Forum / Liebe & Beziehung

Extreme Schuldgefühle wegen "Untreue" vor der Beziehung... sagen oder nicht sagen?

Letzte Nachricht: 17. November 2010 um 15:19
M
mohini_12267021
16.11.10 um 19:33

Hey,

Hab zuvor noch nie über etwas wirklich Persönliches im Internet geredet, aber in diesem Fall wollt ich es einfach mal in diesem Forum hier probieren, weil ich die Beiträge hier oft mit großem Interesse verfolgt habe und ich mich manchmal auch in einigen Situationen wiederfinde. Mein Problem ist folgendes:

Ich bin 23 und habe vor einem halben Jahr meine erste richtige, wirklich intensive Beziehung (5 Jahre) beendet. Mein Ex-Freund und ich waren uns wirklich unglaublich nah aber es ist letztendlich an unseren unterschiedlichen Interessen und Zukunftsvorstellungen gescheitert, bzw. auch an der (vielleicht etwas blöd klingenden) Tatsache dass ich das Gefühl hatte ich hatte mich nie wirklich "ausgelebt" und musste das irgendwann mal machen. Dieser letzte Aspekt hat mich wirklich lange beschäftigt, im Prinzip das ganze letzte halbe Jahr unserer Beziehung, sodass ich es schlussendlich nicht mehr aushielt und die Beziehung beendete. Ich wollte meinen Exfreund einfach nicht mit meiner dauernden Unsicherheit belasten und fand es ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr fair. Die Trennung verlief eigentlich wirklich "gut", er war zwar sehr verletzt, reagierte aber verständnisvoll auf meine Erklärungen.

Nun ja, nach der Trennung war ich dann also das erste Mal seit langem wieder "frei" und konnte tun und lassen was ich wollte. Ich hatte vor die Zeit als Single auszukosten und meine Erfahrungen zu sammeln. Da gab es dann aber jemanden in meinem Studentenheim den ich schon länger kannte (und der mich zugegebenermaßen schon länger irgendwie fasziniert hatte) und mit dem ich dann irgendwie kurz nach der Trennung was anfing... ich hatte ein wirklich schlechtes Gewissen mich schon so früh wieder auf jemanden einzulassen, aber irgendwie ist es halt einfach passiert und wir hatten halt ab diesem Zeitpunkt öfter was am Laufen. Ich war zu der Zeit unglaublich verwirrt und emotional äußerst angeschlagen, einerseits durch die Trennung die mich natürlich auch belastet hat, andererseits durch die Verwirrtheit die durch den "anderen" (Namen möchte ich da jetzt nicht nennen) entstanden ist... ich wusste dass ich ihn sehr gern hatte, doch konnte ich mich so bald nach der Trennung nicht schon wieder auf was wirklich Fixes einlassen. Außerdem war ja da noch mein "Drang" mich auszuleben, der ja zum Teil überhaupt für die Trennung verantwortlich gewesen war..

Jedenfalls wusste ich nicht wirklich was ich tat, hatte weiterhin was mit "dem Neuem" am Laufen, hatte aber nebenher noch mit anderen was, was nur meine Freundinnen wussten (die das auch nicht wirklich gutheißen wollten, da sie meinen "Neuen" auch kannten und sie dachten er wäre wirklich in mich verliebt) Ich konnte oder wollte zu der Zeit aber gar nicht sehen dass da wirklich was zwischen uns war, dass er mich wirklich wirklich gern mochte.. ich rechtfertigte meine Taten vor mir selbst mit der Begründung dass wir ja nicht zusammen waren und nie gesagt hatten dass wir "exklusiv" waren und nichts mit anderen hätten. Aber irgendwie fühlte ich schon dass er das dachte, nur richtig eingestehen wollte ich es mir nicht. Ich würde diese 2 Monate im Nachhinein als die verwirrendste, aufwühlendste Zeit in meinem Leben betrachten und bezeichne es auch heute noch als eine Phase, die ich einfach irgendwie durchlebt hatte und aus der ich jetzt zum Glück aufgewacht bin. Richtig ich selbst war ich damals nicht. Jedenfalls merkte ich nach einem gewissen Zeitraum endlich was ich wirklich für meinen "Neuen" empfand.. ich hatte mich mit der Zeit (oder war es vielleicht eh schon die ganze Zeit über so und ich wollte es mir nicht eingestehen aus Angst vor einer neuen Beziehung) in ihn verliebt und wusste dass das mit uns etwas werden könnte. Ich hab dann auch aus schlechtem Gewissen heraus beschlossen ihm zwei Dinge die im Sommer passiert sind zu erzählen, das hat ihn aber härter getroffen als ich gedacht hatte und hat lange gedauert bis er es verarbeitet hatte und mir wieder vertrauen konnte. Aus seiner Reaktion heraus hatte ich dann für mich selbst beschlossen ihm nicht alles was passiert ist zu erzählen weil ich wusste dass er mir das nicht verzeihen könne und ihn das unglaublich verletzen würde...
Er hat einen wirklich sehr stark ausgeprägten Sinn für Moral und Ehrlichkeit und für ihn sind schon kleine Notlügen und "Fehler" unglaublich schlimm. Aus diesem Grund fand ich es nicht notwendig ihm alles bis ins kleinste Detail zu erzählen.. schließlich passierte das alles ja vor unserer Beziehung (wir sind jetzt seit einiger Zeit zusammen), hat für mich damals überhaupt nichts bedeutet (die Dinge entstanden ja nur aus dem Drang heraus mich auszuleben( und ist somit eigentlich überhaupt nicht mehr relevant für unsere Beziehung wie sie jetzt ist.
Nun ist es aber so dass mich seit ein paar Tagen (und ich habe keine Ahnung wieso genau jetzt) extreme Gewissenbisse und Schuldgefühle plagen die mich innerlich fast zerreisen.. ich fühle mich irgendwie so verlogen und als ob ich ihm die Chance nehmen würde mich mit all meinen Fehlern zu kennen und dann zu entscheiden ob ihm das alles überhaupt wert ist...Meine Freundinnen meinen alle ich solle es ihm auf keinen Fall erzählen weil es ja jetzt eh nicht mehr relevant ist und weil es ihn nur verletzen würde... aber sollte er nicht alles von mir wissen um mich wirklich 100%ig lieben zu können, und zwar nicht eine Person die er glaubt zu kennen sondern die er wirklich kennt? Andererseits habe ich Angst dass er dann glaubt ich könne sowas nochmal machen und bin noch immer so anstatt zu erkennen dass es wirklich nur eine blöde Phase in meinem Leben war... Ich bin komplett ratlos. Was würdet ihr machen? Brauche bitte einen Außenstehenden für Rat und Hilfe! Sorry für die lange Nachricht...

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J
jilly_12761592
17.11.10 um 15:19

Die Frage...
... ist doch die: Welcher Unterschied besteht zwischen der Person, die Du warst, und der Person, die Du jetzt bist?

Du hast Deine "Fehler" eingesehen und die Sache mit dem Ausleben ist wohl offensichtlich auch gegessen, Du stehst zu Deinen Gefühlen für Deinen neuen Freund. Das ist die Person, die Du jetzt bist.

Die Person, die Du warst, war unsicher und wollte - um es mal übertrieben auszudrücken - alles nur "just for fun" haben.

Identifizierst Du Dich immer noch mit dieser Person, dann erzähl ihm alles. Kannst Du sagen, Du hast Dich in bestimmten Dingen grundlegend verändert, dann erzähl ihm nicht, was Du alles "angestellt" hast. Es würde ihm unnötig weh tun - und das für gar nichts... Außerdem weiß er ja schon einen Teil - sozusagen die Essenz der Sache. Wozu noch mehr Dinge vor ihm aufdecken, das Muster ist doch schon erkennbar, ohne dass Du noch mehr Details hinzufügen musst.

Er hat die Geschichte verdaut, lass gut sein und verzeih Dir vor allem erst mal selbst. Du hast nichts Schlimmes getan. Im Gegenteil waren sicherlich bestimmte Erfahrungen notwendig, um Dich zu bestimmten Erkenntnissen zu führen.

LG

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