Home / Forum / Liebe & Beziehung / Es gibt nichts, was so sehr weh tut wie die Liebe

Es gibt nichts, was so sehr weh tut wie die Liebe

18. Juli 2007 um 15:57

das habe ich leider erfahren müssen...
Mir geht es total dreckig und ich habe das Bedürfnis, anderen Leuten meine Geschichte zu erzählen, vielleicht hilft es ja...

Ich bin jetzt 24 Jahre alt und war bis vor kurzem insgesamt 3,5 Jahre mit einem Mann zusammen. Er war mein erster Freund. Das Problem war nur: meine Eltern durften das nie erfahren! Meine Schwester hat uns immer geholfen, dass die Beziehung gehiem bleibt und nichts raus kommt.
Sie ist zu uns in die Stadt gezogen, um hier zu studieren (zum Glück weit genug entfernt von unserer Heimatstadt, wo unsere Eltern sind).

Mein Fraund selber hatte nicht dieselbe Nationalität wie ich, deswegen waren meine Eltern nicht damit einverstanden und sie zwangen mich am Anfang, ihn zu verlassen. Ich habe mich damals mit 21 Jahren einschüchtern lassen und getan, was sie von mir verlangt haben. Aber meine 3 Jahre jüngere Schwester hat für uns gekämpft, sie hat mir Mut zugesprochen und wir sind doch zusammen geblieben. Das hielt 3,5 Jahre...

Mein Freund gefiel mein Aussehen nicht, ich wäre nicht feminin genug. Ich ließ mir ie Haare wachsen, ich schminkte mich, um ihm zu gefallen. Mittlerweile sehe ich so aus, dass mein komplettes Semester bestehend aus 170 Leuten über mich redet und mein Aussehen redet. Die Männer kommen bei mir an, sagen meinen Freundinnen:"die könnte doch jeden haben, sie müsste sich nur einen aussuchen".
Ich lernte Kochen für ihn, weil ihm das wichtig war. Ich hielt immer zu ihm, verteidigte ihn vor anderen.
Er war immer so eifersüchtgi, wenn ich mit einem Mann sprach.
Das Problem lag nur darin, dass er mir während der gesamten Bezeihung in regelmäßigen Abständen von Frauen erzählte, die er gut fand, die auch angeblich was von ihm wollten. Er redete mit ihnen, traf sich mit ihnen zum Tennis usw. Ich weiß, dass er mich niemals körperlich betrogen hat - aber er hat mein Herz zerrissen!

Ich wollte, dass er sich auch einmal für mich ändert. Ich wollte nicht viel, nur so behandelt werden wie er auch andere behandelt - respektvoll und aufrichtig. Ich wollte, dass er die Hausarbeit mit mir teilt und nicht dabei zuguckt, wie ich seine Wäsche wasche, bügel, spüle, koche...

Aber er sagt, er will sich nicht ändern, er ist wie er ist und bleibt auch so. Wer mit ihm zusammen sein will, muss das so akzeptieren...

Ich bin vor ein paar Tagen aus unserer gemeinsamen Wohnung "ausgezogen". Ich wollte ihm zeigen, dass ich so nicht mehr kann. Reden half nie was.. es endete nur im Streit, ich habe ihn immer sehr schnell beleidigt (das ist meine große Schwäche).
Und nun?
Wir habe uns gestern noch mal getroffen, weil ich nochmal mit ihm reden wollte.
Er sagte nur: "endlich bin ich frei... ich blühe wieder auf... meine Ketten sind gerissen... ich bin nicht mehr dein Hund..."
Er ist so feige, dass er mir nicht ins Gesicht sagen kann, das es aus ist. Er kann das nur meiner Schwester sagen - aber mir nicht!
Er tut mir das an, was er seiner Ex angetan hat...

Das schlimme aber ist: würde er jetzt ankommen, ich würde zu ihm zurück gehen. WEIL ICH IHN NOCH IMMER LIEBE, weil ich für ihn sogar mein Verhältnis zu meinen Eltern opfern würde.

Wenn ihr diese Geschichte lest, werdet ihr euch denken: wie blöd muss man sein, dass man so einem Mann hinterher trauert! Das gleiche würde ich auch tun.
Die Liebe ist nicht mit Logik zu erklären!!!

Mehr lesen

18. Juli 2007 um 16:18

Schmerz heilt
Hi Flower,

gleich zu Anfang - niemand wird dich für "blöd" halten. Natürlich, wenn man als Außenstehender so eine Geschichte liest, schüttelt man vielleicht den Kopf. Ging mir auch so. Aber jeder, der schonmal geliebt hat, weiß, was das heißt. Für deine Gefühle musst du dich nicht entschuldigen.

Trotzdem - es ist viel, viel besser für dich, dass ihr euch getrennt habt. Du siehst ja trotz deiner Liebe zu ihm seine Schwächen, und das sind welche, die keine Beziehung auf Dauer aushalten würde, zumindest nicht, wenn eine normal denkende und moderne Frau sie führt.

Das Thema "Eltern und ausländischer Freund" ist ein sehr spezielles Thema für sich. Eltern können noch so tolerant sein - sobald ein "Ausländer" in die Nähe ihrer Tochter kommt, kriegen sie Panik. Was bei einem Franzosen oder Polen noch gut gehen mag (immerhin, weiß und "fast" wie wir, nicht wahr), hört meist schon auf, wenn es sich um einen Griechen, Türken oder, Gott bewahre, um einen Nichteuropäer handelt.

Ich kenne selber drei Fälle - eine Freundin hat einen Algerier geheiratet, eine ebenfalls einen Afrikaner, und eine einen Brasilianer (schwarze Hautfarbe). Alle Ehen laufen, soweit ich weiß, bisher gut, allerdings habe ich von einer jetzt schon sehr lange nichts mehr gehört. Alle beteiligten Eltern haben es, soweit ich weiß, akzeptiert, aber einfach war es bei keiner von dreien.

Ich kann die Ängste der Eltern zumindest ansatzweise verstehen. Viele befürchten genau das, was dir passiert ist, und wollen nicht, dass ihre Töchter einem "Pascha" zum Opfer fallen oder, noch schlimmer, vielleicht in einem Land leben, wo sie sich verschleiern müssen oder ähnliches. Diese Urangst der Eltern sollte ernst genommen und nicht mit "Intoleranz" abgetan werden. Denn es bleibt ein Fakt, dass bei solchen Beziehungen oft Welten und Ansichten aufeinanderprallen, die man im ersten Verliebtsein völlig übersieht.

Es geht dabei gar nicht in erster Linie darum, festzulegen, welcher Lebensstil der "bessere" oder "schlechtere" ist. Es geht vielmehr darum, dass sich Kulturen eben nicht so einfach durchmischen lassen, wie viele Toleranzprediger das gerne hätten. Und das hat leider zur Folge, dass solche Beziehungen auch häufig scheitern. Du bist ein ganz klassischer Fall. Natürlich gibt es auch andere Fälle, und jedem ist sein Glück zu wünschen. Das erforert aber Toleranz von beiden Partnern. Bei euch ist es nur einer, der Toleranz übt - und das bist du. Auf dieser Basis kann man keine Beziehung führen.

Auch wenn es dir schwer fällt zu akzeptieren - dieser Mann passt ganz sicher nicht zu dir. Diese Fakten siehst du ja sogar schon selber. Dass du ihn noch liebst, ist dir nicht vorzuwerfen, aber das kannst du nur überwinden, wenn du dich wirklich und endgültig von ihm trennst.

Ich wünsche dir viel Kraft dabei. Sei konsequent und ertrage den Schmerz - das überlebst du, auch wenn du es dir jetzt nicht vorstellen kannst.

Alles Liebe
nexgo

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

18. Juli 2007 um 17:22

Ich fühle mit dir
Hallo! Ich verstehe wie du dich fühlst. Ich habe mich vor zwei Monaten von meinem Freund getrennt, hier die Hintergründe zu erklären, würde zu lagen dauern. Nur so viel, er hat mich in der Beziehung geschlagen, aber ich bin bei ihm geblieben, weil ich ihn geliebt habe. Ich habe die Trennung nie geschafft. Wir haben auch ein Kind zusammen. Die Trennung war schwer, sehr schwer und ich liebe ihn immer noch, und das obwohl ich mittlerweile einen neuen Freund habe. Ich weiß, wenn mein Freund nicht wäre, ich würde sofort zu meinem Ex zurück gehen. Weil ich ihn liebe. Aber das wäre ein Fehler. Bei dir wäre es auch ein Fehler zu ihm zurück zu gehen. Mein Tip, lenk dich ab. Treff dich mit Freundinnen oder mit Freunden. Ich habe es nur durch meinen Freund geschafft die Trennung durchzuhalten bis jetzt. Aber bei mir ist die Trennungphase noch nicht vorbei, weil ich ihn immer noch liebe. Du musst es durchhalten, irgendwann wird es besser und der Schmerz vergeht, aber verbringe nicht zu viel zeit alleine, weil dann denkst du an ihn und fragst dich, was er gerade macht und wie gerne du jetzt bei ihm wärst. Kein Mann ist es wert, sich selbst zu verraten. Ich drücke dir die Daumen, dass du die Trennung durchstehst.

Gruß und Kuss,
ein mitfühlendes Herz

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

18. Juli 2007 um 17:36

Vom dach springt man nicht für einen anderen!
ich musste deinen Beitrag zweimal lesen, um zu verstehen was du überhaupt meinst...
Vielleicht hast du Recht.. ich trauer etwas anderem hinterher. Ich habe den Fehler gemacht mich um 180 Grad zu drehen, mich ihm zuliebe zu . Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, habe ich das gleiche auch von ihm erwartet. Er hat nicht denselben Fehler wie ich gemacht und ist geblieben wie er ist - letztendlich meine eigene Schuld..............

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook

Das könnte dir auch gefallen