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Fehlende Verbindung zu sich selbst... ? Ich muss mich wohl trennen, um zu leben...

6. Januar 2009 um 14:16

Hallo Ihr Lieben,

ich muss mir etwas von der Seele schreiben und hoffe, ihr könnt mir irgendwie den richtigen Anstoß geben danke schon jetzt für die Mühe beim Lesen ich versuche, mich kurz zu fassen gut, versucht habe ich es, aber es hat nicht funktioniert
also: mein Freund (Mitte 40) und ich (Anfang 40) sind seit gut 3 Jahren zusammen, wir wohnen nicht zusammen, schlafen aber jede (!) Nacht beieinander, selbst wenn man mal getrennt weggegangen ist. So ist es quasi als würde man zusammen leben, ich wasche, koche, gehe arbeiten (er ist schon länger arbeitslos) usw., gemeinsam sitzen wir dann vorm Fernseher und gehen vielleicht mal spazieren oder etwas essen man nimmt sich ab und an in den Arm, Küsschen zur Begrüßung und zum Abschied, sonst keinerlei (!) Zärtlichkeiten seit Monaten! Ich würde gern mehr mit ihm unternehmen, aber er ist zuhaus mit mir anscheinend zufrieden, wenn ich frage, was er gern unternehmen würde, hat er keine Vorschläge, meine sind grundsätzlich doof, langweilig oder scherzhaft: was für blöde aber, wie sagt man so schön, in jedem Scherz steckt ein wenig Wahrheit als der Sex einschlief, blieb ich anfangs normal, das heißt, ich habe immer wieder auf verschiedene Wege den Anfang gemacht und auf Zurückweisungen (bin müde u.ä.) nicht beleidigt reagiert dann habe ich versucht, mit ihm zu reden, aber seine Antwort war nur Sex sei ihm nicht wichtig und er würde mich lieben. Er hat nur mit den Schultern gezuckt, als ich sagte, dass mir Sex aber sehr wohl wichtig ist und ich daran glaube, dass es auch zu einer Beziehung gehört, körperliche Nähe auszutauschen, sich zu spüren, einander hinzugeben, gemeinsam fallen zu lassenseufz sonst ist es eher eine innige Freundschaft, oder? Mittlerweile habe ich wohl aufgegeben, jedenfalls versuche ich auch nichts mehr bin damit aber nicht glücklich, manchmal leide ich darunter, dann geht es wieder ein paar Tage, aber gut ist es natürlich nicht so wie es ist so will ich nicht alt werden und mit Anfang 40 fühle ich mich auch noch nicht alt genug, um vorm Fernseher dem Tode entgegen zu dämmern
Soweit so gut, jetzt würde man ev. sagen, was willst Du Dich von dem ausnutzen lassen, der kann Dich doch nicht lieben usw. Ich konstruiere aber meine Gedanken irgendwie um, bei mir bleibt im Ergebnis: der Arme ist frustriert, sein Selbstbewusstsein ist durch die Arbeitslosigkeit angeknackst und es fällt ihm sicher nicht leicht, dass ich immer alles zahle, wenn wir etwas unternehmen oder einkaufen und Sex hatte er auch vor mir Jahre lang nicht, das scheint ihm also wirklich nicht wichtig zu sein hätte nicht geglaubt, dass es so was gibt und würde von einem neuen Mann sofort die Finger lassen, der ewig der einsame Wolf war Ich glaube auch selbst wenn es einigen unwahrscheinlich erscheint -, dass er mir treu ist und auch ich bin es ihm NOCH Ich halte das ganze wahrscheinlich nicht mehr lange durch, immer wieder lerne ich Leute kennen, aber blocke natürlich brav (oder blöd?) ab. Warum trenne ich mich nicht? Dann könnte ich mich wieder auf mich besinnen und irgendwann wieder anfangen zu leben (und zu lieben) Nein, ich verharre in der Situation, weil ich denke, dann hat er niemanden mehr, fällt noch tiefer in ein Loch, ich hätte Angst nein, ich habe Angst bin eh jemand, dem es schwerfällt, schon bei Kleinigkeiten an sich zu denken und jetzt gucke ich ihn an und wenn er mich dann wie ein angeschossener Dackel anschaut, bekomme ich den Mund gar nicht auf schlimmer noch, ich weiß gar nicht mehr, was ich will, ich sehe mich gar nicht mehrversteht das jemand? Wie kann ich mich wieder wahrnehmen, spüren, mit allen Höhen und Tiefen??? Stattdessen sehe ich nur ihn, mein Verstand erinnert mich immer wieder an meine Bedürfnisse, die ich zwar ab und an spüre aber wieder verschließe. Sicher habe ich auch etwas von dieser Beziehung: ich fühle mich gebraucht aber das kann es ja nicht sein, dass mich das so festhält, oder? Ich habe auch keine Angst, allein zu sein.
Danke, wenn Du bis hier gelesen hast! Vielleicht hast Du einen Rat für mich? Kennst Du dieses Gefühl bzw. diese fehlende Verbindung zu sich selbst? Ihr braucht mich nicht in Watte packen, ich weiß, dass Hilfe auch schmerzhaft sein kann

Liebe Grüße

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6. Januar 2009 um 14:27

Satzzeichen sind irgendwie verloren gegangen, sorry
irgendwie ist ein Großteil meiner Satzzeichen verloren gegangen, darum liest es sich ganz furchtbar, hoffe, es kämpft sich trotzdem jemand durch. Vielleicht kann mir auch jemand erklären, was hier immer automatisch gelöscht wird, das ist ja peinlich

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6. Januar 2009 um 15:03

Danke Dir, Cefeu
Wie immer triffst Du den Nagel auf den Kopf es ist so, meine Eltern haben das auch so vorgelebt, und ich finde es ja auch schön, wenn alle so wären, wäre die Welt doch recht schön - vielleicht aber auch nicht, aber das ist eine andere Diskussion (will nicht abschweifen ) Du hast recht, dass anerzogene Muster uns prägen, aber kann es denn so stark sein? Dass man fast zwanghaft immer wieder - ist ja leider nicht das erste mal - so einen Partner hat, den man auf die ein oder andere Weise stützt und selbst auf der Strecke bleibt? Ich habe schon oft gedacht, das eine "unbequemere" Frau ihn sicher mehr fordern und damit fördern würde, aber das ist mein Kopf und der Rest (was auch immer das ist) kommt nicht mit. So schlimm wie jetzt war es aber noch nie, bislang dachte ich, wenn eine Beziehung dem Ende zuging, nach einer Trauerphase geht es allen wieder richtig gut und wahrscheinlich besser als jetzt. Das denke ich jetzt irgendwie leider nicht ich kommmir übertrieben verglichen so vor, als würde ich jemanden, der hungrig ist, auch noch das Wasser nehmen, um selbst ein Bad zu nehmen?! Verstehst Du? Ich weiß auch nicht, wie ich es anstellen soll, langsam Abstand zu nehmen, ich schaffe es ja nicht mal zu sagen, dass ich mal einen Abend zuhause allein sein will. Oder dass eine Freundin zu mir nach hause kommt und wir quatschen wollen (da meinte er ernsthaft, wo er denn hin solle, dabei hat er eine eigene Wohnung). Mein Mund ist wie zugeschnürt und es tut alles weh Wenn ich die ersten Schritte nicht schaffe, wie dann weiter? Ich weiß auch nicht, ich brauche das berühmte Klicken oder sowas?

Danke Dir!!!
Lg

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6. Januar 2009 um 15:30

Toll, danke Dir
Fallen, ich danke Dir, fühle mich von Deinen Worten schon aufgerüttelt und Du hast mit allem recht, "ja, aber (3Pünktchen, die werden hier immer gelöscht)" auch ich kommaus einem Loch nicht raus, es ist ein anderes als seins, aber ich hocke da und schau von oben auf mich herab und erkenne mich nicht wieder kann doch alles nicht wahr sein. Ich bekomme die einfachsten Dinge nicht über die Lippen, weil ihn sämtliche Sperren in mir angeblich beschützen. Aber wie cefeu schon sagte, wahrscheinlich schützen sie ihn garnicht, vielleicht käme er wirklich für sich aus dem Knick, wenn die "Hängematte" weg wäre - ich kann es nicht beschwören. Ich glaube im Moment geht es ihm gut, jedenfalls sagt er das und ich schaue ihn nur an. Ich sage seit einiger Zeit nur noch nebenbei aber dann ganz ausdrücklich, dass ich unglücklich bin und mir Zärtlichkeiten und mehr fehlen, aber das bringt natürlich nichts - anders kann ich es aber nicht mehr, das habe ich wohl schon länger aufgegeben. Seit dem ist diese starre Situation. Ich ärger mich ja selbst über mich, manno! Ja, Du hast auch recht, dass das Leben so schnell vorbei sein kann und wir nur eines haben - das Zentimetermaß ist schon zur Hälfte aufgebraucht.

Lg sonneneu

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6. Januar 2009 um 15:45

Warum?
hallo insecret,

warum sollte ich ihm das zeigen? Ich will ihn doch nicht verletzen oder niedermachen? Ich habe ja irgendwelche Gefühle für ihn, aber die, die für eine Beziehung wichtig sind, sind entweder abgestorben oder vertrocknet - es kann sein, sie sind wie eine Rose von Jericho - ich weiß es nicht. Ich sehe dieses Forum wie ein inneres Gespräch - er wird mir auch nicht all seine inneren Gedanken mitteilen, oder tust Du das mit Deinem Partner? Oder wie meintest Du Deinen Vorschlag, ihm meine Zeilen hier zu zeigen? Meinst Du, er wäre verletzt und würde sich aus Wut von mir trennen oder meinst Du, er würde dann für mich die Kraft aufbringen, die Beziehung zu beenden, weil ich die Kraft nicht habe?

Lg

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6. Januar 2009 um 16:33

...
Ich glaube, dadurch, dass du ihn "schützen" willst, bringst du ihn nur immer mehr dazu, gar nicht aus dem Loch rauszuwollen.

Solange er nicht MUSS, hat er keine Veranlassung etwas zu ändern. Und natürlich ist es klar, dass jede notwendige Änderung mit Unbequemlichkeit verbunden ist und ihm deshalb überhaupt nicht in den Kram passen wird.
Das hat weniger damit zu tun, dass man ihm wehtut, wenn er seinen Dackelblick aufsetzt, er setzt nur einfach alle Mittel ein, um seinen Status Quo aufrechtzuerhalten.
Ist ja auch nachvollziehbar... aber dadurch auch vollkommen berechenbar.

Mach ein paar kleine Schritte, wie dir meine Vorschreiberinnen geraten haben, und mal dir vorher aus, wie er reagieren wird. Wenn du dann merkst, wie vorhersehbar seine Reaktionen sind, fällt dir vielleicht auch auf, wie manipulativ (absichtlich oder nicht) diese eingesetzt werden.

Vielleicht hilft dir das, mit der Situation etwas sachlicher umzugehen... und vor allem halte dir wie schon gesagt vor Augen, dass es das Schlimmste ist, gar nichts zu tun. Auch nicht für ihn, denn auch er hatte als Kind sicher andere Lebensträume als vor dem Fernseher zu versauern.
Halt dir vor Augen, dass er einfach nicht anders kann und man mit Unterstützung in so einem Fall nur alles schlimmer macht, weil immer weniger Notwendigkeit zur Eigeninitiative besteht.

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6. Januar 2009 um 17:22

Danke!
wieder so vieles Wahres, was sich für mich auch richtig anfühlt und etwas bewegt - das ist tatsächlich schon viel bei mir ich unternehme mit Freunden etwas, das verbietet er mir ja nicht - wenn er das getan hätte, hätte ich den Sprung schon geschafft. Er hatte auch immer die Möglichkeit mitzukommen, aber er geht weder mit mir allein weg noch mit, wenn ich mit anderen weggehe. Er mag das nicht, er geht auch nicht allein mit Freunden weg (höchstens 2 mal im Jahr!). Die einzige "Gemeinsamkeit" ist zusammen essen und fernsehen, das mache ich sicher auch mal (!) gern aber mit Sicherheit nicht jeden (!) Abend, sondern nur, wenn ein besonderer Film läuft oder man sich z.B. durchgeforen in eine Decke mit Kakao vor den Fernseher kuschelt. Ich bin irgendwie selbst Schuld, er hatte anfangs schon keine Interessen und ich habe gedacht, hach, ich kann von meinen Ideen, von meiner Begeisterungsfähigkeit eine Menge abgeben und dann wird er schon Freude empfinden. Arrrgh, ich weiss mittlerweile, dass es ziehmlich dumm ist, so zu denken. Wie Du sagst, manche Menschen passen eben nicht zu einander. Klar, haben die Gegensätze uns anfangs angezogen (mich seine Direktheit, seine Durchsetzungsfähigkeit und ihn bei mir wohl meine sanfte, vermittelnde Art, mein (damals) sprühendes Leben). Was uns fehlte, haben wir im anderen gesehen, tja, hm, eine Erkenntnis.

Aber ich will wieder ich sein. Wieder lachen können, das habe ich fast verlernt. Weißt Du, eine besondere Erfahrung war folgende: er war ein paar Tage weg, ich saß in einem Cafe mit einer Freundin, schaute nur so versonnen vor mich hin, da kam jemand und fragte, warum ich so strahlen würde, ob ich besonders glücklich sei?!?

Danke Dir für Deine "Rüttler"

lg sonneneu

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6. Januar 2009 um 17:34
In Antwort auf esterya1

...
Ich glaube, dadurch, dass du ihn "schützen" willst, bringst du ihn nur immer mehr dazu, gar nicht aus dem Loch rauszuwollen.

Solange er nicht MUSS, hat er keine Veranlassung etwas zu ändern. Und natürlich ist es klar, dass jede notwendige Änderung mit Unbequemlichkeit verbunden ist und ihm deshalb überhaupt nicht in den Kram passen wird.
Das hat weniger damit zu tun, dass man ihm wehtut, wenn er seinen Dackelblick aufsetzt, er setzt nur einfach alle Mittel ein, um seinen Status Quo aufrechtzuerhalten.
Ist ja auch nachvollziehbar... aber dadurch auch vollkommen berechenbar.

Mach ein paar kleine Schritte, wie dir meine Vorschreiberinnen geraten haben, und mal dir vorher aus, wie er reagieren wird. Wenn du dann merkst, wie vorhersehbar seine Reaktionen sind, fällt dir vielleicht auch auf, wie manipulativ (absichtlich oder nicht) diese eingesetzt werden.

Vielleicht hilft dir das, mit der Situation etwas sachlicher umzugehen... und vor allem halte dir wie schon gesagt vor Augen, dass es das Schlimmste ist, gar nichts zu tun. Auch nicht für ihn, denn auch er hatte als Kind sicher andere Lebensträume als vor dem Fernseher zu versauern.
Halt dir vor Augen, dass er einfach nicht anders kann und man mit Unterstützung in so einem Fall nur alles schlimmer macht, weil immer weniger Notwendigkeit zur Eigeninitiative besteht.

Der Gedanke ist mir auch schon gekommen
Hallo Esterya,
danke Dir für Deine Ideen. Auf den Gedanken bin ich noch garnicht gekommen, aber es ist gut möglich - ob nun bewußt oder unbewußt, dass er seine Hilflosigkeit noch kultiviert, damit ich bleibe das hilft natürlich keinem und ich schütze ihn damit natürlich auch nicht. Ich würde ihn so gern wachrütteln, damit er auf eigenen Beinen steht und ich in Frieden gehen kann - ohne schlechtes Gewissen zu haben, ihn im Stich zu lassen. Ich werde mal versuchen, das, was Du schreibst, im Kleinen auszuprobieren - ich werde berichten. Danke Dir!!!

Lg

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6. Januar 2009 um 17:49

Großer Fehler
dein Fehler ist, dass er dir leid tut, mehr nicht, es tut dir leid, dass er keine Arbeit hat und du hast Angst, dass er sich vllt was antut, weil er ausser dir Niemanden hat..
Nun frage ich dich :

Warum ändert er das nicht?-Warum sucht er sich keine Arbeit?

Nun weil es dich Deppen ja gibt, der wäscht putzt und alles bezahlt.
Würd es ihm wirklich soviel ausmachen dass du ales bezahlst würde er sich Arbeit suchen und den Arsch hochkriegen,

Er geht net vor die Hütte weil er sich schon an das "HartzV" Leben gewöhnt hat...

Also eine Beziehung ohne Sex und innigen Körperkontakt ist eine Freundschaft ,mehr nciht.
Und dieses kannst du auch mit ihm haben, wenn du noch einen lieben Partner hast, der dich liebt und begehrt.

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6. Januar 2009 um 18:02

Cefeu hat es mal wieder auf den Punkt gebracht,
man kann es besser nicht erklären. Du kannst nur für dich sorgen und es ist gut wenn du dir dabei sogar Hilfe nimmst. Ich gehöre nämlich auch zu diesen Kandidaten und Wiederholungstätern. Bei anderen erkennt man es sofort. Ich habe mir Hilfe geholt und bin heute sehr froh darüber. Ich wünsche dir alles Gute.
Gruß Melike

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6. Januar 2009 um 18:58
In Antwort auf altuna_12636455

Der Gedanke ist mir auch schon gekommen
Hallo Esterya,
danke Dir für Deine Ideen. Auf den Gedanken bin ich noch garnicht gekommen, aber es ist gut möglich - ob nun bewußt oder unbewußt, dass er seine Hilflosigkeit noch kultiviert, damit ich bleibe das hilft natürlich keinem und ich schütze ihn damit natürlich auch nicht. Ich würde ihn so gern wachrütteln, damit er auf eigenen Beinen steht und ich in Frieden gehen kann - ohne schlechtes Gewissen zu haben, ihn im Stich zu lassen. Ich werde mal versuchen, das, was Du schreibst, im Kleinen auszuprobieren - ich werde berichten. Danke Dir!!!

Lg

Nochmal ich,
sorry, ist einiges durcheinander geraten bei meiner Antwort. Ich wollte sagen, dass ich auch daran gedacht habe, dass ihm meine Hilfe nicht wirklich nutzt, sondern ihn vielleicht eher die vermeintliche Ruhe gibt, um nichts zu ändern - ihn also eher hemmt. Dass er meine Art und Angst, ihn im Stich zu lassen, wissentlich nutzt, daran habe ich noch nicht gedacht und das werde ich mal versuchen. Aber ich würde ihm auch das wieder irgendwie entschuldigen, weil mir die gesunde Wut fehlt bzw. habe ich sie mir wohl irgendwann aberzogen - glaube ich zumindest. Danke Dir für den Gedankenanstoß

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6. Januar 2009 um 19:22

Hallo Gina
auch Dir lieben Dank, dass Du Dir um mein Problem Gedanken machst und mir helfen möchtest Du hast recht, dass ich feige bin und weder der Buhmann sein möchte, noch ihn im Stich lassen möchte. Ich will ihm so gern auf die Beine helfen, aber so tue ich das wohl nicht, trotzdem denke ich, es geht ihm besser, als wenn ich ihn verlassen würde - ist ja klar, rein aus seiner Situation heraus (ich wasche, koche, sorge für soziale Kontakte usw.) Ich weiß ja, dass, wenn ich mich nicht um mich selbst kümmer, das keiner tun kann, mein Partner möchte das wohl nicht. Er weiß ja, was mir fehlt, aber er sieht keine Gründe oder eigenen Wünsche, mir bzw. uns das zu geben. Es geht ja schon lange auch so. Er ist lieb zu mir, aber wie ein Haustier, nicht wie ein Partner bzw. Mann. Ich will mich darauf nicht ausruhen, aber ich habe bei meiner Ma gesehen, dass sie sich um ihren kranken Mann gekümmert hat, der auch keine eigenen Interessen hat, und um uns Kinder, sie ist lebensfroh und kontaktfähig, aber Pa brauchte das nie. Sie sind mittlerweile über 50 Jahre verheiratet und sie haben sich immer noch lieb, kuscheln immer noch miteinander. Sicher, es ist eine andere Generation und sie haben einander viel gegeben. Ich habe für mich mitgenommen, dass man den anderen auch in schweren Zeiten stützt - nur suche ich mir immer Männer, die ich nur stützen muss. Vielleicht habe ich auch kein Selbstbewusstsein, mich auf einen Mann auf Augenhöhe einzulassen. Nicht, dass ich solche nicht kennen lernen würde, aber irgendwie fehlt mir da wohl die Aufgabe?! Oder ich habe Angst, dass ich deren Erwartungen nicht erfüllen könnte? Ich glaube, es ist fast zu einfach, wenn ich mich hier als aufopferungswilliges Wesen darstelle. Ich will gern ehrlich mit mir sein, aber ich komme an mich nicht richtig ran. Aber ich muss Euch allen danken, denn Eure Ideen führen mich daran. Selbst habe ich diese Ideen nicht, ich drehe mich im Kreis. Es ist über die Zeit so schlimm geworden, dass ich von den möglichen Gefühlen nur noch einen winzigen Bruchteil merke. Bei einer Bandbreite von 1 m vielleicht noch +/- 1 cm, kein lachen, kein weinen, wie tot. Ich beobachte mich und sehe (kopflastig), dass das nicht richtig sein kann, so wie Du meine Geschichte liest, aber genauso handlungsunfähig fühle ich mich, denn der Schmerz, die Wut richtet sich eher gegen mich selbst.

lg
sonneneu

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7. Januar 2009 um 9:48

Hallo insecret
Gute Frage, warum kann ich das nicht? hm? Ich hatte das Problem schon lange, dass ich alles in mich rein fresse und nichts sage - weiter funktioniere und gute Miene zum "bösen" Spiel mache. Nachdem bei der letzten Beziehung irgendwann das Fass übergelaufen war und ich gegangen bin,habe ich mir geschworen, es diesmal anders zu machen und immer frühzeitig zu sagen, was in mir vorgeht. Alles andere ist ja auch nicht geradde fair, denn der andere ist ja nunmal kein Hellseher, wenn man nichts sagt, kann der andere ja garnicht reagieren. Das tat ich anfangs auch, zwar vorsichtig ohne den anderen zu verletzen, aber ich sagte schon, was in mir vorgeht bzw. was ich mir wünsche. Es hat aber Null genutzt, garkeine Reaktion, gehört wurde es, aber es tat sich garnichts... nach ein paar weiteren Versuchen, habe ich es wieder aufgegeben - wieder den Mund gehalten und alles für mich behalten. Es kostet mich wahnsinnig viel Kraft, überhaupt festzustellen, was in mir ist und das dann zu sagen. Wenn das dann nichts bringt, ist mir dann wohl die Energie zu schade. Jetzt ist natürlich mittlerweile so viel aufgestaut, dass ich garnicht mehr wüßte, wo ich anfangen soll. Wenn ich ihn dann anschaue und mir denke, so jetzt redest Du mit ihm, schaut er mich an wie ein Dackel, sagt was liebes und ich bekomme den Mund nicht auf, weil ich nicht weiß, wie ich es verpacken kann, damit ich ihm nicht wehtue. Aber es ist wohl nur ein Teil der Erklärung?! Ich sagte ja schon, dass ich allein nicht weiterkomme, ich drehe mich im Kreis, finde keinen Ausweg, aber Eure Fragen und Ideen bringen mich vielleicht dahin. Danke Dir für Deine Feststellung und Frage.

Lg

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7. Januar 2009 um 10:35

Hallo neurose
schön, jemanden zu hören, der das kennt und einen Ausweg gefunden hat viele Deiner Worte könnten von mir stammen, ja, und Du hast auch recht, dass nicht seine Arbeitslosigkeit das Problem ist, sondern etwas anderes. Als wenn man gemeinsam paddelt und der andere läßt das Paddel einfach im Wasser hängen und man müht sich ab, für den anderen mitzulenken und zu paddeln, um die Stromschnellen zu umschiffen. Ohne Erfolg, irgendwann ist man flügellahm und kann einfach nicht mehr. Man schaut zu und schüttelt mit dem Kopf, erkennt sich kaum wieder. Auch ich habe diese Erfahrung schon mehrfach gemacht, es war nicht immer Arbeitslosigkeit, was den anderen hilfsbedürftig in meinen Augen machte, aber irgendwas war es immer. Habe ich einen Kinderersatz gesucht? Oder glaube ich, dass Liebe nur da gedeien kann, wo man dem anderen hilft? Ist das Liebe? Ich weiss es nicht, ich spüre nicht mehr viel, manchmal lodert die eigene "Bedürftigkeit" nach Liebe, Zärtlichkeit, Sex, gemeinsamen Lachen usw. auf, aber dann wird sie wieder verbuddelt, weil ich in dieser starre Situation verharre. Ich weiss nicht, wovor ich Angst habe?
Wie hast Du es geschafft, an den Boden zu kommen, um Dich dort abzustoßen? Ich schwebe irgendwie rum, ohne Höhen und Tiefen. Sehe ich einen traurigen, rührenden Film kann ich weinen, sonst nie(!). Ich bin auch nicht wütend, wenn er mal wieder irgendetwas verletzendes, herabwürdigendes sagt, ich drehe die Situation so lange in meinem Kopf, bis ich für ihn eine Entschuldigung gefunden habe, mit der ich "leben" kann. Leben ist natürlich nicht das richtige Wort
Was meinst Du mit Abhängigkeit? Meinst Du ich bin abhängig von dem Gefühl, gebraucht zu werden? Wenn ja, wie kann man sich davon lösen? Ich halte es nicht für unmöglich, dass das so ist. So ungefähr, als würde ich mich so nicht als liebenswert einschätzen und nur denken, dass jemand bei mir bleibt, der von mir wie auch immer abhängig ist? Hm? Mag sein, aber ich lernte auch scheinbar normale Männer kennen, und schwupp, irgendwann war es auch so (nur die Sexualität war noch nie das Problem ). Auch mein jetziger Freund war ein selbständiger Mann (damals noch nicht arbeitslos), zwar ein einsamer Wolf, aber er wirkte nicht so hilfsbedürftig und wir kannten uns schon länger. Wenn ich das so betrachte, fühl ich mich schuldig. Ich gebe das Gefühl, dass ich immer für einen Partner da bin - ist doch auch richtig so, oder? - nur bei mir verschiebt sich das dann "ungesund". Warum?

ich danke Dir von ganzem Herzen
Lg sonneneu

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7. Januar 2009 um 11:16


ja, solche Menschen gibt es wohl nein, davor habe ich tatsächlich keine Angst. Ich war schon Single und nicht unglücklich, weiß also wie das ist und es gibt einen Unterschied zwischen allein und einsam - einsam wäre ich glaube ich nicht so schnell. Ich muss mir ja viel verbieten, weil ich eben in einer Beziehung bin. Ich muss planen, kann Verabredungen nicht wann und mit wem auch immer annehmen usw. Ich bin auch gern mal allein zuhause, mein Sportstudio hat mich auch schon lang nicht mehr gesehen usw. Das ist nicht das Problem.
Die andere Frage war, ob ich nicht doch auch Angst habe, ihn zu verlieren und vielleicht glaube, er würde sich ändern. ja und nein. Ich habe liebevolle Gefühle für ihn (zu einem Bruder/Kind/Haustier) und will ihn - wie es immer so schön heißt - als Freund, Mensch in meinem Umfeld nicht verlieren, aber ein Partner ist er nicht mehr. Eigentlich wäre es so einfach, diese Tatsache auszusprechen. Aber ich würde ihm sein Zuhause, seine Familie, seinen Halt, alles nehmen - so empfinde ich das. Glaube ich noch, dass sich das ändert? Nein, leider nicht. Er ist so wie er ist, und ich bin wie ich bin. Auch meine und seine Bedürfnisse sind gänzlich anders. Es geht leider nicht darum, dass er oder ich eine blöde Angewohnheit ablegen müssen. Darum sehe ich leider keine Hoffnung, dass man etwas ändern kann. Darüber bin ich sehr traurig, aber ich glaube es gibt tatsächlich nur die Wahl, dass ich mich damit abfinde oder gehe. Abfinden will ich mich damit nicht also muß ich gehen, um wieder leben zu können. Aber ich schaffe es nicht sicher auch, weil ich ihn lieb habe, ach alles Ich wünschte, er würde mich verlassen, dann würde ich mich auch nicht fragen, ob es richtig oder falsch war. Ich glaube ich habe doch auch Angst, dass er keinen freundschaftlichen Kontakt mehr zu mir haben will, wenn wir nicht mehr zusammen sind. Reichlich egoistisch

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7. Januar 2009 um 11:54
In Antwort auf zuckerguss1309

Großer Fehler
dein Fehler ist, dass er dir leid tut, mehr nicht, es tut dir leid, dass er keine Arbeit hat und du hast Angst, dass er sich vllt was antut, weil er ausser dir Niemanden hat..
Nun frage ich dich :

Warum ändert er das nicht?-Warum sucht er sich keine Arbeit?

Nun weil es dich Deppen ja gibt, der wäscht putzt und alles bezahlt.
Würd es ihm wirklich soviel ausmachen dass du ales bezahlst würde er sich Arbeit suchen und den Arsch hochkriegen,

Er geht net vor die Hütte weil er sich schon an das "HartzV" Leben gewöhnt hat...

Also eine Beziehung ohne Sex und innigen Körperkontakt ist eine Freundschaft ,mehr nciht.
Und dieses kannst du auch mit ihm haben, wenn du noch einen lieben Partner hast, der dich liebt und begehrt.

Hallo Zuckerguss
danke Dir für Deine Antwort. Dein letzter Satz ist toll und richtig auch sonst hast Du schon recht, aber wie ich jetzt durch einige andere Zwischenfragen bemerke, ist das nicht alles. Sicher der größte Teil. Denn wenn ich gehen würde, dann ginge es ihm in jeder Hinsicht garnicht gut und das will ich ja nicht. Ich wünschte alles andere wäre bei ihm gut und ich wäre "nur" das I-Tüpfelchen, dann fiele es mir nicht so schwer, jetzt ist es, als würde ich ihm alles nehmen. Ich bin ja nicht nur der "Depp", der wäscht, kocht, einkauft usw., sondern auch sein einziger Kontakt. Er hat niemanden und ist auch nicht sonderlich kommunikativ, so dass man denken würde, er würde neue Kontakte finden. Ich hätte Angst, dass er gänzlich untergeht. Außerdem habe ich ihn ja auch lieb und wünschte, wir könnten einfach von Beziehung auf Freundschaft "umschalten", was natürlich nicht geht - klar. Aber ich werde versuchen, die kleinen Schritte in diese Richtung zu gehen, immer mehr weggehen, ohne ihn was unternehmen, ihn allein zuhause vorm Fernseher sitzen lassen selbst das fällt mir aber schwer. Ich habe sogar schlechtes Gewissen, weil ich ihm dann nichts kochen kann. Mein Kopf sagt mir, er ist vor mir ja auch nicht verhungert. Wie kommt man davon los, dass mit etwas im Inneren was ganz anderes sagt als mein Kopf und meine Bedürfnisse? Wie bekomme ich das zueinander?

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7. Januar 2009 um 12:21

Hallo Cefeu
nochmal lieben Dank für Deine Anstöße. Toll, wieviele Rüttler ich hier bekomme Ich musste erstmal verdauen, was Du über Deine Freundin geschrieben hast, das hat mich erstmal sehr geschockt, weil das die Horrorvorstellung ist. Damit würde ich nicht leben können. Ich habe mir schon von außen Hilfe gesucht, um aus diesem Muster rauszukommen bzw. zu mir zu finden - seit einem Jahr gehe ich da hin, aber bis auf seltene Momente, wo ich schonmal "nein" sagen konnte, bin ich noch nicht weiter gekommen. Gerade z.Zt. passiert garnichts spürbares naja, außer, dass ich hier schreibe, was ja auch schon sehr viel ist. Ich funktioniere in der Gesellschaft ganz prima, habe einen Job, Freunde, ecke selten irgendwo an, bekomme die ärgerlichsten Menschen zur Ruhe und meist sogar zum Lächeln, keinen Ärger mit meiner Familie - alles schick - ABER... ich bin nicht da, ich weiß nicht, wann ich das letzte mal, richtige Wut, Freude oder Ärger empfunden habe. Darum ist es auch so schwer, den Hintern hoch zu kriegen und aus einer Situation raus zu gehen, die so ja nicht gut ist. Aber wo ist der Anfang: bin ich in die Situation geraten, weil ich "tot" war oder bin ich "tot", weil die Situation so ist?
Ich werde versuchen, mich Schritt für Schritt frei zu machen, das Innere zwar wahrzunehmen, aber nicht darauf zu hören (wenn es mich abhalten will), und seinen Blick zu ertragen. Es ist sicher einfacher, alles hinzunehmen und so zu lassen, aber das ist kein Leben.

Danke Dir nochmal von Herzen, Du bist wirklich wunderbar, wie Du das immer machst?!
Lg sonneneu

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7. Januar 2009 um 14:37

Weißt du
ich kann dich sogar verstehen du sorgst dich, jedoch ist dieser Mensch erwachsen und für sich selbst verantwortlich.
Er ist nicht dein Kind und du bist nur für DEIN Glück verantwortlich.Du solltest dich bemühen dich glücklich zu machen, weil er kann und will es nicht.

Du kommst mir ein bisschen vor wie eine Tochter die Ihren Bettlägerigen Vater pflegt.
Du bist doch noch nicht tot!!!-Das ist doch nicht das Leben was DICh glücklich macht und er scheint auch nichts ändern wollen, dass du mit ihm glücklich wirst.
So wie sich das anhört ist es echt keine Liebe sondern besorgnis und verantwortlichkeit, aber das bist du nicht, das ist er selbst.
Und indem er dabei ist dich kaputt zu machen, hast du schon die Antowrt ob er dich liebt und ob sich das lohnt zu kämpfen.
Viel Glück ich hoffe ich höre von dir.

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