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Er will noch ein Kind, ich nicht!

4. November 2008 um 18:14

Hallo,

das ist ja meist umgekehrt der Fall, die Frau möchte noch ein KInd, der Mann nicht. Bei uns ist es genau umgekehrt.
Wir haben eine 20 Monate alte Tochter, die sehr lieb und umkompliziert ist und die ich auch sehr liebe. Nun möchte mein Mann unbedingt noch ein Kind, mir reicht es aber und ich will keines mehr. Ich fand das erste Jahr mit Kind eher schrecklich, auch in der Retroperspektive. Ich habe mich sehr oft allein und depressiv gefühlt und hatte auch Postnatale Depressionen. Leider wohnen die Großeltern sehr weit weg. Mein Mann war anfangs beruflich auch recht oft unterwegs und ich habe ihn ohne Ende beneidet. Unsere Tochter ist zwar sehr lieb und schlief auch schon sehr früh durch, trotzdem ist sie anstrengendes Kleinkind. Seit einem Monat arbeite ich wieder Teilzeit und unsere Tochter geht zur Tagesmutter. Seitdem geht es viel besser und ich habe das Gefühl, ich bin im Leben zurück. Das will ich nicht alles wieder aufgeben! Besonders, da ich faktisch die Hauptverantwortliche für meine Tochter bin (ich stehe jeden morgen mit ihr auf, bringe sie jeden abend ins Bett, bringe sie immer zur TaMu und hole sie immer ab etc.). Mein Mann hat noch keine 12 Stunden alleine mit unserer Tochter verbracht, geschweige denn mehrere Tage. Ich bin einfach so froh, dass sie jetzt selbstständiger wird.

Ich finde es wahnsinnig anstrengend, den ganzen Tag mit einem Kleinkind bzw. Baby zu verbringen, dagegen ist die Arbeit Erholung.
Mein Mann hat 2 (ältere) Geschwister und kann sich das Leben als Einzelkind gar nicht vorstellen, ich (Einzelkind) schon und es gibt Schlimmeres. Aber natürlich wäre es schön, wenn unsere Tochter Bruder oder Schwester hätte.... Auch die ganze Logistik mit zwei Kindern stelle ich mir sehr schwer vor, vom Finanziellen ganz zu schweigen.

Mein Mann wünscht sich aber so sehr noch ein Kind und bei der Hochzeit waren wir uns eigentlich einig, dass wir zwei Kinder wollen, das habe ich praktisch versprochen. Aber jetzt, wo ich die Erfahrung gemacht habe.....reicht mir eins völlig. Das andere ist, dass mein Mann beruflich ins Ausland (Asien) gehen wollte und ich gerne mit. Als das Angebot kam, war ich schwanger und konnte mir nicht mehr vorstellen, mit Baby in Bangkok zu sitzen. D.h. ich habe ihm praktisch schon seine berufliche Laufbahn versaut (darf ich mir auch gelegentlich anhören, aber sagt dann, er habe sich gegen Asien entschieden, damit wir als Familie glücklich zusammen leben können), da habe ich natürlich eh schon ein schlechtes Gewissen.Und jetzt ihm sein sehnlichst gewünschtes 2. Kind versagen??? Aber ich kann doch jetzt nicht ihm zuliebe ein Baby bekommen...

Oh je, was würdet ihr denn da tun bzw. entscheiden???

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4. November 2008 um 18:25

Weil richtige männer
sowas nicht tun ( = Ironie: bitte im duden nachschlagen )

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4. November 2008 um 19:33

Noch nicht...
Ich habe ihm das noch nicht alles so gesagt, eher angdeutet. Was ich ihm aber schon öfter deutlich gesagt habe, ist dass ich mir mehr Unterstützung von ihm wünsche, z.B. dass er am Wochenende mal allein mit ihr einen Spaziergang macht o.ä. Aber sowas kommt für ihn nur äußerst selten in Frage (wenn ich krank bin o.ä.), er sagt dann immer, er möchte etwas als Familie unternehmen. Aber das ich ständig etwas alleine mit meiner Tochter mache zählt nicht. Naja, diese Gespräche enden meistens in einem Streit, in dem er manchmal richtig außer sich ist (also nicht gewalttätig, sondern ihm kommen die Tränen, was sehr ungewöhnlich ist für ihn). Er sagt dann, dass er doch soooo viel macht und so viel auch für mich gemacht hat (nicht ins Ausland gegangen, in eine Stadtwohnung gezogen (obwohl er ländlich wohnen wollte), und dass ich ihm dann noch vorwerfe, er macht zu wenig, bringt ihn außer sich... ich habe dann natürlich immer ein mega schlechtes Gewissen. Also, ich glaube, so viel mehr Unterstützung kann ich von ihm nicht erwarten.
Tja, ich habe mir auch schon gedacht, dass er doch für ein Jahr Elternzeit nehmen könnte, bzw. wir uns die Arbeit teilen (ich arbeite 2Tage die Woche, er 3 oder so), aber das ist natürlich eine Frage,ob das geht von der Firma aus und natürlich muss er da mit einem (vorübergehenden) karriereknick rechnen und finanziell ist das auch so eine Sache.
Wir haben auch vom Elternhaus ganz andere Voraussetzungen, die Kindererziehung anbelangend. bei ihm war das sehr traditionell, also Mutter hat als Vollzeitmama alle 3 Kinder erzogen und Papa hat Geld verdient und war während der Woche praktisch nicht anwesend. Bei mir haben meine Eltern sich von Anfang an alles geteilt, meine Mutter hat vormittags und mein Vater hat nachmittags gearbeitet. Schwierig.

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