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Faultierdasein

5. Dezember 2015 um 20:30

So, mein Anliegen hier wird nun etwas komplex werden.

Ich leide schon lange unter Depressionen. Aber das möchte ich mal alles ein wenig aus anderer Perspektive betrachten:

Ich funktioniere z.B. sehr gut und die ganze Symptomatik tritt so gut wie gar nicht in Erscheinung, solange ich Stress nicht ausgesetzt bin. Solange ich in keinem Job bin, zu dem ich bei einer bestimmten Zeit da sein muss, bstimmten Zeitfenstern gerecht werden muss....
So lässt sich natürlich auf Dauer nicht leben, aber ich vesuche schon mein Leben so zu gestalten, dass ich auch innerhalb meines Berufs so gechillt wie möglich agieren kann.
Jetzt kommen wir mal zum Rest meiner Familie: Ich habe das Gefühl, dass wir alle viel langsamer, gechillter agieren als die meisten Menschen so.
Das bringt zur Folge mit sich, dass wir nie krank sind. Meine Eltern sind beide extrem alt (Vater schon tot, aber war auch nie krank).
Wir haben nie unter diesen klassischen Allergie, Erkältungsbeschwerden gelitten.
Haben alle unseren Teil zum Bruttosozialprodukt beigetragen.

Für mich kommt als Fazit nach zahlreichen Therapien, Medikamentversuchen raus, dass es die von der Gesellschaft auferlegte Geschwindigkeit ist, die mich krank macht. Wann immer das wegfällt, geht es mir gut.

Deshalb auch der Titel. Faultierdasein nicht im Sinne von nichts tun wollen oder nichts leisten, sondern im Sinne von bei Faultieren funktioniert der gesamte Stoffwechsel sehr langsam, so dass sie ja auch oft Opfer werden in der Natur.

Nun aber zur Partnersuche. Solange ich allein bin fällt es ja nicht auf. Da kann ich gut und gerne an nem Samstag mal bis 15 Uhr einfach nur rumhängen uind wenn ich ganz viel Lust habe, raffe ich mich zu ner Kleinigkeit auf. Muss aber auch nicht sein. Das alles ist vor mir selber vertretbar. Auch, dass dann, wenn so eine Phase mal wieder sehr ausgeprägt ist, wie gerade, kaum Menschen um mich herum sind, weil ich einfach null aktiv werde und in einem kompletten Faultiermodus agiere.

Jetzt kommt aber der beklemmende Aspekt der Sache: Ich habe manchmal das Gefühl für immer alleine deswegen zu bleiben. Weil: Solange ich alleine bin, fühle ich mich wohl damit. Sobald ein Partner da ist, habe ich das Gefühl, ich müsste was beweisen, Aktivitäten planen, aktiv sein.... Das setzt mich dann total unter Druck und ich habe das Gefühl einer Schnelllebiegkeit gerecht werden zu müssen, die einfach mit meinem eigenen Faultiermodus nix zu tun hat. Diese Phase kann zwei Monate andauern und in der Vergangenheit bin ich auch übelst gedemütigt worden aufgrund dieser langsamen Art von Partnern.

Dieses Wochenende z.B. habe ich bisher so gut wie alleine verbracht und es fühlt sich sehr gut an für mich. Habe es mal grad in die Stadt geschafft, war schoppen, hab ein Rezept ausprobiert, gelesen. Wär da jetzt jemand, hätte ich dieses Druckgefühl sonst was ineziieren zu müssen.

Könntet ihr euch vorstellen, dass so ein Mensch wie ich komplett Beziehungsuntauglich ist? Es gibt auch Phasen im Sommer, in denen ich total anders bin. Leute mitreiße, überaus aktiv bin. Ja und dann kommt dieses Loch im Winter, wo mich dann ein Partner vermutlich nicht wiedererkennt.
Für mich ok. Alle möglichen Therapiemaßnahmen bringen da nix. Lichttherapie, Medies. Unsere Stoffwechsel oder was es auch sein mag, sind so ausgerichtet.

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5. Dezember 2015 um 20:41

Habe ich das Gefühl, ich müsste was beweisen
ja, genau. Habe ich das GEFÜHL... Lies mal hier im Forum eine Weile herum und Du wirst sehen, dass es eine Menge Menschen, Männlein wie Weiblein, gibt, die eben auch für "Aktivitäten" schwer zu begeistern sind.

Warum kannst Du im Job damit umgehen und privat machst Du da einen auf Panik-Aktionissmus?

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5. Dezember 2015 um 19:46
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