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Frage an euch Männer: Schlussmachen wegen 'Bindungsangst'?

19. Februar 2007 um 8:48 Letzte Antwort: 4. Januar 2011 um 17:38

Hallo ihr ,

die folgende Frage geht vor allem an euch Männer (natürlich auch an Frauen, die damit Erfahrung haben):
mit meinem Freund war ich etwas über ein Jahr zusammen. Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden, hatten beide die gleichen Nähe-Distanz-Bedürfnisse , war alles super harmonisch. Wir haben nie gestritten oder ähnliches. Die letzten 2,3 Monate hab ich bemerkt, dass er sich emotional von mir zurückzieht und irre gleichgültig wird, mir nix liebes mehr sagt, etc bin mir vorgekommen wie ein Möbelstück, zum Inventar gehörend sozusagen. Ich wusste nicht woran es liegt, und alles ich das neulich angesprochen habe, sagte er mir auf meine Frage hin, mit uns sei alles in Ordnung, ich solle das nicht alles auf mich beziehen.
Gestern nun hat er Schluss gemacht, ohne Begründung. Die wisse er selber nicht, es sei keine andere Frau im Spiel, noch gäbe es an mir irgendwas verkehrtes, ich hätte alles richtig gemacht; ich hab geweint, er hat geweint . Ich bin ein sehr wacher Mensch, und wir hatten nie irgendwelche schweren Differenzen, hatten viel Spass zusammen, haben viel gelacht. Nur in letzter Zeit hatte ich stark das Gefühl, er sieht mich als selbstverständlich an. Aber kann das zum Grund werden, um Schluss zu machen? Ich weiss auch, dass er (er ist 32) grundsätzlich nicht weiss, wo er im Leben hin will und was er für Ziele hat (Familie , Kinder, ja oder nein?) Kann es sein, man macht Schluss, weil man sich dieser Entscheidung nicht stellen kann oder will? Mir fällt immer wieder dieses Buch ein: High Fidelity, irgendwie fühlt sich das alles gerade genauso an. Wie soll ich mich nun verhalten, wie soll ich das einschätzen?

Danke für eure Antworten.

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4. Januar 2011 um 17:38

Aus der Sicht eines offensichtlich bindungsgestörten Mannes
Hi eyeshadow

Bin auf dieses Forum gestossen, weil mir erst jetzt so recht bewusst ist, dass ich zu einer solchen Spezies gehöre. Ich liebe meine Partnerin - sie ist meine Traumfrau - und dennoch lege ich Aktionen an den Tag die an einen echten "Zickenterror" erinnern. Sie ist die Verständnisvolle und Rücksichtsvolle, nur schön langsam reicht es ihr auch - nur allzu verständlich. Noch weiß ich nicht welches Programm da abläuft, möchte das aber nun für mich selbst ergründen, weil ich sie nicht verlieren möchte. Bei deiner Schilderung habe ich mich ziemlich in der Rolle deines (Ex)Freundes ertappt. ich denke, dass "wir" wissen, wie blöd wir sind uns es aber nicht erklären können. Ich kann meiner Freundin (hoffe, dass sie es noch ist) die Sterne vom Himmel holen, ein gemeinsames Mittagessen bringen wir aber nicht zustande. Mein Conculsio ist einfach, dass "wir" extrem feige sind Gefühle zuzulassen (Ein Indianer kennt keinen Schmerz). Alle meine Beziehungen sind an Verbindlichkeiten gescheitert, beim Thema Hochzeit bekomm ich Beklemmungserscheinungen, auch wenn mein Herz genau sagt: "Das ist SIE du Idiot". Dann schaltet sich wieder das Hirn ein und meint: "Früher hattest du es bequemer etc. pipapo". Ich bin kein isolierter Eremit, habe viele Freunde, lebe gerne, leb gerne in den Tag hinein, also nicht das klassische Eigenbrötlerbild, weiß ganz genau, dass sie die Richtige ist und schaff es nicht mehr ihr das klar zu machen. Wie "wir" das raus kommen, kann ich dir (noch) nicht sagen - deiner Schilderung zufolge (mit Tränen und Co) scheint er es aber ernst zu meinen. Er liebt dich und weiß wahrscheinlich auch, dass er nur an sich selbst scheitert - ich für meinen Teil hoffe das in den Griff zu bekommen. Ihr Frauen seid die besseren Menschen und wir Männer begreifen das langsam und sind derzeit so extrem damit überfordert, dass wir uns immer mehr degenerieren.
LG und alles Gute

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