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Festhalten an erfolgloser Beziehung?

25. Oktober 2005 um 1:57

Wir kamen recht schnell zusammen ...über Chat. Die Entfernung von 300 Kilometern machte uns
nichts aus. Schon bald suchte ich mir Arbeit in ihrer Gegend und zog ich zu ihr.

Am Anfang irritierten mich ihre vergangenen Beziehungen. Entweder wurde sie unterdrückt oder
sie ließ sich innerhalb von 3 Monaten von einer Person schwängern, mit der andere Leute
alleine die Beziehung als "billig" empfinden.

Zwar wurde sie in unserer Beziehung auch schon nach 7 Monaten schwanger, doch wage ich zu
behauptet, etwas anders zu sein, als ihre vergangenen Partner.

Als unsere Kinder (es wurden gleich zwei auf einmal ) auf die Welt kamen, wurde ich
arbeitslos. Ich sagte voraus, wir würden uns auf die Nerven gehen. Und so kam es wohl auch.

In der anfolgenden Zeit kam einigen zusammen. Schon früher erwähnte sie, dass sie in der
vorigen Beziehung an Selbstmord dachte. Nun entdeckte ich bei ihr Armschnitzereien, die sie
sich mit einer Rasierklinge zufügte.

Sie war der Meinung, ich würde ihr erstes Kind, ein Junge, nicht leiden können, weil ich
Abstand wünschte, wenn er krank ist, um zu verhindern, dass auch die Zwillinge krank werden.
Oder wenn ich wünschte, dass die Hände gewaschen werden, wenn er vom Kindergarten kommt,
bevor die Säuglinge angefasst werden.

Dann war noch das Geldproblem. Da ich nach meiner Studienzeit noch nicht lange genug
gearbeitet hatte, waren wir plötzlich von Sozialhilfe abhängig. Diese war als Kredit
ausgelegt, wenn diese kürzer als 6 Monate bezieht (eigentlich eine Einladung, diese
absichtlich länger zu beziehen). Ich bewarb mich wie wild und wollte zugleich sparen, um den
potentiellen Kredit zurückzahlen zu können. Irgendwann warf sie mir vor, sie hätte zu wenig
Geld, worauf ich einwilligte, ihr in Zukunft den Großteil des Geldes zu überweisen. Es
bestand auch kein Grund mehr, auf die Ausgaben zu achten, da schon bald die kritischen 6
Monate Kreditzeit überschritten würden, so dass die Sozialhilfe nicht mehr zurückgezahlt
werden muß.

Zwischenzeitlich mischten sich auch noch ihre Eltern in unsere Beziehung. Ihre Mutter hatte
früher viele Problembeziehungen, war alkoholabhängig, wie auch die meisten ihrer Männer. Mir
kam es etwas absurd vor, dass gerade sie der Meinung ist, ihre Tochter auf den rechten Weg
führen zu können, zumal sie die irrationale Ansicht vertritt, ihr Schicksal würde sich in
ihren Kindern fortführen. Ich bemerkte, wie abhängig meine Freundin von ihren Eltern ist. Ich hatte das Gefühl, sie würde eher zu ihren Eltern als zu mir stehen.

Nach der Gelddiskussion kam in 1,53 Metern Schafspelz ein Wolf zum Vorschein, mit dem ich nie gerechnet hätte. Sie veranlasste, dass alles Geld in Zukunft auf ihr Konto überwiesen werden. Zudem hätte sie beim Amt gesagt, ich würde ab nächsten Monat nicht mehr in der Wohnung wohnen. Ich entsann mich in diesem Moment der Ohrfeige, die sie mir kurz vorher in einem Streit verpasste und die nun unbedingt wieder zu ihr zurück wollte... was sie schließlich auch tat.

Sie verließ die Wohnung und kam Stunden später mit Freunden wieder zurück. Schon meinen Vorgänger wollte sie mit zusammengerotteten Freunden vor die Tür setzen. Dies soll mir nun also auch wiederfahren. Ich wurde vor meinen Kindern beleidigt und mit Gewalt bedroht, sollte ich nicht die Wohnung verlassen. Ich kam mir vor, wie im falschen Film. Was nutzte es, ich packte meine Sachen, nachdem die Horde wieder verschwand. Vorsorglich schloss ich die Tür ab, um in Ruhe packen zu können. Als sie später wiederkam, wollte ich, was sicher nachvollziehbar ist, nur ihr alleine Einlass in die Wohnung gewähren. Sie verschwand wieder und kündigte an, mit der Polizei zurück zu kommen. Ich rief ihr noch nach, sie solle sie überlegen, was sie tut, weil mir diese Ankündigung zwar absurd, doch sehr ernst gemeint erschien.

Und sie kam mit der Polizei und noch einer weiteren Freundin (können es ihr nicht genug sein, die mit hineingezogen werden?) in die Wohnung, denen ich, was soll ich sagen, freudig,
Einlass in die Wohnung gewährte, wo sie lediglich Babysachen abholte, was sie auch ohne
Polizei und jeder Menge einbezogenener Personen hätte tun können.

Kaum war ich aus der Wohnung, machte sie mich bei ihren Freundinnen schlecht, erzählte, was
ich für eine Meinung über sie hätte (die teilweise ein recht freizügiges Leben führten und
die Reife eines Pflanzenstecklings aufwiesen). Das muß Liebe sein, dachte ich mir auf
ironische Weise.

Ich sah, wie gestesst sie mit 3 Kindern war und erinnerte mich ihrer Selbstmordabsichten. Sie verbat mir den ordnungsgemäßen Umgang mit meinen Kindern. Ich entschied mich, die Kinder zu mir zu holen. Ich holte die Kinder eines Abend einfach zu mir. Selbstverständlich war sie
damit nicht einverstanden. Insgesamt war es eine rabiate Aktion, aber eine Aktion, die dem
Verhalten, dass mir bisher entgegengebracht wurde, durchaus angemessen war.

Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, Polizei! Diese kamen nun gleich zu viert... weil meine Madame scheinbar mitteilte, ich hätte ein Samuraischwert (ich trainiert in meiner Jugend entsprechenden Kampfsport) und sei einer der Klitschko-Brüder (nur etwas kleiner). Obendrein waren die Polizisten alles andere als das, was man als freundlich bezeichnen würde. Nach einiger Überredungskunst, willigte ich ein, dass sie die Kinder wieder mitnehmen, die bereits friedlich und glücklich eingeschlafen waren.

Nun kam eine eine Verhandlung um das Wohnaufenthaltsrecht auf uns zu. Ein sogenanntes
Eilverfahren, in dem auch alle Einwände und alle Beweisführungen entsprechend ausfallen.
Beweisführung? Sie erzählte 8 Seiten Erfindungen über mich bei einer öffentlichen Behörde
(seelische Hilfsstelle), die diese Aussagen enhusiastisch zum Amtsgericht faxte.

Verrückt? Im folgenden kamen wir wieder zusammen. Zwar nicht räumlich, aber emotional und
körperlich. Ganz geheim, denn ihre Eltern durften das nicht mitbekommen! Auch Geburtstage
(ja, auch die meiner Kinder) wurden mit ihren Eltern gefeiert, nicht mit mir.

Wir waren einen Tag bei einer Mediation. Darin wurde auch sogleich ihre Elternabhängigkeit in den Raum gestellt, vermutlich ein Grund, weshalb sie plötzlich nicht mehr so begeistert von Mediation war.

Das Schaf ist noch nicht ganz befreit vom Fell...

Was kann ein Mensch noch so tun, was in die Kategorie Hinterhältigkeit und Niederträchtigkeit fällt? Hmm, wie wäre es mit gezieltem Schlechtmachen über Monate bei einem ehemaligen Arbeitskollegen mittels Yahoo Chat? Eine Person, die ich nicht vermisse (ja, sie erreichte sogar den Kontaktabbruch), doch was sie dort alles vortrug, ist wirklich heftig. Zumal vieles nicht der Wahrheit entpricht. Was sagte sie als Erklärung? "Warum tratschen Frauen...?". Entschuldigt hat sie sich bis heute nicht bei mir. Soll sie es eben lassen.

Als wäre das nicht genug, verschwand sie in eine Kur, ohne mich darüber zu informieren. Auch
während der Kur verrriet sie mit nicht den Aufenthaltsort, so dass ich meine Kinder eventuell einen Tag besuchen hätte können. Kaum war sie aus der Kur zurück, erreichten mich auch noch zwei Anwaltsschreiben.

Wo meine Kinder zur Kur waren, weiss ich bis heute nicht. Aber eins weiss ich. Sie schrieb
mir per Mail, sie sei nie so emotional entfernt gewesen, wie jetzt. Schön für sie! Oh my God!
Was will ich eigentlich? Hat es einen Sinn, an dieser Beziehung festzuhalten? Meiner Ansicht
nach hat sie nie gelernt, wirklich zu geben, für einen Menschen einzustehen. Das hat sie
selber aufgrund ihrer Mutter nie erfahren. Ich habe mir vielleicht immer etwas gewünscht, was sie nie erfüllen konnte. Ja, Welten trafen aufeinander. Kritiken ertrug sie nie und erträgt sie auch heute nicht. Sie ist der Meinung, das Problem würde auf der Gegenseite liegen, aber nicht bei ihr. Eine Einstellung, die meine Kinder vielleicht noch leidlich ertragen müssen - aber das ist eine andere Geschichte. Ich schlug (nun wirklich) Mediation vor. Sie lehnte ab. Ich schätze, dass Psychotherapeut, Familie oder Kur entsprechend Einfluß haben.

Lösungsmöglichkeiten
1 - Aufarbeit und Wiederfindung (von meiner Seite durchaus möglich!)
2 - Schlußstrich (Aufgabe ist stets das Leichteste, aber manchmal der bessere Weg?)

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25. Oktober 2005 um 9:20

Hallo ...

würde Dir zu Lösung 2 raten - auch wenns für die Kinder nicht leicht wird und für Dich wohl auch nicht. Ich kenne nur
Deine Sicht der Dinge, denke aber, dass Ihr so viel Stress/ Streit hattet, dass - selbst wenn Ihr wieder zueinander finden würdet- diese Probleme trotzdem wieder auftauchen oder
in Erinnerung geraten.

LG
Sternle

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25. Oktober 2005 um 16:43
In Antwort auf fida_12351300

Hallo ...

würde Dir zu Lösung 2 raten - auch wenns für die Kinder nicht leicht wird und für Dich wohl auch nicht. Ich kenne nur
Deine Sicht der Dinge, denke aber, dass Ihr so viel Stress/ Streit hattet, dass - selbst wenn Ihr wieder zueinander finden würdet- diese Probleme trotzdem wieder auftauchen oder
in Erinnerung geraten.

LG
Sternle

Re
Hallo Sternle.

Danke für den Ratschlag. Es ist ihr auch unmöglich, sich zu ändern. Sie ist nicht in der Lage zu erkennen, was für Auswirkungen ihre extremen Verhaltensweisen haben und hält unbeirrt an ihnen fest, womit sie nicht nur mich alleine in der Vergangenheit zur Heißglut brachte. Sie selber sieht an sich keine Fehler, schiebt alle Verantwortung von sich, was vielleicht eine Schutzfunktion ist oder schlicht und einfach Unfähigkeit. Wer der Überzeugung ist, mit seinen Verhalten und Entscheidungen richtig zu liegen, fühlt sich selbstverständlich wohler, als mit dem Gedanken, so ziemlich alles falsch zu machen, was man falsch machen kann. Aus diesem Grunde vertritt sie wohl auch die Meinung, ich(!) sei für unsere Beziehungsmisere verantwortlich. Um diese Ansicht auch bei anderen zu erreichen, erfindet sie sogar Geschichten, um entsprechende Aufmerksamkeit zu erhalten. Seltsamerweise glaubt sie, wenn ich es hinterfrage, sogar oft selber an ihre Verdrehungen und Erfindungen, so dass ich teilweise schon ernsthaftere Probleme vermutete.

Sie kann andere Leute wirklich zum Wahnsinn treiben. Eine Bekannte von mir gab eine Auseinandersetzung mit ihr mit den Worten auf, sie sei einfach zu dumm, um irgendetwas zu kapieren. Das ist natürlich hart. Aber auch ich hatte diesen Gedanken schon selber, worauf ich aber überlegte, so kann doch kein Mensch wirklich sein. Ich weiss auch, dass sie es in ihrer eigenen Familie nicht anders erfahren hat. An den Auswirkungen ihres eigenen Verhaltens ändert das aber nichts. Was für eine Geduld ich schon mit ihr aufbrachte!

Natürlich kann ich die Beziehung endgültig aufgeben, die ohnehin seit mehreren Monate nicht mehr besteht. Doch die Aufgabe der Beziehung ist nicht das einzige Problem. Ich mache mir Sorgen um meine Kinder. Wer würde das nicht bei derartigen Verhaltensweisen.

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