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ES WURDE EIN ROMAN: Ich verdänge, dass mein Partner einen Sohn hat

10. April 2014 um 0:47

Hallo,
ich leg gleich mal los meine Situation zu schildern:
Ich bin 25 Jahre alt, mein Partner ist 31 und hat einen 10jährigen Sohn. Wir sind jetzt ein halbes Jahr zusammen und bisher habe ich seinen Sohn nicht kennengelernt, weil ja... ich es nicht wollte bzw. mich der Situation nicht gewachsen fühle.

Ich liebe meinen Partner über alles, habe zum ersten mal in einer Beziehung das Gefühl, dass eben diese Liebe auf Gegenseitigkeit beruht. Es läuft nahezu perfekt zwischen uns, er ist der Mann den ich immer wollte und umgekehrt.

Von Anfang an hat er mir zu verstehen gegeben, dass er es sich sehr wünschen würde, wenn sein Sohn und ich uns kennenlernen "und das am besten schon Morgen". Hat Stundenlang über ihn geredet und geredet, natürlich nur in den höchsten Tönen. Da war er schon ziemlich übereifrig. Ich habe schnell gemerkt, dass ich irgendwie ein ungutes Gefühl bei der Sache empfinde. Habe mir aber erstmal nichts anmerken lassen. Dann nach einem herzzerreissend süßen Telefonat zwischen den Beiden, das ich zufällig mitgehört habe, hat es bei mir regelrecht die Sicherungen durchgeknallt. Den Kleinen zu hören wie unglaublich er sich gefreut hat seinen Papa zu hören und mein Partner genauso überwältigt und... väterlich, bedingungslos glücklich. Ich habe das Zimmer verlassen und hab mich kaum mehr eingekriegt - vor Schmerz! Mir hat das SO SEHR weh getan und gleichzeitig war ich geschockt, empört von mir selbst - was soll das gewesen sein? Eifersucht? Ich bin zwar ein sehr emotionaler Mensch, aber dieses Gefühl war mir bisher fremd! Gegen ein Kind Eifersucht zu verspüren? Rational gesehen: mehr als verwerflich! Ich wusste absolut nicht wie ich damit umgehen sollte. Solche kleinen Aussetzer meinerseits haben sich noch öfter ereignet als ich mit seinem Sohn konfrontiert wurde. Irgendwann habe ich meinen Partner gebeten mir Zeit zu geben, er solle mich bitte nichtmehr "drängen" ihn kennenzulernen. Irgendwann ging es dann soweit, dass er auch nichts mehr von ihm erzählt hat oder ihn erwähnt, weil er gemerkt hat wie meine Laune bei dem Thema in den Keller sinkt. Wahrscheinlich wollte ich das unbewusst sogar so. Gut, so verdänge ich jetzt die Geschichte, genieße meine wundervolle Beziehung und fange jeden 2. Samstag an tief traurig zu werden und mir den Kopf darüber zu zerbrechen was da mit mir schief läuft.

Ich selbst bin Scheidungskind und musste genau in dem gleichen Alter, wie der Kleine jetzt ist, die ziemlich heftige Trennung meiner Eltern miterleben. Keine schöne Zeit für mich, in der ich sehr wenig Liebe erfahren durfte. Nach Hin- und Hergezerre habe ich ein paar Jahre bei meinem Vater gelebt bevor ich mit 16 ausgezogen und meine eigenen Wege gegangen bin. Er hatte viele, oft wechselnde neue Beziehungen mit Frauen. Ich bin damals mit der Situation nicht zurecht gekommen, bis heute habe ich kein gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Familie hat für mich einen eher geringen Stellenwert und ich will auch keine eigenen Kinder (Ja, ich weiß mit 25 ist das leicht zu sagen). Jetzt in der Situation der "neuen Frau" zu sein ist mir sehr suspekt. Und jetzt ist da auf einmal ein Kind. Mit 10 Jahren - ich weiß absolut nichts von Kindern mit 10 Jahren! Und für meinen Traummann stehe ich an 2. Stelle (was ja auch gut so ist, von meinen Eltern hätte ich mir das damals sehr gewünscht. Natürlich sollten Kinder IMMER an erster Stelle stehen. Aber... ja das tut weh)

Einerseits glaube ich, ich sollte das garnicht erst vergleichen aber... ich weiß nicht... Ist es doch die Verbindung zu seiner Ex die ich in dem Kind sehe? Ist die Eifersucht auf seine Ex gerichtet? Ich weiß nicht was mein Problem ist!! Der Kleine habe sich z.B. total für meinen Partner gefreut, total ausgeflippt soll er sein, dass er 4 Jahren nach der Trennung endlich wieder eine Frau gefunden hat und Papa endlich wieder glücklich ist. So wie mein Partner davon erzählt, glaube ich, dass er wirklich neugierig auf mich ist und sich nicht halb so viel nen Kopf über ein Zusammentreffen macht wie ich. Aber ich habe wirklich Angst davor. Wenn ich schon halb zusammenbreche wenn ich seine Stimme höre, was passiert denn dann wenn ich die Beiden zusammen sehe? Das LETZTE was ich will ist dem Kleinen irgendwie das Gefühl zu vermitteln das ich ein Problem mit ihm habe. Mir ist bewusst, dass ich das Problem bin. Aber mittlerweile ist es ein halbes Jahr, ich glaube langsam denkt sich der Kleine auch schon: "Hat die wohl keinen Bock auf mich?"

Mein Partner darf den Kleinen alle 2 Wochen frühs abholen und abends wieder zurückbringen, obwohl er ihn gerne öfter und länger hätte - seine Ex will das aber nicht. Ich weiß und merke, dass ihn das sehr zu schaffen und traurig macht. Er liebt und vermisst seinen Sohn wirklich sehr.
Da er auswärts arbeitet, sehen wir uns selber meistens nur am Wochenende, alle zwei Wochen geht eben noch ein Tag drauf, da er seinen Kleinen hat. Ich akzeptiere das natürlich so - versuche mir nichts anmerken zu lassen und könnte trotzdem innerlich heulen wenn er geht.

Er hat ein so unglaubliches Verständnis mit mir. Ich glaube in seiner Situation würde ich nicht so reagieren können. Allein das ist Grund genug ihn den Gefallen zu tun, mich am Riemen zu reissen, meinen Kopf auszuschalten und den Kleinen kennenzulernen. Aber... ich schaffe es nicht. Ich schaffe es einfach nicht normal zu reagieren wenn er Samstags geht und ich schaffe es nicht den Mund aufzumachen, wenn ich ihm eigentlich sagen will: "lass uns nächstes Mal was zu Dritt machen".

Bitte Bitte gebt mir einen Rat! Ich weiß nicht weiter...
Wie es gerade läuft ist es schön, aber kein Zustand für immer. Ich weiß er wird mich nicht vor die Wahl stellen Ich oder sein Kind... aber er würde sich auch nichts mehr wünschen, und das hat er verdient...

: (

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10. April 2014 um 8:58

Ich würde dir
empfehlen über deinen Schatten zu springen und den Kleinen zu treffen.
Ich weiß nicht wo genau deine Angst davor herkommt, aber kann es sein, dass es auch das "ausgeschlossen sein" sein kann was so weh tut?
Ich sag nicht, dass du jetzt Ersatzmami spielen solltst, sondern nur, dass du dich nicht weiter selbst aussperren darfst. Mag sein, dass es dir nicht leicht fallen wird, den Schritt zu tun, den Sohn deines Freundes kennenzulernen, aber du wirst ihn gehen müssen! Wenn du deine Zukunft mit diesem Mann planst, wirst du seinen Sohn nicht ausschließen können! Also überwinde deine Angst davor und lern ihn kennen!

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10. April 2014 um 9:14

...das ist schwierig.
Meine Meinung dazu...

das Problem ist nicht die Verbindung mit der Ex, sondern das dich der Kleine jedes Mal triggert, an Dinge erinnert die du am liebsten vergessen möchtest, die dir selber passiert sind. Der Kleine ruft die Gefühle von damals, von dir hervor und das tut weh, weil du deine Vergangenheit überhaupt nicht verarbeitet hast. Wie hat sich dein Vater nach der Trennung verhalten? Hat deine Mutter Euch gegeneinander aufgehetzt? Bist du neidisch darauf das dein Vater nicht so war? Hast du jemals mit jemanden wirklich darüber geredet? Wahrscheinlich nicht, es tut zu doll weh, aber wenn du dich nicht deiner Vergangenheit stellst, dann wirst du am Ende deinen Partner verlieren und nicht weil sein Sohn ihm wichtiger ist, sondern weil du nicht mit dem Sohn kannst. Stell dir vor man kann das "Perfekte Glück" haben, dich und seinen Sohn gemeinsam.

Du hast die Wahl, davon laufen, und deinen Parnter verlieren, oder dir Hilfe suchen, durchaus Psychologische, deinen Partner die Situation erklären, um seine Unterstützung bitten und am Ende, vielleicht wirklich Glücklich sein und einen tollen Jungen kennen zulernen.

Wünsche dir alles Gute

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10. April 2014 um 9:22

Wer im Glashaus sitzt...
Der Experte spricht mal wieder und ich sitze da und alles was mir dazu einfällt ist

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10. April 2014 um 11:06

???
also pacjam, wenn du außer diese holen Kommentare nichts anderes zu Stande bringst, dann lass es doch gleich bleiben! Dass ich in der Hinsicht gestört bin is mir selber klar! Aber das hilft mir auch nichts....

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10. April 2014 um 11:12
In Antwort auf vikki_12337483

Ich würde dir
empfehlen über deinen Schatten zu springen und den Kleinen zu treffen.
Ich weiß nicht wo genau deine Angst davor herkommt, aber kann es sein, dass es auch das "ausgeschlossen sein" sein kann was so weh tut?
Ich sag nicht, dass du jetzt Ersatzmami spielen solltst, sondern nur, dass du dich nicht weiter selbst aussperren darfst. Mag sein, dass es dir nicht leicht fallen wird, den Schritt zu tun, den Sohn deines Freundes kennenzulernen, aber du wirst ihn gehen müssen! Wenn du deine Zukunft mit diesem Mann planst, wirst du seinen Sohn nicht ausschließen können! Also überwinde deine Angst davor und lern ihn kennen!

Danke...
danke für deine Worte kapuina!
In der Rolle, dass ich ausgeschlossen bin fühle ich mich ehrlichgesagt eigentlich ganz wohl -.- Mir tut es eher um die Zeit leid, die uns dadurch verloren geht. Aber es kann so auf Dauer einfach nicht gut gehen... Du hast vollkommen recht, irgendwann muss es sein und ich muss mich überwinden. Das zu schaffen scheint mir nur irgendwie so unmöglich : /
Danke dir!

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10. April 2014 um 11:40

DANKE!
DANKE mariposar und cefeu für die Worte!
Da muss ich jetzt erstmal drüber nachdenken - und arbeiten muss ich ja auch nebenbei ; ) ich werde mich heut Abend nochmal ausführlich dazu melden.
Ich bin wirklich beeindrucckt wieviel Mühe sich hier die Leute geben um zu helfen - und das habt ihr mir wirklich!
liebe Grüße

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10. April 2014 um 13:39

Ich
glaube nicht direkt dass dich die Situation an früher erinnern lässt.. zumindest nicht in dieser Zusammenstellung.

Da du früher keine Liebe bekommen hast.. und du jetzt auch deine geliebte Person teilen musst und wieder nicht Nr. 1 bist... DAS macht dir zu schaffen. Du siehst den Knirps unterbewusst als Konkurrenz an....

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10. April 2014 um 15:27

Müll
Müll und nochmal Müll!

Mein Mann hat auch 2 Kinder von einer anderen Frau..
Anfangs hatte ich auch meine Probleme weil die 2 einfach 0 Erziehung genossen haben und komplett frech sind so vonwegen "ich will das! Papa MUSS mir das kaufen".. irgendwann kotzte mich das so an - obwohl ich sonst gut auskam mit ihnen und sie klebten nur auf mir oben, also mochten sie mich - dass ich es einfach ansprach! Als mein Mann meine Gedanken wusste, wurde einiges gleich besser!
Man darf nur nichts in sich hineinfressen! Tja.. mit den Kids (bereits 10 und 14) verstehe ich mich nach wie vor gut und einen gemeinsamen Sohn haben wir auch!

Wenn man jemanden liebt, versucht man es!

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10. April 2014 um 16:02

Sie
hat doch gewusst dass er ein Kind hat!
Da hätte sie sich nicht auf ihn einlassen dürfen!

Sie kann genauso gut versuchen ihr Kindheitstrauma aufzuarbeiten und somit ihre Partnerschaft retten!

Das wird in jeder Beziehung ein Problem werden wenn sie mal nicht im Mittelpunkt steht!

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10. April 2014 um 16:27

Vl
sollte sie zuerst einmal ein Treffen zulassen? Was wenn es dann doch nicht so schlimm ist wie sie denkt?

Vl. mag sie der Kleine sehr gerne und sie haben eine super Patchwork Situation und sie fühlt sich in einer Familie geliebt? Kinder geben nur echte Liebe und Freundschaft! Vl. würde ihr das sogar helfen!!

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10. April 2014 um 16:50

Du hast
echt die Weisheit mit Löffeln gefressen, Pac!

Ekelhaft wie du dich hier gibst!!!

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10. April 2014 um 17:37

...
oh man...

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10. April 2014 um 20:18

...
Danke für den Rat.
Alles was du geschrieben hast klingt unglaublich schlüssig. Du hast vollkommen recht....
Ich will einfach nicht wahrhaben, dass eine Trennung die einzige Lösung ist. Ich bin auch ziemlich geschockt dass hier fast alle der Meinung sind, das es nicht funktionieren kann.

In wiefern kann er mir denn entgegen kommen? Ich hab ihn meine Situation schon oft versucht zu erklären, er kann das einfach nicht nachvollziehen, er hatte eine behütete Kindheit und eine tolle Familie. Genauso wenig kann ich nachvollziehen wie es ist ein Kind zu haben oder ein Kind in mein Leben zu lassen, dass nicht meins ist.

Ich weiß einfach nicht was der nächste Schritt sein soll... Mich auf ein Treffen einlassen das unerwartet gut oder unerwartet schlecht ausgehen kann und dann die Konsequenzen ziehen?

Ich habe ihn vor ein paar Monaten schonmal vorgeschlagen, dass ich mir psychologische Hilfe suche, meinen Mist aus der Vergangenheit aufarbeite und es dann vielleicht(!) einfacher für mich wird. Alleine die Zeit wirds nicht richten... und genau diese Zeit läuft mir jetzt davon. Eine Therapie oder ähnliches hat er für überflüssig bzw übertrieben abgestempelt. Das verletzt mich schon, dass er den Ernst meiner Probleme nicht ganz wahrnimmt... dafür kennt er mich wahrscheinlich doch noch zu schlecht : /

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10. April 2014 um 21:28
In Antwort auf jolana_12860025

...
Danke für den Rat.
Alles was du geschrieben hast klingt unglaublich schlüssig. Du hast vollkommen recht....
Ich will einfach nicht wahrhaben, dass eine Trennung die einzige Lösung ist. Ich bin auch ziemlich geschockt dass hier fast alle der Meinung sind, das es nicht funktionieren kann.

In wiefern kann er mir denn entgegen kommen? Ich hab ihn meine Situation schon oft versucht zu erklären, er kann das einfach nicht nachvollziehen, er hatte eine behütete Kindheit und eine tolle Familie. Genauso wenig kann ich nachvollziehen wie es ist ein Kind zu haben oder ein Kind in mein Leben zu lassen, dass nicht meins ist.

Ich weiß einfach nicht was der nächste Schritt sein soll... Mich auf ein Treffen einlassen das unerwartet gut oder unerwartet schlecht ausgehen kann und dann die Konsequenzen ziehen?

Ich habe ihn vor ein paar Monaten schonmal vorgeschlagen, dass ich mir psychologische Hilfe suche, meinen Mist aus der Vergangenheit aufarbeite und es dann vielleicht(!) einfacher für mich wird. Alleine die Zeit wirds nicht richten... und genau diese Zeit läuft mir jetzt davon. Eine Therapie oder ähnliches hat er für überflüssig bzw übertrieben abgestempelt. Das verletzt mich schon, dass er den Ernst meiner Probleme nicht ganz wahrnimmt... dafür kennt er mich wahrscheinlich doch noch zu schlecht : /

Wage
ein Treffen und du wirst es sehen!

Vl. tut dir die Zuneigung eines Kindes gut und du spürst endlich was es heißt "Familie" zu haben!

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10. April 2014 um 21:52


perfekt und stimmt genau


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11. April 2014 um 5:19


na hört sich doch super an

aber alle sehen solche "oh Gott SEINE - NICHT MEINE - FREMDE FRAU Kinder" Situationen eben nur immer als Konkurrenz an... kann doch nett auch sein wenn man von den Kindern akzeptiert und geliebt wird!

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