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Erst F+, dann Freundschaft, Funktioniert es?

29. Oktober 2020 um 13:06 Letzte Antwort: 29. Oktober 2020 um 23:51

Hallo! 
Ich hatte mit einem Mann so etwas wie eine F+. Eigentlich war es nicht mal eine F+, weil wir wirklich nur Sex miteinander hatten und nichts außerhalb des Bettes unternommen haben. Man hat nur gelegentlich oberflächlich miteinander geplaudert, wirklich kennengelernt haben wir uns nicht. 
Ich bin durch eine Verhütungspanne von ihm schwanger geworden. Er hat von Anfang an akzeptiert, dass ich das Kind behalten möchte und mir seine finanzielle Unterstützung zugesichert. Wir haben uns von da an tiefgründiger unterhalten und uns besser kennengelernt. Größtenteils haben wir über organisatorische Dinge gesprochen, da vieles geklärt werden musste. Da bei mir Komplikationen in der Schwangerschaft aufgetreten sind und er selbst ziemlich viele Probleme mit sich herum schleppt (Familie, Job usw.) haben wir kaum noch über Sex geredet und seit Monaten keinen Sex mehr gehabt (dies ist bei mir gesundheitlich aktuell nicht möglich und er hat nicht die Lust dazu) 
Nun habe ich angesprochen, dass wir besser keinen Sex mehr miteinander haben sollten. Anfangs war er dagegen und der Meinung, dass wir weiterhin eine lockere F+ führen könnten. Jetzt hat er mir jedoch zugestimmt, weil er so langsam einsieht, dass eine F+ keine gute Idee sei. Vermutlich weil er mich besser kennengelernt und so über mich erfahren hat, dass ich nicht nur ein Betthässchen, sondern eine Frau mit Gefühlen bin, die aufgrund der Schwangerschaft emotionaler reagiert als sonst und sich mehr Verbindlichkeit wünscht. 
Wir verstehen uns wirklich gut, jedoch besteht zwischen uns lediglich eine freundschaftliche Dynamik, obwohl wir uns sexuell anziehend finden. Ich habe gehört, dass eine platonische Freundschaft mit sexueller Anziehung nicht funktionieren kann. Nun ist es aber so, dass wir beide eher rationale Menschen sind. Ich bin als Frau in der Lage dazu einen Mann attraktiv zu finden, ohne direkt etwas von ihm zu wollen. Leider sind Männer gefühlt nicht so interessiert an einer reinen Freundschaft mit einer Frau, zumindest habe ich dahingehend schlechte Erfahrungen gemacht. Ich wäre nämlich schon interessiert an einer innigen Freundschaft mit ihm und befürchte, dass er daran kein Interesse hat.

Ich muss zugeben, dass ich anfangs eifersüchtig darauf reagiert habe, wenn er von anderen Frauen gesprochen hat. Mir ist daraufhin bewusst geworden, dass meine Gefühle nicht ganz freundschaftlich sind und ich bin auf Distanz gegangen. Ich bin momentan sehr mit mir und meinem Baby beschäftigt, das bald zur Welt kommt.

Weil er eher sachlich agiert und nicht wirklich initiativ wird, wirkt er auf mich manchmal passiv und desinteressiert. Beispielsweise schreibt er mich selten von sich aus an, reagiert aber eher beleidigt darauf, wenn ich mich mal eine Weile nicht melde und bedankt sich dann für meine Nachricht. Obwohl er anscheinend kaum ein tiefergehendes Interesse an mir hegt, möchte er nicht, dass ich mir in naher Zukunft einen Freund suche. Angeblich würden Stiefväter ihre Stiefkinder nämlich häufig missbrauchen. Männer, die ich attraktiv fand, hat er auch immer schlecht geredet oder behauptet, dass diese ja gar keine Freundin suchen würden. Ich denke mir oft, dass ich mir ihn aus dem Kopf schlagen sollte und schaffe es auch immer, eine Zeit lang wenig Gedanken an ihn zu verschwenden. Meist halte ich mir dann vor Augen, was mich manchmal konkret an seinem Verhalten stört und ärgere mich ein wenig, aber sobald wir wieder miteinander schreiben, sind all meine Vorsätze verschwunden und ich schwebe auf Wolke 7. Wenn ich sauer auf ihn bin, reicht meist nur ein einfacher Satz von ihm aus und meine Wut ist dahin. 

Kann eine platonische Freundschaft unter den Umständen funktionieren? Ich würde mich gerne in ihn verlieben, aber befürchte, dass er meine Gefühle nicht erwidern würde und möchte dieses Risiko nicht eingehen, weil ich aufgrund des Kindes den Kontakt zu ihm nicht abbrechen kann. 
Ich habe aber keine Ahnung, ob eine normale Freundschaft mit Anziehung funktionieren kann, insbesondere wenn man ein gemeinsames Kind hat. 
Mir ist wichtig, dass meine Tochter einen guten Kontakt zu ihrem Vater hat. Weil ich aber Streit nicht leiden kann (er auch nicht), möchte ich Stress und Gefühlschaos möglichst vermeiden. Ich habe aber keine Ahnung, wie sich ein Kind auf eine Freundschaft auswirkt. Soll ich mich überhaupt nicht für ihn interessieren und ihn lediglich dann kontaktieren, wenn es Neuigkeiten bezüglich seines Kindes gibt? Ich erkundige mich oft nach seinem Wohlbefinden etc. und interessiere mich auch sehr für sein Leben. Ich weiß aber nicht, ob das angemessen ist. Er meinte zu mir, dass ich ihm jederzeit schreiben kann und nicht nerven würde (dies war meine Sorge).

Was soll ich nun machen? Ich würde nach der Geburt meines Kindes wirklich gerne weiterhin Sex mit ihm haben, mir ist die Sache aber einfach zu riskant. Ich weiß, dass er zu Sex nicht Nein sagen würde, ich könnte ihn mit Sicherheit auch küssen oder sonst was. Würde er mich anfassen etc. könnte ich auch nicht NEIN sagen

 

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29. Oktober 2020 um 14:39

Du schreibst selbst so distanziert. 

Und auch sehr sachlich. 

Du distanzierst dich weil du Gefühle hast. 

Stell dir mal vor er hat auch Gefühle für dich. 

Und merkt ah gut sie distanziert sich wenn sie Gefühle hat also mach ich das auch. 
Weil das kann sie mir nicht vorwerfen. 

Hier aber musst du sachlich bleiben weil du dir sonst ins eigene Fleisch schneidest. 
Da es vorwurfsvoll klingt auch wenn du das nicht möchtest. 

Also wirfst du ihm was vor was du selber tust weil du dir unsicher bist. 

Ich weiß das du das nicht willst änder es rede mit ihm darüber. 

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29. Oktober 2020 um 23:51

Hi Hagebutte,

zuerst meine besten Wünsche für das Baby und dich.

Über dieses Kind seid ihr ja "für immer und ewig" miteinander verbunden. Es ist meines Erachtens nicht so wichtig,  ob ihr nur befreundet seid oder ob eure Sexualbeziehung weitergeht.

Da er sich nicht freimachen kann oder will, ist es dir freigestellt, ob du andere Männer kennenlernen willst und vielleicht auch den einen und anderen heiratest. Da hat er genau gar nichts dreinzureden!

Alles Gute,

Pi


 

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