und offen bleiben in so einer Beziehung und wegkommen von der "klassischen" Beziehung, in der es nur noch du und ich gibt. Schattenseiten gibt es immer, auch in traditionellen Familien und Beziehungen. Natürlich kann man sich auch nicht trennen und ewig in einer lieblosen Beziehung rumhängen und den Kindern falsche Bilder vorleben... Aber ob das so viel besser ist...

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19. Januar um 0:49
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Hallo Ihr Lieben,

meine letzte Beziehung ging u.a. in die Brüche, weil mein Ex eine kleine Tochter (im Wochenwechsel betreut) hatte. 
Ich (kinderlos, 38) dachte nie, dass Kinder generell ein No-Go seien, fand es aber sehr anstrengend, weil ich denke:

Kind sollte immer Nr. 1 sein
Druck des Mannes da war, wieder eine Familie zu sein- was nicht meine Rolle ist.
Es schwieig war meine Rolle zu finden: Fand viele Erziehungsentscheidungen seinerseits Mist (Helikopter!) und musste mit den Konsequenzen leben (uneigenständiges, verwöhntes Kind), durfte aber nix sagen. 
Absprachen mit der Mutter waren nervig

Ich habe generell das Gefühl, dass es bei Diskussionen mit Patchwork zumeist um das Wohl der Kinder geht- das ist gut so! Trotzdem musste ich erfahren, dass die "Stiefelternrolle" eine undankbare ist- erziehen unerwünscht, aber Bespaßen und Klappe halten bitte sehr.

Ich finde es toll und eigentlich selbstverständlich, , wenn sich Eltern verantwortungsbewusst und engagiert um ihre Kinder mit der/dem Ex kümmern. Aber dieses Wechselmodell und andere Faktoren sind sehr schwierig, für den neuen Partner, oder? 
 

Ich habe eine Frau geheiratet, die Kinder mit in die Ehe gebracht hat. Das war für mich, selbst kinderlos und eigentlich ohne irgendein Bedürfnis oder einen Wunsch nach Kindern, eine ziemlich große Umstellung. Ich musste erst lernen, Kinder überhaupt im Haus zu ertragen und wie man sie erzieht.

Natürlich hatte meine Frau zunächst das Sagen und anfangs konnte ich da auch noch nicht mitreden, aber als wir dann zusammen wohnten, habe ich sehr wohl auch Dinge angesprochen, die mich störten. Immerhin lebte ich ja auch in diesem Haushalt und auch meine Bedürfnisse sollten erfüllt werden. Ich halte nämlich gar nichts davon, wenn Eltern immer hinter ihren Kindern zurückstecken. Wenn sie noch ganz klein sind und noch hilflos, dann geht das oft nicht anders, aber von älteren Kindern kann man durchaus auch Rücksichtnahme und Selbständigkeit erwarten. Man muss ihnen das aber erst einmal beibringen. Zum Glück war meine Frau keine Helikoptermutter, denn das hätte ich wohl nicht sehr lange ertragen. Nur Bespaßen und sonst Klappe halten wäre für mich ab dem Moment undenkbar gewesen, als wir alle zusammen in einen Haushalt gezogen sind. Das kann man machen, wenn man getrennt wohnt, aber dann auch nur, wenn es einen selbst nicht betrifft. Auch wenn man "nur" beim Partner übernachtet, muss man nicht dulden, wenn die Kinder sich einem gegenüber daneben benehmen.

Gut, das Wechselmodell mit dem Kindsvater gab es bei uns nicht, denn der Ex hat sich schlichtweg gar nicht um seine Kinder gekümmert. Er hat gezahlt, mehr aber auch nicht. Wir hätten uns das aber für die Kinder gewünscht, denn nun sind sie erwachsen und haben ihren Vater seit etwa 20 Jahren nicht mehr gesehen. Das ist traurig!

Ich denke, ob eine Patchworkfamilie klappt oder nicht, hängt von den beteiligten Personen ab. Ohne Kompromisse geht es nunmal nicht. So wie sich das bei dir liest, war von Kompromissbereitschaft bei deinem Partner nicht viel zu sehen und da verstehe ich schon, dass das auf Dauer nichts wird.

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19. Januar um 0:51
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Ich fühle dich so! Bin jetzt seit 1.5Jahren in einer Beziehung mit meinem Freund. Er hat ein Sohn 11J. Auch ich finde es gut dass er sich so um das Kind kümmert. Aber dabei wird er nur verwöhnt und verzogen. Meine Meinung ist dabei klar nicht erwünscht. Ich fliehe dann immer aus unserem gemeinsamen Zuhause. Den meisten wird nur an der Konsole gegspielt... meine Ideen von etwas basteln oder unternehmen sind nie gut genug. Und sowieso.. er streitet lieber mit mir als mal seiner Ex zu sagen was man eventuell gemeinsam verändern sollte... ich muss mich so zusammen reissen.

Nein, das musst du nicht. Sag deinem Partner die Meinung, ihr wohnt zusammen, also hast du genau so viele Rechte wie er. Du wohnst da auch, also darfst du sehr wohl auch Bedingungen aufstellen, wie die Besuche des Kindes zu laufen haben. 

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19. Januar um 7:57

Würde nie einen Partner mit Kind in Erwägung ziehen. Ich will nicht nur selbst kein Kind austragen, ich will diesen ganzen Kinder-Lifestyle nicht, und den bekommt man beim Stiefkind/Partnerkind einfach "gratis" dazu.

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20. Januar um 21:16

Danke für die teilweise sehr reflektierten und interessanten Beiträge!

Ich denke nach wie vor, dass das Wechselmodell für einen neuen Partner wohl am schwieirgsten ist- das ist dann halbes Kind plus Rattenschwanz plus Wahrscheinlichkeit, dass der Partner aufgrund des schlechten Gewissens/Kompensation/Wettbewerb mit der Ex das Kind nicht vernünftig erzieht. 
Auch wenn es für die Kinder natürlich am besten ist, beide Eltern gleichwertig zu behalten!
Wie so oft, sind Kompromisse und Kommunikationsbereitschaft gefragt...
Ich habe nichts gegen (Stief) Kinder, aber da ich mich in meiner letzten Beziehung diesbezüglich unter Druck gesetzt gefühlt habe ("wieso hopst Du nicht mit ihr 2h auf dem Spielplatz rum?!) hoffe ich dennoch für mich auf eine nächste Liebe, die so frei ist wie ich.
Oder wenigstens auf einen Menschen, der es anerkennt, dass seine Kinder kein Lottogewinn für mich sind und mir Zeit und Freiraum lin der Beziehung lässt, ohne mich sofort zur Mami machen zu wollen!
 

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20. Januar um 21:26
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Danke für die teilweise sehr reflektierten und interessanten Beiträge!

Ich denke nach wie vor, dass das Wechselmodell für einen neuen Partner wohl am schwieirgsten ist- das ist dann halbes Kind plus Rattenschwanz plus Wahrscheinlichkeit, dass der Partner aufgrund des schlechten Gewissens/Kompensation/Wettbewerb mit der Ex das Kind nicht vernünftig erzieht. 
Auch wenn es für die Kinder natürlich am besten ist, beide Eltern gleichwertig zu behalten!
Wie so oft, sind Kompromisse und Kommunikationsbereitschaft gefragt...
Ich habe nichts gegen (Stief) Kinder, aber da ich mich in meiner letzten Beziehung diesbezüglich unter Druck gesetzt gefühlt habe ("wieso hopst Du nicht mit ihr 2h auf dem Spielplatz rum?!) hoffe ich dennoch für mich auf eine nächste Liebe, die so frei ist wie ich.
Oder wenigstens auf einen Menschen, der es anerkennt, dass seine Kinder kein Lottogewinn für mich sind und mir Zeit und Freiraum lin der Beziehung lässt, ohne mich sofort zur Mami machen zu wollen!
 

Das ist etwas, das vor allem Männer (aber auch manche Frauen) gerne machen: den/die neue/n Partner/in sofort zur Ersatzmama/-papa machen.

Bei manchen Männern habe ich den Eindruck, dass sie mit ihren Kindern gar nicht recht viel anzufangen wissen und froh sind, wenn ihnen die neue Partnerin die Kinder abnimmt. Wenn noch keine neue Partnerin am Start ist, dann werden die Kinder zu den Großeltern gebracht, damit die sich an den Besuchstagen kümmern. 

Ich finde das reichlich schräg. Wenn man keine Kinder möchte und gar keine Lust hat, sich um welche zu kümmern, warum bekommt man dann welche?

Bei Frauen habe ich das seltener gesehen und wenn, dann war die Frau überfordert. Wie die Freundin eines Kumpels, die mit ihren drei Kindern schlichtweg überfordert war und sie meinem Kumpel mehr oder weniger in die Hand gedrückt hat mit den Worten "Mach du mal!". Diese Frau suchte definitiv einen Versorger und Ersatzpapa, nachdem die Väter der Kinder da offensichtlich unfähig waren. 

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20. Januar um 22:37

Jetzt merk ich, dass ich Deine Geschichte missverstanden, und Dich für den neuen -männlichen- Partner gehalten hab. Aber auch "so rum" gilt es wohl genau so, dass das Wechselmodell seine Tücken hat.
Aber was Du zu dem "Helikopter" sagtest, da war es eben nicht ein Ex-Partner, der dazwischenfunkte, sondern da waren es wohl doch unterschiedliche Ansichten direkt im Verhältnis zu dem Menschen, mit dem Du zusammenzuleben versucht hattest.

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20. Januar um 22:50
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Jetzt merk ich, dass ich Deine Geschichte missverstanden, und Dich für den neuen -männlichen- Partner gehalten hab. Aber auch "so rum" gilt es wohl genau so, dass das Wechselmodell seine Tücken hat.
Aber was Du zu dem "Helikopter" sagtest, da war es eben nicht ein Ex-Partner, der dazwischenfunkte, sondern da waren es wohl doch unterschiedliche Ansichten direkt im Verhältnis zu dem Menschen, mit dem Du zusammenzuleben versucht hattest.

..genau so war es, ich hatte die Hauptargumente Deines Beitrags aber auch so verstanden- danke dafür! 

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21. Januar um 1:18
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Hallo Ihr Lieben,

meine letzte Beziehung ging u.a. in die Brüche, weil mein Ex eine kleine Tochter (im Wochenwechsel betreut) hatte. 
Ich (kinderlos, 38) dachte nie, dass Kinder generell ein No-Go seien, fand es aber sehr anstrengend, weil ich denke:

Kind sollte immer Nr. 1 sein
Druck des Mannes da war, wieder eine Familie zu sein- was nicht meine Rolle ist.
Es schwieig war meine Rolle zu finden: Fand viele Erziehungsentscheidungen seinerseits Mist (Helikopter!) und musste mit den Konsequenzen leben (uneigenständiges, verwöhntes Kind), durfte aber nix sagen. 
Absprachen mit der Mutter waren nervig

Ich habe generell das Gefühl, dass es bei Diskussionen mit Patchwork zumeist um das Wohl der Kinder geht- das ist gut so! Trotzdem musste ich erfahren, dass die "Stiefelternrolle" eine undankbare ist- erziehen unerwünscht, aber Bespaßen und Klappe halten bitte sehr.

Ich finde es toll und eigentlich selbstverständlich, , wenn sich Eltern verantwortungsbewusst und engagiert um ihre Kinder mit der/dem Ex kümmern. Aber dieses Wechselmodell und andere Faktoren sind sehr schwierig, für den neuen Partner, oder? 
 

Hallo liebe sputniksweetheartine,
ich nehme an, dass du deinem Partner bereits gesagt hast, dass das Familienleben etwas zu viel für dich ist? Denkst du, es ist möglich, dass du dir allein und ihr euch als Paar regelmäßige Auszeiten von den Kindern nehmen könnt? Deine Rolle ist tatsächlich nicht leicht. Ich würde wahrscheinlich an deiner Stelle den Kindern keine Vorschriften machen oder Erziehungsmaßnahmen ergreifen. Das ist Aufgabe des Vaters. Jedoch sollte im Gespräch unter vier Augen mit dem Papa möglich sein, zu besprechen, was für ein Verhalten du dir von den Kindern wünscht. Und er sollte das berücksichtigen. Wenn ihr euch da nicht einigen könnt, stelle ich mir die Sache schwierig vor. Ich weiß nicht, wie alt die Kinder sind. Wenn sie in ein paar Jährchen das Haus verlassen, wäre aussitzen evtl. auch eine Möglichkeit. Zu deiner ursprünglichen Frage: Ich selbst habe zwei Kinder aus meiner geschiedenen Ehe. Sie leben im Wechselmodell. Für mich wäre ein Partner, der keinen Draht zu meinen Kindern hat und sie eben als "lästige Zugabe" zu mir sieht, ein No-Go. Andersherum kann ich jeden verstehen, der kein Bock auf einen Partner mit kleinen Kindern hat. Das sage ich völlig wertungsfrei. Die Lebensmodelle sollten zueinander passen. 

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