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Flirten

31. August 2011 um 15:10

Vor einer Weile hab ich mit meinem Freund eine interessante Diskussion geführt, und zwar ging's da u.a. ums Flirten.

Wir sind dabei darauf gekommen, dass wir uns in dieser Hinsicht einig sind: Für uns ist Flirten etwas, das per Definition unverbindlich ist und wovon sich niemand etwas erwarten sollte.
Einfach ein freches, freundliches, ab und zu etwas zweideutiges Kommunizieren mit dem anderen (oder gelegentlich auch gleichen) Geschlecht, das für alle Beteiligten die Laune hebt und das Ego stärkt.

Und wenn's nur heißt, dass mein Freund oder ich morgens zum Bäcker gehen und dort die junge Angestellte mit ein paar frechen (nicht anzüglichen) Sprüchen zum Lachen und auch ein wenig zum Erröten bringen ^^

Ich seh dabei eine klare Grenze zur Aufdringlichkeit... wenn sich jemand dabei nicht wohlfühlt, hat es seinen Sinn verfehlt.

Tja, das dachte ich.

Mittlerweile hab ich mitbekommen, dass das für manche Leute wohl komplett anders ist, und zwar sehen diese das bereits als ernsthafte Interessensbekundung, wobei die für mich so wichtige Unverbindlichkeit komplett flöten geht.
Das ist teilweise kulturell bedingt... aber nicht nur. Ich weiß zwar, dass viele Ausländer das so empfinden, weil sie das vermutlich so gewohnt sind, aber mein Umfeld ist eher weniger multikulturell und selbst da scheiden sich die Geister an diesem Thema.

Ich hab mal von einer Brasilianerin erzählt bekommen, dass es bei ihnen eigentlich ganz normal ist, dass Männer fremden Frauen innerhalb aller Altersgruppen Komplimente machen (und dann aber nicht gleich glauben, sie könnten jetzt deshalb drüberrutschen) und diese sich darüber freuen, sich aber auch nicht gleich bedrängt fühlen, weil dort eben diese Unverbindlichkeit herrscht.

Hierzulande kenne ich verdammt wenig Leute, die nicht gleich versuchen würden, bei der Person zu landen, sobald sie ein Kompliment positiv aufnimmt. Ist es da noch ein Wunder, dass viele Leute keine Lust mehr haben, freundlich zu Fremden zu sein, wenn das für diese gleich eine Einladung zum Volllabern ist?
Ich meine, ich hab echt keine Lust, jede zweite Person von der Straße kennenzulernen, würde aber von meiner Natur aus doch recht gerne freundlich und witzig sein.

War das hier schon immer so?
Wie sind eure Erfahrungen damit?

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31. August 2011 um 15:35

Um ein guter Spieler zu sein, muss man die Spielregeln verstehen.
Im 2. Weltkrieg behaupten viele amerikanische Soldaten, die in England stationiert waren, das die Frauen in England Schlampen wären. Weißt du warum? Zu der Zeit bedeutete es nichts, wenn jemand in den USA eine Frau küsste, dagegen war es in England die Vorstufe zum Sex.

Hier in Berlin ist ein Flirt in der Regel die Vorstufe für Sex, Beziehungen usw. einfach nur zur Selbstbestätigung Signale auszusenden, finde ich geistig verrückt.

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31. August 2011 um 15:37

Ja...
...es gibt hier tatsächlich kulturelle unterschiede. wenn mir hier eine bauarbeiter hinterher pfeiffen würde und irgendetwas hinterher rufen würde, wäre mir das unangenehm und ich fände es peinlich...in kuba dagegen ist es normal (wir wurden bei ankunft gleich darauf hingewiesen, dass dieses flirten einfach dazu gehört), dass einer frau hinterher geschaut wird und ich fand es dort auch irgendwie nicht peinlich als mir das an einer baustelle passierte...hmm, lag vielleicht auch daran, dass die kubanischen bauarbeiter irgendwie besser aussahen wie die deutschen

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31. August 2011 um 15:39

Meine Erfahrung
ist unter Paaren, dass das Flirten, was die gleiche Bedeutung hat wie im ersten Absatz von Dir geschildert, oft falsch aufgefasst wird. D.h. wir waren uns als Paar einig, da gabs kein Problem. Es fühlten sich meistens die Frauen von mir auf den Schlips getreten. Das ist halt unterschiedlich, mir kommt in meiner Situation vor, je selbstzufriedener eine Frau war, desto entspannter und lustiger die Situation, ohne Anzüglichkeiten, Freibrief etc. oder Eifersucht auf ihren Mann.
Da wird hin und hergeschäcket ohne dass Grenzen überschritten werden, aber wie gesagt, ist mir schon öfters passiert, dass Frauen damit nicht klar kamen und ich mich deswegen auch eigentl. völlig ohne Grund reservierter - nahezu unfreundlich - verhalten hab.

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31. August 2011 um 15:44
In Antwort auf gronw_12834955

Um ein guter Spieler zu sein, muss man die Spielregeln verstehen.
Im 2. Weltkrieg behaupten viele amerikanische Soldaten, die in England stationiert waren, das die Frauen in England Schlampen wären. Weißt du warum? Zu der Zeit bedeutete es nichts, wenn jemand in den USA eine Frau küsste, dagegen war es in England die Vorstufe zum Sex.

Hier in Berlin ist ein Flirt in der Regel die Vorstufe für Sex, Beziehungen usw. einfach nur zur Selbstbestätigung Signale auszusenden, finde ich geistig verrückt.

...
Das heißt, man muss bei euch wirklich mit ernster Miene durch die Gegend laufen, um keine falschen Hoffnungen irgendwo zu wecken?
Ist doch irgendwie traurig... ich red hier ja nicht von eindeutig sexuellen Signalen, sondern einfach nur lockerem Geplänkel - was Leute mit einem Stock im Arsch (im Vergleich zu anderen Ländern) wohl dann schon sehr anzüglich vorkommt...

Mir genügt das schon in Österreich, obwohl ich mir sagen lassen habe, dass es ab München aufwärts noch schlimmer ist *g*

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31. August 2011 um 17:03

Ein Spiel mit dem Feuer
Ja so denke ich das, wenn jemand ungezwungen so im alter von sagen wir 25 mit einer 14 Jährigen flirtet die ihr Praktikum in einem Geschäft macht, er weiß nicht wie alte sie ist, dann kann es schnell passieren das dass Mädchen was ernsteres sieht (jung heißt auch meistens unerfahren). Sowas kann schnell Schwierigkeiten geben.

Aber wenn ein 25 Jähriger mit einer 25 Jährigen oder ungefähr im selber alter sind, sollte man schon wissen wie der Hase läuft, das man es ernst nehmen sollte wenn der derjenige eine Verabredung will oder so .

Man sollte nur mit jemanden flirten den man so ein bisschen kennt und wo man weiß wie die Person reagiert, bei jemanden fremdes kann das ganz leicht nach hinten losgehen.

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31. August 2011 um 17:14
In Antwort auf freya_11948041

Ein Spiel mit dem Feuer
Ja so denke ich das, wenn jemand ungezwungen so im alter von sagen wir 25 mit einer 14 Jährigen flirtet die ihr Praktikum in einem Geschäft macht, er weiß nicht wie alte sie ist, dann kann es schnell passieren das dass Mädchen was ernsteres sieht (jung heißt auch meistens unerfahren). Sowas kann schnell Schwierigkeiten geben.

Aber wenn ein 25 Jähriger mit einer 25 Jährigen oder ungefähr im selber alter sind, sollte man schon wissen wie der Hase läuft, das man es ernst nehmen sollte wenn der derjenige eine Verabredung will oder so .

Man sollte nur mit jemanden flirten den man so ein bisschen kennt und wo man weiß wie die Person reagiert, bei jemanden fremdes kann das ganz leicht nach hinten losgehen.

...
Was verstehst du denn dann in dem Fall unter Flirten?
Schon mehr als nur einfaches Freundlichsein mit frecher Note? Denn wenn man das nur mit Bekannten machen dürfte, wäre das Leben ziemlich fad...

Für mich bedeutet Flirten wie gesagt etwas, das per Definition eben nichts Ernstzunehmendes ist - sondern nur mal ein bisschen Freundlichkeit, ohne gleich was dafür haben zu wollen.

Einfach nur positive Bestätigung auszusenden und auch etwas in der Art zurückzubekommen. Nicht in dem Sinne "boah die könnte ich alle ins Bett kriegen" sondern einfach nur so, dass man gute Laune kriegt.

Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich befremdlich, wenn Freundlichkeit heutzutage bereits automatisch an Bedingungen geknüpft ist, so dass die meisten Leute gar nicht auf die Idee kommen, dass man das auch mal einfach so ohne weitere Hintergedanken machen kann - so dass man sogar besser unfreundlich zu Fremden ist, weil die sich sonst ja noch was erwarten könnten.
Da geht mir der Hut hoch ^^

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31. August 2011 um 17:17

...
Naja, ich glaub, dass bei uns diese Forderungen auch an dieser kulturellen Eigenart liegen - weil sich die betreffenden Subjekte eben nicht vorstellen können, dass man ohne Hintergedanken freundlich sein und mit Leuten Spaß (der nicht aus Sex besteht) haben kann - deshalb interpretieren sie da vielleicht Absichten rein, wo nicht unbedingt welche sind.

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31. August 2011 um 18:13

Das ist mal ein wirklich interessantes Thema
Und da gebe ich auch gern meinen Senf dazu ab

Den Deutschen sagt man ja gern nach, dass sie so gründlich und korrekt seien. Das was auf der einen Seite positiv ist, wirkt sich dann auf der anderen Seite negativ aus...nämlich, dass wir sehr vieles zu ernst nehmen und uns schnell angegriffen fühlen.
Ich traue mich dann auch immer weniger witzige Bemerkungen zu machen, weil sie ja doch falsch verstanden werden könnten und derjenige dann eingeschnappt ist oder sich angemacht fühlt.

Um jetzt speziell aufs Flirten zu sprechen zu kommen: es würde unserer Gesellschaft sehr gut tun, wenn öfters ein paar lockere und freche Bemerkungen fallen würden.
Bei uns auf der Arbeit haben wir gerade eine Auszubildende, die mit Flirten kein Problem hat und das auch richtig versteht. Wir Kollegen im Gegenzug wissen aber auch, dass das einfach flirten ist...nicht mehr und nicht weniger. Aber es lockert den Arbeitsalltag schon sehr auf und trägt zu einer entspannten Atmosphäre bei.

Bei den "falschen" Beteiligten könnte der Schuss aber schnell nach hinten losgehen...leider

Ich würde mich freuen, wenn mehr geflirtet werden würde...und das ganze ohne Hintergedanken!

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31. August 2011 um 19:32


Das ganze Problem ist hier wohl im Begriff "flirten" zu sehen.
Ich persönlich sehs genau wie du.
Positiv gestimmt geht man aus sich heraus, ist einfach nett zu seinen Mitmenschen - egal ob Frau oder Mann.
Oft ist es wie Vertrieb in eigener Sache. Rustikal ausgedrückt: wer f.... will, muss freundlich sein.
OK. Positive, offene Interaktion führt ja auch zu viel besseren Ergebnissen. Bist du selbst gut drauf, wird dir in den meisten Fällen auch freundlich begegnet.
Echt und authentisch geht das aber nur, wenn man selbst tatsächlich die Menschen und den Umgang mit ihnen gerne mag. Solche Menschen tun einfach nur gut, sie machen Spass und nehmen nicht alles so bierernst.
Und dann ist "flirten" einfach nur positiv gestimmte Interaktion, die zielgerichtet sein kann aber nicht sein muss!
Und sollte sie grad wirklich ein bestimmtes Ziel verfolgen - na und?? Ein freundliches Lächeln, dass etwas bewirken soll ist allemal besser als ungerichtete Miesepetrigkeit!

Natürlich sollte man sein Verhalten reflektieren und es den Gebräuchen und dem Nähe-Distanz-Verhalten des jeweiligen Umfeldes anpassen.
Sonst kommts halt zu den erwähnten Missverständnisse.

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1. September 2011 um 14:29

Interessante Frage
Sagen wir es mal so...
von gleichgestellt zu gleichgestellt finde ich flirten gut, denn man kann jederzeit klarmachen ob man das mag oder nicht.

So ein Flirt von Höhergestellten Personen nach unten ist für die Untergebenen gefährlich, weil beleidigte Männer leider sehr viel Schaden anrichten können.
Die Grenzen zwischen Witz und Geschmacklosigkeit sind da wohl erst mal zu definieren.

Generell kann es ein Problem sein, wenn einer einen Partner hat und der Andere nicht.
Man sollte halt dabei mitbekommen wie es dem Anderen damit geht, dann sein Verhalten anpassen.

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1. September 2011 um 20:21

...
Es geht mir da weniger um mich persönlich als um die allgemeine Einstellung zum Verhalten - eben die Unterscheidung zwischen Flirten/Freundlichkeit und dass viele Menschen das eine darin sehen, obwohl eigentlich das andere damit beabsichtigt war.

Ich lauf ja nicht immer so auffällig rum - wenn ich das täte, würden mir tatsächlich verdammt viele Leute auf die Nerven gehen - eine Zeitlang hab ich die Aufmerksamkeit schon genossen, aber mittlerweile ist mir das im Alltag echt zu anstrengend.

Auch bei Dingen, die ich als normales freundlich/positives Verhalten sehe, interpretieren andere des Öfteren mehr rein, als da ist. Mache ich jemandem ein ernstgemeintes Kompliment, weil mir in dem Moment eben gerade danach ist, heißt das für mich mitnichten, dass ich deshalb automatisch interessiert bin, mit der Person in Kontakt zu bleiben. (Zu viele soziale Kontakte strengen mich eher an, als dass sie mir was bringen, weil die meisten Leute irgendwas wollen und ich keine Lust habe, jeder x-beliebigen Bekanntschaft meine Zeit zu widmen.)

Viele fassen das aber so auf. Für mich ist das etwas befremdlich - wenn ich eine Katze auf der Straße streichle, nehm ich die ja auch nicht gleich mit nach Hause.

Das irritiert mich vor allem deshalb, weil ich eigentlich trotz Freundlichkeit eine gewisse Distanz halte und niemandem derart auf die Pelle rücke, dass er gar nicht anders kann als mehr als oberflächliches Interesse zu vermuten.

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1. September 2011 um 20:26

...
Das ist für mich als Bisexuelle wohl etwas schwerer zu unterscheiden - und normalerweise hab ich keine Scheu, jemandem ein Kompliment zu machen, ob es nun zu seinen Fähigkeiten oder irgendetwas an der Optik ist.

Ob nun Mann oder Frau - wenn zB. jemand einen coolen Mantel trägt oder eine tolle Frisur oder Haarfarbe hat, oder ein Tattoo, das mir gefällt, dann kann es schon mal vorkommen, dass ich meine Anerkennung äußere - wenn jemand sowas bei mir macht, hebt das meine Laune meistens... aber nur dann, wenn er das Kompliment nicht nur vorschiebt, um im nächsten Atemzug loszubaggern.

Auf die Idee käm ich gar nicht - wie weiter oben geschrieben, wenn ich mit jedem Menschen, an dem mir irgendein Detail gefällt, Kontakt halten müsste, hätte ich gar keine Zeit mehr für irgendwas.

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2. September 2011 um 9:19

Wow
super formuliert
gefällt mir sehr gut, was du schreibst ... und volle Zustimmung.

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2. September 2011 um 13:37

Ich flirte ständig
und erhalte auch ständig Komplimente. Ich sehe das wie du: das ist unverbindlich, steigert Laune und Selbstwertgefühl und man hat deshalb keine gesteigerten Chancen bei jemanden.
Anders ist das allerdings wenn man sich entweder a) in einem Bagger-Schuppen aufhält, wo es den meisten nur ums Abschleppen geht oder b) wenn ein sehr, sehr großer Altersunterschied herrscht und der Baggernde (in meinem Fall eben) männlich ist. Hierbei denke ich auch immer, ach, ist einfach nett, der mag mich halt. Aber dann, wenn das nicht aufhört, habe ich auch immer das Gefühl, von diesen älteren Herren bedrängt zu werden. Nur ganz sachte, aber ich merke das so unterschwellig. Kann natürlich sein, dass ich mir das einbilde, oder sehr sensibel dafür bin, aber das passiert mir mit *netten* älteren Herren öfter mal. Kann ich gar nicht ab, und da macht es dann auch keinen Spaß mehr.

Also ich denke, es gibt einfach den Unterschied, ob jemand flirtet oder eben baggert.

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