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Er verließ Verlobte für uns und jetzt?!

9. September 2015 um 12:06 Letzte Antwort: 10. September 2015 um 10:25

Hallo,
ich bin neu hier und brauche dringend euren Rat.
Das Ganze ist eine recht komplexe Geschichte, ich versuche mal sie möglichst verständlich zusammenzufassen.

Er uns ich sind schon seit 3 Jahren Arbeitskollegen und in dieser Zeit auch beste Freunde geworden. Wir kennen und verdammt gut, haben stets Arbeit und Freizeit miteinander geteilt.
Er war bis vor kurzem verlobt, die Beziehung bestand seit über 7 Jahren.

Im März dieses Jahres hatten wir eine Woche gleichzeitig Urlaub, in dieser Zeit war er zweimal bei mir und suchte plötzlich mehr und mehr körperlich meine Nähe. Er zeigte nach und nach Interesse, wir redeten auch bald darüber und schnell kam er zu dem Entschluss, dass er angeblich über längere Zeit mehr und mehr Gefühle für mich entwickelt hat, die weit über ein Freundschaft hinausgehen.
Mich verunsicherte das zuerst sehr, da ich Angst hatte, die tolle Freundschaft zu riskieren.
Nach mehreren Gesprächen kamen wir uns aber immer näher, auch wenn körperlich noch nichts war.

Zu dieser Zeit hatte er sich von seiner Verlobten noch nicht getrennt, laut seiner Aussage lebten sie still nebeneinander her und das schon seit mehreren Monaten.
Wir schrieben viel, er plante schon unsere gemeinsame Zukunft (was ich als etwas überstürzt empfand), haderte nebenbei aber damit den Mut zur Trennung aufzubringen.
Mehrmals startete er den Versuch, seine Verlobte (die laut seiner Aussage psychisch immer sehr stabil wirkte) drohte dabei mit Selbstmord und erfand eine Schwangerschaft (über diese Dinge erlaube ich es mir keinesfalls ein Urteil zu fällen, da ich in dieser Zeit und auch jetzt noch immer versuche möglichst respektvoll und fair über sie zu sprechen und auch dahingehend zu agieren)
Er schaffte es nach einigen Hin und Her die Beziehung zu beenden und schaute sich nach einer neuen Wohnung um, all das mit mir an seiner Seite.
Von einen Tag auf den anderen war er wieder bei ihr, teilte mir per Telefon mit, dass wir uns nur noch beruflich kontaktieren dürfen und er die Beziehung fortführen möchte. Das wars.
Vorerst...
Knapp 3 Wochen (in denen ich keinerlei Kontakt suchte und versuchte damit abzuschließen) später meldete er sich bei mir und erklärte mir, dass er so nicht weitermachen könnte. Er hat sich selbst belogen, er hat sehr starke Gefühle für mich und sieht in mir seine Zukunft. Ich war wieder sehr skeptisch und wartet diesmal ab, ob er die entsprechenden Schritte setzt. Das tat er, er sprach mit ihr noch am selben Tag, sie zog aus und er suchte sich eine neue Wohnung. Kurz darauf fragte er mich ob ich seine Freundin sein wolle. Ich sagte ja, da ich diesen Mann über alles liebe und mir nichts schöneres als eine gemeinsame Zukunft vorstellen konnte.
Kurz darauf setzte er noch weitere Schritte, stellte mich seinen Eltern vor, verkündete in der Arbeit dass wir ein Paar sind und gestand mir seine Liebe.

Nun zum eigentlichen Punkt, warum ich euren Rat brauche (es tut mir Leid, dass der Beitrag doch so lang wird):
Er ist nun in eine eigene Wohnung gezogen, richtet sich dort nach und nach ein und verarbeitet erst einmal die Trennung zu ihr, was ich vollkommen nachvollziehen kann, das ganze ist jetzt erst knapp 2 Monate her. Gleichzeitig hatten wir weniger Kontakt, damit er sich mehr auf sich selbst konzentrieren kann und erst einmal an seinem neuen Leben arbeiten kann.
Nach und nach lies er mich ein wenig daran teilhaben, nahm mich mit zum Möbelkauf, lud mich zu ihm in die neuen Wohnung ein und einmal durfte ich dort auch schon schlafen.
Danach kam allerdings die Wendung.
Er schrieb mir aus heiteren Himmel, dass er das Gefühl hat, mich nicht zu seinem Mittelpunkt machen zu können, so wie ich es verdiene. Dieses "rein lassen" in sein neues Leben waren jedes Mal sehr große Schritte für ihn und sind ihm schwer gefallen. Schwerer als er sich das erwartet hat. Deswegen ist er zu dem Schluss gekommen, dass er mich nicht hinhalten will und somit Schluss macht, weil er mir nicht das geben kann, was ich verdiene.
Auf die Frage, ob er das temporär meint weil er erst einmal die Trennung verarbeiten muss oder zu dem Schluss gekommen ist, dass seine Gefühle mir gegenüber nicht ausreichend sind, konnte er mir keine Antwort geben.

Dazu ist wohl noch wichtig zu sagen, dass ich die letzten Wochen und Monate sehr geduldig mit ihm war, ihm viel geholfen habe und mit ihm gesprochen habe, gleichzeitig aber die letzten Wochen sicher zu viel von ihm wollte. Ich habe ihn zwar zu nichts gezwungen oder überredet, aber er hat eindeutig zu spüren bekommen, dass ich mehr will als er mir im Moment geben konnte/gab. Das war bestimmt ein Fehler.

Ich kann mir sehr schwer vorstellen, dass seine Gefühle mir gegenüber nicht (mehr) da sind. Das klingt jetzt vermutlich sehr naiv, die ganze Geschichte klingt jetzt vielleicht als wäre ich so etwas wie seine "Absprunghilfe" gewesen. Vielleicht ist das so. Gleichzeitig sagt mir mein (vielleicht sehr trügerisches) Gefühl, dass er dafür gerade keinen Kopf hat und es nach so einer schwierigen Trennung auch nachvollziehbar ist, wenn man Zeit und Kraft dann einmal ausschließlich in sich selbst investieren muss und das nicht gleich bedeutet, dass er mich nicht liebt. Ich weiß, dass unsere Ausgangssituation mehr als schlecht war, trotzdem haben wir das gemeinsam gemeistert aufgrund unserer starken Gefühle zueinander und im Hinblick auf eine gemeinsame Zukunft.

Kann es sein, dass er nun einfach mal Zeit für sich braucht und mich währenddessen fairereweise nicht "an der langen Leine halten will" oder bin ich dabei, mich in meinen Wünschen und Träumen zu verlieren?

Danke schon mal für eure Antworten.

Liebe Grüße



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9. September 2015 um 12:28

Danke
für deine rasche Antwort.

Nein, dieses hin und her ist nicht gut für mich, da hast du absolut recht.
Mittlerweile dachte ich einfach, dass wir an einem Punkt angelangt sind, an dem alles nach und nach besser werden wird.
Ich weiß wie hart es sein kann, eine Trennung durchzustehen und kenn auch selbst dieses Gefühl, sich mehr öffnen zu wollen und sich dann doch wieder zurückziehen. Mir war im Vorhinein klar, dass das mit uns nicht einfach werden wird und das ich viel Verständnis aufbringen muss, wenn ich ernsthaft eine Beziehung mit ihm möchte.

Ich fühl mich im Moment sehr verloren und kaputt. Gleichzeitig will ich diesen Mann (noch) nicht aufgeben, will verstehen und für ihn da sein. Das ist schrecklich.

Danke für deine ehrlichen Worte.

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9. September 2015 um 18:21

Was ich dran nicht versteh
ist ja die Tatsache, dass er bereits gesagt hat dass er mich liebt und mir das auch mehr als deutlich gezeigt hat.
Doch jetzt ist er dabei sich sein neues Leben aufzubauen, welches er in weiterer Folge gemeinsam führen wollte. Er fragte bereits wann ich mir vorstellen könnte, zu ihm zu ziehen usw. So gut kenne ich ihn, er stellt sich die Sachen immer viel leichter vor als sie sind.
Er dachte, dass es ihm leichter fallen wird mich da "reinzulassen". Gerade das fällt ihm aber sehr schwer und er zweifelt an seinen Gefühlen.
Ich hab gewusst, dass eine Trennung zu verarbeiten nicht leicht ist, auch wenn es mich gibt.
Aber dass deswegen die Gefühle verschwinden...?

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9. September 2015 um 19:52

Nein
Du warst seine Absprunghilfe und sein Trostpflaster. Du hast ihm geholfen sich zu trennen und ihn hinterher abgelenkt und getröstet.

Menschen, die eine Trostpflaster-Funktion erfüllen, sind in der Regel nicht für eine Beziehung vorgesehen. Sie dienen dem Trost und der Ablenkung. Dankbarkeit ist die treibende Kraft, nicht Liebe.

Warum er "Ich liebe dich" gesagt hat? Vielleicht im Überschwang einer Situation oder weil er sich das gewünscht hat. Vielleicht hatte er einen Anflug von Verliebtheitsgefühlen und hat sich in der Euphorie mitgeteilt. Echt war es jedenfalls nicht oder nur in dem Moment.

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10. September 2015 um 10:25

Auf er Arbeit
denken alle Leute, dass wir zusammen sind (weil er es ihnen ja verkündet hat) und jetzt gerade haben wir gleichzeitig Urlaub.
Wir hatten bereits viel Sex, aber erst nachdem er seine Beziehung beendet hatte.

Ich hatte gestern Abend ein persönliches Gespräch mit ihm. Als ich ihn fragte, wie es ihm geht, hat er zu weinen angefangen und mir erklärt, dass er zur Zeit Schwierigkeiten hat, irgendetwas zu fühlen, egal auf wen oder was bezogen.
Er macht gerade den größten Umbruch seines Lebens durch und tut sich dabei wahnsinnig schwer. Einerseits sucht er gern meine Nähe, andererseits kann er es im Moment nicht so genießen wie es bei Frischverliebten sein sollte. Und deswegen hat er Angst das etwas fehlt.
Wir haben jetzt vereinbart, den privaten Kontakt vorerst ganz einzustellen, damit er die Trennung alleine verarbeiten kann. In der Arbeit werden wir weiter gemeinsam mittagessen, mehr aber auch nicht.
Ich will versuchen, ihm die Zeit zu geben zu sich selbst und seinen Bedürfnissen zurückzufinden.

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