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Eure Einschätzung bitte.

17. Juni 2018 um 17:27

Vor einigen Tagen habe ich ja in einem anderen Thread schon mal etwas von mir preis gegeben. Für diejenigen, die es nicht gelesen haben:

ich bin 65 Jahre alt, mehrfach behindert seit Geburt. Mein Vater war gewalttätig allen seinen Kindern gegenüber und hat mich früh aus dem Haus geekelt.

Mein jüngerer Bruder war noch schwerer behindert als ich und war deshalb sein Leben lang von unseren Eltern abhängig. Auch er hatte unter der Brutalität unseres Vaters zu leiden. Es gab außerdem noch 3 andere Geschwister, die mehr oder weniger gesund waren und zwei große alte Fachwerkhäuser als Familienbesitz.

Nach meinem Auszug von Daheim hatte ich kaum noch Kontakt zu meinen Eltern. Irgendwann rief mich meine Schulfreundin an, ich solle doch mal zuhause anrufen. Es gäbe schlechte Nachrichten. Ich rief also zuhause an und hatte meine Mutter am Telefon. - Smalltalk.... wie geht´s, etc.p.p. Dann fragte ich, wie es meinem behinderten Bruder ginge. - Stille in der Leitung. Ich wiederholte meine Frage. Nach langen Minuten endlich der herausgepresste Satz: "Er ist tot!" - Tot mit 43 Jahren? Ich konnte es nicht glauben; zumal er organisch gesund gewesen war. Er hatte nur Bewegungs- und Sprachstörungen, konnte laufen und Fahrrad fahren. Er hätte Krebs gehabt, sagte meine Mutter. "Was für Krebs?" , fragte ich.

Um es kurz zu machen, telefonierte ich in der Folgezeit etwas öfter mit meiner Mutter und fragte jedes Mal auch nebenbei, an welcher Krebserkrankung mein Bruder gelitten hatte. Mal war es Magenkrebs, mal war es Darmkrebs und mal wusste sie nicht mehr, welcher Krebs es war. Ich glaubte ihr kein Wort. Der Kontakt brach wieder für lange Zeit ab.

Kurz vor ihrem Tod hatte ich noch Gelegenheit, sie zu besuchen und schon beim Betreten meines Elternhauses hatte ich ein sehr ungutes Gefühl. Deshalb blieb ich auch nicht lange. Nach dem Tod beider Eltern flatterte dann die Überraschung in Form des Testaments ins Haus, das 1996, sieben Jahre vor dem Ableben meines behinderten Bruders verfasst worden war.

Er kam nirgendwo im Testament vor.
Ich kam nirgendwo im Testament vor. Ich habe noch nicht mal meinen Pflichterbteil erhalten.
Die anderen drei Geschwister haben das Erbe unter sich aufgeteilt.

Die Frage, die mich schon seit Jahren beschäftigt und mir keine Ruhe lässt: hat mein Vater etwas mit dem Tod meines Bruders zu tun gehabt?

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Top 3 Antworten

18. Juni 2018 um 3:02

Ich kann mich natürlich irren aber das Ganze klingt irgendwie nach extremer Verbitterung und damit zusammenhängenden leichten Wahnvorstellungen.

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18. Juni 2018 um 16:17
In Antwort auf silvesterqueen

Ich brauche auch kein Mitleid, denn ich glaube, dass ich mein Leben trotz allen Widrigkeiten ganz gut auf die Reihe gebracht habe. 

Das hätte ich sicher nicht gekonnt, wenn ich zuhause geblieben wäre.

Ich meinte nicht dass du mir leid tust weil du unter einer Behinderung leidest sondern weil du so dermaßen verbittert bist das davon dein Leben und Denken bestimmt wird. Das tut mir leid für dich.

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18. Juni 2018 um 9:53

Liebe Community, 
es tut uns leid, dass User wie starboy. und memelover23 in diesem Thread in Unwesen treiben konnten. Wir dulden keinerlei verletztende und diskriminierende Beiträge und haben beide Profile gesperrt. 

Wir freuen uns, dass ihr so zahlreich reagiert und uns darauf aufmerksam gemacht habt. Vor allem freut uns aber auch, dass silvesterqueen von euch gehört wird und Unterstützung von euch erfährt! 

Liebe Grüße an alle und eine schöne Woche! 

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17. Juni 2018 um 17:38

Bliebe dann noch die Frage, weshalb mein Bruder nicht im Testament erwähnt war, denn er lebte ja noch zuhause.

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17. Juni 2018 um 17:44

1.) Wenn dir das keine Ruhe lässt, solltest du zumindest herausfinden können, ob dein Bruder an Krebs gestorben ist. Er muss da ja wohl in Behandlung gewesen sein.
Sollte er in diesen Jungen Jahren zu Hause gestorben sein, müsste ein Arzt seinen Tod festgestellt haben. Wenn dies nicht eindeutig war, kommt ggf. auch die Kripo ins Haus.
Vielleicht können dir deine Geschwister mitteilen, bei welchem Arzt oder Krankenhaus er in Behandlung war. Dort kann dann ggf. dein Verdacht beseitigt werden, falls er wirklich an Krebs gestorben ist.

2.) Ein Pflichtteil müsste dir ziemlich sicher zustehen (lebte deine Familie in Deutschland)?
Der muss gezahlt werden, auch wenn man enterbt worden ist. Da müsste sich rechtlich schon etwas geändert haben irgendwann. Aber so kenne ich das.

 

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17. Juni 2018 um 17:51
In Antwort auf ella-1234

1.) Wenn dir das keine Ruhe lässt, solltest du zumindest herausfinden können, ob dein Bruder an Krebs gestorben ist. Er muss da ja wohl in Behandlung gewesen sein.
Sollte er in diesen Jungen Jahren zu Hause gestorben sein, müsste ein Arzt seinen Tod festgestellt haben. Wenn dies nicht eindeutig war, kommt ggf. auch die Kripo ins Haus.
Vielleicht können dir deine Geschwister mitteilen, bei welchem Arzt oder Krankenhaus er in Behandlung war. Dort kann dann ggf. dein Verdacht beseitigt werden, falls er wirklich an Krebs gestorben ist.

2.) Ein Pflichtteil müsste dir ziemlich sicher zustehen (lebte deine Familie in Deutschland)?
Der muss gezahlt werden, auch wenn man enterbt worden ist. Da müsste sich rechtlich schon etwas geändert haben irgendwann. Aber so kenne ich das.

 

... jungen Jahren zu Hause gestorben sein...
kommt auch die Kripo ins Haus, wenn der Totenschein des Arztes irgendeinen Zweifel offen lässt / etwas nicht ganz offensichtlich ist.

So hatte ich es gemeint.

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17. Juni 2018 um 17:51
In Antwort auf ella-1234

1.) Wenn dir das keine Ruhe lässt, solltest du zumindest herausfinden können, ob dein Bruder an Krebs gestorben ist. Er muss da ja wohl in Behandlung gewesen sein.
Sollte er in diesen Jungen Jahren zu Hause gestorben sein, müsste ein Arzt seinen Tod festgestellt haben. Wenn dies nicht eindeutig war, kommt ggf. auch die Kripo ins Haus.
Vielleicht können dir deine Geschwister mitteilen, bei welchem Arzt oder Krankenhaus er in Behandlung war. Dort kann dann ggf. dein Verdacht beseitigt werden, falls er wirklich an Krebs gestorben ist.

2.) Ein Pflichtteil müsste dir ziemlich sicher zustehen (lebte deine Familie in Deutschland)?
Der muss gezahlt werden, auch wenn man enterbt worden ist. Da müsste sich rechtlich schon etwas geändert haben irgendwann. Aber so kenne ich das.

 

Meine Geschwister sind seit dem Erbfall leider unauffindbar, sonst hätte ich da nachgehakt. 

Ich habe auch dem Amtsgericht meiner Heimatstadt Bescheid gegeben, ohne dass sich da etwas getan hätte. 

Originalzitat: "Gut möglich, dass Ihr Bruder eines unnatürlichen Todes gestorben ist, aber wir graben ihn nicht mehr aus."

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17. Juni 2018 um 17:59
In Antwort auf silvesterqueen

Vor einigen Tagen habe ich ja in einem anderen Thread schon mal etwas von mir preis gegeben. Für diejenigen, die es nicht gelesen haben:

ich bin 65 Jahre alt, mehrfach behindert seit Geburt. Mein Vater war gewalttätig allen seinen Kindern gegenüber und hat mich früh aus dem Haus geekelt. 

Mein jüngerer Bruder war noch schwerer behindert als ich  und war deshalb sein Leben lang von unseren Eltern abhängig. Auch er hatte unter der Brutalität unseres Vaters zu leiden. Es gab außerdem noch 3 andere Geschwister, die mehr oder weniger gesund waren und zwei große alte Fachwerkhäuser als Familienbesitz. 

Nach meinem Auszug von Daheim hatte ich kaum noch Kontakt zu meinen Eltern. Irgendwann rief mich meine Schulfreundin an, ich solle doch mal zuhause anrufen. Es gäbe schlechte Nachrichten. Ich rief also zuhause an und hatte meine Mutter am Telefon. - Smalltalk.... wie geht´s, etc.p.p. Dann fragte ich, wie es meinem behinderten Bruder ginge. - Stille in der Leitung. Ich wiederholte meine Frage. Nach langen Minuten endlich der herausgepresste Satz: "Er ist tot!" - Tot mit 43 Jahren? Ich konnte es nicht glauben; zumal er organisch gesund gewesen war. Er hatte nur Bewegungs- und Sprachstörungen, konnte laufen und Fahrrad fahren. Er hätte Krebs gehabt, sagte meine Mutter. "Was für Krebs?" , fragte ich.

Um es kurz zu machen, telefonierte ich in der Folgezeit etwas öfter mit meiner Mutter und fragte jedes Mal auch nebenbei, an welcher Krebserkrankung mein Bruder gelitten hatte. Mal war es Magenkrebs, mal war es Darmkrebs und mal wusste sie nicht mehr, welcher Krebs es war. Ich glaubte ihr kein Wort. Der Kontakt brach wieder für lange Zeit ab. 

Kurz vor ihrem Tod hatte ich noch Gelegenheit, sie zu besuchen und schon beim Betreten meines Elternhauses hatte ich ein sehr ungutes Gefühl. Deshalb blieb ich auch nicht lange. Nach dem Tod beider Eltern flatterte dann die Überraschung in Form des Testaments ins Haus, das 1996, sieben Jahre vor dem Ableben meines behinderten Bruders verfasst worden war. 

Er kam nirgendwo im Testament vor.
Ich kam nirgendwo im Testament vor. Ich habe noch nicht mal meinen Pflichterbteil erhalten.
Die anderen drei Geschwister haben das Erbe unter sich aufgeteilt.

Die Frage, die mich schon seit Jahren beschäftigt und mir keine Ruhe lässt: hat mein Vater etwas mit dem Tod meines Bruders zu tun gehabt? 

Vielleicht kannst du über deine Schulfreundin oder andere alte Bekannte im Ort noch etwas herausbekommen. Wenn es dir wichtig ist. Ich frage mich nur, warum es das sein sollte. Wärst du denn zufrieden, wenn sich ein schlimmer Verdacht bestätigen würde? Ganz offen: Ich würde das gar nicht wissen wollen.

Die Frage nach dem Erbe finde ich aus eigener Erfahrung auch nicht gut. Auch wenn du noch Ansprüche hättest - nach Jahren der Abwesenheit - verdirbst du dir nur das Leben mit Sorgen und Streit, die du nicht haben musst. Da wäre eine Menge ärgerlicher Schriftverkehr mit Anwälten usw. ... Auch Miteigentum an einer Immobilie mit streitsüchtigen oder egoistischen Miteigentümern wäre nicht erstrebenswert, es ginge dann höchstens um Geld. Aber erkundige dich zunächst, was alte Fachwerkhäuser an Geld verschlingen können. Von der sonstigen Unterhaltung nicht zu reden, wenn sie z.B. vermietet werden müssten. Das ist wie ein zusätzlicher Job, den du dir da einhandelst. Ich bin jedenfalls froh, dass wir uns nur noch um unser Eigenheim kümmern müssen.

Unter dem Strich: Lass es lieber bei dem, wie es jetzt ist. Und genieße dein Leben. 

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17. Juni 2018 um 18:04
In Antwort auf anne234

Vielleicht kannst du über deine Schulfreundin oder andere alte Bekannte im Ort noch etwas herausbekommen. Wenn es dir wichtig ist. Ich frage mich nur, warum es das sein sollte. Wärst du denn zufrieden, wenn sich ein schlimmer Verdacht bestätigen würde? Ganz offen: Ich würde das gar nicht wissen wollen.

Die Frage nach dem Erbe finde ich aus eigener Erfahrung auch nicht gut. Auch wenn du noch Ansprüche hättest - nach Jahren der Abwesenheit - verdirbst du dir nur das Leben mit Sorgen und Streit, die du nicht haben musst. Da wäre eine Menge ärgerlicher Schriftverkehr mit Anwälten usw. ... Auch Miteigentum an einer Immobilie mit streitsüchtigen oder egoistischen Miteigentümern wäre nicht erstrebenswert, es ginge dann höchstens um Geld. Aber erkundige dich zunächst, was alte Fachwerkhäuser an Geld verschlingen können. Von der sonstigen Unterhaltung nicht zu reden, wenn sie z.B. vermietet werden müssten. Das ist wie ein zusätzlicher Job, den du dir da einhandelst. Ich bin jedenfalls froh, dass wir uns nur noch um unser Eigenheim kümmern müssen.

Unter dem Strich: Lass es lieber bei dem, wie es jetzt ist. Und genieße dein Leben. 

Um die Häuser geht´s mir gar nicht.

Ich frage mich nur, ob unsere Behinderung schuld war, dass wir vom Erbe ausgeschlossen wurden? Offensichtlich ja.

Und, nein, genießen kann ich mein Leben nicht mehr, denn der Tod meines Bruders lässt mir keine Ruhe.

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17. Juni 2018 um 18:06

Gute Idee! Vielleicht kannst du mir auch sagen, WIE?

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17. Juni 2018 um 18:24

Es ist verständlich, dass du wissen willst, ob dein Bruder eines natürlichen Todes verstorben war oder nicht. Aber letztlich bringt es dir auch nicht mehr viel, dies zu wissen.
Du solltest dieses dunkle Vater-Kapitel für dich, ohne die Todesursache deines Bruders zu kennen, endgültig abschließen. Sonst kommst du nie zur Ruhe.

Ansonsten hoffe ich, dass du deine Geschwister wiederfindest und sie es dir sagen.

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17. Juni 2018 um 18:32
In Antwort auf haumichhaha

Es ist verständlich, dass du wissen willst, ob dein Bruder eines natürlichen Todes verstorben war oder nicht. Aber letztlich bringt es dir auch nicht mehr viel, dies zu wissen.
Du solltest dieses dunkle Vater-Kapitel für dich, ohne die Todesursache deines Bruders zu kennen, endgültig abschließen. Sonst kommst du nie zur Ruhe.

Ansonsten hoffe ich, dass du deine Geschwister wiederfindest und sie es dir sagen.

Ich würde ja gerne damit abschließen, nur kommt das Thema immer wieder mal hoch.

Wenn ich wenigstens noch einigermaßen mobil wäre, wäre ich längst in meine Heimat gefahren und hätte Rabbatz gemacht. Die haben verdammtes Glück, dass ich nicht mehr so kann, wie ich will.

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17. Juni 2018 um 18:44
In Antwort auf silvesterqueen

Um die Häuser geht´s mir gar nicht.

Ich frage mich nur, ob unsere Behinderung schuld war, dass wir vom Erbe ausgeschlossen wurden? Offensichtlich ja.

Und, nein, genießen kann ich mein Leben nicht mehr, denn der Tod meines Bruders lässt mir keine Ruhe.

Du solltest deinem Vater vergeben. Er ist verstorben. Auch für ihn war es gewiss nicht das glücklichste Leben. Aber das wäre am ehesten in deinem eigenen Interesse, damit du wieder oder endlich! deine Ruhe damit finden kannst. Es würde dir persönlich gar nichts bringen, wenn du noch mehr Negatives erfahren würdest. Beschäftige dich lieber mit sinnvollen, mit guten Gedanken, die dich so faszinieren, dass diese Probleme immer kleiner werden.
Zum Großteil hast du hier im Forum schon so gute Gedanken geäußert, dass ich nie auf die Idee gekommen wäre, dass du dir mit solchen Problemen selbst das Leben vermiest. 

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17. Juni 2018 um 18:50

Würde ich vom Krankenhaus Infos bekommen? - UNWAHRSCHEINLICH, weil Datenschutz.

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17. Juni 2018 um 18:51
In Antwort auf anne234

Du solltest deinem Vater vergeben. Er ist verstorben. Auch für ihn war es gewiss nicht das glücklichste Leben. Aber das wäre am ehesten in deinem eigenen Interesse, damit du wieder oder endlich! deine Ruhe damit finden kannst. Es würde dir persönlich gar nichts bringen, wenn du noch mehr Negatives erfahren würdest. Beschäftige dich lieber mit sinnvollen, mit guten Gedanken, die dich so faszinieren, dass diese Probleme immer kleiner werden.
Zum Großteil hast du hier im Forum schon so gute Gedanken geäußert, dass ich nie auf die Idee gekommen wäre, dass du dir mit solchen Problemen selbst das Leben vermiest. 

Meinem Vater vergeben? 

In hundert Jahren nicht!

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17. Juni 2018 um 18:59

Danke, Pav. 

Ja, mein Bruder hat mir etwas bedeutet. Als Kinder haben wir uns gut verstanden und gegen die anderen Drei zusammen gehalten. 

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17. Juni 2018 um 19:03
In Antwort auf silvesterqueen

Meinem Vater vergeben? 

In hundert Jahren nicht!

Denke bitte darüber nach. Deinen Vater interessiert es nicht mehr. Auch deinen Bruder nicht.
Nur dich.

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17. Juni 2018 um 19:04
In Antwort auf silvesterqueen

Vor einigen Tagen habe ich ja in einem anderen Thread schon mal etwas von mir preis gegeben. Für diejenigen, die es nicht gelesen haben:

ich bin 65 Jahre alt, mehrfach behindert seit Geburt. Mein Vater war gewalttätig allen seinen Kindern gegenüber und hat mich früh aus dem Haus geekelt. 

Mein jüngerer Bruder war noch schwerer behindert als ich  und war deshalb sein Leben lang von unseren Eltern abhängig. Auch er hatte unter der Brutalität unseres Vaters zu leiden. Es gab außerdem noch 3 andere Geschwister, die mehr oder weniger gesund waren und zwei große alte Fachwerkhäuser als Familienbesitz. 

Nach meinem Auszug von Daheim hatte ich kaum noch Kontakt zu meinen Eltern. Irgendwann rief mich meine Schulfreundin an, ich solle doch mal zuhause anrufen. Es gäbe schlechte Nachrichten. Ich rief also zuhause an und hatte meine Mutter am Telefon. - Smalltalk.... wie geht´s, etc.p.p. Dann fragte ich, wie es meinem behinderten Bruder ginge. - Stille in der Leitung. Ich wiederholte meine Frage. Nach langen Minuten endlich der herausgepresste Satz: "Er ist tot!" - Tot mit 43 Jahren? Ich konnte es nicht glauben; zumal er organisch gesund gewesen war. Er hatte nur Bewegungs- und Sprachstörungen, konnte laufen und Fahrrad fahren. Er hätte Krebs gehabt, sagte meine Mutter. "Was für Krebs?" , fragte ich.

Um es kurz zu machen, telefonierte ich in der Folgezeit etwas öfter mit meiner Mutter und fragte jedes Mal auch nebenbei, an welcher Krebserkrankung mein Bruder gelitten hatte. Mal war es Magenkrebs, mal war es Darmkrebs und mal wusste sie nicht mehr, welcher Krebs es war. Ich glaubte ihr kein Wort. Der Kontakt brach wieder für lange Zeit ab. 

Kurz vor ihrem Tod hatte ich noch Gelegenheit, sie zu besuchen und schon beim Betreten meines Elternhauses hatte ich ein sehr ungutes Gefühl. Deshalb blieb ich auch nicht lange. Nach dem Tod beider Eltern flatterte dann die Überraschung in Form des Testaments ins Haus, das 1996, sieben Jahre vor dem Ableben meines behinderten Bruders verfasst worden war. 

Er kam nirgendwo im Testament vor.
Ich kam nirgendwo im Testament vor. Ich habe noch nicht mal meinen Pflichterbteil erhalten.
Die anderen drei Geschwister haben das Erbe unter sich aufgeteilt.

Die Frage, die mich schon seit Jahren beschäftigt und mir keine Ruhe lässt: hat mein Vater etwas mit dem Tod meines Bruders zu tun gehabt? 

Diese Frage kann dir niemand von uns beantworten.  

du hattest damals schon gleich Nachforschungen beantragen müssen. 

vorallem steht dir ein Pflichtteil des Erbes zu. Dich kann man nicht umgehen. Klage es ein. 

 

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17. Juni 2018 um 19:05

WO anrufen? In welchem Krankenhaus? Die Behandlung, falls eine stattgefunden hat, kann von Bonn bis Koblemz überall gewesen sein. Ich weiß ja NICHTS über ihn, seitdem ich von Zuhause weg bin.

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17. Juni 2018 um 19:08
In Antwort auf fresh0089

Diese Frage kann dir niemand von uns beantworten.  

du hattest damals schon gleich Nachforschungen beantragen müssen. 

vorallem steht dir ein Pflichtteil des Erbes zu. Dich kann man nicht umgehen. Klage es ein. 

 

Ich habe ja Nachforschungen beantragt, aber nie eine Antwort vom Gericht erhalten.

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17. Juni 2018 um 19:13

Guter Ansatz, das mit dem Rechtsmediziner. Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Vielen Dank. 

Den Anwalt hebe ich mir auf, wenn alles andere nichts bringt.

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17. Juni 2018 um 19:20

Wenn du weißt, ob dein Bruder bis zuletzt bei deinen Eltern gelebt hat oder wo er gelebt hat, dann kannst du ja mal bei der dortigen Gemeinde anfragen, ob du Auskunft aus dem Sterberegister bekommen kannst. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit einer schriftlichen online-Beantragung für so eine Auskunft (so etwas gibt es). Ich weiß, dass es so etwas gibt - allerdings weiß ich nicht, ob das überall angeboten wird. Auf diesen Daten aufbauend, kannst du vielleicht die Recherche beginnen.

 

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