Forum / Liebe & Beziehung

Fehlende Empathie und starke Unterschiede - Trennung?

10. Dezember 2020 um 16:04 Letzte Antwort: 18. Dezember 2020 um 3:43

Hallo ihr Lieben,

mir ist bewusst dass niemand von euch mir irgendeine Entscheidung abnehmen kann und doch hoffe ich einfach auf ein paar Meinungen und vielleicht Erfahrungsberichte von Menschen die eventuell eine gleiche oder ähnliche Situation erlebt haben.
Ich verzweifle langsam und brauch mal jemand der da neutral raufblickt. Der Text könnte etwas länger werden. Ich versuche nur die für mich heftigsten Momente aufzuführen um es kürzer zu fassen...

Ich bin seit einem 3/4 Jahr mit einem Mann zusammen, wir wohnen getrennt, aber in der gleichen Stadt. Außerdem habe ich eine Tochter im Teenager -Alter.

Mein Partner kommt genau wie ich aus einer kaputten Familie, doch jeder von uns scheint damit anders umzugehen. Während ich mir genau aus dem Grund eine intakte Familie wünsche - Empathie, Halt, Sicherheit, Geborgenheit, Verständnis, Liebe, Vertrauen, Loyalität und Respekt - lebt er sein Leben des öfteren in Egoismus und ist sich selbst der Erste, obwohl er selbst sagt, er wünsche sich genau diese Dinge die ich eben beschrieb. Ich bin ein emotionaler Mensch und mir ist Mitgefühl und Rücksicht ziemlich wichtig , genauso wie Kommunikation,während es ihm irgendwie egal zu sein scheint wie es anderen Menschen geht, zumindest kommt es bei mir so an, und mehr darauf bedacht ist immer den einfachen und besten Weg für sich selbst zu gehen.

Tatsächlich ist es so, dass ich mich in dieser Beziehung nicht gesehen fühle. Emotional verdurste. Er stellte eigentlich nie Fragen, hing ständig am Handy und war auch so irgendwie wenn überhaupt nur für oberflächlichen Smalltalk da. Ich sprach das Thema an, weil mir einfach das gewisse Etwas fehlte. Ich hatte nicht das Gefühl dass er sich für mich als Mensch interessiert, sondern es nur darum ging jemand an der Seite zu haben. Irgendwann fing es an besser zu werden, er legte das Handy auch mal beiseite und stellte Fragen. Interessierte sich, zumindest mehr. Und doch tauchten immer mehr Dinge auf die unsere Unterschiede zeigten und mich mittlerweile sehr zweifeln lassen. Wenn es Probleme gab, versuchte ich das zu klären, zu besprechen, aus der Welt zu schaffen. Er jedoch schwieg, gern mal mehrere Tage und tat danach so als wäre nie was gewesen. Die Probleme blieben also, und wurden lediglich von ihm unter den Tisch gekehrt. Irgendwann  wurde von seiner Seite aus gelogen um Stress zu vermeiden und noch einige anderen Situationen die einfach das Vertrauen stark ankratzen. Egal worum es geht, es wird meist so gehandelt, dass er da gut bei raus kommt. Nach einem Streit verschwand er auch gern mal ne Woche in seine Wohnung, ohne dass geredet wurde vorher. Auch hier wurde wieder nichts geklärt. Diese Ignoranz und fehlende Bereitschaft zur Problemlösung belastet mich wirklich sehr. Kurzzeitig trat dann immer Besserung ein nachdem ich klare Ansagen gemacht hab und quasi schon kurz vorm gehen war, doch am Ende wirds immer wie davor. Er nimmt irgendwie auch so gar nicht Rücksicht auf andere Menschen und deren Gefühle.

Letzte Woche war meine Tochter krank zu Hause und er beschwerte sich darüber dass sie an einem Tag nichts im Haushalt (Ihre und meine Wohnung) getan hat und betitelte sie quasi als faul, obwohl sie das definitiv nicht ist und sehr oft sehr viel zu Hause macht. Ich wurde daraufhin so sauer, dass er meine Tochter zu unrecht angriff, und erinnerte ihn daran wie sehr er sich derzeit gehen lässt und faul nächte durchzockt und das eigentlich jeder normale kranke Mensch den halben Tag pennt und den anderen halben tag am Fernseher oder Handy hängt, meistens. Er auch. Und dass dieses jJahr für die Maus schon schwer genug ist, immerhin war sie gute 5 Monate nicht in der Schule durch Corona, Geburtstagsparty fiel aus, Klassenfahrt wurde gestrichen, Wandertage gabs keine, keine Urlaube, keine Vereine, nicht wirklich soziale Kontakte und ihr Vater kümmert sich auch nur wie er grad bock hat. Seine Antwort war dass er bei sich zu Hause tun könne was er will, auf das anderen ging er gar nicht erst ein. Es ist also ok wenn er gesund ist und faul, aber nicht in Ordnung in seinen Augen wenn meine Tochter krank ist und einen Tag nichts macht. Das rechtfertigte er später damit dass er einen schlechten Tag gehabt hätte und doch fiel ein paar Tage später wieder der gleiche Satz und der, dass mein Kind ja irgendwas auf dem Handy geschaut hat und lachte, demnach also nicht so krank sein könne. Da ist mir tatsächlich der A*** geplatzt und ich bat ihn nach Hause zu gehen. Normalerweise sahen wir uns fast täglich, doch seit dem gar nicht mehr.

Als ob diese Aktion nicht schon schlimm genug war - für mich ist sie es zumindest - kam jetzt dazu dass die Frau seines Arbeitskollege positiv auf Corona getestet wurde und der Test des Kollegen nun noch aussteht. Ich bat meinen Partner also weiterhin weg zu bleiben, weil ich meinen Vater die nächsten Tage aus dem Krankenhaus hole, der ein Loch in der Lunge hat , dieses Jahr bereits zum 5ten mal im Krankenhaus ist und demnach als absoluter Risikopatient gilt. Ich wollte also nicht das Risiko eingehen ihn anzustecken in dem mein Partner und ich uns jetzt sehen, solange es noch kein negatives Testergebnis gibt. Mein Partner reagierte darauf mit dem Vorwurf, dass er auch bei uns blieb als mein Kind in Quarantäne musste weil ein Klassenkamerad positiv getestet wurde '(war seine freie Entscheidung), und das es nicht sein kann dass ich ihn deswegen jetzt nicht sehen möchte, denn immerhin will er mich sehen bevor er übers We zu Freunden ans Meer fährt (was er auch immernoch vor hat, trotz Info des Kollegen). Ich war schockiert obwohl es definitiv nicht das erste mal war dass er ziemlich rücksichtslos nur an seine Wünsche denkt. Und doch fehlten mir die Worte.. Das so gar kein Verständnis da ist für die Situation mit meinem Vater sondern nur gesehen wird was er will und dann noch Vorwürfe kommen, ist für mich irgendwie nicht nachvollziehbar.

Und es spielen immer mehr Dinge darein die mich daran Zweifeln lassen, dass wir die Richtigen füreinander sind. Ich erwarte ja gar nicht dass jemand den gleichen Grad an Empathie und Rücksicht aufweist, doch in solchen Situationen egoistisch zu denken und jemanden da noch für anzugreifen der da anders ist, ist für mich wirklich heftig.  Das sind jetzt 2 Beispiele, von denen es noch so viele mehr gibt. Es versucht nichtmal sich über mögliche Konsequenzen gedanken zu machen, zu überlegen wie sich jemand anderes mit etwas fühlen könnte oder Verständnis für andere Menschen zu haben. Die Vorstellung mein Leben lang mit einem Mann zu verbringen dem es im Grunde egal ist was ich fühle oder wie es mir geht und noch schlimmer, den es nicht mal zu interessieren scheint wie es einem Kind geht, macht mir Bauschschmerzen. Die Vorstellung irgendwann eventuell gemeinsam ein Kind zu haben, dem er so rücksichtslos entgegen treten könnte, und dass sich genauso nicht gesehen uns verstanden fühlen könnte, zieht so eine Mauer bei mir hoch die langsam nicht mehr zu überbrücken ist.

Ich weiß nicht was ich tun soll - oder vielleicht weiß ich es insgeheim ja doch, wills nur noch nicht wahr haben - aber ich frag mich wirklich ob diese unterschiedlichen Mentalitäten und Vorstellungen von Mensch sein und miteinander leben irgendwie harmonieren können, denn im Moment tun sie es keinesfalls und ich habe auch nicht das Gefühl, dass er irgendwie mit mir daran arbeiten möchte dass wir uns da an einem Punkt treffen, mit dem beide Leben können.. Manchmal glaube ich dass wir an unterschiedlichen Punkten im Leben stehen und unterschiedliche Dinge wollen. Und je mehr Tage vergehen, desto mehr zweifle ich an dieser Beziehung, dem Mann der mir da eigentlich gegenüber steht und irgendwie auch an mir.  Erwarte ich zu viel? Bin ich falsch? Gibt es diese Art von Menschlichkeit und Partnerschaft nicht, die ich mir erhoffe?

Gibt es hier jemanden der ähnliche Erfahrungen gemacht hat? Jemanden, der auch in einer Beziehung war oder ist in der das Wesen so unterschiedlich ist?

Vielen Dank an alle die das gelesen haben und an alle die mir hierauf antworten.

Liebe Grüße,

mein verzweifeltes Ich.

Mehr lesen

10. Dezember 2020 um 19:28

Hallo, ich bin zwar nicht in einer Beziehung mit so jemandem, aber ich bin die Tochter eines solchen Mannes.
Und glaube mir, es ist einfach schrecklich. Er nimmt absolut keine Rücksicht, motzt herum, wenn man ihn darauf hinweist und meint, er macht ja nieee Fehler. Als ich mal krank war, hustete und mich übergab, hatte er sofort schlechte Laune und wollte, dass ich damit aufhöre. Aber, wenn er es hatte, war es ja ok . Und, da ich nun einen festen Freund habe und in dem Alter bin öfters weg zu sein, hatte ich nicht mehr so viel mit meiner Mutter gemacht. Ich hatte mir dann einen Tag ausgesucht, an dem wir endlich - nach MONATEN - wieder zusammen shoppen gingen. Als ich zuhause ankam, war mein Vater angepisst, weil ich in dieser Zeit ja im Gärten hätte arbeiten können, was ich alle paar Wochen mache. Ich fand das einfach nur frech. Er ist sowieso angepisst, wenn ich mit meiner Mutter mal länger spreche als gedacht oder etwas mit ihr unternehme. Ebenso fällt die Familie langsam zusammen, weil jeder von uns nur noch von ihm fertig gemacht hat wird und wir den Kontakt bald abbrechen .
Ich wäre froh gewesen, hätte meine Mutter ihn in den Wind geschossen, aber sie bleibt bei ihm, weil sie ihn ja so liebt. Aber dennoch ist das einfach ziemlich... unangenehm mit meinem Vater.

Also, schieß den bitte in den Wind! Der wird sich nicht ändern, was du ja schon gesehen hast. Deswegen such dir bitte jemand, der mehr zu dir passt.

LG

1 LikesGefällt mir

10. Dezember 2020 um 20:38

Hallo, 

ich erkenne Parallelen zu meinem Ex-Freund. 

Und kann dir sagen: Das wird nicht besser. Er wird sich nicht ändern. Du wirst dich vielleicht erstmal damit zufrieden geben, und irgendwann glauben dass es okay wäre, das ist es aber nicht. 

Du hast recht, niemand kann dir die Entscheidung abnehmen. Aber wenn du nach dieser Zeit schon zweifelst (zu recht m.M. nach) sollte einem das schon zu denken geben. 

Und solltest du für dich tief drinnen wissen, dass du mit diesen Voraussetzungen nicht dein Leben mit ihm teilen willst, dann bitte folge deinem Bauchgefühl. 

Ich glaube, unbekannterweise, dass du eine starke Frau bist, und dich auch und vor allem deshalb nicht auf solche halben Sachen einlassen solltest, mit jemandem, der weder deine Familie noch dich so behandelt, wie es angemessen wäre. 

Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute auf deinem Weg und bin mir sicher, dass du die für dich richtige Entscheidung treffen wirst. 

Lg

1 LikesGefällt mir

10. Dezember 2020 um 20:59

Was ich mich beim Lesen die ganze Zeit fragte: in welche seiner tollen Eigenschaften hast du dich eigentlich verliebt?! Ich meine, was hat dich angezogen? Ich habe viele Texte gelesen, in denen eine Ehefrau nach 15 Jahren so über ihren Mann schreibt, aber doch nicht nach einem dreiviertel Jahr!
Falls dir keine schlüssige Antwort einfällt, solltest du den Kerl nicht nur in den Wind, sondern auf den Mond schießen 

2 LikesGefällt mir

10. Dezember 2020 um 21:04

@monasmama

Das hat dieser Schlag Menschen wohl so an sich, dass die anfangs einen auf sehr sehr charmant machen können. Wenn es die TE nach einem dreiviertel Jahr schon durchblickt, umso besser... wie du schreibst bleiben die meisten da viel viel länger in solchen Beziehungen, weil naja.... er wird sich schon noch ändern. 
 

1 LikesGefällt mir

10. Dezember 2020 um 21:38
In Antwort auf

Hallo ihr Lieben,

mir ist bewusst dass niemand von euch mir irgendeine Entscheidung abnehmen kann und doch hoffe ich einfach auf ein paar Meinungen und vielleicht Erfahrungsberichte von Menschen die eventuell eine gleiche oder ähnliche Situation erlebt haben.
Ich verzweifle langsam und brauch mal jemand der da neutral raufblickt. Der Text könnte etwas länger werden. Ich versuche nur die für mich heftigsten Momente aufzuführen um es kürzer zu fassen...

Ich bin seit einem 3/4 Jahr mit einem Mann zusammen, wir wohnen getrennt, aber in der gleichen Stadt. Außerdem habe ich eine Tochter im Teenager -Alter.

Mein Partner kommt genau wie ich aus einer kaputten Familie, doch jeder von uns scheint damit anders umzugehen. Während ich mir genau aus dem Grund eine intakte Familie wünsche - Empathie, Halt, Sicherheit, Geborgenheit, Verständnis, Liebe, Vertrauen, Loyalität und Respekt - lebt er sein Leben des öfteren in Egoismus und ist sich selbst der Erste, obwohl er selbst sagt, er wünsche sich genau diese Dinge die ich eben beschrieb. Ich bin ein emotionaler Mensch und mir ist Mitgefühl und Rücksicht ziemlich wichtig , genauso wie Kommunikation,während es ihm irgendwie egal zu sein scheint wie es anderen Menschen geht, zumindest kommt es bei mir so an, und mehr darauf bedacht ist immer den einfachen und besten Weg für sich selbst zu gehen.

Tatsächlich ist es so, dass ich mich in dieser Beziehung nicht gesehen fühle. Emotional verdurste. Er stellte eigentlich nie Fragen, hing ständig am Handy und war auch so irgendwie wenn überhaupt nur für oberflächlichen Smalltalk da. Ich sprach das Thema an, weil mir einfach das gewisse Etwas fehlte. Ich hatte nicht das Gefühl dass er sich für mich als Mensch interessiert, sondern es nur darum ging jemand an der Seite zu haben. Irgendwann fing es an besser zu werden, er legte das Handy auch mal beiseite und stellte Fragen. Interessierte sich, zumindest mehr. Und doch tauchten immer mehr Dinge auf die unsere Unterschiede zeigten und mich mittlerweile sehr zweifeln lassen. Wenn es Probleme gab, versuchte ich das zu klären, zu besprechen, aus der Welt zu schaffen. Er jedoch schwieg, gern mal mehrere Tage und tat danach so als wäre nie was gewesen. Die Probleme blieben also, und wurden lediglich von ihm unter den Tisch gekehrt. Irgendwann  wurde von seiner Seite aus gelogen um Stress zu vermeiden und noch einige anderen Situationen die einfach das Vertrauen stark ankratzen. Egal worum es geht, es wird meist so gehandelt, dass er da gut bei raus kommt. Nach einem Streit verschwand er auch gern mal ne Woche in seine Wohnung, ohne dass geredet wurde vorher. Auch hier wurde wieder nichts geklärt. Diese Ignoranz und fehlende Bereitschaft zur Problemlösung belastet mich wirklich sehr. Kurzzeitig trat dann immer Besserung ein nachdem ich klare Ansagen gemacht hab und quasi schon kurz vorm gehen war, doch am Ende wirds immer wie davor. Er nimmt irgendwie auch so gar nicht Rücksicht auf andere Menschen und deren Gefühle.

Letzte Woche war meine Tochter krank zu Hause und er beschwerte sich darüber dass sie an einem Tag nichts im Haushalt (Ihre und meine Wohnung) getan hat und betitelte sie quasi als faul, obwohl sie das definitiv nicht ist und sehr oft sehr viel zu Hause macht. Ich wurde daraufhin so sauer, dass er meine Tochter zu unrecht angriff, und erinnerte ihn daran wie sehr er sich derzeit gehen lässt und faul nächte durchzockt und das eigentlich jeder normale kranke Mensch den halben Tag pennt und den anderen halben tag am Fernseher oder Handy hängt, meistens. Er auch. Und dass dieses jJahr für die Maus schon schwer genug ist, immerhin war sie gute 5 Monate nicht in der Schule durch Corona, Geburtstagsparty fiel aus, Klassenfahrt wurde gestrichen, Wandertage gabs keine, keine Urlaube, keine Vereine, nicht wirklich soziale Kontakte und ihr Vater kümmert sich auch nur wie er grad bock hat. Seine Antwort war dass er bei sich zu Hause tun könne was er will, auf das anderen ging er gar nicht erst ein. Es ist also ok wenn er gesund ist und faul, aber nicht in Ordnung in seinen Augen wenn meine Tochter krank ist und einen Tag nichts macht. Das rechtfertigte er später damit dass er einen schlechten Tag gehabt hätte und doch fiel ein paar Tage später wieder der gleiche Satz und der, dass mein Kind ja irgendwas auf dem Handy geschaut hat und lachte, demnach also nicht so krank sein könne. Da ist mir tatsächlich der A*** geplatzt und ich bat ihn nach Hause zu gehen. Normalerweise sahen wir uns fast täglich, doch seit dem gar nicht mehr.

Als ob diese Aktion nicht schon schlimm genug war - für mich ist sie es zumindest - kam jetzt dazu dass die Frau seines Arbeitskollege positiv auf Corona getestet wurde und der Test des Kollegen nun noch aussteht. Ich bat meinen Partner also weiterhin weg zu bleiben, weil ich meinen Vater die nächsten Tage aus dem Krankenhaus hole, der ein Loch in der Lunge hat , dieses Jahr bereits zum 5ten mal im Krankenhaus ist und demnach als absoluter Risikopatient gilt. Ich wollte also nicht das Risiko eingehen ihn anzustecken in dem mein Partner und ich uns jetzt sehen, solange es noch kein negatives Testergebnis gibt. Mein Partner reagierte darauf mit dem Vorwurf, dass er auch bei uns blieb als mein Kind in Quarantäne musste weil ein Klassenkamerad positiv getestet wurde '(war seine freie Entscheidung), und das es nicht sein kann dass ich ihn deswegen jetzt nicht sehen möchte, denn immerhin will er mich sehen bevor er übers We zu Freunden ans Meer fährt (was er auch immernoch vor hat, trotz Info des Kollegen). Ich war schockiert obwohl es definitiv nicht das erste mal war dass er ziemlich rücksichtslos nur an seine Wünsche denkt. Und doch fehlten mir die Worte.. Das so gar kein Verständnis da ist für die Situation mit meinem Vater sondern nur gesehen wird was er will und dann noch Vorwürfe kommen, ist für mich irgendwie nicht nachvollziehbar.

Und es spielen immer mehr Dinge darein die mich daran Zweifeln lassen, dass wir die Richtigen füreinander sind. Ich erwarte ja gar nicht dass jemand den gleichen Grad an Empathie und Rücksicht aufweist, doch in solchen Situationen egoistisch zu denken und jemanden da noch für anzugreifen der da anders ist, ist für mich wirklich heftig.  Das sind jetzt 2 Beispiele, von denen es noch so viele mehr gibt. Es versucht nichtmal sich über mögliche Konsequenzen gedanken zu machen, zu überlegen wie sich jemand anderes mit etwas fühlen könnte oder Verständnis für andere Menschen zu haben. Die Vorstellung mein Leben lang mit einem Mann zu verbringen dem es im Grunde egal ist was ich fühle oder wie es mir geht und noch schlimmer, den es nicht mal zu interessieren scheint wie es einem Kind geht, macht mir Bauschschmerzen. Die Vorstellung irgendwann eventuell gemeinsam ein Kind zu haben, dem er so rücksichtslos entgegen treten könnte, und dass sich genauso nicht gesehen uns verstanden fühlen könnte, zieht so eine Mauer bei mir hoch die langsam nicht mehr zu überbrücken ist.

Ich weiß nicht was ich tun soll - oder vielleicht weiß ich es insgeheim ja doch, wills nur noch nicht wahr haben - aber ich frag mich wirklich ob diese unterschiedlichen Mentalitäten und Vorstellungen von Mensch sein und miteinander leben irgendwie harmonieren können, denn im Moment tun sie es keinesfalls und ich habe auch nicht das Gefühl, dass er irgendwie mit mir daran arbeiten möchte dass wir uns da an einem Punkt treffen, mit dem beide Leben können.. Manchmal glaube ich dass wir an unterschiedlichen Punkten im Leben stehen und unterschiedliche Dinge wollen. Und je mehr Tage vergehen, desto mehr zweifle ich an dieser Beziehung, dem Mann der mir da eigentlich gegenüber steht und irgendwie auch an mir.  Erwarte ich zu viel? Bin ich falsch? Gibt es diese Art von Menschlichkeit und Partnerschaft nicht, die ich mir erhoffe?

Gibt es hier jemanden der ähnliche Erfahrungen gemacht hat? Jemanden, der auch in einer Beziehung war oder ist in der das Wesen so unterschiedlich ist?

Vielen Dank an alle die das gelesen haben und an alle die mir hierauf antworten.

Liebe Grüße,

mein verzweifeltes Ich.

Hey Mäuschen, das ist wirklich krass. Denke, er hat eine Narzistische Persönlichkeitsstörung. Glaube mir, das wird nicht anders. Weißt du, warum seine vorherigen Beziehungen gescheitert sind? Ich rate dir: Hör auf Dein Herz. Im Grunde weißt du  was zu tun ist

Gefällt mir

10. Dezember 2020 um 23:41
In Antwort auf

Hey Mäuschen, das ist wirklich krass. Denke, er hat eine Narzistische Persönlichkeitsstörung. Glaube mir, das wird nicht anders. Weißt du, warum seine vorherigen Beziehungen gescheitert sind? Ich rate dir: Hör auf Dein Herz. Im Grunde weißt du  was zu tun ist

Darf ich ausnahmsweise mal widersprechen?

Er hat eindeutig eine idiotische Persönlichkeitsstörung.

Es ist idiotisch, zu glauben, daß man selbst der wichtigste Mensch ist und alle anderen sind es nicht.

Es ist ebenfalls idiotisch, sein Ego aufzupolieren, indem man andere niedermacht.

Ganz idiotisch ist aber jemand,  der andere Menschen dazu bringen will, ihn zu mögen, aber alles dafür tut, deren Gefühle und Empfindungen zurückzustoßen.

In allem anderen gebe ich dir, newyorkgirl, recht.

Pi
(der wissen will, ob das Forumprogramm auf das Wort idiotisch  idiotischerweise anspringt... )

 

2 LikesGefällt mir

10. Dezember 2020 um 23:46
In Antwort auf

Darf ich ausnahmsweise mal widersprechen?

Er hat eindeutig eine idiotische Persönlichkeitsstörung.

Es ist idiotisch, zu glauben, daß man selbst der wichtigste Mensch ist und alle anderen sind es nicht.

Es ist ebenfalls idiotisch, sein Ego aufzupolieren, indem man andere niedermacht.

Ganz idiotisch ist aber jemand,  der andere Menschen dazu bringen will, ihn zu mögen, aber alles dafür tut, deren Gefühle und Empfindungen zurückzustoßen.

In allem anderen gebe ich dir, newyorkgirl, recht.

Pi
(der wissen will, ob das Forumprogramm auf das Wort idiotisch  idiotischerweise anspringt... )

 

Ahhh, nein, es ging durch!

Dann, liebe Nayla, schieß den Kerl in den Wind und auf den Mond und sei ganz beruhigt: es gibt massenweise gute (andere) Männer, mit denen du glücklich werden kannst!

1 LikesGefällt mir

11. Dezember 2020 um 13:40

Liebe Nayhla,

ich rate dir dringend, diese Beziehung zu beenden! Nach deinen Beschreibungen denkt dieser Mann in erster Linie nur an sich. Priorität Nummer 1 sind seine Bedürfnisse. Er erlaubt sich sogar, deine Tochter anzugreifen! Dies solltest du auf keinen Fall zulassen. Sie ist auf deinen Schutz angewiesen.

Du wünschst dir Empathie, Halt, Sicherheit, Geborgenheit, Verständnis, Liebe, Vertrauen, Loyalität und Respekt. So wie er auch. Allerdings ist er nicht in der Lage, dies auch zu geben. Das zeigt er ganz deutlich. Wenn du dieses Verhalten einforderst, wird es ignoriert.

Leider kenne ich diesen Typ Mann, da mein Vater ganz genauso ist. Meine Mutter hatte sich zum Glück von ihm scheiden lassen, als ich 12 Jahre alt war. Er ist dann nahtlos zu der Frau gezogen, mit der er meine Mutter betrogen hatte. Seine neue Partnerin und ihre zwei Kinder haben ab diesem Zeitpunkt unter ihm gelitten. Er hatte sofort das Zepter übernommen und alles musste nach seiner Pfeife tanzen. Er hat die Kinder rumkommandiert, vorgeschrieben, wie oft und wie lange die Kinder im Haushalt mithelfen muss. Als die Tochter später in die Lehre ging, wurde ihr Lehrgeld von ihm einbehalten, der Sohn wurde sogar von meinem Vater körperlich bedroht, weil er nicht so wollte wie mein Vater. Dies hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert. Die Liste ist endlos. Mein Bruder und ich (also seine leiblichen Kinder) haben das, wenn wir einmal im Jahr zu Besuch waren, mit ansehen müssen und wir haben uns für unseren Vater geschämt! Ich habe ganz offen gesagt, dass ich froh bin, diesen Mann nicht mehr zu Hause ertragen zu müssen, dass ich nicht mehr mit ihm klar käme. Zu dem Zeitpunkt war ich 18. Als ich Mitte 20 und mein Bruder Anfang 20 waren, haben wir den Kontakt mit unserem Vater endgültig abgebrochen. Das war die beste Entscheidung unseres Lebens, denn wir waren im Prinzip immer nur für ihn da, er nicht für uns. Er hat immer nur sich gesehen und alle anderen hatten darunter zu leiden.

Wenn dein Partner jetzt schon, nach einem 3/4 Jahr solche Verhaltensweisen zeigt, wird dies nicht besser, sondern immer schlimmer. Davon solltest du ausgehen. Bitte sieh das ganz klar und mach dir in diesem Punkt nichts vor!

Solch ein Mensch kann immer nur nehmen und nichts geben. Dies entzieht allen anderen langsam aber sicher Energie. Irgendwann fühlt man sich einfach nur noch leer und ausgenutzt.

Dies klingt jetzt vielleicht alles sehr dramatisch, das ist mir bewusst. Aber leider ist es oft auch so.

Ich kann dir nur raten, dich so schnell wie möglich zu trennen und dir einen Partner zu suchen, der dich unterstützt und liebt und deiner Tochter eine liebevolle männliche Bezugsperson/Vorbild ist, zu dem sie auch eine gute und vertrauensvolle Beziehung aufbauen kann. Dieses Glück hatte ich leider nicht und das hat mir sehr lange Zeit gefehlt.

Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute.

3 LikesGefällt mir

15. Dezember 2020 um 17:43

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für eure lieben Nachrichten.

Tatsächlich habe ich mich in der Zwischenzeit bereits von ihm getrennt, bevor ich eure tollen Nachrichten hier gelesen habe, denn das Schreiben des Textes hat mir mal nochmals deutlich vor Augen geführt dass ich meine Antwort schon kenne und auch demnach handeln sollte. Also hab ich es quasi nach dem abschicken ziemlich zeitnah beendet und fühle mich tatsächlich seit dem ziemlich "befreit", obwohl es natürlich wehtut das erwas nicht funktioniert hat.

Ihr habt recht, ein solchen Verhalten ist idiotisch und grauenhaft und führt in vielen Beziehungen zu toxischen Verhaltensweisen und ich bin froh dass ich die Reißleine gezogen habe bevor es so weit kommen konnte, obwohl es jetzt eigentlich schon viel zu spät war, wenn man rückblickend betrachtet mal darauf schaut.

Es tut mir tatsächlich sehr leid für die unter euch die das Jahre oder Jahrzente lang mit Ehepartnern durchmachten oder noch schlimmer, solche Menschen als Vater haben. Eure Worte und Schilderungen haben mir nochmal sehr geholfen meine bereits getroffene Entscheidung nochmal zu verstärken. Zurückgegangen wäre ich sowieso nicht, denn ja, meine Tochter braucht meinen Schutz und nicht so einen "Stiefvater", aber mitzubekommen dass ich nicht komplett bescheuert bin, ist doch irgendwie erleichtern. Manchmal zweifelt man ja doch kurz an sich und fragt sich ob man irgendwie zu hohe Erwartungen oder falsche Vorstellungen hat.

Um die Frage zu beantworten was einen an so einem Menschen anzieht anfangs, kann ich goldensun7 nur zustimmen. Er hatte eine so charmante Art an sich, ein ganz anderes Verhalten, das mich geblendet hat. Rücklblicken betrachtet gab es Hinweise, mit dem heutigen Wissen, aber die waren am Anfang nicht sichtbar. Und doch werd ich meine Singlezeit nun für ein bisschen Schattenarbeit nutzen um zu schauen wie ich dafür sorgen kann dass ich diese Anzeichen zukünftig gleich erkenne und das nicht so lange laufen lasse.

Ich finde es generell ziemlich schwierig sowas erkennen zu können und sich nicht blenden zu lassen. habt ihr da Tipps? Es muss doch möglich sein solche Typen (oder auch Frauen) schon recht zeitig zu erkennen.

Nochmals vielen Dank für die ganzen Nachrichten, das jetzt im Nachhinein nochmal zu lesen war wirklich eine Unterstützung.

Liebe Grüße

Gefällt mir

15. Dezember 2020 um 18:39
In Antwort auf

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für eure lieben Nachrichten.

Tatsächlich habe ich mich in der Zwischenzeit bereits von ihm getrennt, bevor ich eure tollen Nachrichten hier gelesen habe, denn das Schreiben des Textes hat mir mal nochmals deutlich vor Augen geführt dass ich meine Antwort schon kenne und auch demnach handeln sollte. Also hab ich es quasi nach dem abschicken ziemlich zeitnah beendet und fühle mich tatsächlich seit dem ziemlich "befreit", obwohl es natürlich wehtut das erwas nicht funktioniert hat.

Ihr habt recht, ein solchen Verhalten ist idiotisch und grauenhaft und führt in vielen Beziehungen zu toxischen Verhaltensweisen und ich bin froh dass ich die Reißleine gezogen habe bevor es so weit kommen konnte, obwohl es jetzt eigentlich schon viel zu spät war, wenn man rückblickend betrachtet mal darauf schaut.

Es tut mir tatsächlich sehr leid für die unter euch die das Jahre oder Jahrzente lang mit Ehepartnern durchmachten oder noch schlimmer, solche Menschen als Vater haben. Eure Worte und Schilderungen haben mir nochmal sehr geholfen meine bereits getroffene Entscheidung nochmal zu verstärken. Zurückgegangen wäre ich sowieso nicht, denn ja, meine Tochter braucht meinen Schutz und nicht so einen "Stiefvater", aber mitzubekommen dass ich nicht komplett bescheuert bin, ist doch irgendwie erleichtern. Manchmal zweifelt man ja doch kurz an sich und fragt sich ob man irgendwie zu hohe Erwartungen oder falsche Vorstellungen hat.

Um die Frage zu beantworten was einen an so einem Menschen anzieht anfangs, kann ich goldensun7 nur zustimmen. Er hatte eine so charmante Art an sich, ein ganz anderes Verhalten, das mich geblendet hat. Rücklblicken betrachtet gab es Hinweise, mit dem heutigen Wissen, aber die waren am Anfang nicht sichtbar. Und doch werd ich meine Singlezeit nun für ein bisschen Schattenarbeit nutzen um zu schauen wie ich dafür sorgen kann dass ich diese Anzeichen zukünftig gleich erkenne und das nicht so lange laufen lasse.

Ich finde es generell ziemlich schwierig sowas erkennen zu können und sich nicht blenden zu lassen. habt ihr da Tipps? Es muss doch möglich sein solche Typen (oder auch Frauen) schon recht zeitig zu erkennen.

Nochmals vielen Dank für die ganzen Nachrichten, das jetzt im Nachhinein nochmal zu lesen war wirklich eine Unterstützung.

Liebe Grüße

Liebe nayhla, 

ich darf dich zu deiner Entscheidung beglückwünschen und dich darin bestärken. Es war die richtige Entscheidung. Klar tuts erstmal weh, wenn etwas zu Ende geht, aber ich glaube, du wärst mit ihm nicht glücklich geworden. 

Ebenfalls ideal, dass du sagst, du möchtest dir das ganze Thema anschauen, auch das denke ich, kann für die Zukunft nur hilfreich sein und eben vielleicht auch gerade jetzt in der Zeit bzw. deiner aktuellen Situation. 

Ich finde, du hast das eh gut gemacht, dass du reflektiert hast und quasi schon nach relativ kurzer Zeit verstanden, was da abläuft. Die Show, die diese Leute abziehen, ist oftmals noch wesentlich länger, und wenn man da nicht ganz bei sich ist kanns passieren, dass man in solchen Beziehungen länger verbleibt (und entsprechend immer wieder und mehr verletzt wird). Ist dann auch eine eigene Lernaufgabe. 

Und da haben wir schon den ersten Tipp fürs Vermeiden beim nächsten Mal:
Bleib einfach voll bei dir. Alles, was komisch ist, was kein gutes Gefühl macht, wo du vielleicht denkst "Geht's noch", all das sollte Hinweis und Warnung sein, mal genauer hinzuschauen. 

Damit meine ich nicht die normalen Reibereien und Kompromisse die in Beziehungen notwendig sind. Ich glaube du verstehst mich, dass es da um zwei grundsätzlich unterschiedliche Sachen geht. 

Dann ist es gerade in der Kennenlernphase und generell ein guter Tipp, den ich selbst erhalten habe, sich vor Menschen in acht zu nehmen, die "zu" sind. Also "zu viel". Zu nett, zu schnell mit dem Formulieren von Zukunftsvorstellungen, zu vereinnahmend, zu sehr auf sich selbst bedacht (Liste bitte nach Bedarf fortführen). Bei "Zu" ist immer aufzupassen. 

Und natürlich all das mitnehmen, was dich diese deine Geschichte gelernt hat - dabei muss man nur deinen Beitrag nochmal durchgehen: 

- Egoismus, sich selbst an erste Stelle setzen
- Kein Interesse für das Befinden anderer bzw. keine Rücksichtnahme
- Hunger nach Macht, dass sich alle und alles nach ihm bzw. seinen Bedürfnissen richten müsste (oft auch zeitlich)
- Überhöhte Erwartungen an andere, ohne selbst irgendetwas zu machen oder selbst diesen Erwartungen an die Anderen gerecht werden zu können oder wollen.
- Anderen die Schuld zuschieben
- Lügen oder manipulieren bzw. die Wahrheit so verdrehen, wie sie dienlich ist (solche Menschen sind dann oftmals auch selbst davon überzeugt)
- Und ein ganz wichtiger Punkt: Probleme nicht lösen können. Das nicht-Ansprechen, das Weglaufen, das keine Lösungen finden wollen, das absolute Vermeiden des Austragens von Konflikten (die sich immer mal wieder ergeben können, wo dann aber nach dem Streit eine gemeinsame Lösungsfindung mit Versöhnung und je nach Situation Entschuldigung stehen sollte). Auch das absolute Vermeiden von Entschuldigungen gehört dazu. Ich wette, eine solche hast du in dieser Zeit nie gehört. 

Das sind schon mal einige Sachen, bei denen man hellhörig werden sollte. 

Ohne jetzt etwas unterstellen zu wollen, da in einer der Antworten die narzisstische Persönlichkeitsstörung genannt wurde: Die oben genannten Faktoren können durchaus bei narzisstischen Tendenzen zum Tragen kommen (muss ja nicht gleich eine Persönlichkeitsstörung sein, das könnten sowieso nur Fachleute direkt bestätigen). Aber, falls du dich in diese Richtung interessieren willst, kann ich dir das Buch "Die Masken der Niedertracht" von Marie-France Hirigoyen ans Herz legen. Es kann allerdings auch sein, dass das zu weit gegriffen wäre. 

Von daher... aufarbeiten, abschließen und ich bin mir sicher, dann kommt eine Person in dein Leben, die deine Werte und das was du dir wünschst - Empathie, Halt, Sicherheit, Geborgenheit, Verständnis, Liebe, Vertrauen, Loyalität und Respekt - teilt. 

Ich wünsch dir alles Gute auf deinem Weg! 

Lg

Goldensun7

 

Gefällt mir

15. Dezember 2020 um 19:59

Sehr gute Tipps, goldensun 
Ich würde jemanden auch in Aktion mit anderen Menschen beobachten. Wenn er zu mir wesentlich netter ist als zum Rest, weiß ich auch schon, was irgendwann auf mich zukommt.

2 LikesGefällt mir

15. Dezember 2020 um 20:55
In Antwort auf

Hallo ihr Lieben,

mir ist bewusst dass niemand von euch mir irgendeine Entscheidung abnehmen kann und doch hoffe ich einfach auf ein paar Meinungen und vielleicht Erfahrungsberichte von Menschen die eventuell eine gleiche oder ähnliche Situation erlebt haben.
Ich verzweifle langsam und brauch mal jemand der da neutral raufblickt. Der Text könnte etwas länger werden. Ich versuche nur die für mich heftigsten Momente aufzuführen um es kürzer zu fassen...

Ich bin seit einem 3/4 Jahr mit einem Mann zusammen, wir wohnen getrennt, aber in der gleichen Stadt. Außerdem habe ich eine Tochter im Teenager -Alter.

Mein Partner kommt genau wie ich aus einer kaputten Familie, doch jeder von uns scheint damit anders umzugehen. Während ich mir genau aus dem Grund eine intakte Familie wünsche - Empathie, Halt, Sicherheit, Geborgenheit, Verständnis, Liebe, Vertrauen, Loyalität und Respekt - lebt er sein Leben des öfteren in Egoismus und ist sich selbst der Erste, obwohl er selbst sagt, er wünsche sich genau diese Dinge die ich eben beschrieb. Ich bin ein emotionaler Mensch und mir ist Mitgefühl und Rücksicht ziemlich wichtig , genauso wie Kommunikation,während es ihm irgendwie egal zu sein scheint wie es anderen Menschen geht, zumindest kommt es bei mir so an, und mehr darauf bedacht ist immer den einfachen und besten Weg für sich selbst zu gehen.

Tatsächlich ist es so, dass ich mich in dieser Beziehung nicht gesehen fühle. Emotional verdurste. Er stellte eigentlich nie Fragen, hing ständig am Handy und war auch so irgendwie wenn überhaupt nur für oberflächlichen Smalltalk da. Ich sprach das Thema an, weil mir einfach das gewisse Etwas fehlte. Ich hatte nicht das Gefühl dass er sich für mich als Mensch interessiert, sondern es nur darum ging jemand an der Seite zu haben. Irgendwann fing es an besser zu werden, er legte das Handy auch mal beiseite und stellte Fragen. Interessierte sich, zumindest mehr. Und doch tauchten immer mehr Dinge auf die unsere Unterschiede zeigten und mich mittlerweile sehr zweifeln lassen. Wenn es Probleme gab, versuchte ich das zu klären, zu besprechen, aus der Welt zu schaffen. Er jedoch schwieg, gern mal mehrere Tage und tat danach so als wäre nie was gewesen. Die Probleme blieben also, und wurden lediglich von ihm unter den Tisch gekehrt. Irgendwann  wurde von seiner Seite aus gelogen um Stress zu vermeiden und noch einige anderen Situationen die einfach das Vertrauen stark ankratzen. Egal worum es geht, es wird meist so gehandelt, dass er da gut bei raus kommt. Nach einem Streit verschwand er auch gern mal ne Woche in seine Wohnung, ohne dass geredet wurde vorher. Auch hier wurde wieder nichts geklärt. Diese Ignoranz und fehlende Bereitschaft zur Problemlösung belastet mich wirklich sehr. Kurzzeitig trat dann immer Besserung ein nachdem ich klare Ansagen gemacht hab und quasi schon kurz vorm gehen war, doch am Ende wirds immer wie davor. Er nimmt irgendwie auch so gar nicht Rücksicht auf andere Menschen und deren Gefühle.

Letzte Woche war meine Tochter krank zu Hause und er beschwerte sich darüber dass sie an einem Tag nichts im Haushalt (Ihre und meine Wohnung) getan hat und betitelte sie quasi als faul, obwohl sie das definitiv nicht ist und sehr oft sehr viel zu Hause macht. Ich wurde daraufhin so sauer, dass er meine Tochter zu unrecht angriff, und erinnerte ihn daran wie sehr er sich derzeit gehen lässt und faul nächte durchzockt und das eigentlich jeder normale kranke Mensch den halben Tag pennt und den anderen halben tag am Fernseher oder Handy hängt, meistens. Er auch. Und dass dieses jJahr für die Maus schon schwer genug ist, immerhin war sie gute 5 Monate nicht in der Schule durch Corona, Geburtstagsparty fiel aus, Klassenfahrt wurde gestrichen, Wandertage gabs keine, keine Urlaube, keine Vereine, nicht wirklich soziale Kontakte und ihr Vater kümmert sich auch nur wie er grad bock hat. Seine Antwort war dass er bei sich zu Hause tun könne was er will, auf das anderen ging er gar nicht erst ein. Es ist also ok wenn er gesund ist und faul, aber nicht in Ordnung in seinen Augen wenn meine Tochter krank ist und einen Tag nichts macht. Das rechtfertigte er später damit dass er einen schlechten Tag gehabt hätte und doch fiel ein paar Tage später wieder der gleiche Satz und der, dass mein Kind ja irgendwas auf dem Handy geschaut hat und lachte, demnach also nicht so krank sein könne. Da ist mir tatsächlich der A*** geplatzt und ich bat ihn nach Hause zu gehen. Normalerweise sahen wir uns fast täglich, doch seit dem gar nicht mehr.

Als ob diese Aktion nicht schon schlimm genug war - für mich ist sie es zumindest - kam jetzt dazu dass die Frau seines Arbeitskollege positiv auf Corona getestet wurde und der Test des Kollegen nun noch aussteht. Ich bat meinen Partner also weiterhin weg zu bleiben, weil ich meinen Vater die nächsten Tage aus dem Krankenhaus hole, der ein Loch in der Lunge hat , dieses Jahr bereits zum 5ten mal im Krankenhaus ist und demnach als absoluter Risikopatient gilt. Ich wollte also nicht das Risiko eingehen ihn anzustecken in dem mein Partner und ich uns jetzt sehen, solange es noch kein negatives Testergebnis gibt. Mein Partner reagierte darauf mit dem Vorwurf, dass er auch bei uns blieb als mein Kind in Quarantäne musste weil ein Klassenkamerad positiv getestet wurde '(war seine freie Entscheidung), und das es nicht sein kann dass ich ihn deswegen jetzt nicht sehen möchte, denn immerhin will er mich sehen bevor er übers We zu Freunden ans Meer fährt (was er auch immernoch vor hat, trotz Info des Kollegen). Ich war schockiert obwohl es definitiv nicht das erste mal war dass er ziemlich rücksichtslos nur an seine Wünsche denkt. Und doch fehlten mir die Worte.. Das so gar kein Verständnis da ist für die Situation mit meinem Vater sondern nur gesehen wird was er will und dann noch Vorwürfe kommen, ist für mich irgendwie nicht nachvollziehbar.

Und es spielen immer mehr Dinge darein die mich daran Zweifeln lassen, dass wir die Richtigen füreinander sind. Ich erwarte ja gar nicht dass jemand den gleichen Grad an Empathie und Rücksicht aufweist, doch in solchen Situationen egoistisch zu denken und jemanden da noch für anzugreifen der da anders ist, ist für mich wirklich heftig.  Das sind jetzt 2 Beispiele, von denen es noch so viele mehr gibt. Es versucht nichtmal sich über mögliche Konsequenzen gedanken zu machen, zu überlegen wie sich jemand anderes mit etwas fühlen könnte oder Verständnis für andere Menschen zu haben. Die Vorstellung mein Leben lang mit einem Mann zu verbringen dem es im Grunde egal ist was ich fühle oder wie es mir geht und noch schlimmer, den es nicht mal zu interessieren scheint wie es einem Kind geht, macht mir Bauschschmerzen. Die Vorstellung irgendwann eventuell gemeinsam ein Kind zu haben, dem er so rücksichtslos entgegen treten könnte, und dass sich genauso nicht gesehen uns verstanden fühlen könnte, zieht so eine Mauer bei mir hoch die langsam nicht mehr zu überbrücken ist.

Ich weiß nicht was ich tun soll - oder vielleicht weiß ich es insgeheim ja doch, wills nur noch nicht wahr haben - aber ich frag mich wirklich ob diese unterschiedlichen Mentalitäten und Vorstellungen von Mensch sein und miteinander leben irgendwie harmonieren können, denn im Moment tun sie es keinesfalls und ich habe auch nicht das Gefühl, dass er irgendwie mit mir daran arbeiten möchte dass wir uns da an einem Punkt treffen, mit dem beide Leben können.. Manchmal glaube ich dass wir an unterschiedlichen Punkten im Leben stehen und unterschiedliche Dinge wollen. Und je mehr Tage vergehen, desto mehr zweifle ich an dieser Beziehung, dem Mann der mir da eigentlich gegenüber steht und irgendwie auch an mir.  Erwarte ich zu viel? Bin ich falsch? Gibt es diese Art von Menschlichkeit und Partnerschaft nicht, die ich mir erhoffe?

Gibt es hier jemanden der ähnliche Erfahrungen gemacht hat? Jemanden, der auch in einer Beziehung war oder ist in der das Wesen so unterschiedlich ist?

Vielen Dank an alle die das gelesen haben und an alle die mir hierauf antworten.

Liebe Grüße,

mein verzweifeltes Ich.

Ich fände das zu kompliziert und anstrengend mit all diesen Unterschieden. Ich verstehe auch nicht, wieso du dich auf diesen Mann so zu versteifen scheinst, obwohl du ja schon des längeren bemerkt hast, dass es einfach nicht klappt zwischen euch. 

Du wirfst ihm vor, dass er nur mit dir zusammen ist, damit er jemanden hat, aber eigentlich machst du genau dasselbe. Du weißt genau, dass es nicht funktioniert, dass du nicht glücklich bist mit diesem Mann, dennoch hältst du an der Beziehung fest. Warum?

Er ist, wie er ist, du bist, wie du bist. Ist beides in Ordnung, nur miteinander werdet ihr eben nicht glücklich. 

Gefällt mir

15. Dezember 2020 um 20:57
In Antwort auf

Darf ich ausnahmsweise mal widersprechen?

Er hat eindeutig eine idiotische Persönlichkeitsstörung.

Es ist idiotisch, zu glauben, daß man selbst der wichtigste Mensch ist und alle anderen sind es nicht.

Es ist ebenfalls idiotisch, sein Ego aufzupolieren, indem man andere niedermacht.

Ganz idiotisch ist aber jemand,  der andere Menschen dazu bringen will, ihn zu mögen, aber alles dafür tut, deren Gefühle und Empfindungen zurückzustoßen.

In allem anderen gebe ich dir, newyorkgirl, recht.

Pi
(der wissen will, ob das Forumprogramm auf das Wort idiotisch  idiotischerweise anspringt... )

 

Bis jetzt bist du noch zu lesen, also dürfte die Forensoftware "idiotisch" nicht als Stoppwort sehen.

Gefällt mir

15. Dezember 2020 um 21:01
In Antwort auf

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für eure lieben Nachrichten.

Tatsächlich habe ich mich in der Zwischenzeit bereits von ihm getrennt, bevor ich eure tollen Nachrichten hier gelesen habe, denn das Schreiben des Textes hat mir mal nochmals deutlich vor Augen geführt dass ich meine Antwort schon kenne und auch demnach handeln sollte. Also hab ich es quasi nach dem abschicken ziemlich zeitnah beendet und fühle mich tatsächlich seit dem ziemlich "befreit", obwohl es natürlich wehtut das erwas nicht funktioniert hat.

Ihr habt recht, ein solchen Verhalten ist idiotisch und grauenhaft und führt in vielen Beziehungen zu toxischen Verhaltensweisen und ich bin froh dass ich die Reißleine gezogen habe bevor es so weit kommen konnte, obwohl es jetzt eigentlich schon viel zu spät war, wenn man rückblickend betrachtet mal darauf schaut.

Es tut mir tatsächlich sehr leid für die unter euch die das Jahre oder Jahrzente lang mit Ehepartnern durchmachten oder noch schlimmer, solche Menschen als Vater haben. Eure Worte und Schilderungen haben mir nochmal sehr geholfen meine bereits getroffene Entscheidung nochmal zu verstärken. Zurückgegangen wäre ich sowieso nicht, denn ja, meine Tochter braucht meinen Schutz und nicht so einen "Stiefvater", aber mitzubekommen dass ich nicht komplett bescheuert bin, ist doch irgendwie erleichtern. Manchmal zweifelt man ja doch kurz an sich und fragt sich ob man irgendwie zu hohe Erwartungen oder falsche Vorstellungen hat.

Um die Frage zu beantworten was einen an so einem Menschen anzieht anfangs, kann ich goldensun7 nur zustimmen. Er hatte eine so charmante Art an sich, ein ganz anderes Verhalten, das mich geblendet hat. Rücklblicken betrachtet gab es Hinweise, mit dem heutigen Wissen, aber die waren am Anfang nicht sichtbar. Und doch werd ich meine Singlezeit nun für ein bisschen Schattenarbeit nutzen um zu schauen wie ich dafür sorgen kann dass ich diese Anzeichen zukünftig gleich erkenne und das nicht so lange laufen lasse.

Ich finde es generell ziemlich schwierig sowas erkennen zu können und sich nicht blenden zu lassen. habt ihr da Tipps? Es muss doch möglich sein solche Typen (oder auch Frauen) schon recht zeitig zu erkennen.

Nochmals vielen Dank für die ganzen Nachrichten, das jetzt im Nachhinein nochmal zu lesen war wirklich eine Unterstützung.

Liebe Grüße

Toll, dass du das gemacht hast! Ich finde dich übrigens sehr reflektiert und ehrlich zu dir selbst, eine großartige Eigenschaft. 

Ich bin mir nicht sicher, ob man es lernen kann, Menschen zu durchschauen. Manche Menschen können das einfach, ohne es groß trainieren zu müssen. Ich nehme an, es ist ein Talent so wie singen oder zeichnen können. 

Ich denke aber, dass die meisten Menschen einfach wieder lernen müssen, ihren Instinkten, ihrem Bauchgefühl zu vertrauen. Denn eigentlich hast du die Anzeichen ja gesehen, wie du schreibst. Du hast nur deinem Gefühl nicht getraut. Ich denke also, dass du das Talent möglicherweise sogar besitzt und es nur zulassen musst.

Gefällt mir

15. Dezember 2020 um 21:04
In Antwort auf

Liebe nayhla, 

ich darf dich zu deiner Entscheidung beglückwünschen und dich darin bestärken. Es war die richtige Entscheidung. Klar tuts erstmal weh, wenn etwas zu Ende geht, aber ich glaube, du wärst mit ihm nicht glücklich geworden. 

Ebenfalls ideal, dass du sagst, du möchtest dir das ganze Thema anschauen, auch das denke ich, kann für die Zukunft nur hilfreich sein und eben vielleicht auch gerade jetzt in der Zeit bzw. deiner aktuellen Situation. 

Ich finde, du hast das eh gut gemacht, dass du reflektiert hast und quasi schon nach relativ kurzer Zeit verstanden, was da abläuft. Die Show, die diese Leute abziehen, ist oftmals noch wesentlich länger, und wenn man da nicht ganz bei sich ist kanns passieren, dass man in solchen Beziehungen länger verbleibt (und entsprechend immer wieder und mehr verletzt wird). Ist dann auch eine eigene Lernaufgabe. 

Und da haben wir schon den ersten Tipp fürs Vermeiden beim nächsten Mal:
Bleib einfach voll bei dir. Alles, was komisch ist, was kein gutes Gefühl macht, wo du vielleicht denkst "Geht's noch", all das sollte Hinweis und Warnung sein, mal genauer hinzuschauen. 

Damit meine ich nicht die normalen Reibereien und Kompromisse die in Beziehungen notwendig sind. Ich glaube du verstehst mich, dass es da um zwei grundsätzlich unterschiedliche Sachen geht. 

Dann ist es gerade in der Kennenlernphase und generell ein guter Tipp, den ich selbst erhalten habe, sich vor Menschen in acht zu nehmen, die "zu" sind. Also "zu viel". Zu nett, zu schnell mit dem Formulieren von Zukunftsvorstellungen, zu vereinnahmend, zu sehr auf sich selbst bedacht (Liste bitte nach Bedarf fortführen). Bei "Zu" ist immer aufzupassen. 

Und natürlich all das mitnehmen, was dich diese deine Geschichte gelernt hat - dabei muss man nur deinen Beitrag nochmal durchgehen: 

- Egoismus, sich selbst an erste Stelle setzen
- Kein Interesse für das Befinden anderer bzw. keine Rücksichtnahme
- Hunger nach Macht, dass sich alle und alles nach ihm bzw. seinen Bedürfnissen richten müsste (oft auch zeitlich)
- Überhöhte Erwartungen an andere, ohne selbst irgendetwas zu machen oder selbst diesen Erwartungen an die Anderen gerecht werden zu können oder wollen.
- Anderen die Schuld zuschieben
- Lügen oder manipulieren bzw. die Wahrheit so verdrehen, wie sie dienlich ist (solche Menschen sind dann oftmals auch selbst davon überzeugt)
- Und ein ganz wichtiger Punkt: Probleme nicht lösen können. Das nicht-Ansprechen, das Weglaufen, das keine Lösungen finden wollen, das absolute Vermeiden des Austragens von Konflikten (die sich immer mal wieder ergeben können, wo dann aber nach dem Streit eine gemeinsame Lösungsfindung mit Versöhnung und je nach Situation Entschuldigung stehen sollte). Auch das absolute Vermeiden von Entschuldigungen gehört dazu. Ich wette, eine solche hast du in dieser Zeit nie gehört. 

Das sind schon mal einige Sachen, bei denen man hellhörig werden sollte. 

Ohne jetzt etwas unterstellen zu wollen, da in einer der Antworten die narzisstische Persönlichkeitsstörung genannt wurde: Die oben genannten Faktoren können durchaus bei narzisstischen Tendenzen zum Tragen kommen (muss ja nicht gleich eine Persönlichkeitsstörung sein, das könnten sowieso nur Fachleute direkt bestätigen). Aber, falls du dich in diese Richtung interessieren willst, kann ich dir das Buch "Die Masken der Niedertracht" von Marie-France Hirigoyen ans Herz legen. Es kann allerdings auch sein, dass das zu weit gegriffen wäre. 

Von daher... aufarbeiten, abschließen und ich bin mir sicher, dann kommt eine Person in dein Leben, die deine Werte und das was du dir wünschst - Empathie, Halt, Sicherheit, Geborgenheit, Verständnis, Liebe, Vertrauen, Loyalität und Respekt - teilt. 

Ich wünsch dir alles Gute auf deinem Weg! 

Lg

Goldensun7

 

Also "zu viel". Zu nett, zu schnell mit dem Formulieren von Zukunftsvorstellungen, zu vereinnahmend, zu sehr auf sich selbst bedacht (Liste bitte nach Bedarf fortführen). Bei "Zu" ist immer aufzupassen. 

Absolut wahr. Bei diesem zu viel klingeln bei mir normalerweise sofort alle Alarmglocken. Das ist nicht authentisch, nicht echt und das bemerkt man einfach.

Gefällt mir

15. Dezember 2020 um 21:05
In Antwort auf

Sehr gute Tipps, goldensun 
Ich würde jemanden auch in Aktion mit anderen Menschen beobachten. Wenn er zu mir wesentlich netter ist als zum Rest, weiß ich auch schon, was irgendwann auf mich zukommt.

Das fällt irgendwie auch unter dieses zu viel. In dem Fall zu nett zu dir im Vergleich zu anderen Menschen. 

Gefällt mir

16. Dezember 2020 um 8:45

Ihr habt recht, ich hatte Anzeichen, so ein Bauchgefühl, auf das ich nicht bzw zu spät gehört habe.Im Nachhinein ist mir das bewusst, in dem Moment hab ich es jedoch anscheinend einfach ignoriert.

Es ist also Zeit zu lernen meiner Intuition zu vertrauen statt irgendwelche "Wünschen" hinterher zu rennen und mich daran festzuklammern. Denn genau das war das hier, denke ich. Ich wünsche mir anzukommen, ein Kind, eine Familie. Anzukommen mit mir und auch mit einem Partner. Vielleicht war es auch die Angst zu "versagen", weil schon wieder eine Beziehung nicht funktioniert, oder die Angst keinen "passenden" Menschen zu finden, denn rückblickend betrachtet war ich bisher als Single immer glücklicher. Wahrscheinlich habe ich mich an einer Hoffnung festgeklammert, der Hoffnung, dass es klappen könnte, wenn man nur genug daran arbeitet. Aber allein funktioniert das ja sowieso nicht.

Tatsächlich landete ich des öfteren an diesen Energievampiren, was ja letztendlich nur bedeuten kann dass bei mir irgendwas ist, das ich mir mal genauer anschauen sollte. Ist es das nicht auf das Bauchgefühl hören? Die Angst niemand passendes zu finden? Angst allein zu sein? Was auch immer es ist, ich werde es angehen müssen, wenn ich nicht ständig in der gleichen Art von Beziehung landen möchte.

Ich danke euch für die Hilfe hierbei und die lieben Worte. Ich finde es tatsächlich wichtig selbst zu reflektieren. Man sagt ja dass man nicht ohne Grund einen bestimmten Typen anzieht. Hätte ich Zugang zu meinem Bauchgefühl, wäre es wahrscheinlich gar nicht erst eine Beziehung geworden. Oder ich hab wie eisbrecher sagt selbst das Problem bei jemandem zu sein nur um nicht dauerhaft allein sein zu müssen. Gut möglich.

Diese Tipps mit dem "zu viel" find ich super. Danke. Und auch darauf zu achten wie der Mensch mit anderen umgeht. Ich werd da in Zukunft mehr hinschauen, besser zuhören und vor allem mir selbst besser zuhören.

Habt ihr auch solche Ängste? Mit dem allein sein hab ich kein Problem, ich genieße das, und doch hab ich irgendwie die Befürchtung dass es dauerhaft sein könnte. Je länger ich SIngle bin desto eher merk ich immer, dass es mir allein gut geht. Stürz ich mich also in irgendwelche Beziehungen weil ich nicht möchte dass ich irgendwann ganz an dem Punkt ankomme an dem ich niemanden mehr möchte? Oder liegts nur daran das bisher einfach niemand kam der mich wirklich vom Hocker gehauen hat und mich wirklich tief berührt hat. Keine Ahnung. Fragen über Fragen.

Und die Menschen die auch das Problem hatten, vielleicht immer oder vorwiegend in Bezeihungen mit diesen "Energievampiren" zu landen oder sogar in toxischen Beziehungen, wie habt ihr dieses Muster durchbrochen? Und habt ihr danach einen anderen Typ Mann/Frau als Partner angezogen?

 

1 LikesGefällt mir

16. Dezember 2020 um 18:00

Hallo nayhla,

herzlichen Glückwunsch zu deinem Entschluss der Trennung. Du hast alles richtig gemacht, einfach nur weil du in dich gegangen bist (durch das Schreiben deiner Geschichte hier) und allein dadurch alles reflektiert hast, auch ohne unsere ganzen Antworten gelesen zu haben. Vielleicht hilft dir ja das Aufschreiben in Zukunft, wenn du dir nicht sicher bist, wie du eine Situation einschätzen sollst, ob dein Bauchgefühl stimmt. Zu diesem Instinkt eine gute Verbindung aufzubauen, braucht es (denke ich) einfach Übung. Je mehr Kontakte du hast, desto öfter musst du automatisch dein Gegenüber einschätzen. Manchmal weiß man einfach nicht genau, was mit dem anderen nicht stimmt, nur dass irgendetwas nicht stimmt.

goldensun und monasmama haben ja schon viele tolle Tipps gegeben, denen ich nur uneingeschränkt zustimmen kann. Ich würde noch hinzufügen, nicht zu sehr darauf zu bauen, was ein Mensch erzählt (von sich und allgemein), sondern viel mehr was dieser Mensch tut. Soll heißen, nur die Taten zählen! Alles andere ist Augenwischerei, andere belügen, sich selbst belügen, sich selbst besser darstellen als man ist, usw.

Versuche nicht, in der Kennenlernphase dem Gegenüber alles so angenehm wie möglich zu machen, nur damit er sich wohl fühlt. Sondern zeige ihm dein Leben so wie es wirklich ist. Wenn ein Mann eine Frau mit Kind/Kindern kennenlernt, muss ihm klar sein, dass diese Konstellation Kompromisse bedeutet, und zwar von beiden Seiten. Stelle ihn von Anfang an vor solche Situationen, an denen er Rücksicht nehmen muss, bei denen es nicht um ihn geht, sondern um dich (und dein Kind). Dann merkt man oft schon, ob derjenige diese Kompromisse gerne eingeht oder mit einem Murren.

Ich glaube, man muss ziemlich genau hinschauen und vor allem darauf achten, wie man sich fühlt, wenn er nicht da ist. Also zum Beispiel die Tage nach einem Date. Hat er dir Kraft gegeben oder fühlst du dich energielos, weil er dir diese Energie entzogen hat? Fragt er danach, wie es dir geht? Oder redet er meist nur von sich und wie sein Tag war?

Wenn jemand so sehr nach außen hin strahlt, so charmant ist, dann kostet ihn das auch sehr viel Kraft. Niemand ist so perfekt. Wir sind alle nur Menschen mit Stärken und Schwächen. Diese Fassade kann irgendwann nicht mehr aufrecht erhalten werden, da es einfach nicht echt ist. Ich erlebe das ganz oft, man muss nur genug Zeit verstreichen lassen und eine Stresssituation abwarten. Da zeigen viele Menschen ihr wahres Gesicht. Ich meine damit nicht nur Männer, die du datest, sondern allgemein. Ich erlebe das sehr oft im beruflichen Rahmen. Nach spätestens einem halben Jahr zeigen viele Kolleginnen und Kollegen plötzlich ihr wahres Gesicht, und das ist meist ziemlich egoistisch.

Natürlich gibt es auch die wirklich netten und herzlichen Menschen. Diese zeigen das jedoch nicht immer sofort, überhäufen einen nicht mit ihrem Charme, weil sie es nicht müssen, um irgendetwas bei jemandem zu erreichen. So ein Mensch ist meistens etwas zurückhaltender, stellt Fragen, hinterfragt Dinge, interessiert sich für dich. Er ist nicht von Anfang an total überschwenglich, aber er ist definitiv interessiert und zeigt Initiative.

Ich hatte vor ein paar Jahren mal eine Dating-Phase, wo ich einige Herren kennenlernen durfte. Ich habe sehr viele Fragen gestellt, u.a. lautete eine Frage, was seine größte Stärke sei, seine beste Eigenschaft, worauf er besonders stolz ist, aber auch was seiner Meinung nach seine größte Schwäche ist. Da bekam ich meistens sehr ehrliche Antworten. Manchmal jedoch nur Ausflüchte, gar keine Antwort oder Prahlerei. Da wusste ich, das alles nur Show ist.

Auch eine schöne Möglichkeit: Erzähl über jemandem, die/den du kennst, eine Geschichte, die normalerweise Mitgefühl erzeugt. Kann auch erfunden sein. Dann achte auf seine Reaktion, ob ihn dieses erzählte "Schicksal" berührt, interessiert oder ob er schnell das Thema wechselt.

Und dann am allerwichtigsten: Du musst Selbstbewusstsein und Lebensfreude ausstrahlen, nicht aufgesetzt, sondern weil du dich wirklich so fühlst! Das Glas ist immer halb voll, weil es immer noch Hoffnung gibt, weil du gesund bist, weil dein Kind gesund ist, weil wir in einem Land leben, wo es uns im Vergleich zu anderen ziemlich gut geht, weil jeder Tag eine neue Chance ist. Das ist einerseits eine sehr gute Lebenseinstellung und anderseits auch ein Schutz vor Männern, die schwächere Frauen suchen, die sich bereitwillig ausnutzen lassen, meist ohne es selbst wirklich zu merken.

Ich wünsche dir alles Gute aber ich denke, du wirst das schon machen! Der Richtige wird auch für dich kommen.

Liebe Grüße und bleibt gesund!

5 LikesGefällt mir

17. Dezember 2020 um 23:22
In Antwort auf

Ihr habt recht, ich hatte Anzeichen, so ein Bauchgefühl, auf das ich nicht bzw zu spät gehört habe.Im Nachhinein ist mir das bewusst, in dem Moment hab ich es jedoch anscheinend einfach ignoriert.

Es ist also Zeit zu lernen meiner Intuition zu vertrauen statt irgendwelche "Wünschen" hinterher zu rennen und mich daran festzuklammern. Denn genau das war das hier, denke ich. Ich wünsche mir anzukommen, ein Kind, eine Familie. Anzukommen mit mir und auch mit einem Partner. Vielleicht war es auch die Angst zu "versagen", weil schon wieder eine Beziehung nicht funktioniert, oder die Angst keinen "passenden" Menschen zu finden, denn rückblickend betrachtet war ich bisher als Single immer glücklicher. Wahrscheinlich habe ich mich an einer Hoffnung festgeklammert, der Hoffnung, dass es klappen könnte, wenn man nur genug daran arbeitet. Aber allein funktioniert das ja sowieso nicht.

Tatsächlich landete ich des öfteren an diesen Energievampiren, was ja letztendlich nur bedeuten kann dass bei mir irgendwas ist, das ich mir mal genauer anschauen sollte. Ist es das nicht auf das Bauchgefühl hören? Die Angst niemand passendes zu finden? Angst allein zu sein? Was auch immer es ist, ich werde es angehen müssen, wenn ich nicht ständig in der gleichen Art von Beziehung landen möchte.

Ich danke euch für die Hilfe hierbei und die lieben Worte. Ich finde es tatsächlich wichtig selbst zu reflektieren. Man sagt ja dass man nicht ohne Grund einen bestimmten Typen anzieht. Hätte ich Zugang zu meinem Bauchgefühl, wäre es wahrscheinlich gar nicht erst eine Beziehung geworden. Oder ich hab wie eisbrecher sagt selbst das Problem bei jemandem zu sein nur um nicht dauerhaft allein sein zu müssen. Gut möglich.

Diese Tipps mit dem "zu viel" find ich super. Danke. Und auch darauf zu achten wie der Mensch mit anderen umgeht. Ich werd da in Zukunft mehr hinschauen, besser zuhören und vor allem mir selbst besser zuhören.

Habt ihr auch solche Ängste? Mit dem allein sein hab ich kein Problem, ich genieße das, und doch hab ich irgendwie die Befürchtung dass es dauerhaft sein könnte. Je länger ich SIngle bin desto eher merk ich immer, dass es mir allein gut geht. Stürz ich mich also in irgendwelche Beziehungen weil ich nicht möchte dass ich irgendwann ganz an dem Punkt ankomme an dem ich niemanden mehr möchte? Oder liegts nur daran das bisher einfach niemand kam der mich wirklich vom Hocker gehauen hat und mich wirklich tief berührt hat. Keine Ahnung. Fragen über Fragen.

Und die Menschen die auch das Problem hatten, vielleicht immer oder vorwiegend in Bezeihungen mit diesen "Energievampiren" zu landen oder sogar in toxischen Beziehungen, wie habt ihr dieses Muster durchbrochen? Und habt ihr danach einen anderen Typ Mann/Frau als Partner angezogen?

 

Hi nayhla, 

also ich finde deine Fragen gut. Ich stell mir grad so die gleichen... 

Bei mir wars so, dass ich eben noch am Anschauen von dem Thema bin, also wie ich in die Beziehung reingeraten und wieso ich so lange geblieben bin. 
Ich habe mich im Sommer getrennt, bei mir gings länger, und naja, es war nicht einfach. 

Ich hab mir ganz viel Zeit für mich genommen und Zeit zur Ruhe zu kommen. Und hatte auch keine Lust auf Dates bzw. jemanden kennen zu lernen. Das beginnt jetzt, nach einem halben Jahr, langsam wiederzukommen. Für eine Beziehung wäre ich glaube ich im Moment noch nicht bereit, bzw. möchte ich auch nicht. 

Wie du schreibst, geht es auch mir allein gut. Ich genieße die Ruhe, den Frieden und nur für mich verantwortlich zu sein. Und ob da irgendwann irgendjemand kommt, der mich vom Hocker haut, weiß ich auch nicht. Und ich stell mir auch die Frage... was wenn nicht. Aber ich hab mir halt vorgenommen, mich nicht mehr in eine Beziehung hinein zu stürzen, sondern wenn, langsam angehen lassen. Lieber glücklich als Single als in so einer schlechten Beziehung. 

Und ich habe die Hoffnung, dass durch das alles was man in der Aufarbeitung gelernt hat (also viele Sachen die auch in den verschiedenen Antworten hier genannt wurden) man diese Faktoren dann auch besser erkennen kann mit der Zeit. 

Und das mit dem Bauchgefühl kann man übrigens wirklich auch üben. Also das Gefühl hat man, nur hört man oft nicht drauf, genau das kannman aber trainieren. Dein Bauchgefühl bzw. deine Intuition lässt dich niemals im Stich. Wenn das Alarm gibt, dann stimmt wirklich irgendwas nicht. Mittlerweile bin ich eher auf der Linie, dass mich dann in den meisten Fällen gar nicht mehr interessiert, was es ist. 

Ich wünsch dir viel Erfolg beim Angehen deiner Themen. Den ersten Schritt, das Muster zu erkennen, hast du ja schon gemacht. 

Alles Gute weiterhin.
 

2 LikesGefällt mir

18. Dezember 2020 um 0:29
In Antwort auf

Ihr habt recht, ich hatte Anzeichen, so ein Bauchgefühl, auf das ich nicht bzw zu spät gehört habe.Im Nachhinein ist mir das bewusst, in dem Moment hab ich es jedoch anscheinend einfach ignoriert.

Es ist also Zeit zu lernen meiner Intuition zu vertrauen statt irgendwelche "Wünschen" hinterher zu rennen und mich daran festzuklammern. Denn genau das war das hier, denke ich. Ich wünsche mir anzukommen, ein Kind, eine Familie. Anzukommen mit mir und auch mit einem Partner. Vielleicht war es auch die Angst zu "versagen", weil schon wieder eine Beziehung nicht funktioniert, oder die Angst keinen "passenden" Menschen zu finden, denn rückblickend betrachtet war ich bisher als Single immer glücklicher. Wahrscheinlich habe ich mich an einer Hoffnung festgeklammert, der Hoffnung, dass es klappen könnte, wenn man nur genug daran arbeitet. Aber allein funktioniert das ja sowieso nicht.

Tatsächlich landete ich des öfteren an diesen Energievampiren, was ja letztendlich nur bedeuten kann dass bei mir irgendwas ist, das ich mir mal genauer anschauen sollte. Ist es das nicht auf das Bauchgefühl hören? Die Angst niemand passendes zu finden? Angst allein zu sein? Was auch immer es ist, ich werde es angehen müssen, wenn ich nicht ständig in der gleichen Art von Beziehung landen möchte.

Ich danke euch für die Hilfe hierbei und die lieben Worte. Ich finde es tatsächlich wichtig selbst zu reflektieren. Man sagt ja dass man nicht ohne Grund einen bestimmten Typen anzieht. Hätte ich Zugang zu meinem Bauchgefühl, wäre es wahrscheinlich gar nicht erst eine Beziehung geworden. Oder ich hab wie eisbrecher sagt selbst das Problem bei jemandem zu sein nur um nicht dauerhaft allein sein zu müssen. Gut möglich.

Diese Tipps mit dem "zu viel" find ich super. Danke. Und auch darauf zu achten wie der Mensch mit anderen umgeht. Ich werd da in Zukunft mehr hinschauen, besser zuhören und vor allem mir selbst besser zuhören.

Habt ihr auch solche Ängste? Mit dem allein sein hab ich kein Problem, ich genieße das, und doch hab ich irgendwie die Befürchtung dass es dauerhaft sein könnte. Je länger ich SIngle bin desto eher merk ich immer, dass es mir allein gut geht. Stürz ich mich also in irgendwelche Beziehungen weil ich nicht möchte dass ich irgendwann ganz an dem Punkt ankomme an dem ich niemanden mehr möchte? Oder liegts nur daran das bisher einfach niemand kam der mich wirklich vom Hocker gehauen hat und mich wirklich tief berührt hat. Keine Ahnung. Fragen über Fragen.

Und die Menschen die auch das Problem hatten, vielleicht immer oder vorwiegend in Bezeihungen mit diesen "Energievampiren" zu landen oder sogar in toxischen Beziehungen, wie habt ihr dieses Muster durchbrochen? Und habt ihr danach einen anderen Typ Mann/Frau als Partner angezogen?

 

Hallo Nayhla

Hier eine männliche Sicht, ohne Energievampir-Erfahrung. Dafür mit einigen glücklichen Ehejahren. Ich hoffe Du kannst etwas von meinen Worten für Dich gebrauchen.

Mein Tipp ist: Arbeite an Dir selbst und versuche das bessere Ich aus Dir selbst zu erschaffen. Dabei brauchst Du Dich nicht an Anderen zu orientieren, sondern ganz nur an Dir selbst. Dies zu tun ist praktisch eine moralische Verpflichtung, die wir alle haben.

Sagt man Dir "du bist, wie du bist", dann sehe ich darin etwas Gutes. Du willst nämlich ein positives Selbstbild haben. Dennoch empfehle ich kontinuierlich an Dir selbst zu arbeiten. Vielleicht auch gerade in dieser Arbeit Dein Selbstbild aufzurichten oder zu festigen.

Mit meinem Tipp gehe ich nicht direkt auf Deine Frage ein, wie Du verhinderst Dich blenden zu lassen. Aber immerhin kannst Du Deine Frage geradezu in mein Ratschlag integrieren. Ansonsten hast Du schon viele gute Tipps zu Deiner Frage gekriegt.

Ich finde Deine Frage relevant und wichtig, welche sich mit der Partnerwahl beschäftigt. Anscheinend wählen Männer ihre Partner oft nach dem Bild der Mutter und Frauen nach jenem des Vaters. Könnte dies bei Dir zutreffen? Wenn Du an Deinen Vater, den Vater Deiner Tochter und nun an Deinen Exfreund denkst, wie übereinstimmend ist das? Dazu willst Du sicher auch besorgt um Deine eigene Tochter sein (ihre künftige Wahl).
In dem Sinn möchte ich Dich zu einer guten Partnerwahl ermutigen. Es ist leider so, dass Kinder von alleinerziehenden Müttern wesentlich stärker gefährdet sind (z.B. Drogenkonsum etc.). Ich wünsche Dir, dass Du die Linie der falschen Partnerwahl unterbrechen kannst.

Auf das Bauchgefühl zu hören tönt schon okay. In Deiner Frage hoffe ich, dass Du Dich nicht verrennst. Bist Du allzu sehr auf Blender fokussiert, vielleicht ziehst Du sie dann an. Oder Du erkennst ein Blender in jedem Mann. Bauchgefühl hin oder her, sobald Du in jedem das Schlechte siehst, bist Du auf dem falschen Weg. Als Mann muss ich Dir das ja sagen... jedoch tatsächlich gibt es nie irgendeine Gruppe von schlechten oder guten Menschen. Ganz verschiedene Gruppen wurden schon konstruiert, immer jedoch ist nur das Individuum allein zu werten. Die Wertung im Gruppendenken ist so extrem schädlich für uns. Sie hat uns sogar geradewegs in die allerschlimmsten Menschheitskatastrophen gestürzt. Dies nur als Hinweis, ich sehe durchaus wie Du positiv bist.

Sag mir wie fühlt es sich für Dich an einem Mann vertrauen zu müssen? Wie stehst Du dazu Deinem Partner gegenüber verwundbar zu sein?
Vielleicht überlegst Du Dir das mal vor dem Weiterlesen.

Du schreibst ausführlich wie Dein Exfreund verantwortungslos handelt (Corona, Deine Tochter, etc.). Nun Verantwortung ist eng gebunden an Vertrauen. Und Vertrauen ist eng gebunden an Verantwortung. Die Frage was zuerst war ist so wie die Huhn-oder-Ei-Frage. Suchst Du nun einen neuen Partner, wird es jemand sein dem Du vertrauen willst, vertrauen kannst und vertrauen musst? Oder lieber wieder ein verantwortungsloser Kerl? Schliesslich kennst Dich mit ihnen aus und musst dann kein Wagnis eingehen.

Hast Du Dir mal überlegt, was Du in einer gut funktionierenden Beziehung einem Mann geben kannst? Meist ist körperliche Nähe etwas das der Mann braucht. Aber da kommt so viel mehr noch dazu. Weisst Du was es für Dein Partner bedeutet, wenn Du verwundbar bist? Oft wird der Fehler gemacht, Verwundbarkeit mit Schwäche zu verwechseln. Jedoch in Deiner Verwundbarkeit weisst Du Dein Partner als Beschützer. Sag ihm dies und drücke Dich aus in Deiner Wertschätzung für ihn. Damit gibst Du ihm geradezu das Lebenselixier: Sinn für sein Leben. Leben zu schaffen und Lebenssinn zu geben, darin sehe ich natürliche und grosse, weibliche Stärke.

2 LikesGefällt mir

18. Dezember 2020 um 3:43
In Antwort auf

Hallo ihr Lieben,

mir ist bewusst dass niemand von euch mir irgendeine Entscheidung abnehmen kann und doch hoffe ich einfach auf ein paar Meinungen und vielleicht Erfahrungsberichte von Menschen die eventuell eine gleiche oder ähnliche Situation erlebt haben.
Ich verzweifle langsam und brauch mal jemand der da neutral raufblickt. Der Text könnte etwas länger werden. Ich versuche nur die für mich heftigsten Momente aufzuführen um es kürzer zu fassen...

Ich bin seit einem 3/4 Jahr mit einem Mann zusammen, wir wohnen getrennt, aber in der gleichen Stadt. Außerdem habe ich eine Tochter im Teenager -Alter.

Mein Partner kommt genau wie ich aus einer kaputten Familie, doch jeder von uns scheint damit anders umzugehen. Während ich mir genau aus dem Grund eine intakte Familie wünsche - Empathie, Halt, Sicherheit, Geborgenheit, Verständnis, Liebe, Vertrauen, Loyalität und Respekt - lebt er sein Leben des öfteren in Egoismus und ist sich selbst der Erste, obwohl er selbst sagt, er wünsche sich genau diese Dinge die ich eben beschrieb. Ich bin ein emotionaler Mensch und mir ist Mitgefühl und Rücksicht ziemlich wichtig , genauso wie Kommunikation,während es ihm irgendwie egal zu sein scheint wie es anderen Menschen geht, zumindest kommt es bei mir so an, und mehr darauf bedacht ist immer den einfachen und besten Weg für sich selbst zu gehen.

Tatsächlich ist es so, dass ich mich in dieser Beziehung nicht gesehen fühle. Emotional verdurste. Er stellte eigentlich nie Fragen, hing ständig am Handy und war auch so irgendwie wenn überhaupt nur für oberflächlichen Smalltalk da. Ich sprach das Thema an, weil mir einfach das gewisse Etwas fehlte. Ich hatte nicht das Gefühl dass er sich für mich als Mensch interessiert, sondern es nur darum ging jemand an der Seite zu haben. Irgendwann fing es an besser zu werden, er legte das Handy auch mal beiseite und stellte Fragen. Interessierte sich, zumindest mehr. Und doch tauchten immer mehr Dinge auf die unsere Unterschiede zeigten und mich mittlerweile sehr zweifeln lassen. Wenn es Probleme gab, versuchte ich das zu klären, zu besprechen, aus der Welt zu schaffen. Er jedoch schwieg, gern mal mehrere Tage und tat danach so als wäre nie was gewesen. Die Probleme blieben also, und wurden lediglich von ihm unter den Tisch gekehrt. Irgendwann  wurde von seiner Seite aus gelogen um Stress zu vermeiden und noch einige anderen Situationen die einfach das Vertrauen stark ankratzen. Egal worum es geht, es wird meist so gehandelt, dass er da gut bei raus kommt. Nach einem Streit verschwand er auch gern mal ne Woche in seine Wohnung, ohne dass geredet wurde vorher. Auch hier wurde wieder nichts geklärt. Diese Ignoranz und fehlende Bereitschaft zur Problemlösung belastet mich wirklich sehr. Kurzzeitig trat dann immer Besserung ein nachdem ich klare Ansagen gemacht hab und quasi schon kurz vorm gehen war, doch am Ende wirds immer wie davor. Er nimmt irgendwie auch so gar nicht Rücksicht auf andere Menschen und deren Gefühle.

Letzte Woche war meine Tochter krank zu Hause und er beschwerte sich darüber dass sie an einem Tag nichts im Haushalt (Ihre und meine Wohnung) getan hat und betitelte sie quasi als faul, obwohl sie das definitiv nicht ist und sehr oft sehr viel zu Hause macht. Ich wurde daraufhin so sauer, dass er meine Tochter zu unrecht angriff, und erinnerte ihn daran wie sehr er sich derzeit gehen lässt und faul nächte durchzockt und das eigentlich jeder normale kranke Mensch den halben Tag pennt und den anderen halben tag am Fernseher oder Handy hängt, meistens. Er auch. Und dass dieses jJahr für die Maus schon schwer genug ist, immerhin war sie gute 5 Monate nicht in der Schule durch Corona, Geburtstagsparty fiel aus, Klassenfahrt wurde gestrichen, Wandertage gabs keine, keine Urlaube, keine Vereine, nicht wirklich soziale Kontakte und ihr Vater kümmert sich auch nur wie er grad bock hat. Seine Antwort war dass er bei sich zu Hause tun könne was er will, auf das anderen ging er gar nicht erst ein. Es ist also ok wenn er gesund ist und faul, aber nicht in Ordnung in seinen Augen wenn meine Tochter krank ist und einen Tag nichts macht. Das rechtfertigte er später damit dass er einen schlechten Tag gehabt hätte und doch fiel ein paar Tage später wieder der gleiche Satz und der, dass mein Kind ja irgendwas auf dem Handy geschaut hat und lachte, demnach also nicht so krank sein könne. Da ist mir tatsächlich der A*** geplatzt und ich bat ihn nach Hause zu gehen. Normalerweise sahen wir uns fast täglich, doch seit dem gar nicht mehr.

Als ob diese Aktion nicht schon schlimm genug war - für mich ist sie es zumindest - kam jetzt dazu dass die Frau seines Arbeitskollege positiv auf Corona getestet wurde und der Test des Kollegen nun noch aussteht. Ich bat meinen Partner also weiterhin weg zu bleiben, weil ich meinen Vater die nächsten Tage aus dem Krankenhaus hole, der ein Loch in der Lunge hat , dieses Jahr bereits zum 5ten mal im Krankenhaus ist und demnach als absoluter Risikopatient gilt. Ich wollte also nicht das Risiko eingehen ihn anzustecken in dem mein Partner und ich uns jetzt sehen, solange es noch kein negatives Testergebnis gibt. Mein Partner reagierte darauf mit dem Vorwurf, dass er auch bei uns blieb als mein Kind in Quarantäne musste weil ein Klassenkamerad positiv getestet wurde '(war seine freie Entscheidung), und das es nicht sein kann dass ich ihn deswegen jetzt nicht sehen möchte, denn immerhin will er mich sehen bevor er übers We zu Freunden ans Meer fährt (was er auch immernoch vor hat, trotz Info des Kollegen). Ich war schockiert obwohl es definitiv nicht das erste mal war dass er ziemlich rücksichtslos nur an seine Wünsche denkt. Und doch fehlten mir die Worte.. Das so gar kein Verständnis da ist für die Situation mit meinem Vater sondern nur gesehen wird was er will und dann noch Vorwürfe kommen, ist für mich irgendwie nicht nachvollziehbar.

Und es spielen immer mehr Dinge darein die mich daran Zweifeln lassen, dass wir die Richtigen füreinander sind. Ich erwarte ja gar nicht dass jemand den gleichen Grad an Empathie und Rücksicht aufweist, doch in solchen Situationen egoistisch zu denken und jemanden da noch für anzugreifen der da anders ist, ist für mich wirklich heftig.  Das sind jetzt 2 Beispiele, von denen es noch so viele mehr gibt. Es versucht nichtmal sich über mögliche Konsequenzen gedanken zu machen, zu überlegen wie sich jemand anderes mit etwas fühlen könnte oder Verständnis für andere Menschen zu haben. Die Vorstellung mein Leben lang mit einem Mann zu verbringen dem es im Grunde egal ist was ich fühle oder wie es mir geht und noch schlimmer, den es nicht mal zu interessieren scheint wie es einem Kind geht, macht mir Bauschschmerzen. Die Vorstellung irgendwann eventuell gemeinsam ein Kind zu haben, dem er so rücksichtslos entgegen treten könnte, und dass sich genauso nicht gesehen uns verstanden fühlen könnte, zieht so eine Mauer bei mir hoch die langsam nicht mehr zu überbrücken ist.

Ich weiß nicht was ich tun soll - oder vielleicht weiß ich es insgeheim ja doch, wills nur noch nicht wahr haben - aber ich frag mich wirklich ob diese unterschiedlichen Mentalitäten und Vorstellungen von Mensch sein und miteinander leben irgendwie harmonieren können, denn im Moment tun sie es keinesfalls und ich habe auch nicht das Gefühl, dass er irgendwie mit mir daran arbeiten möchte dass wir uns da an einem Punkt treffen, mit dem beide Leben können.. Manchmal glaube ich dass wir an unterschiedlichen Punkten im Leben stehen und unterschiedliche Dinge wollen. Und je mehr Tage vergehen, desto mehr zweifle ich an dieser Beziehung, dem Mann der mir da eigentlich gegenüber steht und irgendwie auch an mir.  Erwarte ich zu viel? Bin ich falsch? Gibt es diese Art von Menschlichkeit und Partnerschaft nicht, die ich mir erhoffe?

Gibt es hier jemanden der ähnliche Erfahrungen gemacht hat? Jemanden, der auch in einer Beziehung war oder ist in der das Wesen so unterschiedlich ist?

Vielen Dank an alle die das gelesen haben und an alle die mir hierauf antworten.

Liebe Grüße,

mein verzweifeltes Ich.

Der tut dir nicht gut, Fakt !
Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!!!
Er wurd sich nie ändern und du kannst so nicht mit ihm leben. Lass es gut sein.

Gefällt mir