Home / Forum / Liebe & Beziehung / Eure Einschätzung bitte.

Eure Einschätzung bitte.

17. Juni 2018 um 17:27

Vor einigen Tagen habe ich ja in einem anderen Thread schon mal etwas von mir preis gegeben. Für diejenigen, die es nicht gelesen haben:

ich bin 65 Jahre alt, mehrfach behindert seit Geburt. Mein Vater war gewalttätig allen seinen Kindern gegenüber und hat mich früh aus dem Haus geekelt. 

Mein jüngerer Bruder war noch schwerer behindert als ich  und war deshalb sein Leben lang von unseren Eltern abhängig. Auch er hatte unter der Brutalität unseres Vaters zu leiden. Es gab außerdem noch 3 andere Geschwister, die mehr oder weniger gesund waren und zwei große alte Fachwerkhäuser als Familienbesitz. 

Nach meinem Auszug von Daheim hatte ich kaum noch Kontakt zu meinen Eltern. Irgendwann rief mich meine Schulfreundin an, ich solle doch mal zuhause anrufen. Es gäbe schlechte Nachrichten. Ich rief also zuhause an und hatte meine Mutter am Telefon. - Smalltalk.... wie geht´s, etc.p.p. Dann fragte ich, wie es meinem behinderten Bruder ginge. - Stille in der Leitung. Ich wiederholte meine Frage. Nach langen Minuten endlich der herausgepresste Satz: "Er ist tot!" - Tot mit 43 Jahren? Ich konnte es nicht glauben; zumal er organisch gesund gewesen war. Er hatte nur Bewegungs- und Sprachstörungen, konnte laufen und Fahrrad fahren. Er hätte Krebs gehabt, sagte meine Mutter. "Was für Krebs?" , fragte ich.

Um es kurz zu machen, telefonierte ich in der Folgezeit etwas öfter mit meiner Mutter und fragte jedes Mal auch nebenbei, an welcher Krebserkrankung mein Bruder gelitten hatte. Mal war es Magenkrebs, mal war es Darmkrebs und mal wusste sie nicht mehr, welcher Krebs es war. Ich glaubte ihr kein Wort. Der Kontakt brach wieder für lange Zeit ab. 

Kurz vor ihrem Tod hatte ich noch Gelegenheit, sie zu besuchen und schon beim Betreten meines Elternhauses hatte ich ein sehr ungutes Gefühl. Deshalb blieb ich auch nicht lange. Nach dem Tod beider Eltern flatterte dann die Überraschung in Form des Testaments ins Haus, das 1996, sieben Jahre vor dem Ableben meines behinderten Bruders verfasst worden war. 

Er kam nirgendwo im Testament vor.
Ich kam nirgendwo im Testament vor. Ich habe noch nicht mal meinen Pflichterbteil erhalten.
Die anderen drei Geschwister haben das Erbe unter sich aufgeteilt.

Die Frage, die mich schon seit Jahren beschäftigt und mir keine Ruhe lässt: hat mein Vater etwas mit dem Tod meines Bruders zu tun gehabt? 

Mehr lesen

17. Juni 2018 um 17:38

Bliebe dann noch die Frage, weshalb mein Bruder nicht im Testament erwähnt war, denn er lebte ja noch zuhause.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 17:44

1.) Wenn dir das keine Ruhe lässt, solltest du zumindest herausfinden können, ob dein Bruder an Krebs gestorben ist. Er muss da ja wohl in Behandlung gewesen sein.
Sollte er in diesen Jungen Jahren zu Hause gestorben sein, müsste ein Arzt seinen Tod festgestellt haben. Wenn dies nicht eindeutig war, kommt ggf. auch die Kripo ins Haus.
Vielleicht können dir deine Geschwister mitteilen, bei welchem Arzt oder Krankenhaus er in Behandlung war. Dort kann dann ggf. dein Verdacht beseitigt werden, falls er wirklich an Krebs gestorben ist.

2.) Ein Pflichtteil müsste dir ziemlich sicher zustehen (lebte deine Familie in Deutschland)?
Der muss gezahlt werden, auch wenn man enterbt worden ist. Da müsste sich rechtlich schon etwas geändert haben irgendwann. Aber so kenne ich das.

 

5 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 17:51
In Antwort auf ella-1234

1.) Wenn dir das keine Ruhe lässt, solltest du zumindest herausfinden können, ob dein Bruder an Krebs gestorben ist. Er muss da ja wohl in Behandlung gewesen sein.
Sollte er in diesen Jungen Jahren zu Hause gestorben sein, müsste ein Arzt seinen Tod festgestellt haben. Wenn dies nicht eindeutig war, kommt ggf. auch die Kripo ins Haus.
Vielleicht können dir deine Geschwister mitteilen, bei welchem Arzt oder Krankenhaus er in Behandlung war. Dort kann dann ggf. dein Verdacht beseitigt werden, falls er wirklich an Krebs gestorben ist.

2.) Ein Pflichtteil müsste dir ziemlich sicher zustehen (lebte deine Familie in Deutschland)?
Der muss gezahlt werden, auch wenn man enterbt worden ist. Da müsste sich rechtlich schon etwas geändert haben irgendwann. Aber so kenne ich das.

 

... jungen Jahren zu Hause gestorben sein...
kommt auch die Kripo ins Haus, wenn der Totenschein des Arztes irgendeinen Zweifel offen lässt / etwas nicht ganz offensichtlich ist.

So hatte ich es gemeint.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 17:51
In Antwort auf ella-1234

1.) Wenn dir das keine Ruhe lässt, solltest du zumindest herausfinden können, ob dein Bruder an Krebs gestorben ist. Er muss da ja wohl in Behandlung gewesen sein.
Sollte er in diesen Jungen Jahren zu Hause gestorben sein, müsste ein Arzt seinen Tod festgestellt haben. Wenn dies nicht eindeutig war, kommt ggf. auch die Kripo ins Haus.
Vielleicht können dir deine Geschwister mitteilen, bei welchem Arzt oder Krankenhaus er in Behandlung war. Dort kann dann ggf. dein Verdacht beseitigt werden, falls er wirklich an Krebs gestorben ist.

2.) Ein Pflichtteil müsste dir ziemlich sicher zustehen (lebte deine Familie in Deutschland)?
Der muss gezahlt werden, auch wenn man enterbt worden ist. Da müsste sich rechtlich schon etwas geändert haben irgendwann. Aber so kenne ich das.

 

Meine Geschwister sind seit dem Erbfall leider unauffindbar, sonst hätte ich da nachgehakt. 

Ich habe auch dem Amtsgericht meiner Heimatstadt Bescheid gegeben, ohne dass sich da etwas getan hätte. 

Originalzitat: "Gut möglich, dass Ihr Bruder eines unnatürlichen Todes gestorben ist, aber wir graben ihn nicht mehr aus."

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 17:59
In Antwort auf silvesterqueen

Vor einigen Tagen habe ich ja in einem anderen Thread schon mal etwas von mir preis gegeben. Für diejenigen, die es nicht gelesen haben:

ich bin 65 Jahre alt, mehrfach behindert seit Geburt. Mein Vater war gewalttätig allen seinen Kindern gegenüber und hat mich früh aus dem Haus geekelt. 

Mein jüngerer Bruder war noch schwerer behindert als ich  und war deshalb sein Leben lang von unseren Eltern abhängig. Auch er hatte unter der Brutalität unseres Vaters zu leiden. Es gab außerdem noch 3 andere Geschwister, die mehr oder weniger gesund waren und zwei große alte Fachwerkhäuser als Familienbesitz. 

Nach meinem Auszug von Daheim hatte ich kaum noch Kontakt zu meinen Eltern. Irgendwann rief mich meine Schulfreundin an, ich solle doch mal zuhause anrufen. Es gäbe schlechte Nachrichten. Ich rief also zuhause an und hatte meine Mutter am Telefon. - Smalltalk.... wie geht´s, etc.p.p. Dann fragte ich, wie es meinem behinderten Bruder ginge. - Stille in der Leitung. Ich wiederholte meine Frage. Nach langen Minuten endlich der herausgepresste Satz: "Er ist tot!" - Tot mit 43 Jahren? Ich konnte es nicht glauben; zumal er organisch gesund gewesen war. Er hatte nur Bewegungs- und Sprachstörungen, konnte laufen und Fahrrad fahren. Er hätte Krebs gehabt, sagte meine Mutter. "Was für Krebs?" , fragte ich.

Um es kurz zu machen, telefonierte ich in der Folgezeit etwas öfter mit meiner Mutter und fragte jedes Mal auch nebenbei, an welcher Krebserkrankung mein Bruder gelitten hatte. Mal war es Magenkrebs, mal war es Darmkrebs und mal wusste sie nicht mehr, welcher Krebs es war. Ich glaubte ihr kein Wort. Der Kontakt brach wieder für lange Zeit ab. 

Kurz vor ihrem Tod hatte ich noch Gelegenheit, sie zu besuchen und schon beim Betreten meines Elternhauses hatte ich ein sehr ungutes Gefühl. Deshalb blieb ich auch nicht lange. Nach dem Tod beider Eltern flatterte dann die Überraschung in Form des Testaments ins Haus, das 1996, sieben Jahre vor dem Ableben meines behinderten Bruders verfasst worden war. 

Er kam nirgendwo im Testament vor.
Ich kam nirgendwo im Testament vor. Ich habe noch nicht mal meinen Pflichterbteil erhalten.
Die anderen drei Geschwister haben das Erbe unter sich aufgeteilt.

Die Frage, die mich schon seit Jahren beschäftigt und mir keine Ruhe lässt: hat mein Vater etwas mit dem Tod meines Bruders zu tun gehabt? 

Vielleicht kannst du über deine Schulfreundin oder andere alte Bekannte im Ort noch etwas herausbekommen. Wenn es dir wichtig ist. Ich frage mich nur, warum es das sein sollte. Wärst du denn zufrieden, wenn sich ein schlimmer Verdacht bestätigen würde? Ganz offen: Ich würde das gar nicht wissen wollen.

Die Frage nach dem Erbe finde ich aus eigener Erfahrung auch nicht gut. Auch wenn du noch Ansprüche hättest - nach Jahren der Abwesenheit - verdirbst du dir nur das Leben mit Sorgen und Streit, die du nicht haben musst. Da wäre eine Menge ärgerlicher Schriftverkehr mit Anwälten usw. ... Auch Miteigentum an einer Immobilie mit streitsüchtigen oder egoistischen Miteigentümern wäre nicht erstrebenswert, es ginge dann höchstens um Geld. Aber erkundige dich zunächst, was alte Fachwerkhäuser an Geld verschlingen können. Von der sonstigen Unterhaltung nicht zu reden, wenn sie z.B. vermietet werden müssten. Das ist wie ein zusätzlicher Job, den du dir da einhandelst. Ich bin jedenfalls froh, dass wir uns nur noch um unser Eigenheim kümmern müssen.

Unter dem Strich: Lass es lieber bei dem, wie es jetzt ist. Und genieße dein Leben. 

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 18:04
In Antwort auf anne234

Vielleicht kannst du über deine Schulfreundin oder andere alte Bekannte im Ort noch etwas herausbekommen. Wenn es dir wichtig ist. Ich frage mich nur, warum es das sein sollte. Wärst du denn zufrieden, wenn sich ein schlimmer Verdacht bestätigen würde? Ganz offen: Ich würde das gar nicht wissen wollen.

Die Frage nach dem Erbe finde ich aus eigener Erfahrung auch nicht gut. Auch wenn du noch Ansprüche hättest - nach Jahren der Abwesenheit - verdirbst du dir nur das Leben mit Sorgen und Streit, die du nicht haben musst. Da wäre eine Menge ärgerlicher Schriftverkehr mit Anwälten usw. ... Auch Miteigentum an einer Immobilie mit streitsüchtigen oder egoistischen Miteigentümern wäre nicht erstrebenswert, es ginge dann höchstens um Geld. Aber erkundige dich zunächst, was alte Fachwerkhäuser an Geld verschlingen können. Von der sonstigen Unterhaltung nicht zu reden, wenn sie z.B. vermietet werden müssten. Das ist wie ein zusätzlicher Job, den du dir da einhandelst. Ich bin jedenfalls froh, dass wir uns nur noch um unser Eigenheim kümmern müssen.

Unter dem Strich: Lass es lieber bei dem, wie es jetzt ist. Und genieße dein Leben. 

Um die Häuser geht´s mir gar nicht.

Ich frage mich nur, ob unsere Behinderung schuld war, dass wir vom Erbe ausgeschlossen wurden? Offensichtlich ja.

Und, nein, genießen kann ich mein Leben nicht mehr, denn der Tod meines Bruders lässt mir keine Ruhe.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 18:06

Gute Idee! Vielleicht kannst du mir auch sagen, WIE?

2 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 18:24

Es ist verständlich, dass du wissen willst, ob dein Bruder eines natürlichen Todes verstorben war oder nicht. Aber letztlich bringt es dir auch nicht mehr viel, dies zu wissen.
Du solltest dieses dunkle Vater-Kapitel für dich, ohne die Todesursache deines Bruders zu kennen, endgültig abschließen. Sonst kommst du nie zur Ruhe.

Ansonsten hoffe ich, dass du deine Geschwister wiederfindest und sie es dir sagen.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 18:32
In Antwort auf haumichhaha

Es ist verständlich, dass du wissen willst, ob dein Bruder eines natürlichen Todes verstorben war oder nicht. Aber letztlich bringt es dir auch nicht mehr viel, dies zu wissen.
Du solltest dieses dunkle Vater-Kapitel für dich, ohne die Todesursache deines Bruders zu kennen, endgültig abschließen. Sonst kommst du nie zur Ruhe.

Ansonsten hoffe ich, dass du deine Geschwister wiederfindest und sie es dir sagen.

Ich würde ja gerne damit abschließen, nur kommt das Thema immer wieder mal hoch.

Wenn ich wenigstens noch einigermaßen mobil wäre, wäre ich längst in meine Heimat gefahren und hätte Rabbatz gemacht. Die haben verdammtes Glück, dass ich nicht mehr so kann, wie ich will.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 18:44
In Antwort auf silvesterqueen

Um die Häuser geht´s mir gar nicht.

Ich frage mich nur, ob unsere Behinderung schuld war, dass wir vom Erbe ausgeschlossen wurden? Offensichtlich ja.

Und, nein, genießen kann ich mein Leben nicht mehr, denn der Tod meines Bruders lässt mir keine Ruhe.

Du solltest deinem Vater vergeben. Er ist verstorben. Auch für ihn war es gewiss nicht das glücklichste Leben. Aber das wäre am ehesten in deinem eigenen Interesse, damit du wieder oder endlich! deine Ruhe damit finden kannst. Es würde dir persönlich gar nichts bringen, wenn du noch mehr Negatives erfahren würdest. Beschäftige dich lieber mit sinnvollen, mit guten Gedanken, die dich so faszinieren, dass diese Probleme immer kleiner werden.
Zum Großteil hast du hier im Forum schon so gute Gedanken geäußert, dass ich nie auf die Idee gekommen wäre, dass du dir mit solchen Problemen selbst das Leben vermiest. 

2 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 18:50

Würde ich vom Krankenhaus Infos bekommen? - UNWAHRSCHEINLICH, weil Datenschutz.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 18:51
In Antwort auf anne234

Du solltest deinem Vater vergeben. Er ist verstorben. Auch für ihn war es gewiss nicht das glücklichste Leben. Aber das wäre am ehesten in deinem eigenen Interesse, damit du wieder oder endlich! deine Ruhe damit finden kannst. Es würde dir persönlich gar nichts bringen, wenn du noch mehr Negatives erfahren würdest. Beschäftige dich lieber mit sinnvollen, mit guten Gedanken, die dich so faszinieren, dass diese Probleme immer kleiner werden.
Zum Großteil hast du hier im Forum schon so gute Gedanken geäußert, dass ich nie auf die Idee gekommen wäre, dass du dir mit solchen Problemen selbst das Leben vermiest. 

Meinem Vater vergeben? 

In hundert Jahren nicht!

2 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 18:59

Danke, Pav. 

Ja, mein Bruder hat mir etwas bedeutet. Als Kinder haben wir uns gut verstanden und gegen die anderen Drei zusammen gehalten. 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:03
In Antwort auf silvesterqueen

Meinem Vater vergeben? 

In hundert Jahren nicht!

Denke bitte darüber nach. Deinen Vater interessiert es nicht mehr. Auch deinen Bruder nicht.
Nur dich.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:04
In Antwort auf silvesterqueen

Vor einigen Tagen habe ich ja in einem anderen Thread schon mal etwas von mir preis gegeben. Für diejenigen, die es nicht gelesen haben:

ich bin 65 Jahre alt, mehrfach behindert seit Geburt. Mein Vater war gewalttätig allen seinen Kindern gegenüber und hat mich früh aus dem Haus geekelt. 

Mein jüngerer Bruder war noch schwerer behindert als ich  und war deshalb sein Leben lang von unseren Eltern abhängig. Auch er hatte unter der Brutalität unseres Vaters zu leiden. Es gab außerdem noch 3 andere Geschwister, die mehr oder weniger gesund waren und zwei große alte Fachwerkhäuser als Familienbesitz. 

Nach meinem Auszug von Daheim hatte ich kaum noch Kontakt zu meinen Eltern. Irgendwann rief mich meine Schulfreundin an, ich solle doch mal zuhause anrufen. Es gäbe schlechte Nachrichten. Ich rief also zuhause an und hatte meine Mutter am Telefon. - Smalltalk.... wie geht´s, etc.p.p. Dann fragte ich, wie es meinem behinderten Bruder ginge. - Stille in der Leitung. Ich wiederholte meine Frage. Nach langen Minuten endlich der herausgepresste Satz: "Er ist tot!" - Tot mit 43 Jahren? Ich konnte es nicht glauben; zumal er organisch gesund gewesen war. Er hatte nur Bewegungs- und Sprachstörungen, konnte laufen und Fahrrad fahren. Er hätte Krebs gehabt, sagte meine Mutter. "Was für Krebs?" , fragte ich.

Um es kurz zu machen, telefonierte ich in der Folgezeit etwas öfter mit meiner Mutter und fragte jedes Mal auch nebenbei, an welcher Krebserkrankung mein Bruder gelitten hatte. Mal war es Magenkrebs, mal war es Darmkrebs und mal wusste sie nicht mehr, welcher Krebs es war. Ich glaubte ihr kein Wort. Der Kontakt brach wieder für lange Zeit ab. 

Kurz vor ihrem Tod hatte ich noch Gelegenheit, sie zu besuchen und schon beim Betreten meines Elternhauses hatte ich ein sehr ungutes Gefühl. Deshalb blieb ich auch nicht lange. Nach dem Tod beider Eltern flatterte dann die Überraschung in Form des Testaments ins Haus, das 1996, sieben Jahre vor dem Ableben meines behinderten Bruders verfasst worden war. 

Er kam nirgendwo im Testament vor.
Ich kam nirgendwo im Testament vor. Ich habe noch nicht mal meinen Pflichterbteil erhalten.
Die anderen drei Geschwister haben das Erbe unter sich aufgeteilt.

Die Frage, die mich schon seit Jahren beschäftigt und mir keine Ruhe lässt: hat mein Vater etwas mit dem Tod meines Bruders zu tun gehabt? 

Diese Frage kann dir niemand von uns beantworten.  

du hattest damals schon gleich Nachforschungen beantragen müssen. 

vorallem steht dir ein Pflichtteil des Erbes zu. Dich kann man nicht umgehen. Klage es ein. 

 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:05

WO anrufen? In welchem Krankenhaus? Die Behandlung, falls eine stattgefunden hat, kann von Bonn bis Koblemz überall gewesen sein. Ich weiß ja NICHTS über ihn, seitdem ich von Zuhause weg bin.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:08
In Antwort auf fresh0089

Diese Frage kann dir niemand von uns beantworten.  

du hattest damals schon gleich Nachforschungen beantragen müssen. 

vorallem steht dir ein Pflichtteil des Erbes zu. Dich kann man nicht umgehen. Klage es ein. 

 

Ich habe ja Nachforschungen beantragt, aber nie eine Antwort vom Gericht erhalten.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:13

Guter Ansatz, das mit dem Rechtsmediziner. Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Vielen Dank. 

Den Anwalt hebe ich mir auf, wenn alles andere nichts bringt.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:20

Wenn du weißt, ob dein Bruder bis zuletzt bei deinen Eltern gelebt hat oder wo er gelebt hat, dann kannst du ja mal bei der dortigen Gemeinde anfragen, ob du Auskunft aus dem Sterberegister bekommen kannst. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit einer schriftlichen online-Beantragung für so eine Auskunft (so etwas gibt es). Ich weiß, dass es so etwas gibt - allerdings weiß ich nicht, ob das überall angeboten wird. Auf diesen Daten aufbauend, kannst du vielleicht die Recherche beginnen.

 

2 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:24
In Antwort auf silvesterqueen

Guter Ansatz, das mit dem Rechtsmediziner. Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Vielen Dank. 

Den Anwalt hebe ich mir auf, wenn alles andere nichts bringt.

Also ein normaler Totenschein wird nicht von einem Rechtsmediziner ausgestellt, sondern von einem normalen Arzt. Wenn er also tatsächlich an Krebs gestorben ist, dann wirst du da nicht fündig.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:27
In Antwort auf silvesterqueen

WO anrufen? In welchem Krankenhaus? Die Behandlung, falls eine stattgefunden hat, kann von Bonn bis Koblemz überall gewesen sein. Ich weiß ja NICHTS über ihn, seitdem ich von Zuhause weg bin.

Der Sterbeort müsste im Sterberegister aufgeführt sein.

2 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:33
In Antwort auf ella-1234

Der Sterbeort müsste im Sterberegister aufgeführt sein.

Gestorben ist mein Bruder zuhause. Das hat meine Mutter mir erzählt. Über seine Behandlung hat sie sich ausgeschwiegen, was ich komisch finde, denn eigentlich erzählt man doch so etwas.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:34
In Antwort auf silvesterqueen

WO anrufen? In welchem Krankenhaus? Die Behandlung, falls eine stattgefunden hat, kann von Bonn bis Koblemz überall gewesen sein. Ich weiß ja NICHTS über ihn, seitdem ich von Zuhause weg bin.

silvesterqueen
"WO anrufen? In welchem Krankenhaus? Die Behandlung, falls eine stattgefunden hat, kann von Bonn bis Koblemz überall gewesen sein. "

Bei welcher Krankenkasse war er versichert? Vielleicht sind noch Dokumente von ihm bei der Krankenkasse vorhanden. Falls diese Dokumente noch irgendwo aufbewahrt worden sind, gibt es sicherlich Möglichkeiten sie einzueinsehen.
 

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:36
In Antwort auf haumichhaha

silvesterqueen
"WO anrufen? In welchem Krankenhaus? Die Behandlung, falls eine stattgefunden hat, kann von Bonn bis Koblemz überall gewesen sein. "

Bei welcher Krankenkasse war er versichert? Vielleicht sind noch Dokumente von ihm bei der Krankenkasse vorhanden. Falls diese Dokumente noch irgendwo aufbewahrt worden sind, gibt es sicherlich Möglichkeiten sie einzueinsehen.
 

Ich weiß leider nicht, bei welcher KK er versichert war.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:37

Das mit der Krankenkasse ist auch eine sehr gute Idee, falls du die Krankenkasse weißt.
Das wäre wahrscheinlich der schnellste Weg.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:39
In Antwort auf silvesterqueen

Ich weiß leider nicht, bei welcher KK er versichert war.

Bei welcher waren deine Eltern? Die Wahrscheinlichkeit, dass er dort ebenfalls versichert war, ist hoch.

 

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:43
In Antwort auf ella-1234

Bei welcher waren deine Eltern? Die Wahrscheinlichkeit, dass er dort ebenfalls versichert war, ist hoch.

 

Mein Vater war Bahnbeamter. Die hatten ihre eigene Betriebskrankenkasse, aber ich weiß nicht, wie das gehandhabt wurde, als Bahnbeamte abgeschafft wurden.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:44

Was ist dein Problem?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:46

Falls du die KK deiner Eltern auch nicht weißt, dann ruf bei der AOK des Heimatsortes deines Bruders an und frage, WIE du herausfinden kannst, bei welcher Krankenkasse er versichert war. Ich weiß ja nicht, wie lange das mit deinem Bruder her ist, aber heute wird ja vieles schon in irgendwelchen Datenbanken registriert, so dass man das herausfinden könnte.

War dein Vater bei einer privaten Krankenkasse, wird es eventuell schwieriger (wenn er z. B. Beamter war oder selbständig).

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 19:53

Wenn er zu Hause gestorben ist, muss er auch vor Ort einen Arzt gehabt haben, der ihn bis zuletzt versorgt hat, wenn das mit der Krebserkrankung stimmt. Jetzt kommt es halt darauf an, wie lange das ganze her ist.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:00
In Antwort auf ella-1234

Wenn er zu Hause gestorben ist, muss er auch vor Ort einen Arzt gehabt haben, der ihn bis zuletzt versorgt hat, wenn das mit der Krebserkrankung stimmt. Jetzt kommt es halt darauf an, wie lange das ganze her ist.

Den Hausarzt meiner Eltern kenne ich. Dem würde ich nur soweit trauen, wie ich gucken könnte. 
 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:00

wende dich an das standesamt der stadt, in der dein bruder gestorben ist.
dort beantragst du eine kopie seiner sterbeurkunde und des totenscheins.
das ist ein ganz normaler vorgang und sollte keine probleme bereiten.
so kommst du auf den namen des arztes, der den tod beurkundet hat. eventuell ist sogar die todesursache auf dem totenschein ersichtlich.

3 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:09

Warum bist du kein STARBOY, wenn du dir schon so einen Nick verpasst? Lass´ mich raten: KEIN BEDARF.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:13
In Antwort auf apfelsine8

wende dich an das standesamt der stadt, in der dein bruder gestorben ist.
dort beantragst du eine kopie seiner sterbeurkunde und des totenscheins.
das ist ein ganz normaler vorgang und sollte keine probleme bereiten.
so kommst du auf den namen des arztes, der den tod beurkundet hat. eventuell ist sogar die todesursache auf dem totenschein ersichtlich.

Ja, das mache ich! 

Warum bin ich nicht darauf gekommen?

Danke dir!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:18
In Antwort auf silvesterqueen

Ja, das mache ich! 

Warum bin ich nicht darauf gekommen?

Danke dir!

gerne!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:20


Du, starboy! So schreibt kein anständiger Mensch!
da überkommt mich das kalte Grauen!!😱

2 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:20

@starboy.
"Was machst du hier, wenn du so schwer behindert bist??"

Schämst du dich nicht, was du von dir gibst? Was ist in deiner Erziehung falsch gelaufen? Darf sie mit ihrer Behinderung nicht hier sein? Glaubst du körperlich schwerbehinderte Menschen sind alle 24h pflegebedürftig?
Wie konnte Stephen Hawking über die Jahre, bevor er verstarb, seine Forschungen angehen?

5 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:37
In Antwort auf silvesterqueen

Warum bist du kein STARBOY, wenn du dir schon so einen Nick verpasst? Lass´ mich raten: KEIN BEDARF.


Und apfelsine hat das in meinen Augen genau richtig gesagt! Wie lange ist es her seit dein Bruder und deine Eltern gestorben sind? Pass auf wegen der Verjährung! 
Auf jeden Fall hast du einen Pflichtteil zugut! Jedenfalls bei uns in der Schweiz! Ich könnte mir auch noch vorstellen dass deine Eltern einfach deinem Bruder die notwendige ärztliche Versorgung verweigert haben, einfach passiv!  Dann ist er zuhause gestorben, irgendein Arzt musste kommen und hat auf den Totenschein: Herzversagen geschrieben! Somit alles erledigt!
liebe Grüsse

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:41

Nein, ich habe erst nach zwei Jahren vom Tod meiner Eltern erfahren, angeblich, weil man mich nicht auffinden konnte. Dabei lebte ich damals nur 30 km von meinem Heimatort entfernt.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:43

Soviel ich weiß, sind Fahrdienstleiter keine Beamten mehr. Aber ich könnte mich natürlich auch täuschen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:44

GENAU!

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:45
In Antwort auf micky790


Und apfelsine hat das in meinen Augen genau richtig gesagt! Wie lange ist es her seit dein Bruder und deine Eltern gestorben sind? Pass auf wegen der Verjährung! 
Auf jeden Fall hast du einen Pflichtteil zugut! Jedenfalls bei uns in der Schweiz! Ich könnte mir auch noch vorstellen dass deine Eltern einfach deinem Bruder die notwendige ärztliche Versorgung verweigert haben, einfach passiv!  Dann ist er zuhause gestorben, irgendein Arzt musste kommen und hat auf den Totenschein: Herzversagen geschrieben! Somit alles erledigt!
liebe Grüsse

Genau DAS ist auch meine Vermutung!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:47
In Antwort auf silvesterqueen

Nein, ich habe erst nach zwei Jahren vom Tod meiner Eltern erfahren, angeblich, weil man mich nicht auffinden konnte. Dabei lebte ich damals nur 30 km von meinem Heimatort entfernt.

Was steht wirklich hinter diesem Bedürfnis, das aufzuklären?
Dass du mit 65 Jahren noch immer ein so großes Problem mit der Behinderung hast, glaube ich nicht.
Dass du das Geld brauchst oder dich irgendwie rächen willst auch nicht.
Willst du damit vielleicht erreichen, dass deine Geschwister dich wieder respektieren?
Das wäre in meinen Augen ein brauchbarer Gedanke. Aber der Weg ist verkehrt.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:53
In Antwort auf anne234

Was steht wirklich hinter diesem Bedürfnis, das aufzuklären?
Dass du mit 65 Jahren noch immer ein so großes Problem mit der Behinderung hast, glaube ich nicht.
Dass du das Geld brauchst oder dich irgendwie rächen willst auch nicht.
Willst du damit vielleicht erreichen, dass deine Geschwister dich wieder respektieren?
Das wäre in meinen Augen ein brauchbarer Gedanke. Aber der Weg ist verkehrt.

Spekulieren darfst du Anne, aber den Grund muss ich dir nicht sagen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:54


Genug ist genug! Wir möchten hier in gegenseitiger Wertschätzung unsere Gedanken austauschen! Da hat kein Mensch Platz der dazu unfähig ist!
also an starboy!

4 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:54

Geh´ mal zum Deutschkurs! Da bist du besser aufgehoben als hier.

2 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:55
In Antwort auf silvesterqueen

Spekulieren darfst du Anne, aber den Grund muss ich dir nicht sagen.

Selbstverständlich nicht. Ich versuche dir zu helfen. Aber du müsstest schon selbst darüber nachdenken.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 20:58

1976 in den Ruhestand.

Gestorben 2003, einige Monate nach meinem Bruder. (Ganz gewiss nicht aus Kummer!)

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Juni 2018 um 21:02

Ich WOLLTE das ja ruhen lassen, weil ich selber weiß, dass mein Bruder dadurch nicht wieder lebendig wird. Aber der Gedanke geht nicht weg und wird mit jedem Jahr schlimmer. 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Diskussionen dieses Nutzers
Noch mehr Inspiration?
pinterest

Das könnte dir auch gefallen