Forum / Liebe & Beziehung

Er will mich nach 20 Jahren Ehe für die "Liebe seines Lebens" verlassen

Letzte Nachricht: 6. Oktober 2011 um 11:19
L
liesel_12125626
21.09.11 um 16:49

Ich bin verzweifelt!
Ich bin seit 20 Jahren verheiratet, wir haben 2 Kinder (18/13). Ich habe während unserer Ehe ein Studium gemacht, aber irgendwie es nie geschafft, eine Arbeit zu beginnen. Wir waren uns einig, jetzt wäre ich erst mal Mutter!!! (und Hausfrau). Er hat sein Studium beendet und ist langsam aufgestiegen. Er hatte viel Stress im Berufsleben. Wir hatten oft Streit, aber leider keinen effektiven. Ich habe oft das Thema Paartherapie angesprochen, was er immer ablehnte. Wenn er keinen Stress auf Arbeit hatte und im Urlaub hatten wir immer eine tolle Zeit. Wir haben mehrere Jahre ein altes Haus zusammen saniert und ich hatte das Gefühl, dass die Beziehung jetzt besser wäre, wir hatten wieder viele Pläne.......Das ist jetzt 1 1/2 Jahre her. Seit einem Monat hatte ich das Gefühl, dass etwas mit ihm nicht stimmt, er hat mich immer weggestoßen und war sehr genervt. Ich habe ihn dann vor drei Tagen direkt darauf angesprochen, was los sei. Daraufhin hat er mir unter Tränen gestanden, dass er seit einem Jahr mit einer Anderen sich per e-mail geschrieben habe und dass es seit einem Monat ernst sei. Er hätte auch schon Sex mit ihr gehabt und wolle sich trennen. Es sei die Liebe seinens Lebens.
Sie ist gerade in Scheidung und hat auch noch ein kleines Kind.
Ich bin total zusammengebrochen, ich hab nur geheult, nicht geschlafen, kann bis heute nichts essen und immer wieder verfalle ich in Weinkrämpfe, ich verstehe das Ganze nicht, für mich lief die Beziehung immer besser (außer letzten Monat), ich ertrage es nicht. Ich wollte immer an der Beziehung arbeiten und Dinge verändern, er wollte nicht. Jetzt sagt er, er hätte die ganze Zeit sich nicht wohl gefühlt und seine Zweifel gehabt. Er denkt, dass ich nicht die Richtige für war, von Anfang an. 20 Jahre lang?
Er sagt, er wolle mir beistehen, er wolle immer für mich da sein, ich solle mir keine Sorgen machen und mir ein eigenes Leben aufbauen. Er will langsam seine neue Beziehung intensivieren. Komplett von zu Hause ausziehen könne er sich jetzt noch nicht vorstellen. Er sagt er liebe mich für die schöne Zeit, die wir hatten und für die tollen Kinder. Er will mich als Freundin, bei mir ab und zu mal wohnen, ab und zu was gemeinsam unternehmen, mir ab und zu mal helfen.....Es tut mir so weh. Ich fühle mich wie Müll. Als ob ich tot wäre und er sich gerne zurückerinnert. Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Um ihn kämpfen? Paartherapie?
Ich liebe ihn, bin bereit ihm zu verzeihen und neu anzufangen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man nach einem Monat ab und zu mal Sex entscheiden kann, ob es so eine große Liebe ist und man alles Vergangene dafür wegwirft...Man so viel Leid bringt.
Soll ich es einfach akzeptieren und das Spiel mitmachen....ich weiß nicht weiter...meine Gedanken drehen sich nur im Kreis...ich bin so verzweifelt....

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H
hooda_12751590
22.09.11 um 15:44

Wenn du ihn liebst
lass ihn gehen und warte ab was geschieht versuche dich zu sammeln entweder er bemerkt das sein schritt nicht der richtige war oder er bemerkt den richtigen schritt getan zu haben
sollte er wieder zurück wollen ob heute morgen oder sonst wann liegt es bei dir ob du es erneut eingehst deswegen sammel kraft komme zu dir und versuche nach vorn zu schauen!!!! so schwer es wahrscheinlich ist...

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I
iris_12527557
22.09.11 um 18:22

Du bist natürlich sehr verletzt und das zurecht
er hat ein schlechtes Gewissen und glaubt nun mit Freundschaft das ganz glimpflich ablaufen lassen zu können. Das geht aber nicht. Entweder ihr geht in eine Paarberatung, was durchaus auch Trennung bedeuten kann, aber dann vernünftig oder ihr habt noch eine Chance, weil endlich besprochen wird, was ihm angeblich ja schon immer gefehlt hat.
Meiner Meinung nach muß er erst mal gehen, alles andere ist für dich einfach zu verletzend. Und wenn es die Liebe seines Lebens ist, was immer passieren kann, dann soll er gehen und das konsequent und dann mußt er auch damit leben, dass er dir sehr weh tut. Ein bißchen trennen geht nicht.....Lieben Gruß Melike

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R
raina_12156696
22.09.11 um 19:02

Typisch Mann
Ach, das kommt mir alles so bekannt vor; die Sprüche des Mannes und die eigene verzweifelte Situation. Man fühlt sich wie Dreck, benutzt und gebraucht, und dann ab in den Müll, weil man was besseres gefunden hat. Plötzlich verlieren Männer alle Werte und tun das Gegenteil dessen, was sie immer gepredigt haben. Mir ging und geht es ganz genauso. Irgendwann bleibt aber nur noch die Wut. Dazu kommt oft die Feigheit der Männer, sich davonstehlen, Sprüche klopfen. Leider gibt es für Männer noch keine Therapie; f Frauen in den Wechseljahren sind halbwegs erforscht; aber dass der Wechsel der Männer meist schon mit 40 beginnt und mit 65 oft noch nicht vorbei ist, wird kaum thematisiert. Sich eine andere oder eine jüngere Frau suchen gilt als Kavaliersdelikt; die Promis machen es ja vor. Den Scherbenhaufen, der übrigbleibt, interessiert keinen. Es müsste für Männer eine midlife-crisis-Vorsorge- und Behandlung geben. Sie müssten vor Gefühlschaos und vorschnellen Entscheidungen gewarnt werden - aber das ist wohl Zukunftsmusik. Was hilft: nur von Tag zu Tag leben, sich mit Kleinigkeiten verwöhnen, mit Freundinnen, die Verständnis haben, telefonieren. Alles aufschreiben, was einen bedrückt; im Auto laut schreien, um die Wut rauszulassen. Verlassen werden ist psychische Folter und die Folgen, Schlaflosigkeit, Unruhe, Konzentrationsmängel, Herzrasen...sind es auch. Menschen dürfen Menschen sowas nicht antun. Was anderes ist, wenn beide sich entscheiden, sich zu trennen. Niemand darf so verletzt werden, dass er sich den Tod wünscht. Viele Männer werfen alles weg, wofür sie gearbeitet haben, wegen etwas dreckigem Sex, wegen dem Kick, sich nochmal geil zu fühlen- und hinterher kommt das dicke Ende. Eine Ehe ist nur noch ein Scherbenhaufen und Versprechungen werden nicht gehalten. Warum können solche Männer nicht bestraft werden? Wenn sie sich einfach aus der Verantwortung stehlen, Lebensträume und Lebenspläne zerstören?

Du musst ruhig bleiben, nur, ausschließlich nur an dich denken, an nichts anderes; du musst dich selbst lieben und sagen, das oder jenes bin ich mir jetzt Wert. Das ist ungeheuer schwer, aber man kann es lernen. Irgendwie liebe ich meinen Mann auch noch, aber nicht denjenigen, der mich so sehr verletzt hat wie der deine. Manchmal muss man auch erkennen, dass Männer diese Liebe nicht wert sind und sie nicht verdienen. Dann darf man sie nicht an sie verschwenden. Du bist mit deinen Gefühlen und deiner Verzweiflung nicht allein, es gibt tausende - aufstehen und kämpfen! Ich wünsche dir alles, alles Gute

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D
duci_12235871
23.09.11 um 0:37

Vielleicht hielft Dir das!
Mir ist eine ähnliche Geschichte passiert, habe mich dann entschieden einen Magier aufzu suchen. Hört sich zwar seltsam an, habe ich aber einfach meiner damaligen Kollegin vertraut, die mir den Rat gegeben hat, aus verzweiflung. Heute bin ich froh, denn er ist wirklich zurück gekommen. Und heute ist wieder alles wie zuvor. Einfach unglaublich, aber wahr.
Männer verstricken sich manchmal. Das kann man verzeihen, der Mann ist da wie ferngesteuert. früher haben die Frauen einfach weggeschaut und es ging weiter, mach ihn mal nicht so große Vorwürfe!
Ich bin froh diese Entscheidung damals getroffen zu haben, bevor meine Kinder mit einer fremden Mutter klar kommen mussten. Kannst dir ja mal die Seite anschauen. Ist ein ganz netter Mann, nichts für uns denn ich glaube er ist schon 70 Jahre alt, hat aber ein hohes Wissen angesammelt. Ich habe vor ihm einen großen Respekt. Mein Leben hat sich generell zum besseren verändert. Alles Gute!
raor.de

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L
logan_12432258
23.09.11 um 22:24


hallo linnea,
du schreibst:"Er will mich als Freundin, bei mir ab und zu mal wohnen, ab und zu was gemeinsam unternehmen, mir ab und zu mal helfen...."
ich denk,er weiß genau,dass du ihn so sehr liebst,dass du dieses spiel mitmachen wirst.für ihn ist es bequem,er kann erst mal gucken,ob es mit der neuen funktioniert,wenn nicht,kann er ja immer noch zurück.
höre auf dein bauchgefühl.
ich hab es immer ignoriert und bin jedesmal auf die nase gefallen.
ich wünsch dir ganz viel kraft für die zukunft.
es geht immer irgendwie weiter...und die sonne geht immer wieder auf

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D
duci_12235871
25.09.11 um 20:54

Das tut mir sehr leid!
Das ist echt sehr traurig, nach so einer langen Zeit.
ich wünsche dir alles Gute und dass du bald wieder dein Glück findest!

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A
an0N_1191519899z
29.09.11 um 16:42

Das selbe in Grün
Ich mache ähnliches durch, seid 3 Jahren, wie erst erfahren habe. Natürlich sagt er, er macht Schluß, aber leider hat er mich auch da schon so belogen. 3 Jahre hatte er ein Verhältniß, konnte aufeinmal abends munter weg fahren,während ich zuhause wieder mal versauerte. Seit Jahren schläft er ein ,sobald er sich auch nur hinlegt, bis ins Bett schafft er es nicht mehr. Wir haben eine Ehetherapie angefangen, da wusste ich das auch noch nicht konkret,, geahnt hatte ich es schon. Ich habe ihm gesagt, das ich diese Therapie, die er unbedingt machen will, nur mache, wenn er sich von der anderen trennt, den sonst hat das keinen Sinn. Dies wurde vom Therapeuten bestätigt, jetzt bin ich mal gespannt......aber ehrlich gesagt, mache ich mir nicht viel Hoffnung und habe auch einen Plan B.

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D
dulcie_12740512
29.09.11 um 20:12

Hallo linnea
ich finde deine geschichte wirklich traurig,nach 20 jahren zu sagen, dass du nie die richtige warst,das ist echt ohne worte!! ich kenne eine ähnliche geschichte,auch kinder in dem alter,beide studium hinter sich, 20 jahre verheiratet..nur sprach er von projekten die sie gemeinsam hatten,es gab ein projekt nach dem anderen,sogar die kinder gehörten zum projekt und so verging die zeit. er hatte auch mehrere affären inder zeit,eine davon ist mittlerweile ne gute freundin von der seine frau,sie weiss natürlich von nichts,unglaublich! beide haben auch ein altes haus saniert,also man könnte beinahe sagen wir sprechen vom selben mann!!! ich hoffe natürlich für dich, dass sich alles zum besten wendet und es dir bald wieder besser geht..kopf hoch

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Z
zlota_12263757
01.10.11 um 11:10

Klingt sehr vertraut
Als Scheidungskind wünschte ich, irgendjemand oder irgendetwas (ein Buch, ein Film oder was auch immer) könnte diesen Menschen, die so mir nichts, dir nichts aus ihren Familien ausbrechen, mal die Augen öffnen. Für ihren unglaublichen Egoismus, ihre narzisstische Überzeugung, es würde doch ALLEN bessergehen, wenn es ihnen selbst bessergeht, ihre Rücksichtslosigkeit, ihre Verantwortungslosigkeit ihren Kindern gegenüber. Dafür, dass sie sich noch alles schönreden und verharmlosen (siehe "die tollen Kinder," die das doch alles super wegstecken), und dafür, dass sie SCHULD auf sich laden, auch wenn dieses Wort heutzutage natürlich vollkommen altmodisch und politisch unkorrekt ist. Man hat heute an nichts mehr Schuld, man trägt höchstens noch eine "Last" mit sich herum, nicht wahr? Ach ja, und die Ehe bzw. Familie war ja vorher eh schon "kapputt." Komisch nur, dass das vorher keiner gemerkt hat. Nur weil Vattern auf einmal verknallt ist, wird der vorangegangene Ehealltag in eine erdrückende Last umgedichtet, der man schon sein Jahren hätte entfliehen müssen.

Ich wünschte, mein Vater hätte uns nur EIN EINZIGES MAL um Verzeihung gebeten. Stattdessen müssen wir uns noch heute seine Lobreden anhören, wie super erwachsen wir doch mit "der Situation" umgingen. Manchmal hätte ich nicht übel Lust, ihm zu antworten: "Tja, wenn der Vater sich in einen pubertären Wicht verwandelt, müssen halt die Kinder die Rolle der Vernunft übernehmen."

Puh, das musste ich erst einmal loswerden. Liebe Linnea19, deine Geschichte kommt mir allzu bekannt vor, es könnte die meiner Mutter sein. Du hast mein volles Mitgefühl. Aus der Sicht des damaligen Kindes kann ich dir nicht wirklich zu irgendetwas raten, aber eins ist auf jeden Fall wichtig: Egal wie du dich entscheidest (ob du auf ihn "wartest" oder selbst gehst), bleib deinen Kindern eine STARKE Mutter. Lass dich nicht von der verlockenden Opferrolle verführen, als diejenige, die "unschuldig verlassen" wurde. Lass nicht zu, dass du dich deinen Kindern gegenüber schwach zeigst, lass dich nicht vor ihnen gehen (weinen etc.), nicht von ihnen trösten. Egal wie gut und erwachsen sie das machen und wie stark sie dir dabei erscheinen mögen, SIE SIND ZU JUNG DAFÜR. Mit 13 und 18 brauchen sie Eltern noch als Bollwerk, nicht als gebeutelte Individuen mit Liebesproblemen. Ich weiß noch, dass ich damals von beidem angeekelt war: Sowohl den Tränen meiner Mutter als auch der überbordend strahlenden Verliebtheit meines Vaters. Es war für meine Geschwister und mich, als hätten wir auf einmal ein Kleinkind (meine Mutter) und einen Teenager (mein Vater) am Hals. Befremdlich und verstörend. In welchem Ausmaß, wurde mir erst Jahre später klar.

Geh mit deinem Schmerz zu Freunden oder zum Psychologen oder in Foren wie dieses, das ist ok. Aber lass die Kinder nicht spüren, dass deine Welt zusammengebrochen ist. Denn ihre eigene wankt gerade gefährlich.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft auf diesem schwierigen Weg.

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H
hajar_12087549
03.10.11 um 14:54

Er will mich nach 20 Jahren Ehe für die "Liebe seines Lebens" verlassen
Oh wie ich dich verstehe....Meiner hat mich nach 20 Jahren Ehe aus den gleichen Gruenden und mit den gleichen Worten verlassen.
Vor 3 Monaten. Ich konnte auch nichts essen, schlafe auch heute noch maximal 5 Stunden am Stueck - oft auch nur 2- und versuche trotzdem dagegen anzugehen. Ich lese verschiedene Buecher zu diesem Thema und diese helfen mir zu verstehen, mich und meine Gefuehle und diese zu verarbeiten und in andere Bahnen zu lenken.
Den Gewichtsverlust habe ich mit leichtem Training genutzt und meine Figur wieder auf Vordermann gebracht....so fuehle ich mich wohl in meiner Haut. Die Wut und Trauer lass ich mittlerweile kontrolliert heraus oder zumindest wenn es moeglich ist. Ich kann ihn sogar wieder ertragen, wir reden und ich versuche fuer mich einen Abschluss zu finden. Von unseren 3 Kindern 20/18/7 ist zum Glueck nur noch eins richtig beduerftig. Ich weiss es klingt ziemlich abgedroschen, ....aber gibt es fuer dich auch irgendetwas positives dass dir diese Trennung bringen koennte? Vielleicht bist du noch nicht soweit, aber denk einmal darueber nach. Ich weiss du bist gerade ganz unten, aber .......
Ich wuensch dir ganz viel Kraft!!

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B
beata_11870531
04.10.11 um 22:41
In Antwort auf zlota_12263757

Klingt sehr vertraut
Als Scheidungskind wünschte ich, irgendjemand oder irgendetwas (ein Buch, ein Film oder was auch immer) könnte diesen Menschen, die so mir nichts, dir nichts aus ihren Familien ausbrechen, mal die Augen öffnen. Für ihren unglaublichen Egoismus, ihre narzisstische Überzeugung, es würde doch ALLEN bessergehen, wenn es ihnen selbst bessergeht, ihre Rücksichtslosigkeit, ihre Verantwortungslosigkeit ihren Kindern gegenüber. Dafür, dass sie sich noch alles schönreden und verharmlosen (siehe "die tollen Kinder," die das doch alles super wegstecken), und dafür, dass sie SCHULD auf sich laden, auch wenn dieses Wort heutzutage natürlich vollkommen altmodisch und politisch unkorrekt ist. Man hat heute an nichts mehr Schuld, man trägt höchstens noch eine "Last" mit sich herum, nicht wahr? Ach ja, und die Ehe bzw. Familie war ja vorher eh schon "kapputt." Komisch nur, dass das vorher keiner gemerkt hat. Nur weil Vattern auf einmal verknallt ist, wird der vorangegangene Ehealltag in eine erdrückende Last umgedichtet, der man schon sein Jahren hätte entfliehen müssen.

Ich wünschte, mein Vater hätte uns nur EIN EINZIGES MAL um Verzeihung gebeten. Stattdessen müssen wir uns noch heute seine Lobreden anhören, wie super erwachsen wir doch mit "der Situation" umgingen. Manchmal hätte ich nicht übel Lust, ihm zu antworten: "Tja, wenn der Vater sich in einen pubertären Wicht verwandelt, müssen halt die Kinder die Rolle der Vernunft übernehmen."

Puh, das musste ich erst einmal loswerden. Liebe Linnea19, deine Geschichte kommt mir allzu bekannt vor, es könnte die meiner Mutter sein. Du hast mein volles Mitgefühl. Aus der Sicht des damaligen Kindes kann ich dir nicht wirklich zu irgendetwas raten, aber eins ist auf jeden Fall wichtig: Egal wie du dich entscheidest (ob du auf ihn "wartest" oder selbst gehst), bleib deinen Kindern eine STARKE Mutter. Lass dich nicht von der verlockenden Opferrolle verführen, als diejenige, die "unschuldig verlassen" wurde. Lass nicht zu, dass du dich deinen Kindern gegenüber schwach zeigst, lass dich nicht vor ihnen gehen (weinen etc.), nicht von ihnen trösten. Egal wie gut und erwachsen sie das machen und wie stark sie dir dabei erscheinen mögen, SIE SIND ZU JUNG DAFÜR. Mit 13 und 18 brauchen sie Eltern noch als Bollwerk, nicht als gebeutelte Individuen mit Liebesproblemen. Ich weiß noch, dass ich damals von beidem angeekelt war: Sowohl den Tränen meiner Mutter als auch der überbordend strahlenden Verliebtheit meines Vaters. Es war für meine Geschwister und mich, als hätten wir auf einmal ein Kleinkind (meine Mutter) und einen Teenager (mein Vater) am Hals. Befremdlich und verstörend. In welchem Ausmaß, wurde mir erst Jahre später klar.

Geh mit deinem Schmerz zu Freunden oder zum Psychologen oder in Foren wie dieses, das ist ok. Aber lass die Kinder nicht spüren, dass deine Welt zusammengebrochen ist. Denn ihre eigene wankt gerade gefährlich.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft auf diesem schwierigen Weg.


geiler Beitrag.

Du hast die Gefühle so schön beschrieben und worauf es im Leben wirklich ankommt. Kann mich nur zu 100 pro anschließen.

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T
t|ndir_12700529
05.10.11 um 19:30

Hmh..
Ich bin vieleicht genau die falsche die euch schreibt..

aber..wenn er dich nicht mer liebt.. willst du einen Mann zuhause der aus Mitleid mit dir zusammen ist? Der dich garnicht mer Liebt? Das währe doch auch nicht fair Im gegenüber wenn du in festhalten wollen würdest.. er würde immer unglücklicher werden und irgendwann würde die Sitwation eskalieren..
Das würde ja keinen Sinn machen.
Ohne Liebe funktioniert auch keine Partnerschaft mer..

Immerhin hat er doch noch Charakter gezeigt und war dann doch noch ehrlich zu dir.

Ich würde nicht kämpfen wenn ich dich währe. Ohne liebe Funktionierts nun mal nicht, da kann auch keien Partnerterapie oder sonst wass helfen.

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T
t|ndir_12700529
05.10.11 um 19:38
In Antwort auf zlota_12263757

Klingt sehr vertraut
Als Scheidungskind wünschte ich, irgendjemand oder irgendetwas (ein Buch, ein Film oder was auch immer) könnte diesen Menschen, die so mir nichts, dir nichts aus ihren Familien ausbrechen, mal die Augen öffnen. Für ihren unglaublichen Egoismus, ihre narzisstische Überzeugung, es würde doch ALLEN bessergehen, wenn es ihnen selbst bessergeht, ihre Rücksichtslosigkeit, ihre Verantwortungslosigkeit ihren Kindern gegenüber. Dafür, dass sie sich noch alles schönreden und verharmlosen (siehe "die tollen Kinder," die das doch alles super wegstecken), und dafür, dass sie SCHULD auf sich laden, auch wenn dieses Wort heutzutage natürlich vollkommen altmodisch und politisch unkorrekt ist. Man hat heute an nichts mehr Schuld, man trägt höchstens noch eine "Last" mit sich herum, nicht wahr? Ach ja, und die Ehe bzw. Familie war ja vorher eh schon "kapputt." Komisch nur, dass das vorher keiner gemerkt hat. Nur weil Vattern auf einmal verknallt ist, wird der vorangegangene Ehealltag in eine erdrückende Last umgedichtet, der man schon sein Jahren hätte entfliehen müssen.

Ich wünschte, mein Vater hätte uns nur EIN EINZIGES MAL um Verzeihung gebeten. Stattdessen müssen wir uns noch heute seine Lobreden anhören, wie super erwachsen wir doch mit "der Situation" umgingen. Manchmal hätte ich nicht übel Lust, ihm zu antworten: "Tja, wenn der Vater sich in einen pubertären Wicht verwandelt, müssen halt die Kinder die Rolle der Vernunft übernehmen."

Puh, das musste ich erst einmal loswerden. Liebe Linnea19, deine Geschichte kommt mir allzu bekannt vor, es könnte die meiner Mutter sein. Du hast mein volles Mitgefühl. Aus der Sicht des damaligen Kindes kann ich dir nicht wirklich zu irgendetwas raten, aber eins ist auf jeden Fall wichtig: Egal wie du dich entscheidest (ob du auf ihn "wartest" oder selbst gehst), bleib deinen Kindern eine STARKE Mutter. Lass dich nicht von der verlockenden Opferrolle verführen, als diejenige, die "unschuldig verlassen" wurde. Lass nicht zu, dass du dich deinen Kindern gegenüber schwach zeigst, lass dich nicht vor ihnen gehen (weinen etc.), nicht von ihnen trösten. Egal wie gut und erwachsen sie das machen und wie stark sie dir dabei erscheinen mögen, SIE SIND ZU JUNG DAFÜR. Mit 13 und 18 brauchen sie Eltern noch als Bollwerk, nicht als gebeutelte Individuen mit Liebesproblemen. Ich weiß noch, dass ich damals von beidem angeekelt war: Sowohl den Tränen meiner Mutter als auch der überbordend strahlenden Verliebtheit meines Vaters. Es war für meine Geschwister und mich, als hätten wir auf einmal ein Kleinkind (meine Mutter) und einen Teenager (mein Vater) am Hals. Befremdlich und verstörend. In welchem Ausmaß, wurde mir erst Jahre später klar.

Geh mit deinem Schmerz zu Freunden oder zum Psychologen oder in Foren wie dieses, das ist ok. Aber lass die Kinder nicht spüren, dass deine Welt zusammengebrochen ist. Denn ihre eigene wankt gerade gefährlich.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft auf diesem schwierigen Weg.

...
Deine Aussage kann ich nicht ganz nachvollziehen sorry..

Warum sind alle Männer verantwortungslos die gehen?
Ich finde das weitaus besser als wenn sie auf "alles ist supper und es läuft perfekt" und heile familie machen.!
Die Kinder spüren doch ganz genau wenn was mit " Mama und Papa" nicht mehr in Ordnung ist. Ihnen eine Beziehung ohne liebe vormachen zu wollen Traumatisiert die Kinder.!

Ich bin selbst ein Scheidungskind und ich habe viel mitterlebt wie sich meine Eltern stritten, und es war wohl tätsächlich für alle das beste dass sie sich trennten ( ja er hatte auch eine andere ). Es braucht immer einen Grund, wenn die beziehung supper funktionieren würde und die Liebe da währe dann hätte auch keiner in der Partnerschaft das bedürffniss Fremd zu gehen. Welche Beziehung dauert denn bitte Ewig?

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Z
zlota_12263757
06.10.11 um 9:54
In Antwort auf t|ndir_12700529

...
Deine Aussage kann ich nicht ganz nachvollziehen sorry..

Warum sind alle Männer verantwortungslos die gehen?
Ich finde das weitaus besser als wenn sie auf "alles ist supper und es läuft perfekt" und heile familie machen.!
Die Kinder spüren doch ganz genau wenn was mit " Mama und Papa" nicht mehr in Ordnung ist. Ihnen eine Beziehung ohne liebe vormachen zu wollen Traumatisiert die Kinder.!

Ich bin selbst ein Scheidungskind und ich habe viel mitterlebt wie sich meine Eltern stritten, und es war wohl tätsächlich für alle das beste dass sie sich trennten ( ja er hatte auch eine andere ). Es braucht immer einen Grund, wenn die beziehung supper funktionieren würde und die Liebe da währe dann hätte auch keiner in der Partnerschaft das bedürffniss Fremd zu gehen. Welche Beziehung dauert denn bitte Ewig?

Nicht "alle"...
Ich habe nicht gesagt, dass "alle" Männer, die gehen, verantwortungslos sind (oder bzw. der Partner, der geht - es gehen ja oft auch die Frauen!). Natürlich gibt es Fälle, in denen eine Scheidung besser ist, insbesondere bei Missbrauch und Gewalt.

In diesem Thread geht es aber offenbar um den (leider sehr typischen) Fall, in dem ein Partner nicht etwa deshalb aus der Ehe ausbricht, weil ständig die Fetzen geflogen sind und alle leiden, sondern schlicht und einfach weil es ihm langweilig geworden ist. Diese (in jeder langjährigen Ehe vollkommen normale) Situation wird dann umgedeutet in eine unerträgliche Lage, die weiterzuführen nur unter völliger Selbstaufgabe und schwersten Depressionen möglich wäre. Dann wird sich eingeredet, dass man doch eh nie wirklich glücklich war und es sich doch deshalb geradezu schuldig sei, auszubrechen und seine neue Liebe zu leben, um "sich selbst wiederzufinden." Und das sei dann auch im Sinne ALLER Beteiligten das Allerbeste, inklusive der Kinder.

Dieses egozentrische Denken ist es, das ich verantwortungslos und unreif finde, wenn man Kinder hat. Zumal die "Lösung" des Problems - die neue Verliebtheit - naturgemäß auch nach ein paar Jährchen nicht mehr so prickeln wird.

Und natürlich will kein Kind, dass die Eltern "auf heile Familie machen." Es will, dass die Eltern diese heile Familie nicht vorspielen, sondern wirklich zu leben versuchen! Kindern liegt nicht unbedingt daran, dass ihre Eltern verliebt wie am ersten Tag sind, sondern dass sie sich so gut wie möglich zu vertragen versuchen, auch wenn es Probleme gibt. DAS wäre ein erwachsenes Verhalten. Freundlich tun und sich hintenrum deutlich spürbar hassen ist dagegen nicht nur unreif, sondern für ein Kind genauso unerträglich wie offen streiten. Aber es gibt eben nicht nur die Alternativen "so-tun-als-ob oder sich trennen." Es gibt auch "an der Beziehung arbeiten, akzeptieren, dass sie nicht perfekt ist, aber dankbar dafür sein, was man aneinander hat." HEILE FAMILIE heißt nicht, dass der Himmel ständig voller Geigen hängt, sondern dass Konflikte ausgetragen und gelöst werden, ohne dass die Basis, der Grundvertrag (wir gehören zusammen) in Frage gestellt wird.

Und so sehr das auch heute in Vergessenheit zu geraten scheint: Wenn man erstmal Kinder in die Welt gesetzt hat, sollte diese Basis eine Selbstverständlichkeit sein. Wer Kinder hat, verpflichtet sich ihnen gegenüber.

Natürlich hat heute jeder das Recht, aus jeglicher Konstellation auszubrechen. Es gibt weder "schuldig geschieden" noch wird jemand, der seine Verantwortung vernachlässigt, dauerhaft von der Gesellschaft geächtet. Insofern: nur zu. Aber vielleicht sollte man sich zumindest manchmal, im stillen Kämmerlein, eingestehen, dass man eben in erster Linie das Beste FÜR SICH SELBST gewollt hat, notfalls auch auf Kosten anderer, einschließlich der eigenen Kinder.






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T
t|ndir_12700529
06.10.11 um 11:19
In Antwort auf zlota_12263757

Nicht "alle"...
Ich habe nicht gesagt, dass "alle" Männer, die gehen, verantwortungslos sind (oder bzw. der Partner, der geht - es gehen ja oft auch die Frauen!). Natürlich gibt es Fälle, in denen eine Scheidung besser ist, insbesondere bei Missbrauch und Gewalt.

In diesem Thread geht es aber offenbar um den (leider sehr typischen) Fall, in dem ein Partner nicht etwa deshalb aus der Ehe ausbricht, weil ständig die Fetzen geflogen sind und alle leiden, sondern schlicht und einfach weil es ihm langweilig geworden ist. Diese (in jeder langjährigen Ehe vollkommen normale) Situation wird dann umgedeutet in eine unerträgliche Lage, die weiterzuführen nur unter völliger Selbstaufgabe und schwersten Depressionen möglich wäre. Dann wird sich eingeredet, dass man doch eh nie wirklich glücklich war und es sich doch deshalb geradezu schuldig sei, auszubrechen und seine neue Liebe zu leben, um "sich selbst wiederzufinden." Und das sei dann auch im Sinne ALLER Beteiligten das Allerbeste, inklusive der Kinder.

Dieses egozentrische Denken ist es, das ich verantwortungslos und unreif finde, wenn man Kinder hat. Zumal die "Lösung" des Problems - die neue Verliebtheit - naturgemäß auch nach ein paar Jährchen nicht mehr so prickeln wird.

Und natürlich will kein Kind, dass die Eltern "auf heile Familie machen." Es will, dass die Eltern diese heile Familie nicht vorspielen, sondern wirklich zu leben versuchen! Kindern liegt nicht unbedingt daran, dass ihre Eltern verliebt wie am ersten Tag sind, sondern dass sie sich so gut wie möglich zu vertragen versuchen, auch wenn es Probleme gibt. DAS wäre ein erwachsenes Verhalten. Freundlich tun und sich hintenrum deutlich spürbar hassen ist dagegen nicht nur unreif, sondern für ein Kind genauso unerträglich wie offen streiten. Aber es gibt eben nicht nur die Alternativen "so-tun-als-ob oder sich trennen." Es gibt auch "an der Beziehung arbeiten, akzeptieren, dass sie nicht perfekt ist, aber dankbar dafür sein, was man aneinander hat." HEILE FAMILIE heißt nicht, dass der Himmel ständig voller Geigen hängt, sondern dass Konflikte ausgetragen und gelöst werden, ohne dass die Basis, der Grundvertrag (wir gehören zusammen) in Frage gestellt wird.

Und so sehr das auch heute in Vergessenheit zu geraten scheint: Wenn man erstmal Kinder in die Welt gesetzt hat, sollte diese Basis eine Selbstverständlichkeit sein. Wer Kinder hat, verpflichtet sich ihnen gegenüber.

Natürlich hat heute jeder das Recht, aus jeglicher Konstellation auszubrechen. Es gibt weder "schuldig geschieden" noch wird jemand, der seine Verantwortung vernachlässigt, dauerhaft von der Gesellschaft geächtet. Insofern: nur zu. Aber vielleicht sollte man sich zumindest manchmal, im stillen Kämmerlein, eingestehen, dass man eben in erster Linie das Beste FÜR SICH SELBST gewollt hat, notfalls auch auf Kosten anderer, einschließlich der eigenen Kinder.






Ja,
Da muss ich dir natürlich Recht geben in dieser Sitwation ist das egoistisch. Aber auch dann giebt es eine alternative lösung wie z. B. ein zusammenleben aber jeder darf im liebesleben machen wass er will, ansonsten wird es dann tatsächlich unerträglich..

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