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Erst Betrogene jetzt Geliebte

11. März 2012 um 13:13

Ich verstehe mich selbst nicht mehr. Jahrelang war ich verheiratet und mein Mann hat mich immer wieder betrogen, bis ich ihn verlassen habe. Jetzt habe ich seit ein paar Monaten selbst ein Verhältnis zu einem verheirateten Mann. Früher fragte ich mich oft, weshalb es Frauen gibt, die sich mit einem verheirateten Mann einlassen - jetzt gehöre ich selbst zu dieser Gielde.

Gibt es dazu eine psychologische Erklärung?

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11. März 2012 um 13:45

so was soll vorkommen....
bin kein psychologe, kann nur von mir selbst reden.
ich wurde von meinem ex belogen und betrogen (er hatte ein doppelleben mit 2. frau, 2. wohnung, 2. freundeskreis....). nachdem ich es rausgekriegt hatte habe ich ihn in hohem bogen aus meinem leben geschmissen und gelitten wie ein hund....
mir männern wollte ich NIE WIEDER etwas zu tun haben, eine feste beziehung? ich? NIEMALS....
so weit so gut.

ich lernte meinen affairenmann kennen und wir waren lange zeit befreundet und hatten einen gemeinsamen freundeskreis (ohne seine frau/ hobbymässig). erst nach langer zeit haben wir eine affaire angefangen - ja, sehenden auges und ganz bewusst bin ich diese "beziehung" eingegangen.
grundlage waren verschiedene gedanken:
1. er kann mir ja nicht gefährlich werden, weil er seine frau nicht verlassen will (da war er immer knallehrlich, keine falschen versprechungen....) und
2. was geht mich seine frau an, auf mich hat auch keiner rücksichtig genommen
3. auf wärme, nähe und sex will ich auch nicht verzichten -
4. ein gebundener mann bietet genau das was ich brauche

ergo war das das beste was mir passieren konnte....

es ist eine ganze weile gut gegangen, bis sich gefühle entwickelten und meine schöne gedankenwelt kaputt machten. das schlechte gewissen seiner frau gegenüber ließ sich nicht einer weile nicht mehr ausschalten und nachdem die liebe ins spiel kam.... - alles sch....
das ganze ging über mehrere jahre (5), ein auf und ab von trennungen und nicht ohne den anderen können ...
schöne stunden, traurige stunden... tränen und leid und wunderschöne momente - doch immer nur gestohlene zeit und gestohlenes "glück" bis wir es dann geschafft haben uns endgültig zu trennen und jeder für sich sein leben wieder in den griff zu kriegen.

betrug ist sch.... doch mit diesem mann würde ich den weg noch einmal gehen, jede träne noch mal weinen.... er ist es wert.

ich habe in dieser zeit sehr viel über mich gelernt und auch mein altes leben aufgearbeitet:
nicht immer wird einem alles, was man liebt einfach so genommen.
wenn eine beziehung probleme hat, dann sind immer beide dafür verantwortlich. wer letztlich ausbricht geht einen schritt zu schnell nach vorne und sicher einen falschen weg - doch bis es dazu kommt hat auch der andere part einen grossteil dazu beigetragen und vieles falsch gemacht.
man kann vorher millionenmal nie sagen - et kütt so wie et kütt...
nicht die geliebte ist "schuld" an der misere, sondern immer das eigentliche paar.
geliebte sind nur lückenfüller für das was der eigentlichen beziehung fehlt und in gewissem sinne sind geliebte austauschbar... - die probleme liegen viel tiefer.
heute kann ich mit meinem partner reden und probleme angehen. ich bin wieder so weit gefestigt, dass ich wieder lieben kann und vor allem das ich wieder vertrauen kann - meinem schicksal und meinem partner.
das hat lange gedauert, bis ich letztlich mein glück gefunden und meine zweite grosse liebe leben darf sind fast 20 jahre ins Land gegangen.

it's no way return - gelebt wird nach vorne!

ich kann dir nicht schreiben: geniess es hier und jetzt so wie es ist, ich kann dir nur raten: pass auf dich auf und sei vorsichtig.
gerade wenn man selbst betrogen wurde, ist man um ein vieles verletzlicher, denn die alten wunden haben meist nur eine dünne kruste - selbst wenn man meint, man hat ein dickes fell gekriegt...



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11. März 2012 um 13:56

Der grundgedanke ist sicher da
vor allem die verletztlichkeit:
an mich hat auch einer gedacht,
auf mich hat auch niemand rücksicht genommen,

und die unterdrückte wut:
ich zeigs euch allen, ich nehme mir was ich will....
jetzt erst recht, was andere können kann ich schon lange...

so was hilft nicht wirklich aber es tut so gut, denn wut ist immer besser als leiden, trauern und "terben wollen"
wut ist aktivity und was tun - die passivität ist endlich vorbei.

die ernüchterung kommt "leider" viel viel schneller als man denkt und dann ist es letztlich besch.... als vorher und man hat mehr probleme als vorher.

es hat eine weile gedauert bis man wieder oberwasser hat.

heute kann ich für meinen teil sagen, so etwas würde mir nicht mehr passieren, weil ich heute anders damit umgehen kann, ich bin reifer geworden, lebe bewusster und bin stärker als vorher.
betrug ist immer sche... und letztlich leiden immer alle beteiligten... jeder auf seine weise.




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11. März 2012 um 14:27

5 jahre sind eine sehr halte lange zeit für alle
die daran beteiligt sind und waren.

die wut war da und glaube mir, wenn ich meinen ex und seine damalige geliebte gehabt hätte ich hätte sie kastriert, geviertelt, ins fenster gehängt und sonst noch was.... - hab ch aber nicht, weil ich mir die finger nicht schmutzig machen wollte.

wut lässt sich leider nicht kanaliesieren und lenken, sie ist erst mal da - bummm! und das der schuss nach hinten losging, glaube mir, dass habe ich sehr sehr schnell kapiert.

meine geschichte ist nicht eimalig und ganz sicher nicht besonders und doch ein wenig anders. ich wusste aus vielen gespräche mit meinem affairenmann, wie es um seine ehe steht und warum er sich damals noch nicht trennen konnte/wollte (heute ist er schon lange getrennt von ihr - das brauchte allerdings zeit und hatte nichts mit einer affaire zu tun)

!!! stimmt nur bis zu einem bestimmten punkt, denn ihr beide habt euch über einen anderen menschen hinweg gesetzt und einfach mal entschieden so du wirst jetzt betrogen, da spielt nicht nur leid eine rolle sondern auch das man einem skrupellos die entscheidungsfreiheit nimmt für seine feigheit.!!!

ich gebe dir zu 100 % recht, mit der entscheidung zu betrügen nimmst du dem partner das mitspracherecht an der beziehung und das ist falsch und unfair. allerdings glaube ich nicht das jeder das "mal eben so tut", da gibt es unterschiede.
<<<denn wie wir alle wissen, ist trennen ja unmöglich, wenn man ehrlich ist, geht jede trennung schneller und einfacher, als der ganze betrugs mist>>>

nö nicht so ganz, ich habe festgestellt je älter man wird desto schwerer wird eine trennung. da spielen sehr viele dinge eine rolle, die man eigentlich gar nicht wahrhaben will.
zum einen das alter:
mit mitte 50 hast du nicht mehr das ganze leben vor dir, da ist es nicht mehr so einfach mal eben neu anzufangen
die finanzielle seite:
wenn die rente nach 30 jahren ehe geteilt wird, hast du keine möglichkeit mehr das aufzufangen bis zur rente... - die summen kannst du nicht mehr einfach so zusammensparen.
mit mitte 50 baust du nicht mal eben noch ein haus oder eine neue firma auf
eine ganz grosse portion angst vor dem alleinesein wenn es schief geht mit dem neuen partner...
eine ganz tief sitzende verantwortung nach so vielen jahren dem anderen nicht wehtun zu wollen. auch wenn es unfair ist, was ich weiss, macht mich nicht heiss und tut mir auch nicht whe - ergo lieber heimlich .. (ist falsch aber nicht von der hand zu weisen)

viele dinge, die meinem affairenmann damals durch den kopf gegangen sind, kann ich sehr gut nachvollziehen, weil auch ich auf der anderen seite diese gedanken hatte als ich meinen ex vor die tür gesetzt hatte. ich muste mich ja auch neu durchwuseln und das war nicht leicht und mit sehr vielen ängsten belegt.

ich glaube auch nicht an den satz: einmal betrüger - immer betrüger. es gibt solche und solche...

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11. März 2012 um 17:46

Stimmt, nur leider
kam ich an die nicht ran - was sollte ich denen denn gross tun? ich hab ihn rausgeschmissen aus meinem leben; sie kannte ich gar nicht und dann hab ich mich zurückgezogen und "meine wunden geleckt" und versucht mein leben wieder in den griff zu kriegen.
da kam mir dann jemand, der mir nicht gefährlich werden konnte ganz recht.
weisst du, mir ist schon bewusst und sehr klar, dass das nicht richtig war, aber ich stehe dazu, dass es mir damals sch.... egal war.
heute würde ich es anders machen...,

fünf jahre sind nicht so viel, wenn man davon mehr als 2 schwer krank ist (u.a herz) und gerade in dieser zeit sehr viel kraft für andere dinge braucht. mir gegenüber hat er nie eine ausrede gebraucht, weil ich keine erwartet habe. ich wusste was ich bin - seine geliebte - nicht mehr und nicht weniger. es kam der punkt, an dem wir beide mehr wollten und das war der punkt an dem wir uns getrennt haben.

ausreden brauchen nur erfunden werden, wenn jemand da ist, der genau diese ausreden auch hören will, oder?
leider trifft das sogar beide seiten....
wenn ich meinen partner frage: was ist?, weil ich spüre da stimmt was nicht und dieser antwortet: nichts, bin müde (habe kopfweh....) und ich mich damit zufrieden gebe (um meine ruhe zu behalten und mich nicht mit unangenehmen dingen befassen zu müssen) dann trage ich doch auch die schuld an der mangelnden kommunikation, oder nicht?
und wenn ich als geliebte immer wieder hören will, dass er sich trennt und er "mir nicht wehtun will", dann werden halt dinge hochgepuscht und für wichtig erstellt. sei es der geburtstag des hamsters oder sonst was.
es kommt immer auch darauf an, was ich denn nun hören will und wieviel ich in irgendetwas hineinmale....

ja, er hat erst nach unserer affaire erkannt wo er wirklich steht und was ihm wichtig ist, so wie auch ich wieder zu mir selbst gefunden habe und mir mein leben zurückerobert habe, was ebenso schwer war.

hinzu kam bei ihm, dass sich viele dinge, die halt zu anfang ihre zeit brauchten eben genau in dieser zeit geregelt haben und er keine verantwortung mehr zu übernehmen brauchte und viel freier enstscheidungen treffen konnte....

stimmt, er hat 5 Jahre lang (nein, eigentlich schon länger, denn fremdgehen beginnt lange bevor ein dritter im bunde ist) seine ehefrau hintergangen, weil er ihr nicht klipp und klar gesagt hat: ich will mich trenne mich, weil ich dich nicht mehr liebe. hat er nicht, er hat nur gesagt, ich will nicht mehr, es passt nicht mehr zwischen uns und ist geblieben - u.a. auch, weil sie ihn mehrfach gebeten hatte
bleib noch, warte noch ein paar jahre bis .... + .... +.... vorbei ist....


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