Home / Forum / Liebe & Beziehung / Familie und Bundeswehr

Familie und Bundeswehr

30. August 2010 um 14:41 Letzte Antwort: 8. September 2010 um 19:53

Liebe Leser,

ich stehe vor einem Problem, welches mich richtig verzweifeln lässt.
Mein Partner und ich haben uns vor einiger Zeit verlobt und planen zu heiraten, ich liebe ihn wirklich sehr und bin total froh ihn zu haben. Als wir uns kennen lernten sagte er, dass er gerne zur Bundeswehr wollen würde (er ist 22 und wurde T2 gemustert - da kam aber eine O.P dazwischen)
Na ja, am anfang dachte ich, dass die Beziehung nix ernstes wird - doch mit der Zeit haben wir auch schon über Familie etc. angefangen zu denken und mir wurde immer klarer, dass er der Mann ist mit dem ich mein Leben teilen möchte.
Als er von bundeswehr redete, wusste ich nie was da auf mich zukommen würde... dann redete ich mit einem bekannten der dort 10 Jahre verpflichtet war... und dann wurde mir klar wie wenig wir uns sehen würden... und die Auslandseinsätze.. die Entfernung etc..

Ich habe eine Tochter hier in München die noch in Pflege ist und wenn er nicht in München stationiert wird sondern irgendwo weit weg kann ich nicht mitziehen weil ich an hier gebunden bin... d.h wir würden uns nur wochenends sehen.. und da wird er meistens total K.O. sein...
Dann die ganzen Lehrgänge und was weis ich was... er wird einfach nie da sein.. ich würde so gern mit ihm ein gemeinsames Kind haben... unsere Familie aufbauen.. und das nicht erst in 12 Jahren... aber ich brauche einen Mann der Abends nach hause kommt und sieht wie seine Kinder aufwachsen... wenn er so weit weg ist, ist er bei den wichtigsten Momenten nicht da.. und wenn er im ausland ist... dann werde ich die ganze Zeit in angst leben... denn dieses blöde Geld was er da dafür kriegt bringt mir auch nichts wenn er nicht mehr da ist...

BW ist aber sein Traum... er will da uuunbedingt hin weil er denkt, dass es total tolle Männerarbeit ist und die richtig anerkannt werden und er da viel Geld mit verdient um seiner Familie was bieten zu können...

Ich muss dazu sagen, dass er gesundheitlich auch nicht so fit ist - er hat oft migräne, nen sehr empfindlichen Magen und verträgt Kritik nicht gut... ich habe einfach angst das er, wenn er genommen wird dort nur die Drecksarbeit machen muss

Ich würde gerne verstehen wieso man etwas anstrebt was mit Krieg zu tun hat... und Geld und finanzielle sicherheit kann man auch so erreichen... und nicht nur dadurch sein Leben zu riskieren..

Er hat Morgen bis Donnerstag Einstellungstest.. und ich bin mir recht sicher das er geeignet ist... ich bin heute den ganzen Tag nur am heulen... denn für mich bedeutet Bundeswehr ein gewaltiger Scherbenhaufen

Mehr lesen

30. August 2010 um 16:42

Überzeugung
Es gibt Leute die arbeiten auch etwas von dem Sie überzeugt sind. Ärzte ohne Grenzen, Naturschützer, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, Lobbyisten...all das macht man wohl nicht (nur) wegen dem Geld.

Liegt es für dich daran das es etwas mit "Krieg" ist? Würdest du anders reagieren wenn er zu den Ärzten ohne Grenzen gehen würde?

Und um deine Angst vielleicht ein wenig zu verringern. Ja man muss bei der Bundeswehr irgendwann mal ins Ausland, aber prinzipiell ist das nur eine begrenzte Zeit und die meiste Zeit ist man in Deutschland stationiert.

Du sagst "aber ich brauche einen Mann der Abends nach hause kommt und sieht wie seine Kinder aufwachsen"
Find mal einen Beruf in der man nicht auf Geschäftsreisen, Seminare, Fortbildungen o.Ä. muss.
Bei Bund hast normale Arbeitszeiten von 6-15 Uhr. Er wird also wahrscheinlich noch vor dir daheim sein.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
30. August 2010 um 16:52

Also...
mein Großcousin ist auch beim Bund und wenn er am WE nach Hause kommt ist er alles andere als fix und fertig.

Ich denke das anstrengendste beim Bund ist eher die Grundausbildung. Danach ist es eher, so mein Cousin es ausdrückt, "Eierschaukeln" xD

Soviel ich weiß ist aber auch nicht jeder für den Bund geeignet. Es kann auch sein, wenn sie mitbekommen dass er oft Migräne hat usw. dass sie ihn heimschicken und er sich was anderes suchen muss.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
30. August 2010 um 20:15


tatsächlich nicht? Denn im Anmeldebroschürendingens steht etwas von wegen "bereitschaft für Auslandseinsatz"

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
30. August 2010 um 21:42
In Antwort auf tonja111

Also...
mein Großcousin ist auch beim Bund und wenn er am WE nach Hause kommt ist er alles andere als fix und fertig.

Ich denke das anstrengendste beim Bund ist eher die Grundausbildung. Danach ist es eher, so mein Cousin es ausdrückt, "Eierschaukeln" xD

Soviel ich weiß ist aber auch nicht jeder für den Bund geeignet. Es kann auch sein, wenn sie mitbekommen dass er oft Migräne hat usw. dass sie ihn heimschicken und er sich was anderes suchen muss.


Dann arbeitet er aber nicht als Berufs-oder Zeitsoldat beim Bund, sondern macht nur seinen Grundwehrdienst, denn wenn er dort arbeiten würde, würde er sicher nicht nur Eierschaukeln...

Denn wenn er dort fest angestellt ist, ist das ein Job, wie jeder andere auch, was den Aufwand angeht. Man arbeitet auch wirklich...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
30. August 2010 um 22:17


Das ist so wohl nicht ganz richtig. Man muss nicht an allen Auslandeinsätzen teilnehmen, aber man verpflichtet sich, eine bestimmte Anzahl (muss ja nicht viel sein, und wenn es 1 x in ein oder 2 Jahren ist) an Auslandeinsätzen zu absolvieren. Und wenn sich zu wenig Leute freiwillig melden, muss man auch einspringen. Zumindest bei der Marine und bei der Luftwaffe. Ich schätze, beim Heer ist es genauso.
Mein Ex hat sich für 4 Jahre verpflichtet und ich habe mich gründlich damit beschäftigt, weil ich genauso dagegen war. Er war wohl nun 1 Monat in Afghanistan. Und wenn dein Freund so davon begeistert ist, wird er auch an Fortbildungen teilnehmen wollen, die auch 1-2 Wochen in anderen Städten stattfinden. (z.B. ich komme aus NRW, er ist hier in der Nähe stationiert und seine war in München)

Während der Grundausbildung ist man meistens unter der Woche weg und am WE zuhause, alle paar Wochen (2-3) hat man Wache am WE. Als Zeit- oder Berufssoldat kann man wohl auch in der Nähe stationiert sein, sodass man abends nach hause kann.

Also ich habe mich auch nie damit anfreunden können, die Bundeswehr ist für mich ein Organ, was nicht ganz "sauber" ist. Meinem Ex wurden Sachen versprochen, damit er dahin geht, fand ich schon fragwürdig... Ich verstehe auch nicht, dass man freiwillig in den Krieg will und auf Menschen schießen würde, denn selbst wenn sie im Ausland nicht in die Kampfzonen gehen, ist es doch Krieg und damit gefährlich. Klar hat man bei anderen Berufen auch Fortbildungen etc.,aber es ist doch was anderes. Und wenn man sich wirklich engagiert und alles mitnehmen will, ist man sehr häufig weg. Und dazu kommt - da spreche ich jetzt für mich und meinem Ex, das gilt nicht für alle - manche verändern sich dadurch. Da herrscht halt ein ganz anderer Umgang, Befehlssprache etc.
Also wenn du ihn liebst und es versuchen willst, dann tu es. Aber dann musst du das alles akzeptieren. Du kannst danach immer noch sagen, dass es nicht klappt. Ich jedenfalls möchte keinen Freund mehr, der unbedingt zur BW will, für mich ist so ein Leben einfach nichts.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
31. August 2010 um 9:51
In Antwort auf jane1421


Das ist so wohl nicht ganz richtig. Man muss nicht an allen Auslandeinsätzen teilnehmen, aber man verpflichtet sich, eine bestimmte Anzahl (muss ja nicht viel sein, und wenn es 1 x in ein oder 2 Jahren ist) an Auslandeinsätzen zu absolvieren. Und wenn sich zu wenig Leute freiwillig melden, muss man auch einspringen. Zumindest bei der Marine und bei der Luftwaffe. Ich schätze, beim Heer ist es genauso.
Mein Ex hat sich für 4 Jahre verpflichtet und ich habe mich gründlich damit beschäftigt, weil ich genauso dagegen war. Er war wohl nun 1 Monat in Afghanistan. Und wenn dein Freund so davon begeistert ist, wird er auch an Fortbildungen teilnehmen wollen, die auch 1-2 Wochen in anderen Städten stattfinden. (z.B. ich komme aus NRW, er ist hier in der Nähe stationiert und seine war in München)

Während der Grundausbildung ist man meistens unter der Woche weg und am WE zuhause, alle paar Wochen (2-3) hat man Wache am WE. Als Zeit- oder Berufssoldat kann man wohl auch in der Nähe stationiert sein, sodass man abends nach hause kann.

Also ich habe mich auch nie damit anfreunden können, die Bundeswehr ist für mich ein Organ, was nicht ganz "sauber" ist. Meinem Ex wurden Sachen versprochen, damit er dahin geht, fand ich schon fragwürdig... Ich verstehe auch nicht, dass man freiwillig in den Krieg will und auf Menschen schießen würde, denn selbst wenn sie im Ausland nicht in die Kampfzonen gehen, ist es doch Krieg und damit gefährlich. Klar hat man bei anderen Berufen auch Fortbildungen etc.,aber es ist doch was anderes. Und wenn man sich wirklich engagiert und alles mitnehmen will, ist man sehr häufig weg. Und dazu kommt - da spreche ich jetzt für mich und meinem Ex, das gilt nicht für alle - manche verändern sich dadurch. Da herrscht halt ein ganz anderer Umgang, Befehlssprache etc.
Also wenn du ihn liebst und es versuchen willst, dann tu es. Aber dann musst du das alles akzeptieren. Du kannst danach immer noch sagen, dass es nicht klappt. Ich jedenfalls möchte keinen Freund mehr, der unbedingt zur BW will, für mich ist so ein Leben einfach nichts.


Mir bleibt wohl nichts anderes übrig als da mitzumachen. Ich hab mir ihn als Mann ausgesucht und ja, - in guten wie in schweren Zeiten.

Ich hab ehrlich kein Problem damit wenn er mehrere Wochen auf Fortbildung oder so ist... das stört mich nicht.. mich stören die Auslandseinsätze, das ich da immer angst haben muss dass er erschossen wird und mich stört es wenn er z.B 800km von mir weg stationiert ist... wenn er hier irgendwo in der nähe wär und nicht ins Ausland sondern nur auf Fortbildungen müsste... wäre alles perfekt...

Aber sein Leben für so einen blöden Krieg zu riskieren (

Lieber setzt man sich doch für kranke menschen ein und versucht sie medizinisch zu retten oder setzt sich für hilflose tiere ein... anstatt irgendwo hinzugehen und blöd um sich rum zu ballern

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
31. August 2010 um 10:34


Hmm ja das stimmt schon.. wäre vllt gar nicht mal so schlecht. So kann man sich mit anderen Gleichleidenden austauschen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
8. September 2010 um 19:53
In Antwort auf pushpa_12566534


Hmm ja das stimmt schon.. wäre vllt gar nicht mal so schlecht. So kann man sich mit anderen Gleichleidenden austauschen.

Ich hab auch nen Soldaten an meiner Seite,
bisher blieb uns das Ausland zum Glück erspart, aber das Forum ( http://www.frauzufrau.de ) hat mir,wenn ich wieder mal mit mir im Unreinen war,ob das mit der BW- Fernbeziehung so richtig ist, immer wieder Mut gemacht. Vielleicht findest auch du dort ein bisschen Rückhalt und Mut für deine Entscheidung!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
Teste die neusten Trends!
experts-club