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Fernbeziehung und keiner will seine gewohnte Umgebung verlassen

20. Oktober 2010 um 18:03

Hallo zusammen,
nachdem ich hier schon öfters Rat bekommen habe, als mein Mann sich in eine Jüngere verliebt hatte, brauche ich mal wieder eure Hilfe.

Vorgeschichte:
Nach 20 Jahren hat mein Mann vor ca 1 Jahr die Liebe seines Lebens in einer 10 Jahre jüngeren Kollegin gefunden.
Für mich brach eine Welt zusammen. Plötzlich ohne Vorwarnung stand ich mit meinen beiden Söhnen (6 und 10) alleine da. Nachdem ich mich vom ersten Schock erholt hatte, stand für mich fest, dass ich nicht alleine bleiben möchte. Also meldete ich mich in einer Singlebörse für Alleinerziehende im Internet an. Dort lernte ich nette Gleichgesinnte kennen.

Anfang August war dann ein Mann dabei, mit dem ich lange gefühlvolle Emails schrieb und ausgiebig chattete. Nach 6 Wochen dann das erste Treffen. Seitdem treffen wir uns ca. alle 5 Tage. Er bleibt meist über Nacht, wir machen tagsüber Ausflüge mit den Kindern, die ihn auch akzeptieren.
Sexuell erleben wir das, was wir beide in den letzten Jahren vermisst haben.
Trotzdem bin ich nicht zufrieden. Er wohnt ca 1 Std. Fahrzeit von mir entfernt, arbeitetet als Krankenpfleger im Schichtdienst, hat also nur jedes 2. WE frei.
Ich möchte meine Umgebung nur ungerne dauerhaft verlassen. Ich wohne seit über 30 Jahren hier. Hier wohnen meine Eltern (um die 80 Jahre alt) und Freunde. Die Kinder gehen hier zur Schule (1. und 5. Klasse) und haben ihre Freunde und Vereine. Mein Job ist krisensicher, wir wohnen in einem kleinen Reihenhaus.
Er dachte schon ganz am Anfang darüber nach, sich in meine Nähe versetzen zu lassen (aber:Gehaltseinbußen).
Da musste ich ihn etwas bremsen, weil ich es für eine solche Entscheidung zu früh fand.
Er hat ebenfalls ein Haus, sogar noch mit Ferienwohnungen.
Allerdings wohnt dort noch zusätzlich seine (Ex-)Freundin mit ihren 3 Teenietöchtern, der das Haus zur Hälfte mitgehört. Er hat ihr jetzt gesagt, dass er sich definitiv von ihr trennen will, am liebsten würde er das Haus und die Wohnungen alleine weiterführen. Sie wird um ihn kämpfen, obwohl sie ihn momentan nur beschimpft und erniedrigt.
SIe hatte ihn auch schon mal betrogen, er hat ihr verziehen. Ihre Kinder beleidigen und beschimpfen ihn. Seit ca. 3 Jahren ist es ein ständiges Auf und Ab. Er meint, dass er das psychisch nicht mehr aushält.
Ich verstehe ja, dass er nicht schon wieder sein Zuhause aufgeben will ( er wurde vor 10 Jahren von seiner Frau geschieden, hat einen 19-Jährigen Sohn). Die FEWOs bringen auf der einen Seite Geld, auf der anderen aber viel Arbeit.

Nur welche Rolle spiele ich nun dabei?
Bin ich jetzt die Geliebte, die Verständnis und Zärtlichkeit für ihn aufbringt, ihm zuhört, berät, tröstet am Telefon. Und wenn er persönliche Nähe braucht, bin ich hier zur Stelle. Ich kann ja nicht zu ihm fahren (obwohl ich ja jetzt 2 Wochen Herbstferien hatte), da sein Haus voller (Ex-)Mädels ist.

Wenn er jetzt das Haus für sich alleine hätte, würde er sich ja dort noch wohler fühlen. Er möchte ungerne dort weg. Tja, und ich auch nicht von hier (allein schon wegen meiner Söhne).

Was hat das für eine Zukunft? Soll ich einfach abwarten und so weiter machen, wie bisher? Soll ich eine Beziehungspause vorschlagen, bis er sein Privatleben geregelt hat? Ich will ja auch nicht, dass er für mich zum jetzigen Zeitpunkt etwas aufgibt, da es dann meine Schuld wäre, wenn bei einer Trennung er wieder ohne Zuhause dastünde. Dafür kennen wir uns einfach noch nicht lange genug.
Da wünschen sich die Männer immer Partnerinnen ohne "Altlasten" und nun habe ich selbst so einen erwischt, der sein Leben noch voller Baustellen hat!

Bin ich zu anspruchsvoll, zu ungeduldig?

Für Hilfe und Ratschläge wäre ich euch sehr dankbar.

Maus

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22. Oktober 2010 um 17:02

Ich vermute
ihm fehlt noch der Mut, für Dich den 'großen Sprung' zu wagen.

Sonst wäre er öfter bei Dir, und vor allem würde er aktiver daran gehen, seine ganze Familien- und Wohnsituation zu klären. Ich nehme mal an, dass die Töchter seiner Freundin nicht von ihm sind und dass sein Sohn nicht dort wohnt. Dann sollte er doch relativ einfach ausziehen können. Tut er aber (vorerst) nicht. Frag ihn doch mal, warum er nicht wenigstens in eine seiner Ferienwohnungen ziehen kann, um dort etwas zur Ruhe zu kommen.

Aber: Zwei oder drei Monate Beziehung sind in dem Alter wirklich nicht viel. Außerdem hast Du ihn schon 'gebremst', wie Du selbst schreibst, dann darfst Du Dich nicht wundern, wenn auch tatsächlich gebremst wird. Dir fehlt es also auch an Mut und jetzt (ganz plötzlich) an Geduld. Daran solltest Du arbeiten, aber Dir nicht so viele Gedanken machen über den Verlust seines 'Zuhauses', denn das, was er jetzt dort hat, kann man ja wohl kaum ein Zuhause nennen. Eine Beziehungspause würde ich nicht vorschlagen, denn Eure Beziehung hat ja gerade erst richtig angefangen, wohl aber regelmäßige offene Gespräche darüber, wie es mit Euch weitergehen soll.

Außerdem: Ich finde, dass eine Stunde Fahrtzeit nicht wirklich eine Fernbeziehung bedeutet; bei solchen Entfernungen könnte er ohne weiteres auch gelegentlich nach dem Dienst zu Dir kommen. Du solltest Dich darüber freuen, dass er nur eine Stunde weit weg wohnt und nicht 5 und 6. Und er muss verstehen und akzeptieren, dass er eine Trennung von seinen vier Damen nicht ohne finanzielle Verluste bekommen kann, und zwar sowohl beim Einkommen als auch beim Vermögen.

Bleibt die Frage, wer denn vielleicht am Ende umziehen sollte. Ich finde, das müsste er sein, aber ausschließlich wegen Deiner Kinder und nicht wegen Deiner Eltern oder sonstiger sozialer Bindungen. Die sollten in der Debatte außen vor bleiben, denn solche Gründe hat wirklich jeder.

LG und viel Glück Maxim

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22. Oktober 2010 um 23:31
In Antwort auf fraser_11878638

Ich vermute
ihm fehlt noch der Mut, für Dich den 'großen Sprung' zu wagen.

Sonst wäre er öfter bei Dir, und vor allem würde er aktiver daran gehen, seine ganze Familien- und Wohnsituation zu klären. Ich nehme mal an, dass die Töchter seiner Freundin nicht von ihm sind und dass sein Sohn nicht dort wohnt. Dann sollte er doch relativ einfach ausziehen können. Tut er aber (vorerst) nicht. Frag ihn doch mal, warum er nicht wenigstens in eine seiner Ferienwohnungen ziehen kann, um dort etwas zur Ruhe zu kommen.

Aber: Zwei oder drei Monate Beziehung sind in dem Alter wirklich nicht viel. Außerdem hast Du ihn schon 'gebremst', wie Du selbst schreibst, dann darfst Du Dich nicht wundern, wenn auch tatsächlich gebremst wird. Dir fehlt es also auch an Mut und jetzt (ganz plötzlich) an Geduld. Daran solltest Du arbeiten, aber Dir nicht so viele Gedanken machen über den Verlust seines 'Zuhauses', denn das, was er jetzt dort hat, kann man ja wohl kaum ein Zuhause nennen. Eine Beziehungspause würde ich nicht vorschlagen, denn Eure Beziehung hat ja gerade erst richtig angefangen, wohl aber regelmäßige offene Gespräche darüber, wie es mit Euch weitergehen soll.

Außerdem: Ich finde, dass eine Stunde Fahrtzeit nicht wirklich eine Fernbeziehung bedeutet; bei solchen Entfernungen könnte er ohne weiteres auch gelegentlich nach dem Dienst zu Dir kommen. Du solltest Dich darüber freuen, dass er nur eine Stunde weit weg wohnt und nicht 5 und 6. Und er muss verstehen und akzeptieren, dass er eine Trennung von seinen vier Damen nicht ohne finanzielle Verluste bekommen kann, und zwar sowohl beim Einkommen als auch beim Vermögen.

Bleibt die Frage, wer denn vielleicht am Ende umziehen sollte. Ich finde, das müsste er sein, aber ausschließlich wegen Deiner Kinder und nicht wegen Deiner Eltern oder sonstiger sozialer Bindungen. Die sollten in der Debatte außen vor bleiben, denn solche Gründe hat wirklich jeder.

LG und viel Glück Maxim

Hi Maxim,
danke für deine Antwort.
Wir haben anscheinend die gleiche Meinung.
Frauen wollen sich ja immer schnell binden; Männer sehen das immer etwas lockerer. Anfangs hab ich auch versucht, nicht zu klammern, aber irgendwie vermisse ich ihn tierisch. Obwohl ich es nicht so zugebe ihm gegenüber. Ich versuche tolerant zu sein, ihn nicht zu drängen, sondern objektiv zu beraten.

Die FeWos sind kurzzeitvermietet und bringen wohl echt gutes Geld ein. Außerdem sind sie bis Jan. ausgebucht. Daher kann er dort nicht wohnen. Er schläft im Gästezimmer, seine Noch-Lebensgefährtin ist für mehrerer Wochen zur Reha.
Das Haus gehört beiden zur Hälfte. Sie müssen sich irgendwie einigen, wer es behält (wenn möglich). Er möchte ja ungern schon wieder sein Zuhause verlieren. Kann ich ja auch verstehen. Er hat schon einen Finanzierungsplan gemacht, aber SIE muss ja einverstanden sein. Neulich meinte sie, man könne ja über die Beziehung noch mal reden. Aber er sagt, dass er dieses Hin und HER nicht mehr mitmachen könnte.

Natürlich bin ich froh, dass die Entfernung nicht noch größer ist. Gestern abend stand er plötzlich ohne Absprache vor der Tür. Er hätte so eine Sehnsucht gehabt. Aber morgens musste er dann wieder weg, weil neue Gäste kamen.
Ca. alle 5 Tage sehen wir uns, jetzt in den Ferien hatte er Urlaub, da war es häufiger. Ich würde aber gerne einiges vorher Bescheid wissen, wann ich mit seinem Erscheinen rechnen kann. Meistens weiß ichs 1-2 Tage vorher, oder er ruft abends an und sagt, er kommt am Morgen zum Frühstück.

Wenn wir uns sehen, ist es immer sehr intensiv. Ich erlebe zur Zeit meinen besten Sex, hole das nach, was ich in den letzten Jahren meiner Ehe vermisst habe.
Bisher war ich immer mehr vom Kopf gesteuert, nun versuche ich, das Hirn auch manchmal auszuschalten!

Mal schauen, was die Zeit bringt. Ich merke, dass mir die neue Beziehung gut tut, auch wenn ich nicht ganz zufrieden bin. Aber für mich tu ich jetzt wieder mehr, gehe shoppen, kaufe mir knallenge Hosen und hohe Stiefel und finde mich einfach wieder schön!

Maus

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