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Er war (ist!) meine große Liebe

9. Juli 2011 um 11:20

Es ist nun 4 Monate her, dass mein Freund und ich uns getrennt haben. Die Krise begann eigentlich schon im Sommer letzten Jahres, da ich eine Depression bekam und uns als Paar sehr vernachlässigt habe. Wir haben uns mehr und mehr distanziert, v.a. war diese Depression im Weg. Mein (nun) Exfreund konnte seine Gefühle für mich nicht mehr erkennen, er beschrieb es so, dass sie "verdeckt" seien. Da wir in quasi in dieser unbefriedigenden, schwierigen Situation feststeckten, haben wir uns entschieden, dass ich für drei Monate in eine Wohnung auf Zeit ziehe. Nach einem Monat in getrennten Wohnungen, wussten wir immer noch nicht weiter, es war, wie in einer Sackgasse. Wir haben uns dann für die Trennung entschieden- weinten aber beide und fanden auch, dass wir gut zueinander passten.
Mein Exfreund hat dann recht schnell für sich erkannt, dass es für ihn so richtig ist, die Trennung, stopfte meine Sachen in Kartons usw. Wenn man auf das letzte halbe Jahr zurückblickt, ist es ja auch kein Wunder, aber davor waren wir sehr glücklich zusammen. Er meinte auch immer zu mir, ich wäre genau die Richtige.
Wir haben seit der Trennung mal mehr, mal weniger Kontakt. Es gab (von meiner Seite aus) sehr emotionale Begegnungen, ich wollte ihn unbedingt zurück, er hat total abgeblockt. Und nun hat er auch eine Affäre, die v.a. auf Sex basiert- hier ist nämlich der eigentliche Knackpunkt unserer Beziehung (die übrigens 6 1/2 Jahre lang war! und für uns beide die tiefste). Ich habe mich eigentlich nie richtig mit meinem Körper befasst uns hatte oft Schmerzen beim Sex- Vulva Vestibulitis-Syndrom, das kam allerdings erst vor 2 Jahren heraus. Ich konnte nicht akzeptieren, dass ich keinen "normalen" Sex haben kann, ich wollte Sex wie jeder andere auch. Die Betäubungscreme habe ich also nicht genommen. Und es kam immer wieder zu Frustrationen bei uns im Bett. Nicht nur, es hat auch des öfteren geklappt, aber mein Exfreund meinte kürzlich in einer Mail, dass dieser Teil immer "gefehlt" hätte und an der Beziehung genagt hat. Ich musste erstmal im Kopf so weit sein, dass ich mich mit meinem Körper beschäftige und auch erkenne, das Sex ein wichtiger Teil einer Beziehung ist. Das habe ich erst nach der Trennung richtig begriffen. Es gäbe nun neue Wege für meinen Ex und für mich- aber er will nicht mehr. Er "mag" mich noch, aber die Gefühle seien nicht da. Ich kann es wirklich kaum glauben, weil wir sonst sehr glücklich miteinander waren und uns sehr gut verstanden haben. Gestern haben wir uns getroffen, wir wollten nicht über die alten Sachen reden. Das haben wir auch geschafft. Dann gab es eine Situation, in der er seinen Arm irgendwie angehoben hat und ich dachte, das sei eine Aufforderung an mich, in seinen Arm zu dürfen- er blockte total ab, hat jegliche Berührung vermieden. Wir wollten eh dann los, jeder ist ohne sich groß zu verabschieden in die andere richtung gegangen. Soetwas tut sehr weh. Er war meine große Liebe und ich war es irgendwie auch mal für ihn und nun ist das futsch. Er sieht mich überhaupt nicht mehr als Sexualpartner. Aber durch die Trennung bin ich in dieser Hinsicht deutlich reifer geworden, was ich ihm auch mitgeteilt habe. Es bringt alles nichts- er will nicht und ich laufe immer wieder gegen die Mauer. Es macht mich so fertig, ich vermisse ihn so. Ich muss nun versuchen einen Cut zu machen, aber es ist so schwer. Wir wollten Kinder und alles, nun ist alles futsch. Er ist noch so sehr in meinem Herz und ich kann mir nichts mit irgendeinem anderen vorstellen. Würde mich über Meinungen/ Anregungen/ Tipps sehr freuen. Danke für das Lesen dieses ellenlangen Textes.

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9. Juli 2011 um 14:44

Danke für die Antwort
Vielen Dank für Deine Antwort. Wenn ich mal einen Moment habe, an dem ich es schaffe, objektiv auf unsere Beziehung zu blicken, kann ich ihn tatsächlich auch verstehen, gerade, weil ich wirklich im letzten halben Jahr so gut wie keine körperliche Nähe zulassen konnte. Jetzt im Nachhinein, wo ich wieder klar sehe und nicht mehr durch diesen Depressionsnebel gucke, jetzt würde ich mir am liebsten links und rechts eine verpassen, weil ich das Gefühl habe, ich habe da etwas sehr Wertvolles verloren, was man einfach nicht an jeder Ecke findet... Das ich noch Gefühle für ihn habe, das habe ich ihm (insbesondere nochmal deutlichst vor unserem Treffen gestern!)gesagt und auch, dass in mir ein kleiner Kämpfer ist. Er wollte sich trotzdem mit mir treffen. Er will nun unbedingt befreundet sein. Dass auch das nicht möglich ist, da ich ihn ja nunmal noch liebe, auch das habe ich ihm mitgeteilt. Deswegen verstehe ich ihn nicht...
Trotz meiner schlechten Erfahrung glaube ich, dass es manchmal sinnvoll sein kann, dass sich eine Zeit lang jeder auf sich konzentriert. Man sollte sich sogar viel Zeit dafür lassen. Im Nachhinein finde ich, haben wir uns zu schnell getrennt, ohne dass man wirklich versucht hat, auf sich zu hören und die Dinge (wie in meinem Fall das mit der Sexualität) zu erkennen.
Ich versuche auch jetzt, mich auf mich selbst zu konzentrieren, aber es ist so schwer. Weil ich einfach nicht aufgeben kann und immer noch das Gefühl in meinem Herzen ist, dass wir zusammengehören. Es ist einfach so schade.

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10. Juli 2011 um 13:37

...
Ich würde mich sehr freuen, wenn noch jemand ein, zwei Tipps hätte, wie man es schafft, Abstand zu halten... Ich glaube, auch wenn mein Exfreund das nicht zugeben wird, es fällt ihm auch schwer, denn er hat mir sehr deutlich gesagt, dass er mich noch mag (aber eben nicht liebt). Ich liebe ihn noch, aber er ist mir einfach auch als Mensch sehr wichtig, aber durch die Liebe ist eine Freundschaft unmöglich, was sehr schade ist (mal abgesehen davon, dass es auch schade ist, dass er sich so gar nicht auf eine Annäherung einlässt). Die Entfernung und schließliche Trennung war ein langer Prozess, es war irgendwie komplizierter, als "ich habe einen anderen, tschüss", so war das ganze ja nicht. Das macht die Sache nicht unbedingt leichter. Gibt es hier Menschen, mit ähnlichen Erfahrungen? Ist evtl. nach einiger Zeit wieder eine Annäherung möglich, hat das mal jemand erlebt? Und gibt es hier auch Frauen mit Vulva-Vestibulitis-Syndrom, die damit zurecht kommen? Wenn ja, wie? Ich würde mich wirklich über Antworten freuen. Es ist so schwer, aus diesem Loch wieder rauszukommen.

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14. Oktober 2011 um 13:31

Ich habe das gleiche Problem
Hallo Janis!
Ich habe das Gefühl, dass Du hier meine (unsere) Trennungsgeschichte aufgeschrieben hast. (Ähnliche Beziehungslänge, ähnliche sexuelle Störungen usw.)
Wenn Du noch ab und zu mal hier reinschaust, könntest Du mir eine PN schreiben? Dann könnten wir uns austauschen.
Grüße

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15. Oktober 2011 um 17:17

...
Die Zeit heilt die Wunden. Bei mir ist es 8 Jahre her und ich träume heute noch von ihm.

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16. Oktober 2011 um 21:21

Danke&Fortsetzung
Vielen Dank für die aufbauenden Worte. Mittlerweile geht es mir besser, aber ich träume immer mal wieder von ihm. Es kommen auch immer noch Tage vor, an denen ich viel an ihn denken muss und heule. Nach ca. 9 Wochen ohne Kontakt haben wir uns ein paar Mails geschrieben. Aber ich habe nun auf seine letzte nicht mehr geantwortet, es tut mir nicht gut. Es macht mich nur traurig und sonst nichts. Und ich möchte auch keine Freundschaft mit ihm aufbauen, denn irgendwo hat er mich schon im Stich gelassen. Er war nicht aufrichtig zu mir, schon während der Beziehung. Hat nie deutlich gesagt, dass wir etwas an dieser Sex-Sache ändern müssen, da es ihn so sehr belastet. Ich wollte auch nicht, dass es so bleibt, aber ich konnte in meiner Depression nicht an diesem Probelm "arbeiten", ich war nicht in der Lage. Also hat er sich emotional abgekapselt. Mich hat er dann hingehalten, von wegen, er wisse nicht, was er fühlt blabla. Bis ich nicht mehr konnte. Man hält das nicht lange aus! Es muss irgendwie weitergehen. Also habe ICH das gesagt, was ER eigentlich hätte sagen müssen. Aber eigentlich störte ihn einzig und allein das mit dem Sex und statt etwas daran zu verändern, mit mir Ideen zu entwickeln, hat er sich abgekapselt. Nun braucht er niemandem den wahren Grund für die Trennung zu sagen, er kann immer sagen, wir haben uns einvernehmlich getrennt. Wütend macht mich das!!! Er war sor allem eines: feige. Und sehr traurig finde ich das. Und ein Armutszeugnis für eine so lange Beziehung. Wie man merkt bin ich mittlerweile v.a. wütend auf ihn, auf diese unaufrichtige Art. Daher weiß ich auch nicht, ob ein "klärendes Gespräch" so Sinn macht... Was sollen wir noch klären? Ich glaube, es würde mir nicht guttun, so wie mir die letzten Treffen mit ihm auch nicht gut getan haben. Ich habe es eigentlich aufgegeben, ihn und das Kämpfen um ihn. Ich möchte meine Energie nicht mehr für diesen Menschen verschwenden. Ich brauche sie schon genügend für mich.

Was meine Depression angeht- es ist ein Auf und Ab... Mal geht es gut, dann kommt sie wieder "näher", aber ich habe ein paar Methoden entwickelt, damit sie nicht Überhand nimmt. War schon 1/2 Jahr in Therapie, werde mir nun wieder jemanden suchen (habe meinen Wohnort vor Kurzem gewechselt), zu dem ich gehen kann, wenn es wieder schlechter ist. Leider ist es mit 1/2 Jahr nicht so richtig getan bei einer neurotischen Depression...
Danke nochmal für die Antworten, sie waren auch jetzt noch sehr aufbauend und hilfreich!! Austausch immer gerne! LG

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