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Findet ihr das lesenwert?

25. August um 18:35

Es ist nicht leicht, als Frau in freier Wildbahn, auf der Suche nach IHM.
ER - der, von dem die Protagonistin eines jeden Liebesfilms am Ende immer auf stürmischste und romantischste Art und Weise geküsst wird, wissend, dass von jetzt an alles ganz wunderbar rosarot und problemlos sein wird. ER - der etwa ab dem dreizehnten Lebensjahr eines jeden Mädchens Mittelpunkt all ihrer Gespräche unter Freundinnen sein wird, sei es nun, weil er auf dem Pausenhof mal wieder so unheimlich niedlich gelächelt oder aber (schäm dich, Idiot!) mal wieder tagelang nicht zurückgeschrieben hat. ER - der sagenumwobene Märchenprinz, der tagein tagaus in so gut wie jedem im Radio laufenden Song besungen wird, als Erfüllung aller Träume oder in den traurigeren Fällen als der, den wir nie vergessen und ganz sicher bis ans Ende aller Zeit vergöttern werden.
Kurz: der Mann, in den man sich verlieben kann (und: möchte). DER RICHTIGE.
Es ist tatsächlich nicht leicht. Es ist ein Kampf. Es ist anstrengend, es ist kräfteraubend, es ist verwirrend und verworren und zeitweise sogar richtiggehend absurd. Und wenn man diese Jagd erst einmal ein paar Jahre lang mitgemacht hat - so wie ich, ich bin jetzt 25 und seit meinem sechzehnten Lebensjahr mehr oder weniger mit eher frustrierenden amourösen Episoden befasst - schwindet einem zuweilen die Energie. Selbst das einfachste Kennenlerngespräch mit den immer gleichen Fragen nach Herkunft, Alter, Studium und wenns mal ganz abenteuerlich läuft vielleicht den Hobbies oder der Lieblingsserie, wird dann zuweilen zur Zerreißprobe für die geschundenen Singlenerven.
Das würde ich dem Mann - wohl eher Jungen - der mir gerade in der Bahn gegenübersitzt, zu gerne erklären. Vielleicht würde er dann seinen ungeheuer erwartungsvollen Blick ablegen und einfach von dannen ziehen, ohne noch weiter krampfhaft darauf zu hoffen auch nur ein kleines Anzeichen meiner Zuneigung für ihn zu erhaschen. Vielleicht dürfte ich danach einfach guten Gewissens schweigen, bis endlich meine Station gekommen wäre. Müsste nicht mehr versuchen, witzig und geistreich auf witz- und geistlose Fragen zu antworten. Müsste auch nicht mehr auf Teufel komm raus versuchen interessant zu sein und nebenbei auch noch wunderschön, begehrenswert, sexy auszusehen (um sieben Uhr morgens, ohne Schlaf!). Könnte mir sparen, kokett meine Haare zu werfen, gerade zu sitzen um bloß nicht fett auszusehen, gewinnend zu lächeln, mit Blick tief in seine Augen. Und all den anderen Mist dieser Art.
Aber natürlich tue ich es nicht. Ich spule brav und pflichtbewusst das volle Programm ab, ringe mich am Ende, als die Bahn endlich die Station erreicht, an der ich - dem Himmel sei dank- aussteigen muss, sogar noch zu einem beidseitig nervösen, von einem etwa drei Sekunden zu langen Zögern angekündigten, Krampfkuss zum Abschied durch. Und gehe nach Hause. Mal wieder desillusioniert und wieder ein kleines bisschen genervter von dem ganzen Terz, den man Dating nennt.
Den besagten Jungen - wir nennen ihn Fliege - habe ich als Freund eines Freundes kennengelernt, ganz zwanglos bei einem feuchtfröhlichen Sit-In im Park. Vielversprechend. Eigentlich die beste Art, einen potentiellen Partner, Freund, Liebhaber, was auch immer kennenzulernen, wie ich finde. Weil man sich so zumindest anfangs diesen ganzen Druck spart, der sich aufbaut, wenn man weiß, man trifft sich gerade nur, um auszuloten, ob der Andere vielleicht jetzt endlich DER EINE sein könnte. Außerdem schweißen gemeinsame Erlebnisse bekanntlich zusammen und was an einem wir-treffen-uns-im-Cafe-und-reden-nur-belangloses-Zeug-Date ein Erlebnis sein soll, habe ich sowieso nie verstanden.
Deshalb auch dieses zweite Treffen mit der Fliege in einem der einschlägigen Berliner Clubs. Kein dröges Geplaudere und „ich bin ja so ein Mensch, der...“ sondern direkt ein gemeinsames Abenteuer, voll auf die Zwölf zwischen ekstatisch tanzenden Menschen, buntem Licht und von der Decke tropfendem Schweiß. Man tut den ersten Schritt in Richtung Kennenlernen, es bleibt aber kaum Raum für unangenehmes Smalltalk-Geplänkel und sonstige Unannehmlichkeiten. Die Fliege hat es trotzdem geschafft. Mein innerer Kampf mit ihm begann schon in der Warteschlange vor dem Club, wo er, gemeinsam mit dem ach so niedlichen Kuschel-Wuschel-Pärchen welches er zum Treffen mitgebracht hatte, jede Kommunikation mit anderen Wartenden im Keim erstickte (Wir sind eine geschlossene Gruppe und wollen bloß nicht unseren Horizont erweitern!! Ganz besonders coole, offene Berliner sind wir aber trotzdem, Bitteschön, immerhin nehmen wir Drogen und gehen zu Techno feiern...) und mich gleichzeitig immer wieder völlig unmotiviert, dafür aber mit einiger Bestimmtheit, dem Vorbild des immer aneinander hängenden Pärchens folgend, an sich zog und begrabbelte. Wohl um zu zeigen „Hier gibt es nichts zu holen“. Dabei wäre ich doch so gerne schon an diesem Punkt des Abends von irgendwem „geholt“ worden, um bloß dieser beklemmenden Situation zu entgehen. Trotzdem: Irgendwann kommt das Ende einer jeden Schlange, es geht bergauf, so hoffe ich.
Nach etwa zehn Sekunden im Club hat mein Begleiter kein T-Shirt mehr an. Man muss ja schließlich demonstrieren, wie jung und wild man ist. An sich habe ich damit kein Problem, es ist heiß an diesen Orten, man schwitzt, warum sich nicht ein bisschen erleichtern und das ein oder andere Kleidungsstück ablegen. So demonstrativ zu Schau gestellte Coolness, Offenheit, nicht vorhandene Bauchmuskeln finde ich aber doch eher befremdlich, vor allem von einem solchen Bubi wie er es war. Fliege dagegen war wohl davon überzeugt, barbrüstig wie er jetzt war, würde er eine gesteigerte Anziehung auf mich ausüben, was dazu führte, dass er auch auf der Tanzfläche nicht anders konnte, als mich ohne Unterlass halb lüstern, halb eifersüchtig auf jeden der umstehenden Männer, an sich zu ziehen, zu betatschen und seinen Schweiß mit meinem zu verschmieren. Hmm...Lecker. Da mir dieses ganze Schauspiel schon nach einer kurzen Weile zu bunt wurde, wollte ich mir wenigstens ein paar Minuten Ruhe auf der Toilette genehmigen. Sie waren mir nicht vergönnt. Eine, aufgrund meiner Handzeichen „ich geh mal kurz raus, komme gleich wieder“, fast schon panische Fliege folgte mir bis vor die Klotür. Ich war überrascht, als er dann doch die Pietät besaß, zumindest vor dieser Halt zu machen. Aber was soll man erwarten, von Leuten die schon vorm Club einen Treffpunkt verabreden, für den Fall, dass man sich verliere. Kaum auszudenken, getrennt von der schützenden Herde, des nachts, an einem solchen Ort...Auch meine etwas später dringend benötigte Raucherpause an der frischen Luft wurde torpediert. Die Fliege folgte mir weiterhin auf Schritt und Tritt, immer beflissen doch noch jeden kleinsten stillen Moment mit aufgeregtem Smalltalk zu füllen, welcher wieder und wieder abrupt abbrach und zu immer unangenehmer werdenden Gesprächspausen führte. Dabei natürlich durchgehend erwartungsvoll-zärtlicher Blick in meine Richtung. Oh, der Gute sucht wohl auch schon eine Weile. Ich dagegen war mir selten so sicher, dass es bei diesem Mann noch nicht einmal einen Funken gibt, geschweige denn irgendwas irgendwohin übergesprungen ist. Umso schlimmer, dass wir am Ende auch noch den selben Heimweg hatten.
Und, am Allerschlimmsten: Warum habe ich in dieser Hinsicht immer noch nichts gelernt? Wieso verhalte ich mich trotzdem genau so, wie es der Andere wohl von mir erwartet, gebe ihm sogar einen Abschiedskuss, wenn ich eigentlich nur flüchten und ganz sicher keine Romanze mit ihm beginnen möchte?
Wahrscheinlich eine Frage, die es zu beantworten gilt, wenn ich in nächster Zeit tatsächlich sprühende Funken und Glückseligkeit finden möchte. Eine von vielen. Denn im Großen und Ganzen findet man wohl immer zuerst sich selbst, bevor man einen Anderen findet. Aber eins ist sicher: auf dem Weg dahin, werden mir die Geschichten bestimmt nicht so schnell ausgehen.

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25. August um 18:36

bei der 3. zeile aufgehört zu lesen. war mir zu langweilig. sorry

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25. August um 20:11

Von mir gibt´s bereits jetzt, Ende August, den "Most Boring Text Award 2018".
Bis Ende des Jahres wird das Ding garantiert nicht mehr getoppt. Und was dann 2019 bringen wird, werden wir ja sehen.

7 LikesGefällt mir

25. August um 18:41

Puh.. zuerst: habe es nur überflogen, war mir zu viel Text und zu wenig Abstände. Aber nein, sorry. Klingt mir zu bemüht, zu unreif für 25 und zu unsympathisch um ganz ehrlich zu sein --> für mich zu viel Selbstmitleid. 

6 LikesGefällt mir

25. August um 18:36

bei der 3. zeile aufgehört zu lesen. war mir zu langweilig. sorry

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25. August um 18:41

Puh.. zuerst: habe es nur überflogen, war mir zu viel Text und zu wenig Abstände. Aber nein, sorry. Klingt mir zu bemüht, zu unreif für 25 und zu unsympathisch um ganz ehrlich zu sein --> für mich zu viel Selbstmitleid. 

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25. August um 19:37
In Antwort auf ProjectRosie

Es ist nicht leicht, als Frau in freier Wildbahn, auf der Suche nach IHM.
ER - der, von dem die Protagonistin eines jeden Liebesfilms am Ende immer auf stürmischste und romantischste Art und Weise geküsst wird, wissend, dass von jetzt an alles ganz wunderbar rosarot und problemlos sein wird. ER - der etwa ab dem dreizehnten Lebensjahr eines jeden Mädchens Mittelpunkt all ihrer Gespräche unter Freundinnen sein wird, sei es nun, weil er auf dem Pausenhof mal wieder so unheimlich niedlich gelächelt oder aber (schäm dich, Idiot!) mal wieder tagelang nicht zurückgeschrieben hat. ER - der sagenumwobene Märchenprinz, der tagein tagaus in so gut wie jedem im Radio laufenden Song besungen wird, als Erfüllung aller Träume oder in den traurigeren Fällen als der, den wir nie vergessen und ganz sicher bis ans Ende aller Zeit vergöttern werden.
Kurz: der Mann, in den man sich verlieben kann (und: möchte). DER RICHTIGE.
Es ist tatsächlich nicht leicht. Es ist ein Kampf. Es ist anstrengend, es ist kräfteraubend, es ist verwirrend und verworren und zeitweise sogar richtiggehend absurd. Und wenn man diese Jagd erst einmal ein paar Jahre lang mitgemacht hat - so wie ich, ich bin jetzt 25 und seit meinem sechzehnten Lebensjahr mehr oder weniger mit eher frustrierenden amourösen Episoden befasst - schwindet einem zuweilen die Energie. Selbst das einfachste Kennenlerngespräch mit den immer gleichen Fragen nach Herkunft, Alter, Studium und wenns mal ganz abenteuerlich läuft vielleicht den Hobbies oder der Lieblingsserie, wird dann zuweilen zur Zerreißprobe für die geschundenen Singlenerven.
Das würde ich dem Mann - wohl eher Jungen - der mir gerade in der Bahn gegenübersitzt, zu gerne erklären. Vielleicht würde er dann seinen ungeheuer erwartungsvollen Blick ablegen und einfach von dannen ziehen, ohne noch weiter krampfhaft darauf zu hoffen auch nur ein kleines Anzeichen meiner Zuneigung für ihn zu erhaschen. Vielleicht dürfte ich danach einfach guten Gewissens schweigen, bis endlich meine Station gekommen wäre. Müsste nicht mehr versuchen, witzig und geistreich auf witz- und geistlose Fragen zu antworten. Müsste auch nicht mehr auf Teufel komm raus versuchen interessant zu sein und nebenbei auch noch wunderschön, begehrenswert, sexy auszusehen (um sieben Uhr morgens, ohne Schlaf!). Könnte mir sparen, kokett meine Haare zu werfen, gerade zu sitzen um bloß nicht fett auszusehen, gewinnend zu lächeln, mit Blick tief in seine Augen. Und all den anderen Mist dieser Art.
Aber natürlich tue ich es nicht. Ich spule brav und pflichtbewusst das volle Programm ab, ringe mich am Ende, als die Bahn endlich die Station erreicht, an der ich - dem Himmel sei dank- aussteigen muss, sogar noch zu einem beidseitig nervösen, von einem etwa drei Sekunden zu langen Zögern angekündigten, Krampfkuss zum Abschied durch. Und gehe nach Hause. Mal wieder desillusioniert und wieder ein kleines bisschen genervter von dem ganzen Terz, den man Dating nennt.
Den besagten Jungen - wir nennen ihn Fliege - habe ich als Freund eines Freundes kennengelernt, ganz zwanglos bei einem feuchtfröhlichen Sit-In im Park. Vielversprechend. Eigentlich die beste Art, einen potentiellen Partner, Freund, Liebhaber, was auch immer kennenzulernen, wie ich finde. Weil man sich so zumindest anfangs diesen ganzen Druck spart, der sich aufbaut, wenn man weiß, man trifft sich gerade nur, um auszuloten, ob der Andere vielleicht jetzt endlich DER EINE sein könnte. Außerdem schweißen gemeinsame Erlebnisse bekanntlich zusammen und was an einem wir-treffen-uns-im-Cafe-und-reden-nur-belangloses-Zeug-Date ein Erlebnis sein soll, habe ich sowieso nie verstanden.
Deshalb auch dieses zweite Treffen mit der Fliege in einem der einschlägigen Berliner Clubs. Kein dröges Geplaudere und „ich bin ja so ein Mensch, der…“ sondern direkt ein gemeinsames Abenteuer, voll auf die Zwölf zwischen ekstatisch tanzenden Menschen, buntem Licht und von der Decke tropfendem Schweiß. Man tut den ersten Schritt in Richtung Kennenlernen, es bleibt aber kaum Raum für unangenehmes Smalltalk-Geplänkel und sonstige Unannehmlichkeiten. Die Fliege hat es trotzdem geschafft. Mein innerer Kampf mit ihm begann schon in der Warteschlange vor dem Club, wo er, gemeinsam mit dem ach so niedlichen Kuschel-Wuschel-Pärchen welches er zum Treffen mitgebracht hatte, jede Kommunikation mit anderen Wartenden im Keim erstickte (Wir sind eine geschlossene Gruppe und wollen bloß nicht unseren Horizont erweitern!! Ganz besonders coole, offene Berliner sind wir aber trotzdem, Bitteschön, immerhin nehmen wir Drogen und gehen zu Techno feiern&hellip und mich gleichzeitig immer wieder völlig unmotiviert, dafür aber mit einiger Bestimmtheit, dem Vorbild des immer aneinander hängenden Pärchens folgend, an sich zog und begrabbelte. Wohl um zu zeigen „Hier gibt es nichts zu holen“. Dabei wäre ich doch so gerne schon an diesem Punkt des Abends von irgendwem „geholt“ worden, um bloß dieser beklemmenden Situation zu entgehen. Trotzdem: Irgendwann kommt das Ende einer jeden Schlange, es geht bergauf, so hoffe ich.
Nach etwa zehn Sekunden im Club hat mein Begleiter kein T-Shirt mehr an. Man muss ja schließlich demonstrieren, wie jung und wild man ist. An sich habe ich damit kein Problem, es ist heiß an diesen Orten, man schwitzt, warum sich nicht ein bisschen erleichtern und das ein oder andere Kleidungsstück ablegen. So demonstrativ zu Schau gestellte Coolness, Offenheit, nicht vorhandene Bauchmuskeln finde ich aber doch eher befremdlich, vor allem von einem solchen Bubi wie er es war. Fliege dagegen war wohl davon überzeugt, barbrüstig wie er jetzt war, würde er eine gesteigerte Anziehung auf mich ausüben, was dazu führte, dass er auch auf der Tanzfläche nicht anders konnte, als mich ohne Unterlass halb lüstern, halb eifersüchtig auf jeden der umstehenden Männer, an sich zu ziehen, zu betatschen und seinen Schweiß mit meinem zu verschmieren. Hmm…Lecker. Da mir dieses ganze Schauspiel schon nach einer kurzen Weile zu bunt wurde, wollte ich mir wenigstens ein paar Minuten Ruhe auf der Toilette genehmigen. Sie waren mir nicht vergönnt. Eine, aufgrund meiner Handzeichen „ich geh mal kurz raus, komme gleich wieder“, fast schon panische Fliege folgte mir bis vor die Klotür. Ich war überrascht, als er dann doch die Pietät besaß, zumindest vor dieser Halt zu machen. Aber was soll man erwarten, von Leuten die schon vorm Club einen Treffpunkt verabreden, für den Fall, dass man sich verliere. Kaum auszudenken, getrennt von der schützenden Herde, des nachts, an einem solchen Ort…Auch meine etwas später dringend benötigte Raucherpause an der frischen Luft wurde torpediert. Die Fliege folgte mir weiterhin auf Schritt und Tritt, immer beflissen doch noch jeden kleinsten stillen Moment mit aufgeregtem Smalltalk zu füllen, welcher wieder und wieder abrupt abbrach und zu immer unangenehmer werdenden Gesprächspausen führte. Dabei natürlich durchgehend erwartungsvoll-zärtlicher Blick in meine Richtung. Oh, der Gute sucht wohl auch schon eine Weile. Ich dagegen war mir selten so sicher, dass es bei diesem Mann noch nicht einmal einen Funken gibt, geschweige denn irgendwas irgendwohin übergesprungen ist. Umso schlimmer, dass wir am Ende auch noch den selben Heimweg hatten.
Und, am Allerschlimmsten: Warum habe ich in dieser Hinsicht immer noch nichts gelernt? Wieso verhalte ich mich trotzdem genau so, wie es der Andere wohl von mir erwartet, gebe ihm sogar einen Abschiedskuss, wenn ich eigentlich nur flüchten und ganz sicher keine Romanze mit ihm beginnen möchte?
Wahrscheinlich eine Frage, die es zu beantworten gilt, wenn ich in nächster Zeit tatsächlich sprühende Funken und Glückseligkeit finden möchte. Eine von vielen. Denn im Großen und Ganzen findet man wohl immer zuerst sich selbst, bevor man einen Anderen findet. Aber eins ist sicher: auf dem Weg dahin, werden mir die Geschichten bestimmt nicht so schnell ausgehen.

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Nein, ich finde es langweilig. Ich habe auch beim zweiten Satz bereits aufgehört - ich lese keine Liebesgeschichten, sondern nur Krimis und Thriller.

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25. August um 19:39

Naja gut, dafür gibt es normalerweise ein Lektorat, wenn jemand professioneller Schriftsteller ist.

Ich denke nur, dass es bereits x-tausende Liebesgeschichten auf dem Markt gibt. Da muss man sich dann schon eine ganz besondere Geschichte einfallen lassen. Es sei denn, man schreibt Groschenromane. Auch für die gibt's Bedarf. Sie werden ja immer noch verkauft, also muss es auch Leser geben.

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25. August um 19:41
In Antwort auf lunaviolet99

Naja gut, dafür gibt es normalerweise ein Lektorat, wenn jemand professioneller Schriftsteller ist.

Ich denke nur, dass es bereits x-tausende Liebesgeschichten auf dem Markt gibt. Da muss man sich dann schon eine ganz besondere Geschichte einfallen lassen. Es sei denn, man schreibt Groschenromane. Auch für die gibt's Bedarf. Sie werden ja immer noch verkauft, also muss es auch Leser geben.

Ist eigentlich keine Liebesgeschichte, aber trotzdem danke für deine Antworten

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25. August um 19:54

Wenn es einen Absatz gegeben hätte, so hätte ich beim ersten aufgehört zu lesen. So nach dem dritten Satz.

Wer malen will, muss viele Bilder sehen, wer musizieren will, muss viel Musik hören und wer schreiben will, muss viel lesen. Und dann das wichtigste gesehenes, gehörtes, gelesenes üben üben üben und sich selbst nie genug sein. Fingerübungen, jeden Tag und immer.

Nur 1% Prozent hat ein Naturtalent (lt. einem Prof. im Zeichnen), der Rest der Kreativen muss hart dafür arbeiten.

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25. August um 19:57
In Antwort auf ProjectRosie

Ist eigentlich keine Liebesgeschichte, aber trotzdem danke für deine Antworten

Die ersten drei Sätze lesen sich aber so und somit war es schon uninteressant für mich .

Das ist halt so. Leser bilden sich ihr Urteil anhand es Klappentextes. Wenn der nicht schafft, das Interesse zu wecken, dann war es das.

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25. August um 20:11

Von mir gibt´s bereits jetzt, Ende August, den "Most Boring Text Award 2018".
Bis Ende des Jahres wird das Ding garantiert nicht mehr getoppt. Und was dann 2019 bringen wird, werden wir ja sehen.

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25. August um 20:16

Nicht lesbar und völlig irrelevant-sorry.

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25. August um 20:27

Also das mindeste was man bei langen texten tun sollte ist, in absätzen schreiben. Bei so einer wall oft text hab ich gleich keine lust zu lesen.

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25. August um 20:59

Komisch, hab auch, wie einige hier, nach dem dritten Satz aufgehört zu lesen.... 

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25. August um 21:27

Ich war brav und habe es ganz gelesen.

Wie andere hier, fand ich es langweilig, um ehrlich zu sein. Da fehlt einfach das neue. Schon der Einstieg - da muss doch etwas hin, dass einen gleich fesselt. Und da kommt nur die ewige Leier von "DEM EINEN" und noch dazu beschrieben wie 100male davor. Da fehlt mir auch die Originältität.

Wir wäre es auch mit etwas Witz? Die Protagonstin ist natürlich toll und erhaben, Fliege ein Würstchen *gähn*


Willst du das beruflich machen?

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25. August um 22:34

Auf Stil und Formulierungen will ich erstmal nicht eingehen. Da muss jeder seinen eigenen finden und wäre hier auch schwer alles genau zu erörtern.

Was mir aufgefallen ist, und was ich dir raten kann:

1. Die Protagonistin jammert am Anfang ein wenig zu sehr herum. Ich verstehe, dass man seine eigenen Emotionen in einem Buch oder einer Geschichte miteinbringen will, aber genau das ist das Problem. Man stellt sich selbst immer in ein Zentrum und meint so etwas gut schreiben zu können. Dem ist aber nicht so. Dem Leser geht solches "Ich-Gejammere" relativ schnell auf die Nerven. Das ist leider nicht ganz einfach zu lernen - ich hab am Anfang den gleichen Fehler gemacht und muss mich immer zurücknehmen nicht in solche Muster zu verfallen.

2. Schreib in einem Text, der ein Roman oder Ähnliches werden soll KEINE KLAMMERN mit Beifügungen, Erklärungen, etc... das macht man nicht.

3. Am Ende vom Text stellt sich die Protagonisten einige Fragen selbst. Auch das wirkt nicht professionell. Kleine Fragen sind erlaubt, aber nicht mehrere hintereinander, die versuchen einen Gefühlszustand zu erklären. Formuliere die Fragen um, dass sie keine Fragen mehr sind (Bsp: Manchmal stelle ich mir die Frage, ob.....)

Ansonten sind Liebesstorys auch nicht mein Genre und kenne da keine vergleichbare Literatur, denke aber auch, dass du etwas Humor in die Sache bringen solltest oder, wenn dir das nicht liegt, eine andere Idee, wie du die Geschichte aufpeppen kannst.

Dennoch finde ich dass du einen guten Stil hast; mit kleineren Mängeln zwar, aber er ist schön dicht und beschreibt gut die Atmopshäre ^^

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25. August um 22:43
In Antwort auf ProjectRosie

Es ist nicht leicht, als Frau in freier Wildbahn, auf der Suche nach IHM.
ER - der, von dem die Protagonistin eines jeden Liebesfilms am Ende immer auf stürmischste und romantischste Art und Weise geküsst wird, wissend, dass von jetzt an alles ganz wunderbar rosarot und problemlos sein wird. ER - der etwa ab dem dreizehnten Lebensjahr eines jeden Mädchens Mittelpunkt all ihrer Gespräche unter Freundinnen sein wird, sei es nun, weil er auf dem Pausenhof mal wieder so unheimlich niedlich gelächelt oder aber (schäm dich, Idiot!) mal wieder tagelang nicht zurückgeschrieben hat. ER - der sagenumwobene Märchenprinz, der tagein tagaus in so gut wie jedem im Radio laufenden Song besungen wird, als Erfüllung aller Träume oder in den traurigeren Fällen als der, den wir nie vergessen und ganz sicher bis ans Ende aller Zeit vergöttern werden.
Kurz: der Mann, in den man sich verlieben kann (und: möchte). DER RICHTIGE.
Es ist tatsächlich nicht leicht. Es ist ein Kampf. Es ist anstrengend, es ist kräfteraubend, es ist verwirrend und verworren und zeitweise sogar richtiggehend absurd. Und wenn man diese Jagd erst einmal ein paar Jahre lang mitgemacht hat - so wie ich, ich bin jetzt 25 und seit meinem sechzehnten Lebensjahr mehr oder weniger mit eher frustrierenden amourösen Episoden befasst - schwindet einem zuweilen die Energie. Selbst das einfachste Kennenlerngespräch mit den immer gleichen Fragen nach Herkunft, Alter, Studium und wenns mal ganz abenteuerlich läuft vielleicht den Hobbies oder der Lieblingsserie, wird dann zuweilen zur Zerreißprobe für die geschundenen Singlenerven.
Das würde ich dem Mann - wohl eher Jungen - der mir gerade in der Bahn gegenübersitzt, zu gerne erklären. Vielleicht würde er dann seinen ungeheuer erwartungsvollen Blick ablegen und einfach von dannen ziehen, ohne noch weiter krampfhaft darauf zu hoffen auch nur ein kleines Anzeichen meiner Zuneigung für ihn zu erhaschen. Vielleicht dürfte ich danach einfach guten Gewissens schweigen, bis endlich meine Station gekommen wäre. Müsste nicht mehr versuchen, witzig und geistreich auf witz- und geistlose Fragen zu antworten. Müsste auch nicht mehr auf Teufel komm raus versuchen interessant zu sein und nebenbei auch noch wunderschön, begehrenswert, sexy auszusehen (um sieben Uhr morgens, ohne Schlaf!). Könnte mir sparen, kokett meine Haare zu werfen, gerade zu sitzen um bloß nicht fett auszusehen, gewinnend zu lächeln, mit Blick tief in seine Augen. Und all den anderen Mist dieser Art.
Aber natürlich tue ich es nicht. Ich spule brav und pflichtbewusst das volle Programm ab, ringe mich am Ende, als die Bahn endlich die Station erreicht, an der ich - dem Himmel sei dank- aussteigen muss, sogar noch zu einem beidseitig nervösen, von einem etwa drei Sekunden zu langen Zögern angekündigten, Krampfkuss zum Abschied durch. Und gehe nach Hause. Mal wieder desillusioniert und wieder ein kleines bisschen genervter von dem ganzen Terz, den man Dating nennt.
Den besagten Jungen - wir nennen ihn Fliege - habe ich als Freund eines Freundes kennengelernt, ganz zwanglos bei einem feuchtfröhlichen Sit-In im Park. Vielversprechend. Eigentlich die beste Art, einen potentiellen Partner, Freund, Liebhaber, was auch immer kennenzulernen, wie ich finde. Weil man sich so zumindest anfangs diesen ganzen Druck spart, der sich aufbaut, wenn man weiß, man trifft sich gerade nur, um auszuloten, ob der Andere vielleicht jetzt endlich DER EINE sein könnte. Außerdem schweißen gemeinsame Erlebnisse bekanntlich zusammen und was an einem wir-treffen-uns-im-Cafe-und-reden-nur-belangloses-Zeug-Date ein Erlebnis sein soll, habe ich sowieso nie verstanden.
Deshalb auch dieses zweite Treffen mit der Fliege in einem der einschlägigen Berliner Clubs. Kein dröges Geplaudere und „ich bin ja so ein Mensch, der…“ sondern direkt ein gemeinsames Abenteuer, voll auf die Zwölf zwischen ekstatisch tanzenden Menschen, buntem Licht und von der Decke tropfendem Schweiß. Man tut den ersten Schritt in Richtung Kennenlernen, es bleibt aber kaum Raum für unangenehmes Smalltalk-Geplänkel und sonstige Unannehmlichkeiten. Die Fliege hat es trotzdem geschafft. Mein innerer Kampf mit ihm begann schon in der Warteschlange vor dem Club, wo er, gemeinsam mit dem ach so niedlichen Kuschel-Wuschel-Pärchen welches er zum Treffen mitgebracht hatte, jede Kommunikation mit anderen Wartenden im Keim erstickte (Wir sind eine geschlossene Gruppe und wollen bloß nicht unseren Horizont erweitern!! Ganz besonders coole, offene Berliner sind wir aber trotzdem, Bitteschön, immerhin nehmen wir Drogen und gehen zu Techno feiern&hellip und mich gleichzeitig immer wieder völlig unmotiviert, dafür aber mit einiger Bestimmtheit, dem Vorbild des immer aneinander hängenden Pärchens folgend, an sich zog und begrabbelte. Wohl um zu zeigen „Hier gibt es nichts zu holen“. Dabei wäre ich doch so gerne schon an diesem Punkt des Abends von irgendwem „geholt“ worden, um bloß dieser beklemmenden Situation zu entgehen. Trotzdem: Irgendwann kommt das Ende einer jeden Schlange, es geht bergauf, so hoffe ich.
Nach etwa zehn Sekunden im Club hat mein Begleiter kein T-Shirt mehr an. Man muss ja schließlich demonstrieren, wie jung und wild man ist. An sich habe ich damit kein Problem, es ist heiß an diesen Orten, man schwitzt, warum sich nicht ein bisschen erleichtern und das ein oder andere Kleidungsstück ablegen. So demonstrativ zu Schau gestellte Coolness, Offenheit, nicht vorhandene Bauchmuskeln finde ich aber doch eher befremdlich, vor allem von einem solchen Bubi wie er es war. Fliege dagegen war wohl davon überzeugt, barbrüstig wie er jetzt war, würde er eine gesteigerte Anziehung auf mich ausüben, was dazu führte, dass er auch auf der Tanzfläche nicht anders konnte, als mich ohne Unterlass halb lüstern, halb eifersüchtig auf jeden der umstehenden Männer, an sich zu ziehen, zu betatschen und seinen Schweiß mit meinem zu verschmieren. Hmm…Lecker. Da mir dieses ganze Schauspiel schon nach einer kurzen Weile zu bunt wurde, wollte ich mir wenigstens ein paar Minuten Ruhe auf der Toilette genehmigen. Sie waren mir nicht vergönnt. Eine, aufgrund meiner Handzeichen „ich geh mal kurz raus, komme gleich wieder“, fast schon panische Fliege folgte mir bis vor die Klotür. Ich war überrascht, als er dann doch die Pietät besaß, zumindest vor dieser Halt zu machen. Aber was soll man erwarten, von Leuten die schon vorm Club einen Treffpunkt verabreden, für den Fall, dass man sich verliere. Kaum auszudenken, getrennt von der schützenden Herde, des nachts, an einem solchen Ort…Auch meine etwas später dringend benötigte Raucherpause an der frischen Luft wurde torpediert. Die Fliege folgte mir weiterhin auf Schritt und Tritt, immer beflissen doch noch jeden kleinsten stillen Moment mit aufgeregtem Smalltalk zu füllen, welcher wieder und wieder abrupt abbrach und zu immer unangenehmer werdenden Gesprächspausen führte. Dabei natürlich durchgehend erwartungsvoll-zärtlicher Blick in meine Richtung. Oh, der Gute sucht wohl auch schon eine Weile. Ich dagegen war mir selten so sicher, dass es bei diesem Mann noch nicht einmal einen Funken gibt, geschweige denn irgendwas irgendwohin übergesprungen ist. Umso schlimmer, dass wir am Ende auch noch den selben Heimweg hatten.
Und, am Allerschlimmsten: Warum habe ich in dieser Hinsicht immer noch nichts gelernt? Wieso verhalte ich mich trotzdem genau so, wie es der Andere wohl von mir erwartet, gebe ihm sogar einen Abschiedskuss, wenn ich eigentlich nur flüchten und ganz sicher keine Romanze mit ihm beginnen möchte?
Wahrscheinlich eine Frage, die es zu beantworten gilt, wenn ich in nächster Zeit tatsächlich sprühende Funken und Glückseligkeit finden möchte. Eine von vielen. Denn im Großen und Ganzen findet man wohl immer zuerst sich selbst, bevor man einen Anderen findet. Aber eins ist sicher: auf dem Weg dahin, werden mir die Geschichten bestimmt nicht so schnell ausgehen.

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Zu viel Text. Sorry.

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26. August um 8:17
In Antwort auf ProjectRosie

Es ist nicht leicht, als Frau in freier Wildbahn, auf der Suche nach IHM.
ER - der, von dem die Protagonistin eines jeden Liebesfilms am Ende immer auf stürmischste und romantischste Art und Weise geküsst wird, wissend, dass von jetzt an alles ganz wunderbar rosarot und problemlos sein wird. ER - der etwa ab dem dreizehnten Lebensjahr eines jeden Mädchens Mittelpunkt all ihrer Gespräche unter Freundinnen sein wird, sei es nun, weil er auf dem Pausenhof mal wieder so unheimlich niedlich gelächelt oder aber (schäm dich, Idiot!) mal wieder tagelang nicht zurückgeschrieben hat. ER - der sagenumwobene Märchenprinz, der tagein tagaus in so gut wie jedem im Radio laufenden Song besungen wird, als Erfüllung aller Träume oder in den traurigeren Fällen als der, den wir nie vergessen und ganz sicher bis ans Ende aller Zeit vergöttern werden.
Kurz: der Mann, in den man sich verlieben kann (und: möchte). DER RICHTIGE.
Es ist tatsächlich nicht leicht. Es ist ein Kampf. Es ist anstrengend, es ist kräfteraubend, es ist verwirrend und verworren und zeitweise sogar richtiggehend absurd. Und wenn man diese Jagd erst einmal ein paar Jahre lang mitgemacht hat - so wie ich, ich bin jetzt 25 und seit meinem sechzehnten Lebensjahr mehr oder weniger mit eher frustrierenden amourösen Episoden befasst - schwindet einem zuweilen die Energie. Selbst das einfachste Kennenlerngespräch mit den immer gleichen Fragen nach Herkunft, Alter, Studium und wenns mal ganz abenteuerlich läuft vielleicht den Hobbies oder der Lieblingsserie, wird dann zuweilen zur Zerreißprobe für die geschundenen Singlenerven.
Das würde ich dem Mann - wohl eher Jungen - der mir gerade in der Bahn gegenübersitzt, zu gerne erklären. Vielleicht würde er dann seinen ungeheuer erwartungsvollen Blick ablegen und einfach von dannen ziehen, ohne noch weiter krampfhaft darauf zu hoffen auch nur ein kleines Anzeichen meiner Zuneigung für ihn zu erhaschen. Vielleicht dürfte ich danach einfach guten Gewissens schweigen, bis endlich meine Station gekommen wäre. Müsste nicht mehr versuchen, witzig und geistreich auf witz- und geistlose Fragen zu antworten. Müsste auch nicht mehr auf Teufel komm raus versuchen interessant zu sein und nebenbei auch noch wunderschön, begehrenswert, sexy auszusehen (um sieben Uhr morgens, ohne Schlaf!). Könnte mir sparen, kokett meine Haare zu werfen, gerade zu sitzen um bloß nicht fett auszusehen, gewinnend zu lächeln, mit Blick tief in seine Augen. Und all den anderen Mist dieser Art.
Aber natürlich tue ich es nicht. Ich spule brav und pflichtbewusst das volle Programm ab, ringe mich am Ende, als die Bahn endlich die Station erreicht, an der ich - dem Himmel sei dank- aussteigen muss, sogar noch zu einem beidseitig nervösen, von einem etwa drei Sekunden zu langen Zögern angekündigten, Krampfkuss zum Abschied durch. Und gehe nach Hause. Mal wieder desillusioniert und wieder ein kleines bisschen genervter von dem ganzen Terz, den man Dating nennt.
Den besagten Jungen - wir nennen ihn Fliege - habe ich als Freund eines Freundes kennengelernt, ganz zwanglos bei einem feuchtfröhlichen Sit-In im Park. Vielversprechend. Eigentlich die beste Art, einen potentiellen Partner, Freund, Liebhaber, was auch immer kennenzulernen, wie ich finde. Weil man sich so zumindest anfangs diesen ganzen Druck spart, der sich aufbaut, wenn man weiß, man trifft sich gerade nur, um auszuloten, ob der Andere vielleicht jetzt endlich DER EINE sein könnte. Außerdem schweißen gemeinsame Erlebnisse bekanntlich zusammen und was an einem wir-treffen-uns-im-Cafe-und-reden-nur-belangloses-Zeug-Date ein Erlebnis sein soll, habe ich sowieso nie verstanden.
Deshalb auch dieses zweite Treffen mit der Fliege in einem der einschlägigen Berliner Clubs. Kein dröges Geplaudere und „ich bin ja so ein Mensch, der…“ sondern direkt ein gemeinsames Abenteuer, voll auf die Zwölf zwischen ekstatisch tanzenden Menschen, buntem Licht und von der Decke tropfendem Schweiß. Man tut den ersten Schritt in Richtung Kennenlernen, es bleibt aber kaum Raum für unangenehmes Smalltalk-Geplänkel und sonstige Unannehmlichkeiten. Die Fliege hat es trotzdem geschafft. Mein innerer Kampf mit ihm begann schon in der Warteschlange vor dem Club, wo er, gemeinsam mit dem ach so niedlichen Kuschel-Wuschel-Pärchen welches er zum Treffen mitgebracht hatte, jede Kommunikation mit anderen Wartenden im Keim erstickte (Wir sind eine geschlossene Gruppe und wollen bloß nicht unseren Horizont erweitern!! Ganz besonders coole, offene Berliner sind wir aber trotzdem, Bitteschön, immerhin nehmen wir Drogen und gehen zu Techno feiern&hellip und mich gleichzeitig immer wieder völlig unmotiviert, dafür aber mit einiger Bestimmtheit, dem Vorbild des immer aneinander hängenden Pärchens folgend, an sich zog und begrabbelte. Wohl um zu zeigen „Hier gibt es nichts zu holen“. Dabei wäre ich doch so gerne schon an diesem Punkt des Abends von irgendwem „geholt“ worden, um bloß dieser beklemmenden Situation zu entgehen. Trotzdem: Irgendwann kommt das Ende einer jeden Schlange, es geht bergauf, so hoffe ich.
Nach etwa zehn Sekunden im Club hat mein Begleiter kein T-Shirt mehr an. Man muss ja schließlich demonstrieren, wie jung und wild man ist. An sich habe ich damit kein Problem, es ist heiß an diesen Orten, man schwitzt, warum sich nicht ein bisschen erleichtern und das ein oder andere Kleidungsstück ablegen. So demonstrativ zu Schau gestellte Coolness, Offenheit, nicht vorhandene Bauchmuskeln finde ich aber doch eher befremdlich, vor allem von einem solchen Bubi wie er es war. Fliege dagegen war wohl davon überzeugt, barbrüstig wie er jetzt war, würde er eine gesteigerte Anziehung auf mich ausüben, was dazu führte, dass er auch auf der Tanzfläche nicht anders konnte, als mich ohne Unterlass halb lüstern, halb eifersüchtig auf jeden der umstehenden Männer, an sich zu ziehen, zu betatschen und seinen Schweiß mit meinem zu verschmieren. Hmm…Lecker. Da mir dieses ganze Schauspiel schon nach einer kurzen Weile zu bunt wurde, wollte ich mir wenigstens ein paar Minuten Ruhe auf der Toilette genehmigen. Sie waren mir nicht vergönnt. Eine, aufgrund meiner Handzeichen „ich geh mal kurz raus, komme gleich wieder“, fast schon panische Fliege folgte mir bis vor die Klotür. Ich war überrascht, als er dann doch die Pietät besaß, zumindest vor dieser Halt zu machen. Aber was soll man erwarten, von Leuten die schon vorm Club einen Treffpunkt verabreden, für den Fall, dass man sich verliere. Kaum auszudenken, getrennt von der schützenden Herde, des nachts, an einem solchen Ort…Auch meine etwas später dringend benötigte Raucherpause an der frischen Luft wurde torpediert. Die Fliege folgte mir weiterhin auf Schritt und Tritt, immer beflissen doch noch jeden kleinsten stillen Moment mit aufgeregtem Smalltalk zu füllen, welcher wieder und wieder abrupt abbrach und zu immer unangenehmer werdenden Gesprächspausen führte. Dabei natürlich durchgehend erwartungsvoll-zärtlicher Blick in meine Richtung. Oh, der Gute sucht wohl auch schon eine Weile. Ich dagegen war mir selten so sicher, dass es bei diesem Mann noch nicht einmal einen Funken gibt, geschweige denn irgendwas irgendwohin übergesprungen ist. Umso schlimmer, dass wir am Ende auch noch den selben Heimweg hatten.
Und, am Allerschlimmsten: Warum habe ich in dieser Hinsicht immer noch nichts gelernt? Wieso verhalte ich mich trotzdem genau so, wie es der Andere wohl von mir erwartet, gebe ihm sogar einen Abschiedskuss, wenn ich eigentlich nur flüchten und ganz sicher keine Romanze mit ihm beginnen möchte?
Wahrscheinlich eine Frage, die es zu beantworten gilt, wenn ich in nächster Zeit tatsächlich sprühende Funken und Glückseligkeit finden möchte. Eine von vielen. Denn im Großen und Ganzen findet man wohl immer zuerst sich selbst, bevor man einen Anderen findet. Aber eins ist sicher: auf dem Weg dahin, werden mir die Geschichten bestimmt nicht so schnell ausgehen.

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"Es ist nicht leicht, als Frau in freier Wildbahn, auf der Suche nach IHM."

Da ist ein Thema, das mich nicht interessiert, da ich nie auf der Suche war und auch nicht nachvollziehen kann, dass man unbedingt einen Partner suchen und "haben" will.

Die weiteren Sätze hab ich überflogen, die sind viel zu kompliziert aufgebaut und der Inhalt, naja, findet eben kein Interesse bei mir.
 

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26. August um 14:10

Wenn auch die Geschichte selbst mies ist, kommt es eh nicht soweit .

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26. August um 16:05
In Antwort auf lunaviolet99

Nein, ich finde es langweilig. Ich habe auch beim zweiten Satz bereits aufgehört - ich lese keine Liebesgeschichten, sondern nur Krimis und Thriller.

Wie sympathisch! Krimis und Thriller sind auch meine Lieblingslektüre. Was mein Freund gar nicht versteht .
Beim Lesen des vorliegenden Textes verspürte ich einen ganz leichten Würgreiz. Kitschig und langweilig, Mainstream. 

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26. August um 16:05
In Antwort auf ProjectRosie

Es ist nicht leicht, als Frau in freier Wildbahn, auf der Suche nach IHM.
ER - der, von dem die Protagonistin eines jeden Liebesfilms am Ende immer auf stürmischste und romantischste Art und Weise geküsst wird, wissend, dass von jetzt an alles ganz wunderbar rosarot und problemlos sein wird. ER - der etwa ab dem dreizehnten Lebensjahr eines jeden Mädchens Mittelpunkt all ihrer Gespräche unter Freundinnen sein wird, sei es nun, weil er auf dem Pausenhof mal wieder so unheimlich niedlich gelächelt oder aber (schäm dich, Idiot!) mal wieder tagelang nicht zurückgeschrieben hat. ER - der sagenumwobene Märchenprinz, der tagein tagaus in so gut wie jedem im Radio laufenden Song besungen wird, als Erfüllung aller Träume oder in den traurigeren Fällen als der, den wir nie vergessen und ganz sicher bis ans Ende aller Zeit vergöttern werden.
Kurz: der Mann, in den man sich verlieben kann (und: möchte). DER RICHTIGE.
Es ist tatsächlich nicht leicht. Es ist ein Kampf. Es ist anstrengend, es ist kräfteraubend, es ist verwirrend und verworren und zeitweise sogar richtiggehend absurd. Und wenn man diese Jagd erst einmal ein paar Jahre lang mitgemacht hat - so wie ich, ich bin jetzt 25 und seit meinem sechzehnten Lebensjahr mehr oder weniger mit eher frustrierenden amourösen Episoden befasst - schwindet einem zuweilen die Energie. Selbst das einfachste Kennenlerngespräch mit den immer gleichen Fragen nach Herkunft, Alter, Studium und wenns mal ganz abenteuerlich läuft vielleicht den Hobbies oder der Lieblingsserie, wird dann zuweilen zur Zerreißprobe für die geschundenen Singlenerven.
Das würde ich dem Mann - wohl eher Jungen - der mir gerade in der Bahn gegenübersitzt, zu gerne erklären. Vielleicht würde er dann seinen ungeheuer erwartungsvollen Blick ablegen und einfach von dannen ziehen, ohne noch weiter krampfhaft darauf zu hoffen auch nur ein kleines Anzeichen meiner Zuneigung für ihn zu erhaschen. Vielleicht dürfte ich danach einfach guten Gewissens schweigen, bis endlich meine Station gekommen wäre. Müsste nicht mehr versuchen, witzig und geistreich auf witz- und geistlose Fragen zu antworten. Müsste auch nicht mehr auf Teufel komm raus versuchen interessant zu sein und nebenbei auch noch wunderschön, begehrenswert, sexy auszusehen (um sieben Uhr morgens, ohne Schlaf!). Könnte mir sparen, kokett meine Haare zu werfen, gerade zu sitzen um bloß nicht fett auszusehen, gewinnend zu lächeln, mit Blick tief in seine Augen. Und all den anderen Mist dieser Art.
Aber natürlich tue ich es nicht. Ich spule brav und pflichtbewusst das volle Programm ab, ringe mich am Ende, als die Bahn endlich die Station erreicht, an der ich - dem Himmel sei dank- aussteigen muss, sogar noch zu einem beidseitig nervösen, von einem etwa drei Sekunden zu langen Zögern angekündigten, Krampfkuss zum Abschied durch. Und gehe nach Hause. Mal wieder desillusioniert und wieder ein kleines bisschen genervter von dem ganzen Terz, den man Dating nennt.
Den besagten Jungen - wir nennen ihn Fliege - habe ich als Freund eines Freundes kennengelernt, ganz zwanglos bei einem feuchtfröhlichen Sit-In im Park. Vielversprechend. Eigentlich die beste Art, einen potentiellen Partner, Freund, Liebhaber, was auch immer kennenzulernen, wie ich finde. Weil man sich so zumindest anfangs diesen ganzen Druck spart, der sich aufbaut, wenn man weiß, man trifft sich gerade nur, um auszuloten, ob der Andere vielleicht jetzt endlich DER EINE sein könnte. Außerdem schweißen gemeinsame Erlebnisse bekanntlich zusammen und was an einem wir-treffen-uns-im-Cafe-und-reden-nur-belangloses-Zeug-Date ein Erlebnis sein soll, habe ich sowieso nie verstanden.
Deshalb auch dieses zweite Treffen mit der Fliege in einem der einschlägigen Berliner Clubs. Kein dröges Geplaudere und „ich bin ja so ein Mensch, der…“ sondern direkt ein gemeinsames Abenteuer, voll auf die Zwölf zwischen ekstatisch tanzenden Menschen, buntem Licht und von der Decke tropfendem Schweiß. Man tut den ersten Schritt in Richtung Kennenlernen, es bleibt aber kaum Raum für unangenehmes Smalltalk-Geplänkel und sonstige Unannehmlichkeiten. Die Fliege hat es trotzdem geschafft. Mein innerer Kampf mit ihm begann schon in der Warteschlange vor dem Club, wo er, gemeinsam mit dem ach so niedlichen Kuschel-Wuschel-Pärchen welches er zum Treffen mitgebracht hatte, jede Kommunikation mit anderen Wartenden im Keim erstickte (Wir sind eine geschlossene Gruppe und wollen bloß nicht unseren Horizont erweitern!! Ganz besonders coole, offene Berliner sind wir aber trotzdem, Bitteschön, immerhin nehmen wir Drogen und gehen zu Techno feiern&hellip und mich gleichzeitig immer wieder völlig unmotiviert, dafür aber mit einiger Bestimmtheit, dem Vorbild des immer aneinander hängenden Pärchens folgend, an sich zog und begrabbelte. Wohl um zu zeigen „Hier gibt es nichts zu holen“. Dabei wäre ich doch so gerne schon an diesem Punkt des Abends von irgendwem „geholt“ worden, um bloß dieser beklemmenden Situation zu entgehen. Trotzdem: Irgendwann kommt das Ende einer jeden Schlange, es geht bergauf, so hoffe ich.
Nach etwa zehn Sekunden im Club hat mein Begleiter kein T-Shirt mehr an. Man muss ja schließlich demonstrieren, wie jung und wild man ist. An sich habe ich damit kein Problem, es ist heiß an diesen Orten, man schwitzt, warum sich nicht ein bisschen erleichtern und das ein oder andere Kleidungsstück ablegen. So demonstrativ zu Schau gestellte Coolness, Offenheit, nicht vorhandene Bauchmuskeln finde ich aber doch eher befremdlich, vor allem von einem solchen Bubi wie er es war. Fliege dagegen war wohl davon überzeugt, barbrüstig wie er jetzt war, würde er eine gesteigerte Anziehung auf mich ausüben, was dazu führte, dass er auch auf der Tanzfläche nicht anders konnte, als mich ohne Unterlass halb lüstern, halb eifersüchtig auf jeden der umstehenden Männer, an sich zu ziehen, zu betatschen und seinen Schweiß mit meinem zu verschmieren. Hmm…Lecker. Da mir dieses ganze Schauspiel schon nach einer kurzen Weile zu bunt wurde, wollte ich mir wenigstens ein paar Minuten Ruhe auf der Toilette genehmigen. Sie waren mir nicht vergönnt. Eine, aufgrund meiner Handzeichen „ich geh mal kurz raus, komme gleich wieder“, fast schon panische Fliege folgte mir bis vor die Klotür. Ich war überrascht, als er dann doch die Pietät besaß, zumindest vor dieser Halt zu machen. Aber was soll man erwarten, von Leuten die schon vorm Club einen Treffpunkt verabreden, für den Fall, dass man sich verliere. Kaum auszudenken, getrennt von der schützenden Herde, des nachts, an einem solchen Ort…Auch meine etwas später dringend benötigte Raucherpause an der frischen Luft wurde torpediert. Die Fliege folgte mir weiterhin auf Schritt und Tritt, immer beflissen doch noch jeden kleinsten stillen Moment mit aufgeregtem Smalltalk zu füllen, welcher wieder und wieder abrupt abbrach und zu immer unangenehmer werdenden Gesprächspausen führte. Dabei natürlich durchgehend erwartungsvoll-zärtlicher Blick in meine Richtung. Oh, der Gute sucht wohl auch schon eine Weile. Ich dagegen war mir selten so sicher, dass es bei diesem Mann noch nicht einmal einen Funken gibt, geschweige denn irgendwas irgendwohin übergesprungen ist. Umso schlimmer, dass wir am Ende auch noch den selben Heimweg hatten.
Und, am Allerschlimmsten: Warum habe ich in dieser Hinsicht immer noch nichts gelernt? Wieso verhalte ich mich trotzdem genau so, wie es der Andere wohl von mir erwartet, gebe ihm sogar einen Abschiedskuss, wenn ich eigentlich nur flüchten und ganz sicher keine Romanze mit ihm beginnen möchte?
Wahrscheinlich eine Frage, die es zu beantworten gilt, wenn ich in nächster Zeit tatsächlich sprühende Funken und Glückseligkeit finden möchte. Eine von vielen. Denn im Großen und Ganzen findet man wohl immer zuerst sich selbst, bevor man einen Anderen findet. Aber eins ist sicher: auf dem Weg dahin, werden mir die Geschichten bestimmt nicht so schnell ausgehen.

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ne, definitiv nicht!
zähle aber auch ganz sicher nicht zur zielgruppe!

was soll das werden?

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26. August um 17:48
In Antwort auf ProjectRosie

Ist eigentlich keine Liebesgeschichte, aber trotzdem danke für deine Antworten

Was soll es denn nun eigentlich sein oder werden? Ein Roman, eine Kurzgeschichte oder vielleicht der gefühlt 1000ste Ratgeber zum Thema Probleme, sich den Traummann zu angeln oder lamentieren darüber, wie toll doch die Protagonistin(wenn es eine reale Person ist)ist und wie doof der Typ? Oder an wen wendet sich dieser Text?

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Sehnsucht / Ungewissheit
Von: chaosz
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28. August um 18:56

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