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Finanzielle Probleme / Trennung?

14. Dezember 2019 um 13:18 Letzte Antwort: 17. Dezember 2019 um 2:06

Hallo 

Gleich zu meinem Problem. 
Mein Partner ist arbeitslos, hat z.Z. keinerlei Einkünfte, da vorher selbstständig. 
Ich, alleinerziehend, 1 kind 16j, arbeite Vollzeit plus 450€ in der Gastronomie.
Für alles komme ich alleine auf, Miete, Lebenshaltungskosten etc... 
Er bemüht sich sehr um Arbeit,  hatte bis jetzt aber kein Glück ( das Alter? 57j ) 
Die knappe finanzielle Situation belastet mich sehr. Durch meine Scheidung vor 5 Jahren und durch Krankheit meines Sohnes konnte ich auch keine Rücklagen bilden, bzw Karriere machen.
Trotz meines nicht gerade üppigen Einkommens,  scheinen wir als "Bedarfsgemeinschaft" keine Ansprüche zu haben,  ich muss weiterhin alles alleine zahlen.  
Würden wir uns trennen könnte er zum Sozialamt gehen.
Ich möchte ihn nicht 'hängen lassen' in dieser schwierigen Zeit,  aber es geht schon ca 2 Jahre so, ich kann langsam nicht mehr. Die Sorgen alleine tragen zu müssen belastet mich sehr.
Ist es sehr egoistisch auf eine Lösung zu drängen?  Evtl über einen Auszug/Trennung zu reden. Oder muss ich es ertragen weil ich ihn liebe? 
Danke vorab fürs lesen 

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15. Dezember 2019 um 2:42

er war also schon arbeitslos als ihr euch kennengelernt habt?   er bemüht sich sehr um Arbeit? bist du dir da sicher??? 

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15. Dezember 2019 um 12:06
In Antwort auf carina2019

er war also schon arbeitslos als ihr euch kennengelernt habt?   er bemüht sich sehr um Arbeit? bist du dir da sicher??? 

Als wir uns kennenlernten, vor gut 4 Jahren, hatte er noch Arbeit, auf selbstständiger Basis, er zog zu mir,  hatte hier auch noch Projekte,  die aber ausliefen. Seit über 2 Jahren sucht er jetzt schon. 
Wie sehr er sich bemüht,  wieviele Abstriche er zu machen bereit wäre, ich weiß es langsam nicht mehr... 
ich komme mir doof vor ihn zu sehr zu kontrollieren,  mir dauernd Bewerbungen zeigen zu lassen... etc 
Meist hab ich so viel um die Ohren das ich schlicht keine Kraft habe , ihm zb noch Job Möglichkeit zu zeigen. 
Im Haushalt macht er schon vieles, aber eigentlich möchte ich nicht das einer nur Zuhause ist und alles macht, finde das auch in der umgekehrten Konstellation ( Frau Zuhause) nicht so gut.  

 

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15. Dezember 2019 um 13:42
In Antwort auf schneerose

Hallo 

Gleich zu meinem Problem. 
Mein Partner ist arbeitslos, hat z.Z. keinerlei Einkünfte, da vorher selbstständig. 
Ich, alleinerziehend, 1 kind 16j, arbeite Vollzeit plus 450€ in der Gastronomie.
Für alles komme ich alleine auf, Miete, Lebenshaltungskosten etc... 
Er bemüht sich sehr um Arbeit,  hatte bis jetzt aber kein Glück ( das Alter? 57j ) 
Die knappe finanzielle Situation belastet mich sehr. Durch meine Scheidung vor 5 Jahren und durch Krankheit meines Sohnes konnte ich auch keine Rücklagen bilden, bzw Karriere machen.
Trotz meines nicht gerade üppigen Einkommens,  scheinen wir als "Bedarfsgemeinschaft" keine Ansprüche zu haben,  ich muss weiterhin alles alleine zahlen.  
Würden wir uns trennen könnte er zum Sozialamt gehen.
Ich möchte ihn nicht 'hängen lassen' in dieser schwierigen Zeit,  aber es geht schon ca 2 Jahre so, ich kann langsam nicht mehr. Die Sorgen alleine tragen zu müssen belastet mich sehr.
Ist es sehr egoistisch auf eine Lösung zu drängen?  Evtl über einen Auszug/Trennung zu reden. Oder muss ich es ertragen weil ich ihn liebe? 
Danke vorab fürs lesen 

Hört beim Geld die Liebe auf ?
Unterschiedliche Sichtweisen zu den Finanzen belasten sicher eine Beziehung , wobei bei gegensätzlicher Konstellation, also Frau zuhause, Mann arbeitet ...die Akzeptanz größer ist ...
Da es Dich stört, muß eine Veränderung herbeigeführt werden ...
Klare Aussagen darüber machen auch Deinen Mann bewusst, dass er sich mehr anstrengen muss, und gegebenenfalls auch eine Arbeit anzunehmen , die nicht unbedingt seinen Qualifikationen entspricht ...

Eine Beziehung soll man nicht " ertragen müssen "....

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15. Dezember 2019 um 14:59
In Antwort auf 10diva

Hört beim Geld die Liebe auf ?
Unterschiedliche Sichtweisen zu den Finanzen belasten sicher eine Beziehung , wobei bei gegensätzlicher Konstellation, also Frau zuhause, Mann arbeitet ...die Akzeptanz größer ist ...
Da es Dich stört, muß eine Veränderung herbeigeführt werden ...
Klare Aussagen darüber machen auch Deinen Mann bewusst, dass er sich mehr anstrengen muss, und gegebenenfalls auch eine Arbeit anzunehmen , die nicht unbedingt seinen Qualifikationen entspricht ...

Eine Beziehung soll man nicht " ertragen müssen "....

Danke für deine Antwort , 
.... nein Liebe und Geld haben nichts miteinander zu tun. 
Die Probleme führen zu Diskussionen, bei denen unsre unterschiedliche Art zu Konflikten führt, das belastet die Liebe. 
Zur Zeit 'ertrage' ich die Beziehung nicht so gut, wünsche mir sehr das es wieder anders wird. 
Wäre es nicht Liebe, hätte ich,  glaub ich,  nicht so lange durchgehalten. 

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16. Dezember 2019 um 2:33
In Antwort auf schneerose

Als wir uns kennenlernten, vor gut 4 Jahren, hatte er noch Arbeit, auf selbstständiger Basis, er zog zu mir,  hatte hier auch noch Projekte,  die aber ausliefen. Seit über 2 Jahren sucht er jetzt schon. 
Wie sehr er sich bemüht,  wieviele Abstriche er zu machen bereit wäre, ich weiß es langsam nicht mehr... 
ich komme mir doof vor ihn zu sehr zu kontrollieren,  mir dauernd Bewerbungen zeigen zu lassen... etc 
Meist hab ich so viel um die Ohren das ich schlicht keine Kraft habe , ihm zb noch Job Möglichkeit zu zeigen. 
Im Haushalt macht er schon vieles, aber eigentlich möchte ich nicht das einer nur Zuhause ist und alles macht, finde das auch in der umgekehrten Konstellation ( Frau Zuhause) nicht so gut.  

 

sorry 2 Jahre lang absolut keine Arbeit die er machen könnte?   der lässt sich schön von dir finanzieren...  schlaues Kerlchen!! 

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16. Dezember 2019 um 11:29

oha, das ist schon schwierig, denn ab 50 wird es schwierig, eine Arbeit zu finden und schwieriger, wenn er eh vorher selbständig war. So jemand wird nicht so gerne eingestellt. Kann er nicht wieder in die Selbständigkeit? Oder sich frühverrenten? Wie ist es denn mit seiner Krankenkasse ... ist das wenigstens gedeckt?

Was hatte er denn gemacht?  Und wie geht es ihm jetzt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass der aktuelle Status ihn glúcklich macht. 

Und ja, ich kann es verstehen, wenn man nciht immer nur mit dem Geld knappsen möchte. Es ist ja schon schwierig, ein Kind alleine durchzufüttern (oder bekommst es Unterhalt vom Kindsvater?) aber dann noch einen Mann dazu. Also mich würde das auf Dauer auch stören.

Was sagt er denn selber? Hat er irgendwelche Ideen oder Visionen oder ist er einfach nur noch müde von seiner Situation? 

Ja, ich könnte mir vorstellen, dass eine Trennung dir helfen könnte. Ersteinmal durchatmen. Schon das ist viel wert. 
 

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16. Dezember 2019 um 11:30
In Antwort auf carina2019

sorry 2 Jahre lang absolut keine Arbeit die er machen könnte?   der lässt sich schön von dir finanzieren...  schlaues Kerlchen!! 

das geht recht schnell, dass man keine Anstellung findet. Warst du schon mal arbeitslos?

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16. Dezember 2019 um 11:42
In Antwort auf soyyo

das geht recht schnell, dass man keine Anstellung findet. Warst du schon mal arbeitslos?

Es gibt Aushilfsjobs, die man sehr einfach bekommt und die die finanzielle Situation zuhause zumindest um ein paar hundert Euro entlasten und seinen Willen an Arbeit zeigen könnten. Wer will, findet arbeit auch mit 50 aufwärts Arbeit. Da muss man dann halt eventuell Abstriche machen, aber es gibt genügend Möglichkeiten arbeiten zu gehen, wenn man gesund ist und auch arbeiten will.

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16. Dezember 2019 um 11:46
In Antwort auf traventure

Es gibt Aushilfsjobs, die man sehr einfach bekommt und die die finanzielle Situation zuhause zumindest um ein paar hundert Euro entlasten und seinen Willen an Arbeit zeigen könnten. Wer will, findet arbeit auch mit 50 aufwärts Arbeit. Da muss man dann halt eventuell Abstriche machen, aber es gibt genügend Möglichkeiten arbeiten zu gehen, wenn man gesund ist und auch arbeiten will.

das muss ich widersprechen. das ist echt schwierig eine Arbeit in diesem Alter zu finden, gerade wenn man überqualifiziert ist oder vorher selbständig war. die Arbeitsmarkteintrittschranken sind sehr hoch. 

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16. Dezember 2019 um 11:56
In Antwort auf soyyo

das muss ich widersprechen. das ist echt schwierig eine Arbeit in diesem Alter zu finden, gerade wenn man überqualifiziert ist oder vorher selbständig war. die Arbeitsmarkteintrittschranken sind sehr hoch. 

Ich habe in meinem Umfeld jetzt schon mehrere Jobwechsel im Alter von 50 aufwärts mitbekommen und niemand hat länger als ein halbes Jahr gebraucht, um einen Job zu finden. Eine Bekannte meiner Mutter hat erst kürzlich mit 54 noch eine Umschulung bewilligt bekommen! Das es schwierig ist bestreitet ja keiner, aber unmöglich ist es nicht in 2 Jahren einen Job zu finden, um wieder aktiv am Arbeitsleben teilhaben zu können.

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16. Dezember 2019 um 12:03
In Antwort auf traventure

Ich habe in meinem Umfeld jetzt schon mehrere Jobwechsel im Alter von 50 aufwärts mitbekommen und niemand hat länger als ein halbes Jahr gebraucht, um einen Job zu finden. Eine Bekannte meiner Mutter hat erst kürzlich mit 54 noch eine Umschulung bewilligt bekommen! Das es schwierig ist bestreitet ja keiner, aber unmöglich ist es nicht in 2 Jahren einen Job zu finden, um wieder aktiv am Arbeitsleben teilhaben zu können.

hm, in meiner eigenen Feldstudie hatte ich mit Mitte 40 ein Jahr lang gesucht und nix bekommen und habe meinen CV schliesslich downgraden gemusst... war schon heftig. Darum kann ich mir vorstellen, dass 2 jahre schnell ins Land ziehen. 

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16. Dezember 2019 um 12:44
In Antwort auf schneerose

Hallo 

Gleich zu meinem Problem. 
Mein Partner ist arbeitslos, hat z.Z. keinerlei Einkünfte, da vorher selbstständig. 
Ich, alleinerziehend, 1 kind 16j, arbeite Vollzeit plus 450€ in der Gastronomie.
Für alles komme ich alleine auf, Miete, Lebenshaltungskosten etc... 
Er bemüht sich sehr um Arbeit,  hatte bis jetzt aber kein Glück ( das Alter? 57j ) 
Die knappe finanzielle Situation belastet mich sehr. Durch meine Scheidung vor 5 Jahren und durch Krankheit meines Sohnes konnte ich auch keine Rücklagen bilden, bzw Karriere machen.
Trotz meines nicht gerade üppigen Einkommens,  scheinen wir als "Bedarfsgemeinschaft" keine Ansprüche zu haben,  ich muss weiterhin alles alleine zahlen.  
Würden wir uns trennen könnte er zum Sozialamt gehen.
Ich möchte ihn nicht 'hängen lassen' in dieser schwierigen Zeit,  aber es geht schon ca 2 Jahre so, ich kann langsam nicht mehr. Die Sorgen alleine tragen zu müssen belastet mich sehr.
Ist es sehr egoistisch auf eine Lösung zu drängen?  Evtl über einen Auszug/Trennung zu reden. Oder muss ich es ertragen weil ich ihn liebe? 
Danke vorab fürs lesen 

und wenn Ihr erst einmal nur getrennt wohnt? Dann sollte er zumindest Ansprüche haben und nicht mehr alles nur auf Deinen Schultern lasten.

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16. Dezember 2019 um 12:53
In Antwort auf soyyo

hm, in meiner eigenen Feldstudie hatte ich mit Mitte 40 ein Jahr lang gesucht und nix bekommen und habe meinen CV schliesslich downgraden gemusst... war schon heftig. Darum kann ich mir vorstellen, dass 2 jahre schnell ins Land ziehen. 

2 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Die vergehen nicht einfach schnell. Man darf ja auch nicht vergessen, dass es schwieriger wird, je länger man sucht. Man kann sich so viel Unterstützung holen und es gibt viele Möglichkeiten sich anders zu orientieren, aber für mich ist "ich finde einfach nichts" kein Grund zwei Jahre lang auf Kosten meines Partners zu leben.

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16. Dezember 2019 um 13:01
In Antwort auf traventure

2 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Die vergehen nicht einfach schnell. Man darf ja auch nicht vergessen, dass es schwieriger wird, je länger man sucht. Man kann sich so viel Unterstützung holen und es gibt viele Möglichkeiten sich anders zu orientieren, aber für mich ist "ich finde einfach nichts" kein Grund zwei Jahre lang auf Kosten meines Partners zu leben.

genauso wird es aber auch schwieriger, wieder etwas "richtiges" zu finden, wenn man vorher "Aushilfsjobs" annimmt. Damit erhöht man einfach nur die Wahrscheinlichkeit, aus den Aushilfsjobs nie wieder heraus zu kommen - und das macht die nächsten ~10 Jahre, die noch auf ihn warten, zum Horrortrip. Mit allen Konsequenzen für ihn und die Beziehung.

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16. Dezember 2019 um 13:37
Beste Antwort
In Antwort auf avarrassterne1

genauso wird es aber auch schwieriger, wieder etwas "richtiges" zu finden, wenn man vorher "Aushilfsjobs" annimmt. Damit erhöht man einfach nur die Wahrscheinlichkeit, aus den Aushilfsjobs nie wieder heraus zu kommen - und das macht die nächsten ~10 Jahre, die noch auf ihn warten, zum Horrortrip. Mit allen Konsequenzen für ihn und die Beziehung.

Seine Partnerin geht sogar neben ihrem Vollzeitjob noch auf 450 Euro Basis arbeiten. Ich kann mir nun beim besten Willen nicht vorstellen, dass es sich so negativ auswirkt, wenn er für ein paar Stunden die Woche beschäftigt ist und wenigstens einen kleinen Beitrag leistet, anstatt ohne Aufgabe und irgendeine Form von Tagesablauf seit zwei Jahren daheim zu sitzen. 

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16. Dezember 2019 um 13:48
In Antwort auf traventure

2 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Die vergehen nicht einfach schnell. Man darf ja auch nicht vergessen, dass es schwieriger wird, je länger man sucht. Man kann sich so viel Unterstützung holen und es gibt viele Möglichkeiten sich anders zu orientieren, aber für mich ist "ich finde einfach nichts" kein Grund zwei Jahre lang auf Kosten meines Partners zu leben.

Ehrlich gesagt, finde ich es gut, wenn man nicht vollkommen allein gelassen ist. eine Partnerschaft ist ja eigentlich genau dafür da - man hilft sich und unterstützt sich. Ich wünschte, ich hätte einen Partner gehabt, der mich in dieser Situation aufgefangen hätte. Aber ich war für mich allein verantwortlich ohne Partner und musste selber zusehen, wie ich über die Runden komme. Das ist extrem hart. So ganz allein sein in schwiergen Lebenssituationen.

Hier im Thread hat die TE mitlerweile erhebliche Zweifel daran, dass dieses das Modell ist, dass sie möchte - Lebenspartner stehen sich gegenseitig zur Seite und unterstützen sich. Das ist ja durchaus legitim und verständlich, dass es ihr zuviel wird, neben Kind noch einen Partner zu finanzieren zumal sie diese klassische Partnerschaftsrolle ablehnt (einer arbeitet, der andere schmeisst Haushalt und so).

Ich hoffe fúr sie, dass sie nie in eine ähnliche Situation geraten möge. Wenn sie sich jedoch nur trennen möchte, damit ihr Mann / Freund / Partner Geld aus der Sozialkasse bekommt, dann ist das eigentlich Betrug. Das wäre Betrug am Solidarsystem des aktuellen Musters, denn es gibt hier kein Recht auf eine Grundrente für jeden. 
 

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16. Dezember 2019 um 13:49
In Antwort auf avarrassterne1

genauso wird es aber auch schwieriger, wieder etwas "richtiges" zu finden, wenn man vorher "Aushilfsjobs" annimmt. Damit erhöht man einfach nur die Wahrscheinlichkeit, aus den Aushilfsjobs nie wieder heraus zu kommen - und das macht die nächsten ~10 Jahre, die noch auf ihn warten, zum Horrortrip. Mit allen Konsequenzen für ihn und die Beziehung.

eine Freundin hat das so gemacht - sie ist Ingenieurin und in so administrative Assistantjobs gerutscht und hat es nie wieder geschafft, in ihrem eigentlichen Beruf Fuss zu fassen. Folge sind geringes Gehalt, ständige Frustration und geringes Selbstbewusstsein......

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16. Dezember 2019 um 13:52
In Antwort auf traventure

Seine Partnerin geht sogar neben ihrem Vollzeitjob noch auf 450 Euro Basis arbeiten. Ich kann mir nun beim besten Willen nicht vorstellen, dass es sich so negativ auswirkt, wenn er für ein paar Stunden die Woche beschäftigt ist und wenigstens einen kleinen Beitrag leistet, anstatt ohne Aufgabe und irgendeine Form von Tagesablauf seit zwei Jahren daheim zu sitzen. 

ist es wirklich so einfach, eine bezahlte Anstellung zu finden, wenn man selbständig war, das nicht mehr geklappt hat und dann mit Mitte Fünfzig sich um ein Angestelltenverhältnis kümmern muss? 

Ich denke, es fehlt die allgemeine Lebensvision, denn wenn er nicht privatinsolvent sein sollte, dann könnte er doch anderweitig wieder selbständig tätig werden... wäre das nicht was? 

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16. Dezember 2019 um 14:15
In Antwort auf soyyo

Ehrlich gesagt, finde ich es gut, wenn man nicht vollkommen allein gelassen ist. eine Partnerschaft ist ja eigentlich genau dafür da - man hilft sich und unterstützt sich. Ich wünschte, ich hätte einen Partner gehabt, der mich in dieser Situation aufgefangen hätte. Aber ich war für mich allein verantwortlich ohne Partner und musste selber zusehen, wie ich über die Runden komme. Das ist extrem hart. So ganz allein sein in schwiergen Lebenssituationen.

Hier im Thread hat die TE mitlerweile erhebliche Zweifel daran, dass dieses das Modell ist, dass sie möchte - Lebenspartner stehen sich gegenseitig zur Seite und unterstützen sich. Das ist ja durchaus legitim und verständlich, dass es ihr zuviel wird, neben Kind noch einen Partner zu finanzieren zumal sie diese klassische Partnerschaftsrolle ablehnt (einer arbeitet, der andere schmeisst Haushalt und so).

Ich hoffe fúr sie, dass sie nie in eine ähnliche Situation geraten möge. Wenn sie sich jedoch nur trennen möchte, damit ihr Mann / Freund / Partner Geld aus der Sozialkasse bekommt, dann ist das eigentlich Betrug. Das wäre Betrug am Solidarsystem des aktuellen Musters, denn es gibt hier kein Recht auf eine Grundrente für jeden. 
 

Eine Partnerschaft sollte aber nicht dazu da sein, sich auf der Unterstützung des Partners auszuruhen. Nach zwei Jahren sollte er sich langsam vielleicht mal nach anderen Lösungen umsehen, um seine Partnerin wieder zu entlasten. Denn wenn es die verangenen 2 Jahre schwer war einen Job zu finden, warum sollte es ketzt plötzlich leichter werden? Außerdem bedeutet Unterstützung nicht unbedingt sich finanziell komplett vom Partner aushalten zu lassen. Wenn du sagst du hättest dir einen Partner gewünscht, um besser über die Runden zu kommen, ist das für mich jetzt auch nicht unbedingt der Sinn hinter einer Partnerschaft.

Bei uns ist es aktuell übrigens auch so, dass ich seit fast einem Jahr die meisten Kosten stemme, da mein Freund noch studiert. Vielleicht wird er nach dem Studium auch nicht sofort eine Anstellung finden, dennoch hat er sich immer bemüht finanziell etwas beizutragen und nebenher zu arbeiten. Sein Studentenjob ist vor ein paar Wochen dann auch ganz plötzlich und unerwartet weggebrochen, dadurch fehlen uns jetzt ein paar hundert Euro im Monat, was natürlich auch nicht so leicht ist. Worauf ich allerdings hinaus will: Ich merke es geht voran, ich fühle mich nicht ausgenutzt, weil wir unsere Finanzen zusammengeworfen gaben und das Blatt wird sich sicherlich mal wenden, wenn wir Kinder bekommen und ich dann weniger beitragen kann. Er bewirbt sich bereits auf feste Stellen, er hat Bewerbungsgespräche, macht Bewerbungstrainings. Die TE ist sich ja noch nichtmal sicher, wie ernst er die Bemühungen um einen Job gerade überhaupt nimmt. 

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16. Dezember 2019 um 14:24
In Antwort auf soyyo

eine Freundin hat das so gemacht - sie ist Ingenieurin und in so administrative Assistantjobs gerutscht und hat es nie wieder geschafft, in ihrem eigentlichen Beruf Fuss zu fassen. Folge sind geringes Gehalt, ständige Frustration und geringes Selbstbewusstsein......

ja, sowas meinte ich. Mit Regale einräumen im Aldi oder bei Mac'es an der Kasse stehen statt dessen wird das auch nicht besser.

Was auch gern vergessen wird: bei den meisten 450Eu-Jobs fallen auch Kosten an - für den Arbeitsweg beispielsweise.

Ich sehe da mal so gar nicht, dass bei der Version "dann eben irgendeinen Hilfsjob annehmen" die Vorteile die Nachteile aufwiegen.

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16. Dezember 2019 um 14:26
In Antwort auf traventure

Eine Partnerschaft sollte aber nicht dazu da sein, sich auf der Unterstützung des Partners auszuruhen. Nach zwei Jahren sollte er sich langsam vielleicht mal nach anderen Lösungen umsehen, um seine Partnerin wieder zu entlasten. Denn wenn es die verangenen 2 Jahre schwer war einen Job zu finden, warum sollte es ketzt plötzlich leichter werden? Außerdem bedeutet Unterstützung nicht unbedingt sich finanziell komplett vom Partner aushalten zu lassen. Wenn du sagst du hättest dir einen Partner gewünscht, um besser über die Runden zu kommen, ist das für mich jetzt auch nicht unbedingt der Sinn hinter einer Partnerschaft.

Bei uns ist es aktuell übrigens auch so, dass ich seit fast einem Jahr die meisten Kosten stemme, da mein Freund noch studiert. Vielleicht wird er nach dem Studium auch nicht sofort eine Anstellung finden, dennoch hat er sich immer bemüht finanziell etwas beizutragen und nebenher zu arbeiten. Sein Studentenjob ist vor ein paar Wochen dann auch ganz plötzlich und unerwartet weggebrochen, dadurch fehlen uns jetzt ein paar hundert Euro im Monat, was natürlich auch nicht so leicht ist. Worauf ich allerdings hinaus will: Ich merke es geht voran, ich fühle mich nicht ausgenutzt, weil wir unsere Finanzen zusammengeworfen gaben und das Blatt wird sich sicherlich mal wenden, wenn wir Kinder bekommen und ich dann weniger beitragen kann. Er bewirbt sich bereits auf feste Stellen, er hat Bewerbungsgespräche, macht Bewerbungstrainings. Die TE ist sich ja noch nichtmal sicher, wie ernst er die Bemühungen um einen Job gerade überhaupt nimmt. 

nun, ich mache das seit 15 Jahren.

Und ich habe von Anfang an gesagt, dass ich meinem Mann, der für uns auf seinen Beruf verzichtet hat, NIEMALS zumuten werde, dann nach paar Jahren irgendwelche HiWi-Jobs machen zu müssen, nur damit er irgendwas hat.
Lieber weniger Geld, als das meinem Partner anzutun.

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16. Dezember 2019 um 14:41
In Antwort auf carina2019

sorry 2 Jahre lang absolut keine Arbeit die er machen könnte?   der lässt sich schön von dir finanzieren...  schlaues Kerlchen!! 




..nur, davon wird keiner wirklich zufrieden gestellt - sie nicht, aber ER imgrunde ja auch nicht, wenn das Geld immer knapp ist.

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16. Dezember 2019 um 14:44

Mein Partner hatte mal zwei Jahre eine Umschulung und somit keine Einkünfte.
Wir haben dann einen Hartz 4 Antrag gestellt und so wenigstens die Krankenkasse + Fahrtkosten zurück bekommen.
Ausziehen war für mich keine Option !
Der Hartz 4 Satz ist zwar sehr gering - klar waren da keine großen Sprünge möglich - jedoch ist man damit auch nicht ganz mittellos. Es reicht zum Leben.
Er hat im Gegenzug, weil er auch früher zuhause war als ich, die komplette Hausarbeit übernommen ( bis auf Kochen + Wäsche - da bin ich etwas eigen drin ) und mich so entlastet.

Ich persönlich fänd es ziemlich kränkend, wenn man mich als Partner vor die Türe setzten möchte, weil man keinen Job hat um dann auf Gemeinschaftskosten leben zu müssen.
Arbeitslos kann jeder mal werden und gerade im Alter kann es ggf. schwer werden.
Mir ist das alles wichtiger als materielle Dinge.
Geld macht mich nicht glücklich - mein Partner mich jedenfalls schon

Wir arbeiten zwar aktuell beide - und die Fixkosten haben wir soweit unten, dass es immer eine Person stemmen könnte für den Fall der Fälle.

Jedoch denke ich auch, dass man einen Minijob übernehmen könnte und die komplette Hausarbeit.

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16. Dezember 2019 um 14:50
In Antwort auf avarrassterne1

nun, ich mache das seit 15 Jahren.

Und ich habe von Anfang an gesagt, dass ich meinem Mann, der für uns auf seinen Beruf verzichtet hat, NIEMALS zumuten werde, dann nach paar Jahren irgendwelche HiWi-Jobs machen zu müssen, nur damit er irgendwas hat.
Lieber weniger Geld, als das meinem Partner anzutun.

Es ist etwas völlig anderes, wenn dein Mann der Familie wegen auf seinen Beruf verzichtet und weil ihr das vermute ich mal so abgesprochen und ausgemacht habt, oder ob du es als große Belastung empfindet für alles alleine aufkommen zu müssen, nur weil er seit Jahren keinen Job findet, zum Beispiel nicht richtig darum bemüht einen zu finden, denn wer will findet auch. Und wer in einem Aushilfsjob versumpft, der versumpft auch zuhause, während er sich auf "ich finde einfach nichts" ausruht.

Andersrum: lieber nehme ich Aushilfsjobs an (die im übrigen auch jemand machen muss, sonst sind die Regale beim Discounter nämlich leer) als meinem Partner die ganze finanzielle Verantwortung alleine zu übertragen. Das würde ich meinem Partner nicht antun wollen, weil Unterstützung nunmal in einer Partnerschaft keine Einbahnstraße sein sollte. 

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16. Dezember 2019 um 14:57
In Antwort auf traventure

Eine Partnerschaft sollte aber nicht dazu da sein, sich auf der Unterstützung des Partners auszuruhen. Nach zwei Jahren sollte er sich langsam vielleicht mal nach anderen Lösungen umsehen, um seine Partnerin wieder zu entlasten. Denn wenn es die verangenen 2 Jahre schwer war einen Job zu finden, warum sollte es ketzt plötzlich leichter werden? Außerdem bedeutet Unterstützung nicht unbedingt sich finanziell komplett vom Partner aushalten zu lassen. Wenn du sagst du hättest dir einen Partner gewünscht, um besser über die Runden zu kommen, ist das für mich jetzt auch nicht unbedingt der Sinn hinter einer Partnerschaft.

Bei uns ist es aktuell übrigens auch so, dass ich seit fast einem Jahr die meisten Kosten stemme, da mein Freund noch studiert. Vielleicht wird er nach dem Studium auch nicht sofort eine Anstellung finden, dennoch hat er sich immer bemüht finanziell etwas beizutragen und nebenher zu arbeiten. Sein Studentenjob ist vor ein paar Wochen dann auch ganz plötzlich und unerwartet weggebrochen, dadurch fehlen uns jetzt ein paar hundert Euro im Monat, was natürlich auch nicht so leicht ist. Worauf ich allerdings hinaus will: Ich merke es geht voran, ich fühle mich nicht ausgenutzt, weil wir unsere Finanzen zusammengeworfen gaben und das Blatt wird sich sicherlich mal wenden, wenn wir Kinder bekommen und ich dann weniger beitragen kann. Er bewirbt sich bereits auf feste Stellen, er hat Bewerbungsgespräche, macht Bewerbungstrainings. Die TE ist sich ja noch nichtmal sicher, wie ernst er die Bemühungen um einen Job gerade überhaupt nimmt. 

Hm, einen Studentenjob bekommt man von Jetzt auf Gleich. Da verstehe ich nicht, dass du bei deiner Einstellung nicht auf Tagesjobs für deinen Freund bestehst. 

Bei dem was du schreibst, denke ich sogar fast, dass er weg ist, sowie er sein Studium durch hat und eine gut Anstellung gefunden hat mit Karriereaussichten... (nur um mal ähnlich zu argumentieren, wie du es tust  - nämlich etwas selbstgerecht und arg streng-überhelich).

"Außerdem bedeutet Unterstützung nicht unbedingt sich finanziell komplett vom Partner aushalten zu lassen."
Nunja, in Notzeiten bedeutet es das schon. Und Arbeitslosigkeit ist definitiv eine Notsituation. Dass du hier so auf den Partner negativ schreibst, lässt deutlich erkennen, dass du keine Ahnung vom Arbeitsmarkt hast - wenn jemand mit mitte 50 nicht mehr selbständig sein kann, weil das nicht funktioniert hat. Das ist echt nicht so wie Mitte 20 und Studentenjobs oder wenn man Berufsanfänger ist. 

"Wenn du sagst du hättest dir einen Partner gewünscht, um besser über die Runden zu kommen, ist das für mich jetzt auch nicht unbedingt der Sinn hinter einer Partnerschaft.
Aber du widersprichst dir, denn genau das ist das Modell, dass du mit deinem Freund lebst - ach, ein paar hundert Euro weniger, macht nix, weil der Partner das tragen kann. Kein Problem, den zusammen schaffen wir das. Genau dazu ist nämlich eine Partnerschaft da. Genau das ist gut und schön, und man ist nicht den existentiellen Nöten ausgesetzt, weil man sich gegenseitig hilft. 


Und ja, werde erstmal 50, dann wirst du sehen, dass es wirklich schwierig ist, mit der Suche nach angestellter und bezahlter Arbeit. 
 

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16. Dezember 2019 um 15:36
In Antwort auf traventure

Es ist etwas völlig anderes, wenn dein Mann der Familie wegen auf seinen Beruf verzichtet und weil ihr das vermute ich mal so abgesprochen und ausgemacht habt, oder ob du es als große Belastung empfindet für alles alleine aufkommen zu müssen, nur weil er seit Jahren keinen Job findet, zum Beispiel nicht richtig darum bemüht einen zu finden, denn wer will findet auch. Und wer in einem Aushilfsjob versumpft, der versumpft auch zuhause, während er sich auf "ich finde einfach nichts" ausruht.

Andersrum: lieber nehme ich Aushilfsjobs an (die im übrigen auch jemand machen muss, sonst sind die Regale beim Discounter nämlich leer) als meinem Partner die ganze finanzielle Verantwortung alleine zu übertragen. Das würde ich meinem Partner nicht antun wollen, weil Unterstützung nunmal in einer Partnerschaft keine Einbahnstraße sein sollte. 

ja, es war eine gemeinsame Entscheidung, aber keine freiwillige, es lag schon an Umständen, die wir so nicht vorhersehen konnten.
Dennoch ist meine Einstellung grundsätzlich NICHT, dass man Hauptsache irgendeinen Job machen sollte und zwar unabhängig von den Umständen. Auch wenn mein Mann aus anderen Gründen ohne Job wäre, würde die also gelten.

zweitens: Es ging mir, wie gesagt, nicht um das "Versumpfen" sondern um die Abwertung, die der eigene Lebenslauf mit Hilfsjobs erfährt, wenn man nicht so schlau ist, die da lieber raus zu lassen.

drittens: Unterstützung keine Einbahnstrasse - natürlich nicht. Auch wenn einer den anderen finanziell nicht unterstützt, macht das noch sehr, sehr, sehr lange keine Einbahnstrasse daraus.

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16. Dezember 2019 um 15:59
In Antwort auf soyyo

Hm, einen Studentenjob bekommt man von Jetzt auf Gleich. Da verstehe ich nicht, dass du bei deiner Einstellung nicht auf Tagesjobs für deinen Freund bestehst. 

Bei dem was du schreibst, denke ich sogar fast, dass er weg ist, sowie er sein Studium durch hat und eine gut Anstellung gefunden hat mit Karriereaussichten... (nur um mal ähnlich zu argumentieren, wie du es tust  - nämlich etwas selbstgerecht und arg streng-überhelich).

"Außerdem bedeutet Unterstützung nicht unbedingt sich finanziell komplett vom Partner aushalten zu lassen."
Nunja, in Notzeiten bedeutet es das schon. Und Arbeitslosigkeit ist definitiv eine Notsituation. Dass du hier so auf den Partner negativ schreibst, lässt deutlich erkennen, dass du keine Ahnung vom Arbeitsmarkt hast - wenn jemand mit mitte 50 nicht mehr selbständig sein kann, weil das nicht funktioniert hat. Das ist echt nicht so wie Mitte 20 und Studentenjobs oder wenn man Berufsanfänger ist. 

"Wenn du sagst du hättest dir einen Partner gewünscht, um besser über die Runden zu kommen, ist das für mich jetzt auch nicht unbedingt der Sinn hinter einer Partnerschaft.
Aber du widersprichst dir, denn genau das ist das Modell, dass du mit deinem Freund lebst - ach, ein paar hundert Euro weniger, macht nix, weil der Partner das tragen kann. Kein Problem, den zusammen schaffen wir das. Genau dazu ist nämlich eine Partnerschaft da. Genau das ist gut und schön, und man ist nicht den existentiellen Nöten ausgesetzt, weil man sich gegenseitig hilft. 


Und ja, werde erstmal 50, dann wirst du sehen, dass es wirklich schwierig ist, mit der Suche nach angestellter und bezahlter Arbeit. 
 

Du verdrehst hier gerade einige Dinge gewaltig.

Die TE schreibt, dass sie selbst gerade gar nicht weiß, wie ernst ihr Partner es mit der Jobsuche überhaupt noch nimmt. Vielleicht hat er die aktive Suche längst aufgegeben und sich mit der Situation so abgefunden. Zudem bestreitet sie sämtliche Kosten bereits seit über zwei Jahren, ohne das irgendeine Form von Veränderung eintritt, ohne dass er sich anderweitig um eine Lösung bemüht, ohne dass es voran geht. Es geht ihr mittlerweile nicht mehr gut mit dieser Situation, denn auch wenn Geld allein nicht glücklich macht, braucht man es halt doch, um zu leben. Neben ihrem Vollzeitjob geht sie zusätzlich auf 450 Euro Basis arbeiten. Da könnte doch auch er sich einen Aushilfsjob suchen, damit ihr wenigstens ein Teil der Last abgenommen wird und sie nicht zum Vollzeitjob zusätzlich noch arbeiten gehen muss, damit sie über die Runden kommen. Zudem sind zwei Jahre nunmal auch schon eine sehr lange Zeit. Wenn es ihnen finanziell mit nur einem Gehalt so gut gehen würde, dass sie auf ihren Nebenjob und auf ein zweites Gehalt verzichten könnten, dann wäre das eine ganz andere Ausgangssituation. So ist es aber scheinbar nicht und ganz offensichtlich geht es ihr damit auch nicht gut, was ich nach über zwei Jahren und der Belastung, die sie täglich hat, verständlich finde!

Mir geht es nicht darum, dass sich Partner nicht gegenseitig finanziell unterstützen sollen, im Gegenteil. Meine Eltern hatten immer gemeinsame Konten und so machen das auch mein Partner und ich. Aber Unterstützung ist, wie ich sagte, nunmal keine Einbahnstraße. Solange es finanziell kein Problem ist, dass nur ein Partner arbeiten geht - weil alle Kosten mit einem Gehalt gut abgedeckt werden und man nicht auf Dauer das Gefühl hat verzichten zu müssen auf schöne Dinge, die nunmal Geld kosten, solange gibt es bei diesem Modell auch keine Probleme. Wenn sich einer aber zunehmend schlecht fühlt mit dieser Situation, an der sich nichts ändert und bei der auch keine Änderung in Aussicht ist, dann ist die Notlage plötzlich nicht mehr nur finanzieller Natur. Dann muss man sich nach anderen Lösungen umsehen.

Mein Partner hätte sich natürlich nochmal einen Studentenjob suchen können. Es wäre für die 3 Monate Reststudienzeit jedoch nicht sinnvoll gewesen, dass er Energie in die Suche nach einen Nebenjob steckt, deshalb haben wir gemeinsam beschlossen, dass er sich auf die Suche nach einer Festanstellung konzentriert. Die paar hundert Euro weniger im Monat funktionieren auch nicht auf Dauer, weil es eben wie du es so schön nennst, eine Notlage ist. Eine Veränderung ist in greifbarer Nähe, er hat schon vielversprechende Gespräche geführt und es geht voran. Das ist besonders für ihn eine Entlastung, weil er sich schlecht fühlt, dass er zum ersten Mal in drei Jahren Studium nicht arbeiten geht und nicht viel zur gemeinsamen Kasse beiträgt. Aber woher weiß die TE denn, wie lange diese Notlage, die Arbeitslosigkeit ihres Partners noch andauern wird? Es kann sein, dass es noch ein paar Monate sind oder im schlimmsten Fall Jahre! Im Moment ist ja laut ihr keinerlei Veränderung in Sicht, die Situation stagniert seit zwei Jahren. Ich finde das es sehr viel verlangt ist seinen Partner nach so einer langen Zeit immer noch alleine dieser Belastung auszusetzen. Das ist dann auch keine Notlage mehr, wenn es zum Dauerzustand wird.

Ich widerspreche mir übrigens nicht, wenn ich sage, dass ich nicht mit meinem Partner zusammen bin, um es finanziell leichter zu haben. Natürlich bringt eine Partnerschaft auch finanzielle Vorteile, die würde ich allerdings niemals ausnutzen und mögliche Existensnöte sind für mich kein ausschlaggebender Grund eine Beziehung zu führen. Das schließt jedoch nicht aus, dass man sich besonders in Notsituationen gegenseitig unterstützt.

Es ist ja nicht so, dass ich in meiner Mitte-20 Welt lebe und von der großen weiten Welt keine Ahnung habe. Ich habe Eltern in diesem Alter, ein Großteil meiner Verwandschaft, Kollegen und Nachbarn. Es ist für mich nicht ungewöhnlich, dass sich jemand über 50 einen neuen Job sucht und findet, gerade im letzten Jahr gab es da in meinem Umfeld viele Veränderungen. Es ist machbar. Schwer sicherlich, das bestreitet keiner. Aber jedenfalls nicht so unmöglich, wie du es darstellst.

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16. Dezember 2019 um 16:03
In Antwort auf avarrassterne1

ja, es war eine gemeinsame Entscheidung, aber keine freiwillige, es lag schon an Umständen, die wir so nicht vorhersehen konnten.
Dennoch ist meine Einstellung grundsätzlich NICHT, dass man Hauptsache irgendeinen Job machen sollte und zwar unabhängig von den Umständen. Auch wenn mein Mann aus anderen Gründen ohne Job wäre, würde die also gelten.

zweitens: Es ging mir, wie gesagt, nicht um das "Versumpfen" sondern um die Abwertung, die der eigene Lebenslauf mit Hilfsjobs erfährt, wenn man nicht so schlau ist, die da lieber raus zu lassen.

drittens: Unterstützung keine Einbahnstrasse - natürlich nicht. Auch wenn einer den anderen finanziell nicht unterstützt, macht das noch sehr, sehr, sehr lange keine Einbahnstrasse daraus.

Es geht ja auch nicht darum irgendeinen Job zu machen, nur um zu arbeiten. Hier geht es allerdings darum, dass sich die TE schlecht fühlt durch die große Belastung, die sie gerade alleine zu stemmen hat. Vollzeitjob + Nebenjob in der Gastro, das ist ja nun auch nicht zu unterschätzen. Das geht ja bereits schon seit zwei Jahren so. Also muss eine Lösung her. Und sie könnte eben so aussehen, dass er sich einen Nebenjob sucht, sich weiter aktiv um eine Festanstellung bemüht und ihr aber zumindest einen Teil der Last nimmt.

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16. Dezember 2019 um 16:10
In Antwort auf schneerose

Hallo 

Gleich zu meinem Problem. 
Mein Partner ist arbeitslos, hat z.Z. keinerlei Einkünfte, da vorher selbstständig. 
Ich, alleinerziehend, 1 kind 16j, arbeite Vollzeit plus 450€ in der Gastronomie.
Für alles komme ich alleine auf, Miete, Lebenshaltungskosten etc... 
Er bemüht sich sehr um Arbeit,  hatte bis jetzt aber kein Glück ( das Alter? 57j ) 
Die knappe finanzielle Situation belastet mich sehr. Durch meine Scheidung vor 5 Jahren und durch Krankheit meines Sohnes konnte ich auch keine Rücklagen bilden, bzw Karriere machen.
Trotz meines nicht gerade üppigen Einkommens,  scheinen wir als "Bedarfsgemeinschaft" keine Ansprüche zu haben,  ich muss weiterhin alles alleine zahlen.  
Würden wir uns trennen könnte er zum Sozialamt gehen.
Ich möchte ihn nicht 'hängen lassen' in dieser schwierigen Zeit,  aber es geht schon ca 2 Jahre so, ich kann langsam nicht mehr. Die Sorgen alleine tragen zu müssen belastet mich sehr.
Ist es sehr egoistisch auf eine Lösung zu drängen?  Evtl über einen Auszug/Trennung zu reden. Oder muss ich es ertragen weil ich ihn liebe? 
Danke vorab fürs lesen 

Wieso gehst Du einfach nicht weiter arbeiten und so tun als wäre alles ok... Oder trennt euch.... Sich so zu quellen bringt dich auch nicht weiter... Er zeigt dir die Bewerbungen um dir zu zeigen dass er wirklich dagegen was tut und ich bin mir 100% sicher dass es ihm mehr als dich belastet deshalb tut er fast alles zu hause, er schämt sich....
Er soll sich bei Bekannten oder Freunden Familie anmelden und in das Jobcenter gehen. Der Staat zwingt euch euch zu trennen so indirekt und ich denke da sollte man schon ein wenig verarschen.... Du weißt was ich meine. 

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16. Dezember 2019 um 16:16

Also wer mal ein bisschen in den Zeitungen liest oder auch mal bisschen Zeit im netz verbringt, wird schnell feststellen dass deutschlandweit viele Stellen offen sind ,..... 
zur Zeit in Thema in der Politik; weitere Fachkräfte zu rekrutieren um die Stellen zu decken. Selbst ein Mensch Mitte der 50er wird noch gerne mit Kusshand eingestellt. Grund, langjährige Erfahrung. 
Also wer behauptet keinen Job finden zu können, ist einfach nur bequem. Sry wenn ich das so schreibe, aber das ist meine Meinung 💪

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16. Dezember 2019 um 16:27
In Antwort auf traventure

Es geht ja auch nicht darum irgendeinen Job zu machen, nur um zu arbeiten. Hier geht es allerdings darum, dass sich die TE schlecht fühlt durch die große Belastung, die sie gerade alleine zu stemmen hat. Vollzeitjob + Nebenjob in der Gastro, das ist ja nun auch nicht zu unterschätzen. Das geht ja bereits schon seit zwei Jahren so. Also muss eine Lösung her. Und sie könnte eben so aussehen, dass er sich einen Nebenjob sucht, sich weiter aktiv um eine Festanstellung bemüht und ihr aber zumindest einen Teil der Last nimmt.

eine LÖSUNG können wir der TE eh nicht bieten, es ist in jedem Falle ihre Entscheidung - und ggf. die des Partners.
Alles was wir bieten können sind unsere Meinungen und Ansichten. Und da komme ich nun einmal genauso wenig auf Deine, wie Du auf meine.

Das, was für Dich eine sinnvolle Option ist (also der Nebenjob zur Überbrückung), ist es für mich aus den bereits genannten Gründen eben nicht.
Die finanzelle Belastung würde es -im optimalen Falle- um ~300 Eu verbessern, dafür die psychische erhöhen.
Die Chancen auf eine Festanstellung bleiben im besten Falle gleich oder verschlechtern sich.
Die Last an der Situation trägt sie wahrscheinlich nicht allein, auch wenn es aus ihrer Sicht sich gerade so anfühlt. Ziemlich wahrscheinlich fühlen sich beide arg schlecht damit und nur ein Teil der Probleme von beiden liegt im finanziellen Bereich. Ich würde jetzt mal fast sagen: noch nicht mal der größte Teil. Für beide nicht der größte Teil.

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16. Dezember 2019 um 16:33
In Antwort auf kuerbiskopf1

Also wer mal ein bisschen in den Zeitungen liest oder auch mal bisschen Zeit im netz verbringt, wird schnell feststellen dass deutschlandweit viele Stellen offen sind ,..... 
zur Zeit in Thema in der Politik; weitere Fachkräfte zu rekrutieren um die Stellen zu decken. Selbst ein Mensch Mitte der 50er wird noch gerne mit Kusshand eingestellt. Grund, langjährige Erfahrung. 
Also wer behauptet keinen Job finden zu können, ist einfach nur bequem. Sry wenn ich das so schreibe, aber das ist meine Meinung 💪

und wer 2 Zeilen weiter liest, weiß, dass das nicht für Menschen jenseits der 50, schon gar nicht jenseits der 55 gilt.
Die haben schon oft genug Not, ihren bestehenden Arbeitsvertrag zu halten und nicht in Altersteilzeit / Vorruhestand zu landen - von Einstellungen nicht zu reden.

Wer noch ein kleines bißchen weiter liest, weiß, dass Fachkräftemangel sich auf bestimmte Brachen bezieht, nicht auf ALLE Bereiche.

Wer noch bißchen weiter liest, weiß, dass der Sprung von Selbstständigkeit zurück zum Angestellten in keinem Alter leicht ist - Fachkräftemangel oder nicht.

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16. Dezember 2019 um 17:37
In Antwort auf kuerbiskopf1

Also wer mal ein bisschen in den Zeitungen liest oder auch mal bisschen Zeit im netz verbringt, wird schnell feststellen dass deutschlandweit viele Stellen offen sind ,..... 
zur Zeit in Thema in der Politik; weitere Fachkräfte zu rekrutieren um die Stellen zu decken. Selbst ein Mensch Mitte der 50er wird noch gerne mit Kusshand eingestellt. Grund, langjährige Erfahrung. 
Also wer behauptet keinen Job finden zu können, ist einfach nur bequem. Sry wenn ich das so schreibe, aber das ist meine Meinung 💪

"Selbst ein Mensch Mitte der 50er wird noch gerne mit Kusshand eingestellt. Grund, langjährige Erfahrung."

gerne? kusshand?
pure not trifft es eher!

also ich hab letztes jahr ne mittfünfzigerin eingestellt, in einem technischen beruf, in einem recht speziellen bereich. ich bereue es inzwischen. wenig flexibel, langsam, umständlich, nur sehr begrenzt lernfähig... ihre erfahrungen liegen im wesentlichen in bereichen, die sie bei mir im büro nicht braucht... schwierig!

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16. Dezember 2019 um 19:17
In Antwort auf bence_11922211

"Selbst ein Mensch Mitte der 50er wird noch gerne mit Kusshand eingestellt. Grund, langjährige Erfahrung."

gerne? kusshand?
pure not trifft es eher!

also ich hab letztes jahr ne mittfünfzigerin eingestellt, in einem technischen beruf, in einem recht speziellen bereich. ich bereue es inzwischen. wenig flexibel, langsam, umständlich, nur sehr begrenzt lernfähig... ihre erfahrungen liegen im wesentlichen in bereichen, die sie bei mir im büro nicht braucht... schwierig!

dass der Sprung von der Selbstständigkeit ins Angestelltenverhältnis nicht leicht ist, ist auch nicht unbegründet. Da sind andere Eigenschaften, andere Fähigkeiten, andere Erfahrungen wichtig - gerade die "langjährige Erfahrung" hat ein Selbstständiger wohl schon - nur halt überwiegend nicht die, die in einem Angestelltenverhältnis gesucht und geschätzt ist

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16. Dezember 2019 um 19:46
In Antwort auf schneerose

Als wir uns kennenlernten, vor gut 4 Jahren, hatte er noch Arbeit, auf selbstständiger Basis, er zog zu mir,  hatte hier auch noch Projekte,  die aber ausliefen. Seit über 2 Jahren sucht er jetzt schon. 
Wie sehr er sich bemüht,  wieviele Abstriche er zu machen bereit wäre, ich weiß es langsam nicht mehr... 
ich komme mir doof vor ihn zu sehr zu kontrollieren,  mir dauernd Bewerbungen zeigen zu lassen... etc 
Meist hab ich so viel um die Ohren das ich schlicht keine Kraft habe , ihm zb noch Job Möglichkeit zu zeigen. 
Im Haushalt macht er schon vieles, aber eigentlich möchte ich nicht das einer nur Zuhause ist und alles macht, finde das auch in der umgekehrten Konstellation ( Frau Zuhause) nicht so gut.  

 

vielleicht solltet Ihr Euch auch mal explizit darüber unterhalten, mit welchen "Abstrichen" er leben könnte und wollte - und mit welchen Du?

Die effektivsten "Abstriche" bei der Arbeitssuche werden wohl für Dich nicht ok sein. Die größte Verbesserung der Chancen hat man nun einmal, wenn man sich landesweit bewirbt und dann ggf. umzieht - also beim Arbeitsort die "Abstriche" macht. Wahrscheinlich geht er davon aus, dass er das nicht machen KANN - und wahrscheinlich hat er damit auch Recht.
Umschulungen, Zusatzqualifikationen, Weiterbildungen bekommt er durch Eure "Bedarfsgemeinschaft" wahrscheinlich auch nicht bezahlt, selbst bezahlen kann er sie nicht... da macht er auch schon "Abstriche", weil er dafür zumindest die gemeinsame Wohnung mit Dir aufgeben müsste - wäre für Dich vielleicht sogar ok, weil Du ja selbst an dem Punkt fast bist - müsstet Ihr mal darüber reden?

Kontrollieren ist doof in einer Beziehung, ja. Aber Kommunikation ist es nicht. Kontrolle hilft ihm nicht - und Dir nur für 10 min ... Aber darüber reden, was Ihr tun könntet, wo und wie er Dich unterstützen kann - und wo und wie Du ihn unterstützen kannst, wäre schon wichtig - und hilfreich.

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16. Dezember 2019 um 20:17
In Antwort auf schneerose

Als wir uns kennenlernten, vor gut 4 Jahren, hatte er noch Arbeit, auf selbstständiger Basis, er zog zu mir,  hatte hier auch noch Projekte,  die aber ausliefen. Seit über 2 Jahren sucht er jetzt schon. 
Wie sehr er sich bemüht,  wieviele Abstriche er zu machen bereit wäre, ich weiß es langsam nicht mehr... 
ich komme mir doof vor ihn zu sehr zu kontrollieren,  mir dauernd Bewerbungen zeigen zu lassen... etc 
Meist hab ich so viel um die Ohren das ich schlicht keine Kraft habe , ihm zb noch Job Möglichkeit zu zeigen. 
Im Haushalt macht er schon vieles, aber eigentlich möchte ich nicht das einer nur Zuhause ist und alles macht, finde das auch in der umgekehrten Konstellation ( Frau Zuhause) nicht so gut.  

 

wenn Du ihm helfen willst - nimm die Zeit, die Du auf "kontrollieren" verschwendest, zur gemeinsamen Ursachenforschung.

beispielsweise...
Wird er regelmässig zu Vorstellungsgesprächen eingeladen?
Ja?
=> Wie schnell danach erfolgt die Absage? Kurz / bei großen Unternehmen in der ersten Runde? => er ist vllt noch zu sehr Selbstständiger und zu wenig Angestellter, der persönliche Eindruck passt nicht
=> spät / nach mehreren Vorstellungsrunden? => es gibt dann wohl einfach zu viele geeignetere Kandidaten (in Eurer Region), auch wenn er nicht schlecht ist / erscheint. Weiter so und hoffen oder Ort wechseln.
Nein? => die Bewerbungsunterlagen gehören überarbeitet. Vllt. mit einer Beratung beim Amt (vllt. lässt sich die ARGE dazu herab?) Oder besser: man kennt jemanden, der als Personaler arbeitet und da mal rein schauen würde? Hat er von den Projekten als Selbstständiger die Referenzen dabei? etc.

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17. Dezember 2019 um 2:06
In Antwort auf soyyo

das geht recht schnell, dass man keine Anstellung findet. Warst du schon mal arbeitslos?

ausreden!!!!  2 Jahre lang absolut keinen kleinen job zu finden? >>Nope

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