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Fastbeziehung, wirklich nur der falsche Zeitpunkt?

Letzte Nachricht: 16. September um 17:00
H
hotdog214
16.09.21 um 13:10

Hallo zusammen,

ich befinde mich im Moment in einer etwas komplizierten Situation und könnte eine unabhängige, neutrale Meinung dazu gebrauchen.

Mitte Juli habe ich (M26) eine Frau (21) kennengelernt und es hat zwischen uns beiden sofort gefunkt. Von Tag eins war eine unglaublich große gegenseitige Anziehung da... gleiche Interessen, gleiche Hobbys, gleiche Ansichten und Ziele bei fast egal was und dazu trotzdem noch eine gewisse Portion „Verschiedenheit“, die die andere Seite noch einmal interessanter macht.
Wir haben uns dann regelmäßig mindestens einmal pro Woche zu Dates getroffen und das war auch immer abwechslungsreich und aufregend, bis auf ein paar Koch-/oder Sex-Treffen zu denen wir beide nicht viel Zeit hatten aber man wollte sich auch einfach sehen und gemeinsam Zeit verbringen. Da wir beide eher offene Personen sind haben wir uns auch schnell auf einer tieferen Ebene kennengelernt und konnten uns immer besser dem Anderen anvertrauen. Der „Höhepunkt“ war dann eine gemeinsame, spontane 3-Tages Bergtour in den Alpen mit Hüttenübernachtungen.
Es gab in dieser ganzen Zeit nie auch nur annähernd eine schlechte oder negative Situation zwischen uns beiden, auch nicht als wir eben die drei Tage miteinander verbracht haben und interessante Gesprächsthemen sind uns sowieso nie ausgegangen. Danach haben wir uns nochmal zu einem Date getroffen und einen schönen Tag miteinander verbracht. So erst einmal das Verhältnis und die Situation die sich bei uns nach einigen Wochen Dating ergeben hat, kurzum: Es passte alles.
Ein paar Tage später schreibt sie mir plötzlich, dass es ihr gerade nicht so gut geht, sie am Zweifeln ist und sie nicht glaubt dass sie schon soweit ist eine Beziehung zu führen (was ja aber auch noch gar nicht der Fall war, da wir uns „erst“ seit 6 Wochen gedatet hatten). Diese Nachricht kam für mich wie aus dem Nichts und hat mich erstmal gut aus der Bahn geworfen, da überhaupt keine Anzeichen für so etwas erkennbar waren. Wir haben uns dann zu einem längeren Spaziergang verabredet und nach ein paar Minuten angefangen darüber zu reden. Sie fing an mir „klassische“ Dinge zu erzählen wie keine eindeutigen Gefühle, Zweifel an einer möglichen Beziehung zwischen uns oder auch dass wir ja doch zu verschieden sind. Da ich sie aber eben schon sehr gut kennengelernt habe und das ganze einfach überhaupt nicht passte hab ich sie dann gefragt ob es doch nicht etwas anderes ist und sie ermutigt einfach ehrlich zu mir zu sein. Dann platzte sie förmlich auf. Sie fing an extrem zu weinen und sagte als erstes „Oh man was erzähl ich dir hier, eigentlich passt ja alles“. Sie erzählte mir dann, dass sie bis März eine F+ mit einem alten Freund geführt hatte und die ganze Sache jedoch eher unschön geendet ist (sie wollte nicht mehr und anscheinend wurde aus dem alten Freund dann eher ein Stalker). Seitdem hat sie alle Verbindungen zu ihm abgebrochen und ist im Moment noch dabei auch den zugehörigen gemeinsamen Freundeskreis aus ihrem Leben zu entfernen. Genau diesen Freund hat sie wohl kurz nach unserer Rückkehr von der Bergtour in der Stadt gesehen und das hat laut ihr ein komplettes Gefühlschaos ausgelöst. Sie ist nicht in der Lage irgendwelche Gefühle (egal ob positiv oder negativ) zu ordnen und einfach komplett von Zweifeln geplagt. Das Ganze hat sie wohl für über eine Woche in sich reingefressen und bei ihr geht seitdem gar nichts mehr. Sie meinte dann noch, dass sie solange sie bei mir ist keine Probleme mit der ganzen Sache hat aber sobald sie dann wieder alleine ist einfach das ganze Gefühlchaos wieder hochkommt.
Da sie in ein paar Tagen für mindestens drei Wochen aufgrund eines Hobbys 700km entfernt sein wird bereitet ihr genau diese Sache noch mehr Kopfzerbrechen. Und deshalb will sie sich nicht mehr mit mir treffen, weil sie weder mir, noch sich selbst weh tun möchte und zieht sozusagen auf diese Weiße die Reißleine. Ich habe gemerkt, dass sie dies eigentlich selbst nicht wollte aber im Moment leider keine andere Möglichkeit sieht.

So stehe ich jetzt da und konnte am Anfang überhaupt nicht richtig verarbeiten was mir da gerade gesagt wurde. Das schlimme für mich ist gerade, dass es ja mehr oder weniger am jetzigen Zeitpunkt liegt und sie eigentlich gerne weitermachen würde aber es nicht kann.
Da wir von Anfang an immer uneingeschränkt ehrlich zueinander waren glaube ich ihr zu 100% und denke nicht, dass eigentlich was ganz anderes der Auslöser dafür ist. Ich habe mittlerweile genug Erfahrung um zu wissen, dass richtige Hoffnungen schlecht sind aber war auch noch nie in einer Situation wie dieser in der meiner Meinung nach eine gewisse optimistische aber realistische Einstellung nicht schaden kann. Sie ist seit fast zwei Jahren die erste mit der ich mir wieder mehr vorstellen könnte und das Dating nicht bereits nach dem zweiten oder dritten Date vorbei war.

Meine Frage wäre jetzt einfach, ob es Sinn macht in diesem Fall etwas optimistisch zu sein, dass sie vielleicht durch die nun sowieso vorhandene räumliche Trennung ihre Gefühle ordnen kann und erkennt dass es bei uns echt gut gelaufen ist?
Meiner Meinung nach müsste das dann allerdings von ihr kommen, ich wollte mich erstmal nicht mehr bei ihr melden. Oder seid ihr der Meinung dass es sich in diesem Fall doch lohnt zu kämpfen um das Ganze fortzusetzen und ich mich nach einer gewissen Zeit bei ihr melden sollte? (Vorausgesetzt ich merke nicht doch mit dem großen Abstand dass es nicht so extrem besonders war)

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bissfest
bissfest
16.09.21 um 17:00

Die alte Geschichte ist offenbar noch nicht abgeschlossen - wäre mein Eindruck. Tut mir leid. Ich würde nicht warten. 

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