Forum / Liebe & Beziehung

Er übernimmt keine Verantwortung

19. April um 20:10 Letzte Antwort: 22. April um 20:22

Hallo zusammen,

Wir haben ein Kind und sind seit einigen Jahren verheiratet. Trotzdem schafft es mein Mann nicht, Verantwortung zu übernehmen - für den Haushalt, unser Kind etc.
Wir arbeiten beide und er meint aber, er müsse ja soviel arbeiten dass er für andere Aufgaben kaum Zeit habe. 
Wir drehen uns im Kreis.. ich kümmere mich um alles und habe da langsam keinen Nerv mehr drauf.

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20. April um 12:41

War das Kind geplant? Von deinem Mann auch? Wollte er überhaupt heiraten?

Habt ihr darüber vor eurer Hochzeit schon mal gesprochen, wie ihr euch das vorstellt mit dem Haushalt und der Kindererziehung und wie ihr euch das aufteilen wollt? Wie war seine Einstellung dazu? 

Wie war es, bevor ihr geheiratet habt und das Kind kam? Hat er da mehr im Haushalt gemacht oder hat er nie was angefasst?

Über diese Fragen solltest du mal nachdenken, beantworten musst du sie nur dir selbst.

Normalerweise ist es nämlich so, dass es sich schon vor Eheschließung und Familiengründung zeigt, wie jemand zu Haushalt und Kindererziehung steht. Bei deinem Mann sieht es so aus, als würde er die traditionelle Rollenverteilung bevorzugen: er bringt das Geld nach Hause und du bist für Haushalt und Kind zuständig. Daher auch meine Frage: war das so vereinbart? Oder habt ihr nie darüber gesprochen?

Wenn es ganz anders vereinbart war, dann kannst du ihm das jetzt vorhalten. War von Anfang an klar, dass er das traditionelle Rollenbild leben möchte, dann hast du jetzt eben die A....karte gezogen, denn du hast ihn ja trotzdem geheiratet und mit ihm ein Kind bekommen, also musst du mit deiner Entscheidung jetzt auch leben.

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21. April um 10:48
In Antwort auf anna-abwesend

Hallo zusammen,

Wir haben ein Kind und sind seit einigen Jahren verheiratet. Trotzdem schafft es mein Mann nicht, Verantwortung zu übernehmen - für den Haushalt, unser Kind etc.
Wir arbeiten beide und er meint aber, er müsse ja soviel arbeiten dass er für andere Aufgaben kaum Zeit habe. 
Wir drehen uns im Kreis.. ich kümmere mich um alles und habe da langsam keinen Nerv mehr drauf.

war er denn jemals anders? und wenn ja, wann bzw. warum hat er sich so geändert?

wenn kinder kommen ist es ja manchmal so, dass die mütter in der ersten zeit die verantwortung förmlich an sich reißen, und die väter ohnehin so gut wie nichts richtig machen können. und da entwickeln manche dann tatsächlich so ein "leck mich am arsch" gefühl, und lassen es irgendwann ganz bleiben. so nach dem motto: "lass die alte halt machen"! und wenn die frau in der ersten zeit zuhause bleibt, und viel im haushalt macht (was ja richtig ist), dann schleift sich das manchmal ein, und bleibt so, auch wenn sie dann wieder arbeiten geht...

du wirst nicht drumrum kommen, mit ihm darüber zu reden, und ihm deine wünsche und erwartungen erklären... am besten mal in einer ruhigen stunde bei einem glas wein!

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21. April um 11:12

Bei uns half da nur die Trennung. Mein Ex hatte zum Schluss gar nix mehr mit den Kindern gemacht (Haushalt war mir da schon egal, das ging schon), die Arbeit war immer wichtiger, das war eine schleichende Entwicklung, die aber m. E. abzusehen war - aber was ich dazu zu sagen hatte, wurde ja immer nur abgetan. Ich habe dann die Entscheidung getroffen - in einem Urlaub, den er mal wieder kurzfristig absagen musste - mich zu trennen. Und siehe da! Nach einer kurzen Schockphase seinerzeit klappt es mit den Kindern und auch wenn wir kein Paar mehr sind und nicht mehr zusammen wohnen, kümmert er sich ganz toll um die beiden. Es freut mich einerseits, andererseits finde ich es aber schade, dass es dafür eine Trennung gebraucht hat.

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21. April um 13:49
In Antwort auf javon_18791411

Bei uns half da nur die Trennung. Mein Ex hatte zum Schluss gar nix mehr mit den Kindern gemacht (Haushalt war mir da schon egal, das ging schon), die Arbeit war immer wichtiger, das war eine schleichende Entwicklung, die aber m. E. abzusehen war - aber was ich dazu zu sagen hatte, wurde ja immer nur abgetan. Ich habe dann die Entscheidung getroffen - in einem Urlaub, den er mal wieder kurzfristig absagen musste - mich zu trennen. Und siehe da! Nach einer kurzen Schockphase seinerzeit klappt es mit den Kindern und auch wenn wir kein Paar mehr sind und nicht mehr zusammen wohnen, kümmert er sich ganz toll um die beiden. Es freut mich einerseits, andererseits finde ich es aber schade, dass es dafür eine Trennung gebraucht hat.

Du schreibst, das war abzusehen: jetzt muss ich dich fragen, ob das am Anfang der Beziehung bzw. vor den Kindern schon absehbar war und falls ja, warum du dann trotzdem Kinder mit ihm bekommen hast?

Das soll jetzt kein Vorwurf sein, sondern es interessiert mich wirklich, weil ich das verstehen möchte. 

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21. April um 22:19

Ja, das Kind war geplant und unser Fehler war wahrscheinlich, nicht genau zu klären wie wir die Aufgaben aufteilen. Oder es war mir einfach nicht so bewusst wie es laufen wird.

Er ist allerdings auch der Meinung, dass er viel macht (zB macht er den Wocheneinkauf) und ja auch auf das Kind aufpasst. Er hat leider nicht viel Verständnis für meine Erwartungen und sagt, in seiner Position ist es auch nicht möglich, weniger zu arbeiten und zB Elternzeit für ein zweites Kind zu machen (er kann sich ein zweites Kind vorstellen, ich nicht).

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22. April um 9:42
In Antwort auf spitzentanz

Du schreibst, das war abzusehen: jetzt muss ich dich fragen, ob das am Anfang der Beziehung bzw. vor den Kindern schon absehbar war und falls ja, warum du dann trotzdem Kinder mit ihm bekommen hast?

Das soll jetzt kein Vorwurf sein, sondern es interessiert mich wirklich, weil ich das verstehen möchte. 

Das war abzusehen, als er den damaligen Job angenommen hat, in dem er dann soviel gearbeitet hat und "unabkömmlich" war - also nicht von Anfang an. Das hatte ich vergessen, zu erwähnen. Mittlerweile hat er das selbst eingesehen und gewechselt.

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22. April um 11:43
In Antwort auf anna-abwesend

Ja, das Kind war geplant und unser Fehler war wahrscheinlich, nicht genau zu klären wie wir die Aufgaben aufteilen. Oder es war mir einfach nicht so bewusst wie es laufen wird.

Er ist allerdings auch der Meinung, dass er viel macht (zB macht er den Wocheneinkauf) und ja auch auf das Kind aufpasst. Er hat leider nicht viel Verständnis für meine Erwartungen und sagt, in seiner Position ist es auch nicht möglich, weniger zu arbeiten und zB Elternzeit für ein zweites Kind zu machen (er kann sich ein zweites Kind vorstellen, ich nicht).

Ja, ich denke auch, dass das der Fehler war, aber das lässt sich nun leider nicht mehr ändern. Er sagt dir ja jetzt deutlich, dass er gar nicht vorhat, sich da mehr einzubringen. Er möchte der Hauptverdiener sein und Haushalt und Kind dir überlassen bis eben auf den Wocheneinkauf und gelegentliches Aufpassen aufs Kind. 

Das heißt, du musst jetzt damit leben, so wie es ist oder dich eben trennen. Bedenke aber, dass es eine Trennung für dich nicht leichter macht, denn die Arbeit hast du ja trotzdem alleine und noch dazu Geldsorgen, denn dann hast du keinen Hauptverdiener mehr und musst diesen Teil auch noch selbst leisten. 

Mach ihm klar, dass es kein zweites Kind geben wird, weil für dich eines schon anstrengend genug ist und er dir ja gesagt hat, dass er dir keine Unterstützung sein wird. 

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22. April um 11:49
In Antwort auf javon_18791411

Das war abzusehen, als er den damaligen Job angenommen hat, in dem er dann soviel gearbeitet hat und "unabkömmlich" war - also nicht von Anfang an. Das hatte ich vergessen, zu erwähnen. Mittlerweile hat er das selbst eingesehen und gewechselt.

Schade, dass er es zu spät eingesehen hat. Aber zumindest haben die Kinder jetzt was von ihrem Vater.

Aber dein Beispiel und auch das Beispiel der Threaderstellerin zeigen ganz deutlich, dass man solche Dinge explizit vorher ansprechen und vereinbaren muss. Wie soll die Rollenverteilung aussehen? Wer macht was? Wer sieht sich wofür zuständig?

Das mag unromantisch klingen, aber wie man sieht, kann man mit Romantik allein keine Familie versorgen. Kinder sind anstrengend und je mehr Personen im Haushalt leben, desto mehr Arbeit fällt auch dort an. Das muss man sich bewusst machen, bevor man eine Familie gründet!

Ich kann nur allen raten, vor der Gründung einer Familie die rosarote Brille mal abzusetzen und nicht nur das süße kleine Baby zu sehen, sondern auch die Arbeit, die damit verbunden ist. Vielleicht auch vorher mal Babysitten, damit man zumindest ein Gefühl dafür bekommt, wie anstrengend kleine Kinder sein können.

Mich erschreckt es immer wieder, wenn mir erzählt wird, dass Menschen Kinder bekommen, weil sie einen Kinderwunsch hatten, aber vorher noch nie irgendwas mit Kindern zu tun hatten. Sie haben absolut keine Ahnung, was da auf sie zukommt und dann kommen die langen Gesichter, weil das Leben mit Kindern keineswegs so perfekt und romantisch ist, wie sie sich das vorher ausgemalt haben. 

Hinterher ist es zu spät! Dann muss man mit seiner Wahl leben und schauen, wie man zurecht kommt.

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22. April um 12:04

Danke für deine Antworten, ich stimme dir zu.

Allerdings bin ich finanziell unabhängig, da ich in meiner Vollzeitstelle genug verdiene. 
Ich habe ihm gesagt dass ich mir unter den Bedingungen kein zweites Kind vorstellen kann, so ganz verstanden hat er das wahrscheinlich aber noch nicht.

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22. April um 12:11
In Antwort auf anna-abwesend

Danke für deine Antworten, ich stimme dir zu.

Allerdings bin ich finanziell unabhängig, da ich in meiner Vollzeitstelle genug verdiene. 
Ich habe ihm gesagt dass ich mir unter den Bedingungen kein zweites Kind vorstellen kann, so ganz verstanden hat er das wahrscheinlich aber noch nicht.

Das ist positiv, das heißt, du hast die Freiheit, deine Entscheidungen zu treffen, ohne finanzielle Aspekte berücksichtigen zu müssen.

Du kannst fix davon ausgehen, dass sich nichts ändern wird, denn dein Mann hat dir das ja auch so gesagt. Glaub ihm das und lass dich nicht einlullen. Bleib bei deiner Entscheidung gegen ein zweites Kind (es sei denn, du änderst deine Meinung dazu) und wenn er dann irgendwann damit anfängt, sagst du ihm, dass du ihm ja gleich gesagt hast, dass du kein zweites mehr willst. Mehr als sagen kannst du ihm das ja auch nicht, wenn er es nicht hören oder verstehen will, ist das nicht dein Problem.

Ich kann dir nicht sagen, ob eure Ehe halten wird, derzeit sieht es nicht danach aus. Vielleicht gewöhnst du dich aber auch daran, wie es jetzt ist und findest es irgendwann nicht mehr so schlimm. Man weiß nicht, wie es sich entwickelt aber es ist gut, dass du die Möglichkeit hast, die Entscheidung zu treffen. 

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22. April um 20:11
In Antwort auf spitzentanz

Schade, dass er es zu spät eingesehen hat. Aber zumindest haben die Kinder jetzt was von ihrem Vater.

Aber dein Beispiel und auch das Beispiel der Threaderstellerin zeigen ganz deutlich, dass man solche Dinge explizit vorher ansprechen und vereinbaren muss. Wie soll die Rollenverteilung aussehen? Wer macht was? Wer sieht sich wofür zuständig?

Das mag unromantisch klingen, aber wie man sieht, kann man mit Romantik allein keine Familie versorgen. Kinder sind anstrengend und je mehr Personen im Haushalt leben, desto mehr Arbeit fällt auch dort an. Das muss man sich bewusst machen, bevor man eine Familie gründet!

Ich kann nur allen raten, vor der Gründung einer Familie die rosarote Brille mal abzusetzen und nicht nur das süße kleine Baby zu sehen, sondern auch die Arbeit, die damit verbunden ist. Vielleicht auch vorher mal Babysitten, damit man zumindest ein Gefühl dafür bekommt, wie anstrengend kleine Kinder sein können.

Mich erschreckt es immer wieder, wenn mir erzählt wird, dass Menschen Kinder bekommen, weil sie einen Kinderwunsch hatten, aber vorher noch nie irgendwas mit Kindern zu tun hatten. Sie haben absolut keine Ahnung, was da auf sie zukommt und dann kommen die langen Gesichter, weil das Leben mit Kindern keineswegs so perfekt und romantisch ist, wie sie sich das vorher ausgemalt haben. 

Hinterher ist es zu spät! Dann muss man mit seiner Wahl leben und schauen, wie man zurecht kommt.

Das war bei uns auch eigentlich immer klar, aber als die Kinder dann in die Schule kamen und eben neue Jobs hinzu kamen, hat sich das schleichend gewandelt. Vllt auch einfach ein Alltagstrott, der uns als Paar langsam entglitten ist. Nichtsdestotrotz, 6 Jahre als Familie lief bei uns allesngut, und dann gings bergab. Aber ich hab dann ja meine Konsequenzen gezogen und zumindest für die Kinder ging es gut (und ich bin mittlerweile auch wieder glücklich ) Finanziell war ich auch unabhängig und habe die Trennung gut verkraftet. Wg Wechselmodell bin ich nichtmal auf Unterhalt angewiesen.

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22. April um 20:22
In Antwort auf javon_18791411

Das war bei uns auch eigentlich immer klar, aber als die Kinder dann in die Schule kamen und eben neue Jobs hinzu kamen, hat sich das schleichend gewandelt. Vllt auch einfach ein Alltagstrott, der uns als Paar langsam entglitten ist. Nichtsdestotrotz, 6 Jahre als Familie lief bei uns allesngut, und dann gings bergab. Aber ich hab dann ja meine Konsequenzen gezogen und zumindest für die Kinder ging es gut (und ich bin mittlerweile auch wieder glücklich ) Finanziell war ich auch unabhängig und habe die Trennung gut verkraftet. Wg Wechselmodell bin ich nichtmal auf Unterhalt angewiesen.

Das kann gut sein! Alltagstrott und neuer Job, der wichtiger erscheint als das Familienleben. 

Schön, dass du jetzt wieder glücklich bist!

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