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Finanzielle Unterstützung

23. Februar 2018 um 16:06

Liebe Community,

ich schreibe hier, weil ich ein „Problem“ habe, für das mir im Bekanntenkreis leider nur wenig Verständnis entgegengebracht wird. Nun würde ich gerne wissen, ob ich tatsächlich aus „nichts“ ein Problem „kreiere“ (wie mir manche unterstellen) oder ob es auch Personen gibt, die mich verstehen und mir Tipps geben können wie ich mich am besten verhalten sollte.

Folgende Situation:

Mein Partner und ich sind seit ca. 4 Jahren zusammen und führen bisher auch eigentlich eine harmonische Beziehung. Als wir uns kennenlernten hatte ich ein monatliches Nettoeinkommen von ca. 2100,- EUR, er verdiente ca. 3400,- EUR netto im Monat. Uns beiden ging es finanziell gut, wir hatten Rücklagen gebildet und keine weiteren Verbindlichkeiten.Meiner Meinung nach hat man den Gehaltsunterschied im Alltag gar nicht so sehr bemerkt. Wir beide kamen schließlich mehr als gut über die Runden. Jeder von uns hat Miete, eigene Hobbys etc. selbst bezahlt. Er hat allerdings normalerweise die Kosten für gemeinsame Aktionen übernommen (z.B. Kino, Restaurantbesuche, etc.).
Vor zwei Jahren habe ich dann mein Studium begonnen. Er wusste seit unserem Kennenlernen, dass ich beabsichtige nochmal zu studieren und hat mich in diesem Vorhaben auch von Anfang an bestärkt. Ich habe ihn diesbezüglich nie um finanzielle Unterstützung gebeten (und habe das auch nicht vor). Dass mit Studienbeginn mein Einkommen wegfallen würde und ich mich dadurch finanziell deutlich einschränken muss, war mir immer bewusst. Die Miete für mein Ein-Zimmer-Appartement übernehmen netterweise meine Eltern, alle anderen monatlich anfallenden Kosten bezahle ich von meinem Ersparten. Für mich ist das absolut in Ordnung so, zumal es sich ja nur um einen begrenzten Zeitraum handelt, große Sprünge sind aber eben nicht mehr drin.

Aufgrund meines Studiums führen wir aktuell eine Wochenendbeziehung (mal treffen wir uns bei ihm, mal bei mir). Dass wir bei mir den Schreibtisch auch als Esstisch nutzen müssen und nur eine Toilette haben, hat er immer mit Humor genommen („Studentenleben&ldquo, auch wenn er natürlich mehr „Luxus“ gewöhnt war. Aber dass ich / wir hier auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, hat ihn schon sehr gestört (für mich nicht ganz nachvollziehbar, da die Anbindung eigentlich ganz gut ist). Ich habe die Anschaffung eines Autos immer abgelehnt, weil mir A) die Kosten dafür zu hoch waren und ich es B) eh kaum nutzen würde. An der Uni sind kaum Parkplätze vorhanden und nur fürs Einkaufen finde ich eine solche Anschaffung zu kostspielig. Das Ergebnis: Vor fünf Wochen hat er mir einfach ein Auto geschenkt (Wert ca. 10.000,- EUR). Ich solle mir auch um die Nebenkosten keine weiteren Gedanken machen, für Versicherung, Steuern etc. würde er schon aufkommen.

Mein Problem: Ich will das nicht! Ich wollte nie von irgendwem abhängig sein. Mir fiel es schon schwer die Unterstützung meiner Eltern anzunehmen. Und dieses Auto ist wirklich nicht notwendig. Ich weiß, dass er sich dieses „Geschenk“ locker leisten kann. Nur dankbar bin ich ihm dafür nicht wirklich. Er kann das absolut nicht verstehen, schließlich hätte ich ja jetzt mehr als vorher. Da er auch keine Gegenleistung fordere, versteht er wohl auch dieses „Abhängigkeitsargument“ nicht. Zumal er nach vier Jahren Beziehung davon ausgeht, dass eine solche „Unterstützung“ dann völlig normal wäre. Ich solle mich doch bitte einfach freuen. Dass ich das nicht tue, trifft ihn offensichtlich sehr. Dabei haben wir da bestimmt schon seit einem halben Jahr drüber geredet und er kannte meine Argumente BEVOR er das Auto gekauft hat. Er erwartet, dass ich jetzt einfach dankbar für seine „Unterstützung“ bin und mein schlechtes Gewissen sei absolut unbegründet. 

In meinem Bekanntenkreis habe ich jetzt ganz oft Sätze gehört wie „Sei doch glücklich, das macht nicht jeder Mann“ oder „Ich an deiner Stelle würde mich freuen“. Offenbar versteht niemand, dass ich dieses Auto nicht als „Geschenk“ sondern eher als „Unterstützung“ betrachte, um die ich nie gebeten habe.

Wie seht ihr das? Übertreibe ich? Bin ich undankbar?Ich weiß, dass es Luxussorgen sind. Aber ich möchte mir auch nicht sagen lassen, ich würde mich von ihm aushalten lassen und habe das Gefühl, meine Bedürfnisse wurden übergangen. Würdet ihr euch auch unwohl fühlen mit einem Geschenk in dieser Größenordnung? Vergleichbares kann ich ihm jedenfalls absehbar nicht zurückgeben.

Danke für eure Antworten!
 

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23. Februar 2018 um 16:44

Ist es tatsächlich nicht nachvollziehbar, dass ich bei einem "Geschenk" in der Größenordnung ein mulmiges Gefühl habe? Ich finde es einfach unverhältnismäßig...

Zum Zurückgeben: Deswegen haben wir den Streit ja. Ich wollte / will dieses Geschenk nicht annehmen. Er versteht das aber offenbar nicht, weil er mir damit ja etwas gutes tun möchte. Und fühlt sich dadurch offenbar zurückgewiesen. 

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23. Februar 2018 um 17:03

Um es vielleicht nochmal auf den Punkt zu bringen:

Ich könnte mir den Unterhalt für ein Auto nicht leisten. Ich wäre also darauf angewiesen, dass er für sämtliche Kosten aufkommt. Und dadurch fühle ich mich in eine Abhängigkeit gedrängt, die ich so gar nicht will. Und er wusste das, bevor er das Auto gekauft hat.

Ich weiß, dass wir seit 4 Jahren ein Paar sind. Nur bisher hatten wir getrennte Konten und auch sonst kam jeder für seine eigenen Kosten auf. Da wir nicht zusammen wohnen, finde ich das auch durchaus normal.

Ich bin euch dankbar, dass ihr eure Meinung so ehrlich äußert. Aber ich würde euch bitten, von Beschimpfungen abzusehen. Die helfen mir nicht weiter. Danke!
 

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23. Februar 2018 um 17:07
In Antwort auf 00rabea00

Liebe Community,

ich schreibe hier, weil ich ein „Problem“ habe, für das mir im Bekanntenkreis leider nur wenig Verständnis entgegengebracht wird. Nun würde ich gerne wissen, ob ich tatsächlich aus „nichts“ ein Problem „kreiere“ (wie mir manche unterstellen) oder ob es auch Personen gibt, die mich verstehen und mir Tipps geben können wie ich mich am besten verhalten sollte.

Folgende Situation:

Mein Partner und ich sind seit ca. 4 Jahren zusammen und führen bisher auch eigentlich eine harmonische Beziehung. Als wir uns kennenlernten hatte ich ein monatliches Nettoeinkommen von ca. 2100,- EUR, er verdiente ca. 3400,- EUR netto im Monat. Uns beiden ging es finanziell gut, wir hatten Rücklagen gebildet und keine weiteren Verbindlichkeiten.Meiner Meinung nach hat man den Gehaltsunterschied im Alltag gar nicht so sehr bemerkt. Wir beide kamen schließlich mehr als gut über die Runden. Jeder von uns hat Miete, eigene Hobbys etc. selbst bezahlt. Er hat allerdings normalerweise die Kosten für gemeinsame Aktionen übernommen (z.B. Kino, Restaurantbesuche, etc.).
Vor zwei Jahren habe ich dann mein Studium begonnen. Er wusste seit unserem Kennenlernen, dass ich beabsichtige nochmal zu studieren und hat mich in diesem Vorhaben auch von Anfang an bestärkt. Ich habe ihn diesbezüglich nie um finanzielle Unterstützung gebeten (und habe das auch nicht vor). Dass mit Studienbeginn mein Einkommen wegfallen würde und ich mich dadurch finanziell deutlich einschränken muss, war mir immer bewusst. Die Miete für mein Ein-Zimmer-Appartement übernehmen netterweise meine Eltern, alle anderen monatlich anfallenden Kosten bezahle ich von meinem Ersparten. Für mich ist das absolut in Ordnung so, zumal es sich ja nur um einen begrenzten Zeitraum handelt, große Sprünge sind aber eben nicht mehr drin.

Aufgrund meines Studiums führen wir aktuell eine Wochenendbeziehung (mal treffen wir uns bei ihm, mal bei mir). Dass wir bei mir den Schreibtisch auch als Esstisch nutzen müssen und nur eine Toilette haben, hat er immer mit Humor genommen („Studentenleben&ldquo, auch wenn er natürlich mehr „Luxus“ gewöhnt war. Aber dass ich / wir hier auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, hat ihn schon sehr gestört (für mich nicht ganz nachvollziehbar, da die Anbindung eigentlich ganz gut ist). Ich habe die Anschaffung eines Autos immer abgelehnt, weil mir A) die Kosten dafür zu hoch waren und ich es B) eh kaum nutzen würde. An der Uni sind kaum Parkplätze vorhanden und nur fürs Einkaufen finde ich eine solche Anschaffung zu kostspielig. Das Ergebnis: Vor fünf Wochen hat er mir einfach ein Auto geschenkt (Wert ca. 10.000,- EUR). Ich solle mir auch um die Nebenkosten keine weiteren Gedanken machen, für Versicherung, Steuern etc. würde er schon aufkommen.

Mein Problem: Ich will das nicht! Ich wollte nie von irgendwem abhängig sein. Mir fiel es schon schwer die Unterstützung meiner Eltern anzunehmen. Und dieses Auto ist wirklich nicht notwendig. Ich weiß, dass er sich dieses „Geschenk“ locker leisten kann. Nur dankbar bin ich ihm dafür nicht wirklich. Er kann das absolut nicht verstehen, schließlich hätte ich ja jetzt mehr als vorher. Da er auch keine Gegenleistung fordere, versteht er wohl auch dieses „Abhängigkeitsargument“ nicht. Zumal er nach vier Jahren Beziehung davon ausgeht, dass eine solche „Unterstützung“ dann völlig normal wäre. Ich solle mich doch bitte einfach freuen. Dass ich das nicht tue, trifft ihn offensichtlich sehr. Dabei haben wir da bestimmt schon seit einem halben Jahr drüber geredet und er kannte meine Argumente BEVOR er das Auto gekauft hat. Er erwartet, dass ich jetzt einfach dankbar für seine „Unterstützung“ bin und mein schlechtes Gewissen sei absolut unbegründet. 

In meinem Bekanntenkreis habe ich jetzt ganz oft Sätze gehört wie „Sei doch glücklich, das macht nicht jeder Mann“ oder „Ich an deiner Stelle würde mich freuen“. Offenbar versteht niemand, dass ich dieses Auto nicht als „Geschenk“ sondern eher als „Unterstützung“ betrachte, um die ich nie gebeten habe.

Wie seht ihr das? Übertreibe ich? Bin ich undankbar?Ich weiß, dass es Luxussorgen sind. Aber ich möchte mir auch nicht sagen lassen, ich würde mich von ihm aushalten lassen und habe das Gefühl, meine Bedürfnisse wurden übergangen. Würdet ihr euch auch unwohl fühlen mit einem Geschenk in dieser Größenordnung? Vergleichbares kann ich ihm jedenfalls absehbar nicht zurückgeben.

Danke für eure Antworten!
 

Na ja ihr seid ja nicht erst seit gestern zusammen sondern doch schon  4 Jahre. Ich kann dir nicht sagen ob ich es annehmen würde wenn ich es nicht brauche. Aber ich wäre , wenn ich es annehme trotzdem dankbar. Da ihr in getrennten Haushalten lebt wäre es mir sicher auch unangenehm wenn mein Partner mir aushelfen müsste aber so an sich er ist seit 4 Jahren dein Partner und will dich ja nur unterstützen. Irgendwann Verdienst du auch wieder Geld und dann kannst du es ihm ja zurück zahlen wenn es dir wichtig ist. 

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23. Februar 2018 um 18:04

Eins vorweg. Ich mag Autos.

Aber, einer Frau, die man liebt, schenkt man kein Auto!!!

Das ist ideenlos!

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23. Februar 2018 um 18:22
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Liebe Community,

ich schreibe hier, weil ich ein „Problem“ habe, für das mir im Bekanntenkreis leider nur wenig Verständnis entgegengebracht wird. Nun würde ich gerne wissen, ob ich tatsächlich aus „nichts“ ein Problem „kreiere“ (wie mir manche unterstellen) oder ob es auch Personen gibt, die mich verstehen und mir Tipps geben können wie ich mich am besten verhalten sollte.

Folgende Situation:

Mein Partner und ich sind seit ca. 4 Jahren zusammen und führen bisher auch eigentlich eine harmonische Beziehung. Als wir uns kennenlernten hatte ich ein monatliches Nettoeinkommen von ca. 2100,- EUR, er verdiente ca. 3400,- EUR netto im Monat. Uns beiden ging es finanziell gut, wir hatten Rücklagen gebildet und keine weiteren Verbindlichkeiten.Meiner Meinung nach hat man den Gehaltsunterschied im Alltag gar nicht so sehr bemerkt. Wir beide kamen schließlich mehr als gut über die Runden. Jeder von uns hat Miete, eigene Hobbys etc. selbst bezahlt. Er hat allerdings normalerweise die Kosten für gemeinsame Aktionen übernommen (z.B. Kino, Restaurantbesuche, etc.).
Vor zwei Jahren habe ich dann mein Studium begonnen. Er wusste seit unserem Kennenlernen, dass ich beabsichtige nochmal zu studieren und hat mich in diesem Vorhaben auch von Anfang an bestärkt. Ich habe ihn diesbezüglich nie um finanzielle Unterstützung gebeten (und habe das auch nicht vor). Dass mit Studienbeginn mein Einkommen wegfallen würde und ich mich dadurch finanziell deutlich einschränken muss, war mir immer bewusst. Die Miete für mein Ein-Zimmer-Appartement übernehmen netterweise meine Eltern, alle anderen monatlich anfallenden Kosten bezahle ich von meinem Ersparten. Für mich ist das absolut in Ordnung so, zumal es sich ja nur um einen begrenzten Zeitraum handelt, große Sprünge sind aber eben nicht mehr drin.

Aufgrund meines Studiums führen wir aktuell eine Wochenendbeziehung (mal treffen wir uns bei ihm, mal bei mir). Dass wir bei mir den Schreibtisch auch als Esstisch nutzen müssen und nur eine Toilette haben, hat er immer mit Humor genommen („Studentenleben&ldquo, auch wenn er natürlich mehr „Luxus“ gewöhnt war. Aber dass ich / wir hier auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, hat ihn schon sehr gestört (für mich nicht ganz nachvollziehbar, da die Anbindung eigentlich ganz gut ist). Ich habe die Anschaffung eines Autos immer abgelehnt, weil mir A) die Kosten dafür zu hoch waren und ich es B) eh kaum nutzen würde. An der Uni sind kaum Parkplätze vorhanden und nur fürs Einkaufen finde ich eine solche Anschaffung zu kostspielig. Das Ergebnis: Vor fünf Wochen hat er mir einfach ein Auto geschenkt (Wert ca. 10.000,- EUR). Ich solle mir auch um die Nebenkosten keine weiteren Gedanken machen, für Versicherung, Steuern etc. würde er schon aufkommen.

Mein Problem: Ich will das nicht! Ich wollte nie von irgendwem abhängig sein. Mir fiel es schon schwer die Unterstützung meiner Eltern anzunehmen. Und dieses Auto ist wirklich nicht notwendig. Ich weiß, dass er sich dieses „Geschenk“ locker leisten kann. Nur dankbar bin ich ihm dafür nicht wirklich. Er kann das absolut nicht verstehen, schließlich hätte ich ja jetzt mehr als vorher. Da er auch keine Gegenleistung fordere, versteht er wohl auch dieses „Abhängigkeitsargument“ nicht. Zumal er nach vier Jahren Beziehung davon ausgeht, dass eine solche „Unterstützung“ dann völlig normal wäre. Ich solle mich doch bitte einfach freuen. Dass ich das nicht tue, trifft ihn offensichtlich sehr. Dabei haben wir da bestimmt schon seit einem halben Jahr drüber geredet und er kannte meine Argumente BEVOR er das Auto gekauft hat. Er erwartet, dass ich jetzt einfach dankbar für seine „Unterstützung“ bin und mein schlechtes Gewissen sei absolut unbegründet. 

In meinem Bekanntenkreis habe ich jetzt ganz oft Sätze gehört wie „Sei doch glücklich, das macht nicht jeder Mann“ oder „Ich an deiner Stelle würde mich freuen“. Offenbar versteht niemand, dass ich dieses Auto nicht als „Geschenk“ sondern eher als „Unterstützung“ betrachte, um die ich nie gebeten habe.

Wie seht ihr das? Übertreibe ich? Bin ich undankbar?Ich weiß, dass es Luxussorgen sind. Aber ich möchte mir auch nicht sagen lassen, ich würde mich von ihm aushalten lassen und habe das Gefühl, meine Bedürfnisse wurden übergangen. Würdet ihr euch auch unwohl fühlen mit einem Geschenk in dieser Größenordnung? Vergleichbares kann ich ihm jedenfalls absehbar nicht zurückgeben.

Danke für eure Antworten!
 


Also, ich begreife dich vollkommen! Würde mir genau so gehen! Obwohl ich es von deinem Partner nett finde! Aber ein Auto, das man nicht gebrauchen kann, ist ja auch nicht sinnvoll! Und dann eben Benzin usw.!

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23. Februar 2018 um 18:23
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Liebe Community,

ich schreibe hier, weil ich ein „Problem“ habe, für das mir im Bekanntenkreis leider nur wenig Verständnis entgegengebracht wird. Nun würde ich gerne wissen, ob ich tatsächlich aus „nichts“ ein Problem „kreiere“ (wie mir manche unterstellen) oder ob es auch Personen gibt, die mich verstehen und mir Tipps geben können wie ich mich am besten verhalten sollte.

Folgende Situation:

Mein Partner und ich sind seit ca. 4 Jahren zusammen und führen bisher auch eigentlich eine harmonische Beziehung. Als wir uns kennenlernten hatte ich ein monatliches Nettoeinkommen von ca. 2100,- EUR, er verdiente ca. 3400,- EUR netto im Monat. Uns beiden ging es finanziell gut, wir hatten Rücklagen gebildet und keine weiteren Verbindlichkeiten.Meiner Meinung nach hat man den Gehaltsunterschied im Alltag gar nicht so sehr bemerkt. Wir beide kamen schließlich mehr als gut über die Runden. Jeder von uns hat Miete, eigene Hobbys etc. selbst bezahlt. Er hat allerdings normalerweise die Kosten für gemeinsame Aktionen übernommen (z.B. Kino, Restaurantbesuche, etc.).
Vor zwei Jahren habe ich dann mein Studium begonnen. Er wusste seit unserem Kennenlernen, dass ich beabsichtige nochmal zu studieren und hat mich in diesem Vorhaben auch von Anfang an bestärkt. Ich habe ihn diesbezüglich nie um finanzielle Unterstützung gebeten (und habe das auch nicht vor). Dass mit Studienbeginn mein Einkommen wegfallen würde und ich mich dadurch finanziell deutlich einschränken muss, war mir immer bewusst. Die Miete für mein Ein-Zimmer-Appartement übernehmen netterweise meine Eltern, alle anderen monatlich anfallenden Kosten bezahle ich von meinem Ersparten. Für mich ist das absolut in Ordnung so, zumal es sich ja nur um einen begrenzten Zeitraum handelt, große Sprünge sind aber eben nicht mehr drin.

Aufgrund meines Studiums führen wir aktuell eine Wochenendbeziehung (mal treffen wir uns bei ihm, mal bei mir). Dass wir bei mir den Schreibtisch auch als Esstisch nutzen müssen und nur eine Toilette haben, hat er immer mit Humor genommen („Studentenleben&ldquo, auch wenn er natürlich mehr „Luxus“ gewöhnt war. Aber dass ich / wir hier auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, hat ihn schon sehr gestört (für mich nicht ganz nachvollziehbar, da die Anbindung eigentlich ganz gut ist). Ich habe die Anschaffung eines Autos immer abgelehnt, weil mir A) die Kosten dafür zu hoch waren und ich es B) eh kaum nutzen würde. An der Uni sind kaum Parkplätze vorhanden und nur fürs Einkaufen finde ich eine solche Anschaffung zu kostspielig. Das Ergebnis: Vor fünf Wochen hat er mir einfach ein Auto geschenkt (Wert ca. 10.000,- EUR). Ich solle mir auch um die Nebenkosten keine weiteren Gedanken machen, für Versicherung, Steuern etc. würde er schon aufkommen.

Mein Problem: Ich will das nicht! Ich wollte nie von irgendwem abhängig sein. Mir fiel es schon schwer die Unterstützung meiner Eltern anzunehmen. Und dieses Auto ist wirklich nicht notwendig. Ich weiß, dass er sich dieses „Geschenk“ locker leisten kann. Nur dankbar bin ich ihm dafür nicht wirklich. Er kann das absolut nicht verstehen, schließlich hätte ich ja jetzt mehr als vorher. Da er auch keine Gegenleistung fordere, versteht er wohl auch dieses „Abhängigkeitsargument“ nicht. Zumal er nach vier Jahren Beziehung davon ausgeht, dass eine solche „Unterstützung“ dann völlig normal wäre. Ich solle mich doch bitte einfach freuen. Dass ich das nicht tue, trifft ihn offensichtlich sehr. Dabei haben wir da bestimmt schon seit einem halben Jahr drüber geredet und er kannte meine Argumente BEVOR er das Auto gekauft hat. Er erwartet, dass ich jetzt einfach dankbar für seine „Unterstützung“ bin und mein schlechtes Gewissen sei absolut unbegründet. 

In meinem Bekanntenkreis habe ich jetzt ganz oft Sätze gehört wie „Sei doch glücklich, das macht nicht jeder Mann“ oder „Ich an deiner Stelle würde mich freuen“. Offenbar versteht niemand, dass ich dieses Auto nicht als „Geschenk“ sondern eher als „Unterstützung“ betrachte, um die ich nie gebeten habe.

Wie seht ihr das? Übertreibe ich? Bin ich undankbar?Ich weiß, dass es Luxussorgen sind. Aber ich möchte mir auch nicht sagen lassen, ich würde mich von ihm aushalten lassen und habe das Gefühl, meine Bedürfnisse wurden übergangen. Würdet ihr euch auch unwohl fühlen mit einem Geschenk in dieser Größenordnung? Vergleichbares kann ich ihm jedenfalls absehbar nicht zurückgeben.

Danke für eure Antworten!
 


Also, ich begreife dich vollkommen! Würde mir genau so gehen! Obwohl ich es von deinem Partner nett finde! Aber ein Auto, das man nicht gebrauchen kann, ist ja auch nicht sinnvoll! Und dann eben Benzin usw.!

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23. Februar 2018 um 22:25

Ich würde mich auch nicht gut damit fühlen. Zumal du es offenbar mehrfach gesagt hast. Und mein Vorredner hat Recht: er hat keinen Bock auf Bus fahren. 

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24. Februar 2018 um 11:39

Ich finde nicht, dass du übertreibst und kann dein Problem damit total nachvollziehen. Du willst kein Auto, du brauchst kein Auto und er weiß das. Aber anstatt das zu respektieren, zieht er sein Ding durch und kauft dennoch eines. Eigentlich nichtmal für dich, sondern weil er den Komfort vor Ort möchte. Anstatt der logischen Konsequenz für ihn, nämlich entweder mit eigenem Auto zu dir zu kommen und das dort zu nutzen oder auf Carsharing o.ä. bei dir zurückzugreifen, spielt er den selbstlosen Gönner und kauft dir ein Auto. 
Ich wäre wohl auch genervt von sowas und würde ihm anbieten entweder das Auto zurückzunehmen oder es zu verkaufen und den Erlös in etwas zu stecken, das du wirklich brauchst oder gerne hättest...bei mir wäre das ne Weltreise oder so.
Aber ein so teures Geschenk, über das du dich garnicht freust und das dir ein ungutes Abhängigkeitsgefühl verschafft...das kann doch letztlich auch nicht in seinem Sinne sein?

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26. Februar 2018 um 17:32

Puh, ein Geschenk dieser Größenordnung würde ich auch keinesfalls annehmen. Selbst wenn es mein Mann wäre, käme das nicht in Frage. 

Ich kann dich total verstehen, dass du dich dadurch unter Druck gesetzt fühlst. Er muss einfach verstehen, dass deine Wünsche genauso wichtig sind wie seine - er kann sich nicht einfach darüber hinwegsetzen.
Ihr hattet das Thema bereits vorher und du warst gegen ein Auto. Das zu ignorieren ist daneben. 

Rede nochmal mit ihm und gib ihm das Auto zurück. Deswegen musst du dir meiner Meinung nach wirklich kein schlechtes Gewissen einreden lassen. 

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27. Februar 2018 um 5:43

Ich kann verstehen das du alles alleine schaffen möchtest. Aber sieh es doch mal so. Er möchte einen gewissen Standard haben, wenn er bei dir ist. Es tut ihm nicht weh. Er sieht euch als Gemeinschaft. Willst du das daran etwas zerbricht.  Das sind echt Pille Palle Probleme. Fahr mit der Bahn und wenn er da ist nutzt ihr zusammen das Auto. Und wenn ihr euch trennt, aus irgendwelchen Gründen gibst du ihm das Auto zurück. 
Und ganz ehrlich ich kann ihn verstehen, ich hasse es auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. 

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27. Februar 2018 um 8:51

Ja natürlich. Ging leider nicht anders zu antworten 

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27. Februar 2018 um 10:34

Ja echt lustig. Wenn es wegen sowas schon Diskussionen gibt. Hilfe der Mann tut uns in der Beziehung was gutes. Echt dramatisch. 

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27. Februar 2018 um 12:00

Was ist daran blöd wenn ihm das wohl Spaß macht. 

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27. Februar 2018 um 12:20

Mein Gott dann soll er es halt wieder verkaufen. Und dem Konto bekommt man eh keine Zinsen mehr. 

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27. Februar 2018 um 12:45

Ich kann dich voll und ganz verstehen! Mir ging es mal ähnlich mit meinem Freund. Aber sieh es mal so wenn du auf das auto normalerweise gar nicht angewiesen bist bist du, egal ob du es hast oder nicht hast, nicht direkt abhängig davon. nimm es an hege und pflege die kleine schüssel weil es ja ein geschenk von deinem liebsten ist und wenn er da ist nutzt ihr es gemeinsam und du verlierst kein wort mehr darüber. es gehört euch beiden und du passt drauf auf. ich wollte und konnte damals das geschenk von meinem freud nicht ausschlagen weil er hat dann so geguckt und war ganz seelig das er was für mich tun konnte und "gebraucht" wurde. und ich fands so süss und hach ...ich bin immernoch so verschossen in den kerl auch wenn man als "moderne" frau wirtschaftlich unabhängig sein möchte sollte man dem mann gelgenheit geben mann zu sein. die emanzipation ist halt in sofern ne komplizierte sache als das männlein und weiblein sich gegenüberstehen und bestimmte dinge neu übereinander lernen müssen.

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27. Februar 2018 um 18:01

Sie hatten das Thema doch vorher schon besprochen. Da hat die TE ihm gesagt, dass sie kein Auto will.

Wieso sollte sich das dann plötzlich ändern, nur weil er ihr eins hinstellt?

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27. Februar 2018 um 18:23

Lies nochmal.

Ich habe die Anschaffung eines Autos immer abgelehnt, weil mir A) die Kosten dafür zu hoch waren und ich es B) eh kaum nutzen würde. An der Uni sind kaum Parkplätze vorhanden und nur fürs Einkaufen finde ich eine solche Anschaffung zu kostspielig. 

Kosten sind das eine, der Nutzen das andere. Sie braucht es doch kaum, wieso also Geld dafür ausgeben? Da geht es nicht nur um Kosten sondern um gesunden Menschenverstand. Wenn man kein Auto braucht, braucht man keins. Auch wenn es umsonst ist - egal. 

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